Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1104 (24.2.1922)
- Date
- 1922-02-24
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr. 1104 WIE» MÖRÖENZETTtmS 24. Februar 1922 Wien, Freitag W. J. W. Freitag den 24. d. M. und die folgenden Tage von 9 bis U Uhr vormittags Fortsetzung des Verkaufes. Zum Verkaufe gelangen: Schinken* Fleischkonserven, Kondensmilch, Waschseife, Herren- und Damenschuhe, Stoffe. F r ele jüdische Volks bttHne Gastspiel litt Lustspieltheater .LW.rgei' Singer fin sein Trauer stfijus ftar Das Theater Ist g e h e 1 z t! TW 4280 4—---;-~- Deutsches Voikstheaten V e r n e u i 1 s „Karussell“ ist ein federleichter französischer Schwank, der selbstverständlich im Boudoir einer Kokotte spielt. Sie muß neben dem zahlenden Frennd stets noch einen nichtzahlenden Geliebten haben. Und da der Zählende verarmt, der Geliebte einen gewaltigen Börsengewinn einsackt, läßt sie — gut sind sie alle — das Dreieck eine einfache Drehung um seine Achse ausführen. Rechter Hand, linker Hand, alles vertauscht und die Sache ist wieder in Ordnung. Der Aushälter von gestern ist der äusgehaltene Herzbub von heute, wie der Aushälter von heute der Hintertreppen-Geliebte von gestern ist. Karussell. Das heikle Thema wird in graziösester französischer Manier äbgewandelt, der Dialog ist witzig, der Parallelisniüs der Szenen im ersten und dritten Akt sehr erheiternd. •' " Ein federleichtes Spiel. — Aber Frau Rolands Sache ist nicht: federnde Grazie, schwebende Leichtigkeit, Spiel „aus dem Handgelenk“. Ihre Charlotte ist rassig, geistvoll, hat Humor. Nur merkt man's, daß jede Bewegung, jeder Tonfall, jeder Gedankenstrich das Resultat: sorgsamster, härtester Kunstarbeit ist. Ein wohlpräparierter Sprühteufel. Sie sollte keine Konstantin-Rollen spielen. — Zwerchfellerschütternd Herr Lackner, nicht zu bezahlen seine unerschütterliche, phlegmatische Sachlichkeit. Herr Ziegler hingegen nicht so ergötzlich, wie zu erwarten war, vor dem Avancement vom Aushälter zum Liebhaber ungewohnt matt, erst im Schlußakt Aufgeräumter. Die Regie (Herr B r a h m) hatte ein Boudoir mit einem Riesensota beigestellt, auf welchem die tugendreiche Charlotte gleichzeitig zwanzig Freunde amüsieren könnte. Dieses Sofa-Ungetüm ist bezeichnend für die Aufführung. Sie ist schwerfällig. 0. Ä. Die Direktionsknse im Burgtheater. Direktor W i 1 d g a n s hat seinem Demissionsgesuch die Demission noch nicht folgen lassen. Wie wir erfahren, ist es möglich, daß die Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und dem Präsidenten Dr.. V etter» ausgeglichen werden und daß Herr Wildgans auf seinem Posten, verbleiben wird. Ein Parthenonfries in Wien. Der Kustos am Kunsthistorischcu A(useum Doktor Fritz E i c h 1 e r hat in einem in der Esten stechen Kunstsammlung in. der neuen - Burg aufbewahrten griechischen Relieffragment ein S t ü c k . d e s Parthenonfrieses .nachgewiesen, dessen Reste, sich bekanntlich größtententeils im British Museum in L o n d o u, zum kleineren Teil in A t h e n an der Tempelruine selbst befinden und ihren Ruhm vor allem den prächtigen Reitergruppen verdanken. Das neuentdeckte Stück, das bisher als Grabrelief gegolten hatte, enthält die bärtigen Köpfe von zwei im Festzug einherschreitenden athenischen Bürgern, deren einer sich den hintenstehenden Männern zuwendet. Die berühmten Figuren des Parthenentrieses, die Lora Eigin, um sie vor türkischer Zerstörungswut zu retten, vor mehr als hundert Jahren nach London geschafft hat, reichen in die höchste Blütezeit der altgriechischeu Kunst zurück. Sie prangten, polychrom ausgeführt' — die Farben sind in den bald 2400 jahren seit ihrer Entstehung völlig verblaßt — über dem Tempel der jungfräulichen Athene, der Athene Parthenos, auf der Akropolis in Athen. Der Tempel wurde unter Perlkies, von den Architekten Ikllnos und Kallikrates erbaut und war 438 vor Christi im wesentlichen fertiggestellt. ■ ■ Der Budapester Opernsänger Anthes gestorben. Der Regisseur der königlich ungarischen Oper, der bekannte Heldentenor Georg Anthes, ist heute vormittags an den Folgen einer Darmoperation im Alter von 59 Jahren gestorben. Anthes, der in Bad Homburg geboren wurde, war seit vielen Jahren Mitglied der ungarischen Oper. Moses Saifert gestorben. Aus New York wird uns berichtet: Am 7. Februar kt hier Moses Saifert gestorben. Er gehörte zu der ältesten Schule der jüdischen Schriftsteller, der noch die Romanschriftsteller Schumer, Blaustein und . die anderen Schöpfer der „höchst interessanten“ und „spannenden“ Romane angehören. Zum Unterschiede vom diesen hat Saifert in seinen Erzählungen und Romanen. die reine Volkssprache benützt und sich bestrebt, alle „Germanismen* zu umgehen. Saifert zählte noch zu der Generation der „Maskilim“, vertrat jedoch nicht die Assimilationstendenzen der jüdischen Aufklärungsbewegung. Er war auch ein feiner hebräischer Stilist hnd hat an verschiedenen hebräischen Ausgaben in Amerika mitgearbeitet. Nach Amerika kam Saifert vor 40 Jahren und gründete mit anderen die „Amerikanische jiddische Tagespresse“. In der letzten Zeit war er ständiger Mitarbeiter des »Tageblatt“, wo er auch seine Romane veröffentlichte. — Erst jüngst wurde Saifert vom jüdischen Schriftstellerverein L L. Perez zum Ehrenmitglied ernannt - Aus den Theatern. In der heute im Burgtheater stattfindenden Aufführung von Molnars „Theater* spielt im zweiten Einakter „F e 1 d m a r s c h a 11“ die Rolle der.Edith zum ersten Male Frau Aknay, die Rolle des Barons Herr Herterich. — Morgen wird „Der Kaufmann von venedi ga mit Thimig als Gast gegeben. Im Operntheater gelangt heute „Rh e! ng o I d“, mit' den Damen; Weidt, Born. Mihacek, Altan, Bauer-Pilecka und den Herren Manowarda, Krenn, Qallos, Schmedes, Madin, Arnold, Marckhoff und Zec zur Aufführung. Dirigent Herr Klemens Krauß, vom Stadttheater iu Graz als Gast. Herr Arnold singt zum ersten Male die Partie des Mime. Anfang 7 Uhr. — Morgen gelangt „D o n J u a n“ zur Aufführung. . , V; ImRedoutensaal geht „F i g a ros Hochzeit“ in Szene. In der V o 1 k s o p e r geht heute „Martha“, mit Frau deDeblcka in der Titelrolle, in Szene. Beginn l/e8 Uhr. — Morgen gelangt „A i d a“, mit Fräulein Rantzau in der Titelrolle, zur Aufführung. * Im Deutschen Volks t h’ e a t e r wird in dieser und in der nächsten Spielzeit eine Reihe von Werken österreichischer Dichter zur Uraufführung, gelangen, darunter „Opferung“ von Hans K a l t n e c k, e r, „Vivat academia“ von Karl Schön h er r, „Esther“ von Wladimir von H a r 11 i e b, „Legende bin es Leben s“ von Stephan Zweig, „Der Wald“ von Walter Eid 1 i t z,. „Ubique Daemon“ von Hans Knobloch und das hinterlassene Schauspiel Thaddäus Rittners „Die Feinde der Reichen“. In den Kammerspielen des Deutschen Volkstheaters wird morgen, 10 Uhr, die dreiaktlge Komödie „Das Fräulein aus gutem Hause“ von Siegfried Geyer und Betty Winter in folgender Besetzung der Hauptrollen zum ersten Male gespielt: Professor Goidwenger — Herr hvald, seine Frau — Frau Volckmar, Lisa — Fräulein Keller, Schindler — Herr Wengraf, Franzi — Fräulein Kreim, Hofrat Lutz — Herr Kutschera, Harry Popper — Herr Lackner, Miß Renald — Fräulein Wessely, Stubenmädchen — Fram Föry, Friseur — Herr Kürschner, Ober — Herr Kammauf, Servierkellrier — Herr Altringen. In der N e:u e n Wiener B.Ü h ne beginnt heute die Premiere des Lustspiels „General Goldschein* von Armin Friedmann und Gustav Beer präzise 7 Uhr. Zuspätkommende können erst nach dem ersten Akt Einlaß finden. - Schaiom Asch* „Der tote Mensch“, die neueste dramatische Schöpfung des bedeutenden ostjüdischen Dichters, wurde in Chicago durch die Literarisch-dramatische Gesellschaft mit großem Erfolge aufgeführt. Die Dichtung geht auf ein furchtbares Erlebnis des Autors zu- : rück: Asch sah im Jahre 1919 sein ostjüdisches „Städtel“ als Brandruine wieder, ausgestorben, die Reste der einstigen Bewohnerschaft hungernd, frierend, verstört. In diesem Städte! der Nachkriegszeit spielt seine symbolische Dichtung. Es findet sich ein Mutiger, von Optimismus Beseelter, der die sterbende Stadt wieder aufrichten, neues Leben aus den Ruinen blühen lassen will. Als Wahrzeichen der Erweckung soll ein „Hekdesch“ (Spital, Haus der Genesung) gebaut werden. „Haben wir ein Hekdesch“, ruft er, „dann haben wir eine neue Gemeinde.“ Wer an seinem zerstörten Hause einen unversehrten Türrahmen, einen ganze Fensterscheibe, einen tauglichen Balken hat, soll sie für das Hekdesch bereitstellen. Seine Tochter aber will er einem jungen Bräutigam vermählen, damit ein neues, gesundes Geschlecht erstehe. Der frühere Verlobte, vom .Blutsturm, der über das Städtel hinwegging, niedergemäht, steigt aus dem Massengrab u,nd will ihre Heirat nicht zulassen, doch der Held des Stückes verjagt den toten Mahner und richtet mit kraftvollem Arm die Stadt wieder auf. — Wie die amerikanischen Blätter versichern, wurde das Drama, das von großer poetischer Schönheit sein soll (es liegt -noch nicht gedruckt vor), mit ungewöhnlicher Begeisterung aufgenommen. Ein Bilderbuch deutschösterreichischer Kunst. Unter diesem Titel wird die Schriftstellerin Else Brezina morgen, ' .^8 Uhr, im Kleinen Saale der Urania zahlreiche Werke verstorbener und lebender heimatlicher Künstler (von Waldmüller und Rudolf Alt bis auf Luigi Kasimir, Karl Lorenz und die [üngsten) im Lichtbilde vorführen und durch knappe Begleitworte erläutern. Purimhall der Freien jüdischen Volksbühne. Für diese echt jüdische Veranstaltung unserer beliebten Bühnenkünstler gibt sich so außerordentliches Interesse kund, daß es angezeigt erscheint, sich sofort wegen Karten an das Konzertbureau des Haruach, II., Taborstraße 8, oder an das Sekretariat der Freien Jüdischen Volksbühne zu wenden. Der Kartenverkauf zu dieser am 14. d. M. im Kursalon stattfindenden Veranstaltung Ist ein beschränkter. Gestempelte Krone --- —.09 Centimes. Auszahlung Wien --- —.10 Centimes. Besserung der Mark. In Zürich notierte: die österreichische Krone —.10 (—.11 am 22. Februar) die österr. gest. Krone . . —.09 (—.09 am 22. Februar) die tschechische Krone. . 9.15 ( 9.35 am 22. Februar) die Mark.2.41 ( 2.33 am 22. Februar) Agram .1.57Vs ( 1.57 am 22. Februar) Bukarest.—(—.— am 22. Februar) Budapest ....... —.72 (—.75 am 22. Februar) Warschau.—.14 (—.14 am 22. Februar) Außerordentliche Generalversammlung des Hauptverbandes der Industrie. Gestern fand eine außerordentliche Gemeralvetrsammluing des Haupfverbaudes der Industrie statt. Präsident Urba,n führte uiniter anderem, folgendes aus: Die Industrie Oestenreicihs 'kann heute mt beurteilt werden» wenn man einen Einblick in ihre Bankkonti hat. Die ist total verschuldet, die Reserven sarid;vhns::>.,vg gebraucht -Midwir sind in einer solches > , - daß auf den einzelnen Arbeiter bei.'1 i r in:,;lesterts 400000 bis 600.000 Kronen Sc! ' ko -; . i«n.' Wenn eine ln» diustrie 300. ,Arbeite■ her.* kii,Kt, a> hat sie einen Tagesgeldbedairf vor, . so ilüonen Kronen. Es . gibt heute nur meh, ichkeiten, die JLndu- Seite s . —.— strien weiterzrufüihtrem: entweder Betrieb sein* Schränkung oder Erhöhung der Pro-» d 11 k t i o n. Der erste Weg müßte z>u A r b e i t e r m cn tlassungen führen; der Staat hätte dann un* produktive Arbeitslosenunterstützung zu leisten und! eine Sanierung wäre unmöglich. Es ‘bliebe also rauh das zweite Mittel. Die Stunden a-rbeit«1 ei s t um g der Arbeiter bat sich gegenüber dem Frie-* den um durchschnittlich 25 Prozent verschledhterfc, Es wind daher heute-nur sechs Stunden effektiv gen arbeitet gegen iraeuu Stranden im Frieden, was eins Produktionsmanko von 50 Prozent. be-, deiitet. Die Steigerung der ,Produktion ist der einzig gangbare Weg. Die IJeberwälzung der Lohnerhöhungen auf die Konsumenten ist heute nicht mehr; möglich, weil Deutschland bereits billiger produziert; als wir. Wenn also die Arbeiter ein Pluis an Löhnen! fordern, muß die Arbeitsleistung erhöhtwerden. —> Weiter braucht die Industrie Ruhe. In den letztem; Jahren sind 22 Gesetze erschienen', die duirchwegsi produktionshemmend wirken. Vor allem muß, man: trachten, aus der Wirtschaftskrise heraufszuikommem.. Die Lage Oesterreichs ist durch die Kredite hoff-« nun gs veiler geworden, aber die Kredite müssen ver» nünftig verwendet werden. Der geringste Fehler in! ihrer Verwertung könnte katastrophale Folgen .hach sich.ziehen. Aus unserem Staat muß ei« R e ch t s s t a a t w e r d en. . Die. Regierung und die Parteien dürfen sich nicht mehr vom T error der! Straße 'beeinflussen lassen, sondern müssen! - nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten Gesetze be-, schließen und durchführen.' '; - Hierauf ergriff Handelsmüiister ' Dr. G tr ü nt * b e rger das Wort. Der Schutz der Induistrie müsse eine wesentliche Grundlage' füir' die Durchführung, dqr öffentlichen Angelegenheiten,'bilden. Der Minister schloß mit der Zusicherung, daß die. Lasten! der Industrie nicht mehr erhöhtwerden würden, sondern daß man ihre Wünsche berücksichtigen! wolle. Dann sprach, der Vizepräsident der Handels* kämm er Dr. Q u i d e n u s. Er hob die erfreuliche! Tatsache hervor, daß auch in dieser Frage zwischen! Handelskammer und Verband der Ihduistnie ein gedeihliches Einvernehmen erzielt worden sei. Witj müssen'also darauf sehen, daß die Kredite gut verwendet werden. Die Handelskammer hat einen Vor-, schlag gemacht, eine Art -Kreditverwe.rad'c'n g s b e i r at zu schaffen, der aus Mitgliedern! der Industrie und des Handels zusammengesetzt sein soll, um auf solche Art einen gewissen Einfluß! darauf zu nehmen., daß jeder Kredit in Volkswirt-, schafitiich richtigem Sinne verwendet werde. Dr. T r e b i t s c h> erklärte, daß die Arbeit S-. lörhne in Oe s t e r r e i cli weit höher, a l s i n D e u t s c b 1 a n d seien. Am 'besten verdeutlichen dies einige Beispiele. Die Löhne in der Berliner Stairkstrommdustrie betragen 14 Mark (pro Stunde, was bei einem Umrechnungskurs von 3Q einer Stundenentlohniuing von 420 Krone entspräche. In der' österreichischen Starkstroimindüstrie. betragen die Stuindenlöhne jedoch 670 'bis 720 Kronen. In der deutschen S c h w a c h s t r o m i n d Ur s t r i e beträgt der StundenIokn ebenfalls 14 Mairk, in der oaterreichischen 620 und 830 Kronen. Um mit-der deutschen Industrie konkurrieren zu köhnen, dürfte' der Stundenlohn aber höchstens 350 Kronen betragen. Eine deutsche Werkzeugmaschine ist um 30 Prozent billiger als die österreichische. In dtzn Al uminiuraindustrie arbeite die deuttsohe Konkurrenz heute bereits um 40 Prozenit billiger als die österreid’ris'dhe. Die B1 e c h - u n d E m b allägenindustrie kann überhaupt nicht mehr, weiter. Die Industrie muß unpolitisch bleiben, sie ist“ auf die Arbeiterschaft angewiesen und sie muß in der Erkenntnis, daß sie ah die Arbeiterschaft uw-- lösbar geschmiedet sei, sin diese den x^.ppell richtem daß sie bei diesem Loihnisyistem nicht bleiben solle. Dr. G e i r i 11 g e r sprach über die Fragen! der kaufmännischen Fü h>f un g de .r Staatsbetriebe. Die Tabakregie hat ein D e f i z i t von 80 bis 100 Milliarden 'Krönen-5 Würde dies bei einem privatdn Iinidustrieuntemehmen! vörkicmmeti, so würde die gesamte Leitung schon lange wegen betrügerischer Krida in Haft genommen ■ worden sein. 1 Präsident Krause vom Gewerbeverein führte Beispiele aus der Maschinen,Industrie an, die erweisen, daß die deutsche Industrie weit billiger, pro-r düziere und .daß daher- -Oesterreich n reiht m e h r konkurrenzfähig sei. Er stellte einen; .konkreten Aratrag auf Regelung der Lohmfragen. Direktor Streeruwitz erklärte; daß onte| dqm Drucke der Not der Ausgleich zwh sehen Arbeitgebern und Arbeite nehmern .erfolgen müsse. Der Staat aber sei eigentlich dazu berufen, dies zu tum, habe es jedoch bisher unterlassen. . . . , Kommerzialrat B e r.l forderte eine R e g u-1 i e« r<ung der Koh 1 e n p r ei s e, die E,r 1 a s sun g de s Alkoholverbots und eine V e rib 111!" g ,u n g d es Br o t-p reise s. In ' Berlin werde •nämlich eine Semmel, die doppelt so. groß sei wie die: Wiener, um 80 Pfennige verkauft, was einem Preise von 24 Krönen entspräche. In Wien werde also für die Semmel viermal so viel gezahlt wie in Deutschland. Schließlich kam die Resolution zur Verlosung, die in den folgenden Forderungen gipfelte:; Dar Industrie dürfen derzeit durch Staat., Länder und Gemeinde weder aus finanziellen noch aus sozialpolitischen oder sonstigen Rücksichten irgendwelche tiwje Lasten zugemutet werden. Die ihr; , bereits aufexlegten Lasten sind, insoweit sie si'cli