Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1103 (23.2.1922)
- Date
- 1922-02-23
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Wien, Donnerstag Seite F Prozentsatz unserer Produktion in Anspruch als vor dem Kriege. 1913 exportierten wir fast 60% der Erzeugung, 1921 während der ersten neue Monate 42%. Aber auch diese 42% genügen reichlich, um mit ihrem Erlös alle Auslandsverpflichtungen der Industrie zri decken. Die Baumwolündustrie ist aktiv. Was sie ans Ausland zu zahlen hat, kann sie mit Exportdevisen zahlen. Der dunkle Fleck in diesem erfreulichen Bilde war bisher das Zurückbleiben des Inlandskonsums. Aber auch dieser bessert sich rasch. Er betrug im Vierteljahrsdurchschnitt in Tonnen: 1913 (Schätzung). 16.000 --- 100% 1919 2. Halbjahr.. 18,000 --- 112% 1920 1. Halbjahr ..... 18.800 --- 117% 2. Halbjahr. 9.700 61% 1921 1. Vierteljahr .... 10.600 — 66% 2. Vierteljahr .... 9.400 59% 3. Vierteljahr . ... 16.000 100% Dies sind wohl die interessantesten Ziffern, die sich errechnen lassen. Sie zeigen, daß 1919 und 1920 der ausgehungerte Konsum die Fabriken förmlich stürmte und inländische und ausländische Ware wild an.sich riß. Im zweiten Halbjahr 1920 änderte sich aber die Taktik des Verbrauchers. Die Baumwolle wurde rapid billiger, sie fiel von 43 auf 12 im Jahre 1921. Derselbe Konsum, der zuerst wütend über die hohen, jeden Tag noch weiter steigenden Preise geschimpft, dabei aber mit gewaltigem Eifer gekauft hatte, was .er nur bekommen konnte, erklärte jetzt den fallenden Preisen gegenüber den Käuferstreik und wartete, tfe es noch billiger wurde. Er konnte warten, weil sein dringendster Bedarf vorläufig gedeckt war. Der Konsum wartete ein Jahr — bis die Baumwolle wieder in die Höhe ging. Seitdem kauft er wieder genau so viel wie vor dem Kriege. („Prager Tagblatt“.) , Der neue Finanzplan. Die heute erscheinende „Börse“ veröffentlicht nähere Mitteilungen über den Finanzplan, die wir nachstehend in einem kurzen Auszug wiedergeben. Hiebei möchten wir nochmals betonen, daß der Finanzplan bisher nicht einmal den Parteien bekannt ist und daß man vielleicht erst heute durch den Bundeskanzler Schober nähere Aufklärung erhalten wird. Bei den nachstehenden Mitteilungen ist zu berücksichtigen, daß „Die Börse“ in neuester Zeit von der öroßdeutschen Partei direkt informiert wird ond daher unter diesem Gesichtspunkt gelesen werden muß. „Die Börse“ erklärt unter anderem: „Der Nationalrat kehrt in gewundenen Linien zu dem ursprünglichen Gürtler- Rosenbergschen Programm zurück. Unter freier Wirtschaft versteht man diesmal nicht allein die Mobilmachung aller privatwirtschaftlichen Kräfte, sondern auch die Entstaatlichung der Wirtschaft im weitesten Sinne. Es sollen auch zahlreiche ganz- oder halbstaatliche Wirtschaftsstellen, deren ungezügelter Devisen-» bedarf häufig zur Verschärfung der letzen Valutenpaniken beitrug, vollständig abmontiert werden.“ „Die maßgebenden bürgerlichen Parteien wollen nun die internationale Spekulation von der Krone möglichst fernhalten, sind daher der Auffassung, daß eine Einigung über 'einen präzisen. Stabilisierungspunkt und dessen gleichzeitige Verkündurig unerläßlich seien. Allerdings verkennen sie nicht, daß sie dieses Ziel nur dann erreichen können, wenn ein. Teil der Kredite den Stabilisierungszwecken dienstbar gemacht wird.“ _ __ Die Vorauszahlung auf die Vermögensabgabe bis 15. März aufschlagfrei* In der gestrigen Sitzung des Finanz- und Budg.etausschusses des Nationalrates berichtete Abgeordneter Dr. S c h ü r f f über seinen Antrag, betreffend die Verlängerung für die Frist der Vorauszahl u n g der Vermögensabgabe bis 15. März 1922. Abgeordneter S c h i e g 1 sprach sich namens der Sozialdemokraten gegen den Antrag aus Gründen der Steuermoral aus. Er meinte, im Hinblick auf die Kreditaktion werde es im Ausland einen schlechten Eindruck machen, wenn gesetzlich beschlossene Termine wieder verschoben werden. Finanzminister Dr. Gürtler betonte, es handle sich vielfach um Zensiten, die auf Grund von Auskünften der Steuerbehörden in dem Glauben vorausgezahlt haben, daß sie erschöpfend vorausgezahlt hätten. Diese Fälle sollen im Gesetz berücksichtigt werden, um die Stellung der Steuerbehörde gegenüber der Bevölkerung nicht zu erschüttern. Er würde es sehr begrüßen, wenn der Ausschuß das Gesetz in einer Fassung annehmen würde, die diese Fälle klar umschreibt Bei der Abstimmung wurde der Antrag Schürff gegen die Stimmen der Sozialdemokraten in folgender Fassung beschlossen: § 49, Absatz 7, des Vermögensabgabegesetzes in der Fassung der zweiten Vermögensabgabenovelle wird folgendermaßen abgeändert: Die Vermögensabgabe ist, soweit sie nicht durch begünstigte Vorauszahlungen bis zum 10. April 1921 getilgt worden ist, mit Rücksicht auf die gesunkene Kaufkraft des inländischen Geldes mit einem Aufschlag von 100% zu entrichten, doch können noch bis zum 15..März Abstattungen aufschl agfrei erfolgen. Der Aufschlag entfällt, wenn der Abgabepflichtige seine Abgabe bis 15. März 1922 entrichtet hat und glaubhaft macht, daß er die Berechnungen seiner Vermögensabgabe in seinem Bekenntnisse auf Grund von behördlichen oder authentischen Auskünften (Handelskammern, 'Landwirtschaftsgenossenschaften, Genossenschaften, Gremien und ähnliche Körperschaften) vorgenommen hat __ . #*" . Die Bevisehzentrale teilt uns mit, daß ab 27. d. M. die sämtlichen bisherigen Telephonnummern und die der Börsevertretung der Oesterreichisch - ungarischen Bank, Wien, Wipplingerstraße 34, aufgelassen und durch die Nummern 63560 Serie ersetzt werden. Nach 7 Uhr abends und an Sonn- und Feiertagen sind anzurufcn: Devisenzentrale: Hofrat Sztankovits (Tel. 63-5-611, Inspektor Stierhof (Tel. 63-5-60), Inspektor Marquet und Oberkontrollor Dr. Pallausch (Tel. 63-5-62). Börsevertretung der Oesterr elchischjungarischen Bank: SekretärArkauer(TeJL63-5-63), Oberinspektor Müller (Tel. 63-5-64), Inspektor Knopf WTENER WOKGENZErnmO' CONTINENTALE {BANK Wien, l., Marc i Aurelstraße 5-7; iiriiiiHiiiiiiiiiimiiiimniiimimsiiiiiiiu , Tel. Nr. 2O-4-80. 20-3-81, 20-B-46, 22-5-76 N Telegramm - Adresse i Gontinentalbank 133 n Wechselstube, ll.,Tahorstr. 46 o. Tel, 49-4-28 " ■ Bank und Wechselhaus Wipplingerstraße J ■ I, Wipplingerstraße 1. Telephon 14-3-76, 12-5-09 g ■ ■■!)■■■■■ VlIlBBBISBiaillRlIBBBIBIRIHlR (Tel. 63-5-65). Die Effektenabteilung der Oesterreichischungarischen Bank, Wien, I., Herrengasse 17, hat unverändert die Telephonnummer 65604. Mitteilungen des Creditoren-Vereines von 1870. Die gerichtliche Geschäft saufsicht wurde a n geordnet: Spielmann Ignaz, Kragen- und Manschettenfabrik, Wien, VII.,» Kaiserstraße 71. — Das gerichtliche Ausgleichsverfahren wurde eingel^eitet: Entrei Marton, Kaufmann, Mako. (Bereits gemeldet.) Mayer Franz, Kinobesitzer, Wien, IIL, Keilgasse 8. Kaufmann Adolf, Handelsmann, Amsehelberg. Erzberger Spitzenindustrie W. & M. Böhm, Bleistädt, Zweigniederlassung Franzensbad, Inhaber Walter Böhm. Ingenieur Polnauei* <£ Co., Brünn. Holub «L Fischer, Schuhfabrik, Celakowitz. Knob Heinrich, chemische hygieno-kosmetische. Präparate, Kalk-Podol. Hojda Ferdinand, Kaufmann, Karwin. Sklarsky prumysl v Kostanech, Kosten. Hrzan Anton, Schirm- und Galanteriewarenhändlung, Libochowitz. Morawek Ladislaus, Fabrikant, Libo- > chowitz.Schönherz Siegfried, Schnittwarenhändler, Mährisch- Ostrau. Hubatschek Josef, Schuhgeschäft, Oberleutepsdorf. Taussig Emil, Kaufmann, Prag. Zima Jaroslaw, Drogerie, Prag-Weinberge. Trskova Bohumira, Handelsfräu, Roznau a. R. Slatner Otto, Tongrubenbesitzer, Saaz. Elektrowerke G. m. b. H., Inhaber Gustav Adolf Nacke, Teplitz-Schönau. Pollak Siegmund & Co., Versandhaus, Tetschen a. E. Riedel & Lehmann, Knopfexporteure, Tetschen a. E. Wolf Ernst, Kaufmann,'Witkowitz. Dejmek Franz, Restaurateur, Wostromer. Vomacka Josef, Handelsmann, Wostromer. Hoffman n Miklos & Rohonczi Hugo, Inhaber Ingenieur Miklos Hoffmann, Budapest. — Der Konkurs wurde verhängt: Polyanszky Oreszt, Kohlenhändler, Debreczin. Ein Welt-Welzenverkaafsbund. Aus S y d n e y In Australien wird berichtet, daß Pläne in Vorbereitung seien zur Gründung eines sich über die ganze Welt erstreckenden Weizenverkaufsbundes, der die Eesanite Ernte Kanadas, der Verein i g t e n t a a t e n und Australiens kontrollieren soll. Neuer Zolltarif in Spanien, Wie dem Handelsmuseum aus Madrid telegraphisch berichtet wird, ist der neue erhöhte Zolltarif in Spanien am 16. d. M. in Kraft getreten. Der bisher übliche Zolizuschlag und Valutakoeffizient wurde mit 21. d. M. aufgehoben. Auskünfte über den neuen Tarif erteilt die Zollabteilung des Handelsmuseums Wien, IX., Berggasse 16. Lodser Textiimarkt. Aus Lodz wird berichtet: In der vergangenen Woche wurden zahlreiche Transaktionen mit rumänischen Kaufleuten abgeschlossen. Auch viele Wiener Kaufleute machten große Einkäufe in Textilwaren für Bulgarien und Jugoslawien, 60 Waggons Textilwaren wurden nach Rußland exportiert.- Diese Abschlüsse riefen eine lebhafte Hausse auf dem Textilwarenmarkte hervor. Ausgleiche, Vom Handelsgericht Wien wurde das Ausgleichsverfahren über das Vermögen des Anton T a y e r 1 e, Handelsangestellter, XV., Akkonplatz 1, und Wenzel Faigl, Schneidermeister, VI., Gumpendorferstraße 35, eingeleitet; ferner über das Vermögen des Karl und der Therese Tropper, Handelsangestellte, V., Margaretenstraße 67. Konkurse ln Bulgarien. .Die Exportabteilung der Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie:in Wien meldet folgende Fallimente: Vassil B e r o f f und L G u g u t s c h, k o f f, Handel mit Textilien und englischen Stoffen, Sofia; |. S chopof f, Buchhandlung, Sofia, und Z w e t, Buchhandlung in Sofia. Börse für landwirtschaftliche Produkte. . (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung“.) Infolge der rückgängigen Valutentendenz herrscht auf seiten der Käufer Zurückhaltung. Die Tendenz des Marktes ist unter diesem Gesichtspunkte als eine ruhigere zu bezeichnen, doch zeigen die Preise gegenüber der letzten Wochenbörse nur sehr kleine Divergenzen. Im Vordergründe des Interesses standen gestern wieder Mehle. Der Bedarf wird ausschließlich mit ungarischen und jugoslawischen Erzeugnissen versorgt, nachdem amerikanisches Mehl vorläufig noch eine Bezugsmöglichkeit nicht bietet. Man bezahlte gestern für ungarisches Nuller ung. K 55, beziehungsweise tschech. K 4.50 ab Wien. Die Anlieferungen in Getreide heimischer Erzeugung waren diesmal etwas besser. Die Aufnahmsfähigkeit des Marktes ist jedoch eine sehr geringe und konnten die für Weizen und Roggen verlangten Preise von K 345 bis 375, beziehungsweise K 250 bis 275, nur im Falle dringendsten Bedarfes durchgesetzt werden. Das H a f e r geschäft zeigt sehr bescheidenen Umsatz bei unveränderter Preistendenz. Gehandelt wurde Lokoware zu K 285 bis 290, Transithafer mit tschech. K 2.45 ab Wien. Gerste, die sich bekanntlich in Bayern in den letzen Tagen befestigt hat, liegt auch hier freundlicher, der Export zeigt bereits Informatives Interesse, wogegen das Lokalgeschäft noch immer stockt. Braugerste ist nominell mit K 260 bis 280 an Stationen zu bewerten. In Mais ist konstant Geschäft im Markte, allerdings gelangen in den meisten Fällen nur'kleinere Mengen zum Verkaufe. Hier lagernder Mixed wurde zu K 280, rumänischer Kleinmais zu K 290 Wien gehandelt. Bohnen finden günstigen Exportabsatz nach Deutschland zu vollst behaupteten Preisen. In Kartoffeln sind die Fernzutuhren vollkommen unzureichend, der Wiener Konsum versorgt sich aus der nahen Umgebung und muß dem Preisdiktat der landwirtschaftlichen Eigner voll Rechnung tragen. In Rauhfutter ist die Situation insofern günstiger, als aus Westungarn vermehrte Offerten zu K145 vorliegen. Stroh ist knapp.und erzielt höchste Preise. Wiener Holzbörse. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung“.) Der geschäftliche Verkehr an der gestrigen Holzbörse verlief in ruhiger Haltung und nennenswerte Abschlüsse waren nicht zu verzeichnen. Nichtsdestoweniger trat in der bisherigen festen Tendenz keine Veränderung ein. Im allgemeinen ruht ebenso das Inlandswie auch das Exportgeschäft, was wohl auf die niedrigen Grundkurse sowie auch auf die hohen Gestehungskosten zurückzulühren sein dürfte. Dem Vernehmen nach besteht aber die Abricht, die Grundkurse zu erhöhen, wodurch das Exportgeschäft gemeinsam mit dem Inlandsgeschäft eine Belebung erfahren könnte. Zum Aiisgebote gelangten hartes B r e n oholz frisch zu K 190.000 ab Schlepp Donaustation, weiches 23. Februar Wt_Nr, iTÖf Brennholz frisch, Föhre, zu K 185.000 ab niederösteN» reichischer Station, von Laubholz-Schnittmaterial inländische Buche ungedämpft zu K 42.000 ab niederösterreichischer Lokalbahnstation, slawonisch zu K 80.000 Wien, polnische Eiche von 27 mm aufwärts lose Ware 1 zu K 110.000 Wien, polnische Erle von 20 mm aufwärts zu K’ 85.000 Wien, 'Esche 105 mm zu K 90.000 Wien, von ' N a d e l h o 1 z-S c h n 111 m at e r 1 a 1 20- und' 23-mm-Bretter von 10 cm bis 30 cm zu K 37.000 Wien,: 20-mm-ßretter von 18 cm aufwärts zu K 38.000 ab nieder-: österreichischer Lokalbahnstation, Kantholz geschnitten 10/10 cm aufwärts zu K 36.000 Wien, Pfosten 52 mm von 18 cm aufwärts zu K 36.030 Wien, Kiefer-(Föhren)-Pfosten 52 mm besäumt von 15 cm aufwärts, Stammware zu K 48.000 ab piederösterreichischer Station. Für Tischler* wäre Fichte von 18 cm aufwärts von K 40.000 ab Waggon Burgenland war Geld am Markte. Wiener Warenbörse. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung*.) Zinn öffentlichen Verkauf gelang* t e n Vachecroupons (1500 kg) zu K 5000 sowie Vachs» garmtüren (7000 kg) zu K 2500 per Kilogramm. Berliner Börse. Berlin, 22. Februar. In Nachwirkung der Besorgnisse wegen der bereits gestern erwähriten Zurückhaltung der großen Geldgeber zur Herausgabe von Taggeldern zu Börsezwecken und der anha tend starken Schwankungen auf dem Devisenmarkt (Dollar vormittags bis 225, bei Börsenbeginn 212) sowie infolge der Befürchtung, daß. die. Steigerung der Getreidepreise .beim hohen Stand derselben auch zu einer Verknappung des jetzt noch Überaus flüssigen Geldstandes'beitragen könnte, nahm die Spekulation in ".ziemlichem Maße Realisationen vor. Hiedurchwürde der Kursstand der führenden Papiere um 30 bis 50%, vereinzelt auch darüber, und bei uelsenkirchener- und Anglo Guano-Aktien über 100% herabgesetzt Da aber 'Laurahütte-Aktien auf die sicji hartnäckig erhaltenden. Gerüchte von Verhandlungen, wegen Ueber-: leitung der Aktienmajorität in englischen Besitz um weiter^ 250% bis 2600 anzogen und auch die übrigen oberschlesischen Werte mit sich rissen, trat wieder eine Befestigung ein, durch die besonders bei einzelnen Papieren die anfänglichen Verluste wieder wettgemacht wurden und oberschlesische Werte zum Teil über, den gestrigen Schluß hinaus anzlehen konnten. ,Das Publikum aber bewahrte heute Zurückhaltung und hatte teilweise hoch limitierte Verkaufsaufträge auf den Markt gelegt, so daß sich im Groß verkehr der zu Einheitskursen gehandelten Industrie-Aktien das,Geschäft ruhiger gestaltete. Bankwerte erwiesen sich widerstandsfähiger und von festverzinslichen Papieren waren nur die mit valutarischein Charakter etwas niedriger gehalten Die Kurse unterlagen weiterhin nur. geringen Schwankungen und das Hauptgeschäft wickelte sich, in oberschlesischen Werten (Ilse-. Bergbau-Aktien 130% 'höher) und Berliner Elektrizitäts- Aktien'ab; - Prager Börse. Prag, 22. Februar. Die gestrige Befestigung übertrug sich auch auf den - heutigen Verkehr und die Abwärtsbewegung der Industrie-Aktien machte weitere Fortschritte. Auch Baukpapiere zogen größtenteils an. Von Anlagewerten gaben .Staatspapiere mäßig nach. Böhmische Kommunal- und Eisenbahnschuldscheine hobeb sich um 7<%. Bank-Aktien hatten keine gleichmäßige Kursgestalturig, Von Wiener Bank-Aktien stelltein sich österreichische Kredits-Aktien um IC 12 höher, während die übrigen unverändert blieben. Die Anfangskurse der Industriewerte waren . durchwegs "höher und konnten .die erzielten Gewinne bis zum Schlüsse behauptet werden. Interesse zeigte sich auch für Arbitragewerte. In Exoten war das Geschäft bei unbedeutenden Schwankungen rege. Die Schlußtendenz war befestigt. Die westlichen Devisen zogen in der Mehrzahl an, nur .Paris und Brüssel lagen schwächer. Tm freien Verkehr1 machte sich eine allgemeine Befestigung geltend. Budapester Börse. Budapest, 22. Februar. Mit Rücksicht auf die heutige Prolongation war die Tendenz fest, obwohl sich teilweise auch Geschäftslosigkeit zeigte. Bezeichnend für den Markt Ist der Umstand, daß die anfangs gestiegenen Kurse im Verlaufstark nachgaben und sich erst gegen Schluß wieder, etwas erholen konnten. Die Kursbildung war keine einheitliche. Ausgesprochen schwach lagen namentlich Holzwerte, die infolge größeren Angebotes abbröckelten. Nur einzelne bevorzugte Papiere blieben behauptet In der Kulisse war die Haltung, nach freundlichem Beginne: gedrückt, - doch trat späterhin im Einklang mit Wien und auf Käufe eine Befestigung ein. Auf dem Valutenmarkt war schon bei Beginn ein . sehr lebhafter Verkehr, wobei die Münzen der Nachfolgestaaten stark gesucht wareft. Bedeutendere Käufe und Ver-; Käufe erfolgten in Sokols und Lei. Nachfrage zeigte sich auch für Dollar, die aber weiterhin auf umfangreiches. Angebot nachgaben. Die österreichische Krone lag flau.' Die westlichen Valuten und Napoleons stellten sich niedriger. Auf dem Devisenmarkt wurden in Prager und > Berliner Auszahlung größere Umsätze abgewickelt. Die bevisenkurse. Zürich, 22. Februar. (Devisenkurse. — MitgeteiM von der Schweizerischen Kreditanstalt) Berlin 2.33 (2.20), Holland 196.50 (195.25), New York 510.- (513.-), London 22.44 (22.48), Paris 46.30 (47.—). Mailand 25.35 (25.70), Brüssel 44.50 (44.50), Kopenhagen - 106.90 (106.60), Stockholm 135.75 (136.10), Christiania 86.90 (87.50), Madrid 81.30 (81.75), Buenos Aires 190.- (187.50). Prag. 9.35 (9.50), Budapest —.75 (—.75), Agram 1.57 (1.55), Bukarest —.— (—.—). Warschau —.14 (—.14), Wien Geld —.11 (—.14), Wien Ware —(—.—), Oesterr. gest,' Kronen Geld —.09 (—.09), Oesterr. gest Kronen Ware Amsterdam, 22. Februar. (Devisenkurse.) London 11.46 (11.48«/,), Berlin 1.22 (1.20), Parti 23.60 (23.95), Schweiz 51.-. (51.15), Wien -.05% (-.06), Kopenhagen 54.50 (54.60), Stockholm 69.— (69.30), Christiania 44.40 (44.60), New York 260.- (261.-), Brüssel 22.45 (22.75), Madrid 41.40 (41.77%), Italien 13.02% (13.15), Budapest 0.37 (—.—). Berlin, 22. Februar. (Devisenkurse.) Wien altes —.— (—.—), Wien abgestempelt 4.58 (4.18), Prag 392.10 (407.55), Budapest 30.21 (32.56). Berlin, 22. Februar. (Kurse der Devisenzentrale.) Nöten: Dollar 212.25 (217.25), Pfund 939.-(982.-), Italienische 1066.75 (1103.75), Polnische 5.67% (5.90), Tschecho-slowakische 387.50 (405.50), Alte österreichische —.— (—.—), Oesterr. gestempelte 3.25 (3.45). Prag, 22. Februar. (Devisenkurse. — Mitgeteilt vom Bankamte des tschecho-slowakfschen Finanzministeriums.) Berlin 24.60(22.72'/,), Zürich 1078.-(1058.-), Belgrad 57.- (66.75). Bukarest (-.-), Wien 0.75% (0.74). Warschau 1.15 (1.13), Agram —(—.—), Budapest 7.54% (7.32%), Jugoslawische Noten 64.— (63.75), Oesterr. gestemp. Kronen 0.75% (0.74), Polu. Noten 1.15 <1.13), IJüirar. Noten 7.57 % <7.32%).