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Wiener Morgenzeitung · 1922-03-19 · Heft 1127 (19.3.1922) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1127 (19.3.1922)
Date
1922-03-19
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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WTC 'g Wien, Sonntag; WIENER MORGENZEITTJNG. 10. Mürz 1922 Der Zionismus in Sowjetrußland. In dem New Yorker >The New P a 1 e s t i n e< veröffentlicht - Dt. M. Hin des einen Aufsatz über die Bedeutung der russischen Juden für dem Zionis- \ mus. den wir im folgendem gekürzt wiedergeben : . Wenn wir Umschau halten über die Kraftquellen, die uns zum Aufbau Palästinas zur Verfügung stehen, so dürfen wir keinen Augenblick die russische Judsnheit vergessen. Obzwar die gegem war tigert Verhältnisse sie ihrer Kraft und Initiative beraubt .haben, muß die russische Judenschaft ständig in unseren Kalkulationen vorhanden sei®. Und da möchte iah es gleich klarmachen, daß ich nicht von dem russisch-jüdischen Emigranten spreche, die sich in ganz Europa als die Wortführer und Vertreter der russisch-jüdischen Massen auf spielen, sondern gerade von diesen Massen, von der wahren russischen Judenschaft, von den, drei Millionen, die jenseits der Grenze in der Umgebung von Kiew. Minsk und Odessa wohnen, und die verdichten, daß i'hnen die zionistische Organisation mehr Aufmerksamkeit schenke, als es der Fall ist. Hat sich schon jemand zu einer aufrichtigen Anstrengung ermannt, um die Arbeit umd das Schicksal der Zionisten in Sowjetrußland zu erleichtern; hat schon irgendjemand ihres Schicksals gedacht? Bis heute muß diese Frage verneinend beantwortet werden. »Der russische Zionismus hat aufgehört eine schaffende Kraft zu sein.« Durch diese kurze Bemerkung wird die Frage der russischen Zionisten erledigt. Doch die wahre Sachlage widerspricht dieser Bemerkung. Gegenwärtig machen es die «physischen Verhältnisse dem russischen Zionismus unmöglich, sein Vorhandensein und seine schaffende Energie zu beweisen;■ vorläufig muß er fruchtlos bleiben. Alle Anstrengungen Stoßen auf unüberwindliche äußere Hindernisse, und die großen, inneren Kräfte sind zum Scheitern verdammt. 'Diese »äußeren Hindernisse« sollen zum geringsten eine «AnspieJung auf die «politische Stellung des Zionismus in Kußland sein. Diese letztere ist gewiß nicht glänzend, doch allzu oft wird sie in übertriebener Weise geschildert. Russische Zionisten werden zu oft als politische Marrannen beschrieben, die ihr Leben wie in den Katakomben verbringen und ihre Arbeit im Geheimen,.weit Vom Tageslicht, verrichten Diese Schilderung mag wohl »romantisch sein und viele erschauern machen, doch ist sie weit von der .Richtigkeit entfernt. Abgesehen von einem oder zwei Fällen, rn denen die zionistische Frage, da-nk den Anstrengungen jüdischer Antiziönisten, durch •künstliche Mittel auf die Tagesordnung gesetzt wurde, war die Lage , des Zionismus in Rußland, obwohl zu Zeiten schwierig, doch nie gänzlich verzweifelt. Und es sst Hoffnung vorhanden, daß diese' Streitfrage in der nahen Zukunft endgültig erledigt wird und die Hindernisse nach und nach aus dem W.ege geräumt werden. Es sind aber andere Hindernisse vorhanden, die viel tiefer wurzeln; Hindernisse, die den Verhältnissen anhaften und nicht von den Launen dieses oder jenes Individuums, oder dieser, oder jener Regierung abhängig sind. Der Zusammenbruch der wirtschaftlichen Grundlage der russischen Judenschäft, der äußerste Sturz der russischen Währung, die chaotischen Trans- «portverhältnisse im ganzen Lande, die Sperre der Grenzen gegen die Auswanderung und das Ausfuhrverbot von Gold und Silbergegensländein — dies sind die Faktoren, die sich alle, verbinden, um die russische Judenschäft jeder Möglichkeit zu berauben, atn der Wiederherstellung Palästinas mitzuarbeiten. Doch ist die russische Judenschäft heute arm und hilflos auf dem Felde objektiver und physischer Taten, so ist sie reich und mächtig auf dem Felde subjektiver -und geistiger Kraft, und dafür müssen wir den tiefen inneren Umwandlungen,die in den letzten Jahren vor sich gingen,, dankbar sein. Was das Nationalgefühl an-, belangt, müssen es Freunde wie Feinde zugeben, daß.die« Siimmtung der jüdischen Bevölkerung in Rußland dem Zionismus günstig ist. Gerade vor kurzem las ich' in einer kommunistischen Zeitschrift einen Bericht über die Bede eines Kommunisten, die er im einer nationalen Versammlung, ich glaube in Kiew’, hielt. »Denket gut nach!« rief der Redner seinen jüdische® Zuhörern zu. ^Schüttelt ab die Träume, brechet die Kelten eurer zionistischen Besessenheit. Schauet herum und verglicht euch mit der Welt, die euch umgibt. Denket nur einen Augenblick nach, und ihr werdet sehen, daß ihr einen schlechten Weg betreten^ habet, der mar ins Unglück führen kann.« 4 . " v Nehmen wir an, daß diese zionistische Stimmung . dieser Weg des Bösen, wie der Prophet von Kiew sie nennt — kein Erzeugnis einer inneren Sehnsucht nach Palästina, ^ines echten und innigen Wunsches auf nationale Erneuerung war. , Nehmen wir an, daß die Prüfungen und Kümmernisse, durch dir .die Juden, gehen mußten, das Zusammenwirken natürlicher u.nd künstlicher Leiden, der Hunger und die Furcht vor Pogromen, die hauptsächlichem Urheber dieser Stimmung seien Jedenfalls, ist diese Stimmung eine Rückwirkung auf wirkliche äußere. Verhältnisse. Für uns ist nur d ie Tatsache von Wiphtigkeit, daß die russische , judenschäft eins, ist in dem Wunsche, Palästina als ihre nationale Heimstätte aufzubauen und dort ein neues Leben zu beginnen. Diese Tatsache ist von außerordentlicher Tragweite und von angemessenem Einfluß auf alle unsere Pläne und Entwürfe. Von noch größerer Bedeutung sind die psychologischen Umwandlungen, die in der russischen Judenschaft vor sich gingen. Die katastrophalen Ereignisse der letzten Jahre haben eine Anzahl von Eigenschaften in den russischem Juden gezeitigt, d e man schwer als Tugenden oder als Fehler bezeichnen kann. Doch es ateht fest, daß diese zum Aufbau Palästinas notwendig sind und bisher nicht vorhanden waren, und von diesem Standpunkt aus betrachtet, sFd sie Tugenden. Besonders zwei von ihnen wären da zu nennen, die Bereitschaft zur Auswanderung und die Anpassungsfähigkeit auf beruflichen Betätigung. Der Stand der Auswanderer wies gewöhnlich drei Typen auf: Erstens den Typus eines Menschen, der nichts zu verlieren hatte, der schon in Not war und dadurch gezwungen wurde, sich anderswo eine glück? liebere Existenz zu suchen; zweitens den Typus des energischen Menschen, voll Initiative und Kraft, der in seiner neuen Heimat Vermöge® erwerben wollte, und drittens den Typus des selbstaufopfernden Träumers, der in dem neuen Lande Gelegenheit zur Förderung ■ ■■4Bi9BaaaaRSB>aaaBaaBBnBMnaaaii)BaaanaaQ C. BOJKOi ■ Wien, l„ KBrntnerstraße 34 (Mayscderguse 2) a ■ > ■ Vorführung der auserlesensten Original Pariser ■ und eigenen Modelle In > S Abend-u. Tagkleidern, Kostümen u. Mänteln in reichster Auswahl täglich von 9 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 Uhr a a a a 120 B seiner Ideale erhoffte: von diesem Typus sind die Ohaluzim, die Pioniere. Doch welcherart auch immer der innere Antrieb war, ob es Not, Initiative oder Idealismus war, er mußte stark sein, um den Wanderer zum Verlassen seines Heims und zur Reise in eine fremde Welt veranlassen zu können. Die schwerste Prüfung für den Auswanderer bedeutet es, sich von den Verwandten zu trennen, alte Bindungen zu lösen, allem, was mit ihm aufgewachsen war; ein ewiges Lebewohl zu sagen und den Wanderstab zu ergreifen, um ■sjch in eine Welt zu wagen, die bisher noch nichts über ihn wußte. Doch heute sind die Ketten gelöst. Der russische Jude i«st ichon auf dem Wege, der Wanderstab in seiner Ijand. Das Heimaüsgefühl wurde in ihm durch Gewalt erstickt..- So wäre der erste Teil des Problems automatisch gelöst: die Arbeit der Entwurzelung ist schon vollendet. Bleibt nun der zweite Teil des Problems: Wohin soll er seine Schritte richten'? Seine Sehnsucht zieht ihn nach Palästina, er wünscht dort ein neues Leben zu beginnen, ein neues Nationalleben sowohl wie ein neues Privatleben. Was so oft den Zionisten an" seiner Auswanderung nach Palästina hinderte, das bestellt nicht mehr für den russischen Juden. Das Leben hat das Seinige getan, und Ihm blieb nichts mehr zu tun übrig. Die letzten Jahre bewirkten noch eine andere Umwandlung, welche die Aufgabe des .Wiederaufbaues Palästinas erleichtern wird. Der Jude hat sich eine gewisse Elastizität erworben. Er lernte ©s, seinen alten Beruf gegen einen neuen einzutnuschen, sich neuen Arbeitsverhältnissen anzupassen. Der Kaufmann ist Beamter, der Fabrikant Kleinhändler geworden Manch- »mal war der Wechsel 'noch extremer und infolgedessen noch schmerzlicher; viele Juden,"die früher freien Berufen angehörten, mußteri sich mit gewöhnlicher kör- . perlicher Arbeit zufriedcngcBen. Da« Problem der »berufliche® Umschichtung« des Einwanderers, die Verwendung unproduktiver-Massen zu produktiven Beschäftigungen sind dadurch bedeutend einfacher geworden. Das Menschenmaterial wurde weicher und geschmeidiger, die soziale Umschichtung leichter und die Umwandlung zur produktiven Arbeit rückte naher. So. gestaltete sich die Entwicklung-der russischen Judenschaft in den letzten Jahren. Dürfen wir daher unsere Hand sinken lassen und sagen: »Der Zionismus in Sowjetrußjand Jcommt für die Bewegung nicht mehr in Betrachte? Dürfen wir den heran nah enden Tag vergessen, wo große Ajuswanderermässen sich plötzlich'auf den Weg machen werden? Anstatt .die Bedeutung der 'gegenwärtigen Auswanderung aus Rußland zu übertreiben, täte die zionistische Weltorganisation besser, dem trussischen Zionismus mehr Aufmerksamkeit und mehr Freundlichkeit zu widmen. Dadurch könnten viele äußere Hindernis« dem russischen Zionismus aus dem Wege geräumt und die große menschliche Schatzkammer, die wir in Rußland besitzen und die früher oder spätgr. für unsere palästinensischen Aufibaupläne fruchtbar werden, vor dem inneren Abfall gehütet werden, dem sie fortwähre nd ausgestzt ist, und von anderen Einflüssen, die ihre Mög'ichkeite"i. bevor noch von ihnen Gebrauch gemacht wurde, auf Null herabdrücken k.önnten. Eine Konferenz der jüdischen Rettungskomitees voh Ostgalizien. Airs Lemberg wird rmis gemeldet: Hier tagte eine KcrnforoTi'z d«eis jüdischen Rertounyi.'(k>o»mkeet «fr.« ga>N'Z 'Jvtgaliuicm. An dinr IConfWerlR mjuhimcm dreißig Delegierte veitl; dte t6 Ort-schaftien verl'na-teu. D* ktor Schreiber eröffn ehe diie Bematvr.yen 'im Nun ne® der Fürsorgezen träte, worauf Dr. S i I h erst ein einem Innigeren Referat: den Arbeiitisijilau für dit rackste ZuikiiMift entwarf. Aw dem Banidhtt ii't z<u erschein, daß das R eitungiskomiitee ein« ginoßzügige Aktion z«ur Bokd-eiduiing und Au^ipciisoig dcir Flucht* üivge -muss dar Ukraine en.t-falle:e. Auch auf denn Gdbriet .des Sari.iitä'tisd:eini tes und der Uintorlbriinigatng wunde vieles getestet- Ln Lemberg wurde eia guil fuinktter.tefreriidictr R ech'teFchrjtiz org^niiisiort, den sij>c ztell d'e® Fl iVckttil ingen a*us der Ukraine Lei der Er* lojriigiuinig vor - Reckeipä) tseu rosdh Ameaka, Argentimim, Patiästiua itisw. gfoße Dienst« gebe iE! rot. . Dats Komitee hat mit den zeni‘raten HiMc.irgs.ni- 'svitioriein Ln Warschau VerhorndÜnungem zweck« Er- '«ainiganig von Beiträgen für ihr Budget einige leitet, die jedoch c.i’-ine jetten Erfolg geblichen «ünd. Mangels an Midteiki mußte die Lemfoergeir Zer träte die fort lauf enden Unterst ützaynigeri eirsteldcn. «Nach langen Vetrhaindtungen ist es geklingen, di:c Miitarbeh des Jofnt im Rahmen d«cs Retttvrngisikonniitecs zu gewinmon. Nach einer längeren Detbzrtte wund« eint« Reih«, von Resoliuttere« gefaßt, Ln denen dii-e Notwendc'g* keriit einer'«itiuifenweiision -Liquidierung dier teufen-dten UiniterMÜtZ'iun'g bdi einer Möglichkeit der sofort'gen Entoiteng von Aribe;i't?geilcgcirJ .eiten a',netrupfolnten wind. Fermer wünd d«:< Sciliaffung em«er j.uri,5t>sahen Kommiisision angeregt, die den gamon Rech.ijs.&d’ untiz ziu orgamiisiicrem twniri die I.m'enventtionor. bei dein Behörden cliiTrPciH^titifüli.rem hat. Die Kon fqrmiz empfiehlt' auch ein« Mitarbeit der Zenbrate mit allen andiecrn Für« orgeakairmen, insbesondere mit. der Hias und .'den -Palasti-nm-Aem.tenu. Die. ipia hörigen Hilf^aktion-tn sind.auch aaif die Heicmlk.cdir,c!r uirwi Rüakwainiciienftr auszud 'hnieav Nr. 1127. Oesterreich. Der französische Kredit. Paris, 18. März (Havas.) Finanzminfste^ da Lastcyrie gab heute im Finanzausschuß der Kammer Aufklärungen über die Durchführung der der ö s t e r r e i c h i s c b c >n Regierung zu gewähren. . den 55-Millionen-Anleihe. Nach dem vom Ausschuß angenommenen Entwurf des Anleihegesetzes wird der Finanzminister ermärh-, tigt, der österreichischen Regierung auf d e Einkünfte des Staatsschätze« bis zum Betrag© von 55 Millionen Francs reichende rückzahlbare, vorher garantierte und zum Durchschnittssatz ‘ für Schatzanleihon verzinsliche Vorschüsse zu gewähren. Die Wasserkräfte als Pfand an Italien? Der italienische Gesandte ln Wien 0 r s I n 1 -Bßron 1, ' der sich in der Vorwoche nach Rom begeben hatte, ist gestern von dort wieder hieher zurückgekehrt. Der Ge- -sandte besprach mit der römischen Regierung die Einzelheiten, betreffend die Gewährung eines Kredits von 70 Millionen Lire an Oesterreich, der von der italienischen Re- : gierung bekanntlich bereits bewilligt wurde. Die Modal!? täten der Kreditgewährung werden nun von dem Gesandten Orslni-Baroni mit der österreichischen Regierung verein» : hart werden. Wie ln Ententekreisen erzählt wird, hat die italienischf Regierung die Absicht, für das Darlehen eine Sicherstellung zu verlangen. Es soll italienischerselts eine V er« Pfändung der österreichischen Wasserkräfte in Aussicht genommen sein. Die Vermögensabgabe. Amtlich wird gemeldet .' Infolge namhafter Absfattungea auf die Vermögensabgabe haben die auf dem besonderen Postsparkassenkonto der Staatszentraikasse BVermögensabgabe“ gesammelten Barelngänge am 15. d. M. eine Höhet von K 5.425,343.512 erreicht. Der ständige Ausschuß der Kommission zur Kontrolle der Verwendung der Vermögensabgabe hat veranlaßt, daß an diesem Tage bei der Oesterreichisch-ungarischen Bank 2'/,"/»!ge Schatzscheine im Gesamtnennbetrage von K 5.139,364.000 eingelöst werden. Da aus den Eingängen der Vermögensabgabe bisher bereits solche Schatzscheine Im Betrage' von K 4.809,265.000 eingelöst worde/i sind, hat sich auf diese Weise der Banknotenumlauf und damit auch die Schuldenlast des Bundes um K 9.939,332.469 vermindert. Auch die Vernichtung der zur Abstattung auf die Vermögensabgabe eingelieferten Kriegsanleihen 'und deutschösterreichischen Staatsanleihen vom Jahre 1918 schreitet stetig fort. Bis 15. d. M. sind zur Abstattung auf die Kriegsanleihe solche Sclmldtilres im Gesamtnennbeirag« von K 4.788,272.903 verwendet worden, wodurch eine weitere Verringerung der Schuldenlast des österreichischen Staates um einen\gleich hohen Betrag eingetreten ist. Von diesen Schuldtiteln wurden bisher 826.228 Stück im Nennwert von K 3.078,740.150 vernichtet. Der Brünn er Option svertrag. Die Ueberprtifung des verliehenen Heimatsrechtes. Durch das Inkrafttreten des Brunner Vertrages war eine große Anzahl der vom 29. Oktober 1918 bis Ende März 1921 verliehenen Hcimatsrechte zweifelhaft geworden. Um nun den Parteien spätere Unannehmlichkeiten zu erspare®, erwies ©$ sich ■ als zweckmäßig, noch während der Dauer der Optionsfrist eine Prüfung der Zweifelhaften Heimatsreclite vorzunchmen. Es wurde im Dezem'ber verfügt, daß alle in dem strittigen Zeitraum a«n ehemalige tscljechö-slovvakische Staatsbürger verliehene«-'*Heimätsrechte' überprüft werden. Damit die erworbenen Rechte nicht -verlotrengeheni hat dann.der Cemerndefatsaaissclniß für allgemeine Ah* gelegoiiheitep' beschlossen.^ daß die seinerzeit über Ansuchen der Partei ausgesprochene Aufnahme in don Wiener IIeimatsverband, falls sie sich als ungültig erweiso.i sollte, als Zusicherung-der Aufnahme aufrechter!; alten wird, unter der Bedingung, daß die Partej bis längste n s 3 t. J u 1 i t 9-^2 die' Bundesbürgerschaft oder die Wiener Landesbürgerschaft erwirbt. Auf dieser Grundlage fand dann die Uebcrprufung statt. Es mußten insgesamt'55.254 Akten einer Durchsicht umterzogen werden, wovon 25.509 zur Ueber« Prüfung in Befracht kamen. 21.149 Heimatsrecht'sverleihungen wurden als zu Recht bestehend anerkarntj 972 als nicht zu Recht bestehend, 116 waren durch Tod oder Vereheltiohung gegenstandslos geworden, 69 waren unbekannten Aufenthalte?. 3203 Akten stehen gegenwärtig, in den Bezirk'.-ämlern noch in Behandlung. In 1821 Fallen wurde die Wiedjerverleihung des Heimatsrechtes auf Grund der. Option erstrebt, in 267 Falten auf.' Grund der V e r z.i c h t le U t u h g auf die tschecho-slowakische Staatsbürgerschaft. Die tschechoslowakische Gesandtschaft -bewies den Verzichtwerbern insofern ei-n Entgegenkommen, als siel1 d e Konsulargebühr für die Verzichterklärutng von Kd 18 gegen Beibringung eines Mittcllosigkeitsizeugnisses gan-z oder teilweise erlassen hat. Die Arbeitslosenunterstützung. Ablehnung einer Erhöhung durch die Arbeitgeber. Gestern vorrriitta,g,s fand im Gemeinderatssitrungssaale des Rathauses die angekündigte Enquete über de,n vom der Gemeinde zu leistenden Zuschuß zur Arbeitslosenunterstützung und die damit im Zu-sammenbLn-g stehende- Er- »höhung der Fürsorgeabgabe statt., Geladen waren die Vertreter der Hcmdelsu«nd Gewembckammer, des Gremiums der VViehfrr Kaufmannschaft, de» Verbandes der Industriellen; des Niederöstcrretehi. sehen Gewenbevereines, des Dfeut-schösterrcichisclieti Gewerbebundes mvi des Zcntrtlverbandes der Genossenschaften, weiter die Präsidien des Landtages und des Ocrncinderates von Wien imd die chirisitlichsözialen Antragsteller. > Stachrat B r e i t n e r erklärte, die Gemeinde- 1 verwaltjuncr vertrete den 5vtAndDU!akt. daß die

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