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Wiener Morgenzeitung · 1922-03-23 · Heft 1131 (23.3.1922) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1131 (23.3.1922)
Date
1922-03-23
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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. u;-; " Wk;ii, ücmnerata.? el:--——-1 7-- . jfyerke, das ja auch die Arier angeregt haben, wenn sie es auch nur „mit Vorsicht“ von wegen der!„g o 1 d e n e n Eie r“ durchführen wollen. Die Antisemiten streben die reinliche Scheidung der Rassen an — sie soll ihnen werden, früher und ausgiebiger, als .es ihnen angenehm ist. Denn die .zumSelbstbewüßtsein erwachte jüdische Jugend hat dasselbe Ziel. Ünd sie verfolgt es ohne Vorsicht und —■ ohne Rücksicht Kriegsopfertage. Samstag den .25. und Sonntag den 26. d. M. werden in den .Straßen Wiens Sammlungen für <1 i e Kriegsopfer vorgenommen. Es gelangen Abzeichen zum Preise von K 50 zum Verkaufe. Die B e z i r k s v e r t r e t u n g e n, die F r a u e n h i 1 f sk o m i t e e.s, die L e i t u n g e n der Fürsorge- Institute und die Ar beiter räte haben sich in den Dienst der dringlichen Hilfsaktion gestellt und man erhofft ein ansehnliches Resultat zu erzielen. Die Bevölkerung wird durch Umzüge von Militärk a p e 11 e n auf die , „Kriegsopfertage“ aufmerksam gemacht werden. < Es erübrigt sich, die jüdischen Bewohner Wiens aafzufordern, aus diesem & nla sse n a ch Kräften Geldspendenz ti 1 e i s t e tu Die Wiener jüdische Bevölkerung hat an, allen Hilfsaktionen gebefreudig teilgenommen und wird gewiß auch diesmal ihre Pflicht erfüllen, zumal es sich um d i e unglücklichen, notleidenden Opfer de-s Krieges handelt * „Darrr Jud!* ln Folge .129 des „Alpenland“ polemisiert dessen Herausgeber Gilbert In der Maur gegen die (von uns kurz registrierten) Mitteilungen der deutschnationalen Innsbrucker Zeitschrift „Widerhall“ sowie gegen die großdeutschen „Innsbrucker Nacbr.“ und bezeichnet die von diesen Blättern erhobene Beschuldigung, daß er mit Italienischen Agenten verhandelt habe, als eine bodenlose l ü d i s ehr e Verleumdung. Gleichzeitig erklärt er, daß diese Äußerung seine letzte in dieser Sache sei und er es ablehne, sich „mit solchen volks» und landfremden Elementen in weitere Polemiken einzulassen“. Da vor einigen Tagen auch 'das Wiener Organ der Großdeutschen Von seiten der RiehlrGruppe, wie wir bereits vergnügt berichtet haben, den Vorwurf jüdischer Manieren einstecken mußte, scheint,die Verjudung der extremen Rassenantisemiten rapide Fortschritte zu machen und zu guter Letz* bleibt als einziger Parteiarier der — Artur Trebitsch übrig. * Schicksale. Wir erhalten die folgende Zuschrift: Weit draußen, an der Peripherie der Stadt, vergessen, verlassen, um ihr ganzes Sehnen und Hoffen gebracht, befinden .sich jüdische Kriegsinvalide in der Unterkunftsstelle für Kriegsbeschädigte im 13. Bezirk. Unfähig, den Kampf ums Dasein aufzunehmen, sind sie auf fremde Hilfe angewiesen. Wer kümmert sich um sie? Der Krieg ist vorbei, das Lebern hastet weiter und alle, die der Krieg geschont, danken dem gütigen Schicksal, das ihnen ein besseres Los beschert ist. Das Peßachfest steht vor der Tür. Wie wer- . den unsere Kriegsinvaliden wohl dieses Fest begehen, wer denkt an sie, daß sich jener Abend auch für sie unterscheide von allen anderen Abenden? Werden sich unter den vielen jüdischen Wohltätern nicht auch solche finden, die für diesen Zweck etwas übrig haben? Helfet, jede Spende, auch die kleinste, ist willkommen! (Wir sind gerne bereit, Spenden für den obgenannten Zwek entgegenzunehmen.) * Ein jüdischer Sachverständiger der rumänischen Delegation für Genua. Aus Bukarest wird uns berichtet: Ministerpräsident Jonel Br atia nu bestimmte den Bukarester Rechtsanwalt Dr. Rosenthal als Sachverständigen der rumänischen Delegation in Genua. Dr, Rosenthal ist der bedeutendste Advokat und juristische Sachverständige Rumäniens. Er tungierte seinerzeit , auch als Sachverständiger beim Abschluß des Trianoner Friedens vertrages und hat sich damals als außerordentlich gewiegter Jurist und Kenner des. internationalen Rechtes einen Namen gemacht. Jn Anerkennung seiner damaligen Leistungen hat ihn Bratianu jetzt auch als Rechtskonsulenten der rumänischen Delegation tür Genua bestimmt. * Das neue Europa. Zürich, Wien, Berlin. Chefredakteur Dr. Paul Cohn. Das soeben zur Ausgabe gelangte. Jänner-Februar-März-Heft enthält unter anderem nachfolgende Beiträge: „Weltwirtschaftliche Aufgaben“ von Martin Mächler, „Die Kohlen- und Elsenkrise der tschecho-slowakischen Republik“ von Karl Lustig-Prean, „Die Wiener Messe“ von Dr. Ernst Fasolt, „Popper- Lynkeus als Soziologe“ von Dr. Paul Weisengrün, „Die Auflösung des modernen Staates“ von Professor Dr. Karl Adler „Wilhelm II. und Franz Ferdinand“ von Leopold Wölfling und „Der Tod des Utopisten“ von Hans Natonek. AusIiefeWngen durch das Zeitungsbureau Hermann Goidschmiedt, I., Wollzeile 11. * Neues zionstisches Vereinsheim. Die Zionistische Sektion für die westlichen Bezirke Wiens hat ihr neues Heim, VIII., Bennoplatz 1, zur allgemeinen Benützung bereits eröffnet. . Bei der feierlichen Einweihung, welche Samstag den 11. d. M. erfolgte, kennzeichnete der Erbauer des Heimes, Herr Architekt Fritz K r u h, die Bedeutung des Tages durch den Vortrag eines Prologs, welchen der Verfasser der jüdisch-akademischen Verbindung Jordania zueignete. Im Heim finden jeden Dienste g, um 8 Uhr abends, belehrende und unterhaltende Vorträge statt, welche sowohl für Mitglieder wie auch für Gäste gegen einen kleinen Regiebeitrag zugänglich sind. Die finanziellen und organisatorischen Vorarbeiten für die Einrichtung des'Heimes haben die Vorstandsmitglieder,. Herr Moses L i s s i a n s k y und Herr Robert K i e n, geleitet. Die vornehme und künstlerische Einrichtung des Heimes dankt die Sektion der überaus opferwilligen und uneigennützigen Tätigkeit ihres Beirates Herrn Fritz K r u h. Neuerliche Erhöhung der Honorare für den Musikunterricht. Der Verein der Musikiehrerinnen hat einstimmig beschlössen, das Mindesthonorar für eine Lektion im Hause der Lehrperson mit K 500 festzusetzen. Die Honorare für den Unterricht außer Hause wurden gleichfalls entsprechend erhöht. Auch Fahrspesen für die Straßenbahn sind zu vergüten. * Die Pest in Saratow. Nach Zeitungsmeldungen aus Reval ist im Goiwememept Saratow die Pest aufgetreten. W J. L'j * S A». ** U* - — %m * Schnee im März. Der kalendarische Frühjahrsbeginn brachte gestern starkes Schneetreiben, das die Stadt wieder in das gewohnte graubraune Winterkleid hüllte. Der nasse schmutzige Brei, der did Straßen bald für das Kriegsersatzschuhwerk unpassierbar machte, zog sich , bald zu Lachen und Tümpeln zusammen. Die Bauernregel „Märzenschnee tut den Feldern weh“ wurde gestern viel zitiert, ohne jedoch viel Bedauern zu wecken. Die Stadt ist ja durch unsere Agrarier vom Genuß der Felder-; Produktion ausgeschlossen und es kann uns gleichgültig sein, ob die Bauern viel oder wenig fechsen. Wif müssen’s für alle Fälle teuer bezahlen. Amtliche Wettervoraussage: Leichte Besserung, Aufhören der Niederschläge, langsame Erwärmung, später abnehmende Bewölkung. * Der Kinobesuch in Deutschland. „Die Lichts p 1 e 1 b ü h n e“ veröffentlicht folgende Statistik über das Kinowesen in Deutschland: Es gibt gegenwärtig 3851 Kinos in Deutschland mit 1,304.005 Plätzen, so daß auf je 13.259 Seelen ein Kino entfällt. — Da die Zahl der Vorstellungen verschieden ist und dreiviertel der Plätze immer besetzt sind, gehen täglich zwgi Millionen Deutsche : ins Kino, was im Jahre 730 Millionen Besucher ausmacht. , * Die Zigeuner in Oesterreich. In einer Interpellationsbeantwortung teilte vorgestern der Kanzler Doktor Schober im .Nationalrat mit, daß die Wanderbewegung der Zigeuner in Oesterreich zum Stillstand gekommen ist Nur aus Tirol wurde vor zwei Jahren die Anwesenheit stärkerer Trupps berichtet. * Zwei ungetreue Gesellschafter. Seit dem November 1920 besteht in Wien, I., Herfengasse 9, die Gesellschaft m. b. H. Schick, Cilio & Cie als Ex- und Iniportgesellschatt. Das Stammhaus ist die Firma Schick, Cilio <L Cie. in Mäiland. Die hiesige Gesellschaft m. b. H. besteht aus den Mailänder Gesellschaftern und Geschäftsführern Ignatz Schick, Natale Cilio und Franzesco Ciancienquanti, dem Dr. Julius Fels, zu Mailand gebqren und dahin zuständig, 3J Jahre alt und dem 39jährigen Corrado La Duca, zu Palermo geboren. Die beiden letzteren wohnten auch I., Herrengasse 9. ihnen fiel die Aufgabe zu, die Wiener Geschäfte der Firma zu besorgen und ihre Mailänder Kollegen schenkten ihnen das vollste Vertrauen. Dieser Umstand und die räumliche Entfernung brachten es mit sich, daß ihre Gebarung nur oberflächlich kontrolliert wurde. In der letzten Zeit fauchten nun gegen die Geschäftsführung der beiden Wiener Gesellschafter schwere Bedenken auf, deren Berechtigung sich bei Überprüfung der Bücher ergab. Der Schaden, den die gesamte Firma durch die Geschäfte ihrer ungetreuen Gesellschafter erleidet, wird auf 5VS Millionen österreichische Kronen und 2 Millionen polnische Mark geschätzt. Doch sind auch Eingänge im Betrage von einigen 100.000 Lire bisher noch nicht geklärt Dr. Fels und La Duca, die am 18. d. M. verhaftet worden sind, wurden nunmehr, da ihre Verantwortung nicht stichhältig erscheint, dem Landesgericht eingeliefert. * * Das Haus eines Fremden verkauft. Der 43jährige Kaufmann Siegfried K o s i n e r, XVII., Güpferllnggasse 4 wohnhaft, wurde wegen eines eigenartigen Betruges vom Stadtkommissariat verhaftet und dem Landesgericht eingeliefert. Er hat der Privaten Anna F a b e r aus Radkersburg eine Realität in Zöbing in Niederösterreich um K 8,700.000 ^erkauft, ohne als Eigentümer grundbücherlich eingetragen zu sein. * Kasseneinbrtich bei der Firma Wahliss. In der Nacht zum 22. d. M. wurde ein kühner Einbruch bei der Porzellanwarenfirma Ernst Wahliss, L, Kärntnerstraße 17, verübt Die Täter sind, nachdem sie ein Gitterfenster ausgeschraubt haben, in den Packraum der Firma gelangt und von da in den Kassenraum gedrungen. Mit trefflichen Werkzeugen haben sie eine eiserne Kasse erbrochen und daraus einen Betrag von mehr als zwei Millionen Kronen! und 300 Reichsmark geraubt * Fertige Bettwäsche, Leintücher, Deckenkappen, schlesische Weben, Chiffon, Gradl, Laufteppiche, Vorhänge, Bett- und Tischdecken werden sehr billig verkauft im Warenhaus Emanuel R o t h o 1 z, VII., Westbahn&traße 15, (früher Neustiftgasse 77). Besitze in Wien keine Filiale und kein weiteres Geschäft abends im Sitzungssaale des Volksgesundheitsamtes, ij Hpfgartenstraße 3, 111. Stock, Zimmer 280, stattfindet. 'Jildische Massenversammlung. Heutes 8 Uhr abends, veranstaltet die zionistische Sektion X/Xl .eine Versammlung im Großen . Saal des Arbeiterheimfc X.> Laxenburgerstraße 8/10, über rD i e jüdische K ü J t u s g e in e i n d e und ihre Not“. Redner: GSmeinderat Dr. J. Ehrlich, Kultusrat Dr. DesJ F r 1 e d man n, Gemeinderat Dr. L. P1 a s c h k e sl *; v Urania. Heute, 5 Uhr (Großer Saal) Wild-Afrika. —4 ya6 Uhr (Kleiner Saal) Professor Dr. Heinz J. Totnasetha Vergleichende Bildbetrachtung, II. — 796 Uhr (Kurssaall •Professor Dr. Jakob Weiß: Das Erdbild im Wandelnden Zeiten, 1L — Uhr (Klubsaal) Dr. Josef DasatieK Rinaldini: Elemente der Musikästhetik, I. Teil. Diel gegebenen Grundlagen, V. — Va8 Uhr (Großer Saal) Indietw ^-7,8 Uhr (Kleiner Saal) Wasserkraft und Elektrizität, UM Hochschulprofessor Dr. Heinrich Pa weck: Aufbewahrung;tind Transport von Elektrizität. — l/g8 Uhr (Kurssaaß Dr. Rudolf Wagner: Die Pflanze im Kampf mit wind und Wetter, 1. — %8 Uhr (Klubsaal) Dichter der Neuzeit, Vlfc Dr. Erich Fortuer: Maria Ebner-Eschenbach. Ernährung. Der Marktbericht. % Fleisch auch im Kleinverkauf billiger. .. Nachdem vorgestern in der Größmarkthalle im GrioS* Handel eine Entspannung der Preise eingetreten war, h?(beo •sich gestern auch im Kleinverkauf bei einzelnen Fleischseiten Ermäßigungen eingestellt Die Zufuhren waren günstig* aus, Ungarn waren neun Waggons, aus Jugoslawien zwei Waggon* eingetroffen, ln der Größmarkthalle verbilligten sich &ind* fleisch, Kalbfleisch und Fett um K 100 per Kilogramm int Detailhandel, im Großhandel wurden Kälber um. K 501 billiger. Es stellten sich im Detailhandel per Kilogramm: Rindfleisch auf K 800 bis 1600, Bratenfleisch auf K 1400 bis 1800, Kalbfleisch K 1300 bis 1800, Speck und Fiflz auf K? 1600 bis 2000, Schweinefleisch auf K 1600 bis 2000. Der! Fischmarkt verfügte über Seelachs und Kabeljau, <f,!e sieh uitr K 20 per Kilogramm billiger auf K 550 bis 580 /fiteliteni1 außerdem ist ein Waggon havarierter Bückinge, da-d Stück zu K 60, eingetroffen. Infolge des schlechtem Wetters war der Verkehr im allgemeinen gering. Darunter hatton auch die Zufuhren auf den Grünwarenmärkten zu, leideti, doch' konnte mit den Vorräten der Bedarf gedeckt werdet^ Unter anderem waren gestern polnischer Zwiebel, der sie« im Großhandel auf K 50Q bis 600 stellte, und ägyptische« Zwiebel, der K 720 kostete, angekommen. Inländisch« Kartoffel waren zu K165 bis 180 per Kilogramm angeboterri dänisches Kraut zu K 300 bis 350 per Kilogramm. Steirisch® Aepfel notierten mit K'520 das Kilogramm. Sehr groß fei die Menge von neu eingetroffenen Orangen, die z.um Stücke preis von K 120 bis 250 nur schwachen Absatz finde« Frische Eier waren zu K 118 Bis 135 per Stück in aus* reichender Zahl zu haben, finden jedoch wenig Zuspruch^ da man mit weiteren Preisrückgängen rechnet wetie Kotmetismiichpreise. Amtlich wird verlang hart: Im Zuge des Abbaues der staatlichen Lebensmittel* Zuschüsse und zwecks Angleichung an die ab 22. d. M. in Kraft tretend^ Erhöhung der Frischmilchpreise sieht sich die Regierung nach Anhörung von Vertretern der Verbraucher veranlaßt, für die in Wien amtlich zur Ausgabflj gelangende Kondensmilch vom 26. d. M. angefangen folgende Preise festzusetzen: 1. Für Mindestbemittelte und die mit der Zusatzkarte für Arbeitslose beteilteal Arbeitslosen K 300 per Dose; 2. für die übrigen Bezusüfe! berechtigten K 600 per Dose. Bühne und Kunst. Theater im Redoutensaal. Der Barbier von Sevilla. * Messebesucher, Exporteure und Kaufleute, welche Waren zu versenden oder einzulagern haben, werden aufmerksam gemacht, sich zwecks Besorgung aller speditions- und kommissionsgeschäftlichen Transaktion vertrauensvoll an die bestbekannte und kulante Speditionsfirma Maawirim Tran sport- Akt. - Ges., Zentrale, Wien, 1., Bauernmarkt 24, Telephon Nr, 17-12-7 und 15-5-16, oder an deren Filialen in Triest, Krakau, Warschau, Danzig, Berlin, Lemberg und Lodz zu wenden. Die Transpört- Aktien-Gesellschaft Maawirim lenkt ihr Hauptaugenmerk auf eine individuelle Behandlung jedes einzelnen Falles. Das Unternehmen wurde in der letzten Zeit reorganisiert und den.Erf order- Nissen der Neuzeit in jeder Hinsicht angepaßt. Das bestgeschulte Personal und die ausgedehnten Lagerräume des Unternehmens bürgen für eine klaglose Abfertigung der Transporte nach dem In- und Ausland. Das Unternehmen unterhält einen Spezialverkehr nach dem Orient und Balkan und Sammelladeverkehr nach allen Richtungen. * Offene Generalsekretärstelle. Die Zionistische Sektion für die westlichen Bezirke Wiens beabsichtigt, für ihr neues Heim, VIII., Bennoplatz 1, einen Generalsekretär zu bestellen. Selbständige Initiative, Repräsentationsfähigkeit, Kenntnis des Maschinschreibens erforderlich. Monatsgehalt mit Nebeneinkünften K 70.000 bis 100.000.' Nur schriftliche Offerte an den Obmann Dr. Max Bernhardt, VI., Esterhazygasse 34. * Verläßlich streng koscher und gut speisen Sie im Restaurant Mayersohn, II., Taborstraße 20 a. Ausschank von Weinen bester Qualität Vereine, Vorträge und Versammlungen. Hebräischer Klub, II., Taborstraße 1, Mezzanin. 8 Uhr abends: Kurs über mischnaitisches Recht (Baba mezia) unter Leitung des Herrn Doktor N. Goldstein. — JüdischeTischgesellschaft Landstraße. Heute, 8 Uhr abends, Zusammenkunft im Cafd Gartenbau (Souterrain). Vortrag Ludwig Bato: Die Wiener Juden im 18. lahrhundert. Nachher Vorträge des Hofburgschauspieiers Blum. Gäste willkommen. — Lichtbildervortrag. Heute veranstaltet die Zionistische Sektion für die westlichen Bezirke in ihrem neuen Heim, VIII., Bennoplatz 1, einen Lichtbildervortrag über das neue Palästina. Vortragender Dr. W. Weisl. Beginn 8 Uhr abends. Vereinigung für Krüppelfürsorge. Vom-Volksgesundheitsamt wird mitgeteilt, daß die Generalversammlung der Vereinigung für Krüppelfürsorge in Wien und Niederösterreich am 4. April 1922 um '/,6 Uhr Nach" »Figaros H'0-dh®eit« ist rniti der vom Sevilla« im Redoutensaal eingekefrrt, nach detnj Ehemann Graf Almaviva, der seiner ehelichem Würde nicht froh wird', der Jugendliche Liebhaber Gxaij Almaviva, der sich in verschiedenen Verwandlungen um die Hand der schonen Rosine bemüht. In drei! zehn Tagen schrieb Rossini die wunderbar leidhiej Buffomusik des »Barbier«, mit seinem (prickelmderi •Humor und seiner dramatischen Kraft wandelt <*4 •hier in den Bahnen Mozarts, in dem er die ideale Verbindung von italienischer Kamtilene. und deurf*' scher Geraütstiefe 'hergestellt wähnt. Die deutsdhd Gemütstiefe fehlt freilich dem Barbier, dem eis( merkwürdiges Schicksal beschieden war: Nur zo-j g.ernd schritt Rossini an die Vertonung des LdSbrettoj das bereits vorher der berühmte Paisiello zw O.pesS gestaltet hatte, bei der Erstaufführung gab es aller*' Lei. tüdkdsche Zufälle, und als im ersten Finale ehrt! Katze unter Miauen auf der Bühne eug-dhien, watz der Mißerfolg des Werkes entschieden, das unten .Lachen, Zischen und Pfeifen abgelehnt wurde. Viel, besser ging es auch seinem »Wilhelm. TelU nichtji ein kühler Achtungserfolg war ihm beschiedeh und dann verschwand Rossinis LidhltgestoSt im DswiBcelS der Zurückgezogenheit. Er schrieb keine Oipera mehr, sondern vervielfältigte seine Reichtum«* durch den Betrieb einer ausgedehnten Fischzucht un,d widmete sich dem Studium der Pastetenhereitüng. Noch fast vierzig Jahre genoß er die Freuden ■der Tafel und des Weines, in denen er seine .alte Geliebte, die Musik, wiederfindet Er selbst ver* 'gleicht gelegentlich den »leeren Magen, der vor. Mißvergnügen fonumirhit oder vor Verlangen) geldt, mit dem Fagott oder der Pikkoloflöte«, den vollen Mage» nennt er den »Triangel dos Vergnügens oder die Pauke der Ereu.de«. »Essen, lieben, singen und vei> dauen, das sind, in Wahrheit' gesprochen, die vier Akte der komischen Oper, die das Leben heißt und vergebt wie der Schaum einer Flasche Champagner.« P.r.idkelndbm CTiatmragner gleicht die lei'dhltc Buiffosirimmutn/g dies »Bairbfer« in ihrer übermütogcai Ouvertüre, m ihrer KoutrasibLöruTig von E-dlelimtainfll

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