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Wiener Morgenzeitung · 1922-03-12 · Heft 1120 (12.3.1922) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1120 (12.3.1922)
Date
1922-03-12
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wien, Sonntag? WIENER MORGENZEITUNÖ 12. M8rz 1922 Nr. 1120 Der Bundeskanzler1 und die Führer der Parteien im Burgenland.,?.n sekvem ktirteoi berülhmttem Biudhe »Dots neue Europa« in dien Punkten, die die Firiedenslkioinfefreinz ainerlkeminiein m-uß, wenn Riiihe »*ri'id Fdeden sein sollen: »30. Die Joden in .atiiien Ländern wenden dieselben Reehte wie düe übrigen Sitiaßtt'dbüinger. genießen, die nationalen u m 'd z i 0 0 i ® t -i s c!h e n Bestrebungen werden maidh denn VonbiJd Englands mög(liieJb:vt unitonstützit.« Erwähnt seien aiuidh niodh dlie' 'wmsitiändiniilsivioiKllen Telegnaimime Maistajrytkis em die ameiriikain'iisdie .Zk*idstiadie Federation, aos denen nor ein Passus briet Avied'Qigegeben sei: »loh dlrüdkie diern Zionismus un<ä der jüdiBcihnaitidnolein Bewegung, wegen dies ihnen itninewoihmtemden großen , moralischen iW ertes meine Symipaitlhie« aiuis. Meine Kenntnis der jüdisdna.tion'ail'en Bewegung . in Europa und iAmnerrika übenzeugte mich., diaß es js&dh niiidhit um eiine ähouvanistrisidhe, ectuidertn geiisit/iige Bewegung litanideltt, welche eine Rensüissiaoce dies jü-clfiischen Volkes amstrebt. Nur freie ^öllker können dlie niditiige Men'sdhthiedit sohiaiffen.« /, Seine Symipajtihien mit dem Zionifemluis siltz die* jüdischen Regeoenaitianebeweguing drückte' er unzahlliige Maie auch al« Rräsiidtetnit auis.. Besonders warm äußerte er sich über den Ziontiismuis zu der Depuaiiicn des Stöidbrates seiner Heimfliüshadlt, alis et arfahren hatte, daß von den dortigen 1000 Juden gegen 900 jüdusohnatdona! organisiert seien. Die Keren-Hajessod-Kampagne in Amerika. 25.000 Pfund Sterling in einer Woche! Die Mitglieder der Keren-HajessioKl-Delegatio.n m den Vereinigten Staaten, setzen ihre Arbeit unermüdlich fort. Aus den letzten Nachrichten geht hervor, daß die Erfolge an wachsen, da. die Organisationen gefestigt sind und die entlegensten jüdischen Gemeandiert erfassen. In dier. Wocfhe vom 29 Jauner bis zum 4. Februar hat das Hauptbureäu des amerikanischen Keren Häjessod insgesamt 196.000 D ol- 1 a.r aus den verschiedensten Teilen des Landes erhalten und daraufhin einen Betrag von 25.000 Pfund Sterling nach Palästina überwiesen. Die‘ nächsten (Wochen werden nach übereinstimmenden Aussagen der. erfolgreichsten .Mitarbeiter des Keren Hajessod nicht geringere Geldeingänge aufweisen. Beinahe, alle Provinzstädte machen jetzt gewaltige Anstrengungen, um die noch nicht .kassierten Zeichnungen zu realisieren. Eine bemerkenswerte Initiative zeigt der Staat Connectic ü t, der seit Jahren den Ruf hat, der beste' zionistische Staat in der Union zu sein und sich jetzt mit außerordentlichem Eifetr um den Vorrang müht. Am 12. Februar konferierten 22 Keren-Hajesiod-VcMjiekir dea Staates' Connecticut Ln Newliavn; um einen genauen Plan für die nächsten Unternehmungen festzusetzen. Ein detaillierter Vorschlag von Jabot in sk y, derdas System der H a u sbesuche in den Vordergrund stellt, wurde von der Konferenz begeistert angenommen. Es sei hiebei erwähnt, daßydic meisten Vertreter amerikanischer Städte sich für die Keren-HajesSod^Arbeit durch Hausbesuche auszusprechen pflegen, Wähifeud Jahcäiinisky gegenwärtig' an dleÄ Vor boredtuingen für -die New Yorker Kampf gne arbeitet, halben sich' Nartum Sokolow, Brofesrotr1 W-airbnirg uni Dr. Gold-stein ua*ch dem fer.ien Westen Ueber Einladung des Bundeskanzlers Schober besuchten die Präsidenten des Nationalrates Dr. Weiskirchner, S e i t z, Dr. D i n g h 0 f e r und die Landeshauptmänner aller Bundesländer gestern das nördliche Burgenland. In Begleitung des Bundeskanzlers befanden sich die tzuhdeKmistisjer, fjlr. Verkehrswesen Doktor Rodler, für Heerwesen General W'ächter, für soziale Verwaltung Dr. P a u e r. An der Landesgrenze in Ebenfurt meldete sich der Landesverwalter des B.urgenlandes,Hofrat Dr, Rausnitz, Ih Eisenstadt begrüßte Bürgermeister T i n t e r a die Vertreter der Bundesregierung und der Landesregierungen. Im. Gemeinderatssitzungssaale hatten sich sämtliche Bürgermeister der deutschen und der kroatischen Gemeinden des Bezirkes Eisenstadt versammelt. Bezirksverwalter Dr. Seiffert hielt eine Ansprache, in der er ausführte, daß die deutschen und kroatischen Bewohner des Bezirkes in der Betätigung ihrer Staatstreue und Loyalität gegenüber Oesterreich wetteifern. Mit Entrüstung hat die Bevölkerung von den neuerlichen Gebietsforderungen Ungarns vernommen; sie ist jedoch von dem Vertrauen und der Zuversicht beseelt, daß Oesterreich das Land vor neuen Gebietsverlusten beschirmen wird. Bundeskanzler Schober erwiderte : Der heutige Tag ist ein offizielles und feierliches Bekenntnis gemein- ' sanier Zusammengehörigkeit. Die Vertretung der burgenländischen Interessen war für die Regierung seit dem Tage ihres Amtsantrittes eine der obersten Aufgaben. Sie wurde für mich zur besonderen Herzenssache, für die ich gelitten und gestritten habe. Ich nehme gerne eine Bemerkung auf, die von den neuerlichen Gebietsforderungen Ungarns unter dem Titel angeblicher Grenzberichtigungen sprach, und ich kann Ihnen die Versicherung geben, daß es für Oesterreich in dieser Frage kein Zurück gibt, ganz abgesehen davon, daß alle internationalen Abmachungen und auch deren Geist für das Recht flicht nur Oesterreichs, sondern vor allem des Burgenlandes selbst ' sprechen. Die alten gemeinsamen Bande der Kultur, der , Sprache und des Stammes sind unzerreißbar und so gibt es auf die jüngsten Forderungen nur eine Antwort: »Ni e m ä ls!“. Die inneren Schwierigkeiten. Gestern wurden die; Besprechungen über cjie Bildung einer Arbeitsgemeinschaft im Nationalrat fesfc gesetzt. Man glaubt, daß am Dienstag bereits, ein Resultat vorliegen wird. Der christlichsoziale Klub ist für Dienstag vormittags einberufen. ■ ... , *. ■. DiecJirtstlich$oziale Korrespondenz Herwei meldet: Die gestern .eingeleiteten Verhandlungen zwischen den C h r i s 11 i c hs ozial e n und Gr.o ß d e u t s c h e n werden heute fortgesetzt. Es wurde beschlossen, mit den anderen.Parteien in Fühlung zu treten. Heute wird mit dem Vertreter der Bürgerlichen Arbeitspartei C z em i n sowie mit. der Deutschen Bauernpartei' verhandelt werden. Montag treten die Vorstände aller Parteien zur Beratung zusammen, Dienstag werden .die . Parteiklubs beraten. Man nimmt an, daß bis Mitte nächster Woche, die Umbildung d e r Regie r ujn g vollzogen sein wird. Die Kredite, Nach eingehender Besprechung mit den Bürger« meistern Über die Bedürfnisse des Bezirkes erfolgte die Vorstellung der Beamten, der Geistlichkeit und der Lehrerschaft. Vom Balkon des Rathauses richtete dann der. Bundeskanzler an die vor dem Rathaus versammelte Bevölkerung Elsenstadts Worte der Begrüßung, die mit einem Treugelöbnis für Oesterreich beantwortet wurden. Zu gleicher Zeit fand zwischen den Gemeinde» Vertretern und den Präsidenten Dr. Weiskirchner, S ei tz und Dr. D i n g h 0 f e r sowie den Landeshauptmännern eine Ausspräche nicht nur über die allgemeine Lage des Burgenlandes, sondern auch über die •unmittelbar notwendigen Bedürfnisse des Landes statt. Sodann wurde die Rundfahrt im nördlichen Telle des . Burgenlandes fortgesetzt. In G s c h 1 e ß, N e u s I e d 1 a m S e e, Pur« dach, Münchhof und Parndorf waren überall die Gemeindevertretungen und die Bevölkerung zur Begrüßung anwesend, wobei alle Ansprachen freudige Genugtuung über den endlich erfolgten Zusammenschluß mit dem Mutterlande zeigten. In Frauenkirchen sprach Magister W 011 von der Verwaltungsstelle für das Burgenland über die Besorgnisse der Bevölkerung wegen der neuen ungarischen Grenzforderungen, worauf Bundeskanzler Schober die Unhaltbarkeit und Aussichtslosigkeit d e r. ungarischen Ansprüche darlegte und betonte, die Grenze werde und müsse so bleiben, wie sie der Friedensvertrag festsetzte. Präsident Weiskirchner vertrat im Namen sämtlicher Parteien des österreichischen Nationalrates den unverbrüchlichen Rechtsstandpunkt des Burgenlandes und erklärte, im Burgeniande werden die freigewählten Gemeindevertreter, der freigewählte .burgenländische Landtag und die burgenländischen Vertreter im Nationalrat bald Gelegenheit haben, fruchtbringende Tätigkeit für das deutsche Burgenland in Gemeinschaft mit dem gesamten deutschösterreichischen Volke zu entfalten. Ein Austauschübereitikommen. Budapest, 11. März. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Sektionsrat Anton Gruber hat sich nach Wien begeben, um in Vertretung der ungarischen Regierung an den Verhandlungen bezüglich Abschlusses eines Austauschübereinkommens mit der österreichischen Regjjprung teilzunehhien. ' _ Tschecho-Slowakei. Die Zehn-Millionen-Pfund-Anleihe. Prag, 11. März. „Pravo Li du" meldet, daß die Bedingungen für didi im Abschluß begriffene tschechoslowakische Pfund-Anleihe jenen entsprechen, die Frankreich und Japan gewährt wurden. Keine Abtretung der Jawofina. Prag, 11. März. Die Blättermeldung, daß die J a w 0 r i n a für einige unbedeutende , slowakische Dörfer an Polen abgetreten werden solle, entspricht in ihrem ganzen Umfange nicht der Wahrheit Abends wurde die Rückfahrt nach Wien angetreten. Oesterreich ibegetcii. Tn * allen wiatotjigeih-Städten' cm dier Pazifik-Kü sie wurde diie D e-lega ti m von dar jivdii* sfehen Bevölkeramg mitt großer Begeiitc-rung empfangen. 'Air 14. Jännter traf die Deilcgatmfil flh Los Angeles, einer der größten amerikmle^idrpn Städ’e. em.. wo sie rav der onttödbeit Rer.riUentam-ffinveT sammln mg und den jüdi so.ie n Scmi i.klnd^rn am Baihnihof erwartet wurde. Eine Auiom'aixlparade,: wie sic ,nuur An-erika ikenntt, begleitete die Gäste durch, die von der jüdiLsclhien Bevölkerung he fehlten .Straßen der Stadt. Am Abend nach der Ankunft wunde «* Ehiren dier Delegation ein Bankett äbgehafited, an dem Siioh «Höh die städtischen. .Behörden und der britische Kotusiuil in I.otz Angeles :be«* teifligten. Den Büngenm eilst er ds?f St/ui'l gntu Berte der Delegation ztu dien siteirlken Syimpathien der •jüdiLsehen Bevölkoramg «md töi'llöe itn Veri.auf meiner Aniapiraiche mit, daß dlie Juden 'sem.er Gern ein,de sieh vior genommen Lualbem, mimdsstens 2 Z 0.0 00D öllar für dien- Keren Hajosisod’ aiufZubringern Beneiiüs aun nächsten Tage zeigten dlie Juden von Los Angeles, wie schnell! sie ihr Ven.iotreahen emiesen wallen. Auf einem Miasssnirneeetiim-g, das von etwa 5000 Persoi:esi besucht war, wurden Rieaenzeiahmiumgen tiwd ei« Bar betrag vum r 00.000 Dollar eingobrasaht. Der Verlauf dieses Meetings hot auf alle übrigen Städte in Kaliformien atm.iponnenid ‘ gewinkt umd die emtle genste« jüdliiseiben. Gemeiimden mit dem Anfbaiugedfijniken veatbuihdeni Ueber dkus Gesaimibeirge/btniis der kiä.lifonniäsdhen Arbeit können genatuc Aimgaiben naturgemäß erst nach Rfidkikohr der Dd-cgatkm gemacht Werde«. . Neuwahlen ln Litauen* Kovwio, 8. Mahz. (Tel. der »Wiener MorgenzMming«.) M imiiisteripräSiiidient G a 1 w ä ii a oi is k a a hat die Tafijba (Parlament) atifgelöst und N e u w a h 1 e n anusgesichrleiben. Die F.iniatuzkommisisioin der fnantzösiiindhe« Karri-meri tz«t aini Fneindg eiinem Ge:etzer*twbrf angpno-m'meüi,. der die' Regienunig ermäclitigt. ' t'/cstcar- .reich .einen, V o r s c h u ß v an 5 5 M i 11 i a n ein . F ra ti c s. zu. orteil an. Für diesen Betrag, der &I4» Vor schuß auf den Völik-erbMidikire-dich L4. gehfrein hat, soll i»ester.rckh eitnon Teril! der auf die Fbcnbähintnanspcirte - geilegtie« Verikdlm.is-teuem aljs Pfamid steten. Am Diicmsibag wind die .Kpinmisision ihren Bericht an die ‘Kaimmieir fetrbigstbelfl'on. ' , ' Die‘iltaliieniische Regimung wiind die ‘Angelegenhek des Vorsdhiuisues von 70 MiHliLcmcn I fne .sofprit mach StafDiltisieraiig der ipatrliaimemitiairisichen SilPÄiiom auf die Tagesondniung der Kaimtmer ‘sitehheh. Der ,enigfedlie •Finainzlkicinftiiiollor iin Wien, Henr Youm-g, hiat,. wie der »Abend« mdtJieti der ösitenreidTniisclietn Rogieruing ges'temn eine amhlrc/he 'Miltilieiliuing . ziUkommen M.seitv woriin utiHer anderem enildart wird,, daß ef miicht in der Lage sei, den Kredlüt fliis(.iiig' ziu machon, eilie ihm niicht das schon langst y e'rs.p r o c h,e ne V ef w e n d « n ’g s ip r o g t am m für diese Gdlder vargeilegt wind. Dieses .Schreiben i.. it dam Bundieskanzler Schober . moch vor seiner Abreise in diais Biurgcin'l'aind iVbormktelit wondem. C. BOJKO ■ Wien, I., KärntnerstraQe 34'(Maysedergasse 2) ■ VorfQhrung der auserlesensten Original Pariter 5 und eigenen Modelle In ° Abendu.Tagkleidern, Kostümen u. Mänteln 5 ift reichster Auswahl > täflllth Wh B bis 1 Uhr und von 3 bis 6 Uhr » . . a m 120 ■ Die Einberufung des Parlaments. Prag, 11. März. (Tel.-Komp.) Präsident Masaryk wird erst in der kommenden Woche eine Erklärung über die Eröffnung, der parlamentarischen Frühjahrssession .abgeben.. Der Mfniüterrat wird sich vorher schlüssig , werden müssen, ob durch die in Genua notwendige Anwesenheit des Ministerpräsidenten Dr. Beneseh eine Unterbrechung der Session ange- ' zeigt ist. \ Krise in der Metallindustrie. Prag, 11. März. „Ceske Slovo“ meldet, daß der Vef» band der landwirtschaftlichen Maschineniabriken den Lohntarif gekündigt habe. — Die Vertrauensmänner der Metallbetriebe vo.n Groß-Prag erklären in einer Resolution den Vorschlag der Arbeitgeber, der eine Verschlechterung der Lohn- und wirtschaftlichen Bedingungen der Arbeiterschaft beinhalte, f ü r unannehmbar. Unter der Bedingung, daß die Arbeitgeber bereit seien, die wichtigsten Bedürfnisse der Arbeiterschaft zu berücksichtigen, würden die Vertrauensmänner in neue Verhandlungen eintreten. Gründung einer Nationalbank. Prag, 11. ,März. Zti der bevorstehenden Gründung einer tschecho-slowakischen Nationalbank erfährt das „Prager Abenblatt“, daß die erste Voraussetzung hiefüi ein neues Währungsgesetz sei, das der zu gründenden Aktiengesellschaft, ander der Staat beteiligt sein werde, ermöglichte, sich die nötige Grundlage, die naturgemäß auf der Geldeinheit aufgebaut sein müsse, zu schaffen; Vorläufig sei die Inverkehrsetzung von Goldmünzen schon aus Gründen des zwischenstaatlichen Privathandels untunlich, wie aus dem Zurückhalten der Goldmünzen hervorgehe, die gesetzlich in Geltung und dem tschecho-slowakischen Gelds gleichgestellt seien. Der größte Teil des abgelieferten Goldes und Silbers liege als Reserve im Bankamte. v Preissturz bei mir! IHf MHYPD Messestand: Hofburg 8333 . iPirniä^teaS! Sa sSaPfb M Kleiderfabrikation,!!., Glockengasse 24 - II., Gr. Sperl* sasse 29 - MaalsnieiilagB lUatoitae H - Tel. 4153U662I

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