Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1104 (24.2.1922)
- Date
- 1922-02-24
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Wien, F/Sitag ...— WIENER MORGENZEITTJNO 24. Februar 192a . -..'...»iii.—..-. iii-kiii iranir-w-;r" ....m....—. Nr. 1104 —. »-^ * Wiederaufbau in Wilna. „Gazeta Wilenska* * Veröffentlicht einen- Tätigkeitsbericht der Wiederaufbauäcommission im Wilnaer Gebiet. Die genannte Kommission hat im Verlauf ihrer zehnmonatigen Tätigkeit 47.381 Gesuche erledigt und 146 M i 11 i o n e n M a r k für Wiederaufbauzwecke verausgabt. Alle Subventionen wurden nur an Bauern ausgefolgt. Von den jüdischen Gesuchen wurde kein einziges berücksichtigt, obzwar die Wilnaer Judenschaft während des Krieges großen Sachschaden erlitten hat. * Wiederaufnahme des Unterrichtsbetriebes an der Universität. Die infolge Kohlenmangels verfügte Ein- : Stellung des Unterrichtsbetriebes im Universitäts-Haupt-" gebäuae wird mit Montag den 27. d. M. aufgehoben. Der Unterrichtsbetrieb wird an diesem Tage in vollem ' Umfange wieder aufgenommen. , - . it * Palästina-Vortrag. Der /hebräische Schriftsteller J. Rodler-Feldmann (Rr Benjamin) aus Jerusalem hält Sonntag den 26. d. M. um 7 Uhr im.Saale der »Scholle“ einen deutschen Vortrag , über „D a s religiös e‘L eben in E r,'e zl'sra e 1“.?■ * Erhöhung der Kaffeehauspreise. Nach wiederholten Unterbrechungen sind nun die Lohn Verhandlungen im Kaffeeh au s g e w er b e beendet worden. Es wurde ab 20., d. M. eine Erhöhung der bisherigen Löhne um durchschnittlich ein Drittel zugebiliigt Die infolge dieser Lohnerhöhung und der sonstigen Verteuerung der Regien, namentlich der Beleuchtung und -Beheizung, bedingte Mehrbelastung der Betriebe wird durch eine Erhöhung der Verkaufspreise wettgemacht werden. . * Vor einem Streik der. Buchhandelsangestellten. Die Organisation der Buchhandelsangestellten hat .für heute abends eine Versammlung einberufen, in weicher entscheidende Beschlüsse über den Ausbruch eines Streiks, der in allen seinen Einzelheiten bereits vorbereitet ist, gefaßt werden sollen. Die Organisation der Arbeitgeber hat cs abgelehnt, sich in Unterhandlungen über eine Erhöhung der Bezüge einzulassen, und wäre nur zu Beratungen über den Aufbau der Indexziffer für den Monat Februar bereit. Die Leiter der Organisation der Angestellten stehen auf dem Standpunkte, daß eine etwaige Erhöhung der Index-- Ziffer keine Grundlage für die Regelung der unzureichenden Bezüge bilde. Ein Streik scheint nach der derzeitigen Sachlage unvermeidlich. * Keren Kajemeth l’Jisrael (Jüdischer National-, fonds). Von nun an werden die Sitzungen der Land e skomMission an jedem ersten Dienstag des Monats, die Besprechungen der Keren-Kajeme t h -Ko mm i s s ä r e und Vertrauensmänner an jedem ersten Donnerstag des Monats, somit nur einmal monatlich stattfinden. Die nächste Sitzung der Landeskommissiön findet" somit am 7. M ä r z, .die nächste Besprechung der Kommissäre und Vertrauensmänner am Donnerstag den 2. M ä.r z; statt Beide Besprechungen beginnen um 6 Uhr abencjs. Spezielle; Einladungen ergehen nicht mehr. / . * Wetterbericht. Der Vorstoß der warmen Süd west-- Strömung gegen Rußland hat weitere Fortschritte gemacht.! Während ganz Europa schlechtes Wetter hat und sich ein geschlossenes Regengebiet vom Aermelkanai bis zurr* 12. Längengrad erstreckt, ist in- Oesterreich und in einem: Teile Polens der Himmel heiter. — Voraussage: Eintrübung, zeitweise Regen, warm, südwestliche Winde. * “ 1 * Ein gaüzischer Jude in Kanada zum königlichen Rat ernannt. Aus London wird uns berichtet: Markus: |M- S per b e r, ein junger Rechtsanwalt in Montreal,: jwur.de von der kanadischen Regierung zum königlichen' jRät ernannt. Diese Ernennung ist. deshalb von bes'Mj-ldprem Interesse, weil Dr. S ip;e rh c r während'..des; Krieges seinen österreichischen Ursprung zu spüren be-; kam, indem »seine F;reiwiiligenmeldung für den Kriegsdienst zur Fee’• c'C" zurückgewiesen wurde. Sperber, der erst AZ Jahre a’lt ist, ihat bereits eine angesehene Position als Jurist und ausübender Advokat «n-d -ist Begründer mehrerer jüdischer Institutionell und Kultusvereinigungen in Montreal. * Amerikanische Einkommen.; Aus W as hingt o n wird gemeldet: Nach einer Statistik des Steuerbiireaüs gibt es gegenwärtig in den Vereinigten Staaten fünf Personen, deren jährliches Einkommen fünf Millionen Dollar übersteigt Im letzten Jahre gab es nur einen, •nämlich Rokkefeller. 65 Personenhatten, ein Einkommen rvon einer bis fünf Millionen Dollar. Die großen Einkommen '-sind allgemein im Niedergang begriffen. Während des •Krieges zählte man mehr als 200 Personen, deren Einkommen eine Million Dollar überstieg.; * irische Briefmarken. Der irische Staat hat eigene ©riefmarken herausgegeben,* es sind die jetzt, im Umlauf ^befindlichen englischen Briefmarken mit einem Aufdruck in keltischer Sprache. > * Liane Haid preisgekrönt. Die „Kinowoche“ veranstaltete am 21. d. M. eine Redoute im Münchnerhqf. (Den Abend arrangierte der Dramaturg der „Sascha“ Herr Bachrach. Es gab viele und schöne Masken und nnter den Gästen -wurden die Primaballerine aus New York Albertina Rasch, Liane Haid, Edmund Eisler, Dr. B e r g a u e r, Karl Raimund |Und viele Kapazitäten der Filmbranche begrüßt. Den Schön-^ (heitspreis des Abends, einen herrlichen Perserteppich, er-* ihielt mit 7345 Stimmen die Filmkönigin Liane Haid,. Ae 5m Kostüm der Lady Hamilton erschienen war. Außerdem gab es Preise für eine Tanzkonkurrenz und für eine höchst aparte Konkurrenz der schönsten Silhouette. * Eine stürmische Hausbesitzerversammlung. Auf Indern Alsergrund fand vorgestern eine vom Bund der Hausbesitzer einberufene Versammlung gegen die Wohnbausteuer statt, die sich durch das Eingreifen der Sozialdemokraten in die Debatte sehr stürmisch gestaltete. Es sprachen unter fortwährenden Lärmszenen abwechselnd Sozialdemokraten und Anhänger des Bundes. Es kam zu scharfen, zeitweilig tumultuösen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Parteien und die Versammlung konnte; erst in vorgerückter Stunde geschlossen werden. j w * Leichenverbrennung und jüdische Orthodoxie. Zwischen dem Prager Öberrabbiner Dr. Brody und dem Prediger der Prager Tempelgemeinde Dr. Schwarz, Veh treter der Modernen, hat sich anläßlich eines konkreten Falles in der letzten. Zeit eine Polemik entsponnen, ob beiden Juden die Leichenverbrennung gestattet sei ilnd öb, rituelle Funktionen bei dem Verbrennungsakt vergenpmmSn; ^werden können. Da in der Kultusrepräsentanz zahlreiche Stimmen laut wurden, daß in der Sache eine Entscheidung (gefällt werde, fanden Beratungen zwischen den Rer; Präsentanten der Kultusgemeinde und der Beerdigungg-- »rüderschaft statt, welch letztere auf streng orthodoxem Standpunkt steht. ln den letzten Tagen -wurde ein liebere!«kommen zwischen beiden Korporationen (getroffen, das dahin geht, daß sich die BeerdigungsbriideTschaft bereit erklärt, den Leichenwagen für die Ueberiführung der Leichen beizüstellen; weiter machte sie sich «rbötig, auf dem israelitischen Friedhaf einen Platz für jeine Leichenhalle zu reservieren, wo die Leichen bis zu (ihrer Ueberführung ins Krematorium ruhen sollen, und (schließlich ein Kolumbarium -zu errichten, wo die Urnen jaufbewahrt werden können. Rituelle Funktionen durchzuführen, lehnt die Beerdigungsbrüderschaft grundsätzlich ab. Diese werden von einem von der Kultusgemeinde anzustellenden Funktionär über letztwilligen Wunsch des [Verstorbenen oder über Wunsch der Hinterbliebenen vollteogen werden* Mitteilungen aus dem Publikum. LU LI! Onkel hier. — Bleibt bis 3. März. Gebe bekannt, wo Dü zu sprechen bist lou Onkel ‘M GUMMIABSATZ rf§ ist '» DAUERHAFTER |ik AIS XE DER Echte Jägerwäsche « JMfeerS Matsiier,Wien,I.,Kohlmessergasse8 * . Ein dänisches Legat zugunsten , tuberkulöser Wiener Kinder^ Das geschäfteführende Mitglied des Zentralkomitees der Wiener Kinderaktion in . Kopenhagen, Herr Direktor Albert V. Ginge, der sich zum Zwecke des Studiums der wirtschaftlichen Verhältnisse hier aufhält, -teilte 'dem Leiter des'dänischen Kinderklubs,. Obermbdizinal-rat. Ul*. L ö w.e n s t e in, mit, daß der Genchäftsäüsschuß des Zentralkomitees in Kopenhagen am 2. d. M. den Beschluß gefaßt hat, ein Legat im . Betrage von . i Z > ..M i 11-i o neu, österreichischen Kronen , zugunsten, , jener in .. Dänemaulk-gewesenen - Kinder .zu stiften,, die-an. Tuberkulose erkranken. Die alljährlichen Zinsen sind; als Hilfe bei Spitalsbehandlung für ein oder mehrere Kinder zu. verwenden. 4 Südbahn. Der Hochschwahzug. 38 (ab Bruck an der Mur 18 Uhr 40 Min.,. ah ÄVien 23 Uhr 15 Min.) wird ab Sonntag den 26! d. M. bis auf' weiteres nicht verkehren. 1 ' * Die Bombehaffäre. In Angelegenheit der im Zusammenhang. mit dem Wiener Bombenattentät verhafteten; Vojnich und Eöt.v.ös. hat der Budäpester Untersuchungsrichter einen Freilässungsbescheid erlassen, da kein begründeter Verdacht gegen sie vdrliege, die ihnen, zugeschobene- Tat, begangen zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat gegen diesen Bescheid rekurriert, weshalb die beiden bis zur- Entscheidung des Strafsenats . in Haft bleiben werden.- -... ,-v:- , * Ein Komplize der Mörder Erzbergers verhaftet. Tn der Angelegönheit des Mordes an. Erzberger wurde gestern in München der Rechtsanwalt Dr. Müller verhaftet, an den der flüchtige Tillessen am 20. Dezember 1921 ein von der Münchner Kriminalpolizei beschlagnahmtes Telegramm gesendet Hat. Müller hat sich vom 18. bis 20. Dezember in Budapest aiifgehälten. * Tod durch Leuchtgasvergiftung. Wie berichtet, wurde am 21. d. M. die 80jährige Privatlehrerin Susanne Lewins o h n; zu Kalkutta geboren, nach New York zuständig, in ihrer Wohnung, I. Sonnenfelsgasse 3, in dem mit Leuchtgas erfüllten Zimmer bewußtlos aufgefunden. Sie ist heute im Rudolfs-Spital, ohne das Bewußtsein wiedererlangt -zu haben, gestorben. Da fremdes Verschulden nicht, ausgeschlossen erscheint, würde die Staatsanwaltschaft verständigt. * Nachschau iti—Stundenhotels. Gestern abends wurde in .den Stundenhotels des II. Bezirkes eine Nachschau vom polizeilichen Sittenamt abgehalten. Von zwölf aufgegriffenen Mädchen mußten elf als geschlechtskrank dem rrauenspital übergeben werden. * Urania-Zeit. Wegen größerer Herrichtungen an der elektrischen Zentraluhrenanlage der Wiener Urania muß die Abgabe der , selbsttätigen Zeitzeichen der Urania- Sternwarte während einiger Tage unterbrochen werden. 4 Kasseneinbruch bei der Bosnischen Elektrizitätsgesellschaft. Vorgestern nachts wurde bei der. Bosnischen Elektrizitätsgesellschaft, Universitätsstraße 15, ein Kasseneinbruch verübt.. Die . Täter . haben erbeutet: tschech. K 1,350.000, drei schweizerische Banknoten zu je 100 Franken, 1407 Lire, 639 schweizerische Franken, 300 deutsche Reichsmark, drei Goldstücke zu je 10.000 Franken, l Dollar in chinesischem Silbergeld und tschech. K 661. * Verhaftung eines Budäpester Holzliändlers. Auf telegraphisches Ersuchen der Oberstadthauptmannschaft Budapest wurde am 21. d. M. in Wien der 37jährige Holzhändler Ludwig K. aus Budapest wegen Betruges und Veruntreuung verhaftet und gestern dem Landesgericht eingeliefert. K. behauptet, daß seine Verhaftung lediglich aus politischen Gründen verlangt wor den s ei. Er habe wohl in Budapest bei dem Bankhaus Hecht größere Verbindlichkeiten, doch bieten seine Sagemühle und ein Automobil genügend Sicherheit. Man fand ,bei ihm österr. K 101.550, tschech. K 212, ung. K 1753. 4 Hochstapeleien eines Dreiundzwanzigjahrigen — Betrügereien in der Höhe von mehr als sieben Millionen Kronen. Beim Linzer Polizeiamt * erstattete ein Geschäftsmanngegen den gewesenen Bankbeamten, den 23jährigen Leonhard Schweigert, Sohn des Oberstleutnans a. D. Artur S c h w e i g e r t, die Anzeige, daß der junge Mann 124 Stück Böhmische Unionbank-Aktien zum -Verkauf übernommen habe, seither aber nichts von sich hören lasse. Der Gesuchte wurde in einem Linzer Gasthofe verhaftet, in seinem Besitze wurden bare 120 Kronen vorgefunden, Die Erhebungen ergaben, daß Schweigert zuerst bei der Filiale der Allgemeinen Depositenbank 50 Stück dieser Aktien verkauft und einen Vorschuß von K 700.000 auf die Verkaufssumme nahm. Nachdem er dieses Geld in. der leichtsinnigsten Weise durchgebracht hatte, verkaufte. er auch die zweite Partie der Aktien, deren Erlös er gleichfalls verpraßte. Schließlich ließ sich die Linzer Firma auf Grund eines gefälschten Schreibens eines Wiener -Börsenmaklers, das Schweigert vorwies, herbei, noch weitere K 950.000 dem Hochstapler zum Ankauf von Mark zu übergeben, r- - T d nahm aber rasch ein .Ende und nun begi:? Igert betrügerische Schulden zu kontrahieren. Dem Ui Hotelier schuldet er K 200.000, einem Oberkellner- K U " 00, einem Stubenmädchen K 45.000., Dem Auto», erirüct-:. Wim m e r Hieb er i K 150.000 für Autofahrten st büldij« * Ein Millionendefraudant. Die Direktion deungarisch-tschechischenIndustriebank in Budapest er« stattete . bei;der Polizei; die Anzeige, daß der 21iährige, bei der Tresorabteilung der Bank angestellte Beamte Franz Kainz aus dem Depot der Bank Aktien im Werte von zwei Millionen Kronen entwendet habe. Kainz wurde verhaftet. Er behauptet, sich Papiere im Werte von mir zirkaeiner Viertelmillion angeeignet zu haben. Vereine, Vorträge und Versammlungen. J u g. endverein Ahawath-Zion, II., Kleine Zufahrtstraße 160. Morgen, . 7-4 Uhr nachmittags, Zusammenkunft der Mädchengruppe (Komiteesitzung). Sonntag den 26. d. AL, VaT Uhr abends, Heimabend. — Gesellschaft tüf Sammlung und Konservier un g von Kunst- und historischen Deakm ä 1 er n d es J u d ent um s (Jüdisches Museum). Montag den 27. d. M., 7 Uhr, im Saale IX:, Uiiitfersitätsstraße 4, Vortrag des Universitätsdozenten Dr. Alfred Kappe! mache r über -.„Biblisches Drama und Epos ln der griechisch-römischen Literatur“. — J iid i sch e Toyn bee - Halle, XX,, Denisgasse 33. Morgen, 7 Uhr abends, Konzert, Arrangement Professör Fuc h s. Sonntag den 26. d. M., präzise 5 Uhr, Vorlesung Felix Salten.— Esperantoverein Danubio, Wienj VIIL, Lerchenfelderstraße (Cafe Egkher). Am 2. März beginnt in der Mädchen-Bürgerschule, VIII., Zeltgasse % um, ‘/jß Uhr ein Anfängerkurs für Esperantos. — Hi tac hd u t: h. Morgen, 7 Uhr, II., Glockengüsse 30, Fortsetzung der Aussprache über sozialistische Erziehungspolitik. Dr. S. Bernfeld wird. die. Diskussion einleiten. — Ein j ü dis ch-akademischer. Sänge r b und. Der Jüdische Hochschülausschuß gründet im Gesamtverband,; Judäa einen Sängerbund. Die Vorarbeiten sind bereits in die Wege geleitet. Der Gesangsprofessor Ulan o w's k y jun. ist mit der Leitung betraut worden. Stimmbegabte Kolleginnen und Kollegen wollen daher ihren Beitritt heim Kollegen S t a m p 1 e r , im Wirtschaftamt des Jüdischen Hochschulausschusses spätestens bis 1, Märas anmelden. . V o 1 k s b i 1 d u n g im Technischen ■Museum. Morgen, 3 Uhr nachmittags, Führung Ingenieur F. Sedjacek, „Seifen-Und Kerzenerzeugung“. Sonntag den 26; d. M., 10 Uhr vormittags, im großen Hörsaal Licht- ’ bildervortrag „Technischer Monatsbericht“ Über neue Erkenntnisse und Erfindungen von Vorstand Ingenieur - E. Stelzer. . ‘ . U.-r a n i a. Heute, 5. Uhr (Großer Saal) Indien. — */i,6 Uhr (Kleiner Saal) Hochschuldozent Dr. Afred T i 11: Vom Werdegang der Erde und des Lebens, VII. — ■*/.6 Uhr (Kurssaal) Professor Dr. Johann Pilz: Das Buch und sein' Werdegang, V. — Uhr (Großer Saal) Großes : Kammermusikkonzert. Das Fitzner-Quartett. — 798 Uhr , (Kleiner, Saal) Universitätsprofessor Dr. Felix AL. E x n e r: Atmosphärische Optik, L — VA Uhr (Kurssaal) Hochschuldpzent Dr. Alfred T i 11: Praktische Bodenkunde, VII. — VA Uhr (Klubsaal) Professor Richard WickenhaUser: Musik- und Harmonielehre, L . Ernährung. Der Streik der Hausfrauen. Preisrückgänge auf allen Marktgebiete^.' Reich* liches Angebot. Erfreulicherweise dauert die rückläufige Bewegung der Preise für einzelne lebenswichtige Artikel weiter an. Doch sind die Preise noch immer so hoch, daß die Hausfrauen sich hur auf den Einkauf des Allernotwendigsteh beschränken; und man konnte auch gestern die p a s s i v e Resistenz der Käufer beobachten, um ein weiteres Nachgeben der Preise zu bewirken. Von besonderem Interesse ist es, daß auch gestern auf dem Naschmarkt nach Kartoffeln sehr geringe Nachfrage herrscht, obwohl die Preise weiter heruntergesetzt worden waren und; im Detailverkauf -K* 210 bis- 220 per Kilogramm betrugen. Auch inländische Zwiebeln konnten nicht teurer als tim K 800 nur schleppend angebracht werden, weshalb mit weiteren Ermäßigungen zu rechnen ist. Viel lebhafter war der Verkehr ln; der Großmarkthälle, wo überaus großes;-Angebot zur Verfügung stand. Mit Rücksicht darauf und infolge des Eintrittes wärmerer. Witterung mußten die Preise fast auf allen Gebieten ermäßigt werden. Im Engros verkehr verbilligten sich Kälber um K 50, Fettschweine um K 70, englischer Braten um K 100 per Kilogramm. Im Detailverkauf würden in der Großmarkthalle billiger: Schmalz um K 50,: mindere Sorten von Kalbfleisch um K 100, Speck um K 100, Bauchfilz um K 100 per Kilogramm. Hasen mußten um K 400 per Stück billiger abgegeben werden. Im Detailhandel kostete Rindfleisch, von dem 91.000 Kilogramm zur Verfügung standen, K 950 .bis 1600, .Bratenfleisch K 1500 bis 1700, Schweinefleisch- K 1500 bis 1900, Schmalz K 2100 bis 2350, Speck und Filz K 1600 bis 2100 per Kilogramm. Hasen stellten sich ohpe Fell per Stück auf K 2600 bis 3200, Rücken und Lauf , auf K 1000 bis 1300, lunges auf K 600 bis 800 per Kilogramm. Auf dem Geflügelmarkt waren Hühner und PoularÜs zu K 2000 bis 2800, Gänse zu K 2000 bis 2600 per Kilogramm feilgehalten. Auf dem Fischmarkt kosteten Brachsen K 400, Weißfische bis K 1000 das Kilogramm. Mit der Bahn sind; insgesamt 10 Waggons mit verschiedenen Fleischgattungen eingetroffen. Die Fleischhauergehilfen haben gestern neuerliche Lohnforderungen erhoben. Sie verlangen eine 45°/0igo Erhöhung ihrer jetztigen Löhne, doch sind die Fleischhauer nicht gewillt, dieser Forderung nachzugeben, da sie diese neuerlichen Lasten nicht auf das konsumierende Publikum überwälzen können. Mazzothanmeldungen. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien bringt zur Kenntnis, daß zur Vermeidung von Mißbräuche« in ritueller Beziehung und zwecks Einhaltung der normierten! Preise der Bezug von Mazzoth gemäß der erwirkten behördlichen Zustimmung nur gegen von der .israelitischen Kultusgemeinde Wien ausgestellte B ez u g. s s c h e i n e und nur in den von der Kultusgenehmigten Verkaufsstellen erfolgen darf. Vor der von einzelnen privaten Firmen erfolgten Aufforderung, Mazzothbestellungen bei denselben vorzunehmen, wird gewarnt und es werden die p. t Parteien im eigene« Interesse ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, ihren Mazzothbedarf nur in den von der Kultusgemeinde bekanntgegebenen Anmeldestellen vorzunehmen. Der Anmeldungstermin für Mazzothbestellungen gegen Vorausbezahlung von K 2200 per Kilogramm wurde bis 28, d. M. v e r I ä n-g e r t Für m i n d e r b e m i tt eite Parteien erfolgt anfangs März eine separate Kundmachung, betreffen^ Entgegennahme der Anmeldungen. .. i