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Wiener Morgenzeitung · 1922-03-05 · Heft 1113 (5.3.1922) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1113 (5.3.1922)
Date
1922-03-05
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. tm _Wferi, Söütötög »Mein Sotoni nailira niemiails teji‘1 an dem Le/beti dieser Venbiindumig’eti, Br liebte immer rauir dein. Fr ie d eai. Er fodftt wohl in seiner Jugend ausgezeichnet und gerne, batte aber toiemalis ein Duell. Br war ei-n guter Turner und gebrauchte niemals seine körperliahie Kraft. Er iut kein. Raucher .Und ivar sein Leben lang Abstinent.« »Und wie hielt er es «pater mit der RolitQc?« yOft wollte man ihn da oder dort Imiekiziehen. Hffook als er Privaitdozent war, hätte man ihn gerne für verschiedene Parteien gewannen, aruch Lueger (wie sein Nachfolger WeisÖrirchtier und damö der Seit» und viele andere, aber er;widerstand immer, er wollte immer nur Ruhe und; Dieder» haben:und .niemals befangen sein.« Dann sprach man vom Kriege. Da wird die allite Dame traurig und sagt: >Das ■ war. fürchterlich. Ulnimittelbar waren wir; •wohl nicht betroffen. Jedoch. durch alles, was. sich?7Ugetragen hat. Mit den Menschen,-mit Oesiberreich, (mit Wien. Und dann, bedenken Sie; So lotsgerissetn zu sein von allen, von unseren.ausländischen Freunden, mit denen wir in Briefwechsel, standen und die min in den Kriegs)ähren einfach als Feinde erklärt hat. Und dias Elend, da» Verderben, aus dem wir nunmehr Oesterreich herauishelfeni müssen. Glauben Sie mar,, nur in Frieden leben mit den Menschen, mar in Friedenk . ■ Eine erregte Disputatiöri in einer Kirche, ‘Au# . (New York wind - tfin« . Ißetrkh¥tet: Vor Sfctoaean spü'dite efah in einer hiöesLgen puiateBiteOti Sehen Kirche eine Szene'ab, dlie wollijl nttichlt ihresgleichen in der Gesdhic'hlte hlait. E» war Sotriintüag ifmd Parskor John S t r « t o « hliielfo dfie Pnedfigt Die Kirche war überfülilt, die Anwesenden gehörten acur Klasse der höchsten InlbeUllfigenz und aweh fxolitasdhe und im finanziellen Loben bekannte Petisön- Jfeöhkeiiteai waren erschienen. Dieser starke Besuch {war dem Umstand aw^schireiibein', daß in Amerika schon sch längerer Zeit vom dien Kantzelin aüler Kohfessionim herab eih Feldteug gegen die Gesdimackiasigkenlten und Unisittliidhlkeiiten' .der Theater gefülhBit wdndi, und Pastor S.braibo*tj ist aÖis hitzigster Vorkännpfer dfiesser Eodesia mlltoKs beflaaimn/t. , Ströiton begann seine Predigt: »Die Sucht nach' dtem' 'Godde, wach Wol'liuat und SSintifHcihlkeit sind ■ die; Grundzüge der heutigen dramatischen Kuwstt Auf; der Büihtne wird düe Tugend nicht mehr geehrt, uni {aerwerfliirihteis Geld eotikltettdCri; sich die Frauen, bis stuf die Haut.« Alls Pteustor ShpaKkm! ®tr Weiser Städte Seiher lÖÜra'fpipediigt kam, - stpiralng aiufe d-er Mitte der Zubarer ein Mann von seinem Sitze auf undrief gegen die Kmzel .m : »Die Heilige Schrift; lehrt, /verleumde nicht dsi>n>en . MM-^chcnl« AJlge- Äicines EnlüsctLM» bemäc^ige der vensammidten ' Cremeaimdle. Alles wauidtte s-ich' dem Zwischenruf er; to»,.. vor Linen stand ein hiochgewAübssner. jjjiann : Knrit gllaittraßieröcm Gasidifti und. ,, dvchitem, «dbwar- ' äceim Haar. Wie «Mer festgestdlie. wuindfe, hü-tzü der IMonn Wilffiam A. Bpaidy, der' Stak der.: New : lYpaiker Thieatcubesucber.' Braidjr stand, am ganizen iLcibe zdttennid, hi dar Mitte der enregten Gosell- (Schaft und tmtcrtbrach die SltÄ aibenmiafls miffc-dten . iWooiten: »Jawohl, Plochiyurdml . Verleumden l$ie Jihre Mitmiörasähetu’! tm übMg^i hrite. ijstzzl mar fortririalhnen, unid kih werde auf Ihre Pre- ' Idligit anlbwonten 1« Der GetLirtiHiohte Wekte . .yerjwinrt und raltflos in die Versammlung, faßte .sich; jjediotih. bald und moinite:. »Wohlan, antworten .Sie Idlann auf meine Angumenite! Alber ijetizifc laig^pn1 Sie mich wailtonsipirech'efni!« Unldi, Paisttbr Stwatotti «ehrte svinie Predii'jgt fort: »JanriM, Schaiuis|piiieilMhst : hat'Unsere Sitten verseucht, .M'seus FimM' ’. ch- : »iedrigt Seitdem so viel in den Tb«atenn gespielt /wird, schießt dlie Sünde üipjpig' in dlite Halme. E> werden unaittlidhie Stüdce gegeben, die weitab liegen von den im Evangdfium yeiriküinidfeitein Wegen. . Und wem haben wir all dilas au «djanlken, liebe Freunde?’ Den Juden! Die meisten Scham- ' fcftdeller sind Jude n. Die .meisten Sohiaurspie!erinneri sind J ü d' im neu. Die meiSben Thi'eaJtethuhterinehmer sind J «i,d e w. Diesem jüdischen Geist ist eS äcuzuschreiben, daß die Schauspieler das Publikum Ständig mit ihren Etacheidiuugsiskalndalein. beschäftigen. Auf dem Gebiet der Filmtheater ist die Situs.- itipn dieselbe. Auch diese sind voll «von Sünde, SenisBOtiion'SSikaind'aleöi, von Blnitt Die Versammlung hbrbe schaudernd dieBe An- {wünfe. Als der Geistliche die Kanzel verließ, erfüllte ■Brady sein Versprechen und begann zu reden: »Seine Hoch würden hat hier Dinge behauptet, fcHie er nicht zu beweisen vermag. Sie sind auch nicht izu beweisen, weil sie unwahr sind. Es ist unwahr, Sdäß die meisten Schauspieler, Schauspielermneh und flrheaiteminternehmer Juden sind: Das Gegent eil /von dem ist wahr. Neunzig Prozent dar amerikanischen. Schauspieler und Schauspielerinnen, einschließlich der Filmkünstler und dCunstleriiinien sind SCh'ristem Das weiß jeder, der äidh in .der Th^ater- (welt umgesehen, hat. Die Hälfte -der Theaterunter- (aehmer sind wohl Juden, das istwahr. Was die gögein das Theater erhobenen. Anwürfe betrifft, so-’ sind diese ebenso unwahr wie die bezüglich der Koaifes- Jsi'on vorgebnacliten.' Verleumdüngen. Eis gibt schlechte und umsittiliche Theaterstücke, aber der überwiegende Teil ist gut, und jeder anständige Christ 'kann eie sich ruhig ansähiem und änhörenu Aber w'armn nimmt man gegen die umsitt 1 ich verkündendeniT^töater nicht die Polizei und das Gericht in Anispruchf1 Wir halben doch Gesetze, kraft welcher solche Theater geisolilos'sen werden könnten. Warum geschieht'das taiebt.^ Warum .werden lieber die unerhörtesten- Aniwrmmt Mömmtmirwmi: klagen gegen das ganze Theater al» ©oliffies erhaben und von wo werden diese Anwürfe hihnüsgeschleudert? Vom dem höchsten Orte, von dör Kanzel der Kirche herab 1 I-cÖi frage nun-, ist das Hh c'h-riStil c h e s Vorgehen? Weil es in; der Zcl^Npielkunst auch Lchlacken gibt, darf dafö' hinreicH'^n,; uih die ganze Schauapielkurust nui yeHeumÄ’öWMhd wenn ja, dann frage ich, weiche Afiiklagon kBfiihiteri nicht gegen die Geistlichkeit erhoben weirdeiW!' Iohj bin in der Lage, nachzuweison, daß in den letzten zwanzig Jahren mehr Geistliche wegen Mordes,1 Gewalttätigkeit und Vergewaltigung verurteilt :cv^rden als Sdhaiuisjpieler. Mehr Geistliche' sind iü pefängriiissen gesessen als Sc!haus|pieler und mehr GsistßMe kamen wegen Sittlichkeitav»erbrechen vor! das -Gericht als Schauiapieler. Was würden Hoichwürddit 'dazu sagen, wenn das nun verallgemeiimeuit unddeswegen die Anklage gegen den geistlichen Stand im allgemeinen erhoben würde?« pie Anwesenden hörten diese Warte mit angehaltenem Atem an. Ohren- und Augenzeugen erklären, ein aufregenderes Rededuell noch nie gehört zu haben. Pastor Straton stand totenbleich auf die Kamjzd gestützt und sprach kein Wort. - Ein zionistischer arabisch»deutscher Dichter. Von Dr. Jakob Mibaschan, ferusälem. Wohl eine der merkwürdigsten Erscheinungen in der Dichterwelt und von besonderer Wichtigkeit für «ns luden . ist der junge, hervorragende arabische Schriftsteller Asis Dornet, im Jahre 1890 in Kairo (Aegypten) geboren und in Haifa wohnhaft In deutschen Missionsschulen im Orient und dann in Deutschland erzogen, vereinigt dieser zartfühlende und edeldenkende Mann die höchsten Gedanken des kultivierten Westens mit der gefühlvollsten Phantasie des Morgenlandes, und das in einem Deutsch, das nach Aussage deutscher Kritiker einem geborenen Berliner Schriftsteller Ehre machen würde. Schon ln früher Jugend zeigte sich sein Talent in deutschen Dichtungen verschiedener Art (Dramen, Epen, Lyrik). Kurz vor Ausbruch des Krieges, Juni 1914, weilte er in Budapest, wo er auf Einladung der Orientakademie einige;. {Szenen aus seinen Dramen »Der letzte Omajade“, »Belsazar“ vor einem auserwählten Publikum vortrug und außergewöhnlichen Beifall erntete; ein Teil aus seinem Drama „Semiramis* Tod“ wurde in ungarischer Uebersetzung vorgelesen und erweckte stürmische Begeisterung, per Dichter war damals 24 Jahre alt. Während des Krieges hatte er Gelegenheit, den ganzen Orient zu sehen; und hieraus schöpfte er Stoff für neue Schöpfungen. (Öle genannten Werke wurden von deutschen Verlagen. mit Erfolg veröffentlicht.) Was diesen begabten arabischen Dichter für uns Juden So bedeutend' macht, ist die Tatsache; daß er ein überzeugter Juden- und Zionistenfreund ist. Es zeugt von ungewöhnlicher Charakterstärke, ■ daß Asis Dornet, ein »Araber von echtem Schrot und Korn“, wie er sich selbst nenqt, ifl einer Stadt, wie Haifa, lebend,. wo die arabische Bevölkerung nichts weniger als judenfreundlich gesinnt ist, den Mut hat, offen und frei, durch Wort und Schrift, seine Anschauungen kundzugeben, und unerschrocken seinen Weg weitergeht Asis Dornet sandte kürzlich an die hiesige hebräische Tageszeitung „Haarez“ einen „Der Kampf um Zion“ benannten ‘ Artikel in deutscher Sprache zur VeröffenfUchung. ein. Der Aufsatz wurde ins Hebräische übersetzt und veröffentlicht und machte einen außergewöhnlichen Eindruck auf Juden und Nichtjuden. Es sei mir gestattet, die Einleitung sowie einige markantere Stellendaraus auch den Lesern der „Wiener Morgenzeitung“ wörtlich wiederzugeben. „Der berühmte und von den Arabern hoqhge* schätzte Professor Adolf Straus aus Budapest; der gegenwärtig in Haifa weilt“, heißt es in der Einleitung, „kann schon auf ein weites Gebiet der Verständigungsarbeit zwischen Arabern und Juden zurüclchlickep. Seine Freundschaft den Arabern gegenüber hat. er dadurch bewiesen, daß er während des Krieges zahlreiche arabische Zöglinge an der Hochschule in Budapest versorgte: Auf diese Weise hat er viele arabische Familien zu innigem Pank: verpflichtet. Anläßlich seines Aufenthalts bei uns richte ich, als Araber von echtem Schrot und Korn, diese aufrichtig gemeinten Zeilen an Ihr geschätztes Blatt.* Im Artikel selbst führt er mit Wärme aus, wie es leider zur Gewohnheit geworden ist, in den zionistischen Bestrebungen der Juden eine Art Riesenkampf zwischen ihnen und den Arabern zu erblicken, wobei die Juden entschlossen seien, auf friedlichem Wege das Land, das einst Josua mit dem Schwert eroberte, wieder zu gewinnen, während die einheimischen Araber, Vielleicht Nachkommen der ehemaligen Moabite«, Amalekiten, ebenso fest entschlossen sind, von demselben nicht zu weichen. Es wäre sehr bedauerlich, daß ein großer Teil der Araber in den Bestrebungen der Juden eine „Kriegserklärung* sehe, wo doch die jüdischen Ansiedler „nicht mit der Waffe, sondern mit den Segnungen wahrer Nächstenliebe zu ihren semitischen Brüdern“ kommen; an den Mißverständnissen wären teilweise die Juden selbst schuld, „weil sie ihre Berichte nur in hebräischer Sprache, nicht auch in arabischen Broschüren verbreiten, um die Bevölkerung aufzuklären“; es gebe leider viele Araber, die den Zionismus entweder gar nicht verstehen oder aber übel auf fassen; dieses Versäumnis müßte rasch nachgehoit werden. Mit großer Liebe schildert der Dichter den Seelenzfustand der neuaiikommenden C h a 1 u z i m, die, ungeachtet der sie erwartenden Gefahren und schweren Tage» freudig das ersehnte Land betreten. Wold der glühendste zionistische Jude wird kaum anders schreiben als der edle arabische Dichter: „Ein eigenartiges Lächeln, der Widerschein ihrer frohlockenden Seele, verleiht sowohl dem blühenden Jüngling wie dein alternden Greis den Stempel der überlegenen Größe. Und pb die arabischen Seeleute mit den zornfunkelnden Augen ihnen in Wort und Gebärde einen Vorgeschmack des sie erwartenden Geschickes geben, ob auch die zionistischen 5. März, 1923 'Seite: f Agenten sie über die wahre, dornige Lage auf klär eh, dief überlegene Lächeln weicht nicht, weil ihr granitfester Glaube an die Zukunft nie den Mut sinken läßt.,Und nachdem er den festen Entschluß der eingewanderteh Juden, hier unbedingt auszuharren, begeistert geschildert ‘ fiat, schließt Dornet mit einem. Zitat aus dem Propheten Jesajas, der schon vor 3000 Jahren die Rückkehr der Söhne Israels in ihre Heimat voraussagte: . . bringe meine Söhne von ferne her und meine Töchter von der Welten Ende;.(Jesaias,. XLIII, S.und 6.) C Es Ist klar, daß dieser bedeutende Dichter und Mantf für die Verbesserung der Beziehungen zwischen Juden-iindl Arabern segensreich wirken kann; hoffen wir, daß.er jiicht allein bleibt und daß sein gutes Beispiel Schule mache« wird; zum Segen der beiden Brudernationen und. .des Landes, ■ Mittelstandshilfe. '' Infolge des starken Andranges bei der Anmeldestelle für; bedürftige geistig Schaffende aus Wien, die keinem Verband angehören, muß die Frist für die Anmeldung zur Beteilung aus der America ,n R eil i e f A dm I n i st ratioo — Mittel s t a n d> h i 1 f e -7 gestreckt werden. Ferner wird aufmerksam gemacht, daß die Sppnd« widmungsgemäß den notleidenden geistig Schaffenden zugute kommen soll, und zwar : a) Personen, deren . Einkommen unverschuldeterweise so gering ist, daß sie deshalb Not leiden, zum Beispiel Wissenschaftlern, Künstler« und sonstig geistig Schaffenden, die keinen richtigen Absatz für ihre Geistesprodukte finden; b) erwerbsunfähigen geistig Schaffenden, wie Alfpensionisten, Pensionisten, Witwen und Waisen nach geistig Schaffenden; c)' allen übrigen geistig Schaffenden, aktiv Angestellten, deren Einkommen im Mißverhältnis zur Zahl der. zu erhaltenden Familienmitglieder steht. Zur Anmeldung sollen die Bittsteller unter den Dokumenten besonders auch den Meldezettel mitbringen. Anmeldungen werden entgegengenommen : I, . Bösen« dorferstraße 13, und zwar: 6. d. M. Anfangsbuchstabe G, 7. H, 8. I, J, 9. K, 10. L, 11. M, 13. und 14. Nachzügler 15; N, 16. 0, 17. P, Q, 18. R, 20. S, 21. T, 22. U, V, 23. W, X, 24. Y,.Z/ 27. Sch und 28. St. Im eigensten Interesse der Bittsteller wird ersucht, daß alle einem Verband angehörenden Personen ihr Ansuchen bei ihrem Verband (Organisation,. Körperschaft) verbringe« und daß bei der Anmeldestelle, I., Bösendorfersträße 13, sich wirklich nur jene Personen zur Anmeldung'einfinden, die keinem Verband angehören. Da die Lebensmitteltransporte noch nicht .eingetrpffert sind, da besonders auch die Ausgabe von Lebensrnittelpaketen für einen späteren Zeitpunkt geplant ist,, mache« wir aufmerksam, daß die Ansuchenden in ihrem eigensten Interesse zu verschiedenen Tageszeiten innerhalb 'der. Zeit von 9 bis 12. und 7,3 bis 5 Uhr an Wochentagen' und 9 bis 12 Uhr an Samstagen sich einfinden wollen. , J , , . Auch nach Ablauf, der heute verlautbarteh Frist werden noch Anmeldungen ehtgegengenomme«, sor daß keine Gefahr bestellt, daß Personen, welche wirMM; be^ dürftig sind und in den widmungsgemäßen Rahmen diese! Spende fallen, zu kurz kommen. Anmeldungen von verbandslosen bedürftigen Geistig» schaffenden oder von Verbänden aus Niederösterreich wollen schriftlich gerichtet werden an das Landeskommissariat Niederösterreich der amerikanischen Kindefhilfsaktion, I., Bösendorferstraße 13. Die Wühlereien der Wiener Agudah. Man schreibt uns: Die Wiener Trennuiigsörthodoxie!, welche sich um die hiesigen Schiffschulkreise - gruppiert; entfaltet in der letzten Zeit eine rührige Tätigkeit, um . sich unter den verschiedenen Wohltätigkeits- und Bethausvereinen im II. Bezirk Anhang zu verschaffen. Das ganze Treiben geht darauf hinaus, für die Trennungsbestrebungen innerhalb der Wiener Kultusgemeinde Anhänger zu werbe« und eine stille Propaganda zu entfalten, welche gegen de« Bestand der Wiener Kultusgemeinde gerichtet ist Die Agudisten von der Schiffschul wollen an der Notlage der, Wiener Gemeinde ihr Süppchen kochen und smMn diu vielfach wenig über die wahre Sachlage informierten 0 s t j u d e n, welche den genannten Vereinen angehören Ußd ihrer ganzen Auffassung nach jene Trennungsbestrebungen ablehnen und perhorresziqren, auf allerlei: Weise für ihre Zwecke zu ködern. Vor einigen Tagen hat/ .vrie' man Ulis mitteilt, eine von der Schiffschul einberufene Besprechung von Vertrauensmännern verschiedener Mreins stattgefunden, bei welcher man versuchte, diese, entsprechend zu präparieren. Auch im Verein, G. H m i i u » Chessedin der Lilienbrunngasse, dessen Mehrheit aus polnischen Juden besteht, haben sich die Pappenhe|prLe.utci nach Gefolgschaft umgesehen und versuchen, .doM ihre« Köder auszuwerfen. Es wird sich darum handeln m.^en, die in jenen Vereinen zusammengeschlossenen os.tiy^ischeii Massen auf die wahren Absichten der Ag/EtHi^aM merksam zu machen und sie über die. GefährlichlreAseiner Richtung aufzuklären» welche die Einheit der ^Aehtums negiert und bestrebt ist, nach ungarischem trennende Schranken zwischen Juden und ludtz« M richten. ' __ ' .' . * vaa Neueste ist». , Das Neueste itzt nämlich das^ Warten. Ausnahmsweise wissen wir sogar .ziemlich Knaü< worauf: auf das Falle« der Preise, Wien harrt, geduldig und voll Spannung. Alle Welt erklärt mit schöner Sicherheit, jetzt müsse es billiger werden. Leider kann niemand sagen warum und gar niemand wann. Neugierig guckt man immer wieder in die Schaufenster,; öb dio Nullen nicht schon spärlicher werden. Aber sie gedeihen; ebenso üppig wie nur je und sind von ihren Prädilektionsstellen hinter den anderen Ziffern, vor dem Bezimälpunk^ nicht fort zu bekommen; Auf den Märkten werden" ZWiebel nur in homöopathischen Dosen eingekauft — iuorgeu werden sie ja billiger sein. Die Verkäufer sehnen sich nach ADothekerwaaeij, die Hausfrauen nähen Falten in ihre

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