Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1117 (9.3.1922)
- Date
- 1922-03-09
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2979076-2980129-2980197--10478-2996833- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
■ 'i' 11.1,11 ... 8etts- 2 Wfon/Donnefsfeg tieter dlfoser Organ isatiom in Padaiätina diem Obetrkcnnnn'issäir nruterfbreitot wendm. Im Falle umiaimsg.leiohibatreir M eicmungs'versidhiedienibe'itt'ein wäre dtie ,betreff etrndie Frage der Regi<emum<g Seiner Majestät «un Em.tsciieidnmg vorziudegen. Diesem Votnsdhfliatg mache •er im der Hoffnung, d'anmit au eumervennün-fitugien Lötaumg' der HauiptsdfrwAemigikekein au gelangen«. Im Erwiderung auf iüe sipezieRietn Einwuirfe der Detegatioin fuhrt C h u r c h i 11 aus, dlaß dite gesamte Bevölkerung d'es Dsmdies im legws4aitiive«n Rate lim der liberalstem «und freiestem Weise vertreten sein [wird, und daß eine Maiarbtiemum'g dlutrdh die off iai eilen und ermannten Mitglieder nundtunch dlie eavtsdieiiide-nde Stämme dies 0(beiijkio«mimifeisärs eiinltreten könnte. Er sei jedladh bereit, diie Aemdtemumg der BestjimTniuingem im beäug auf dlie ernannten iMitgliedCr des legi-sltaibiivem Rates als wümscbonswert im Eirwägiumg au ziehen. Wären diese Miibgliedtei völlig ansgeschaltet, so könnten aÄierd'kugis die Ver- UTeter der Bevölkerung bei jledier Gelegemlhieitt, M der eine Emimübigikevt berirsdhiem würde, .Maßniathimien gegen die .Regierung auisfübren. ■ Eis sei odctb komreflct — führt Mir. . C Ui ts tr c 85 rl* 1 (Weiter anis — zu bebaiuipttien, daß Sk1 . Heffoart Samuel Mitglied der ziionistiisidhiem Orgasniiisialtion sei. JodemfaMs cib-eir ist die Ammäihime, daß der Öberkommisisär irn Gegensaitz zu dter Poilii'ilk der Regie« rtwug Seiner Majestät seine eigene PoLitsük verfettete oder daß, wenn dies der FM wäre, die Regierung terügebem würde, sine «oldne Poliitiilk ausßuf übten, (völlig oftmuiässig. Firn sotldbea* Zuisibamd sei Men fTma&ionen der 'brilÄselh-sm Verwaltung fremd und teuwldiänlaiirferjd. Uebefdfies halbe der Oberkommiiasär madh dem Vertragsentwurf dundhiauis niiidht 'das ewieingescihränlkte Veöoredltit gegen eine vom legiisiüaitttiven Rat angenommene Maßnahme und (würde er es arc/shnem, den Aiptpedl irgendeines Teiles fdeir Bevölkerung an dem Völkerbund weiteirziuilieitbefo, so Laibe' &f die \rempf1.idhitung, dieses sein Vorgehen schriftlich z u begründen, eine Maßnahme, welche dien. Einsdhneiterm die Remeddr der Piulblizität bienest. aDaily Chfonicle“ über die Palästina- Frage. töLZusammenhang mit der Kampagne, die die Kbrtäicliffe-Presse gegen das neue Palästina führt, ist eine im »Daily Chroniete« wiedergegebene Stimme vom besonderer Bedeutung. Der Verfasser dey ausführlichen Artikels ist jener hervorragende Publizist, der sich hinter dem Pseudonym »Student in Pölitics« verbirgt. Vom der Wachsenden antiziönistischem Propaganda ausgehend, weist der »Student« darauf hin, daß in englischen Kreisen noch wesentliche Mißverständnisse über Palästina und dem Zionismus vorherrschen. Man müsse sich das Zustandekommen der britfe^n Palästina-Politik erneut vergegenwärtigen, um klar zu erkennen, daß es sich hier um ein feierliches Versprechen handle, welches mit einer natürlichen Bedingung verbunden - Sei. Das Ver* (Sprechen gelte der Errichtung einer nationalen Heimstätte für die Juden in Palästina, die Bedingung d&r Unantastbarkeit der zivilen und religiösen Rechte der arabischem Bevölkerung. * Versprechen «md Bedingung«, fährt der Verfasser fort, »sind jUntrennbar und die Bedingung ist so schrankenlos ekigehatten Worden, w!e> eine britische Verwaltung sie nur hätte einhalteö. können. Ich wünschte, die Araber wären so eifrig auf das Versprechen bedacht-, ■wie die zionistischen Führer auf die Bedingung... Wäre es in diesen Tagen, da die Rechte der Nationalität aller Ortes als heilig amorkarwit werden, sribht eine ungeheure Sache, wenn die älteste, ausgoprägtetse und eitle der machtvollsten Rassen ihre Nationalität verleugnen wollte? Es (das Gegenteil — Zusatz der Redaktion) ist vielmehr eim großes Ideal, ttaöd Wenn wir es ernst nehmen, wird die Geschichte es als einen def klarsten Beweise des englisch-politischen Genius betrachten,« Def Artikel beschäftigt sich weiter mit der angeblichen fl'ftanizietiem Last, die der Zionismus dem britischen Steuerzahler auf erlege. Auch hier deckt der »Student« die vorherrsch enden Mißverständnisse auf, indem er däflegt, daß Großbritannien aus strategischem Gründen rfl hohem Mäße ätl Palästina interessiert sei, da es bei der VerteidigUing des Suezikaftals eirnmai eine große Rolle spielen könne. Der Artikel Schließt mit der Betonung der großen morali- Bchem Vorteile, die Großbritannien besonders ln den [Vereinigtem Staaten durch die Unterstützung der zionistischen Aspirationen gewinnen könne, — Einen anderen interessantem Artikel. veröffentlicht Harold J. Shepstone unter dem Titel .»Jüdische Taten in Palästina «-»!m der Marzmumm er des »Quiver«, Auf die jüdisch-arabischen Beziehungen eimgehemd, schreibt Shepskwie; *Die Behauptung, Palästina werde von der Zionistischen Organisation beherrscht, bedarf gar keiner Nachprüfung; denn dem High Commlssioner ist ja für seine Verwaltung ein Advlsory Co.umcil beigegeben, der aus vier mohammedanischem Arabern, drei Christlachen Arabern und drei Juden besteht. Genau so Ist es in dem Regiemngisdepartements, Wo die Araber 'die Juden mit Leichtigkeit überstimmen können... Die Araber furchten, und Zwar mit Recht, daß die Etablierung einer beständigen und'fortschreitenden Regierung ihrer feudalen Macht mit all ihren orientalischen Fehlern ein Ende bereiten wird. Hier liegt ganz einfach die Wurzel des Hebels.» - wiener MoncmmETFüm Oesterreich. Die Finanzreform. In der heute nachmittags stattfindenden Sitzung des $äiionalrates wird der Finanzminister die Vorlagen über die Budgetsanierung erbringen. Es heißt, daß er seine Vorlagen mit einer Rede einleiten wird, in der er die Details des Finanz planes besprechen wird. , Die Verhandlungen zur Bildung einer Arbeitsgemeinschaft wurden gestern zwischen den Christlichsozialen und Größdeutschen fortgesetzt. Ein Ergebnis ist bisher nicht;:-zutage getreten. In der großdeutschen Volkspartei ist eine tiefgehende Meinungsdifferenz bemerkbar, in der gegenwärtig. die realer denkenden Parlamentarier die Vorhand haben. Der Hauptausschuß war gestern versammelt, um das Statut der Bankenkommission zu beraten. Die Erhöhung der Tarife und Monopolgebühren wurde wegen ihres politischen Charakters aus der Erörterung ausgeschaltet. Auf dem christlichsozialen Parteitag in Graz besprach Abgeordneter Seipel die derzeitige Situation und sagte, daß die Christlichsozialen eine Besserung der Krone anstreben. Die Völkerbundkredite werden zur Gründung einer Notenbank verwendet werden. Ein Konflikt zwischen der Leitung der Oesterreichisch - ungarischen Bank und dem Finanzministerium. Seit einigen Tagen kursieren in Wien Gerüchte von Konflikten zwischen der F i n a n z Verwaltung und der Leitung der Oest er* reichisch-ungarischen Bank, die an der Börse bereits zur Nachricht führten, daß die Oesterreichisch-ungarische Bank den Banknotendruck eingestellt habe. . Das „Weltblatt* teilt nun ln der Angelegenheit mit: „Im Laufe der letzten ]ahre Ist die Oesterreichischungarische Bank (österreichische Geschäftsführung)' zum reinen Noten'rnstitut des Staates geworden. Gegen Hinterlegung der Staatsschatzscheine deckt sie den Banknotenbedarf des Staates, ohne daß der Höhe der Banknotenausgabe irgendeine Grenze gesetzt wäre. In den letzten Wochen war die Inanspruchnahme der Notenbank durch den Staat eine über Erwarten große ^und sie hat zusammen mit den Geldansprüchen der Industrie dazu geführt, daß der Banknotenumlauf heute die Summe von dreihundert Milliarden bereitserreicht hat, einen Betrag, mit dem vor kürzester Zeit noch der, Nationalrat den Banknotenumlauf limitieren zu können glaubte. Als nun in den letzten Tagen die Finanzverwaltung neuerdings die Ueb ergäbe von Banknoten im Betrage Von nicht weniger, als 30 M i 11 i a r d e n verlangte, trug Gouverneur S p i t z m ü 11 er Bedenken, diesem Verlangen zu entsprach e m und wies daraut hin, das die Finanzverwaltung durch ihre bisherigen Ansprüche an die Notenbank die ihr seinerzeit vom Nationalrat erteilte Kreditermächtigung über 40 Milliarden bereitsausgeschöpft habe.. Die Finanzvorwaltung könne demnach für die neu angesprochenen 30 Milliarden keine gesetzmäßige Deckung mehr geben. Gegenüber dieser pflichtgemäßen Vorstellung des Bankinstituts berief sich das Finanzministerium darauf, daß der Nationälrat seinerzeit zu Zwecken der Lebensmittelbeschaffung einen unbeschränkten Kredit bewil igt habe, indem diese Kredite von dem 40 MilliardenkredU ausgenommen wurden. Gouverneur Spitzmüller gab sich In Wahrung der Interessen der» Bank und der Banknotenbesitzer mit diesem Hinweis nicht zufrieden, sondern verlangte den Nachweis des Zwecks, für den die neueBaiikscliui d angesprocheti wurde. Das Finanzministerium hat bisher d i H Beibringung dieses Nachweises ver- Weiger t, M es der Bankleitung das Recht, eine solche zu verlangen, abspricht. Im Laufe dieser Verhandlungen soll es zu persönlichen Auseinandersetzungen zwischen den beteiligten Persönlichkeiten gekommen sein. Gouverneur S p i t z m ü 11 e r hat jetzt die Intervention des Bundeskanzlers und der L 1 q u i d .ä t o r e n der Bank angerulen. Landtags-- und Gemeitidewahlen in Salzburg« Salzburg, 8. März. Die Landesregierung hat den 9. A p r i 1 als Wahltag für die Durchführung der Wahlen in den Salzburger Landtag festgesetzt. FUf den gleichen Tag wurden die Wahlen in die Örtsgemeinde- Vertretungen (mit Ausnahme jener der Landeshauptstadt Salzburg) angeordnet. Eine angeblich legitimistische Beratung in Wien* Pfeßbttrg, 8. März* Die Blätter rnelden, daß In der verflossenen Wochö in Wien eine' legitimistische Beratung Stattfand, an der sich für die Slowakei Df. J e h 1 i c k a, U n g e r und W i 11 i m beteiligten. Weiters waren auch Vertreter der magyarischen Legitimisten zugegen. Diese Beratung galt der Propaganda in der Slowakei, die jetzt von Polnisch- Tesches aus geleitet Werden soll* 9. März 1922 .'Nr. 11 jf T 8 checho-Slo wakei. Ditz Tagung des Parlaments. , Prag, 8. März. (Preß-Zentrale.) „Gazette de Prague“ meldet, daß die Entscheidung über die Einberufung der Frühjahrssession der Nationalversammlung für den 28. d. M. noch nicht getroffen wurde. Da die Frühjahrssession gerade in die Zeit der Konferenz von Genua fällt, an der Dr. Benesch teilnimmt; wird die parlamentarische Session in zwei Perioden eingeteilt werden, und zwar werden die innerpolitischen Angelegenheiten in der ersten Periode, also vor der Abreise Dr' Benesch nach Genua, die am 6. April erfolgt, zur Verhandlung kommen. Hierauf tritt bis zur Rückkehr des Dr. Benesch, welche Ende April erfolgt; eine parlamentarische Pause ein. Prag, 8. März. (Intel.) Die Regierung wird in der Frühjahrssession im Parlament ein neues Gesetz über die Kriegsanleihe und über die Einführung der Staatsmonopole für Radium einbringen. Forderungen des Deutschen parlamentarischen Verbandes. Prag, 8. März. Der Deutsche parlamentarische Vefw band hat beschlossen, für den 29. d. M. eine Vorstandssitzung zur Erörterung der geplanten Umbildung der Handels- und Gewerbekammern einzuberufen. Weiters wurde beschlossen, wegen der Uebergriße des Ministeriums für nationale Verteidigung eine Denkschrift überreichen zu lassem Bezüglich der Frage der kürzlich erfolgten behördlichen Einstellung der Tätigkeit des deutschnationalei» Jungvolkes erklärte sich der Verband mit der Nationalpartei solidarisch. Schließlich beschloß der Verband, auf der ehebaldigsten "Erledigung der Lehrer- und Beamtengesetze zu bestehen. Ditz deutschen Mitglieder des Landes« Verwaltungsausschusses. Prag, 8. März. (Preßzentrale.) Die „Tribuna* er* fährt, daß die Ernennung von zwei deutschen Beisitzenden im Landesverw.altungsausschuß — und zwar eines deutschen Agrariers und eines deutschen Sozialdemokraten — bereits ausgeführt worden ist Beide neuen deutschen Beisitzenden werden sich an der nächsten Sitzung des Landesverwaltungsausschusses, die wahrscheinlich morgen stattfinden wird, schon beteiligen. Die Donaukommission in Preßburg. Aus Preßburg wird uns berichtet: Hier fand die offizielle Uebergabe des Palais Koburg an die Internationale Donaukommission statt. Im Ver aufe der Uebergabsfeierlichkeiten hielt der gegenwärtige Präsident Conc e s c u eine längere Ansprache, in welcher er nach einem Dank an den Minister tür die Slowakei, als de» Vertreter der tschecho-slowakischen Regierung, seiner Zuversicht Ausdruck gab, daß Preßburg der endgültige S i t z der Internationalen Donaukommission bleiben werde* Polen. Die Sanitätskonferenz in Warschau. Warschau, 7. März. (Tel. der „Wiener Morgen* zeitung“.) Die über Einladung der polnischen Regierung nacfiN Warschau einberufene Sanitätskonferenz beginnt am 21. d. M. ihre Beratungen. Auf der Tagesordnung stehen durchwegs Fragen, die mit der Bekämpfung def Epidemien''Zusammenhängen. Die polnische Regierung hat vor einigen Tägeh dem russischen Gesandten eine Einladung zur Teilnahme übermittelt Spaltung unter den Nationaldemokraten« Warschau, ,7. März. (Tel. der Wiener Morgen« zeituiig“.) Wie in maßgebenden politischen Kreisen ver* lautet, soll eine größere Anzahl von Abgeordneten aus dem nationaldemokratischen Abgeordnetenklub austreteu und eine n eue Partei begründen, da sie die Taktik der jetzigen Führer der Nationaldemokraten in der Wiinaer Frage, nicht billige» können. Gegen die Politik des Pater L u t o s I a w s Ic y haben eine Anzahl Klub*« Mitglieder Protest erhoben. Pilsudski und Wilna« Warschau, 7. März. (Telegramm def »Wienef Mctgenzeitung«.) ln hiesigen Blätitern wird die Abwesenheit des Stäajtsclief-s Pilsudski während des Aufenthalts der Wiinaer Delegation vielfach besprochen. Ih maßgebenden Kreisen yerläutet, d. ß Pilsudski Absichtlich VVarsohau vor def Ank-Unlt der Wiinaer Delegation verlassen - habe, um an dein bevorstehenden Feierlichkeiten der Vereinigung Wilnas, mit Polen nicht teiizunehm'ö'n. Piisud'skt ist mit den. vom Wiinaer Sejm gefaßten Be&cliiüsSQn ühs? die Ifikötip-öfi&mng Wilnas unzufrieden Und 'wollte durch Seihe Abwesenheit i-ri Warschau die Wiinaef Delegation z«u ein er Aeitderung ihres Stähd'piklktes «nicht beeinflußen. Die Nätf6it1älde.hiclkfatert Wären mit, der Abreise Pilsudkls zufrieden, \yell Sie die Befürchtung hegten, daß er im letztem MöMeMtz als» Befreier von Wilna* die Wiinaer pelCgierton umStiimnen werde, HntisemitlSLktz Preßhetse. Warschau, */. März. (Telegramm der »Wlend# MökgeSzeitung«.) »GazCtä Wärs»awsikä*, die iö letzter Zeit eine unaufhörliche antisemki&che Hetze führtr veröffentlicht in ihren letzten Nummern» eine Rcoe ■ v< n ■ Afl;! elri; 'die En!'ui Illingen über die StcÜmvpi.V me‘ d-.u rn 5 r. i s c h 0 n j u d c n zu Polen zum Gegenstand Inben, Eu . erwähnt die , Zeitung eine ins Reich ‘der Legenden gehörend®