Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1103 (23.2.1922)
- Date
- 1922-02-23
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Wien, Donnerstag WIENER MORGENZEITUNG 23. Februar 1922 Nr. 1IÖ3> Die Orthodoxen gegen das Frauenwahlrecht. Jerusalem, 17. Febrosir. (Tel. der »Wiener Morgenzertiunig«.) Vor einu-gem Tagen fand hier eine Bespreahnung der orthodoxen Mittiglieder der jüdischen Nationadvensamnil«uing zwedkis St-elilLmtguaibrne zu dien Frag-en der bevor »behenden Session der As-efatlh teriw elitär im starttt. Die Versammlung, an der aiuoh OKenraibbin-eir Kuk teiltn/aihm, hat folgende Resolution gefaßt: 1. Die orthodoxe Bevölkerung Palästinas .bekämpft nach wie vor diats Gesetz, welches den jüdischen Frauen das alkltiive und passive Wahlrecht erteiilit; 2. die Ortlbcdioxen wenden »noptange an den Beratungen der Naitionälversamimluingnichit tei-kidhrni-em, als nöcf-jt eine Annullierung des aberoeirw ähimt en Gesetzes erfolgen ward; 3. die Ncin'iom-lvenßtmmilüirhg habe kein Recht, Gesetze bezüglich der Öngaimsiertunig des jüdischen Ji&dhmb, wie Gemeirndecngrcidsaüion, Steuer wesen, Brz-iehimg und dergleichen, Zü bestimmen. Die Versammelten setzten autdh eine Exekutive der orthodoxen Vertreter ein, diie itn Sänne der obengefaßten Beschlüsse ihre Arbeiten fortaussetzen hat. Rundschau. Deutscher Reichstag. Die Neuwahl des Reichspräsidenten. Berlin, 22. Februar. (Wolff.) Der Reichstag begann heute die zweite Lesung des Etats für 1922. Die Redner der Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei regten die Frage der Neuwahl des Reich sp r ä s i d e n t e n an. Reichskanzler Dr. W 1 r t h erklärte, von einer Beunruhigung im Volke wegen der Frage der Neuwahl könne keine Rede sein. Vor Erledigung der oberschlesischen Angelegenheit sei es nicht möglich, in der Sache etwas zu unternehmen. Die Regierung wolle dann mit den Führern der Parteien ln Besprechungen über diese Frage eintreten und der Reichstag würde alsbald Gelegenheit bekommen, dazu Stellung zu nehmen. Der Wiederaufbau Europas. London, 22. Februar. (Wolff.) Heute fand unter dem Vorsitz von Lord Inverforth . eine Zusammenkunft des Organisationsausschusses der Internationalen Korporation für den wirtschaftlichen Wiederaufbau Europas statt, um die Grundlage zu erörtern, auf der die nationalen und internationalen Korporationen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Europa gebildet werden können. Es nahmen daran teil Vertreter Großbritanniens, Frankreichs, Italiens, Belgiens und Japans. Ein Wiederaufbausyndikat für Rußland. Deutsche Vertreter nach London geladen. Berlin, 22. Februar. (Wolff.) Die englische Regierung hat der deutschen Regierung mitgeteilt, daß die Konferenz zur Bildung eines Wiederaufbaufsyndikats für Rußland die Zuziehung von deutschen Sachverständigen beschiließen würde. Um eine Verzögerung zu vermeiden, möchten unverzüglich Vertreter nach London entsandt werden. Die deutschen Vertreter sind Staatssekretär a. D. Doktor Bergmann von der Deutschen Bank und Herr Kempner vom Kalisyndikat. Eine baltische Zentrale für ökonomische Ostfragen. Riga, 20. Februar. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung“.) Hier wurde ein Bureau für ökonomische Angelegenheiten in den baltischen Staaten und Sowjetrußland eröffnet Am 16. d. M. fand die erste Sitzung stati, an der Vertreter Lettlands, Estlands, Rußlands und Finnlands teilnahmen. Die Wilna-Frage und die Juden. Wilna, 20. Febrwaff. (Tel. der »Wiener Mwgenzerfeumg*.) Der Vors-ätzende dier intenailliiertan KoratTollbanim'iisi.siiDn, Oberst Ch a r d i m i, .tund das jmigoslia«wische Mitglied L a s i c (halben vor ihrer Abreise niaoh Patrts dien Vobsifozendien der jüdiiisdhen Gemeinde, Dr. W i g o d s ik i, be anöhit und mit i-hmi eine längere Besprechung über allgemeine poftitiis-dhe.’ u-ud jüdische Fragen im Wilma abgefhialten.. Der neue bevollmächtigte Delegierte der poö- Tiisehen Republik im Wilma, S ol tan, sflKwtitete dem rüdiischen Oberrabbmer R -u b 1 -n s t e i n eiimem längeren Besuch aib, bei ,welcher Gelegenlhieiit er sieh über diie Lage der Wilmiaier Juden informierte. Wilna, 20. Febnuoir. (Tel. der »Wiener £ivlor*genizeituiflg<.) »U-ntzeir Fmaind« »dbreübt üben di« Storni mtimg des Sfejims den Juden gegenüber• »Die iNatiOinaildenroknaien berühr an knosequenit ün ifiren Reden die Judcmfrage nicht. Eine ähnliche Tnflotik befolgen auch die Abgeordneten der Vol,ks»räte. Di* letzteren versichere jedoch., daß alle naititomalcn Mim*1 derheiteiQ diie tradiitnomelte palms-dhe Toleranz genießen werden. Die Abgeordneten der liimken Gruppierungen betonen, daß die Firfülfityng der na* tionailen Forderungen der jüdischen Bevolkcnumg ^-xt wendig sei, um auf diese Weise die Juten für diie polnische Staatli-cMkeit gewinnen zu können. Alle diese Erklänumgem s-dbelnion jedodh n*ur eine platomii-.che Bedeiitimg zw halben. Im allgemeinen verfolgt die Mehrheit des Sejms diie Absicht, ■die ’-üdisahen, FordertJingen zu verschweigen.« Die Forderungen der Kemalisten. , London, 22. Feibruatr. (Haivois.) Die »Monnmg Post« meldet aus Kioni.toEinitjiintoipel, dlais Maindlat der mach Rom und Pari« entisainidtetn kemälistisehen Mission -betreffe Äe bedijnigungsilofsie Rückgabe Ost-Tihira-ziemii, Kamstantinopelis, Smyrnas und AmeooHcrMs am dde Tünkei, die Autoimomde Wesh- Dhinaizicms, den Ausschluß jeder fremden Intervention zugunsten Anrnemicnis, Gevväihtnuing von Garaintiem ain die duri'Stlichiein Mmdemhieitem, soweit sie mit dem kemailii.tiischen Pakt vereimhair sind,. Anenkenmuing all ler von der A-ngora-Regi-eruing abgesdhlossenen Vertiräge durch die Entente, voliliatändige fiinatnizieWe. wirtcdhiaftHabe und militärische Unabhängigkeit der Türkei, das Rwht dar Türikei, eine Defenskflotte ziu 'halten, Regelung der Bestimmungen Über die Meerengen d'uirdh die Türikei und Rußland und Zahlung einer Entschädigung seilten* ^Griechenlands. Auslieferung der Mörder Datos. Berlin, 22. Februar. (Wolff.) Die des Mordes an dem ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten Dato beschuldigten Spanier Louis N i c 0 1 f 0 r t und Luzia Goaqulno-Concepcfon sind gemäß dem deutsch-spanischen Auslieferungsvertrag der zuständigen spanischen Behörde ausgeliefert worden. Sie befanden sich seit ihrer am 29. Oktober 1921 erfolgten Ergreifung im Berliner Polizeigefängnis. ß Großef Erfolg des Keren Hajessod in Los Angeles. Aus New York wird gemeldet: S olk o 1 o vv, Professor Warb u r g und Calctncl Pater son besuchten stuf i’.irar Tournee durch Kalifornien die -Stadt Los Angelas, wo sie am Bahnhof vtom den Kindietrm aller jüdischen Sdhiutlen erwartet wurden. Bei eiimem ,ziu E'h.ren dier ziiranii/ itiis-dhem Gäste statt gefundenen Bankett, bei dem siefo der britische Konsul und die führendem Stoditfumkttonäre ein fanden, erklärte der Bürgermeister, die ziem lettische DelfgT.tiV.m (könne auf diie Erfüllung den Pflichten dlixdh jüddiS'dhe Bevölkerung von Loa Angeles recljnen, indem diese zum,lindest eine Vier-' telmiil'li-on DoKinr für dien Keren Hajcsisod her geben wunde. Beim' Bankett wurden 36.000 Dollar in bar gesammelt und bei der darauffolgendien Maiss-emve-rsatmmliung wertere 35.000 Dalllar. Insgesamt bnaichte die jüdii. che Bevölkerung von Los Angelas iirnncr- ■haH)b d-rei Tagen den ers-lem Beitrag von rund 100.000 Dollar in bar auf. (J. C. B.) Tagesbericht. Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich. Heute, 6 Uhr abends, findet im Zionistischen Bureau die Sitzung des Zionistischen Landeskomitees statt Von Judehbanken und Chfistenbanken. Die antisemitischen Wiener Blätter machen für ein Pamphlet Rcktome^dcis für 46 Miairk ohne Teuerungiszui chüag den »ve-rd-eridliehen E-iimfliuß der jüdiiischen Rais,se aiuf diie dhriis«t 1 idh-deuitisiche Kultur« behandelt. Wir wollen zu diesem Them-a gauz kosteul-os ein Kapitel behraigen. dtais dii-e Boreahtigun-g des getrmianili chen Zornes über dein jüdischen Einfluß in eklatanter Weii&e aufdeakt. Eis gilbt in Wien ein Bankgeschäft, das sich mit Stolz ein christliches nennt. Wah-rsch-slim'ich dteäfhcijj, weil es -eine Zelte im Sdlxucp des gigaimtiisdiestion Symbofls ahr-iistlicher Kunst, über das VVien 'verfügt, auf-geschlagen -hat, nämilich gerade gegenübed dem Haupt ei r.gamg des ^te-phansdomk. 'Was iiowst noch den sipeziifisch »christlichen« Ghonalkiter das besagten Banlk'hauses ausmaicht, können wir ailis Laiiicstv’ aut diesem Gebiete nicht feststdilen. Der kimdhUödi-e Stianidipunkt, daß das' Ziuseunnehmen ein ne-iin jüdisches, eines Chnhtieih «nwüindliges- Geschäft ist, ist es jedenfalls n i-ch t, denn er wurde weder von den Gründern des Hauses, den Herren Sdhel'hiacti.rner und Schattera, noch von seinem jetzigen Inhaber, einem Herrn; Wancutra. a»nier<kannit. Alle diese H-e-rrcn -nahmen und mebm-en trotz ihres atichz betonten Anierturms Ziinu-ein so gut wie nur «rgendbrn materiailiiriifliachier Jude. Aber auch dais Christuis- Wort, »der Arheiter ist seines Lohnes wert«, findet bei diesem mit sei-n-em Ch'riisteniüum ipnotzendiein Geldmakler mur mäßige Symipa>lihiie. Er hatte einen l-nkas/ianiten namenis Wasllentiin in seinen Dieni'itcn, ■der sich jahrzehntelang aills eine durd';.aus ehirldcih* Harut bewährte. Das hatte bei dem Umstand, daß täglich durch' dt«; Hände dieses Inlkoissanten Mi-M ian-enheträge gingeh; -chon oieige Bedeutung. Dieser Mahn erhielt von dem christlichen (1) Chef zuletzt einen Monatsgehalt von sage und schreibe achttause n d Kronen! Trotz dics-e? Hiingerlclln-es ist der tägliche Inhin li'irnt der größten Geldsummen miemails einer Vensuclnuing erlegen. Eine solche Ehrlichkeit ist heute leider etwas so Ungewohntes geworden, daß sie auffiel. Herr Wallentin erregte die Aufmerksamkeit des Direktors einer »Judenbank«, ln die ihn sein täglicher Dienstgang führte. Dieser Direktor benötigte gerade einen verläßlichen Inkassanten, und da, wie gesagt, dieser Artikel heute rar ist, fiel sein Blick auf den alten Mann, von dem er wußte, daß er seit Jahrzehnten den verhängnisvollen Dienst klaglos nud ohne den frerkicsten Anstand versah. Er bot deshalb kurzerhand dem wackeren Skonbisten 50.00a Kronen, wenn er bei ihm eintretoe-. Für den m »christlichen« Diensten Ergrauten bedeutete dieses Angebot ein Ende langjähriger Na-brumgssorgen und er weiht jetzt mit noch größerem Eifer sein« erprobten Eigenschaften dem Jüdischen Unternehmen. Herr Waincura, der »christliche« Bankier^ hat nun sein« liebe Not, eine ebenso verläßliche ~ »Wurzen'« aufzotireiben und da ihn zufällig gleichzeitig auch sein Prokurist, der eine Monatsgage von* sage und schreibe z w anzigtausend Kronen bezogen hatte, »schnöde« verließ, ist es kein Won-, der, daß der »sittlich-religiöse« Arier den jüdischen Verführern flucht, die ihm durch eine menschenwürdige Bezahlung des Personals das seinige abspenstig machen und von dem »verderblichen Einfluß der jüdischen Rasse auf di« christlich-deutsche Kultur« auch ein Liedchen zu singen weiß, ohne daß er erst 46. Mark für das Pamphlet au-szugebetn braucht, das düe »Reichsb-ost* ampreist ... _ Entwertete Stiftungen. * Jahresstipendien von 890 Kronen, Helrats* ausstattungenbeitrag von 1000 Kronen." Die außerordentliche Verminderung der Kaufkra'ft unserer Währung hat auch den Wert der meisten Lüftungen für die damit Bedachten in Frage gestellt. Was bedeutet heute ein Jahresstiipendium von K 800 für einen Studierenden oder ein Heiratsausstattumgsbetrag von K looo für die Einrichtung eines Haushalts? Was kann sich ein Armer um monatlich K 10 oder von einer Aushilfe von K 100 anschaffen? 'Da die Ertragnisse der Stiftungen nicht gestiegen sind, versuchte der Magistrat zunächst durch Verminderung der Zahl der zu Beteilenden oder durch Hinausschiebung der Verleihung auf mehrere Jahre Abhilfe zu schaffen. Infolge des Förtschreitens der Teuerung konnte aber auch mit diesem Notbehelf, auf die ‘ Dauer nichts erreicht werden. Dazu .stellen sich heute diemit der Verwaltung und der Ausschreibung der Stiftungen verbundenen Auslagen so hoch, daß sie seht oft mehr ausm.achen, als die verliehenen Beträge. Es ist riun geplant, unzulängliche Stiftungen mit anderen, welche gleiche Zwecke verfolgen, zu vereinigen. Natürlich müßten alle der Vereinigung h'mderiiehen 'Nebenbestimmungen beiseite gesetzt werden. Da, diese Angelegenheit einer einheitlichen Regelung bedarf und hiebei a-uch grundsätzliche Fragen in Betracht kommen, deren Lösung der Bundesregierung oder, sogar der Gesetzgebung Vorbehalten werden muß, hat der Wiener Magistrat dem Innenministerium bezügliche Anträge vorgelegt. __ Streik in der Eisenbranche. Seit gestern früh sind sämtliche Eisen- und Elsefl« warenhandlungen geschlossen. Diese Maßregel Ist die Folge eines partiellen Streiks der Handelsangestellten ln der Eisenbranche. Zuerst traten die Handelsangestellten in achtzehn-Betrieben in den Streik, so daß dort die Unternehmer gezwungen waren, ihre Läden zu schließen. Hierauf haben die übrigen Unternehmer einhellig den Beschluß gefaßt, sämtliche Läden auf die Dauer des Streiks zu schließen. .; Der Streik der Handelsangestellten in der Elsen* branohe hat Lohnforderungen zur Ursache. Ein Teil der .Handelsangestellten, die Angehörige des Zentralvereins der Handelsgehilfen sind, hat neuerlich Forderungen auf Lohnerhöhung gestellt. Die Unternehmer stehen aber auf dem Standpunkt, daß gegenwärtig eine Erhöhung der Löhne ganz unmöglich ist Numerisch stellt die Gehilfenschaft, die beim Zentralverein organisiertest, etwa ein Drittel der ganzen Angestellten dar. pie übrigen Gehilfen sind dem Streik nicht beigetreten und arbeiten hinter herabgelassenen Rollbalken an der Inventarisierung 'des^Warenbestandes Weiter. Der Warenverkauf ruht vollständig^ Gestern hat sich den Streikenden noch eine Grupps deütschnational organisierter Handlungsgehilfen ange* schlossen. " _ Eine Sfcandalgeschichte. •Die Korr. Wilhelm meldet: Am 20. d. M. erstattet« die 1 Hausgehilfin Martha Edlbauer, 7., Westbahnstra!ße 41 wohnhaft, im Sicherlieitsbureau die Strafanzeige. daß sie Ende Juli oder anfangs August vorigen Jahres im Hause ihres Dien-stgeibers, des Pedzhändlers Isidor B u n z 1, 7** Westbahmstraße 41, in zwei verschiedenen Nächten von dem Schwager ihres Dienst« gebers;. dem Fabriksd'lrektor Georg Hermann, verg e .yif a l.t i gt worden sei. Als sich nach drei Monaten Anzeichen von Schwangerschaft eimstellten,. habe ihre pieristgeberin, Frau Olga Bunzl,- eine Hebamme berufen, die äh der Ecjlbaiucr durch Einführung eines Katheters einen v e r-p 6 n t e n E i n g r! f f vorgenommen .. Pie O-peration 'habe Erfolg gehabt; schließlich ..sei; ein Arzt zu Rate gezogen worden, und dieser habe an ihr eine Auskratzung vorgenommen. Dann sei . sie gekündigt urnd ihr als Schweigegeld von Isidor Bunzl ein. Betrag, von K 30.000 aüsbeza'hlt, worden. Bei der Auszählung deir Summe habe sie äber eine Erklärung unterfertigen müssen, in der sie auf alle weiteren An-. Sprüche Verzicht leiste. Auf Grund der Anzeige hat das Sicherheitsh-ureau nobh am selben Tage verhaftet: den 3ijahrigeh Direktor der HütteCdo-rfer Trikotage- und Hah4sehuhfabrik G. hi. b. H. in Parduhrbz Georg Her« ni a h n, der zuireit im Hotel Palace,wohnt, den 47jäh,ri« gen l^elzhändler-Isidor B u n/z 1 und seine Frau, die 47jährige Olgo Bunzl, 7., Wostbahn-sbraße 41 wohnhaft, und die frühere Hebamme und jetzige Masseurin Therese E i s i n g e r, 7., Kaiserstraße 65 wohnhaft. Dia Ei-singer gab. an, auf Ersuchen der Frau Bunzl die A'b-i treibü-ttg durchgeführt und dafür als Honorar K 6000 bekommen zu haben,. Auf ihr Anraten, sagte die Frau, -sei auch, als sich bei der Edil-bauer Fieber einstellte, ein Arzt beigezogen worden. Dieser, Medizinal-rat Doktor Johann S c h i 11 i n g e r, habe die Auskratzung vorgenomme-n. Frau Olga Bünzl machte für ihre Handlungsweise Mitleid mit dem Mädchen geltend. Von der angeblichen Vergewaltigung wild sie von ihrem Bruder erst naiöhträßrlidi», Kenntnis erhalten halben. Der Pclzhändler