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Wiener Morgenzeitung · 1922-03-14 · Heft 1122 (14.3.1922) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1122 (14.3.1922)
Date
1922-03-14
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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N 11T& Wien, Dienstag’ -,—— ---———■ Pu'bli'kum vorgesetzt zu werden). Man muß ja gar keinen Einfall, nicht einmal! den magersten Schatten einer dramatischen Idee haben, um heute ein Lustspiel, oder was sich so benennt, zu schreiben. Ein paar Witze, je grober, geistloser, deutlicher, umso besser, ein 'bißchen Situationskomik, sie darf auch ruhig abgebraucht bis zum Ekel seih, etliche möglichst närrische Episodenfiguren, und fertig ist die Pastete! Das Publikum unterhält sich nicht nur, es wälzt sich vor Lachen, es schweigt im Genuß der Gemeinheit und des Blödsinns, der ihm da »o appettitlieh serviert wird. Der moderne Zusatz-von ein wenig Mauschelei, wirkt, namentlich auf die Juden, nur besonders anziehend. Wie.rö'h, wie geistlos, wie', er-. ®>ärmi'ieih primitiv diese,Art Vergnügen ist, machen sich idie Allerwenigsten, 'klar, j Man kann nicht nur von Schiller und Goethe leihen, entschuldigt man sich vor sich und anderen. Und ' so werden Stücke zu Zug- und Serienstücken ersten .Ranges, die bei einem wirklichen »Kulturvolk« bei der Erstaufführung nicht zu Ende gespielt werden könnten- Sie sind eben modern... Ja, die Model Nehmen, wir einmal die Kleidermode; (nicht eine bestimmte, sondern die Mode aAs solche. [Welcher Widersinn diese grundsätzliche Verallgemeinerung, diese Ausgleichung des Uuausgleichliichen. Wenn »man« es trägt, so laufen die Frauen mit meterlangen Schleppen oder ip Kniekleidchen herum, Oben bis zur Nase verhüllt/ unten bis zu den Knien halbnackt, die Männer trage» weibliche Kleidung, ahmen in der Tracht die Formen des weiblichen Körpers nac/h. Aber die Kleidermode mag noch so widerwärtig, noch iso unsinnig sein, so lange sie gilt, will jeder dabei sein. Der ganze Persönlichkeitsrummel (eine geistige Mode) hört neben dem Gebot des »man trägt heuer« auf. Was Eigenart, was persönliche Note — Schlitzärmel sind heuer modern, oder Schinkenärmel, oder auch gar keine Aermel! Wo bleibt die . Kultur der Kleidung, wenn das Modenblatt regiert. Man 'könnte hoch viel weiter gehen. Ist das System nicht ein Höhn auf jede Kultur, unser System, nach dem die Jungen und Kräftigen Essen, Freude, Vergnügen in Hülle und Fülle halben, weil sie h e u t e arbeiten können (das heißt, wenn sie die entsprechend einträgliche Arbeit zu finden wissen), die Alten aber, die gestern gearbeitet halben, Not und Elend ausgesezt sind. Wir gehen mit einem Achselzucken daran vorüber, daß sich da eine Siebzigjährige erhängt hat, weil sie den Jammer des 'langsamen Sterbens nicht mehr ertragen wollte, daß dort ein einsamer Greis verhungert ist, ‘ daß alte Lehrerinnen von Brot leben müssen, und halb erblindete 'Arbeiter, die niemand mehr beschäftigen will, in beispiellosem Elend! verkommen-. Wir gehen gleichgültig daran vorüber — haben wir das Recht, das Wort »Kultur« in den MUnd zu nehmen? Klara Mautner. * Das Neueste ist... Das Neueste ist nämlich, daß wir wieder einmal beim Anfang der Reihe angelangt sind. Der Teuerungsreihe natürlich. Sie beginnt mit der Straßenbahn, dann kommt das Gas, das Telephon, Tabak, Mehl, Brot, Fleisch, Kohle, Schuhe und daun in lieblicher und ^herzerfiWender Umordnung so ziemlich alles, was im Himmel droben, auf der Erde unten und im Wasser unter der Erde ist Der liebe Gott hat in der Scliöpfungswoche vielleicht das eine oder andere vergessen .. —, die Urkraft der Steigerungen vergißt nie etwas. Sie zählt die Haare, die jedem harmlosen Kaninchen auf dem Fell stehen, und läßt die Preise für echten Seal entsprechend in die Höhe steigen. Aber so •weit sind wir vor der Hand noch nicht. Wir halten gottlob bei der Straßenbahn. Sie wird teurer — warum sollte sie nicht? Die Steigerung ist so gering, daß der Oberton „vorläufig“ nur^ allzu deutlich dürchklingt. . Gelassen nimmt die Bevölkerung die Erhöhung hin. Wer sich heutzutage den Luxus regelmäßiger Straßenbahnfahrten erlauben kann, ist in der angenehmen Lage, abzuwälzen. Auch die Käufer, auch die Arbeitgeber, auch das Publikum. Man wälzt. Es ist ja nicht viel, denn zwanzigKrönen sind ja „kein Geld“. Also wälzt man gleich ein bißchen mehr. Die Lawine beginnt zu rollen. Innig wünscht der Wiener Dulder, man wäre schon bei den Zündhölzchen angelangt. Die bilden den Beschluß und dann kann es von neuem lösgehen. Niemand hat etwas dagegen, es ist sozusagen unsere Lebensaufgabe, gesteigert zu werden, und keiner darf sich seinem natürlichen Beruf entziehen. Aber eine Neugier plagt den Wiener doch erschrecklich. Warum ist der Fahrpreis nur auf 80 erhöht worden? Wollte man uns das Schrecknis der dreistelligen Zahl ersparen? Oder steht vielleicht im ägyptischen Traumbüchel, daß 100 eine Unglücksziffer ist? Kater Murr. * Das älteste Buch. Gegenwärtig erscheint in französischer Sprache die Uebersetzung eines chaldäischen Werkes saifit Kommentar, welches als das älteste Buch der Welt bezeichnet wird. Es besteht aus zwei chaldäischen Zylindern, die von G o n d e a s herrühren, einem König und Priester der Chaldäer, der kurze Zeit vor der Geburt Abrahams regiert haben soll. Der Text, welcher sich im Besitze des Museums des Louvre befindet, schildert die Errichtung und die Organisation eines „Tempels“, mit .welcher Bezeichnung die Chaldäer nicht nur das Gebäude des Gotteshauses selbst belegten, sondern auch die gesamte soziale Organisation, welche sich rings um dieses entwickelte. Der Text, der einen Umfang von ungefähr fünfzig. Seiten aufweist, soll einen allseitigen Einblick in die Kultur der Chaldäer nach ihrer.politischen, ökonomischen und religiösen Seite bieten. Man kann es insofern das älteste Buch nennen, weil die Texte der ägyptischen Pyramiden, die auf ein höheres Alter zurückgehen könnten, soweit Sie erhalten sind, bloß einfache Sammlungen von Ritualformen darbieten. * Palästina-Vorlesung Professor Warburgs in der kalifornischen Universität. Ueber Einladung der Universität von Kalifornien hielt Professor Warb u r g dort einen wissenschaftlichen Vortrag vor den hervorragendsten Professoren der. Akademie im Staate Kalifornien. Professor Warburg wies auf die Bewegung in Palästina für die Anwendung der kalifornischen Pflanzungsmethoden ung kalifornischer Maschinen hin und sprach dabei seine Ueberzeugung aus, daß es gelingen werde, mit Hilfe der amerikanischen Methoden und Maschinen Paläsitna zu einem blühenden Paradies wie Kalifornien zu gestalten. (I. C. B.) WIENER MÖRGENZEITUNGf?4. März 1922? ii—rirrtT»*nrinl*«ir-"v nt - — - - - Säte"# ---^4 * Der polnische Presseball in Warschau und die jüdische Presse. Aus Warschau schreibt man uns: In den, Prachträumen des Ministerratspräsidiums fand ein großer Presseball statt, an welchem auch die diplomatischen Vertreter der auswärtigen Regierungen teilnahmen. Auffälligerweise waren die Vertreter der jüdischen Presse nicht eingeladen worden, nur mit den Redaktionsmitgliedern des polnisch-jüdischen „Nasz Kurjer“ machte man eine Ausnahme. Diese lehnten jedoch eine Teilnahme unter solchen Umständet! ab und blieben dem Feste fern, ebenso wie der Warschauer Vertreter des „Daily Telegraph“, ein Sohn Sokolows, dem man eine Einladung zugehen ließ. * Die Jahreskonrferenz der amerlkanfschen Zelrel- Zlon. In Philadelphia wurde die zweite Jahreskonferenz der amerikanischen Zeirei-Zion abgehalten. , Die Konferenz wurde namens der zionistischen Delegation in Amerika von Dr. Alexander Go Idstein begrüßt. Die Konferenz beschloß die Organisierung der amerikanischen Zeirei-Zion in einen einheitlichen Verband t und dessen Anschluß an den Weltverband der Hitachduth. und an die zionistische Weltorganisation, jedoch soll die Partei außerhalb der amerikanischen zionistischen Organisation verbleiben. (J. C. B.) * »Jüdische Zersetzungsarbeit8. Unter diesem Titel registriert die „Deutschösterreichische Tageszeitung“ eine in der Wochenschrift „Die Wage“ erschienene Kritik der deutschnationalen Politik. Das großdeutsche Organ hat sich merkwürdigerweise ein noch viel krasseres Beispiel für die Schädlichkeit der „Judenplatten“ entgehen lassen, obwohl es gerade am selben Tag In allen großen Tagesblättern verzeichnet war, so daß das antisemitische Blatt nicht erst in einer Wochenschrift nach Stoff zu fahnden gebraucht hätte. Am Donnerstag hat nämlich der Verein zur Erhaltung der Universität — bekanntlich auch eine „Judenplatte* —- einen Konzertabend . veranstaltet, über den ' die Tagespresse Samstang berichtete. Interessanter als das Verzeichnis der'verdienstvyllen Künstler, die mitgewirkt haben, ist aber die Feststellung derjenigen, die sich dieser Pflicht entzogen haben. . Man vermißte nämlich bei dieser Wohltätigkeitsveranstaltung zugunsten der Universität den akademischen Gesangverein und den, akademischen Orchesterverein. Beide sind stramm arisch organisiert, was sie aber natürlich nicht hindern wird, das Erträgnis der . Judenveranstaltung, gleichgültig, ob es ' der arischen Mensa oder' den Forschungsinstituten zufließt, mitzugenießen. Nur am Zustandekommen des Fonds mitzuwirken, hält sie das christlich-germanische Rassenbewußtsein ab. Die „Deutschösterreichische Tageszeitung“ nimmt allerdings schandenhalber gegen den „Universitätsrummel“ Stellung. Wie ernst sie das meint, erhellt jedoch zur Genüge aus dem Rat, den sie der Regierung durch einen „Amerikaner“ erteilen läßt: Die Universität muß vom Staat erhalten werden, der sich die paar Millionen durch die Notenpresse mit Leichtigkeit beschaffen kann . . . Die Kunde, daß der Staat selber bei der Entente schnorren muß, sowie die Erkenntnis, daß eine erhöhte Inanspruchnahme der Notenpresse die allgemeine Not, also auch die der Hochschulen und der Studenten, erhöhen müßte, scheint also noch nicht ln die Schriftleitw.g des großdeutschen Organs gedrungen zu sein. Das Blatt ibt allerdings zu, daß auch die akademischen Faktoren ihr cherflein zur Unterstützung der Alma, mater beizutragen verpflichtet wären, erwähnt aber in diesem Zusammenhang nur die Professoren. Auch den Rechtsanwälten wird vorgeworfen, daß sie sich in dieser Sache nicht besonders hervortun. Nur an den Studenten geht der bittere Kelch dieser Kritik in weitem Bogen vorbei; Und das ist sehr schade. Rekrutiert sich der Leserkreis der „Deutschösterr. Tageszeitung“ doch fast ausschließlich aus Hoch- und Mittelschülern, so daß ein Appell an diese Kreise gerade in dem genannten Blatte sicher nicht ohne Wirkung geblieben wäre. Oder sollte - das Blatt gerade diese Wirkung fürchten? * Stollwerck gestorben. In Köln Ist am 12. d. M. Kommerzialrat Ludwig Stollwerck, der Mitbegründer der Schokoladenfabrik Gebrüder Stollwerck A.-G., ira Alter von 75 Jahren gestorben. * Moses Lissiansky. Das Fräsldialmltglied der Zionistischen Bezirkssektion VI, Herr Moses Lissiansky, feiert heute seinen fünfzigsten Geburtstag. Herrn Lissiansky, der in weitesten jüdischen Kreisen durch seine zionistische OpferwilHgkeit und seine Bereitwilligkeit in allen jüdischen Nöten tatkräftige Hilfe zu leisten, allgemein bekannt und geschätzt ist, wird aus diesen! Anlasse Gegenstand der herzlichsten Ehrungen seiner Freunde sein. Es gibt in der Tat keine jüdische Institution, welcher sein Beistand nicht zugute gekommen wäre, und sowohl die jüdischen Kinderfreunde als die Hakoah und das lüdische Gewerbeförderungsamt zählen ihn zu ihren besten Mitarbeitern. * Die neuen Straßenbahnfahrpreise. Morgen treten die neuen Straßenbahnfahrpreise in Kraft, die aus den bisherigen Veröffentlichungen bereits bekannt sind. An Stelle der bisherigen Hin- und Rückfahrscheine V/ird eine Wochenkarte ausgegeben, die in allen Vorverkaufsstellen zu K 700 erhältlich ist. Sie gilt vom 20. d. AL an und berechtigt zu je einer Hin- und Rückfahrt an Werktagen und diesen gleichzuhaltenden Feiertagen innerhalb einer Kalenderwoche. Für die Hin- und Rückfahrt gelten dieselben zeitlichen Einschränkungen wie bisher für die Hin- und Rückfahrscheine. Die Strecke kann bei der erstmaligen Benützung für die ganze Woche frei gewählt werden, ist aber dann innerhalb dieser Woche für die Hin- und Rückfahrt verbindlich.' 8 Wetterbericht. Von einer Luftscheide, die von Schottland bis zum Westlande der Alpen zieht, fließt die Luft nach beiden Seiten ab. Entlang dieser Linie und östlich davon ist der Himmel klar, gegen Westen nimmt die Bewölkung auch in Oesterreich zu. Voraussage: Verwiegend heiler, etwas wärmer, mäßige Winde. * Der Katholische Volksbund, der am Sonntag in Wien seine Hauptversammlung abhielt, zählt in ganz Oesterreich 218.000 Mitglieder, in Wien allein 28.000 Mitglieder. Nach dem erstatteten Bericht war die wichtigste Arbeit die Förderung der katholischen Presse, die trotz der ungünstigen Verhältnisse ohne zu große Verluste erhalten werden konnte. * Der Galgen für die Zinsgeier.. Vor dem Rathaus fand am Sonntag ein Massenaufmarsch der sozialdemokratisch organisierten Kleinsiedler statt, welche für die Wohnbausteuer demonstrierten. Die Veranstaltung verlief in vollster Ruhe. Eine Gruppe der Demonstranten führte einen Galgen mit der Inschrift: „Für die Zinsgeier“ mit sich, * Die Grippeerkrankungen. In der vorigen Woche Ist eine neuerliche Abnahme der Grippeerkrankungen zu verzeichnen gewesen. Von den praktischen Aerzten sind 1344 Anzeigen gegen 1556 in der vorvorigen Woche eingelangt Die Gesamtzahl der Sterbefälle betrug vpm 26. Februar bis 4. März 801 gegen 846 der vorhergehenden Woche, davon entfielen auf Grippe 23 gegen 39, auf Lungen- und Rippenfellentzündung 129 gegen 139 in der vorhergehenden Woche. Einwanderungstaxe und Landungsgebfihr Palästina. Das PalästinarAmt Wien, teilt mit: 1. Um den Palästina-Fahrern bei der Landung Schwierigkeiten zu erA sparen, hat die Zionistische Exekutive in Jerusalem ange«* - ordnet, daß alle Palästina-Fahrer, die von den zionistisches . Palästina-Aemtern abgefertigt werden, die an diepalästinenst» sehe Regierung zu entrichtende Einwanderiingssteuer ist - Höhe von 1 ägyptischen Pfund (für Kinder 20 Piaster) und die Landungsgebühr in Höhe von. 20 Piaster per Person; vor ihrer Abreise nach Palästina bei dem betreffenden Paläs. tina-Amt ein zuzahle a( haben. Das betreffende Palästina-Amt folgt über die Ein-* , Zahlung dieser Beträge Quittungen aus, die derEinwanderungs-j behörde und dem Zionistischen Immigrationsbureaü vorzu-j weisen sind. In Wien hat demgemäß jeder Palästina-Fahrer? der vom Wiener Palästina-Amt abgeferitigt wird, in Zukunft! an Einwanderungssteuer und Landungsgebühr 1 •/« Pfund Sterling (Kinder 8 Schilling) einzuzahlen. 2. Alle Palästinas Fahrer haben sich vor der Abreise von Wien mit zwei; Photographien zu versehen, die der palästinensischen Ein-» Wanderungsbehörde bei der Ankunft im Lande zu überreichen sind. Die Palästina-Fahrer werden in ihrem eigenen Interesse darauf aufmerksam gemacht, diesem Efsüched unbedingt nachzukommen, da sie andernfalls von der Ein-< Wanderungsbehörde so lange in Quarantäne zurückgehaltea. werden, bis die Photographien angeftrtigt sind. Die Nansen-Kommission in Kischenew. Die Vertreter des Nansen-Hilfskomitees sind bereits mit große» meäninischen und Lebensmittelsendungen für die Ukraine . in Kischenew eingetroffen. Der Vertreter Dr. Nansens i» Charkow wird dieser Tage die Sendungen entgegennehmetv um sie sofort in die Hungergebiete weiterzuleiten.; * Die Sabbatruhe in Lettland. Die iettiscHe Konstituante behandelt, wie man uns aus Riga meldet* gegenwärtig in dritter Lesung ein Gesetzesprojekt über den. Arbeitstag, Im Zusammenhänge damit hat die jüdische Fraktion ein Amendement eingebracht# wonach jenen Arbeitern und Angestellten, die aus religiösen oder nationalen Motiven den Sabbat halten, erlaubt werde, am Sonntag zu arbeiten. Wie verlautet, hat dieses Amendement keine Aussicht auf .Erfolg, da sich sämtliche Parteien, auch die Sozialdemokraten, dagegen ausgesprochen haben. j Ein Mißverständnis. Herr M.Patzovskj? bittet uns zu berichtigen, daß es sich in dem von uns zu seinen Gunsten gebrachten Aufruf um ein Mißverständnis von wohlmeinender Seite gehandelt habe, und daß er sich glücklicherweise nicht in einer Situation befinde, die eine» Notschrei nötig mache. Die anonym zugegangenen K 50fl sind der Hietzinger Rettungsgesellschaft überwiesen worden# •Berichtigung. Wir haben.am Sonntag eine Resolution des Londoner Economic Board for Palestine mitgeteilt, welche ein in der „Daily Mail“ veröffentlichtes Interview Sir Stuart Samuels betraf. Durch einen Schreibfehler war in dem bezüglichen Artikel Sir Stuart Samuel als Oberkommissär von Palästina bezeichnet worden. Wir stellen dies hiermit richtig. Der Oberkommissär heißt, wie bekannt^ Herbert Samuel. . J Fahrplanänderungen im Burgenland. Von der Direktion Nordost der Bundesbahnen wird mitgeteilt: Ah . Mittwoch den 15. d. M. treten auf den nördlichen Linien des Burgenlandes neue Fahrpläne in Kraft. Dazu wird bemerkt, daß ab Mittwoch den 15. d. M. ein neues Zugspaar zwischen Wien-Ostbahnhof und Wolkenprodersdorl (Oedenburg) und Pamhagen mit durchlaufenden Wage» gefahren wird. (Verkehrszeiten in Wien-Ostbahnhof Abfahrt 15 Uhr 55 Minuten, Ankunft 18 Uhr 45 Minuten.) Bei dem wie bisher um 6 Uhr 41 Minuten von Wien-Ostbahnhof äbgehenden und bei dem neu um 18 Uhr 45 Minuten in „ Wien-Ostbahnhof eintreffenden Zuge rollen die Wage» zwischen Wien-Ostbahnhof und Oedenburg durch. Der bisher in Wien-Ostbahnhof aus dem Burgenland um 8 Uhr 55 Minuten eingetroffene Zug wird ab 15. d. M. um 9 Uhr - 50 Minuten in Wien-Ostbahnhof eintreffen. Im Uebrigen wird auf die Aushangfahrpläne verwiesen. •Perlen um eine Million verschwunden. Heute sind der Direktorswitwe Marianne Waldek, VIII., Alserstraße 37, auf dem Wege vom Graben über die Kärntaer-' straße zum Operntheater über den Albrechtsplatz aut dem Neuen Markt, drei Schnüre mittlerer Perlen, 522 Stück, von gelblicher Farbe mit einer Schließe mit Brillanten und kleinem Rubin im Werte von einer Million Kronen verschwunden. Auf die Wiedererlangung ist eine Belo-mung von K 200.000 ausgesetzt. , Fertige Bettwäsche, Leintücher, Deckenkappen, schlesische Weben, Chiffon, Gradl, Laufteppiche, Vorgänge» Bett- und Tischdecken werden sehr billig verkauft im Warenhaus Emanuel R o t h o 1 z, VII., Westbahnstraße 15 (früher Neustiftgasse 77). Besitze in Wien keine Filiale und kein weiteres Geschäft. Vereine, Vorträge und Versammlungen, / Zionistische Bezirkssektion A1 s e f» grund. Mittwoch, 8Uhr abends, im GasthauseWittmannj IX., Porzellangasse 50 (Ecke Glasergasse), Versammlung,; .Tagesordnung: Bericht der Mandatare: Gemeinderat Dn Bruno Pollak-Parna u, Bezirksräte Rob. A u e r und Dr. Georg Weiner, Ortsschulräte Dr. Leo Goldhammer und Moses Weiner. Organisationsreferat« Dr. fosef Löwenherz. — Morgen, 5 Uhr nachmittags, .Klnder-Purimfeier der Zionistischen Frauenorganisation und Bezirks Sektion XVIII, Festsaal des Währinger Rathauses. 7 Uhr, ebendort, P u r i m f e i'e r für Erwachsene der Bezjrkssektion XVlll. — Der „ Verein Tikwath Jehnda benachrichtigt seine Mitglieder vom Ableben des Herrn Adolf H ö r t n e r. Seine Bestattung erfolgt heute um 10 Uhr 40 Minuten vormittags am Zentralfriedhof, drittes Tor. Um korporatives Erscheinen der Vereinsmitglieder wird gebeten. — Der Bund der.Reichs.deutsche* in Oesterreich (Kanzlei, Wien, I., lohannesgasse 3} steht allen Reichsdeutschen zwecks Rat- und Auskunfterteilung zhr Verfügung. Freie Benützung seines Lese- -zlmyiers täglich von 10 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 .Uhr* Sonntag vormittags von 7*9 bis 12 Uhr. Fast alle deutsche« Zeitungen liegen auf. Näheres zu erfragen in der Kanzlei, eventuell auch telephonisch unter Nr. 10-1-15. E^n.reichsdeutscher.Gastdozent a n den Wiener Volkshochsch ulen. Der -bayrische Schriftsteller Dr. Leo W e i s m a n t e 1 wird als .Gastdozent der Wiener Volkshochschulen am Ottakringer Volkshelm, XVI., Koflerpark 7, und am Margaretner.Volks*, büdungshause, V., Stöbergasse 13/15, je sechs Vorlesungen über „Deutsche Sprachstilkund e“, verbunden mit Uebungen der Teilnehmer, halten. Begiqn Donnerstag den 16. März, 7 Uhr abends, beziehungsweise Freitage den 18. März, 8 Uhr abends. Der Mitgliedsbeitrag von K 240 berechtigt zum Besuche dieser Vorlesungen. Leopoldstädter Volkshelm, 11., Zirkusasse 48. Professor Dr. Alfred Koerbel beginnt heute^ Uhr abends (nicht Mittwoch), seinen Kurs über „Methoden und W i s s e n s c h a f t s 1 e h r e*# Außerdem Beginn zahlreicher anderer Kurse.

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