Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1109 (1.3.1922)
- Date
- 1922-03-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 4 Wien, mmwocf» .*EK MOEGENZEITUNQ l.Mara 1922 Letzte Nachrichten. Das englische Protektorat über Aegypten aufgehoben. London, 1. März. (Privat.) Aus Kairo wird amtlich mitgeteilt, daß dort heute die Aufhebung des englischen Protektorates verlautbart wurde und Aegypten als unabhängiger und selbständiger Staat erklärt wird. ■finfiiiSnnmMnnnHSSfinSaS Ijcherweise unter „Hitachduth“ als Höhe der Spenden von Efraim Lenz und Genossen der Betrag von je K 100 angeführt. Tatsächlich haben diese Herren je K 1000 gespendet, die Angabe von je K 100 ist bloß ein Druckfehler, die Endsumme gibt die richtige Höhe der Betröge an. * Verweigerte Legalisierung der Chaluz-Organisatfon in Rußland, Wie aus Moskau gemeldet wird, verweigerte das Kommissariat für Nationalitätenangelegenheiten die Legalisierung der Hechaluz-Organisatlon, deren Aufgabe die Ausstattung und Abfertigung der Pioniertransporte nach Palästina ist, mit der Begründung, daß der Hechaluz einen Teil der zionistischen Organisation darstellt. (J, C. B.) * Der Aufbau der Eisenbahnwege in Palästina. Das palästinensische Regierungsdepartement für öffentliche Arbeiten gibt soeben eine Statistik über die seit der britischen Okkupation errichteten Eisenbahnwege heraus. Es handelt sich hiebei um folgende Strecken: Belah— Haifa (191 km); Ludd-Jaffa (18 km, Doppelgleis); Ludd— Ramleh (2 km); K'ffar Jinnls Nabala (4 km); Rase! Ein— Petach - Tikwah (7 km); Militärlinie „Surafend* (4 km); Militärlinie „jenin* (7 km); Küstenlinie „Sukerier" (4 km). Wiederhergestellt wurden seit der Okkupation die Eisenbahnlinien Ramleh—jerusalero (64 km) und Wadi Surar frgeig (80 km). Ziko. * Frauenstimmrecht in Amerika. Aus Washington wird gemeldet: Der Oberste Gerichtshof hat das aus dem Jahre 1919 stammende Amendement des Kongresses, womit den Frauen das Stimmrecht zuerkannt wird, bestätigt. * Eine Organisation zufriedener Ehegatten in Preßburg. ln Preßburg wurde ein Klub zufriedener Ehegatten gegründet, zum Beweise, daß nicht alle Ehemänner unter dem Joch des Ehestandes zu leiden haben. Zahlreiche Gattinnen bestürmen natürlich ihre Männer — schon wegen der Leute — in den Klub einzutreten, um öffentlich zu bekunden, daß sie zufrieden und mit Ihren Gattinnen glücklich sind. * Ein Zug von einer Lawine verschüttet. Das tschechische Eisenbahnministerium teilt mit: Auf der Lokalbahn Kralovan—Sucha Hora im Tale des Flusses Arva wurde am 26. Februar nachts der Zug Nr. 1654 von einer Lawine verschüttet Drei Waggons entgleisten, von denen einer Über den anderen stürzte und vom Schnee verschüttet wurde. Zwei Personen wurden verletzt Da noch ständig Lawinen die Gegend bedrohen, wird auf dieser Strecke der Verkehr teilweise eingestellt * Eine unterstandslose ausländische Delegation. Die in Warschau weilende estiändische Handeismission, welche die Verhandlungen über die Aufnahme der polnisch-estländischen Handelsbeziehungen führen wird, mußte die erste Nacht im „Römischen Bad* verbringen, weil das Außenministerium für die Unterbringung dieser Delegation keine Sorge getragen hatte. * Gleitende Zulage für kaufmännische Angestellte und Arbeiter. Die paritätische Kommission des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft hat die Verteuerung der Lebensführung in der Zeit von Mitte Jänner bis Mitte Februar mit 26% festgesetzt, so daß sich demnach die Mindestbezüge inklusive der gleitenden Zulage im Monat Jänner um 26%, beziehungsweise gegen Dezember um 5i% erhöhen. * Mehiausgabe. Das in dieser Woche gegen Abtrennung des Abschnittes 360 der Mehlbezugskarte zur Ausgabe gelangende Verschleißmehl im Höchstausmaße von % kg per Person kostet K 612 per Kilogramm, nicht wie irrtümlich angegeben K 622. * Die städtische Eheberatungsstelle. Wie wir bereits gestern gemeldet haben, hatte am Montag der gemeinderätliche Finanzausschuß K 300.000 zur Errichtung einer Eheberatungsstelle bewilligt. Der Stadtsenat, welcher sich gestern mit dieser Frage beschäftigte, hat den Beschluß des Finanzausschusses genehmigt. Das letzte Wort in dieser Angelegenheit hat der Gemeinderat, der selbstverständlich ss.ne Zustimmung geben und das Gesundheitsamt beauftragen wird, dem Bürgermeister ehestens Vorschläge über die Bestellung eines Arztes zu unterbreiten. * Eine Volksabstimmung über die Wohnbausteuer. ’ Der Verein der Hausbesitzer und Mieter hielt gestern in der Inneren Stadt eine zahlreich besuchte Versammlung ab, in der nach einer lebhaften, gegen die Sozialdemokraten gerichteten Debatte die Forderung erhoben wurde, über die Wohnbausteuer eine Volksabstimmung durchzuführeo. * Stinkbombenwerfer und Judenfeind. Das „Prager Tagblatt“ erfährt aus Brünn : Das Testament Anton Oskai* Schindlers, der bekanntlich den Abgeordneten Baeran zum Universalerben eingesetzt hat, wurde kürzlich dem Gerichte vorgelegt, ln Punkt 6 seiner letztwilligen Verfügung vermachte der Erblasser dem städtischen Obermagistratsrat und Abgeordneten Doktor Alois Baeran in Anerkennung seines verdienstvollen Wirkens sein gesamtes übriges Vermögen, und zwar den Betrag von K 1,209.000 in mährischen und böhmischen Hypothekarpfandbriefen und den Betrag von K 305.000 in ungarischen und österreichischen Wertpapieren. Unter den allgemeinen letz willigen Verfügungen ordnet der Verstorbene an, es sei nach seinem Tode von einem christlichen Arzt, der auch nicht j fldiacher Abstammung sein dürfe, der Herzstich vorzunehmen. Seine Leiche dürfe nicht seziert und nicht aulgebahrt werden. Es ist dafür Sorge zu tragen, daß sich an seinem Begräbnis kein Jude beteilige. — Wie bereits gemeldet wurde, wird das Testament von den Verwandten des Verstorbenen angefochten. * Ein guter Fang. Die Polizei hatte eruiert, daß der 23jährige Magazineur rritz W o d a k, XU., Koflergässe wohnhaft, aus der Wohnung des Burgschauspielers Walter Huber in der Schwarzspanierstraße zwei Pelze im Werte von fünf Millionen Kronen gestohlen hat. Als sie zu seiner Verhaftung schreiten wollte, fand sie in seiner Wohnung zwei Männer, die sich, zur Auswelsleistung verhalten, gleichfalls als zwei „schwere Vögel“ entpuppten, nämlich als der schon wiederholt wegen Einbruchs vorbestrafte Josef Budil, der auch schon einen Totschlag auf dem Gewissen hat, und der Elektriker Max Spinner. Die drei kannten einander aus Stein. Budil und Wodak Wurden heute dem Landesgericht elngeiiefert, Spinner auf freiem Fuß belassen. * Die Grippe. Vom 19. bis 25. v. M. hat die Grippe neuerlich abgenommen, in dieser Woche wurden von den praktischen Aerzten 2900 Anzeigen gegen 3233 in der Vorwoche erstattet. Die Gesamtzahl der Sterbefälie betrug in dar Vorwoche 885 Legen 947 in der vorhergehenden. Auf Ölungen aus dem Publikum. Knusprig' Bram« Kuchen rmindca HerserfreuUeh. Frohe Laune Weiche nimmer, Drum 8«trcuikb Bleibe immer Beim'gesunden KUNER0LI ms Erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Ehrwürden des Herrn Obcrrabblnere 8«B. Ehrenfeld, Muttersdorf, daher Bestellungen auf Kunerol nDÖ 7Uf "11^3 werden bereits entgegengenommen. 960 Echte JügerwSsche Albert Matener, Wien, I.,Kohlmesserga$se8 Grippe entfielen hievon 35 gegen 34, auf Lungen- und Rippenfellentzündung 132 in der Vorwoche gegen 202 in der vorvorigen Woche, ♦ Die Theaterkartenbureaus konzesslonsabgabepflichtig. Im Finanzausschuß referierte gestern Gemeinderat Broczyner über die. Konzessionsabgabe , der Theaterkartenb'ureaus. Die Abgabepflicht ergibt sich' dadurch, daß die Theaterkartenbureaus!m 'Sinne der Gewerbeordnung an eine Konzession gebunden werden. Der Finanzausschuß hat den diesbezüglichen Gesetzentwurf angenommen, Vom Museum der Stadt Wien. Nach Schluß der Grillparzer-Ausstellung am 1. d. M, bleibt das Museum bis auf weiteres geschlossen, '? Die Teiephongebühren. Nach einer Zusammenstellung der Telegraphendirektion für Niederösterreich ln Wien betragen die Fernsprechgebühren derzeit bei einfachen Gesprächen: im Inlands in den beiden Nahzonen K 45 und 66, in den vier übrigen Zonen K 90, 135, 225 und 360. Nach Deutschland in fünf Zonen K 200, 400, 800, 1200 und 1600; der Tschechoslowakei K . 609, 750, 1200 und 1590; Polen .K 2400 und 2700; JugoslawienTWien—Marburg, Pettau, Cilli, Steinbrück) 5 französische Franken =* K 3000 und (Laibach, Agram, Brod a. Sf) K 3500; Ungarn (Wien—Budapest, Steinamanger) 100 Cts. Gold --- K 1600, (Wien—Raab,Oedenburg) Kl 230, (Wiener-Neustadt—Oeden - bürg) K 809; Schweiz K 5409. Im Verkehr mit Italien sind vorläufig die bisherigen Gebühren einzuheben, * Neue Preise für die städtischen Bäder. Der Stadtsenat hat gestern für die städtischen Warmbäder neue Preise festgesetzt, die heute in Kraft treten. Volksbäder: Brausebad ohne Wäsche 1. Klasse K 140, mit Wäsche 2. Klasse K 80, Kinderkarten K 10; Theres ienbad: Dampfbad K 780, Extrabad K 980, Wannenbad mit Wäsche 1. Klasse K 880, 2. Klasse K 590, 3. Klasse K 410, ohne Wäsche 1. Klasse K 800, 2. Klasse K 550, 3. Klasse K 370: Jörgerbad: Dampfbad 1. Klasse K 840, 2. Klasse K 700, mit Schwimmbad K 1040, Wannenbad mit Wäsche 1. Klasse K 889, 2. Klasse K 590, ohne Wäsche 1. Klasse K 800, 2. Klasse K 550, Schwimmbad ohne Wäsche 1.. Klasse K 400, 2. Klasse K 550, Schwimmunterricht für Erwachsene K 180, für Kinder 8 Stück K 150; Floridsdorf er-Bad: 1. Klasse K 780, 2. Klasse K 640, Wannenbad mit Wäsche 1. Klasse K 880, 2. Klasse K 590, ohne Wäsche 1. Klasse K 800, 2. Klasse K 550, Brausebad ohne Wäsche für Erwachsene K 80, für Kinder K 10. * Eisenbahnnnfall im Westbahnhof. Im Westbahnhof hat sich gestern früh ein folgenschweres Eisenbahnunglück ereignet Ein einfahrender. Zug hat aus bisher unbekannten Gründen beim Einfahren seine Geschwindigkeit nicht genügend gemäßigt, so daß er den Prellbock überfuhr. Dadurch wurden die Waggons teilweise beschädigt. Die Fahrgäste waren zum größten Teil schon zum Aussteigen bereit Vierzig Fahrgäste wurden verletzt.' Die Rettungsgesellschaft schickte von ihrer nahen Filialstation alsbald Hilfszüge ab. Die Aerzte verbanden die Verletzten Im Verein mit den Bahnärzten. Das Unglück scheint sich dadurch ereignet zu haben, daß der einfahrende Zug auf den nassen, glitschigen Schienen ins Rutschen kam und so trotz des Breuisens den Prellbock überfuhr. Vereine, Vorträge und Versammlungen, JugendverelaAhawathZion, II., Kleine Zufahrtsstraße 160. Heute, 8 Uhr abends, Vortrag (Fortsetzung) I, Geibard, Thema; „Geschichte des Zionismus“. Gäste willkommen. — Jüdische Tischgesellschaft Landstraße. Nächste Zusammenkunft morgen, 8 Uhr abends, Cafg Gartenbau, Souterrainlokal. Vortragsthema Vorbehalten. Gäste willkommen. —■ Toynbee-Haiie, XX., Denisgasse 33. Heute. 7 Uhr abends, Palästina - Lichtbildervortrag J. H.erzoerg. Gäste willkommen. — Hatwri-Hazair. Donnerstag, 7,6 Uhr abends, Palästina-Lichtbildervortrag J. Herzberg, Toynbee-Halle, XX,, Denisgasse 33. Hebräischsprechende Kinder willkommen. — Jugendverein Ahawath Zion. Heute, 7,8 Uhr abends, Vortrag Silber herz „Jüdische Literatur“ (Fortsetzung). LeopoldstädterVolkBhelm, II., Zirkusgasse 48. Beginn des Sommersemesters mit folgenden Kursen. 7 bis 8 Uhr Dr.- Kainz: Aesthetik, Univ.-Prof. Dr. Bartsch; Das Pflanzenreich, Dr. Horner: Allgemeine Lehre von den Krankheiten, Prof. Dr. Korn: Italienisch 1, Russisch I, 7 bis 9 Uhr Prof. Df. Kornitzer: Latein für Anfänger mit Vörkenntnlssen, Prof, Schwarz: Mathematische Uebungeri, 8 ‘bis 9 Uhr Melitta Schkenes: Englische Konversation, Dr. Russo: Philosophie des späteren Altertums, Pr. Radanowicz: Musikgeschichte, Gertrud Wolf: Lehre von den geometrischen Körpern, Priv.-Doz. Doktor Spengler: Erdgeschichte, Dr. Wittmann: * Geschichte der Naturwissenschaften, Italienisch II, Russisch II, Der Mitgliedsbeitrag (K 240) berechtigt zum unentgeltlichen Besuch aller Kurse. Urania. Heute, 7,3 Uhr (Großer Saal) Schülervortrag: Mitterberg im Pongau und das grüßte Kupferbergwerk in Oesterreich. Eine Fahrt von Wien auf den Semmering. — 5 Uhr (Großer Saal) ShackletonB Südpolexpedition. — 7,6 Uhr (Kleiner Saal) Zweiter Beethoven- Kammermusik - Zyklus. ßirkenfeld-Fried- Lubowsky. — 7,6 Uhr (Kurssaal) Prof. Dr. Gustav Maier: Der mittelalterliche Roman, Ul. — 7,6 Uhr (Klubsaal) Dr. Hans Prager: Die Philosophie des „Ais Ob“, IV. — 7,3 Uhr (Großer Saal) Richard Wagner. — 7,8 Uhr (Kurss-al) Otto Sauer: Die nutzbaren Mineralien Deutschösterrcichs, VI. — ‘/s8 Uhr (Kleiner Saal) Dozent Dr. Artur Wagner: Hat der Mond einen Einfluß auf das Wetter? — 7,8 Uhr (Klubsaal) Vorlesung aus Franz Spundes „Devr-chan". /fr. 110» Kommunales. Die Wasserversorgung der Stadt Wien. Die Wasserversorgung Wiens hat in den letzten Jaihren den hiefür verantwortlichen Faktoren manche sorgenvolle Stunde bereitet. Trotz aller gesetzlichen Bestimmungen über den Verbrauch des Wassers konnten dje Einnahmen mit den Ausgaben nicht in Einklang gebracht werden, weil die Kosten der Wasser beschaff fung einwandfrei nicht festgestel'lt worden konnten. Nun spl'l es anders werden. Durch die Errichtung dos Be« triebes »W asser vf rsorgungc, einer neuen Ma* gistratsabteil'Uing, und durch die Angliederung einer eigenen Befcriebsbuchhaltung ist es möglich geworden, die Kosten der Wasserbeschaffung einwandfrei festzustellen. Es hat sich hiebei gezeigt, daß sich ein Kubikmeter Was-ser in Wien auf ungefähr vier Kronen stellt und der gesamte Wässerleitungsbetrieib einen G e b arung sab gang von annähernd 290 Mi 11 io* nen -Kronen aiufzuweisen hat, Beider großen Spannung der Gestehungskosten und der derzeitigen Ge-, btihren für den Wgsserbez-mg ist es allerdings nicht möglich, den Gebarunggahgang gänzlich durch eins Gebührenregelung zu decken. Von diesem Gedanken tet auch die Gesetzesvorlage 'getragen, die am Freitag dem Wiener Landtag zur Beschlußfassung vorgelegt werdenwird. Die Gemeinde wird deshalb am ihren anderem Beständen auf diesen Verwaltungszwsig Zuschüsse leisten und immerhin noch einen namhaften Gefbarungs« abgang tragen. Nach , dem neuen Entwurf — wir führen hier pu? das Wesentliche an — wird nun, Im Gegensatz zurr» alten Wasserversorgungsgesefc?, das bloß die Wasser* abgS'bo! aus der H O c h q u ei 1 e p l.ei.t 11 n % geregelt hatte, auch die Wasserabgabe aus der Aibortzirüschen Wasserleitung und der Wicntal-Wasserleitung einbezogen. Ausdrücklich wird festgestellt, daß in erster Linie der T r I n k w a s s e r b e d a r f ^iciberzustellen ist, Bei Wassermangel wird die Abgabe für Bespritzungs-, zwecke ohnewelterg e i q g e s c h r ä ti k t, beziehungsweise eingestellt, 'Für jeden Bewohner eine* Hauses werden' sZ L if e rzu dem bevorzugten Preise zu gemessen. Hat ein Haus beispielsweise 80 Bewohner, sp .bekommt es Somal. 23 J-iter, das sind zy Hektoliter* das, sind 2 Kubikmeter täglich zugemessen. Für jedem täglich zugemessenen Kubikmeter ist eine Jahres* g e b ü h r. von K 60, sohin für das vorliegende Beispiel 2mäl 60 Ist K 120 jährlich zu bezahlen. Der Ein-; heitsfpreis für 1000 Liter Wasser stellt sich daher auf rund. 16 H e Iler. Ein über die genannte Menge hinausgehender Verbrauch ist mit K 4 für 1000 Liter ztf bezahlen, ein sehr geringer Preis, wenn man in Erwägung zieht, daß in allen anderen Städten der Wasser-«, preis sich mindestens auf K 10 für Tooo Liter stellt* Die Wassepabgabe für industrielle Zwecke# Bespritzungszwecke und'dergleichen soll umter der Voraussetzung erfolgen, daß die -Gemeinde Wien die Gestehungskosten des Wassers rückersetzt bekomm^ Für Schrebergärtner sieht der Gesetzentwurf eine En mäßfgüing vor. Ein Paragraph bietet dem Hauseigentümer die Möglich keif, die Mehrverb rauche auf diejenigen Wasserabnehmer zu überwälzen, die sie erweis* lieh verursacht haben. Besondere Befreiungen und Ermäßigungen von Wassergebühren sind zweckmäßig auf*; zu Heben und es ln Betracht kommenden humanitären Anstalten zu überlassen, bei der Gemeinde Wien um .Barsubventionen einzuschreiten. . -' Der Gesetzentwurf sieht weiter« hohe Bestrafungen' vor bei: Handlungen oder Unterlassungen, wodurch die Gebühren verkürzt oder der Verkürzung -ausgesetzit’ werden, und zwar bis zum Zehnfachen des Betrags, um, den die Abgabe verkürzt wurde. Ernährung. Der Marktbericht. Großes Fleiscliangebot. — Maßnahmen gegen die Bezirksfleischhauer. -- Sinkende Tendenz aut den Grünwarenmärkten. . Die Fleischzufuhren sind anhaltend günstig, mit def . Bahn sind gestern 21 Waggons mit verschiedenen Fleischgattungen aus Ungarn, Jugoslawien, Polen und dem Lagerhaus dem Markte zugeführt worden. Infolgedessen und mit Rücksicht auf die gestern auf dem Rindermarkte in St. Markt eingetretenen Verbilligungen wurden die Preis? im Großhandel für Rindfleisch um K 50, für Schafe um K 150 per Kilogramm heruntergesetzt, während sich ira Kleinverkauf die Preise des Rindfleisches bei minderen und mittleren Sorten um K 50 per Kilogramm niedriger stellten,- Die Preise für die übrigen Fleischgattungen blieben unverändert, doch ist mit Rücksicht aut dpn stockenden Äbsätz,' das reichliche Angebot und die eingetretene wärmere Witterung mit weiteren Preisrückgängen zu rechnen. Da vielfach die Beobachtung gemacht wird, daß sich die Fleischhauer, in . den Bezirken an die im Großhandel eintretenden Preisermäßigungen nicht halten und unbekümmert um das Slriken der Preise auf den Märkted in ihren Läden weiter die exorbitant hohen Preise fordern, haben Organe des Kriegswucheramtes \yeisung erhalten, diesen Vorgängen ihr größtes Augenmerk zuzuwenden und gegen die Bewucherung der Bevölkerung mit den strengsten Maßregeln einzuschreiten. Die Folge dieser Unnachgiebigkeit der Fleischhauer ist übrigens auch ein Stocken des Absatzes in den Bezirken, der nur dann gehoben werden könnte; wenn die Fleischhauer gleichfalls mit den Preisen herüntergingen, Auf dem Fischmarlct mußten gestern Seefische,, aie ln etwas größeren Mengen zur Verfügung Ständen» um K 200 bis 300 billiger abgegeben werden, das Kilogramm stellte sich auf K 550 bis 600. •: Die Grünwarenmärkte sind infolge der geringen Nachfrage gegehwärtig weit übpr Bedarf beschickt. Zwiebeln und SpitiaL mußten daher Im Großhandel weiter im Preise reduziert werden, während die übrigen Gemüsagattungen ihre Preise noch behaupten konnten. Der Absatz der Kartoffeln gestaltet sich schleppend, die Vorräte reichen momentan für den Bedarf aus. Aepfel zeigen weiter , steigende Tendenz und bleiben deshalb zum großen Teil unverkauft liegen. Begrüßenswert ist die fallende Tendenz auf dem Eiermarkte. Frische Eier, für die vor einigen Tagen noch ein Preis von K 220 per Stück verlangt wurde, bleiben auch bei einem Preise von K 170 bis 180 unbeachtet. Allgemeine Anmeldung zum Mataothbezug* Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde gibt bekannt, daß in der Zeit vom l. bis inklusive 10. d. M. die allgemeinen Anmeldungen zum Mazzothbezuge entgegengenommen werden. Die diesbezüglichen Anmeldeformulare sind gegen Erlav von K 50 bei den in den Kundmachungen 1 näher bestimmte» Stellen erhältlich*