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Wiener Morgenzeitung · 1922-03-04 · Heft 1112 (4.3.1922) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1112 (4.3.1922)
Date
1922-03-04
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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WIENER MORGENZETTUNö 4. Marz 192? Nr. 1112 :fL .; 4 _ _ , . fisten» Samstag ein Darlehen an, dem zweiten schickt er »aus reiner Mensohenliöbec auffallend billiges Fleisch ins Hans, lairz und gut, der Keil hat Menschenkenntnis, schürt und bohrt ohne Unterlaß, gaukelt Bilder an die Wand, die von Wohlleben erzählen und Kitzel er-, wecken sollen. Im Huzulenland, das der Jude zugrunde gerichtet hat, war der Schnaps das Mittel der Verführung. Auch die Methode der Verführung ist immer die gleiche. Versuchungen schaffen, Leidenschaften wecken,alles weitere ist Kinderspiel für Schmtd oder Iirrig. Wer sich mit ihm in verfängliche Gespräche einläßt,. hängt bald an seiner Angel. Die geheimen Be«. Ziehungen erklären den ungeheuren Einfluß ckr Juden. Der Kampf gegen sie wäre leicht zu führen und mit Erfolg zu bestehen, wenn es., .« Ja, wenn es niemanden gäbe, der ihnen auf den Leim geht. Leidier gehört rite »Reidhspost« zu den Opfern der jüdischen Verführungssktmst. Denn, all# infolge eines Mißverständiüases der Anschein erweckt wurde, daß die Verteilung der jüdischen Spende größtenteils Juden änvertraut sei, war sie gleich mit der Frage «ur Stelle; »Was bekommt der christliche Mittelstand?« Was das fromme Blatt wohl geschrieben hätte, wenn wir die Frage aufgeworfen hätten, was denn der jüdische Mittelstand von der Pap Step ende erhalte! Heute wagt das christlichsoziale Blatt bereits, den Umstand, daß die jüdischen Organisationen aus der jüdischen Amerikaspende auch bedacht werden sollen, übel zu vermerken. Vermutlich deshalb, weil die notleidende Christenheit von der Papstspende auch nichts erhalten hat... Oder fürchtet das Blatt, daß auch die Juden selbst Opfer der jüdischen Verführung werden? Es möge doch zunächst die Christen vor Annahme des Koders warnen . .* einem Einheitspreis, der von K 60 auf K 80 erhöht wird. Das Komitee zur Beratung des Straßenbahntarifs hat gestern eine Sitzung abgehaiten, in der Vizebürgermeister Emmerli n g über die neuen Vorschläge der Direktion der Straßenbahnen berichtete^ Das Komitee beschloß, einen Einheitstarif von K 80 dem Gemeinderatsaitsschuß für städtische Unternehmungen vorzuschlagen. Die Arbeiterwochenkarte wird neu eingeführt und wird K 700 kosteh. Sie gilt für den Antritt einer Fahrt an Wochentagen vor 8 Uhr möfgens und nach 2 Uhr nachmittags bis 9 Uhr abends. Sie ist an keinerlei Legitimation gebunden und an Samstagen und an den sonstigen kleinen Feiertagen schon von 9,13 Uhr vormü? tags zur Fahrt gültig. Ferner wurde beantragt, die R ü c k« f a hrsche in e aufzuiassen, jedoch die F r ü h f a h rschein e beirabehalten.' Diese sollen zum Preise von K 60 ausschließlich im Vorverkauf abgegeben werden. Das Komitee beschäftigte sich ferner mit den neuen Belastungen des Budget s d e r 8 tr aß e n bä hnen durch die bevorstehende .Erhöhung der gleitenden Zulage für. den Monat März. Dadurch wächst der bisher festgestellte Ab ga n g der Straßenbahnen von 11 Milliarden auf 16*4 Milliarden an. Die Vorschläge des Komitees gelangen Montag im Gemeinderatsausschuß für die städtischen Unternehmungen, am Dienstag im Stadtsenat und am Donnerstag im Gemeinderat zur Beratung.-Der neue Tarif dürfte v o r aussichtlich am 15. März wirksam werden, Die Arbeiterwochenkarte wird vom 20. März an eingeführt. Marmorsäulen, weiche das Emblem der Menorah tragen, ferner ein Stuhl, „Katheder des Moses* genannt, dessen in den Evangelien Erwähnung getan wird. Schließlich ein siebenarmiger Leuchter aus Marmor mit verschiedene!! heiligen Symbölen, von. denen im 2. Buch Moses .die Rede ist,, weiter^ Münzen und verschiedene Industrieerzeugnisse Galiläas aus dem zweiten und vierten Jahrhundert. Nördlich von der Synagoge wurde eine dicke Mauer blößgeiegt, die vermutlich aus der Epoche des Herodes stammt, und in der Nähe davon ein Friedhof mit griechischen Inschriften. Besonders Interessant ist eine Christ- 1 i c h e Inschrift aus dem zehnten Jahrhundert ln a r ah i s che r Sprache/ weiche eine dreifache Chronologie enthält. Den Entdeckungen wird große Bedeutung zugeschrieben. . Offentürl. Einer der Hauptheldcn der letzten Ausschreitungen der Erwachenden Ungarn in Budapest ist der Spezerei*. Händler Leopold Offentürl, der, wie berichtet wurde den in Bedrängnis geratenen Wachmann Antimöwics geradezu mit Gefährdung seines eigenen Lebens aus den Klauen der ihn mißhandelnden Erwachenden befreite. Ein Mitarbeiter des »Az Ujsag« suchte diesen jüdischen Greisler auf, um ibn.zu 'befragen, wie eis kam, daß er als Jude sich dieser Baude ‘eiitgegenzuwerfen getraute* Offentürl will anfangs nicht recht heraus, und meint, niaft'müsse jetzt sehr auf der Hut sein, da man nichts wis'seti kann, und-man noch immer Grund habe, sich vor den -Erwachenden zu fürchten. Offentürl ist ein Mann von kleiner, gedrungener Gestalt, sein Gesicht hat die friedfertigsten Züge der Welt. Man würde es 'kaum glauben, daß er sich überhaupt ln eine Rauferei, und noch dazu gegen eine Uebermacht einzulassen wagt* Auch seine Hände sind weich wie Samt. Er dürfte etwa $6 bis 4ö Jahre alt sein. Offen gestanden —• sagte er anfangs —, liebe ich es nicht, ln der Oeffentlichkeit eine Rolle zu ap.i?len. loh fürchte auch, daß sie mir mein Geschäft in Trümmer schlagen werden. Ich spreche also nicht gerne darüber. Heber weiteres Drängen des Journalisten wird er sichtlich erregt und sagt: «Schließlich mußte man doöh ihnen einmal zeigen, daß auch der Jude nicht feig ist. Iöft war Sonntag'vormittags in def Tabakgasse und sah, wie etwa dreihundert Menschen einen höllischen Lärm schlagen, johlen und jeden Passanten insultieren.- Auch Frauen und Kinder, auch mich überfielen sie, und einer von ihnen, mit einer Uni-; versitäiSka'ppe, versetzte mir einen Schlag auf den Kotpf* Ihr sWen Augenblick geschah es auch, daß eine Gruppe dieser-.Unruhestifter den Wachmann Antlmoivics, der Ruhe schaffen wollts. zu Boden Warf ithd ihn zu würgen begann. Ein ganzes Rudel Menschen drängte sich um ihn. Nun dachte ich an nichts mehl, ich sah bloß, daß dort ein ehrlicher, 'pflichttreuer Mensch in Lebensgefahr schwebt; Ich warf mich auf die Menge und schlug mit einer. Hundspeitsche rechts und links um' mich. Ich empfand durchaus kein Wutgefühl, ich wollte bloß, den auf dem Böden liegenden Wachmann befreien1. Als jener Umversitatshcirer auf uns Schüsse abgab, dä stand ich bereits anf der Seite Äntimowics, und der Wachmann konnte;sich .nünme'hr gemeinsam mit mir, gegen einen neuen {Ä"ngriff der Erwachenden wehren. Unsere Situation war ■ sehr gefährlich. Erst als Sukkurs kam, wurden;; auch? die bis dahin: größten Schreier kleinlauter. Das; energische:: Auf treten .hatte seine ■ Wir« kung geübt. Ich selbst ergriff dann sieben der lärmend-', sten lind , rauflustigsten Erwachenden und lieferte sie mit-Hilfe zweier Wachleute dem Bezirkskommissariaff ein.’Einer der Erwachenden, ein gewisser Szasz, benahm sich zehr renitent/ üticl, .'selbst auf . dem Kommissariat sprach er noch so von b'ben herab, und verwahrte sich dagegen, daß er stelhg. gemacht wurde. »Ist das eine Rechtsordnung?« frag er wutentbrannt. »Ich werde wegen meines UngartumS von einem Juden eingeliefert .. « Offentjirl? denkt dann auf die Frage, ob er noch etwas «zu erzählen wüßte, einige Sekunden nach und sagt dann: Ja, richtig, Hera Oberinspektor Janossy sagte, daß er die zwei tapferen Wachleute für eine Aus-. Zeichnung vorschlagen werde. Sie verdienen sie auch, aber mich, bitte ich, nur nicht zum Helden zu stempeln.« __ Die Krise im amerikanisch-jüdischen Kulturleben. Der (NW York er »He brew Stiamldlalrid« dnftwiiJrft in Seiner ibeihzfoen, Nummer ein -redhit graiuiscig'es Bild! üibier ddie Kirifee ilm jü'd'iisiahien Kultuirldbiön Ammlk»a(si* Hiawadhi izeijgt »idr auf diesen Göbiefan1 eine plöbz- •Ididhie Emsttlaairtianigv w<ie sie «iemaills vwafhior foedbaidhfet wendlem1 ktomnlte. JBüdher wonddu üfaetrihfaimprt raichits •meflir 'Ihieratusgegiöbecn, unld eiuidh dliic (bereits1 vorbainidenen <Bücfo!eir wemdien michlt rvtetrflöaiuiflb. Diel j-üdfedtoetn, Verdeger .uinidf Budh/hänldler etrikfllä/netni, noch! nfiemiallB eine soflidtoe Krise «midi StaigniaWiicwv, wie sie siidh jietzit iim amieriilkairnLsidhicin Ghetto imltg-emacht (zu (halb an' Von. dien vonsdlüiediaman Wocfnen* scöuniftemi, deren Grrünldbnig in Autsisiiidhit gentommeni wutnde. odler dUle riMisäcltliiidi in» Lebten genutfen wtur-i den;, exLitüenen Ihieiute nur mtcudh selhir wendige. Audi im Thealbeirmnacilut «idh eine tiefe Depression um-di ein1 Ku’C'kigiainig füMbatn Da» jitdliiseihe IGumisttteDter, ikiainin i§iiiclh' muir tdbidlurch üibar AVussea* hiatltemi, dbß es idum geliuingetti lilst, eih Zugstück . ^'on isedur gerlinger Tiefe izu eirwerfbem, ttuid diaß dier »'Vorwärltß« füt diese» SJtiüidk erime bisher' noch irnidit diaigeweisene Reiklatme tmdhk:. Dö»S' •I r v i n g «P 1 <a c « * T fh* e öu t r t war sbihlon malhie damn, seiiine Tore sicfhtlließen zu mÜLken. Die iSchlziuspieiller und1 Angestellilitien' ihatten bereits drei Wochen lang iibre Löhne n! c h t erb a 11 e n. Da cdbiairmite siidi des TlbeeHiens die (beirühlmte SdiinmPipidetrh'tn' BetPta Kaliöiclh), dlk.1 tfdtiz iliires Ehigageimemtis am einem eugliseten Tfhieater dient in Not genaibetmem ^üdisdliert Trailer dlitmdh ihre Gai?ftnolien 'beii pnafng und es sm, vor dem umaibweimdibairen Znwaim menftarudh bewälHntiei,: Eis Lsit jeirlOcih «ehr fragiidi, olb dhis Iimdlmg -'Pituce- Tihe-amre dfci» Giaistspicil der iMiadJanie Kiafiiisiclh wird ülxinl'Olx'.n ihöntmcn. iNidilt be-.^or . es unn I K esslcirs Tlicniter, ctats :te umid «o!'desto | j'üdiiix'be rj'honw.« d'A-?. nluug-idcDiüaills miit .finarpzicHe^ Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich. Ueber Beschluß des Landeskomitees wurde vor einigen Tagen ein politisches Sekretariat geschaffen. Jene Personen, die in ihren Angelegenheiten (Interventionen) bei jüdischen Mandataren versprechen wollen, haben sich vorerst im politischen Sekretariat zu melden. Parteienverkehr: täglich (Samstag ausgenommen) zwischen T0 und 12 Uhr, II., Zirkusgasse 33. _ Wiener Zionistisches Lokalkomitee. Sitzungsbericht vom 1. März 1922. Werkzeugaktion; Die Liste der für die Sammlung in Betracht kommenden Werkzeuge und Maschinen Ist an alle Bezirkssektionen und Sonderverbände ergangeih Sämtliche Bezirkssektionen wollen eine Liste der in ihrem Rayon wohnenden Werkzeug- und Maschinenfabrikanten sofort an das Sekretariat des Lokalkomitees (neue Adresse: IL, Taborstraße 20a) absenden. Ais Leiter der Werkzeugaktion werden die Herren Oberrechnungsrat Weiner und Dr. T a g 1 i c h t bestimmt. Alle Sendungen wollen dem Sekretariat das Lokalkomitees bekauntgegeben werden, das für den sofortigen Abtransport sorgen wird. Bezirkssektion XIX: Die Zionistische Bezlrfcssektion XIX wird in den nächsten Tagen Ihre Tätigkeit wieder aufnehmen. Herr Oberrechnungsrat Weiner hat sich bereit erklärt, die Reorganisation in . dieser Sektion in die Hand zu nehmen. Es wollen sich deshalb alle Zionisten des XIX. Bezirkes, denen eine Erstarkung dieser Bezirkssektion am Herzen liegb mit dem gesahnten Herrn ehestens ins Einvernehmen setzen. (Adresse: Oberrechnungsrat Moses Weiner, DL» Servitengasse 13.) Nächste Sitzung Mittwoch den i 5. tl. M., 7 Uhr abends, im Zionistischen Bureau, II., Zirkusgasse 33. Tagesordnung; 1. Propaganda (Jugend); 2. Frauenreferat; 3. Eventualia. Der Streik der Rechtspraktikänten. Gestern ist der Streik dier Rechtspraktikänten ausgebrodhen. Durch den Streik haben sich bei den Gerichten mannigfache Störungen ergeben, und die meisten Verhandlungen mußten vertagt werden. 'Nur in ganz vereinzelten Fällen war es möglich,. Kanzleikräfte als Schriftführer heranzuziehen, und auif diese Weise einen ganz reduzierten Betrieb aufredhtzuenhalten. Daß dieser Behelf ganz -provisorisch wirken (kann, ergibt sich schon daraus, daß die Kanzlei beamten noch andere .Arbeiten zu verrichten halben und nicht auf die Dauer an der Lage sind, doppelten. Dienst zu versehen. Eine Abordnung dies Vereins der Redhte|pTa<ktiikanten hat gestern im Parlament Vorgesprächen, um die Parteien über die Forderungen dier Redhtspralktikanten zu informieren. Die Abordnung legte dar, daß diese Forderungen derart gering sind, daß Ihre Bewilligung keine nennenswerte Belastung des Staatshaushalts bedeuten würde. Die Abordnung sprach die Hoffnung aus, daß die Justizverwaltung ihre vollkommen unbegründete Haltung auf-, geben und den Recfhtspraktikamten entgegeakommen wird« Streik in den Buchhandlungen. Die Angestellten des Buch-, Kunst- und Mu'sitkalienhandds — im ganzen 6000 Personen — sind gestern früh in den Streik getreten. Der Streik ist jedoch kein vollständiger. Verschiedene Buchhandlungen und Verlagsan9talten, so die Volksbuchhandlung, deir Rilkola- Verlag, die den Wünschen ihres Personals entsprochen haben, ebenso kleinere Geschäfte in den Bezirken, die vom Besitzer mit seinen Familienangehörigen betrieben werden, halten offen. Insgesamt arbeiten fünfzehn Firmen mit mehr als dreihundert Angestellten. Die Unternehmer erklären, auf die Forderungen der Arbeitnehmer diesmal nicht eingehen zu können. Infolgedessen glaubt man an eine längere Dauer des Ausstandes. — Merkwürdigerweise waren gestern auch die Läden dar Laatachen Leihbibliothek geschlossen. Kein Zonentarif auf der Straßenbahn. Einheitspreis von K 80. — 16 4 Milliarden Defizit. Der Plan, bei der Straßenbahn einen Zonentarif efazuführen, Ist infolge eines ablehnenden Gutachtens der Warum Bernard Shaw nicht Abgeordneter werden will. Aus London wird uns berichtet: Vor kurzem erhielt der Dichter Bernard Shaw eine von zahlreichen Wählern des itdinhurghor Wahlkreises Unterfertigte Zuschrift, in welcher er ersucht wird, die Kandidatur für die nächsten Wahlen in das Unterhaus aozunehmen. Auf diese Einladung ^antwortete Shaw unter anderem, wie folgt : . »Aber roh bitte, meine Herren, warum soll ich meine Zeit darauf verschwenden, die Edinburgh er Bürger zu überreden, daß sie mich? Lum Abgeordneten wählen und mich ins Parlament entsenden, wo man ein Gehalt bezieht, von dem ich nicht leben kann, während ich bei meinem gegenwärtigen Metier den ersten. Platz einnehme und viel höhere Einkünfte genieße? Ja, könnte mir die Arbeiterpartei oder, irgendeine andere Partei die einstimmige WaM uhd .außerdem jährliche Einnahmen voh viertausend " Pfund und eine angemessene Pension garantieren. * .7 dann würde ich vielleicht über das Anerbieten Nachdenken. Daun würde ich vielleicht meinem jetzigen Auditorium» das aus der zivilisierten Menschheit besteht,, den Rücken kehren imd mich dem Häuflein Gesahäftsgentlemen zu wenden, die im Parlament ernstlich an der Z.uguunderichtung Europas . und gleichzeitig an der Vernichtung ihres eigenen Vaterlandes arbeiten. Ohne eine sö'lche Zusicherung' würde ich mich lieber ins Wasser stürzen. Ich. bitte Sie daher, geben 'Sie'.es öffentlich bekannt, daß die Gegenkandidaten meinetwegen keine Angst zu ha'ben hraaich'en, ich will nicht Abgeordneter werden.. Ich will nicht me Parlament eintretCn, be halte mir, jedoch das Recht vor, meine Meinung:; über das Parlament und eventuell auch über jenes Publikum zu sagen, das ein solches' Parlament gewählt hat. Das ist eine viel nützlichere und notwendigere Beschäftigung, mit dieser 'kann man allerdings und natürlich keine Stimmen erwerben* •_; Bischof Balthazar soll interniert werden. Vor kurzem hielt der gewesene Abgeordnete Paul Sandor als Gast der Judengemeinde in Debreczen einen Vortrag über die Reaktion in Ungarn. Bei dem zu Ehren Sandors veranstalteten Bankett erschien auch der Debreczener reformierte Bischof Desidor Balthazar, der von allen ungarischen Kirchenfürsten der einzige Ist, der den Lockungen des neuen Kurses nicht unterlag und mit großem Mute und oft unter Lebensgefahr für die Rechte der Juden öffentlich ein trat. Bischof Balthazar hielt eine längere Rede, in welcher er den sogenannten christlichen Kurs analysierte und ihm die Maske vom Gesichte riß. Die Debreczener Ortsgruppe des Verbandes der „Erwachenden Ungarn“ erstattete hierauf die Strafanzeige gegen den BIschot Balthazar und ‘fordert darin die Bestrafung und Internierung des Bischofs Im Sinne des Gesetzes Über den wirksameren staatlichen und gesellschaftlichen Schutz.' In der gestern überreichten Strafanzeige werden die folgenden zwei Stellen der Rede Balthazars inkriminiert: »Der Numerus clausus Ist das Armutszeugnis der konkur- 1 renzunfählgen Kräfte.“ »Durch den Numerus clausus, die Prügelstrafe, durch Schandparagraphen, durch die Rechts- Unsicherheit und die Institutionen der Rechtsungleichheit wurden die Lehren der christlichen Liebe gefälscht“ Bischof Balthazar erklärte, als er von der gegen ihn erhobenen Strafanzeige erfuhr, daß es wohl kaum zu seiner Internierung kommen dürfte, da er in der nächsten Zeit, einer Berufung Folge leistend, eine Reise nach Amerika unternehmen werde. Sein Leiben war schon bisher wiederholt bedroht und seine Freunde bewachen ihn unausgesetzt Palästina-Archäologie in der französischen Akademie. Professor Nahum Slousch, Dozent an der Sorbonne und Mitglied des archäologischen Komitees von ferusalem, hat in der Pariser Akademie einen Vortrag über die archäologischen Arbeiten gehalten, welche er unter den Auspizien der jüdischen archäologischen Gesellschaft in Palästina leitet. Wie bekannt, haben die von ihm in den Jahren 1920 und 1921 unternommenen Ausgrabungen in Tiberias die gut erhaltenen Reste der berühmten Synagoge von Hamata bloßgelegt welche Rabbi MeTr aus dem elften Jahrhundert zugeschrieben wird. Professor Slousch konnte zahlreiche Reproduktionen vorlegen und es sind zahlreiche Kult- und Kunstobjekte bloögelegt AyteitwKammeT Aufgehoben worden, Esk, plßibt Lahor beU worden, wis farbige Mosaiken» geometrische J^guron*

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