Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1105 (25.2.1922)
- Date
- 1922-02-25
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 25. Febrtmr 1922 für. 1105 Wien, Samstag WIEHES MOEGEHZETTTJHO * Pest steht demnach vorläufig nur, daß cs zu einem Zonentarif kommt Die Höhe (st — wenigstens heute — noch nicht bestimmt Wiener Oemelndernt (Sitotyng «m 84- Februar.) Der Qem.eincierit beschloß is seiner gejtrlgsa SJtesajf «ater anderem auch die Erhöhung Oer ßeerdigungsggbiliirea, welche m einer schärfen Kritik der sysiAlOemqksstjschsg Veswaitung durch die Christiichsozialen Aölaß gab, Auf Kori^jdemokratischer Seite wurde mitgeteilt daß die Erhöhung notwendig sei, weil das Defizit 400 Miüiones betrage Md trotz der Erhöhung immer fipcß 68 Mttltssss Kronen sein werde. Für den Ankauf von Pferdes für den städtischen fuhnverKsbetrieb wurde ein erster Zuschyßkredit von K M.W.W). für Schneebwcitigyng anläßlich der großen Schneefälie Zusehyßkredite in der Höhe von K 141*514.000 nach lebhafter ßebaftt bewilligt Auch ela Antrag, die Pensionsversicherung der städtischen Angestellten bei der Landesstelle der Penslonsanstait ln Wien zu veranlassen, wurde angenommen. Nach einem Referat des Stadtrates Speiser wurde der Bildyng eine Amtsvertretung kür die dem Kon trollamte zugewiesenen Beamten zugestimmt. Ebenso wurde ein Mehrerfordernis von K 90,000.000 zur ßezugsregelung ffltr die Kollektlwertragsbediensteten des städtischen Lastkraftwagenbetriebes bewilligt Nachdem unter anderem einige Bestimmungen der KraqkenfQrsorge durch Beschluß abgeändert wurden und ein Zuschußkredit von K 137.770.77 für Auslagen für das »Arbeiterfürsorgeamt der Stadt Wien* des Voranschlages für das Verwaltungsjahr 1919/20 und ein solcher in der Höhe von K 231.108.70 zur Rubrik «Auslagen für das Wohnungsamt der Stadt Wien" des Voranschlages für das Verwaltungsjahr 1919/20 de- ‘ willigt worden war, wurde die Sitzung geschlossen. «teilten mit einem tm Verhältnis zur Pamilio nicht zu großen Einkommen usw. Wie seinerzeit das Komitee zur Verteilung von Donarpaketen, wurde in Wien ein Ausschuß gebildet, der aus Mitgliedern d?r drei großen Parteien des Parlaments, den Vertretern der American Relief Administration, der österreiebischfn Ministerien und einiger von den Amerikanischen Spendern namhaft gemachten Personen besteht Dieser Ausschuß wird an der unparteiischen Verteilung der Spenden Ah wirken. Für die Durchführung der Ver* teiiungKardejM wurdA im Bureau der Amesican Relief AdminlstrstiH^ efns eigene DsschSftssleile, Mitteislandshüfe der Ameüsan Rettet Administration, gebildet Osri man das Judentum beschimpfen? Der Kaufmann Albert D a n o n fuhr in einem Automobil Über die Kärntnerstraße und der Wagenlenker hatte"'das Malheur, einen Hund zu überfahren. Aus der in ortsüblicher Weise enistandenen Menschenansammlung^^ sich der Buchhandlungsgehilfe Theodor Halm hervor, der ausrief, es wäre besser, wenn statt des Hundes ein Jude überfahren worden wäre. Herr Dänen stellte den Provokanten zur Rede und rief die Intervention eines Wachmannes an, demgegenüber der Antisemit seine Aeußerung mit seinem „Arier*tum rechtfertigte. Bei der Amtshandlung im Poiizeikommissariat I wurde Halm zu einer . Geldstrafe von K 1000, Herr Danon wegen «polizeiwidrigen“ Verhaltens zu K 500 verurteilt Der amtshandelnde Polizeibeamte begründete sein Urteil auf die immerhin interessante Weise, Danon hätte kein Recht gehabt zu, verlangen, daß der Beleidiger sein Wort zurücknehme, denn er sei kein Amt s- Organ! Nach dieser sonderbaren Logik macht sich also ein Jude einer Uebertretung schuldig, wenn er sich damit begnügt einen exzedierenden »Arier* zur Zurücknahme seiner öffentlichen Schmähungen einer Volksgesamtheit aufzufordern. Die Mittelstandshilfe« Die Aufteilung der 200.000-Dollar-Spende. Die American Relief Administration (Amerikanische Hilfsaktion) teilt zur Beseitigung von Mißverständnissen mit: Die große amerikanische Spende für Angehörige des Mittelstandes wird nicht nur in Wien, Graz, Leoben und Innsbruck, sondern auch in anderen größeren Städten. Oesterreichs, und zwar nur in Form von Lebensmitteln, verteilt werden. Vier Gruppen der Beteiligung wurden gebildet : 1. Ausspeisung von Angehörigen des Mittelstandes in Gemeinschaftsküchen. 2. Belieferung von Heimen und Anstalten. 3. Ausgabe von Paketen. 4. Vergrößerung der durch die Amerikanische Hilfsaktion gebildeten nnd unterstützten Spezialaktionen »Professorentische" und »Studentenmensen". Von der Gesamtsumme Im Werte von 200.000 Dollar Ist ein Teil für die Ausspeisung Bedürftiger in Wiener Gemeinschaftsküchen zugewiesen worden, die teilweise sofort ihren Betrieb vergrößert haben. Zugewiesen und ausgefolgt sind diesen Küchen vorerst Lebensmittel im Werte von etwa 4000 Dollar. Hiedurch war es möglich, an Berufsorganisationen und Körperschaften verschiedener Richtungen eine entsprechende Anzahl von Frei- und Halbkärlen auszu (eilen, die zum Besuch der betreffenden Gemeinschaftsküchen berechtigen. Die Zuweisung der Lebensmittel erfolgte bisher nur für einen Monat, die Liste der Gemeinschaftsküchen, die an der »Mlttefsfandshllfe* teilnehmen, vergrößert sich von Tag zu Tag. Als oberste Grenze für alle Gemeinschaftsküchen in Wien Ist die Verwendung von 60.000 Dollar festgelegt, also von 15.000 Dollar für einen Monat. Die Erfassung der Personen, welche der amerikanischen Mittelstandshilfe zuteil werden Sollen, obliegt in erster Linie den beruflichen und wirtschaftlichen Organisationen und Vereinen, für die Erfassung von Nichtorganisierten werden Verlautbarungen in der Tagespresse folgern Die amerikanische Mittdstandshilte ist vor allem den Personen zugedacht, die unverschuldet Not leiden, geistig Schaffenden, Altpensionisten, Witwen, Aktlvange- Igoib Wotan zurück. »Durohswi« nicht. Diesen San eriwertbe ich mir täglich unter schwersten Oljxforru Für diesen Sita muß ich zehn geschlagene Minuten lang den [Verehrer einer jüdischen Schinachtga-ne «pieien, muß fihre Licbesaouizcr ertragen. Und bis ne mar a/issstcxgt 1 Erst gestern hatte ich einem Schrecken mit ihr durchzumachen. Da stand ein« dicke, alte Marne turnd ächzte Winter der Last ihrer 150 Kilo. Der koschere Badefisch' wollte schon aus angeborener orientaMoeher Gefühlsduselei der Jüdin ihren Platz Übertassen, und das Furdtot- (bare wäre geschehen, wenn ich nicht noch kn kritischen 'Augenblick dtus Schmabmockeri mit einem gut gezielten Llebctfbliok entwaffnst hätte.. .< Die Gesellschaft um [Wotan begleitete dessen Ergüsse mh Lachst ürraen imd saftigen Bemerfcumgem, bei denen Du recht schlecht damrtkamsrt. In Demem dummen, unerfahrenen Köpfchen vrethelt jetzt sicher die Frage ouif, warum ich dem Luder nicht an die Gurgel gefahren bin? Sei mir reicht böse, imein DunwnerL Es war nicht gut möglich. Ich hätte mich weidlich lächerlich gemacht, denn der Mensch [hat ®o unrecht nichh^Du bist ja nicht allein, wie Du bist, •vverifl wie sagtest Du doch — w«2 er >ao gar nichts von einem Juden hat«. Und mm willst Du woM meinen Rat halben. Da ist er: 1. Reiße schleunigst den »Altar« nieder, den Du Deinem Wotan errichtet hast, der sich wie alle Wotans über den »'koscherem Backfisch« lustig macht, 2. Fahre nie mehr mit demselben Zug, wie bisher. ■Nimm einen .früheren oder einen späteren Zug. Der Kerl foü bis ziwn Schottentor stehen und sich die Hühneraugen a'btreten lassen, unter Rippenumd Magenstößen an Dich denken. 3r Warne auch Deine Freundinnen vor jedem Wo<ta« und jedem Christian. Bleibt kn eigenen Lager! Dem aufrichtiger jloob Kraust Der neue Brotpreis. Ein Laib Brot K 480. Wie wir bereits berichtet haben, haben sich die Preise für I Kilogramm Brotmehl für die Verbrauchszeit von 26. Februar bis N. März um K 25 verbilligt. Es müßte demnach, da bekanntlich für einen Laib Brot im Gewicht von 1260 Gramm 90 Dekagramm Mehl benötigt werden, diese Mehlmenge sich um K 22.50 billiger stellen.. Da aber der Staatszuschuß für 90 Dekagramm Brotmehl nach dem Abbaugesetz ab 26. d. M. nicht mehr, wie bisher K 150, sondern nur f< 100 beträgt, kann auch der Brotpreis nicht um K 22.50 verbilligt werden, sondern muß vielmehr um K .27.50 erhöht werden. Würde eine Verbilligung des Brotmehls nicht eingetreten sein, würde sich der Brotpreis um K 50 per Laib, das ist von K 452 auf K 502, erhöhen. Da nun weiters die Arbeitgeber den Arbeitnehmern vom gleichen Zeitpunkt an erhöhte Lebensmittelzuschüsse zu leisten haben, ergibt sich mit einer kleinen Aufrundung eine E r h ö h u n g d e s B r o t p r e i s e s um K 28. Es wurde daher der Klein verschleißpreis für einen Laib Brot im Gewichte von 1260 Gramm nach behördlicher Ueberprüfung mit K 480 f e s tgesetzt Der Wiederverkäuferrabatt, bleibt in der bisherigen Höhe von K 18 aufrecht DerneueB ro tpreis tritt am 26. d. M. in Kraft Der Bombenkund lm SzemszS-Schlössel. Die Anstifter enthaftet. Aus B u d a p e s t, 24. d. M., wird gemeldet.* Im Zusammenhang mii dem Wiener Bombenfund wurde heute der Eigentümer des sogenannten Szemszö-Schlössels, der ehemalige Obergespan Julius S z e m $ z ö, von der Polizei als Zeuge einvernommen. Er äußerte sich «Zeitungsberichterstaltcrn gegenüber, betreffend seine Einvernahme, man habe ihn über die Gründe befragt weshalb er Josef Vojnich nach Wien entsendet habe. Vojnich hätte allerdings noch einige diskrete Betrauungen gehabt, bezüglich deren sich Szeraszö aber nur dann äußern wolle, wenn es in dieser Angelegenheit zu einer Hauptverhandlung kommen sollte. Daß Vojnich den Eötvös auf die Reise mitnehmen werde, davon habe er nicht die geringste Ahnung gehabt Was das Bombenattentat selbst anbelangt, so hätte es nur ihm selbst effektiven Schaden verursacht da das Schlösset noch immer sein Eigentum sei Die Staatsanwaltschaft hat Ihren Rekurs gegen die Enthaftung des Josef Vojnich und des Karl Eötvös zurückgezogen. Infolgedessen wurden die beiden heute nachmittags in Freiheit gesetzt Immunität gewisser Berufsstände gegen Krankheiten. In der letzten Nummer der Zeitschrift der Pariser »Acaddmie de mddecine" lenkt Professor C o u t i 6 r e die Aufmerksamkeit auf die Immunität gewisser Berufe gegen gewisse Kränkelten. Die Immunitätsfälle dieser Art sind ziemlich seiten und ihre Liste ist bald aufgezählt. Man hat in letzter Zeit gegen die Furunkulose und gegen Krankheiten ähnlicher Art Zinksalze als bestes Mittel empfohlen. Tatsächlich — ein" französisches Sprichwort besagt es übrigens — leiden Kesselflicker, welche mit Zink löten, höchst selten an Furunkeln* Während Choleraseuchen, besonders im Jahre 1912, hat man die Bemerkung gemacht, daß alle Arbeiter in den Tabakfabriken von dem Uebel verschont blieben. Diese Tatsache kann, mit den neulich durchgeführten Forschungen in Zusammenhang gebracht werden, die es erwiesen, daß der Tabakrauch eine große Zahl jener Mikroben tötet, die ihren Sitz im Munde und im Kehlkopfe haben.- Arbeiter, welche Kupfer oder seine Mischungen bearbeiten bleiben angeblich vom Krebs verschont, jene, die mit Quecksilber zu tun haben, werden sehr selten von Hautkrankheiten befallen. Die meistert Beobachtungen dieser fax wurden aui dem Qebiete der Tuberkulose gemacht Die Immunität der Bergleute gegen Tuberkulose ist schon vor 80 Jahren bewiesen worden. Diese Krankheit kommt auch unter den GTasschmelgern selten vor, was auf die ständige Einatmung von Fluorsäuredfimpfen zurückgeführt wird., Es wurde schon oft festgestellt, daß schwindsüchtige Arbeiter, weiche in einer Fabrik angestelJt wurden, wo Kupferazetat verpackt wird, sich rasch erholten und speziell das Bluthusten aufhörte, Arbeiter in Seoffabriken und Kalkbrenner sind gegen die Tuberkulose immun, Man hat auf Grund dieser Erkenntnis mehrere Behandlungsmethoden der Tuberkulose versucht. Die Fluorsöure zeigte sich nicht verwendbar. Das Einatmen von Kalkstaub aber ist unschädlich und wird von Professor Conti iro warm empfohlen. __ Hausfrauenarbeit. Eine richtige Hausfrau — ganz gleichgültig, ob sle!« Berlin, Graz oder Wien amtiert — braucht niemals darüber nachzudenken, wie man eine Arbeit auf umständlichste Art macht. Das hat sie »im Griff". Und alle Bedrängnisse der Kriegszeit haben es nicht zuwege gebracht, daß etwas von der guten alten Koch- und Räumesitte verlorengegangea wäre. Es schien nur einen Augenblick so, aber das ist, gottlob rasch vorübergegangen. Man bereitet vielleicht die »Einbrenn" stellenweise noch mit wenig Fett, aber mau passiert sie schon wieder mit der alten Umständlichkeit und-der Verschwendung an Gefäßen. Weil wir uns doch wieder zu der Anschauung durchgerungen haben, daß Arbeit, Hausfrauenarbeit naürllch, nichts kostet. Wir zupfet! jeder Schnittbohne die beiden »Haare" und schneiden die Karotten nicht, wie irihn es in der ganzen Welt tut, in Scheiben, sondern wieder in fadendünne Nudeln — oh Auferstehung! Es kann gar keinem Zweifel unterliegen, daß Taylor verrückt würde, wenn er einen Vormittag in der Küche einer solchen Hausfrau verbringen müßte. Schon die Vorbereitungen brächten ihn zur Raserei. Erste Maßregel: Die Wage wird geholt. Eine Wage ist unbedingt erforderlich, d&m nach den hochheiligen Gesetzen der deutschen Köche beruhen, sämtliche Kochrezepte auf Gewichtsmaßen, wahrscheinlich weil das Hohlmaß umso viel bequemer und einfacher zu handhaben Ist Also — die Wage. Sie wohnt auf wolkigen Höhen wie die Götter Walhalls, auf einem Wandbrettchen, das mit mathematischer Genauigkeit immer eine handbreit höher angebracht Ist, als die Hausfrau reicht Dafür stehen die Gewichte unten lm Küchenschrank. Ueberdies sind die Wagschaleo natürlich aus Messing, das vor der Berührung mit Fett, Mehl und allem, was den Glanz trüben könnte, ängstlich behütet und durch Papier, ein Deckchen, einen Teller geschützt werden muß. Sind endlich die Zutaten vorbereitet, so macht sich die Köchin an die Arbeit. Sie braucht dazu: Das Nudelbrett, das Nudelholz, ein Messer, ein Gefäß zum Verdünnen des Powidl, einen Löffel zum gleichen Zweck, ein Gefäß zum Aufschlagen des Eies, einen Topf, ein Sieb, eine Kasserolle, das sind neun Gerätschaften, die gescheuert, gewaschen, geputzt werden müssen l Aber schließlich ist nicht nur das Koche« in Betracht zü ziehen. Man muß auch aufräumen und tut es, indem man dreimal auf allen Vieren durch die Räume kriecht Das ist keine sogenannte Uebertriebenheit, sondern die geheiligte Form, in der allein in weiten Landen der Zimmerboden vom Staube gereinigt werden kann. Sind übrigens Teppiche ausgebreitet, so kriecht man viermal. Anders geht es nicht — jede Hausfrau wird es bestätigen. Denn daß man ohne Parkettenfußboden nicht leben kann, ist ohneweiters klar, und wer etwa in einem Raum Linoleum aufgespannt hat, bürstet es mit derselben Hingabe und Aufwendung von Lungenkraft wie die Parketten. Zur Entlastung der Hausfrau kann nur angeführt werden, daß auch bei der Anlage des Hauses — die in der Regel Männerwerk Ist — die Frage der Hausarbeit ganz außeracht gelassen wird. In Sanatorien sehen wir wohl fugenlosen, leicht zu reinigenden Zimmerboden, aber in einem Privathaus gibt es nur Parketten oder Bretter, die gescheuert werden müssen (auch eine entzückende Arbeit). Türklinken aus Glas, über die man einfach mit einem feuchte« Tuch fährt, um sie zu reinigen, sind verpönt Sie müssen aus Messing sein, damit es doch etwas zu putzen gibt. Die oberen Fensterflügel gehen unbedingt nach außen -- so üj>t die Hausfrau die Schwindelfreiheit beim Herumklettern auf dem Fensterbrett Ein besonderes Kapitel ist auch das Wasche« der Wäsche. »Richtig“ behandelte Wäsche muß auf dem Wege von der Schmutzseife bis zum Wäscheschrank siebzehnmal in die Hand genommen werden. Also ist es kein Wunder, wenn der Waschtag ein kritischer Tag erster Ordnung ist. Die Männer freilich begreifen das nicht und wunder« sich über die Krisenstimmung. Sie« verstehen die allermeisten Naturerscheinungen des Hauswesens nicht, vor allem nicht, daß man kleinlich, zänkisch, mißlaunig und engstirnig werden muß, wenn man Tag aus Tag ein häßliche, schmutzige und in der Mehrzahl der Fälle überflüssige Arbeiten zu besorgen hat. Daß sie es aber nicht verstehen, ist auf eine weitere Kardinaluntugend der Hausfrau zurückzuführen, auf die ergebene Duldsamkeit, mit der sie alles hinnimmt, beherrscht von einem einzigen Wunsche: Dem Manne den Kinderglauben zu erhalten, daß die Hauswirtschaft von selbst geht Klara Mautner. Die Einwanderung nach Amerika einst und jetzt. Die Zeiten der freien Einwanderung nach Amerika, da die, Pforten der Neuen Welt weit offen standen und die Schiffahrtsgesellschaften einen Konkurrenzkampf auf Tod und Leben eingingen, um sich gegenseitig die Emigranten abzujagen, sind lange vorbei. Langsam und allniählig hat man in Amerika begonnen, die Tore immer fester zu schließen. Mit «insr