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Wiener Morgenzeitung · 1922-03-05 · Heft 1113 (5.3.1922) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1113 (5.3.1922)
Date
1922-03-05
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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MM-F Men, Zomttrtx MTORggJl^yrülSFg S.Mflra ml_Nr. 1113 Eine französische Korruptionsaffäre. (Vo* unserem Paris© Der vor Monaten erfolgte Zusammenbruch der China tank, der, wie erinnerlich, die Gemüter in Frankreich so stark -aaiffwühlte, fon>t endlich in d<er Pariser Kammer au einem offenen Ausbmch geführt. Die Regierunghat sich damals beeilt, eine Stubzfungsa(k|ion zu unternehmen, und das erste Opfer der Affäre war Bertiielot, Direktor ira Außenministerium, ein Bruder eines der Hauiptafletiomäre der Bank, dor im Zusammenhang mit gewissen-, immer bestimmter auftretemden Gerüchten den Abschied nehmen mußte, weil er, wie behatuprtet wuirde, seine Stellung allzu sehr für Privatinteressen mißbraucht habe. Die Affäre hat alsbald der Opposition einen willkommenen Anlaß zum Eingreifen gegeben unid ihre Argumente bewegten sich in der Richtung, daß es siöhf bei dar Intervention des Staates .nicht darum allein handelte, die Interessen Frankreichs ihn fernen Osten zu wahren», sondern weil es sich auch um da» eigene Prestige hervorragender politischer Persönlichkeiten handelte, welche durch die Angelegenheit stark kompromittiert seien. Die Angriffe gegen Millerand, Bria-nd und Louc h eur sind immer um verhüllter geworden und eine Pariser Revue halt dieser Tage berichtet, daß die Bank die Kosten für M^erands Präsidentschaftskampagne bezahlt hat. Wie weit die Gerüchtbildung «vorgeschritten ist, geht a/us einem Artikel des »Martin« hervor, welcher seihreibt, das Land wolle endlich wissen, was an-den Skandalgerüchten wahr sei, ob wirklich Politiker und JkmirnalLsften Schmiergeld e r von - der Bank erhalten, in wessen Interesse Berthelot gehandelt habe und ob es wahr sei, daß Berthelots Vorgänger unter Clemenceau während des Krieges mit dem Feinde Geschäfte g’emadht habe usw. Tardieu hat inder Kammer einen Antrag auf Einsetzung einer pari am entarischen Unterr Korrespondenten.) suchungskommissron eingebraicht, damit die wclimut«- zige Wäsche endlich gewaschen, werden könne. Daß es Tardieu ist, welcher diesen Antrag stellt, hat seihe besonderen Grunde. Es ist dies eine Gegenaktion der Clcmenceau-Gruppe, weldhe diesen Antrag in ihrem Kampfe um die Mae lut als ein Mittel ansieht, um ihre Gegner zu kompromittieren, welche eben zu.einem Schlage gegen diese Opposition ausgeholt halben. Es handelt sich hier um. eine Reihe VON Interpellationen, welche den Zweck haben, die Fronde der Clemenceau-Leut« politisch bloßauistellenw Die erste davon betrifft die; Angelegenheit Me unicr, der unter der Beschul* digiwig, Beziehungen zum Feinde zu unterhalten, sevt S8 Monaten im Gefängnis saß, bis er vor einigen Tagen aus Mangel jeglichen Beweises Creigelässen wurde. Eine ähnliche Affäre betrifft M a r g u lies, einem rumänischen Staatsbürger, der unter den gleichen Anschuldigungen verhaftet und dessen Vermögen konfisziert wurde. In der Angelegenheit hat ein Oesterreicher namens Ros e n b et g eine Rolle gespielt, als des* sea Anwalt während des Krieges ein Bruder Giern em c e a u s wirkte; Die Behandlung der Interpellationen hat mit der Annahme einer Tagesordnung des Justiz-mini-sters geendet. Jedenfalls sieht1 man, daß die beiden GnuMem einander nichts schuldig bleiben. ' / , iNummelif . bleibt abizuwarnten, welche .Ueben* ra&chungcn die Bankuntersudhung bringen und ob sie aiufereichcn werden, um jene (politischen Folgen zu zeitigem, welche die Gruppe um CleniGnceaa« von ihnen erwartet, deren Prestige^djii Interpellation s-de batte über die Fälle M e u h i e r und M a rg u 1 i e s nicht gehoben bat,*" Die jüdische Gemeindetagung in Litauen. (V on an serem Sp e zi a 1 k ö r r e s pon d en t e n.) Italienischer Brief. (Von unserem Korrespondenten.) Rom, Ende Februar, iNfefclfi fähigem Hin -mrd. Her M es erndfliich geluinlgen, edtn Kabiudtit -zorsatmimtöniziiBtielllctn, weüdliiets bis Auf weiteres dlie Gewähr einer gewissen Ldhenis. fähigk eit zu Hetern ödhiöinit, Na/dhldiem düe vor* sdhiocheni-chsn Kambin'a'tiionen. gesdhoitart skud, bat sfjah eodHiidh der Gioil'itti-iainer Flaidha bemlfc gefunden, eine Regierung zu bi Mm, weldhe r der neue Außenmiimiistär Sctemzier seine basotnidere -Note gilbt. Die walbne Ursache für dien Sfminz Bomonnis ist hier bereits (besprochen wondteai: Es war ntdilt di» öffiizietlte Beteiligung der Regierung am dien TriaiuecfeierlidikeJttem für dien TOrsttionbenan Papist uimd! die Halltbumg Bcnomis im düeser Amgelegenlhieiit, ddie keineswegs ifgemidieiine wirkfliidhe Aanidienmig des Verfhälitniisises zwiiscthem Stent mmid Piapsititiumbedeutet, war nur der äußere AmÖaß, fniadh dfem die ibürgöriiidhe Demokratie ed-lig griff, um diais K'aibilnietfc zu Fall zu bringen. Das Kabinett Boniamä istt em setämetr AKußcm»- poilitÄc zrugminidte gegangen. Es ist dies jene PolilüUk, welche der nationiailiiistisdfoe Außerwraitniitstcr dellla Torretitia inauguriert hart; umid die bei dem Verihlaindlumgan. im Venedig so leuchtend in Ensdhjemnrutng getreten ist. Die vtalieniisdhe AaißenpoTiitÜk ist hnoriz all iihrer tradiiitfionellem G-eerihiiidkdfchikeilt seit ktnigenn atof elfte' sebiefe Ebene gemäßen: Man bat liattige Zeit aiuif Erfolge in Kleaniaiittien' getnedhiniet utntd hat sich stcmÜneßHicih genötigt gesehen, ain. dlem Duell zwischen England tarad Frarikreklh allis unlbetedliigter Dritter ®uir Seit» stehen zu müssen,; den fetten Brocken hot Frankreich weggescihnnippt, und die itailiencisciben Aspirationen, die seit ltamgem im 6®t- Idtctbei Miittelimeer . eine wintftsdhaffliiicfnie. Opemateotnisbotsis gesucht haben, hat düe Abmaidbumg -zw-iischen Frankreich und dien Kemefeton volliantdls aunfidhte gemacht. Dasgespannte Verhälttmdis ztu Fmainkmeich, dem deir itaiienrisrihe Narionailfemiuis überdies die Unterstützung Jugosdianviews nicht verzeihen kämm, ist seither nicht besser geworden, und im d&eser Siluiatfion (hat Herr Torretta, m eimetm .Sdhflaig« ausgeholt, der die politische Isolierung Itailiens noch vergrößert hat: Der Versuch, sich Homthiy-Uingamn amzufneunden umd düeses. gegen das seihlwaoh-e Oestonreich auszugpBelen, wobei man sich kalttibflüitjig ober dien Wontfliaut der Verträge Mmweggesetizt hat* hat dien Zusam m-erjhjaing der Staaten, wekhe düe kleine Emtcnite bilden, noch gefestigt und Itaflii-ettei Streben, die Führung in Mibeleuiropa an scicjh ®u mßen, nicht eben geförd’eitL Der plohzAkhie Emti Schluß, sich am der Krediötakticm für Oestertciich .su. beteiliigem, kann mühelos auf dtem Wunsch fflturüdlogeführt wenden, eikin-germaßeh gufeauimaidhien, was man im so unüberlegter Weiree verdorben hat, aber der Verach wird kaum hiiöreichen, tarn diais Mißtrauen im Prag und BeÜgraid zu besdhwi'dhitSigeni, das die FawomiiSieruing Ungainnis hetmrorgctrrufen ihfait,' dias im erster Reihe eis PreWlbock gegen dem •bgctslarwisehen. Amralm<?r dienen soll, aber aiuieh im Prag Besorgnrassse henvormufen mußte, dhs eemor AtufmolÜluing der magyarischen- Frage mit bagrwißlfflciber INienvoslr tat gegemüb«rsit«Jht Wie . sich mm Me külnMgs AmS«np«iMk fitAlüisnL gos&eJi&m wird, und d» Harr Sdhismize«, Ä»r gleich dem Mm isterp räsidsnt m sh Gi-dtitoiis Gatreuem gehört, am irgendwadiclhfe Udb^rrttJidhumgen «Lenkt, bleibt vorerst ahnuwarten. Im W«ishlimgten, -.wo er IrtuIäenB Vertretung führte, zeigte er sich m-it den Traditionen •Lteiietm'sichier AußenlpoÄiiltiik wohilvertraut und wußte wiiktungswM -seinen Syimipatihien für die- Emtwaffniütig Aiusdmuick ziu geben-, anderer* seiits aber ebenso dne Noßwemdigkeiit ebner Gilei'ohsteldutig der itM-emi-sch-sn Mittciinveerfkrtitie miitt 'der änanzösiischien das Wort zu reden. Nun wird Schanzet, der em M-amm vom bedeutenden Fähig* Reiten'ißt, zu erweisen haben-, ob er imstande« isiv» ■Tortttafe --EIcvratouren vergessen zu machen. Die Möglichkeiten für eine Majoritäfcsbiilldiüing sind für die gegenwärtige Regierung bis auf weiteres gegebem^umd! dlie Opposition dürfte sich auf Fasrii-itjen umid Soriiö&tem beschränken. d*a der «bür-gediiichc und der katholflsrih© B-Iock fürs ernste befniedii-gt ist. Das Ringen -zWkch-M dem D-Maitor dier mädhltiigen dearHholiischeh- 'Vdlcgpcanbei Don Sßumzo und Giioßitti (hat mit ciincm’Komipmomiß geendet, es bleibt fraglich,’ ob GäoJibifl w.imkliich Lust hisuttte, unter den heutigen nicht: gerade erfreulichem Aspekten die Regi-cinustg m übertiehimen, oder ob ihm dies Sbitirzos Vetto affllein .verwehrt hat, ebenjiedlemfalilis siltizön in der Regremhg nicht weniger als sieben Männer seiner Richtung. Wenn sie Gifolititis ünatd.iitiomeMe Geschiick- IdchMt-in sich .\«eroiinen werden, dann kamin miarn dem juemien^KäbiBrent «mmonhiim einige Daiuier pmcpheizeien, chgteidl tmöi bei dem Kyrniiprom-ißdiiairakttör dieses Kabimett» vor Uebwnrasichiumgen mi<dhit gefeit sein Icamm. Ein Blatt nenmit den .neuem Minäiteupräsi-- denten GnioUktitÄs Statthöilter und dessen aiußeiv* politische Ansdiaummige-n für rticÖ-Jt tunbekomnt. Sie bewegen sich in der Richtung einer Veinsfämdiilgtuttg mit den Jnigoilia-wen, Äber -anndh eine Annäherung am dlie Weinte Entente, anidererseitw a'ber disr Sohaffumg eines fe-evantdklidhieren Verhältoi^es zsu FmamRoneiiök Ls Wetäbt aibauwarten, welchen Stamidipmmkit Sidh«ainizer akmiehmam wand, der im der Aiußenpofi/iitüflc ein Neuling . iet, dann seLn Arnftteten in Washington öSh&t moht gamiz, weil er mit gebumidtener Miainsichroute risch Amerika gegangen . ist ,, An Aufgaben •wind es ihm jedenfalls nidk fehlen. K o w n o, 23. Februar. (Verspätet) Im Verlauf der Tagung referierte Dr. Berger über das »jüdische Schulwesen in Litauen«. Er stellt fest, daß der litauische Staat bestrebt sei, eihe einheitliche Schule für die ganze Bevölkerung; zu; schaffen. Die. Unterrichtszeit ist auf elf Jahre berechnet und in folgende. drei . Gruppen aufgeteilt: r.. Die vierjährige Vpfcksbrldtfngsschule, 2. die vierjährige Mittelschule und 3. die dreijährige. höhere Mittelschule (Gymnasium). Die dritte Abteilung Ist ftttg für diejenigen berechnet, die die Absteht haben, das Hothfrchnlstudkim zu betreiben. Dieses ßystetti ist auch für die Bedürfnisse der j ü d U c.h s u Bevölkerung entsprechend und <“«■ s«i daher notwendig, das jüdische Schulwesen demselben aiusufdseeai Pie Sebidabteilung beim jüdisehea Mi«tetzeriu«n bet.«, Wegs der jSdleshea Gemeinden zur Vegründm-ng und »um Ausbau de« jndischeh Schulwesens viel beigetragen. Im Leute des Jähres chst eilein wurde d>V 2ehl der Lehrer von 109 auf 170 erhöht. Die genannte Äbteijung hat auch an der "tiinfuhtung d,er.jüdischen Unterrichtsgegenstände mitgeärbeitet, aber, leider ist es infolge des Streites der in der jüdischen Gasse vorherrschenden Richtungen bisher unmöglich gewesen, der Forderung des iü'*' sehen Ministeriums auf Einführung eins? einheitlichen M n t e r r ic h t sp r ogrammszu entsprechen. Hauptsächlich hat idaa Jüdisöhe Ministerium die Grundlagen für das jüdische Schulwesen in der Autonomie geschaffen, so daß das Unterrichtsministerium einsehen mußte, wie notwendig auch die S c hu lautonoraie sei. Aufgabe' deif späteren Gesetzgebung wird £s sein, den Aufbau und die Kompetenzen unseres Bflduiigsap-parats zu regeln». Sodann referiert der Vertreter der demokratischen Fraktion, K a-Ufn a n o .w i c z, übe<r die »Aufgaben der nationalen Schule«, welches Referat-ganz im Sinne der »jiddiachistischen« Forderung gehalten ist. Die Hiaupt* tendenz der-riätionalen Schule solle in der Vereinheitlichung beruhen und, als Grundlage würe die j ü d L - sehe Un te rr i c h t s sip rache zu beachten. > Der Vertreter der Agudah, Schtnu.lewi.cz» erklärt, der Kamxf um dasrSoh ul wesen sei fälschlicherweise in einen Spräohenkainipf' ausgeartet. Er macht den 2 i o*n is t e n den Vo -r w.u r f, daß sie ln dem Aufconotniegesehz vor allem die S i e h e r u ti g d e r R e c h t e der hebräischen S pf a C h e durchgeführt habeft und statt für den Volksgeist für ddn Hebtäismus eingetreten sind. Vor allem mü*äe man dafür Sorge tragen, daß die jüdische Erziehung im Geiste der Torah geführt werde. Die Orthodoxie werde sich auf keinen Fall der Macht einer Minderheit, die gegen die Religion auftrete, unterwerfen. Pie Vertreterin der raidikal-jiddfisehtati* sehen Kulturliga» Fräulein C h a t k e t e S, vertritt den Standpunkt, daß als Schulapfache einzig und allein die Muttersprache der Kinder zu fttngieferi habe. Die Kulturli^a weide eg.nie zulassen. daß man da> juüi.s^be Klml k der -f r * m d e n hebräischen S *> t a e h e erziehe.. Per Vertreter der Zeirei Zion, B r 0 d n y» tritt namens seiner Fraktion für, die Einführung der hebräischen Unterrichtssprache ein. Ein Referat Garfunkels über die Organi- Bationsf rage des jüdischen Nationalrates gibt ejn4 Bild der Tätigkeit dieser Körperschaft. Bistiün war ' die . ganze Tätigkeit des Nationalrates zentralisiert, feine Exekutive, bestehend aus zehn Mitgliedern, war mit der Leitung sämtlicher Agenden •betraut. Per gegenwärtige Nationalrat müsse unbedingt reorganisiert werden. Referent schlägt vor, daß ins Sinne des neuen Statuts der Nationalrat 50 Mitglieder, darunter 30 aus Kowrto, zählen solle.. Au* der Mitte dieser Mitglieder wird feine Exekutive gewählt, außerdem müssen für die speziellen Arbeitsgebiete Konwnissioitfen' pingesetzt werden. Die Vorsitzenden der ein-, zeihen Kommissionen gehören automatisch der Exekutive;, inlt beratender Stimme"'ah. An Stelle des Präsidenten und zweier Vizctf-rätddcriten soll nach'dem neuen Stährf ein gleich rangiges Präsidium gewählt werden. Bezüglich der Deckung aller Ausgaben des Nationaltafs und seiner Institutionen müsse die Gemeindetagung beschließen, daß alle Gemeinden von ihren Einnahmen 10 P roze ht für den Nationalrat abliefern. Auf dictte Welse könnte das Jalxresb-udget des Nation-alfeftts gfideckt werden, . Nach einer längeren Debatte, an d-r .Vartret«' sLmtllchet Fraktionen' tcilnehmen, bertehtet der Minister für jüdische Angelegenheiten Dr. S o 1 o w e j t s c hl k über die bisherige Tätigkeit der Gemeinden'.' Bisriuit sthd beim jüdischen Ministerium tÖ2 j ü d i e c h e G e m e 1 h d e n, d*e bereits auf der Grundlage des neuen Organisationsstatuts gebildet wurden, angemeidet. Die zwangsweise Steuereinhebun-g ist leider nur von 50 Gemeinden durchgefüh-rt worden, Das Budget dieser Gemeinden betrug im letzten Jahre 5I4 Millionen Mark, von welcher Summe 33 Prozent allein für K u l f» r Z.W ecke, zo Prozent für s 0 zi a 1 e F ü rs 0 r g e 'verwendetwurden. Die Getncindeabteilung des Ministeriums war Vor allem bestrebt, die Bildung iisr Gemeinden auf Grund sllge» mÄher' Wahlen lind/:'-',deä i Prinziips des Steuerzwanges durchzttführen. Das bisherige System hat si&h durchwegs als gut erwiesen, Referent seihlägt daher vor, die bisherigen/Richtlinien des Ministeriums Zu billigen. In der dakauffylgenden Sitzung werden von* der politischen Kömtnlssföri' 'Resolutionen über die Tätigkeit der Sejmfrtik'tiÖh, des Nationalrats und des jüdischen Ministeriums; vo-rgdfegt und ein Dankvotum beantragt. Nach einer" längeren Debatte werden diese Resolutionen mit 66 gegen 50 Stimmen angenommen Die riinorltätenfrage. .. .Kowno, 2. März. (Tel, der.„Wiener Morgenzeitung8.) In der letzten Sitzung der Konstituante wurde von der Veriassungskommisston der Vorschlag über die gesetzliche Regelung der Min 0 r i t ä t s n (m Verfassüngsentwurf eingebracht. Die Redner aller Fraktionen stimmen dem von der Kommission vorgfeschlagenen Projekt zu. Die Abstimmung wird erst in der nächsten Sitzung erfolgen. Nach Ansicht der jüdischen Abgeordneten wird dieser Gesetzesvorscblag voraussichtlich' einstimmig angenommen werden. In’ dem.Motivenb,erlebt zu obigem Gesetzesprojekt wird festgestellt, daß die N a t i 0 n a I i 1 ä t e i n e d e t wichtigsten Grundlagen des staatlichen Lebens bilde und aus diesem Grunde liege es im Interesse der litauischen Staatlichkeit, die Freiheit aller nationalen Minderheiten s 1 fi h e r 2 u s t e 11 e n. Aus diesen Erwägungen heraus hat die KonstltutionskommiSsion es für notwendig erachtet, die Sicherung der ilatiöriaieh Minderheitsrechte in der Verfass ungnurkunde zu verankern, um die Forderungen der Minderheiten; voll und ganz za erftliieftr

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