Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1122 (14.3.1922)
- Date
- 1922-03-14
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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WTen/Dfehstäg’ IWWMMMMii wienm~wömm%müm '14. März 1922? M 1123 , Akademie. Die Zionistische Bezirkssektion X/Xl veranstaltet heute, 7,8 Uhr, im kleinen Brauhaussaale in Simmering, XI., Simmeringer Hauptstraße 97, eine Akademie mit musikalischen, literarischen und turnerischen Darbietungen. Karten im Vorverkauf im Sekretariat der Sek- )tion X/XI, bei Herrn Dr. Dornfest, XL, Oottschalkstraße 13, N, Pehringer, XI.. Hauptstraße 113, Dr. Kraus, XL, Zentralfriedhof (israelitiische Abteilung), sowie an der Abendkasse. Urania. Heute, 5 Uhr (Großer Saal) Indien. — 7a6 Uhr (Kleiner Saal) Geschichte und Kultur der Sudetendeutschen, IX. Hofrat Professor Dr. sosef N e u w i r t h : Die deutsche Kunst in den Sudetenländern seit den Hussitenkriegen. — 7,6 Uhr (Kurssaal) Kustos Dr. Hans iAnkwicz-Kleehoven: Oesterreichische Kunst [seit 1848, III. — *lß Uhr (Klubsaal) Dr. Josef Zuth : Elniführung in das Gitarrespiel, 11. — 7*8 Uhr (Großer Saal) Konzertabend: Opernsängerin Felicie Mihaczek, (Violinvirtuose Walter Scheider ha n. Am Klavier Professor Karl L a f i t e. — 7,8 Uhr (Kleiner Saal) Die Relativitätstheorie in gemeinverständlichen Einzeldarstellungen, X. Universitätsprofessor Dr. S. Oppenheim: Geschichte der Gravitation, II. — V»8 Uhr (Kurssaal) Professor A. Vorn/: Das Atom im Ablauf der Kulturgeschichte, II. Teil, IL — 7*8 Uhr (Klubsaäl) Professor Dr. Heinrich G a ß n e r : Gerhart Hauptmanns Schaffen in den Jahren 1911 bis 1922, I. - Erste Hilfe und Krankenpflege. Die wichtigsten Handgriffe und Methoden, welche vor Eintreffen ärztlicher Hilfe1 bei Unglücksfällen aller Art sofort anzuwenden sind, ferner das Wesentliche der Krankenpflege wird Universitätsprofessor Dr. Egon R a n z i in sechs an jedem Samstag um 7*6 Uhr (Beginn Samstag den 18. d. M.) im Kleinen Saale der Urania stattfindenden Vorträgen mit Lichtbildern, Kinematogrammen und Demonstrationen erörtern. Ernährung. Die Lebensmittelmärkte. Günstige Zufuhren, schwacher Absatz. '»3 Die Zufuhren auf den Wiener Märkten bessern sich von Tag zu Tag, doch ist der Absatz auf den meisten Gebieten überaus schleppend, da infolge der enormen Preise die Käufer äußerste Zurückhaltung beobachten. Auf den Grünwarenmärkten mußten deshalb gestern die Preise jftir Spinat etwas heruntergesetzt werden. Immerhin jkostet Blätterspinat im Engroshandel noch K 500 per Kilogramm, während sich Stengelspinat je nach Qualität auf K 130 bis 150 per Kilogramm im Großhandel auf den Märkten stellt. Unter den gestrigen Ankünften befanden sich außer italienischem Karfiol, der weit über Bedarf antzsboten ist, italienische gelbe Rüben, die sich im Engroshandel auf K 150 per Kilogramm stellten. Niederösterireichischer Zwiebel notierte K 740, Öberösterreichische ^Kartoffeln wurden je nach Qualität mit K 160 bis 200 per Kilogramm gehandelt. Steirische Aepfel kosten im Großhandel K 480 bis 500 per Kilogramm. Italienische Zitronen waren auf den Märkten zum Detailpreis von K 43 bis 52 per Stück in großen Mengen vorrätig. Eier kommen ebenfalls in größeren Mengen auf die Märkte. Ihr Preis bewegte sich zwischen IC 130 und 150 per Stück. In der Großmarkthalle war der Verkehr belanglos. jTrotz der guten Ankünfte von auswärts sind gestern zehn Waggons mit verschiedenen Fleischgattungen, und zwar aus Ungarn, Jugoslawien und Oberösterreich angekommen, -blieben die Preise für alle Gattungen unverändert W. J. W. Von Dienstag bis Samstag täglich Abgabe Von konfektionierten Frühjahrs-H e r r e n- und Knabenanzügen und Raglans (K 40.000 bis 50.000. 'Theres bei den Vertrauensmännern. Bühne und Kunst. ~ Konzerte. > Vech.I,Jvfrtifführtüng der javanfscHen »Ländlichen der javanischen Dame Linda [B a n 4'a r a&iTch die Philharmoniker tunter Direktor Mcbaik mit Verwendung original-javaniscöier Instrujmentd ifnochte wohl mancher als einer Art Sensation leatgegeng’esehen haben. Ist dodh die Kunde von Jjfavas Orchestermusik (Gamelam), die auf der Pentajtonik fußt, mit ihrem fein abgestimmten Schlagwerk, Itift ihren auf Femwirkrumg berechneten dynamischen )cmd klanglichen Abschattungen längst nach Europa gekommen, wo aiuch »bereits javanische Tänzerinnen En Origisnalpantomimea aufgetreten sind.,— Die Javanischen Stimmungsbilder »Spätmond?, »Vögel« »und »Sturm« bestricken vor allem durch den exotischen Reiz der javanischen Instrumente (hellklingende, verschieden gestimmte Messingstäbe). [Frau Bandara weiß deren Farben sehr reizvoll mit idenen unseres Orchesters zu vermischen, versteht jsidh überhaupt ganz meisterhaft auf Stimmung und Tonmalerei und vermag die tropische Landschaft mit ihrem Wechsel von Licht und Schatten, mit all Sden Reizen ihrer Flora und Fauna durch einfache {Mittel kunstvoll in Töne einzufangen. So war die {Aufführung recht genußreich und der Beifall nahm südliche Temperatur an, obwohl sich da« Tropen.» •kind Linda Bandara als eine aus Deutschösterreich fetommende Frau Sieglinde Hofland-Leber, entpuppte. ' , Die Liederabende von Elisabeth* S clSu m a na /erfreuen durch die Wärme ihres «dhönda, durohge- Hldeten Soprans, durch die Farbigkeit des Vortrages, durch die reizvolle Mimik, mit der sie ganz gerne nachhilft Diesmal sang sie, vom Meister am Klavier «begleitet, alte und neue Lieder von Richard Strauß. Bei allem Stimmwechsel bleibt der Tenor 'der Lieder stets der gleiche: Melodie und 'immer iwieder Melodie. Strauß sdheu-t nicht vor echter Sentimentalität zurück, umsomehr vor jeder Problematik, und wird, je «reifer seine Kunst wird, umso einfacher und natürlicher. — Dies fühlte man auch aus 'den zwei Strauß'schen Hymnen von Hölderlin, die Frau Barbara Kemp mk aller Leuchtflcräft ihres Organs und Mit begei&te»rter Eindringlichkeit zur Erstaufführung brachte. Die Zeit der »Elektra* und »Ariadne« klingt in diesen Hymnen ooefhi nach: Dythirambisch, hymnisch, dionysisch steigt die Singstimme empor, spannt mächtige Melodiebögen und stützt sich auf einfachste harmonische Grundlagen. Max von Schillings, der lange nicht mehr 'in Wien war, leitete das Orchester mit sympathischer Einfachheit und Sachlichkeit ohne die heute so beliebten Virtuosenmätzohen. Wir danken ihm eine fein abgetönte Aufführung des Siegfried-Idylls und die Bekanntschaft mit der F^Moll-Syimiphonie von. Reznicek. Im Gegensatz zur vollen technischen Meisterschaft steht eine gewisse Unklarheit der Diktion. Der zweite Satz ist ein,Trauermarsch auf den Tod eines Komödianten, aber auch in den folgenden Sätzen hebt kopaödienhaftes Pathos an und das »pompöse Maestoso des Schlusses, der nach manchen Längen erreicht wird, klingt fast wie ein. Bekenntnis zum Theatereffekt. — Mit starker Geistigkeit und feinster Charakteristik sang die Solistin des Abends, Frau Kemp, noch die Glockenlieder von Schillings und erzielte im Verein mit dem Komponisten stürmischen Beifall. In derlei »modernen Gesängen»« ist die nervöse Kunst von Frau Kemp ganz unvergleichlich, sie ist andererseits klug genug, die Grenzen ihrer Begabung nicht durch einen »Liederabend« zu überschreiten. Angesichts eines »Modernen Liederabends« Von Frau W ei gl-Pa zell e.r, an dem die ernste Künstlerin sich wieder selbstlos in den Dienst des Werkes stellte, ist freilich die Frage nach den Grenzen des Liedmäßigen gestattet. Man hörte da Gesänge von Karl Horwitz, der einst in der Schule Schömbergs ein Vorkämpfer der Atonalifät' war. Heute treibt er in ruhigerem Fahrwasser, zeigte im »Lied eines Knaben«« melodische Wendungen, dazu eine ganz auf Kraft eingestellte Klavierbegleitung, die gegenüber der Singstimme mitunter selbstherrlich auf tritt Weit ungestümer ist »Paul A. P i «s k in seinen Liedern nach Texten von Josef Luitpold. Hier wird der Tonalität und der Melodie »von ehedem« offen der Krieg erklärt; charakteristische Bildungen und der schöne ideelle Zusammenhang der einzelnen Teile lassen wohl den Dring nach» dieser Tonsprache erraten, aber es ist schwer, beim ersten Hören ihren tieferen Sinn zu erfassen'. Warum aber derlei Schöpfungen, t»bd denen die Verbindung einer unselbständigen Singstimrae mit einem dominierenden Klaviersatz fast melodrama-, tisch anmutet, noch als Lied bezeichnet wird, ist nicht ganz klar: Expressionistische »Instrumental *- Werke mögen mit Temperament, Geist und. Bildung ihr Auslangen finden, das »Lied« schöpft zu allen Zeiten aus der Tiefe des Gemüts. In den Liedern, von Rud. Step»h<. Hoff manu trat die Melodie wieder in ihre Rechte, man freute sich des Drehorgelton.s des »Leiedkastenmann« und des echten Wunderhomtones in der »Einladung zur Martinsgans«, in der Gustav Mahlers »Himmlische Freuden« wiederklimgen. Auch Hans Gal bekennt sich offen als Melodiken Seine neuen Lieder zeigen seine alte, herbe, volkstümliche Art, er berührt sich dabei irgendwie mit der Gefühlswelt Brahms',,mit dessen ehrlicher Geradlinigkeit, mit dessen eimgedämmtor Sinnlichkeit. Fräulein Dora Schmeichler«, die frühzeitig eine sichere Beherrschung ihrer sdhönerf Stimme erericht bat, war seinen Liedern eine warmfühlende Interpretin. Dr. Erwin F e l b e r. Theater in der Josefstadt. (Zum ersten Male: „DteSchulederKokotten*, Komödie von A r m o n t und G e r b l d o n, deutsch von Robert Blum.) Endlich ein frenzösisches Theaterstück, das mit Recht den schwerwiegenden Titel »Komödie* führt, ebenso amüsant wie geschmackvoll, ebenso witzig wie lehrreich ist Ein Pariser süßes Mädel wird von einem Grafen, der davon lebt, Kokotten gute Lebensart beizubringen, zur großen, tonangebenden Halbweltdame hinaufbefördert Leopoldine Konstantin gibt dieses Mädchen, das dem armen kleinen Geliebten von jenem Lehrmeister der guten Tonart einfach weggenommen und allmählich bis zum Sonper mit dem Minister präpariert wird. Es Ist die bedeutendste Leistung, die wir von dieser außerordentlichen Schauspielerin ' blsnun sahen, und man erfährt endlich wieder, was Frau Konstantin vermag, wenn sie yor wirkliche Aufgaben gestellt wird. Dieser rührende Zug von Güte und innerer Unverderbtheit, den Ihre kleine Glnette beibehält, auch wenn sie bereits die große Liebeskönigin geworden ist die unfehlbare Sicherheit mit der sie die ungehobelte, plump-graziöse Dachstubengellebte, dann die Halb-Feine, schließlich die Ganz-Feine charakterisiert, sind unvergleichlich. Und wie ergreifend, wie edel weiß sie die Tragik dieses »Aufstiegs* mit einigen kargen Strichen zu zeichnen! Die Gesamtaufführung ist ganz hervorragend. Maria W a 1 d n e r spielt ein Mädchen, dem jede Begabung zur Kokotte fehlt, mit überraschender Treffsicherheit und anerkennenswerter Selbstverleugnung. Die Herren Jarno, R h o d e n, S t r o b 1 und ganz besonders Ritter wirklich vorzüglich. Eine gelungene Vorstellung, der anhaltender Erfolg zu gönnen ist O, A. Stadttheater. Gastspiel Hans! Niese. („Die Kl n d 8 fr au", Pösse mit Gesang nach dem Französischen des A. Hennequin vton F. Ze 11.) Aber ja, selbstverständlich t Frau Niese Ist unwiderstehlich in ihrer munteren Laune. Sie ließ alle Minen ihres Uebermuts springen, führte ihre schönsten’ Dalekitkunststückchen, ihre Kopierkunst und ihre verblüffende Zungenfertigkeit zur unbegrenzten Befriedigung der Zuhörer vor. Die Posse, eine wiedererstandene (un-n höfliche Menschen sagten: aufgewärmte) Novität bot zur Entfaltung dieser Kunstfertigkeiten reichlich Gelegenheit, was so ziemlich das Beste ist, was vom ihr gesagt werden kann. Man freute sich in den anmutigen Wiener Kreisen, das . Publikum wiegte sich im Walzertempe 4»nd belachte pünktlich die dümmsten Situationen und' Witze. Es gab Beifallsstürme* Blumen, vergnügte Gesichter, also alles, was zu einem Niese-Abend gehört* und die nebenwirkenden Schauspieler leisteten zum größten Teil Gutes oder doch Erträgliches* Zieht man das Fazit, so heißt es: ein wohlgelungener Abend. Ganz leise sei aber doch die1 Frage gestattet: Sind wir für diese Art Possen von anno dazumal, für diese Primitivität, für das ganze Starunwesen nicht doch schon ein bißchen zu weit? Schließlich schreibt man — auch beliebte Künstler sollten sich gelegentlich daran erinnern — auch in Wien 1922. Eine Tatsache, an die man gestern allerdings durch nichts gemahnt wurde. K. M. .- >»>-—«-«> .- > «-«.. —.—-!>........ ...d> Freie jüdische VolksbÜhne Gastspiel im Lustspieltheater 7,8 Uhr abends: DER LANDSMANN voTl^hafom Äse* W Das Theater Ist geheizt*. <1280 Aus den Theatern. hn Burgtheater wird morgen »Der Schwan* gegeben. lma Operntheater geht morgen „SL« Traviata*, mit Herrn Fritz Kraus vom Natiönaltheater in München als Alfred, in Szene. In der Volksoper gelangt heute „Madame B u 11 e r f 1 y“ zur 25. Auffühtung. Fräulein Ada P o l i ak o w a von der Großen Oper in Petersburg singt die Partie der „Cho-cho-san“, Beginn 7*8 Uhr. — Morgen wird „Rigolet t o“ gespielt Im Deutschen Volks theater wird morgen „Der Dieb“ gegeben. — Freitag gelangt Louis Vcrneu ils dreiaktiges Lustspiel Jam a“, für die deutsche Bühne bearbeitet von Rudolf Lothar, mit den Damen Woiwode und Keller und den Herren Kutschera, Sima, Ziegler und Lackner in den Hauptrollen, zur ersten Aufführung. Im Raimund-Theater wird morgen „Bock sg e s a n g* von Franz Werfel, Donnerstag und Freitag Grillparzers Schauspiel „Des Meeres undderLiebeWellen“ aufgeführt. — Die Aufführungen von «,! c h“ 1“ erleiden eine Unterbrechung, da Fräulein Röttgen einen kontraktlichen Gastspielurlaub nach Hamburg angetreten hat. Im Wiener Stadttheater gelangt morgen Wilhem Speyers Komödie „Er kann - nicht befehlen“, mit den Damen loseffy, Storm, Richter und den Herren Kainz, Fuchs, Althoff, Bern dt, Jensen, Weismüller ln den Hauptrollen zur Erstaufführung. Spielleiter Dr. T. E. Stelzer. Im Johann Strauß-Theater gelangt Freitag, mit Fritz Werner als Gast, „D a s S a u n t a g sk i n d“, Operette in drei Akten von Hugo Wittmann und Julius Bauer, Musik von Karl Millöcker, zur Erstaufführung. Für die nächste Spielzeit wurde Mimi K Ö 11 als erste Soubrette engagiert. Im Lustspieltheater findet am 15. d. M. eine Wohltätigkeitsvorstellung zugunsten des Vereines E 8 r a statt, bei welcher „Der Singer fin sein t r a u e r“ gespielt wird. Restliche Karten sind an der Theaterkasse erhältlich. In der R o 1 k n d - B ü h n e beginnt heute die Erstaufführung der „Schiffbrüchigen“ von Eugene Brleux (Ensemblegastsplel der Neuen Wiener Bünne) präzise 7,8 Uhr. Diese Veranstaltung findet auf eine Anregung der Gesellschaft zur Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten und des Vereins für Sexualhygiene statt. Gerichtssaal. Mieterschutz auch für Bettgeher. In einer Berufungsverhandlung vor dem Zivillandes* gericht unter Vorsitz des Hofrates Dr. Hellmer wurde bekanntgegeben, daß der Oberste Gerichtshof in einer Entscheidung vom 7. d. M., entgegen der bisherigen Praxis der Untergerichte, auch die Bettgeher ln das Mieterschutzgesetz einbezogen hat. Die Bedienerin Julie S p ö r r e r hatte einer Berufskollegin, der Bedienerin Josefine Thier, in ihrem Zimmer ein Bett vermiedet und ihr dasselbe Im November 1921 gerichtlich gekündigt. Die Gekündigte' erhob die Einwendung nach dem Mieterschutzgesetze, allein das Bezirksgericht Innere Stadt erklärte die Kün- ' digung für wirksam uud erklärte die Geklagte „schuldig, das aufgekündigte Bett sofort zu räumen“. Begründet wurde diese Entscheidung damit, daß die Mieterschutzverordnung auf die Vermietung von Betten keine Anwendung finde, well sie nur für die Vermietung von Räumlichkeiten gelte. Namens der RechtshUfestelle der Gemeinde Wien, welche sich der Gekündigten atinahm, brachte Dr. Rechner gegen dieses Urteil die Berufung ein, in welcher geltend gemacht wurde, daß dis Vermietung eines Bettes auch die Vermietung eines Teiles jenes Raumes zur Voraussetzung hat, in Welchem sich das Bett befindet. Die Mieterschutzverordnung müsse daher auch auf Bettgeher Anwendung finden. Es wäre auch unsozial,/ gerade die Aermsten der Armen, welche sich mit einem Bett als Wohnung begnügen müssen, von der Wohltat des Mieterschutzgesetzes auszuschließen. Der Kl-gevertreterDr. Mayer erwiderte, ein Bett sei kein Wdhnungsbestandtell, sondern ein Einrichtungsstück. .Es handle sich bei der Bettvermietung um einen fortwährenden, fast täglichen Wechsel in der Person des Mieters, der Zweck sei in der Hauptsache der, stellenlosen Hausgehilfen verlibergehend Unterkunft zu gewähren. Wollte man ein solches Verhältnis, welches das Zusämmenwohnen von mehreren einander fremden Personen zur Folge hat, unter den Schutz der Preissturz euch bei mir! JAC MAYEC Messestand* Hofburg 5333 »i—iw——PMvbl m »WM 9 MM in* Kleiderfabrikation, II.. Glockengasse 24 - II., Gr. Speri* nasse 29 - VeHssieMullJaWasseU - Tel. 41634. 46621