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Wiener Morgenzeitung · 1922-03-19 · Heft 1127 (19.3.1922) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1127 (19.3.1922)
Date
1922-03-19
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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m IT 27 Wien, Sonntag WIENER' MORGENZEITÜNC? 19. März 1922? Seite 9 Bankhaus M. ROHATYN Wien, 1. Best k, Maria fhereslen-StraOe 10 Taiepbon r 28-3-83 und 15-8-04 Kulante Durchführung sämtlicher Bank-Transaktionen. — Sn- und Verkauf m Effekten, Devisen und Valuten 424 Rötl beherrscht in hohem Maße die Kunst des Porträtierens und besitzt die Gabe, das Wesentliche zu finden, ln gerader Linie steuert er den charakteristischen Merkmalen, der Spielweise jedes einzelnen zu undtyemißt in knappen Worten den ganzen Umfang eines individuellen Geistes. Die angeführten Partien sind musterhaft und lehrreich glossiert. Im zweiten Teile behandelt R6ti die neuen Ideen im Schachspiele. Mit Wärme spricht er von der jüngeren Generation der Meister, seinen geistigen Wahl verwandten/ den Verkündern des neuen Geistes im Schach: Aljechin, Breyer, Bogoljubow. Wer zwischen den Zeilen zu lesen versteht, findet in dieser Reihe auch den Verfasser, Diese haben die Kunst des Schachspieles aus den Fesseln der Verflachung, aus dem Irrgarten der Gleichmachung errettet, die Zahl der Remise in entscheidenden Turnierpartien verringert, die ewig gleichgestellte Uhr des Turnier- Spanischen und Damengambits in Bewegung gesetzt Die veralteten Methoden werden der Reihe nach durchbrochen. Die Züge werden nicht nach allgemein bekannten Dogmen beurteilt, die scheinbare Selbstverständlichkeit wird verworfen, jeder einzelne Fall untersucht. Für die ungestüme Kraft dieser Jungen ist vom ersten Zuge e2—e4 an, alles ungelöstes Problem. Die statische Positionsbetrachtung, die in jeder Lage auf Grund ihrer Schabloneprinzipien, nach dem relativ besten Zuge fahndet, wird durch eine Dynamik ersetzt die nach dem Tiefsten und Verborgensten sucht. Wer von der Schachliteratur mehr erwartet als ein Magazin der Varianten und eine Statistik der Eröffnungen, wer in sich ein geistiges Interesse an der Lösung des Imposantesten aller Schachprobleme, des Schachspieles, trägt, der lese dieses Buch, das uns der Rikola-Verlag In geschmackvoller Ausstattung beschert. v Eugen 5 z ä k 6 I x- Meisterschaft. Hakoah-Schlechter: 8Va-31fs-f3H. Abermals haben wir einen glänzenden Sieg errungen und diejenigen, die an unsere reelle Spielstärke noch immer nicht glauben wollten, eines Bessern belehrt. Schlechter trat gegen uns mit seiner stärksten Mannschaft an. Strobl, Schenbein, Dr. Condor, Kmoch, Erhardt usw. zählten zu unseren Gegnern. Wir aber hatten wohl Mangel an klingenden Namen, nicht aber an guten Spielern. Der Wettkampf nahm einen überaus spannenden Verlauf. Die große Routine unserer Gegner machten wir durch Zähigkeit wett und als der Kampf beim Stande 7:1 zu unsern Gunsten abgebrochen wurde, war uns der Sieg nicht mehr zu nehmen. Wir sehen nunmehr mit den besten Hoffnungen unserem letzten und schwersten Kampf gegen den Landstraßer Schachbund entgegen. Sonntag den 26. d. M. treten wir dem Landstraßer Schachbund, Cate Staudigi, HL, Radetzkystraße, in dessen Lokal gegenüber. Die Landstraßer sind seinerzeit vom D. 8. V. besiegt worden, haben somit eine Niederlage, während wir als einziger Klub unbesiegt sind. Um die Meisterschaft zu machen, müßte Landstraße in diesem Wettkampf ein so überlegenes Resultat erzielen, daß sie auch unseren bedeutenden Punkte-Vorsprung überholt. Sämtliche Spieler unserer ersten Mannschaft wollen in Anbetracht der Wichtigkeit dieses Entscheidungskampfes zuverlässig Mittwoch den 22. d. M. um %8 Uhr abends zwecks Mannschaftsaufstellung in unserem Kiublokal erscheinen. Takacs-Gruber 4:4. Die sechste Partie des Wettkampfes gewann Takacs, die siebente endigte remis. Mittwoch den 15. d. M. wurde nun die achte Partie und mit dieser das Matsch zu Ende geführt und gelang Dr. Gruber der Ausgleich. Er bewies damit, daß er auch bei einem für ihn ungünstigen“Stand zu kämpfen versteht Für Takacs ist das gegen den Verbändsmeister erzielte Ergebnis jedenfalls ehrenvoll. Dr. Grube r^— G o 111 i e b I. Dieser Wettkampf dürfte im Monate Mai 1922 zustande kommen. Spieltage: Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag. Zuschriften sind zu richten an die Schachsektion des Sportklubs Hakoah, Schriftleitung A. Göttlich. Volkswirt. Gestempelte Krone Auszahlung Wien ----- — , ln Zürich notierte: die österreichische, Krone —.07*/4 die österr. gest. Krone . —.07'/. die tschechische Krone. . 8.92 die Mark . ...... 1.83 Agram .1.60 Bukarest ....... — Budapest . . . . . . . —.63 Warschau.—.13 .(n*U Centimes. .0774 Centimes. (-.067, am 17. März) (-.077, am 17. März) (9— am 17. März) (1.86 am 17. März) ( 1.60 am 17. März) (—.— am 17. März) (—.63 am 17. März) (-.12 am 17.’März) Börsen-Kommlssionsge'schSft und Wechselstube MAGID & Co. Wien, l.f Hohenstaufengasse 11 4027 Finanzielle Rundschau. Eine Besserung der Krone im Ausland au? Kreditmeldungen — das Unwahrscheinliche {wenn auch durchaus Natürliche) ist in dieser Woche zum ersten Male Ereignis geworden. So geringfügig die Erholung erscheinen mag — die gestempelte Krone ging um einen halben Centime hinauf — man hätte allen Grund, an ihr nicht achtlos vorüberzugehen. Denn bisher' schien es die' ausländischen Devisenplätze blutwenig zu kümmern, ob uns dieser oder jener Staat seine Hilfsbereitschaft zusicherte — die Sprache der Ziffern lautete für uns ungünstig, für die Kreditg e*b e r aber, die uns doch aus dem Valutenelend befreien wollten, wenig schmeichelhaft. Trauten die ausländischen ‘ Finanzkreise der Kraft der Regierungen, auf die Krone Einfluß zu nehmen und uns durch die Kitone zu helfen, gar nichts zu? Die paradoxe Situation ist geschaffen worden, daß wir zwar die Kredite bekamen und im Begriffe waren, den eisernen Valutafonds zu bilden, die Krore aber bei 0.06 angelangt ist, indes hier in Wien die Wogen des Streites hoch gingen, ob es für uns heilsam sei, die Krone auf 10, ja 12 Centimes'zu heben oder ob es nicht vielmehr gesünder wäre, sie hübsch schöp auf dem Status quo von 8 Centimes zu belassen. Dieser Status ist leider inzwischen ein Status quo ante geworden das haben wir der Verschleppung des Kreditverwendungsgesetzes durch das Parteiengezänke zu verdanken — das Ansteigen der Kro.iennote von .0.07 auf 0.077s» der Auszahlung Wien gar von 0.067s auf 0.077s und die stürmische Steigerung der Zahlung Wien an der Prager Börse lassen jedoch die Hoffnung auf ein Wi e d e r s e h e n des Acht - Cen ti m es- Kurses zu. Vorausgesetzt, daß im Inland nicht wieder ein Abderitensückchen gespielt wird, bei dem sich die Darsteller zwar ergötzen möchten, .das aber für das Ausland der Anlaß wäre, die Krone für ihren letzten Gang vorzubereiten. So wichtig alle Maßnahmen der Selbsthilfe, die seit einem Jahre getroffen worden sind, und die dem Staate nach der Aufzählung des Finanzministers etwa 300 Milliarden Papierkronen verschafft haben, wichtiger noch war die Kredithilfe des Auslandes, die allein imstande ist, dem gegen das Defizit aufgenommenen Kampf zu einem Erfolg zu verhelfen. Aber wir dürfen uns nicht darüber hinwegtäuschen, daß, solange die Krone auf den auswärtigen Devisenplätzen fiel (trotz der Kreditvorschüsse), dies keinen anderen Sinn hatte, als daß das Finanzkapital an die Sanierung nicht glaubte, das Finanzkapital, dessen Urteil in diesem Falle, bei dem es sich um seine ureigene Domäne, das Geld, handelte, mehr bedeutete als der gute Wille der Staatsmänner. Es mag hart sein, eine solche Wahrheit auszusprechen, aber es nützt nichts, vor ihr die Augen zu verschließen, vollends aber hätte das Verschweigen der Wahrheit keinen Sinn,, wenn sie uns einmal ausnahmsweise tröstlichere ‘Perspektiven eröffnete. Mag der Weg von der Resolution des amerikanischen Senats bis zur Gesetzwerdung eines neuen 50-Millionen-Dollar-Kredits und der Flüssigmachung der Beträge ein weiter sein, zum ersten Male reagierte das Finanzkapital auf eine Kreditmeldung hin in einem für die Krone günstigem Sinne. Mit 50 Millionen Dollar und den 5a/4 Millionen Pfund ließe sich tatsächlich schon Bedeutendes für die Krone CONTINENTAL^ 1BANK Wien, S., Marc “ AureEstraG® 5-7 2 iiiitmiimiiiiiiiniitmimMiiimiiiiiiiiiii , N Tel. Kr. 20-4-86, 20-5-91, 20-B-48, 22-5-78 « * Telegramm - Adresse t ContlnentaBbank 133 m 2 Wechselstube} ll.,Taborstr. 46a. Tel. 49-4-28 5 b -1 1 11 .. ■■■ ■■■■"> 1 '■ 1 - » n ■ Bank und Wechselhaus Wlppltngerstraße ■ 2 I. WIpplIngerstraBe 1. Telephon 14-3-76, 12-5-09 2 aBamBMamBaiaaBiMaBiBDBBaaaaBaBit leisten, damit könnte ein außerordentlich brauchbares0 Instrument im Dienste der Valutaregulierung geschaffen werden, zumal diese Beträge zusammen mit den aus der Verteilung des Goldschatzes der Öesterreichisch-ungarischen Bank auf Oesterreich entfallenden 40 Millionen Goldkronen zumindest jene Summe von 400 Millionen Goldkronen ergeben, die den, Notenumlauf auf dem Gebiete der Republik Oesterreich, vor dem Kriege ausmachten. - Nichts ist erf: eulicher, als daß die Kreditvorschüsse nicht für' ZWecke des Staatshaushaltes verwendet werden dürfen und, wie es im Kontrollgesetze heißt, nur der Regulierung des Marktes in ausländischen Zahlungsmitteln dienen werden. Schuldner und Gläubiger sind sich indessen nicht im geringsten darüber im Zweifel, daß die Vorschüsse viel zu gering sind, um dieses Ziel auf die Dauer festhalten zu können, Und daher Spielt in der Valutaregulierung die A n w a r t sc h a f t a u f künftige Kredite eine große Rolle. Die Vorschüsse sind uns vorläufig in begrenztem Maße zur Verfügung gestellt werden, da die Gläubiger einen praktischen Beweis demonstriert haben wollen, wie Wir mit dem Oelde umgehen. Die Resolution des amerikanischen Senats und der Beitritt Amerikas zur Kredithilfe wird, vorausgesetzt, daß sich diese Nachrichten bewahrheiten, ohne Zweifel die Geneigtheit der Ententemächte, uns weitere Zuschüsse zu gewähren, verstärken, aber inzwischen werden wir uns mit den wenigen Pfund bescheiden müssen, die in der Bank von England für uns bereit liegen. Sollen wir aber müßig warten, bis all diese Hoffnungen sich von selbst erfüllen, gibt es kein Mittel, den guten Willen der Mächte zur Tat zu bestimmen? Unser Goidbceitz ^hat durch die Aufteilung des Goldschatzes der Notenbank einen Zuwachs erfahren. Die Nationalstaaten haben sich geeinigt, die Liqui-' daioren haben ihr Piacet gegeben, es bleibt nur noch der Segen der Reparationskommission einzüholen, der nicht verweigert werden wird. Die 40 Millionen-Goldkronen sind uns sicher — sie müssen als Grundstock für die definitive Not en b ank Verwendung finden und eine gesetzliche Regelung dieser Frage kann nicht früh genug in An- »griff genommen werden. Ob die Kreditvorschüsse zu den 40 Millionen Goldkronen oder diese zu jenen geschlagen werden, das -bleibt im Wesen das gleiche: Die Hauptsache ist, daß vor dem Ausland der Wille dokumentiert wird, Goldwerte, also auch unsern Anteil am Goldschätze . der Oesterreichisch-ungarischen Bank, nicht mehr für Budget- Zwecke oder, was dasselbe ist, für maßlosen Notendruck zu vergeuden. Hat das Ausland diese Ueber- 2jeugung gewonnen, 'dann werden wir amerikanische Kredite früher erlangen, als wir in unseren kühnsten T:räumen jemals hätten erhoffen können. Und steht uns ein Goldschatz von , 400 Millionen Goldkronen als Deckung für v unser Papiergeld zur Verfügung,,'dann wird der Streit über die Frage, bei welchem Kurse die Krone gehoben werden soll, überflüssig werden. Bisher hat das Ausland sich wenig darum gekümmert, ob uns das Festhalten des Kurses von 8 Centimes genehm ist oder nicht — die Krone fiel auf 0.06 Centimes und erst auf die Meldung über die Aufhebungder Reparationen durch Amerika ist die Krone ein wenig gestiegen. Das internationale Finanzkapital wird sich, wenn die amerikanischen Kredite Wirklichkeit werden, und vor allem wenn die 40 Millionen Goldkronen mit den Pfund - Vorschüssen vereinigt werden, auch künftig um bloße Wünsche nicht scheren. Denn auf der Basis von 400 Millionen Goldkronen bei einem Notenumläufe von 300 Milliarden Papierkronen, auf den wir doch schließlich in diesem Jahre kommen werden, ergibt sich ein Kurs von 12 Centimes als unerbittliche Folge natürlicher Valuta r i s c h e r Gesetze, die sieh über individuelle 1 Wünsche und Neigungen hinwegsetzen. —11, SCHEREN MESSER BESTECKE LÖFFEL HAARMASCHINEN BARTMASCHINEN RASIERARTIKEL BRENNSCHEREN 0» FEILEN HÄMMER VORHÄNGSCHLÖSSER HOLZHACKEN HAUEN . IENSEN SICHELN BLUMENDRAHT li OTTO WAGENBERG Eisenu. Stahl» waren en gros WÄHREND DER WIENER MESSE Wien, Tuchlauben 19 Telephon Nr. 67-0-86 und 62-2-99 ROTUNDE-NORDGALERIE - GRUPPE 30 - STAND 7547-7549 TEI™^S^SS 4jBiwiuw>r i w i twu unmmLa M§E.: fr

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