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Wiener Morgenzeitung · 1922-02-23 · Heft 1103 (23.2.1922) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1103 (23.2.1922)
Date
1922-02-23
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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mrnamm WIENER TirOKGKNZKITCrmr 2f3. Pefcnrar 1922' mnoar Wien, vormerMx Frei e jüdische VolKsbahne Gastspiel lm Lastspleltheater HEUTE DEDTCf U llf Ken«d!efa4Akt tySUhrabeQds: B C K I « « O I 1% von l-eoo Kobrin B* Das Theater lat gehetstt HM 4280 Künstlerin übte große Wirkung und wurde vom Publikum sehr gefeiert Ein neues jüdisches Theater in London. In London wurde ein jüdisches Theater eröffnet, das schon durch seinen Namen «Vaudeville-Theater* gekennzeichnet ist ln der Ankündigung sind die neuen jüdischen Dramatiker nicht erwähnt man beabsichtigt nicht, die Bühnenwerke eines Pinski, Asch, Perez, Dymow, Hirschbein aufzuführen. Die Ankündigung besagt lediglich, man beabsichtige „neue jüdische Komödien mit Gesang und Tanz* und als Eröffnungsvorstellung „Lebendig und lustig" aufzuführen. Der Autor, beziehungsweise die Autorenfirma, wird nicht genannt, aber es genügt die Versicherung, daß das Stück in New York schon zwei Monate hindurch täglich vor ausverkauften Häusern gespielt wird. — Betrübend ist der Tiefstand des jüdischen Theaters in den großen jüdischen Zentren New York und London. Filmschau. Deri S ai «ch a * Filmgesellschaft ist zn$t dem Lust- Spiel »Die Wasserheilanstalt« mit Co ei, Seff und Muzi (Debüt) eine glänzende Kopie deramerikanischen Grotesken gelungen. Der Wiener Charly C h a p 1 i n-Rummell hält unvermindert an. Unleugbar erfreut sich Chaplin einer großen, berechtigten Beliebtheit. Bei seinen Lustspielen kaum das Publikum einmal wirklich herzlich lachen. Der Union-Film »Der ewige Kampf« ist an dramatischen Geschehnissen ziemlich arm, interessierte aber doch, vor allem durch die stilgerechte und gute Arbeit des Regisseurs Paul Ludwig S t e i n.. Lotte Neumann gibt wieder ihr Bestes. Aliphons Fryland ist ein wirklich verwendbarer Filmschauspieler geworden. (In Wien fehlt es ihm an einer Partnerin.) In Nebenrollen entsprachen Johannes Riemaon und Hans Junkermann. Ernst Reicher, der »Stuart W e b b s«, ist wohl der sympathischeste der zahlreichen »Meisterdektiives«, schade nur, daß seine Sujets sich in letzter Zeit so sehr ähnlich sehen. »Da« Rattenloch« litt &uch darunter. Der ungarische Film »Körc(DerKreis«) nennt sich im Untertitel »Ein Hohn auf die Bolschewiikenherrschaft«, ist aber gleichzeitig zur j u d e n f e i n dliehen Propaganda bestimmt. Wir protestieren schon heute gegen dieses Scbandwerk (das übrigens, auch vom künstUerischen Standpunkt betrachtet, sehr tief Ae'"t) und hoffen, daß die Wiener Kinohesitzer diese »Verhöhnung« energisch zurück weisen werden. Von morgen an wird Wien um eine Lichtspielbühne reicher sein. Im dritten Bezirk, in der Löwengasne, eröffnet das »L ö w e n - K i n o« seine Pforten. Zur Erstaufführung gelangt der Sascha-Film »Die versunkene Welt«. Es ist dfie Tragödie eines verschollenen Fünstensohnes, vom Alexander Korda (bekannt durch »Se. Majestät das Betteilkind«) prächtig inszeniert. Michael V a r k o u y i bestätigt wieder, daß er mit Recht zu großen Aufgaben herangezogen wird. Burgschauspieler Devrient, Maria Palma, Alberto Capozzo und Harry de Loon sind erfolgreich. »G a u m o n t« bringt diese Woche den vierteiligen Episoden film »Matthias S a n d or f«, nach dem berühmten Roman von J ules V e r n e, der sich durch fesselnde, abwechslungsreiche Photographien und durch dlie Darstellung der Hauptrolle (R. Joube) awsz eich net. Ein nettes Lustspiel ist »D i e k 1 e i n e Mama«, in dem Eva May durch Drolligkeit überrascht und in V a r k o n y i einen ebenbürtigen Partner findet. Die Regie arbeitet höchst originell. Die Schlußpointe dieses Stückes wird jedenfalls große Heiterkeit erwecken. Reinhold S c h ü n z e 1 erscheint in Kürze mit einem »Schünzel-Reigen« iy den Wiener Kinos. Guten Erfolg hatte Alfred Deuts ch- Germans Film »Die Rosen kreuzer«. Robert V a I b e r g und Hugo Werner-Kahle sind individuelle Filmtalente und Annemarie Steinsieck die anmutigste Schauspielerin des Kinos. Strindbergs »Fräulein Julie« mit Deutschlands größten Filmstar Asta Nielsen beherrscht in Berlin seit Wochen den Kinospielplan. Im nächsten Monat wird der Film auch bei u>ns gespielt werden. Die »Kinowoche« veranstaltete vorgestern im Exzelsior-Palast eine Filmredoute, auf der die Wiener i»Filmwelt« die Hauptrolle spielte. Liane Haid kam als »Lady Hamilton«, großes Aufsehen erregend. Unsere alten Freunde Goch und Seff amüsierten das Publikum. Chaplin hatte gar zwei Doppelgänger. Der eine war geschminkt, cknvnartig, der andere (Sander U 11inann) unaufdringlicher, grotesker. Br. Josef Berga u e r erschien nach Mitternacht, lebhaft begrüßt, als Ferdinand Raimund. Nach langer Zeit werden wir wieder Gelegenheit (kalben, Vöggo Latscn zu sehen. R, P.-T. Gerichtssaal. Hyänen der Wohltätigkeit. Vor einem Schöffensenat unter Vorsitz des Hofrates Dr. Czerny hatten sich heute der 42jährige technische Beamte Otto Woadrak, der 36iährige Handelsagent Franz W i n k I e r, der 43jährige Kaufmann Albert C a p e k und der 55jährige Kaufmann Salomon Eckstein wegen Verbrechens des Betruges zu verantworten. Die Anklage, vertreten vom Staatsanwalt Dr. W a g n e r, führt aus: Wondrak war seit zwei Jahren bei der hiesigen Amerikanischen Kinderhilfsaktion als administrativer Beamter in Verwendung ued hatte als solcher einen vollen Einblick in die Gebarung der Institution. Die zur Verfügung stehenden Warenmengen wurden nach einem bestimmten Plan an verschiedene Ortskomitees, Bürgermeisterämter oder Lehranstalten abgegeben, welche dann die Beteilung der bedürftigen Kinder Vornahmen. Für die letzte, im November 1921 vorbereitete Be- Wlanasaktion war eia Plan «Havarien worden, demzufolge die vier Gemeinden Ziersdorf, Tattendorf, Weigelsdorf und Enreichsdorf zusammen mit 700 Paar Schuhen und 700 Paar Strümpfen bedacht werden sollten. Wondrak beschloß, diese Waren für sich zu beziehen und zu veräußern. Er setzte sich nun mit seinen Bekannten Winkler und Capek in Verbindung, um von ihnen gegen einen Anteil am Gewinn die nötigen Gelder zum Erläge des geforderten Regiebeitrages zu erhalten und mit ihrer Hilfe einen Käufer für die widerrechtlich zu beziehenden Waren zu finden. Diesen Käufer fanden sie in dem Kaufmann Eckstein. Mitte Dezember zahlte Wondrak den von den anderen drei Beschuldigten erhaltenen Regiebeitrag in der Höhe von rund K 175.000 mittels Posterlagscheins ein und nannte als Einleger die vier bereits genannten Gemeinden. Bann Ubergab Wondrak dem Winkler einen von ihm selbst ausgestellten Ausfolgeschein und die Waren wurden behoben. Capek führte die Schuhe und die Strümpfe weg und brachte sie in die Schuhfabrik Hervel mit deren Gesellschafter Weiß er schon einen Kaufvertrag abgeschlossen h^tte. Weiß zahlte zusammen K 2,800.000 und dieser Betrag wurde unter den vier Angeklagten geteilt. Nach der Darstellung der Anklageschrift hat die Amerikanische Kinderhiifsaktion durch diese Manipulation einen Schaden von K 6,265.000 erlitten, Der Angeklagte Otto Wondrak bekannte sich heute unter heftigem Schluchzen schuldig und gab Not als Motiv an, da er mit seinem Gehalt, der damals K 17.230 monatlich betrug, nicht auskam. Dagegen habe ek weder den Winkler noch Capek und Eckstein über den wahren Sachverhalt aufgeklärt. Der Angeklagte Winkler erklärt sich nichtschuldig und erzählt, Wondrak, habe ihm mitgeteilt, die Amerikanische Kinderhilfsstelle werde aufgelöst und es sei eine große Partie von Schuhen und Strümpfen vorhanden, die nun zum Verkauf gelangen. Es habe dies für wahr gehalten und daraufhin den Kauf abgeschlossen. Im gleichen Sinne verantworteten sich die Angeklagten Capek und Eckstein. Sie seien der Meinung gewesen, es handle sich um ein ganz einwandfreies Geschäft Die Verhandlung wurde am Abend zu Ende geführt. Der Gerichtshof erkannte den Angeklagten Otto Wondrak des Verbrechens des Betruges schuldig und verurteilte ihn zu zweieinhalb Jahren schweren Kerkers. Die Angeklagten Franz Winkler und Albert Capek wurden »wegen Mitschuld am Betrüge zu j e zwei Jahr en schweren Kerkers verurteilt. Salomon Eckstein wurde freigesprochen. Schachchronik. Organ der Schachsektion Hakoah. Partie aus der Vereinsmeisterschaft 1922. Deutscher Schachverein—Landstraßer Schachbund* Weiß: Hans Müller, Schwarz: Dr. H. T a 8 ni. Spieleröffnung: Damengambit 1 d2-d4 d7—d5 22 Df3-g3 D g6—e6 2 c2—c4 e7—e6 23 e3-e4 L d7—c6 3 8 bl—C3 Sg8-f6 24 S b3—a5 b7—b6#) 4 L cl-g5 L f8—e7 25 S a5Xc6 8 c7Xc6 5 e2—e3 0—0 26 8 c3-d5 Sc6-d4 6 8 gl—f3 c7—c54) 27 Dg3-d3 f7—f5 7 L fl—d3 d5Xc4*) 28 f2—f3 f5Xe4 8 L d3Xc4 c5Xd4 29 f3Xe4 T c8—c2 9 8 f3Xd4 a7—d6 30 T dl-d2 Tc2Xd2 10 D dl—f3») Dd8Xb6 31 D d3Xd2 D e6—g4 11 Lc4-b3 Sb8-d7 32 D d2-d3 Td8-f8 12 0-0 8 d7~c5 33 S d5—c3®) Tf8—fb’) 13 T al—bl4) Sc5Xb3 34 T bi—fl T f6—g6 14 8 d4Xb3 L c8-d7 35 T fl—f2 Kg8-h78) 15 S b3—d4 h7-h6 36 h2—h3’) Dg4—h4 16 L g5—h4 T a8—c8 37 S c3-e2 8 d4—e6 17 T fl—dl Tf8—d8 38 Kgl-nwXSe6—c5 18 8 c3—e4 Sf6-d5 39 D d3—d5 8 c5Xe4 19 L h4Xe7 8 d5Xe7 40 T f2—f5 T g6—d6“) 20 8 e4-c3 e6—e5 41 aufgegeben. 21 S d4—b3 Db6—g6 *) Verfrüht, da durch d4Xc5 für Schwarz einige Schwierigkeiten entstehen. ®) Wegen des vorigen Zuges muß Schwarz das Zentrum liquidieren. *) Ein schwacher Zug. Die Fesselung des b-Bauem ist unwesentlich und der weiße Damenflügel bietet bereits Angriffsobjekte. 4j Tempoverlust. Der Turm wird für die e-Linie fehlen. *) Schwarz taucht den Läufer, da der Springer nach d4 will. •) Der einzige Zug. S d5—e3 wäre falsch, wegen 33,..., Sf3f, 34 Khl, Dh5, 35. g2XSf3, DXf3f und 36* T f8—f6. . ‘O Auch Tf3 wäre stark. *) Am besten. Der a-Bauer kann nicht geschlagen werden wegen 36. DX26, b6—b5, 37. D a5, S f3f, 38. K hl, Dh4, 39. g3, TXg3, 40. -. 40. T f2—g2, DXh2f, 41. TXh2, Tgl matt ») Beschleunigt das Ende. Aber auch 36. S e2, S e6, 37. b2—b4, Sg5, 38. 8g3 usw. (oder 37.Tg6—d6) würde für Weiß zum Gewinn ausreichen. 10) Weiß hat keine gute Verteidigung mehr. 38. Df3 oder S c3 oder b2—b4 schlecht wegen S g5. “) Weiß hat keine Antwort Es droht Matt oder Dameverlust (41. Db3, Sd2 matt). ln einer jüngst zwischen zwei unserer Mitglieder gespielten Partie kam es zu folgender interessanten Stellung: Weiß: Kh2, Db3, Tg3, Tf4, Sd4, B: h3, g2, c3, aL Schwarz: Kf8, Ddß, Th6» Te8, Se5, B: at, b7, e6, f6. 1 Sd4—f5 eXf5 2 T g8+ Ke7 3 Tg7+ Kd8 nach f8 falsch, weil Dg3t. . 4 T d4? S f3f und setzt im nächsten Zuge matt. Weiß brachte ein anscheinend korrektes Figurenaofer in der Annahme, dadurch die Dame zu gewinnen. Us Chlffonen, Gradl, Leinenwareo, Bettüchern und Frottlerwfieche miEiir-wm. lum «uieu. m mmhu Volkswirt. Gestempelte Krone -- Auszahlung Wien -- - Besserung der Mark, Rückgang Krone; In Zürich notierte: die österreichische Krone —.11 die österr. gest Krone. —.09 die tschechische Krone. . 9.35 die Mark ..2.33 Agram. . 1.57 Bukarest Budapest » i*. ■“••T5 Warschau . . w C*~u . . —.14 -.09 Centime^ -.11 Centimes! der tschechische» (- 1.57 j 1 .N -.09 9.50 2.20 1.55 .75 -.14 Die am 21. Februs am 21. Februar^ am 21. Februar] am 21. Februar] am 21. Februar] am 21. Februar) am 21. Februar] am 21. Febnu Tschechoi Baumwollbilanz der Slowakei. Von Dr. Karl Uhlig (Karlsbad). Die allerdings erst bis September 1921 veröfrentllchfaSr Ausweise Über den Außenhandel der tscheche-slowakisches Republik zeigen, daß die Periode, in welcher die Tscheche« Slowakei die Kosten ihres Bezuges von Rohbaumwolle nicht durch den Export eines großen Teiles ihrer Baum*. wollfabrikate decken konnte, überwunden ist Die trostlos» Zeit des Außenhandelsdefizits, wo das Gespenst del drohenden vollständigen Verarmung der Volkswirtsdu des neugegründeten Staates umging, ist vorüber. Di Tschecho-Slowakei ist wieder Textilexportlan geworden. Allerdings ist der heutige Export nur ein Bruch«! teil des Exports der Vorkriegszeit, aber er ist ein Export un<| groß genug, daß sein Erlös den ganzen Rohmaterialbezug de» Industrie zu decken, imstande ist Er kann dies umso ehei| als die Bezüge an Rohbaumwolle bis vor kurzem noefif nicht die Hälfte der Vorkriegsmenge erreichten. Die auf deq| heutigen Territorium der tschecho-slowakischen Republik^ von der Industrie erworbene Menge von Rohbaumwolle nag Baumwollabfällen betrug im Vierteljahrsdurchschnitt: J ~ Tonnen Prozent»*-?! 1913 (Schätzung) 37.800 * 100 1919 2. Halbjahr 13.800 --- 36 1920 1. Halbjahr 17.200 -» 45 1920 2. Halbjahr 14.200 — 37 1921 1. Vierteljahr 18.800 49 1921 2. Vierteljahr 18.900 ---- 47; 1921 3. Vierteljahr 25.300 --- 67 Die Industrie, welchd im Jahre 1919 nur mit einem ihres Friedensbedarfs an Baumwolle arbeitete, kam i Jahre 1920 auf 40 und im ersten Halbjahr 1921, auf 48°j und ging im dritten Vierteljahr auf zwei Drittel hinauf, ist also eine fast ununterbrochene Besserung der B schäftigung zu verzeichnen. Nur darf man nicht wergess daß das Vergleichsjahr 1913 für die Baumwoilindusl kein sehr gutes Jahr war, denn damals wurde mit 20»; Betriebseinschränkung gearbeitet Gemessen an der volle Leistungsfähigkeit der Betriebe ira Jahre 1913, würde jetzige Beschäftigung erst eine Ausnützung der Betrieb mit 53% bedeuten. Weit wichtiger noch als die Fest Stellung des Beschäftigungsgrades der Industrie ist für d ,, Volkswirt die Frage der Bezahlung des Rohmaterials, dej| Entwicklung des Exports und des Inlandskonsums. Mit d«tz Bezahlung des Materials und dem Export waren wir 1919P und anfangs 1920 miserabel daran. Wir hatten keinen Es* port, sondern im Gegenteil einen Import und waren passiv! Die Materialversorgung war ein Kunststück und ganz tu»« zulänglich. Bei dem weitverbreiteten Mißtrauen, das Wesf^ europa und Amerika den neuen Staaten Mittel- und Osteuropas entgegenbrachten, und bei den nie! gerade von höchster Einsicht und Glück geleiteten griffen unberufener Bureaukraten, die glaubten, daß es oh sie nicht geht, in die Baumwollversorgung der Republ erhielt unsere Industrie das Rohmaterial nur sch zu hoch über den Weltmarktpreisen liegenden Wuch preisen, in sehr geringer Menge und oft in minderer Qu tät. Sie mußte einen unverhältnismäßig hohen Prozentual von Baumwollabfällen anstelle von Baumwolle verarbeit Wegen unserer über denen der Konkurrenz liegend Preise waren wir nicht exportfähig, übrigens wurde all was wir erzeugten, von dem ausgehungerten Inlandskons glatt verschluckt, so daß zur Befriedigung desVerbrauc in das frühere Exportland noch massenhaft fremde War eingeführt werden mußten. Wir waren ira Fabrikshand passiv und woher das Geld für Bezahlung der Rohbai wolle zu nehmen sei, das wußte in der Industrie überhaupt' niemand. Die Baumwollwechsel mußten mit Devisen bezahlt werden, die aus der Zucker-, Holz- und Kohlenausfuh» stammten. Die Baum Wollindustrie selbst hatte keine Export^, devisen. Das hat sich seitdem gewaltig geändert Ded Einfuhr- (—), beziehungsweise Exportüberschuß (-f) ad/ Baurtiwoll-, Halb- und Ganzfabrikaten betrug, auf Roh?! baumwolle umgerechnet (80 kg Fabrikate ---- 100 kg Roh»! baumwolle), it. 1000 t im Vierteljahrsdurchschnitt: 1913 (Schätzung) 2*0 * - 40 + .v 16 4'S 8*2 85 Ü*2 1919 2. Halbjahr ...... 1920 1. Halbjahr ...... 2. Halbjahr . . , . . 1921 1. Vierteljahr. 2. Vierteljahr ...... + 3. Vierteljahr.+ Diese Ziffern beweisen, daß unser Export zwar noeft nicht die Hälfte der Vorkriegshöhe erreicht hat, daß aber die Besserung stetig und mit großen Schritten fortsch. eitete| Von dem in unserer Wirtschaftsgeschichte seit 100 Jahretti nicht dagewesenen Passivum der Jahre 1918 und anfangs* 1919 sind wir fast zum halben Aktiyum der Vorkriegszeit! . .„jiekw^men. Dieses AJkttvam nimmt einen weit .afiriruflüHNS

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