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Wiener Morgenzeitung · 1922-03-23 · Heft 1131 (23.3.1922) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1131 (23.3.1922)
Date
1922-03-23
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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'Seife 4 /Wien, Donneret^ WIESTES MORGENZiCTOTrcr 23. MareTggg Nr, 1131 Vv o h n b a r a c k e n de« Kontimiazmarfctos aufge- ,wendet werden, wodurch Lehm Wdbnvutngen geschaffen werden. Die Kommission beschloß außerdem, daß die unvollendete Wohnungsa-nlage in Meidling, Längenfeldgaisse, fertiggestellt werden solL Nach den vorliegenden Kosten Voranschlägen «teilt sich das Erfordernis auf eine Milliarde Kronen. Diese Wohnthaoisgnuippe umfaßt 208 Wohnungen. Mit einem Kostenaufwand von 640 Millionen sollen weiter zu der Wohnharuisanläge auf der Schmelz noch 11 Häuser mit . zusammen t.)0 Wohnungen ge/baiuit worden. Schließlich bosohllioß die Kömarmsstitcin1, dlaß in Ottelkriing, und zwar in d'esr 'Dhlailiiaistmaße—E-nemikeilv-traße—OtiVcdlarrngensitraße, edn Wohnhiaiuislbanj errichtet ^vordem solij, der 48 Wohnungen ' umfassen würde. Die Baukosten würden sich auf 400 Millionen Kronen stellen. Es wurde beschlossen, eine Vereinfachung des Projekts durchzuführen, um die Baukosten entsprechend herahm indem zu können. Die angeführten Beschlüsse können erst dann zur Ausführung gelangen, wenn das Gesetz über die Wohnbausteuer wirksam wird. Die Bauinteressenten bei Mr. Young. Eine Abordnung des ReiahsVerbandes der gemeinnützigen Bauvereinigungen Oesterreichs, bestehend aus dem Präsidenten Emil Ei ck e r t, Sekretär Breuer und Architekten H e 11 w i g, wurde gestern von dem Finanzkontrolle«- Mister [Y o u m g im Bunde>skLnzleramt^empfangen. Die Abordnung führte aus, daß für den dringendsten Woh- - uungsbau zirka 30 Milliarden Kronen erforderlich sväreri und dieses Baukapital aus den gewährten öder aus besonderen AusJandskrediten unter .Verzinsung und Tilgung durch den Bundes-Wohnungs- und Sredlungsfonds au beschaffen wäre. Diese Finanzierung stelle sich als' hochproduktiv dar, da die (Belebung der Bautätigkeit auf alle Gebiete, der Industrie, des Handels und Gewerbes befruchtend (wirken müßte. Nach der Organisation der Lebensmittelversorgung sei die Wohnungsfrage in Oester- Sreich die brennendste. Mister Young zeigte sich über alle Fragen wohl unterrichtet; er versprach, fiyegen der Kredite zur Fertigstellung der angefanigenen Bauten sich noch am selben Tage mit Firnanzxninister Dr. Gürtler ins Einvernehmen zu setzen. Was die angeforderten Baukredite für weitere Wohinungsbauten anbeiangt, könne er sich eine Kredithilfe des Auslandes hur so vorstellen, daß die österreichischen Geldinstitute die Kapitalien vorstrecken bnd dabei durch1. Auslandsgelder gestützt werden. Er meinte, daß Ln einigen Monaten die Stabilisierung 'der Krone erledigt sein und es dann den öster^ reichi-schen Geldinstituten möglich sein werde, einen Teil ihrer Gelder in Hypotheken zu immobilisieren Trügerische Rezepte. J' Drifter diiesem Titel poltern Lsiierte dlie ^Reidhis- ^>ost« gegen ' die Demiagogiie gewisser Polii-tik-er, die Idle tYolhuungsnicft in Wien für ihre trüben Zwecke ausnützen wollene »Die .Wohnungsnot i*st eint lirtetnationale Erscheinung. Sie bestrebt nicht nur. in [Wien', sondern auch in Mödling» in St. Pö»te;n. In iBuidiaipest, Wanschmu, Prag ist sie noch viel ärger als bi Wien. Aber auch das entfernte Aus’and kepnt?sie. Auch «n Mibtideuncipai bestätigt aioh d-ie schau in Sowietnußlamd gemachte - Erfahrung, daß man jder Wcbnutngsnof nridhit eriin Eudie machib, wenn man 'demjenigen, diie noch eine Wohnung haiöea, sie einfach wegnimmt.« So schrieb <5as chiritsrtflidhlsotzii'ale Blatt am Montag, sin Dienstag albor machte es eifrig Propagan-dta für diie Verisamhuliung des Dr. Riehl, der, wie wir jbereios berichteten, dier Wohmungsn'jit ein Fn-dt machen will, indem er die Wohnungen eint ach den Dsuj'uden weguim-mt . .•... >-.' ’---1--- Mitteilungen aus dem Publikum. Unserem Bruder Dr. David Halpern gratulieren wir berzlichst zu seiner Promotion 6,80 GisaBerlad, Rözia Halpern Sara" Benzion" ' Bojan S&fied Verlobte Wien, im März 1922 «nso Möbelfabrik J. Spirä Peine °>° M. HL, UWWM 3 Wohnungseinrichtungen. 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In der jüngsten Generalversammlung des Oesterreichischen Touristenklubs hat nunmehr auch dieser Verein den Arierparagraphen eingeführt ' Von 464 abgegebenen Stimmen haben immerhin 14 gegen den antisemitischen Antrag gestimmt, ja es fand sich sogar ein Kontraredner, Herr Oberbaurat S p j t z e r. Dieser warnte die Antragsteller,nv „einer Henne, die goldene' Eier legt,- den Hais umzudrehen“. Der Mann hat ' entschieden Menschenkenntnis und weiß, welches Argument auf germanische Idealisten noch am ehesten Eindruck macht Leider hat er sich mit seiner Warnung einigermaßen verspätet. Die erst jüngst verlautr barte treudeutsche Sportparole: „Los von Juda — aber Vorsicht beim W e r ke 1“ bürgt wohl zur Genüge. dafür, daß der Henne nicht früher der Garaus gemacht worden ist, als bis sie das Eierlegen von selber eingestellt hatte. Daß dieses Ausbleiben des goldenen Segens jetzt -tatsächlich Ereignis geworden ist, .darüber gibt das Lamento der „Deutschösterreichischen Tageszeitung“ Über das Massenhafte Abströmen der jüdischen Jugend aus den national, gemischten Sportvereinen zu den rein zionistischen ergötzlichen Aufschluß. Das großdeutschfc Blatt ist ganz verdutzt über den geringen Widerstand, den die offenbar als finanzielle Erpressungsvefsuche ausgeheckten Arisierungsbestrebungen der Sportklubs bei den .sonst so zähe sich wehrenden Juden jetzt finden, und es vermag sich diese, alle Berechnungen der Bosheit und des Eigennutzes über den Haufen werfende Erscheinung nicht anders zu erklären als so, daß es,den Juden Spaß* macht, rein arische Sektionen zu führen. . 0 Wir fühlen tiefes Mitleid mit den Kopfschmerzen der großdeutschen Schriftleiter und wollen ihnen daher das weitere Nachdenken über diese unheimliche Sache ersparen. Die Aufklärung . ist nämlich eine ganz einfache : - Die jüdischen Kleber; mit deren Zähigkeit die Antisemiten früher jene einträglichen Erfahrungen gemacht haben, von denen sie jetzt so schmerzlich im Stiche gelassen werden, waren nämlich Assimi- I a n t e n, die ihre körperlichen, geistigen und finanzielle^ Kräfte zur höheren Ehre fremdrassiger Nutz-, nießer vergeudeten. Die moderne jüdische Jugend aber ist von strengnationalem Geist erfüllt und denkt gar nicht daran, ihre Leistungen als Kuckuckseier in fremde Nester zu legen, auch wenn doit ‘ vorübergehend gerade Bedarf nach solchen Eiern herrschen sollte. Aber auch die erwachsenen Juden beweisen . durch das' ungeheure Interesse, mit dem sie Sonntag -für Sonntag die jüdischen Sportveranstaltungen vom Zusphauerraun\ aus verfolgen, daß ihnen die körperliche Regenerierung der jüdischen Jugend eine, ungleich größere Erbauung bietet als der „Spaß“, arische Sektionen zu begönnern. Die antisemitischen Sportfexe werden noch rechtzeitig daraufkommen, daß dort, wo sie frivolen Spaß als psycho* logisches Motiv suchen, in Wah.heit ein zielbewußter und erhabener Ernst am Werke ist. An jenem Für Messebesucher hochfeine Stoff- und Seidenreste, Etaraine, Voile, infolge kleiner Regien ar» ''Missten Kann L Fried VI., Unke Wie* zeiie 40. im Hofe 0792 3866 2876

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