Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1108 (28.2.1922)
- Date
- 1922-02-28
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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28. Februar 1923 Nr. 11 OS .Seite 4 Wie;;. Uieiula? WIENER MORGENZEITÜNO Tyras 1000, J. Boritzer 500, d. Dr. Scliallinger anl. Tod Dr. Berth. Singer 500, Div. 1000; - IV/V. Bezirk 323. - VE Bezirk: Dr. Wolfg. Weislg: Dr. W. Weisl 1000. - IX. Bezirk: Josef Groß a. N. Markus Rittermann 1000. — X/XI. Bezirk: Oskar-Beregi-Garten: Hugo Bartal 4500; Div. 252. — XII/XV. Bezirk: Dr. Kurt Saxl a. N. Rösa Saxl 3000. - XVUI/XIX. Bezirk: Dr. A. Weißberger 500; N. N. a. N. Otti Reis z. Geb.-Tag 1000; Hitachduth: Ah. Zion d. M. Dawid: Smlg b. Diskussion Bernfeld u. Sitzung d. Hitachduth 2191, Div. 843.10; a.N* Anny Mühlfeld z. Geb.- Tag 1000, Bascherowker 2000; Misrachi d. D. Landau: M. Römer, Singer a 500. — Klosterneuburg: Smlg. Robert Erber 5000. — St. Pölten d. Regie Gewing: Div. 2164. — Stockerau: d. Artur Groß: Smlg. Hochzeit Ing..Theodor Redlich-Rosa Sofer 5100. Der Kaisergarten als Geschäfts- und Vergnügungsstadt. Mitteilungen aus dem Publikum. -FABRIK Telephon 15-5-35 pHUND Telephon 15-5-35 Knisbacher & Windsthauer, len, I.. Mrgasse 6 '• jpa-iKB vvvrr ssr'sip 131« -‘j'jNll es« Export nach allen Staaten!' von 0*20 wünscht, wirdf wegen Hochverrats belangt und Politiker, die im Grippefieber liegen, träumen vom Beelzebub, von Drachen mit 71 Schweifen und dem Kronenstand von 50 Centimes. Vorläufig ist aber die Gefahr gering. Lieb Vaterland, magst ruhig sein ... Kater Murr. * Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich. Eine Sommercity! Geschäft und Vergnügen vereinigt! Der Kaisergarten mit seinen großen Ausstellungshallen, seinen geräumigen Verkaufsobjekten wird in eine Geschäftsstadt verwandelt, auf den freien Plätzen entstehen Warenpavillons. Die tote Saison ist überwunden! Der Kaufmann findet den Käufer, er verkauft nicht nur seine Erzeugnisse, er sichert ihnen aüch die größte und billigste Reklame. Die lebende Reklame! Und der Fremde und der Einheimische steht und kauft — in einem herrlichen Garten, Im Garten des Vergnügens! Monsterkonzerte mit den berühmtesten Dirigenten, Gastspiele allererster internationaler Künstler, Wettstreite von Sängervereinigungen aus allen Weitgegenden; Theater; Freilichtaufnahmen; Sportveranstaltungen unter Heranziehung aller Sportgrößen; Reiterfestspiele, und mit Rücksicht auf die Tanzlust — ein Noyum für Wien — ein mondainer Tanzboden im Freien! Das großzügige Vergnügungsprogramm einer großzügigen Verkaufsausstellung. Als Chefarchitekten wurden die Herren Georg Spielmann und Franz Tominschik gewonnen; es werden diese bewährten Ausstellungstechniker der ganzen Anlage eine besondere Note verleihen. Dem Direktorium gehören die Herren Alfred Winter, der Eigentümer des Gartens, B. Marholm als artistischer und B. Kätscher als administrativer Direktor an. Industrielle, Kaufleute und Gewerbetreibende, welche für ganze Objekte oder Ausstellungs- und Verkaufsstände in den Hallen sowie auf den freien Plätzen .des Gartens Interesse haben, werden ersucht, ihre Anmeldungen ehestens bei der Direktion des Kaisergartens, E, Praterstern, vorzunehmen, wo täglich zwischen 10 Uhr vormittags und 12 Uhr mittags Auskünfte erteilt werden. * Das Neueste ist... Das Neueste ist nämlich die Angst vor dem Steigen der Krone. Nachdem wir knapp äh der Ecke vorübergekommen sind, hinter der auch der letzte ganze Centime just verschwinden sollte, wird uns vor dem Kochstand der österreichischen Währung gewaltig bange. Wer nur kann, winkt ab. Nicht so stürmisch! Die Krone soll nicht steigen, sie soll stabilisiert werden. Ganz Wien glüht für die Beständigkeit. Sie ist das Heil. So singen und sagen alle die Weisen, die die Geschicke der Völker formen und die Unweisen singen und sagen es nach. In Sachverständigenkreisen erörtert . man _ die Höhe des wünschenswerten Stabilisierungkurses, acht, neun, zwölf, bitte, nur befehlen. Die Sachverständigenkreise Jdehnen sich in geradezu unheimlicher Weise aus und umfassen bereits sämtliche Kaffeehäuser, Werkstätten, höhere Schulen, Küchen und Hausmeisterwohnungen. Uebrig bleibt noch die. Eroberung der Volksschulen und Kindergärten. Sämtliche Gymnasialprofessoren beiderlei Geschlechter haben bereits die Preise der notwendigsten Lebensbedürfnisse nach elf „Schlüsseln“ umgerechnet, Ausgaben und Einnahmen lassen sich zwar auch beim günstigst Gestellten nicht in Uebereinstimmung bringen, aber das 1tut der inneren Befriedigung keinen Abbruch. Vor dem steigen unserer Krone empfindet jeder wahre Patriot einen heftigen Abscheu. Exportfähigkeit gehört zu jenen Begriffen, denen von Staats wegen göttliche Verehrung zukommt. Dem Manne aus dem Volke, der in der Einfalt seines Herzens meint, es-wäre gut, wenn man mehr für eine Krone bekäme, wird der Kopf mit Nationalökonomie gewaschen, bis er einsieht, daß es uns nur gut gehen kann, wenn es uns schlecht geht. Wer einen Kursstand treulich zusammen. Der Sopran, von Lvse Ruetz 8i.Lt. angenehmem Klaing und wahrt in anspruchslosen (Gesängen gute Haltung’. Ein in'teressaiRer Sänger ist Robert Spömry, der einen Gocthe-Schu'bert- 'Abetnd veranstaltete. In. der Eindringlichkeit seines iVonfcrages erinnert er mitunter am Wülkier, freilich jsingt er mehr mit dem Verstände als an/s dem Herzen und ist so nkifot der reafote Mittler für Schuberts warmblütige Muse. Verstand und Gefühl geraten bei Sängern eben leicht und oft aneinander, der Gesangisvortrag von Franz Steiner stellt da das glücklichste Kompromiß her: An. soldhem Festabend verstummt jede Kritik, man geht gläubig mit, freut sich der beseelten Innigkeit seines Beicaritö, bewundert seine hohe Gesa-ngskultur und . merkt nicht, welcih zähe, wohldurchdachte Arbeit dieser Stufe der Vollkommenheit vorausgehen mußte. Es Ikiaimi' n:idh)t Saidbe dter Kritik' sein, mit id’er Gewissenhaftigikeit eines .• Registrierappairats die •Namen aller jener valutastanken Dilettanten zu vermerken, welche die Mittel und einen Weg gefunden /haben, auf das Podium der musikalischen Oeffentäichkeit zu gelangen. In einer Zeit, da sich der »Betrieb« im Zeichen des Dilettantismus auf immer neue Konzertsäle — Hofbiuing, Mozart-Sßiasl, SezesKion- — ausdehnt und so fast Berliner Dimensionen anfcimmt, muß sich diie Kritik einige Bechränkurig auferlegen, und ihre vornehmste Aufgabe darin erlblicken, neben der Erörterung zeitgemäßer musikalischer Probleme und der gerechten Würdigung Icu'nsifö'ariis’dh' wertvolle Pcnsönliohkeitein junge, aufstrebende Talente der schaffenden und reiprodtiaktenden Kunst mit. allen Kräften zu fördern. ' Erwin Fcl’fbcr. Seminar. Heute liest von 7 bis 8 Uhr abends Herr Adolf Böhrti°„Theorie des Zionismus8 von 8 bis 9 Uhr Herr Dr. Gelber „Geschichte des Z i o n i s m u fe“. — Donnerstag liest von 7 bis 8 Uhr abends Herr Dr. Goldhammer „Palästinog r a p h i e“ Änd von 8 bis 9 Uhr Professor Wilhelm Stein „Geschichte der Juden in den westlichen’Ländern im 19. Jahrhundert“. Ort: IL. Taborstraße 20a. — Die Pressekommission tritt Donnerstag, upi 8 Uhr abends im Bureau, II.. Zirkusgasse 33, zusammen. * Begräbnisse am heutigen Tage. A11erFriedhofs Uhr Wassermann Leopold, 9 Uhr 30 Min. Brandeis Gustav, 10 Uhr Nowatschek Friederike, 11 Uhr Röders Siegfried. — Neuer Friedhof: 9 Uhr Böckser jechiel, 9 Uhr 20 Min. Schmidt Samuel, 10 Uhr Wunder Rachel, 10 Uhr 20 Min. Brod Franziska, 10 Uhr 40 Min. Schwager Lotti. * Die Wolfsplage in Podwoloczyska. Wie das „Lemberger Tagblatt“ meldet, herrscht in der Gegend von Podwoloczyska-Woloczysk eine Wolfsplage. So soll in den letzten Tagen ein Rudel von Wölfen über 150 Personen gefressen haben. * Das neue tschechische Hartgeld. Der tschechische Finanzminister ,-N ov-ak erklärte, wie uns aus Prag berichtet wird, Über das neue Hartgeld in der Tschechoslowakei, daß die alten (österreichischen) 20-Heller-Stücke in kurzer Zeit überhaupt für ungültig erklärt werden. Das Modell der neuen Kronen sei fertiggestellt und deren Prägung ,werde.7 ehestens beginnen. Bis zu dieser Zeit werden die 5Ö-Heller-Stücke weiter geprägt werden. Die alten 10-Hcller-Stüeke bleiben noch längere Zeit in Geltung und werden später ohne Abzug .umgetauscht werden. Ebenso werden später die neuen Kronenmünzen ohne Abzug in Papierkronen umgetauscht werden. Die eisernen 20-Heller-Stücke vom Jahre 1920 und 1921 werden später nicht einmal mit Abzug angenommen. 9 * Hungerbriefmarken in Sowjetrußland. Die Sowjetregieruhg hat zur Propaganda der Sammlungen für die Hungernden Briefmarken ausgegeben, die auf die Hungersnot Bezug nehmen. Die Marken, die von Künstlern entworfen sind, zeigen verschiedene Bilder: Eine weist eine Menge vött hungrigen Flüchtlingen auf, die in. den verschiedenen Zuständen der. Ermattung am' Ufer eines Flusses liegen; eine ändere Marke stellt einen Helfer des Roten Kreuzes dar, der einen Verhungernden unterstützt. Von diesen Hungermarken werden vier verschiedene Sorten in Rot, Braun, Grün und Blau .ausgegeben; sie enthalten eine Inschrift in russischen Buchstaben, die bedeuten: „Für die Verhungernden“. * Der dickste Mann in Preßburg. Aus Preßburg wird uns geschrieben: Auf dem Chaosballe erregte ein ungeheuer dicker, aber „fescher“: Mann die allgemeine Aufmerksamkeit. Man hielt seine Korpulenz für eine gelungene Maske, doch ist alles an ihm — Fleisch. Der fesche dicke Manu ist der jüngere Bruder des bekannten Fleiscbselchers Eduard F u ß e k. Ferdinand Fußek, der verhältnismäßig noch junge Riese — von ihm ist die Rede — kam mit seinen 162 kg vor einigen Tagen aus Amerika auf Besuch. Ferdinand oder Fred Fußek wanderte im Jahre 1910 nach Amerika aus und ist jetzt Mitinhaber einer großen Fleischselcherfirma bei Chicago. Er ist mit seiner Korpulenz auch in Amerika ein Unikum. Er hat unzählige Anträge von Zirkusdirektoren erhalten, doch lebt er nur seiner Arbeit und er hat es in verhältnismäßig kurzer Zeit auch in Amerika zu etwas gebracht. * Verkehr Ungarns mit Rumänien und der Tschechoslowakei. Der Eisenbahnverkehr Ungarns mit Rumänien und der Tschecho-Slowakei wird am 1. März in vollem Unfang wieder aufgenommen. Die nötigen Vorkehrungen sind getroffen,. Die Eisenbahnkörper werden ausgebessert und Rumänien hat den siebenbiirgischen Bahnen Selbstverwaltungsrecht gewährt, damit der Verkehr mit Ungarn sich möglichst, intensiv gestalte. * Sechzig Prozent Fremdenzimmerabgabe in Salzburg. In der Enquete von Vertretern der Gemeinde und des Landes Salzburg wurde die Erhöhung der Fremdenzimmerabgabe von 30 auf 60°/o einhellig genehmigt. Der finanzielle Effekt der Erhöhung wird mit etwa 50 Millionen angegeben. Der Gemeinderat hat dieserErhöhung zugestimmt. * Keine Erhöhung der elektrischen Strompreise. In der gestrigen Sitzung des Wiener Gemeinderates wurde beschlossen, den Preis für den elektrischen Strom mit Rücksicht auf das Fallen der ausländischen Valutenkurse vorläufig nicht zu erhöhen. Wenn die Zahlungsmittel derjenigen Staaten, in denen die Gemeindebetriebe Kohle einkaufen, weiterhin sinkende Tendenz zeigen, dann kann das Gemeindebudget die durch den zitierten Gemeinderatsbeschluß bewirkte Mindereinnahme von rund 800 Millionen Kronen übertauchen. Andernfalls müßte dieses Defizit bei der Bestimmung des Strompreises für den nächsten Verrechnungsabschnitt ins Kalkül gezogen werden. * Anmeldung zum Mazzothbezftg. Seitens des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien wird bekanntgegeben, daß in der Zeit vom 1. bis einschließlich 10. März die Anmeldungen zum Mazzothbezug entgegengenommen werden. Die Anmeldungsformulare sind gegen Erlag von K 50 bei den in den Kundmachungen näher bestimmten Stellen erhältlich. * Ein kleiner Ausreißer. Der elfjährige Volksschüler Johann S t e r b a ist seit dem 24. d. M. aus der Wohnung seines Oheims, II., Miesbachgasse 1, spurlos verschwunden. Er ist ein kleiner Ausreißer, der schön wiederholt durchgegangen ist. Der Vermißte ist klein, dick, hat dunkelbraunes Haar, ovales Gesicht, braune Augen und war mit grüner Militärhose, grünem Ueberrock, grauem Sweater, solcher Haube und schwarzen Schuhen bekleidet. * Die Errichtung der Eheberatungsstelle. Der Finanzausschuß des Gemeinderates bewilligte gestern ' K 300.000 als Miete für ein Lokal zur Errichtung der Eheberatungsstelle. Damit ist der erste Schritt zur Einführung des fakultativen Eheio nsenses getan, die bekanntlich Professor Tandler mit Erfolg in Angriff genommen hat. * Telephongespräche Budapest—Wien. Auf der Telephonlinie Budapest—Wien können vom 1. März in der Zeit von U Uhr nachts, bis 8 Uhr früh zu einer im vorhinein zu bestimmenden Stunde dringende Telephongespräche zum halben Preis auf Grund einer Vereinbarung abgewickelt werden. * Amtlicher Wetterbericht. In Oesterreich Ist es meist trüber geworden. Wien hatte gestern den ganzen Tag Nebel. Die Temperatur erhob sich nur wenig über 0°. In den westlichen Teilen Oesterreichs wurde es tagsüber ziemlich wärm. Ein langes, schmales Regengebiet erstreckt sich von der Schweiz über Süddeutschland längs des Erzgebirges bis nach Ostpreußen und dürfte nach den österreichischen Alpenländern Vordringen. Voraussage: Vorübergehend Aufreißen der Wolken, später trübe, zeitweise Regen, wärmer. * Fabriksbrand. Samstag nachmittags ist in Marburg die Dampfmühle der Firma Franz samt allen Maschinen und Vorräten, darunter zwei Waggons lieferbereiter Teigwareri, abgebrannt. Der Schaden wird auf 60 bis 80 Millionen jugoslawische Kronen geschätzt. * Eine Scheckfälscherbande. Im Dezember vorigen Jahres, behob der Finanzwachoberaufseher Vinzenz P r e g 1 aus Opcina gegen Vorweisung gefälschter Schecks bei der Agramer Banca Disconto 260.000 Lire. Pregel wurde am Sonntag in einem Grazer Hotel verhaftet Er ist geständig und nannte als seine Komplizen die Brüder Karl und Viktor S n i d a r c i c in Triest. Karl Snidarcic wurde dort verhaftet, sein Bruder ist flüchtig. * Eine beraubte Mozart-Tafel. Am 25. d. M. erstattete die Hausbesorgerin des Hauses, I., -Rauhensteingasse 8, beim Stadtkommissariat die Anzeige, daß von der im Hausflur angebrachten Mozart-Tafel vier Kränze aus Bronze von je 40 Zentimetern Länge und zwei Bronzestücke in der Länge von 80 und 50 Zentimetern von unbekannten Tätern in der Zeit von 7<8 bis 8 Uhr früh gestohlen worden seien. Würden die Bronzeteile neu angeschafft, wäre ein Aufwand von K 400.000 notwendig. * Teilweise Freigabe des Petroleumverkehrs in Niederösterreich. Angesichts der andauernd günstigen Gestaltung der Versorgung Oesterreichs mit Petroleum, deren Fortdauer auch weiterhin gewährleistet ist, hat die niederösterreichische Landesregierung ungeordnet, daß das Petroleum von den Großhändlern und Klein-) händlem freihändig ohne Anweisungen' und Karten verkauft werden darf. Nur hei den Raffinerien und in den Lagern unterliegt das Petroleum noch der Sperre und wird von der Erdplstelie bis auf weiteres in der Form von monatlichen Bezirkskontingenten für .die einzelnen politischen' Bezirke freigegeben werden. * Ein christlich -nationales Handwerk. Die Budär. ipester Staatsanwaltschaft hat den Posten eines Gehilfen für Öen’.Scharfrichter ausgeschrieben und bisher haben sich zwanzig Anwärter, größtenteils Fleischhauer und Selcher, gemeldet. In Anbetracht der Talente, mit deren‘Besitz Ungarn gerade auf diesem Gebiet einen nicht:zu schlagenden. Weltrekord aufzuweisen hat? er-: scheint diese Zähl' eigentlich gering: Matt müß aber bei denken, daß es sich eben hur Um die Stelle, eines Henkeri gehilfen handelt. Meisterhenker gibt, es, in Ungarn natürlich viel mehr,, und derep- Meisterschaft ist äuöli dann nicht zu überbieten,.;>yenn :die? betreff en-. den, die Haj-thy, ftejjas, Hronax nsw.,. ^uHLreine reguläre Lehrzeit zürückblidken können, ihr Genie ist eben am geboren... , * Großer Stempeldiebstähl. Wie aus Preßburg' hieber berichtet wird, wurde heute ... der Trafikatttin Frau Junger ein Buch mit tschecho-isllowakisch'eni Stempel- und Briefmarken verschiedener Sorten, meist' zu ioo, 200 .und iooo Heller, zusammen im Werte von Kc 5000 bis 6000, gestohlen. Nach unserem Geld? ist der' Wert weit mehr als K 600.000. * Wieder falsche tooo-Llre-Noten. Ein Kaufmann auf der Wieden hatte inseriert, daß er Schmuck zu vsi> kaufen habe. Da erhielt er den Besuch zweier Männer, die den Anschein erweckten,. als seien , sie jugoslawische Bauern. Der eine. sprach anscheinend nur serbo-. kroatisch, und nannte sich Ivo Jankovic; der andere sprach; gebrochen deutsch. Sie ließen sich die Juwelen, direi Brillantrmge und eine stählerne Taschenweökerulir im Werte von K 760.000, zeigen. Man kam über den Preis überein, und die Bauern schützten vor, sie hätten kein österreichisches Geld. Statt dessen zahlten sie mit drei Noten zu je' 1000 Lire; nachträglich stellte sich heraus, 'daß die Noten falsch sind. Der angebliche Jatti kovie ist ungefähr 35 Jahre alt, mittelgroß, kräftig, hat längliches Gesicht, schwarzes Haar, englisch gestutzten Schnurrbart und trägt dunkeln Anzug, dunkein Winter-, rock und schwarzen, weichen Plüschhut. Der andere ist etwa 45 Jahre alt, mittelgroß, untersetzt, hat volles, rotes Gesicht, schwarzes Haar, solchen Schnurrbart und trug schwarzen Winterrock, schwarzen, weichen Hut. * Fertige Bettwäsche,. Leintücher, Deckenlappeft, schlesische Weben, Chiffon, Gradl, Laufteppiche, Vorhänge, Bett- und Tischdecken werden sehr billig verkauft im Warenhaus Emanuel Rot holz, VII., Westbalins t r ä ß e Nr. 15 (früher Neustiftgasse 77). Besitze in Wien keine Filiale und kein weiteres Geschäft Vereine, Vorträge und Versammlungen. Verein fürjüdischcGeschiehte u n d Literatür. Heute, 7 Uhr abends, im Saale des Apolloneum, I., Wollzeile 40 (Hof links), Vortrag des Herrn Dr. ’N. M. Gelber über „Die Juden in der Republik Krakau“ (1815—1847). Eintritt frei. Gäste willkommen! — Lese- und Redehalle jüdischer Hoch* 8 c h ü I e r. Heute, abends 7*8 Uhr, im Saale, der Wissenschaftlichen Klubs, VL, Dreihüfengasse 1, Vortrag mit Lichtbildern des Univ.-Prof., Pr. Max Eisler über das Thema „Rembrandt und die Bibel“. Eintritt frei — I u n g- J u d a - j u g e n d b u n d. Heute von 5 bis 7 Uhr, Sekretariat im Heim, II., Praterstraße 43/11. Daselbst Neuaufnahmen und Einzahlung. Nachher: Schachturniere# Führerkurs und Leitungssitzung mit wichtiger Tagest Ordnung. — ZionistischeBezirkssektionIX hat eine Sekretärin engagiert. Sprechstunden täglich 6 bis 8 Uhr» Sonntag 10 bis 12 Uhr. — Z i o n i s t ische Bezirks Sektion Brigittenau. Heute, 7 Uhr abends, Versammlung im Cafd Neptun, XX., Gaußplatz 7. Tagesordnung: Gemeindeangelegenheiten. Referent: Gemeinderat Dr. L. Plaschkes. Urania. Heute, 5 -Uhr (Großer Saal) Shackletons SüdpoIiExpedltion. — ‘/a6 Uhr (Kleiner Saal) Geschichte und Kultur der Sudetendeutschen, VII. Prof. Dr. Karl Beer: Wanderungen durch die Südetenländer. — llfi Uhr (Kurssaal) Kustos Dr. Hans Ankwicz-Kleehoveu: Oesterreichlsche Kunst sei* .1848, I. — 7-6 Uhr (Klubsaal) Dr. Josef Z ü t h: Instrumentalkurs für Gitarreutid