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Wiener Morgenzeitung · 1922-03-23 · Heft 1131 (23.3.1922) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1131 (23.3.1922)
Date
1922-03-23
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr.1131 Wien, Donnerstag WIENER MORGENZEITUNÖ SS März 1922 Lebensmittelausfuhr unverzüglich einzustellen. Auf außenpolitischem Gebiet sei die Versöhnung und das brüderliche Zusammenwirken der Völker und Staaten vor Augen zu halten. Dieses Ziel könne im Wege des Völkerbundes erreicht werden, weshalb es notwendig sei, daß Ungarn bereits jetzt in den Völkerbund äufgemommen werde. Tschecho-Slowakei. Die Verhandlungen mit den karpathorussischen Parteien. 1 Prag, 22. März. Die Konferenzen der Regierung mit den Vertretern der politischen Parteien Karpathorußlands wurden heute abgeschlossen. ‘Sie trugen vorwiegend informativen Charakter, Als positives Ergebnis ist zu verzeichnen, daß einerseits der Ausnahmszusland (Standrecht und Zensur) in Karpathörußland demnächst aufgehoben werden soll/ andererseits aber von der Vornahme von Wahlen vorläufig abgesehen wird. Polen. Die von der Verschiebung derwjüdischen Parteienkonferenz. Warschau, 21. März. (J. C. B.) zionistischen Organisation Polens geplante Konferenz aller jüdischen Parteien zur Beratung wichtiger politischer Fragen wurde wetzen Absage der orthodoxen Schlofme Israel verschoben.' Wie verlautet, bemüht sich eine Anzahl unparteiischer Führer des orthodoxen Judentums, die Agudah zu überzeugen, * daß ihre antizionistische und antinationale Haltung den jüdischen Interessen Schaden bringe. Ponikowskis Programm. Warschau, 22. März. (Poln. Tel.-Agi) Ministerpräsident Ponikowski verlas im Landtag eine Erklärung, worin es heißt: Das neue• Kabinett wird eine Politik der Unparteilichkeit, .der Mäßigung und des Frieden s-befolgen. Als seine wichtigste Aufgabe betrachtet es die Stärkung und Regulierung der 'Staats? finanzen, Erschließung neuer Einnahmequellen und vor allem die Erzielung weitgehender E-rsparn iss e. die Regierung Ist1 bestrebt, das Eisenbahnnetz so’ äuszugestalten, daß es der Vermittlung zwischen Ostem und Westen voll ent spricht. In der äußeren Politik will die Regierung, gestützt auf die Friedensverträge, zum friedlichen Wiederaufbau Europas beitragen. Der Grundpfeiler ihrer Politik ist das enge Zusammenarbeite n m! t Frankreich. Auf den Konferenzen., in Belgrad und Warschau ist eine erfreuliche Festigung der Beziehungen Polens zu den Staaten der kleinen Entente und den b a'l t i s c h e ri S t a a t e n eingetreten. Das durch den; Rigaer Friedensvertrag festgesetzte Verhältnis Polens-zu S o w j e: t ruß 1 and und Sowjetukraine entbehrt jeder aggressiven Tendenz seitens Polens. Polen muß aber van Rußland die Erfüllung seiner Verpflichtungen und die Ein stell ungd er auswärtigen Propaganda verlangen. Bezüglich. W iln a S verwahrt sich, der Ministerpräsident gegen alle unbegründeten Ansprüche der Kownoer Regierung. Die polnische Regierung werde bestrebt sein, die endgültige Verein ig u n g Wil n a s mit Polen so durchzuführen, daß die Möglichkeit eines Protestes van irgendwelcher Seite ausgeschlossen erscheint. Die Regirung ersucht den Landtag, die Vereinigungsformel vom 2. März 1. J. amzunehmn. Die beschlossene Formel werde sodann dem (Wilnaer Landtag zur Genehmigung übersendet werden. Ein englischer Kredit. Warschau,.22. März. (Tel.-Komp.) Wie aus London gemeldet wird, stehen die Verhandlungen, betreffend die Erteilung eines englischen Kredits an Polen, unmittelbar vor dem Abschluß. Die Realisierung des Kredits dürfte schon in allernächster Zeit erfolgen. Die Posener Warenmesse — mit Ausschluß dpr Juden. Warschau, 22. März. (Tel. der „Wiener Morgentieltung“.) Gestern wurde in Posen die zweite Warenmesse eröffnet. Die Erschienenen begrüßte der Vizepräsident der Stadt Posen. An der Messe haben' sich uni 60Ü Firmen mehr beteiligt als iiH Vorjahre. Wie bereits gemeldet, wurden zu dieser Messe j ü jd i s c h e F i r men n i c Ji t zu ge lassen. 1 i' •- Streikbewegung, Warschau, 22. März. (Tel. der „Wiener Mörgenfceitung“.) Vor einigen Tagen sind in Pösen, Chelm, Inowroclaw, Bromberg , und Thorn Arbeiterstreiks ausgebrochen. Die Arbeiter verlangen eine wesentliche Lohnerhöhung. In Posen kam es zu Exzessen der Streikenden gegen die berittene Polizei. . Die Eisenbahnarbeiier haben auf ihrer letzten Versammlung beschlossen, eine 80%ige Erhöhung ihrer Löhne zu verlangen. Rumänien. __ v Bildung des jüdischen Parlamentsklubs. Bukarest, 20. März'* (Tel. der >Wiener Morgenfceitung.-O In den neuen rumänischen gesetzgebenden Körperschaften werden sieben jüdische Abgordnete Sitzen, ..ud zwar: Dr. Weis sei borg (Senat), Filde r m a n n, Dr. Adolf Stern, Lerner, Samuelow i c z, Dr. Straucher und Eli B e r k o, w i t s. Wie bereits berichtet, hat Dr. Stern in Bukarest infolge Ver- An die Zionisten! Sammelt den Schekel! Jahr 5682 hat be Difc Schekelalctioüi für «las gaaire'ft. Wie alljährlich', richten wir a» tmsere Gesinluongsgeuosscn. Ln allen Ländern den Appell, mit aller Energie a#i die Verbreitung der Schdkolim heran zu trete«. Der Schekel ist das Sy mbol d ear Einheit unserer' Weltorganisation, er ist das Bekenntnis jedes einzelnen zium Zionismuis, er ist das Dokument, welches zur Teilnahme an den Wahlen für den K o -n g. r e ß . und zur Entsendung von , Delegierten zur Jahreskonferein z berechtigt. Der Schekel bildet die Haupteirmahmequelle der zionistischen Weltorganisation für ihre administrativen, organi-satonisciben und politischen Aufgaben, Am der Zahl der Scheikolim, die wir auf bringen, .ermißt die ganze jüdische wie 'nkbtjlüdische Welt die Stärke und die Ausbreitung unserer Bewegung. Aus kleinen Anfängen haben wir es im Vorjahr auf 800.000 Schoko lim gebracht. Wir müssen in diesem Jaihre der Welt unseren Freunden und unseren Gegnern zeigen, daß die Zahl der Juden, welche die Wiederaufridh tung unseres nationalen Heinis in Palästina wollen, wiederum gewachsen ist. Die erste Million Schekelzahler muß in diesem Jahre überschritten ‘werden 1 Die Existenz unserer Organisation, das Anisehen ‘unseres Kongresses, die politische Kraft unserer Bewegung hängen von der Zahl der SchekclzaiMer ab. Bedarf es einer weiteren Begründung, um allen Zionisten einzuprägen, daß es ihre*allererste und selbstverständliche Pflicht ist, den Schekel zsu entrichten? Bedarf es weiterer Worte, umwallen zionistischen Führern, die unsere Lage genau1 (kennen,, allen Leitern unserer . Landes- und Sonder-vcrlbände deutlich zu machen» da-ß sie die ernsteste Verpflichtung haben, die Scheke'laktiön Ln jedem Jahre immer wieder zu einem großen Erfolg de® zionistischen. Gedankens zu gestalten? zichtes des Führers der Bauernpartei Lu*pu das Mandat erlangt, während Eli Berkowits, der in Bukarest auf der List£ der liberalen Partei kandidierte und dürchfiel, in Arad gleichfalls von den Liberalen gewählt werden dürfte. Fildermann wurde in Kischenew an Stelle - des Oberrabbiners Zirelsohn gewählt. . Oberraibbiner Zirelsohn verzichtete auf sein Mandat zugunsten Fildermanns mit der Begründung, daß gegenüber den Liberalen junge und kampflustige jüdische Vertreter notwendig, seien. Fildermann zählt zu den angesehensten Juristen in # Bukarest und hat im Pariser Komitee der jüdischen Delegationen die rumänischen Juden vertreten. Die gewählten jüdischen Abgeordneten werden sich, obgleich sie nicht auf jüdisch-nationaler Liste gewählt wurden, zu einem K1 u b jüdischer A b g eordneter im Parlament zusammeiischließen. Nicht nu-r in jüdischen, sondern auch in anderen politischen Parteien sieht man dem parlamentarischen' Wirken der Mitglieder des jüdischen Klubs mit besonderem 'Interesse entgegen. Der Klub zählt mehrere ausgezeichnete Redner und Debatter, unter ihnen Dir. Stern, welch’ letzterer nicht nur die ganze rumänische Innenpolitik beherrscht und sie wie keim zweiter kennt, sondern sich auf dem Gebiete der Außenpolitik als langjähriger Konsul der Vereinigten Staaten für Rumänien be-. währt hat. So ergehst -Jeftet wiederum trafc Riff an' di# treuem Scharen . unserer bewährten! Gesinnung®* genos&ea Ln der ganzen Welt: Sammelt den Schekel)» Werßfet neue Schekelzahler! Führ eit der Beweguosg »eue Kräfte zu 1 An alle Juden, die die Verwirf« Lichung des Zicmtsmu® wollen, ergeht -die Ajuiffbig derumg: Entrichtet den Schekel! Der Präsident der zionistischen WeltcrganisaMiifff , . Prof. Dr. Ghaim W e i t z m am n. ih . At '7.. Für das Organisation&departemenit der Exekutiv! der zionistischen Otganisatiow: Richard L i c h t h e i tn. Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich. Schekelaktion. Die Sehe k elblock-s s im d bereits eing^e troffen und können ab i m B ure a ü des Z!o n i ® t!schert hier morgen L an d e sIko m i t e e s, II.. T a b o r & tr a ß e 20 a,j in der Zeit von 10 bi® 12 Uhr vormit-j tags und 4 b! 3 6 U h r n a chm itttags vort legitimierten Vertretern di er Bezirk s s e k t io ne n, Sonderverb ändert gegen Bestätigung behoben werden^ Einzelpersonen - k ö n nen die Schekel* b 10 e k s nur bei i h re n z ms t ä n d i g e n B e* - z i r k 5 s e k t i o n e n b e h e .b e n. •Nähere Instruktionen für die Schekelprp'P&j ganda erfolgen schriftlich an die BezirikssektioneTi und Sondervetrbände. ■ Bezirbssiektionehi,. Sonder verbände und EkizCt*] personen, die noch im Besitz van Schekelblaaksdest Vorjahrs sind, müssen diese unbedingt voi| U e b e r n a h m e d e r n e u e n Blocks i m> B?ü<[ reau des Landeskcwnitees zuirückstellen. Rundschau. Deutschlands Zahlungen. Paris, 22. März. (Havas.) Die Reparationskommission hat entschieden, daß die auf Reparationskonto seitens Deutschlands zu leistenden Barzahl u n g e u auf 720 Millionen Goldmark und die S a c h 1 i e f e r u n g ei n auf 1450 . Millionen Goldmark festzusetzen sind., Außerdem hat die Kommission ein Einverständnis über die Bedingungen und' Garantien getroffen, die Deutschland für den teilweisen Zahlungsaufschub, der ihm gewährt worden ist, aufzuerlegen sind. Paris, 22. März, (Havas,) Der „Temps“ bringt folgende Einzelheiten über die Deutschland von der Reparationskommission auferlegten Garantien: Alle sich pus dem Vertrag von Versailles ergebenden Lasten müssen in das Budget des Deutschen-Reiches aufgenommen werden. Zur Herabsetzung der budgetären Ausgaben und zur Vermehrung "der Einnahmen müssen vor dem 31. ’ Mai Maßnahmen getroffen werdend Die Kontrolle über die Einnahmen und Ausgaben wird von der Reparationskonimission ausgeübt werden, um die Durchführung der vorgeschriebenen Maßnahmen zu überwachen. Deutschland wird innere und äußere Anleihen aufnehmen müssen, und für den Fall, als diese Anleihen in der festgesetzten Frist nicht realisiert werden sollten, faßt die Reparationskommission eine Abgabe auf das deutsche Kapital mittels Hypotheken auf. die realen beweglichen pnd unbeweglichen Werte ins Auge. Gegen die Kapitalsflucht werden Maßnahmen mit einer entsprechenden Kontrolle getroffen werden, Berlin, 22. Märfc. Wie die Blätter mitteilen, ist der Wortlaut der Entscheidung der Reparationskommission in Form eines Schreibens an den Reichskanzler überreicht worden. „Die Forderungen der Reparationskommission haben in parlamentarische» Kreisen einen geradezu deprimierenden Eindruck hetJ vorgerufen. Nach dem „Lokalanzeiger“ sei man sich ernte# den Abgeordneten darüber einig,- daß sich keine Regierung finden werde, die derartige Steuern, wie sid von .der Reparationskommission verlangt werden, durch* bringen könnte, und man halte es nicht für ausge* schlossen, daß; die Forderungen der Reparation^ kommission eine K r-i s e herbeiführen könnten, dere« Folgen nicht abzusehen wären. Das S t e u e r-j kompro m i ß wird von mehreren Blättern durch die Entscheidung der Reparationskommission als irt^ Frage gestellt betrachtet. Attentatspläne gegen die russische Delegation in Genua. Riga, 2. März. (Intel.) Wie in Sowjetkreissfi ver* lautet, verhandelt der bekannte Terrorist Boris Sawi n.k 0 w mit italienischen Faszisten, welchd eine Reihe von Aktionen, gegen die russische Dele^, gation in Genua zu unternehmen beabsichtigen, uni dieser die Arbeit unmöglich zu machen. Es heißt, daß die italienische Regierung bereits entsprechende Vor* beugungsmaßregeln getroffen habe. Die Forderungen der Fiutnaner Autonomisten. Mailand, 22. März. (Tel.-Komp.) Nach ehren! Bericht des „Corriere della Sera“ fordern die Auto-, nomisten als Bedingung für ihre Rückkehr nach Fiume’ die Wiedereinsetzung Zanellas als Regierungs«K Präsident. Ferner verlangen ‘ sie, daß der Konstituante* von Fiume Genugtuung, geleistet werde. Es ist frag-i lieh, ob es auf dieser Grundlage zu einer Einigung kommen wird. Tagesbericht, Baupläne der Gemeinde zirka 2 Milliarden. - Das Wohnungsproblem. Wien: Wohnbauten um — 500 Wohnungen. Der Wiener Gcmeinderat hat ans seiner Mitfös eine neungliedrige Kommission ziutr Ver wen-, d un g des Erträgnisses der fü-r Wohnungen* eingefrobmen allgemeinen Mietzinsabgabe (Wohnbausteuer) gewählt Diese Kommission hielt gestern nachmittags die Hooristiitiuiiereinde Sitzung «und wählte zum Vorsitzenden Gemeinderait Hof b a u er (So-| zialdemolcrat) uod au-m Vonsitzenden-Stellvertreter! Gemeiinderat Biber (christlichsozial). - Die Kommission beriet sodann in ausführlicher Weise einert Teil des B a u p r o gr a m m ® der Gemeinde und hat grundsätzlich beschlossen, einen Betrag voq' 40 Millionen Kronen aus den vorhandenen Gejderaj des Wohnung®- und Siedlungsfonds der Gemeinde! de* beiden Siedlüngisgerfossenschäften »ALtmamins-' dorf-Hetzendotrf« und »Gartensiedlung« zu übet-* weisen. Ferner soll .ein Betrag von 10 MillioneM Kronen für die Adaptierung der Kanzlei- und- » BETTZEUGE Htrrw-a.DamaBwfiscfw, Regenmäntel, yngl.MIstfiffc, ßotfiisktc Kleider, Stestiima uJuraper olles erstklassig und billigst Im WaPsnÜBBUS i Schlffmann

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