Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1098 (18.2.1922)
- Date
- 1922-02-18
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1098T Wien, Samstag WIENER!8. Februar I92i? * Die politische Rabbinerkonferenz. Wie der „N a j e H a j nt“ mitteilt, hat die kürzlich abgelialtbne Rabbiuerkonferenz in Polen unter anderen die folgenden Resolutionen .beschlossen: „Dem Unterrichtsministerium mitzuteilen, daß die Rabbiner für die h y g I e n i s c h e Einrichtung der Chedarim Sorge tragen wollen. Ferner wollen sie in den Chedarim den profanen Fächern höchstens z wei Stunden täglich einräumen. Die übrigen Stunden, und zwar die ersten Unterrichtsstunden, sollen den religiösen Fächern gewidmet sein. Hebräisch soll in den Chedarim nicht als Unterrichtssprache eingeführt werden, wohl aber soll Hebräisch als :Unterrichtsfach, und zwar nach der Methode „i w r i th de Iwrit h“, jedoch in der askenasischen Aussprache, unterrichtet werden. Die Rabbiner haben sich mit der Auswanderung nach Palästina zu befassen und dafür Sorge zu tragen, daß möglichst viele orthodoxe Juden nach Palästina gehen.“ Was die Stellung der Rabbiner zu den Gemeindefragen anlangt, so fordern sie, daß der Rabbiner den V o r s i t z' in der Gemeinde führe, das Recht der Matrikelführung erhalte, daß ihm alle Kultusbeamten unterstellt und die Gemeindebeschlüsse an seine Zustimmung gebunden seien. Keine Stadt dürfe ohne Rabbiner sein, anch solle dieser u n a bsetzbar sein. * Rekrutierung für das palästinensische Arbeiterkorps. Wie erinnerlich, hat die palästinensische Militärverwaltung im Vorjahre ein neues Arbeiterkorps gebildet, dessen Mannschaften sich für sechs Monate verpflichten mußten. Das neue Korps bestand anfangs aus 180 Mann, die vornehmlich den Reihen der jüdischen Kolönisarionspioniere entnommen waren. Die britischen Behörden wollten auf diese Weise die ägyptischen Arbeiterbatailöne durch bessere Krälte ersetzen. Die Erfahrungen der ersten Seite 5 Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich. iiitiimiminiiiiiiiimmiimmiitumiiuiiiuiiiiimiiiiiiuuiuuttmitituiuummiumüium Morgen, Sonntag, halb 11 Uhr vormittags, im Saale des Hotel Continental, II., Taborstraße Viens,Periode habea .dle Militärverwaltung veranlaßt,, das?,i?ser?,el.tung der Aitch.hnncrsnvsipm tietzuhetiatten und für rite AiisHihriinvt 2? . .d ivuitur tu Rußland vor dem völligen Untergänge. Aushebungssystem beizubehalten Und für die Ausführung der wichtigsten Arbeiten wiederum jüdische Pioniere einzustellen. im Jänner wurden in Jaffa 68, in Haifa 94 jüdische Arbeiter von ungewöhnlicher Körperkraft in das Korps eingereiht. Die neuen Mannschaften sollen jetzt der palästinensischen Ingenieurabteilung zur besonderen Verwendung beigegeben werden. Die zionistische Exekutive in Palästina hat den Mannschaften ein fahrbares Speisezelt mit Feldkantine zur Verfügung gestellt und im Militärlazarett eine jüdische Abteilung eingerichtet. * Bagdader Juden für Palästina, Die zionistische Ortsgruppe von Bagdad hat der Zionistischen Exekutive in Palästina mitgeteilt, daß eine Anzahl ihrer Mitglieder sich in der Nähe von Jerusalem a n z u sie d el n wünscht. Die Ortsgruppe will die gesamten Kosten für die Errichtung einer besonderen Siedlung tragen. In. Jerusalem wird gegenwärtig über den Kauf geeigneten Bodens verhandelt * Palästina in Erwartung einer großen Totiristen- Saison. Nach englischen und amerikanischen Blättermeldungen scheint es, daß Palästina im Frühjahr einen außerordentlich starken Touristenbesuch erwarten darf. Die American Expreß Company wird etwa 450 Touristen. bis Mitte März nach Palästina bringen, die Londoner Firma Cook <5 Sons bis April 500 Touristen. Bei einer anderen Londoner Gesellschaft haben sich insgesamt 5000 P e rs o n e n aus E n g I a n d und den Ländern des eVro p ä ischen Kontinents angemeldet, die in den nächsten beiden Monaten das Heilige Land besuchen wollen. Der Leiter einer amerikanischen Schifffahrtsgesellschaft,* Mr. George H y m a n, berichtet über einen n i e. beob achteten Andrang von Palästina - Touristen. Die palästinensischen Behörden bereiten indessen die Unterkunftsstätten für die Reisenden vor. Besondere Kommissionen in den Städten und jüdischen Siedlungen befassen sich mit der Schaffung guter Reiseverbindungen innerhalb des Landes und sind eifrig bemüht, den Touristen alle Bequemlichkeiten zu sichern. Insgesamt werden u n ge f ä h r 10.000 Touristen erwartet, und zwar v o mehmlic h J u d e n, die die jüdische Aufbauarbeit und die Entwicklungsmöglichkeiten des Landes studieren wollen. ** Lenins Koffer. Der Krakauer „Kurjer Codzienny“ berichtet, die russische Gesandschaft in Warschau habe sich an das polnische Ministerium des Aeußern mit der Bitte nm Herausgabe einiger Kof fer Lenins gewendet, die sich bisher im Gewahrsam der Krakauer Polizei Befanden. Lenin weilte bekanntlich im Jahre 1905 in Galizien und wohnte in Neumarkt. Dort ließ er, als er sich 1907 ins Ausland begab, mehrere Koffer mit revolutionärer Literatur, mehreren Schriftstücken und Garderobe zurück. Die Koffer befanden sich zunächst im Gewahrsam der österreichischen Behörden und wurden dann unter polnischer Herrschaft »der Krakauer Polizei übergeben. * Die Juden in Australien. In Australien bestehen mehrere jüdische Gemeinden, die sich gut entwickeln. Die stärkste Judengemeinde ist, in Melbo u r n e, wo unter 800.033 Einwohnern zirka 12.030 Juden wohnen. Die jüdische Gemeinde besitzt drei Synagogen und mehrere soziale Institutionen, die sich besonders mit der Fürsorge für jüdische Emigranten beschäftigen. In der letzten Zeit beginnt sich die jüdische Öffentlichkeit auch lebhaft mit Palästina-Fragen zu beschäftigen. Die vor kurzem eingeleitete Keren - Hajesso d~Ak t i o n verspricht erfolgreich zu werden. Die politische und wirtschaftliche Lage der australischen Judenheit ist günstig. Grimms Märchen in hebräischer Sprache. Der Verlag „Moriah“ (Berlin-Jerusalem) hat soeben eine Gesamtausgabe von Grimms Märchen in hebräischer Sprache fertiggestellt. Die Uebertragung besorgte David Frischmann. Es sei hier daran erinnert, daß Ch. A. Krupnik bereits vor dem Weltkrieg eine Auswahl von Grimms Märchen mustergültig ins Hebräische übersetzt hat. * Vorlesungen Über Achad-Haam an der Londoner Universität. Das orientalische Seminar der Universität London hat ein Kolleg über die Werke A c h a d - H a a m s (Uscher Ginzberg) anberaumt. Die Vorlesungen werden im Rahmen des am 1. November 1921 errichteten hebräischen Zweigseminars stattfinden und von A. S. D o n i a c h veranstaltet werden. Nach einer gründlichen Einführung in die Gesetze der hebräischen Grammatik sollen Uebertragungen aus dem Englischen ins Hebräische und umgekehrt vorgenommen werden. Nach diesen Vorübungen wird das Koli jtj den hebräischen Essays von Achad-Haam gewidmet sein, die zu den bedeutendsten Zeugnissen der nationalen jüdische^ Literatur gehören. Tagesordnung: und Fremdenhetxe i: Abg. r. Stricker, o««. r. ». l. Plaschkes Einlaß nur gegen Karten, Ausgabe heute von 6 bis 8 Uhr abends im Zionistischen Landeskomitee, II., Zirkusgasse 33 * Jüdische Bücher für Rußland./ Aus New Y o r k wird berichtet: Eine Gruppe jüdischer Schriftsteller und Künstler aller Parteisichtungen hielt dieser Tage eine Beratung ab, in welcher über Mittel und Wege verhandelt wurde, durch die den in Rußland und der Ukraine nicht nur. physisch und materiell, sondern auch geistig schwer leidenden Juden durch Zusendung vdn jüdischen und hebräischen Bfichers zu Hilfe geeilt werden soll. Das Komitee hat eine Verbindung mit den jüdischen Kulturanstalten in Rußland hergestellt und wendet sich an sämtliche russischen Landsmannschaften und Logen in Amerika um Mithilfe Es handelt sich hauptsächlich um die Anschaffung von. Büchern und Lehrbehelfen, die nach Rußland ‘ geschickt werden sollen, ln einer großen Vollversammlung soll die großzügig gedachte Aktion endgültig organisiert werden. * Eine ZweimilHonen-Spende aus Holland für die. Wiener geistigen Arbeiter. Der österreichische Honorar- Generalkonsul in Rotterdam G. L. AL van Es hat dem Senatspräsidenten beim Obersten Gerichtshof Dr. Grabscheid, dem Bureauleiter des Vereines „Internationale Hilfe für geistige Arbeiter Wiens“ mitgeteilt, daß er für die „geistigen Arbeiter Wiens“ den Betrag von zwei Millionen deutschösterreichischen Kronen spende. * Concordia-feall. Die Besucherinnen des Concordia- Balles (Montag den 20. d. M., Konzerthäus) werden als Damenspende ein reizend ausgestaltetes Buch erhalten: den Frauenzimmer-Almanach auf das Jahr 1922, in Format und Stil der Taschenbücher aus der Biedermeierselt. Einen besonderen Schmuck bilden acht fein ausgeführte Frauenbildnisse. Komiteelokal I., Rudolfsplatz 12, 2. Stock. Kartenausg-be täglich von 10 bis 5 Uhr, Sonntag von 10 bis 12 Uhr. * Kohle und Universität. In der gestrigen Pressekonferenz wurde mitgeteilt, daßdie Universität wieder Kohlen erhalten werde. Es werde möglich sein, in der zweitnäcljsten Woche den Hochschulbetrieb wieder aufzunehmen. * Die. Telephonriumraem der! Kultusgemeinde. Infolge Automatisierung des Telepbonanschlusses werden däe Telapbonnummern der Israelitischen Kultusgemeinde Wien wie folgt geändert: Präsidium, Sekretariat und sämtliche Abteilungen, I., Seitenstettengasse z und 4 (von 8 bis 3 Uhr): 60217, 67072, 63106, 65089. Nach. Schluß der Amtsstundien: Sekretariat: 60217; Hauswart: 65069. An Siteungstagen: Sitzungsäle. 67072 und 63106; in den Nachtstunden: Hauswart: 65069. Frierhof-samt (Anmeldung von Todesfällen usw.): 20669 (unverändert). * Empfang Achad Haams in Jaffa. Der Jaffaer hebräische Schrift«*eilerverein veranstaltete zu Ehren Achad-Hflams einen Emtpfangsahnd. De bekannte. Schriftsteller Sch. B e n - Z i o n begrüßte in einer längeren Ansprache den. Schriftsteller. In seiner Antwort erklärte Achad-Haam, daß er nach Palästina gekommen sei, um von dem Judentum Erez Israels beeinflußt zu werden, und neue Kräfte zur Arbeit, zu schöpfen. * Mr. G. M. Young, der englische Fmanzkommissär für Oesterreich, über dessen Mission wir an anderer Stelle berichten, steht gegenwärtig im 40. Lebensjahr. Er studierte in Oxford und trat m das englische Schatzamt ein. Später wurde er Unrterstaatssekretär im englischen Aufbauministorium. Im Winter 1918 fungierte er als Regierungvert reter 1 bei den nach New rußland detachierten englischen Trupipen. Im Jahre 1920 wurde er zum Botschaftssekretär bei der englischen Gesandtschaft in Wien ernannt. Im November 1921 erfolgte seine Rückberufung nach London. Herr Young ist Junggeselle. * Große Spende gewesener Kriegsgefangener für den Keren Kajemeth. Herr Julius Hochstimm hat eine von ihm und seinen Kameraden in Wladiwostok veranstaltete Sammlung zugunsten des Jüdischen Nationalfonds in der Höhe von japanischen Yen 227.50 26,10,10 englischen Pfund der hiesigen Sammelstelle übergeben. Dieser Betrag , wurde dem K. K. L zur freien Verfügung übergeben, unter der Bedingung, daß der Jüdische Nationalfonds bei einer eventuellen Schaffung einer eigenen Siedlung gewesener Kriegsgefangener (Cheruth) verpflichtet sein solle, dieser Siedlung zum betreffenden Geldwerte nach den Grundsätzen des K. K. L. zur Verfügung zu stellen/ * Eisenbahnfahrten billiger — in der Schweiz. Der Verwaltungsrat der Schweizerischen Bundesbahnen hat beschlossen, vom l. Maii am sowohl für einfache Fahrten und Hin- und Rückfahrten als auch für feste und zusammemstell’bare Rundfahrten eine Ermäßigung von 20 Prozent zu gewähren, wenn die Gesamtstrecke mindestens 300 Kilometer beträgt. Der SchneÜzugszuschlag wird bei Entfernungen über 200 Kilometer herabgesetzt. * Winkelmakler In New York. Die Staatsanwaltschaft ln New York hat eine Anklage gegen eine Anzahl von Wiiibelmaklern in Wallstreet erhoben und eine Untersuchung über ihr Gebaren angeordnet, da sie im Verdacht stehen, das Publikum im Laute des letzten Jahres um eine Summe von 10 Millionen Pfund geprellt zu haben. 1 •Die Wiener Holz- und Kohleneinkaufs G. m. b. ffj1 An die Mitglieder des Finanzausschusses gelangte gestern der Entwurf eines Gesellschaftsvertrages zur Verteilung, demzufolge die Gemeinde Wien und die Große»nkaufsgenossenschaft für Konsumvereine, sich für den künftigen etrieb des Hol zuod Kohlengeschäftes vereinigen Das Stammkapital der neuen Gesellschaft ist mit 60 Millionen. Kronen in , Aussicht genommen, wovon 40 Millionen durch die Gemeinde .und 20 Millionen durch die Großeinkaufsgenossenschäft eingezahlt werden soll. . * Erdbeben. Das Georgestown-Observatorium meldet ein sehr schweres, fast einstündiges Erdbeben etwa 2G0Q Meilen von Washington. : * Eine russisch-jüdische Kooperative. Vor zwei Jahren weilte ein Mitglied der Kooperative D a g a n .i a h* Josef B a r a z (der jetzt. mit. der palästinensischen Arbeiterdelegation in Amerika ist), in S ü d r u ß la n d, um die Verbindung mit den dortigen Ghaluzim herzustellen. Er hatte hiebei Gelegenheit, die russische Kooperative K r i n i z a zu besuchen, wo er gastlich aufgenommen wurde und über die palästinensischen agrikulturelleh Kooperativen berichtete. Unter anderem wurde ihm ein russisches Buch, das die Geschichte, von Kriniza beschreibt mit der Widmung überreicht: „Das russische Dagänia dem palästinensischen Dagar.ia“. Nunmehr ist im:Verlag des H a p 0 e 1 H a z a i r diese Geschichte von Kriniza in hebräisch e. r Sprache erschienen.; * Straßenbahnunglück bei Budapest. . Anis B tt.-da* pest wird gemeldet: Außerhalb der. Stadt ist gestern ein Wagen der elektrischen Straßenbahn auf der -Streek0 längs dem in Ofen gelegenen Wolfstaler Friedhof bei der' Teufelsbrücke infolge Glatteises aus den .Schienen gesprungen. Hiebei fand der Kondukteur den Tod. Der Wagenführer sowie 18 Passagiere, zumeist Zöglinge des Waisenhauses, wurden zum Teil schwer verletzt. Millionenbeute eines Taschendiebes. Gesten! würde dem Viehhändler Josef Hies.b e rg er aus Obritzberg auf der Fahrt von St. Pölten . nach Wien eine braun!ederne Aktentasche mit K 1.300.000/ darunter 88 Noten zu zehntausend Kronen gestohlen. Das Paradies der Bodenständigen. Aus Schwa* wird gemeldet: Hier wurde die 65jährige Wahrsagerin Antonie Wieser, in Fügenberg wohnhaft, . wegen unbefugter Gewerbeausübung verhaftet. Die Wieser hatte besonders im Zillertal einen ertragreichen Boden itjr ihre Schwindeleien gefunden. Bei ihrer Einvernahme erklärte sie, nichts dafür zu können, daß die Leute so dumm seien und an all diese Gauklereien glauben. Selbstmordversuch im Bethaus. Am 16. d. M. um %9 Uhr abends hatder 46jährige unterstandslose Agent Leopold F. im israelitischen Bethaus. in der Schiffamtsgasse 20 Lysol genommen. Er ist zu Stuhlweissenburg geboren und kennt seine Heimatzugehörigkeit nicht. Er gibt an, die Tat wegen Not und wegen seiner Heimatlosigkeit verübt zu haben. * Vergiftung durch Kohiengas. Gestern nachmittags würde die 72jährige Trafikantin Adele B10 n di an, Mariahilferstraße 153 wohnhaft, in der Wohnung leblos aufgefunden. Wahrscheinlich hat sie durch Einatmen von Kohlengas ihren Tod gefunden. Das Gas dürfte einem angeblidl schlecht funktionierenden Ofen entströmt sein. •Nachschau in Stundenhotels. Am>15. d. M. la den Abendstunden hat das polizeiliche Sittenamt in de» Stundenhotels'des 1., IV. und VI. Bezirkes eine Nachschau vorgenommen, bei der 12 Mädchen aufgegriffen wurden. Fünf von ihnen mußten als geschlechtskranfc dem. Frauenspital übergeben werden. Unter dem Dutzend wären drei Jugendliche, von denen zwei geschlechtskrahk Waren. * Einbrüche. Bei der Firma J. Pan ly & So btt, I., Spiegelgais.se 12, wurden Damen batt ist- und Seidenwasche im Werte von K 1,140.000 von : Einbrechern gestohlen. — Der Karoltne Forst, IX.? Porzellan“* gasse 62, wurden durch Einibruoh ‘ Juwelen und' Kleidungsstücke im Werte von mehr als, einer MMon- Kronen gestohlen. . Ein angenehmer Hotelgast. Gestern wurde det 21jährige Magazineur Josef Wern e r verhaftet. Er wird beschuldigt, im Oktober 1921 dem Hotelbesitzer' Max K o k i s c h iu Badgastein zwei Perserteppiche im Werte von K 180.000 und dein Gastwirt Johann Kramer in Villach ein Leintuch gestohlen zu haben. Er hat die Perser-, teppiefte der Inhaberin eines Teppichhauses um K 43.000; verkauft. Der wertvollere der beiden Teppiche war noch in ihrem Besitz. Sie hat ihn bei der Behörde hinterlegt' Werner wurde dem Landesgericht eingeliefert. * Stellenloser jüdischer Anstreicher, unverschuldet in Not geraten, bittet um jegliche Art von Arbeit. GefL Zuschriften an Moriz Kohn, XIV., Sechshauserstraße 75. Großer Diebstahl ln den Wollersdorf er Werket!« In der Zeit vom 14. bis züm 15. d. M. wurde aus der Gal-- vanisierungsanstalt der staatlichen Industriewerke in Wollersdorf zehn neusilberne Anoden im Gewicht von zu-, sammen 20 kg, eine Nickehvalzanode im Gewicht von* ltyj hg und eine Nickelgußanode im Gewicht von 9 8 kg im Werte von K 2,521.700 gestohle. * Personalnachricht. Das Tu den Kreisen def Brigittenauer Judenschaft sehr beliebte Ehepaar Herr *- Julius und Frau Klara Roth feiern heute inv Kreise ihrer zahlreichen Kinder und Enkelkinder das Fest der goldenen Hochzeit. Die Tempelfeier findet um 10 Uhr vormittags im Klucky-Tempel statt Händler, Achtung! Schlesische Bettzeuge 120 eni breit K 2680, Matratrengradel 120 cm breit böhmische Ware K 3250, Barchent, Blaudruck, Oxford, Chiffon und' schlesische Weben gelangen sehr billig zum Verkaufe, nur solange der Vorrat reicht, im Warenhaus Emanuel R o t-. h p I z, VII., Westbahnstraße 15, Ecke Zieglergasse. Ueber 8000 Grippefälle in der Vorwoche. Mehl1 * als je empfiehlt sich der ständige Gebrauch des amerikanisehen Tascheninhalätors „M e n t 0 Twin“ gegen Ansteckungsgefahr sowie zür Beseitigung von Halsentzündungen und Katarrhen. Sodom und Gomorrha auf der Landstraße* 1(1 den letzten Monaten kamen dem Polizeikommissariat Landstraße wiederholt anonyme Briefe, zu in denen mit Entrüstung auf das skandalöse Treiben in den einzelnen Kaffeehäusern hingewiesen und mitgeteilt wurde, daß da und dort „Stoß“ gespielt und von den Gästen ganz ungescheut Warenschacher betrieben werde. In mehreren Briefen hieß es, daß das Kaffeehauspersonal Partei für Spieler und Händler nehme und sie vor unwillkommenen Ueberraschungen rechtzeitig warne. Aus diesem Grunde führte Poli eikonzipist Dr. Httttl eine Reihe von Streifungen durch) an denen, sich abwechselnd die einzelnen Kriminalbeamtenpartien des Kommissariats beteiligten. Die Streifungen hatten insofern Erfolg* als mehrere Hasardpartie« ausgehoben wurden.