Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1097 (17.2.1922)
- Date
- 1922-02-17
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. mt Wien, Freitag WIENER MORGENZSITÜNa * Begräbnisse am heutigen Tage. Alter F r i e tili o f: 9 Uhr Steiner Ernestine, 9 Uhr 30 Min. Pollak Otto, 10 Uhr Kampei Anna, 11 Uhr 30 Min. Drucker Therese. — Neuer Friedhot: 9 Uhr fung Israel, 9 Uhr 20 Min. Dr. Muck Pauline, 9 Uhr 30 Min. Auerbach Gittel, 9 Uhr 40 Min. Jonas Berta, 10 Uhr Schmalberg Israel, 10 Uhr Alkalay Rebekka, 10 Uhr Weinstock Gisela, 10 Uhr. 20 Min, Mandl Otto, 10 Uhr 40 Min. Fink Johanna, 11 Uhr Hausner Marianne, 11 Uhr 20 Min. Uhrmacher Rosa, 12 Uhr Metz! Chane, 12 Uhr 20 Min. Rosenberg Pinkas, 12 Uhr 40 Min. Sereth lakob. * Hamensgleichheit. Herr Noe Teichthal, Wien. II., Novaragasse 21, bittet uns festzustellen, daß er mit dem als Hehler gestohlener Waren angezeigten David Te'ichtal, tt, Novaragasse 45, weder identisch noch verwandt 'ist * Die rumänische Gesandtschaft in Wien teilt mit, «faß als letzter Termin für die obligatorische Immatrikulierung der auf dem Gebiete der Republik Oesterreich wohnenden rumänischen Staatsangehörigen der 27. Februar 1922 festgesetzt wurde. Bis dahin findet die Immatrikulierung an jedem Wochentage in der Zeit zwischen 10 uyd 12 Uhr vormittags, am Montag und Donnerstag auch nachmittags zwischen 4 und 6 Uhr in der Kanzlei der Gesandtschaft, Wien, IV., Brucknerstraße Nr. 8, statt. 1 Wetterbericht. Nunmehr ist es fast , in ganz Oesterreich wärmer geworden, in Wien gestern morgens, um 9° gegen gestern. Nur in der südöstlichen Sjteiermark und in Kärnten hielt sich noch stärkerer Morgenfrost Tagsüber stieg die Temperatur fast 'überall über 0°. In den nördlichen Alpen war es trübe, in den inneren und südlichen noch heiter. —Voraussage: Trüb,.zu Niederschlägen neigendes Wetter, voraussichtlich einige Tage anhaltend. Zunächst noch schwacher Nachtfrost, tagsüber leichtes Tauwetter, allmähliche Temperaturzunahme.' * Der Tote von Donnerskirchen. Wie schon -einmal berichtet, wurde..im Gsohießer Wald in Donnerskirchen im Burgenland Ende' Oktober die Leiche eines von ungarischen B an d i t e tv g r a u s a m gefolterten und getöteten jungem Juden «tank verwest und verstümmelt aufgefunden. - Mäh hielt, «ie damals zuerst für die des Praktikanten der Firma Spritzer in Eisenstadt, Hugo Schindler, doch wurde hauptsächlich durch das Gutachten eines Zahnarztes. %stgestelk, daß diese Annahme•• unrichtig ist. -Durch Erhebungen wurde die Mutmaßung «begründet, daß.'der Tode Deutsch geheißen, Tisch]ergehilfe gewesen, und im io. Bezirk gewohnt haben soll. Seine Schwester soll sich im Irrenhaus befinden. Trotz der seither verstrichenen langen Zeit konnte die Person des .Töten nicht festgcstellt werden, weshalb seine Beschreibung wiederholt sei. Er war 22 Jahre alt, mittelgroß, schmächtig, hat dunkle' Haare, dunkle Augen, dunklen, englisch gestutzten Schnurrbart, blasses Gesicht, vollständiges Gebiß; bis auf einen fehlenden Backenzahn, kariöse Zähne, große Füße, länge Finger. Er trug dunkeln, grünlichen, kleinkarrierten Rock, lichte, kleinikarrierte Hose, grauen WollsWeatör, neue schwarze Schnürschuhe aus ämerikainischem Böxcalfleder. Kappe, Unterhose und Sacktuch erliegen im Sicherheitsbureau bei-Kommissär Dr. Philp zur Einsichtnahme. * Einreiseerleicbterung für erkrankte Ausländer. Die österreichischen Vertretungshehörden. und; Paßstellen im Ausland haben die Weisung erhalten, dem Ausländern,' die zwecks ärztlicher Untersuchung und 'Vtz.hchH-tNühg^nßÄh.Oesterreich reisÖK Wollen. beiEr^tei- ' Tun! / äös ' Eittreisevermerits e n t g e gen z u Je am me n, woben sich jedoch die genannten Behörden die Üeher- Zeugung verschaffen müssen, daß die Angaben' des Sichtvermerkwerbers auf .Wahrheit beruhen. Dies hat eventuell auch durch Einsichtnahme in die Korrespondenz des Patienten mit dem zu besuchenden Arzt zu geschehen. s Dieser Standpunkt. wird auch von der Wiener Aefztelcammex vollkommen geteilt. Was speziell, diie Reisern zum Besuche von H e i 1 a ms t a 11 e n iji •Oesterreich betrifft, .so wird, zum Nachweis für die JCuirbedürftigkeit das von einem staatlichen Sanitätsorgan ausgestellte Zeugnis und die Zusicherung der Aufnahme in die betreffende - An-stalt ■ verlangt. * Eine italienische Kundgebung auf dem Spielberg in Brünn. Aus R o m wird uns gemeldet: Hier hat sich ein Komitee konstituiert, welches eine großangelegte Italienische Pilgerfahrt nach den S p i e 1 b e r g-Gefäiignissen in Brünn unternehmen will, um auf diese Weise die hundertste Wiederkehr des Tages zu feiern, an dem der italienische Patriot Silvio Pellico den Kerker des Spielbergs betrat. Bedeutende politische Persönlichkeiten Italiens, darunter die Staatsmänner Orlando, Boselli, Senator Ruffini, Generalissimus Diaz und andere, haben ihre Teilnahme ln Aussicht gestellt. Das Komitee hat in ganz Italien Zweigstellen eingerichtet, um die Organisation der Reise zu regeln, welche nach Ostern stattfinden soll und unter anderen auch, den Zweck hat, die Beziehungen zwischen Italien und der Tschecho-Slowakei zu festigen. •*- Der italienische Dichter Silvio Pellico wurde, nachdem seiner dichterischen Tätigkeit von den österreichischen Behörden Immer stärkere Fesseln auferlegt worden waren, als Teilnehmer am Bunde der Carbönarl verhaftet, zum Tode verurteilt und zu fünfzehnjähriger Oefängnishaft verurteilt; so kam er 1882 auf den Spielberg, wo er bis zu seiner 1830 erfolgten Begnadigung ,tn harter, grausamer Haft weilte. Seine; Erlebnisse im Kerker hat er 81 der Schrift „Le mie prigioni" (Meine Haft) geschildert, welche in Italien allgemein gekannt ist und, in zahlreichen Auflagen und UebersetZungen erschienen, das österreichische Regime vor ganz Europa bloßstellte. Pellico wurde in Italien, in die Reihe der nationalen Märtyrer eingereiht und die hundertste Wiederkehr seines Eintrittes ins Gefängnis wird zu zahlreichen Erinneruqgsfeiern Anlaß geben! 4 Wiederaufnahme der Vorlesungen an der Technik,. Der infolge des Kohlempangels unterbrochene Unterricht wird an der Technik ab Montag den 20! d. M. in vollem Umfange wieder aufgenommen. Die Ferien zu Faschingsende entfallen infolge dieser Unterbrechung des Unterrichts in diesem Jahre vollkommen. 4 Drohende Einstellung von Wohnungsbauten In Oesterreich. Wie uns der Reichsverband de? gemeinnützigen Bauvereinigungen Oesterreichs mitteiit, sfehfen die angeschlossenen Baugenossenschaften vor der Gefahr, den größten Teil der in Angriff genommenen Bauten eiristellen und die Bauarbeiter entlassen zu müssen. Der Grund hjefür liegt an dem mangelnden Verständnis der kompetenten Finanzfaktoren. * Eisberge. Aus Stockholm wird berichtet, daß sich die Lage der Schiffahrt in der baltischen See wegen der vielen Eisberge außerordentlich bedrohlich gestaltet. Der Kattegatt und der Sund sind unpassierbar; der Hafen von Göteborg ist gänzlich abgeschnltte^ * Balaton-D-Zug. Die Betriebsdirektion der Südbahn teilt mit, daß der Balaton-D-Zug 301 (Wien-Südbdhnhöf ab 9 Uhr) auch noch am M 0 n t ä g d e n 20. d. M. verkehren wird. Weiterhin wird er nur Mittwoch, Freitag und Sonntag von Wien abgehen und der Gegenzug nur Dienstag; Donnerstag und Samstag in Wien eintreffeö, * Wem gehört die Beute? Am 15. v. M. wurde bei Gustav Nowak, X., Siccärdsburggasse 12, eine Anzahl Sachen beschlagnahmt, die verdächtiger Herkunft slrid und Zionistisches Undeskomitee für Oesterreich. Sonntag den 19. d. M. um 1/211 Uhr vormittags im Saale des Hotel Continental, li., Taborstraße PROTESTVERSAMMLUNG gegen die Benachteiligt! ^g der Ostjuden durch :: :: das neue :: :: MIETERSCHUTZGESETZ REDNER: ABGEORDNETER ROBERT STRICKER GEMEIND ERAT Dr. LEOPOLD PLASCHKES tiiiiiiitimiiintniu Mit Rücksicht auf den beschränkten Fassungsraum des Saales findet der Einlaß nur gegen Karten statt, die heute von IÖ Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags und von 3 bis 6 Uhr nachmittags und morgen von 6 bis 8 abends im Bureau des Landeskomitees, IL, Zirkusgasse 33, zu beheben sind. nun beim Landesgericht Wien l hinterlegt sind. Dort können sich Anwärter melden. Es sind: 3 weiße» Polsterüberzüge, 1 weiße Tischdecke, 1 weißer Tiscbläufer, 5 rote Servietten mit „P. F.*, 1 blaßgrünlicher Schal, 1 weißer Schal mit Silberstickerei, 1 blaues Waschkleid, l schwarze Modeschoß, l rotes Kostüm, dessen lacke mit weißem Fell geputzt ist. Vermutlich rühren die Sachen von einem Bodeneinbruch her. 4 Hotelbesitzer, Achtung! Es gelangen zu sehr billigen Preisen zum Verkaufe: Laufteppiche, Bettvorleger, Bett- und Tischdecken, Flanell- und Steppdecken, fertige Bettwäsche und Leintücher im Warenhaus Emanüel Rotholz, VII., Westbahnstraße 15,. Ecke Zieglergasse. Vereine, Vorträge und Versammlungen. M i s r a c h i. Gemorah-Vortrag, Baba Meziah. Vortragender Gustav Austerlitz.im Jischub Erez-Israel,!!., Praterstraße 43. Beg5nn 8 Uhr abends, an Sonntagen 6 Uhr. — Zionistische Be z i rkssektion Leopoldstadt Wir lenken nochmals die Aufmerksamkeit der Zionisten der Bezirkssektion Leopoldstadt auf . die Sondervorstellung der Freien jüdischen Volksbühne, die Dienstag den 21. d. M. im Lustspieltheater zugunsten. der Sektion gegeben wird. Karten sind zu haben bei der „Wiener Mörgenzeitung“, Buchhandlung Löwit, Rotenturmstraße, Silberstein & März, Augustengasse 4, Sekretariat der Sektion, Taborstraße 29 a (4 bis 7 Uhr). Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, den Verkauf zu propagieren. •Jüdische Moderne. Die Jüdische Moderne, welche während ihres eineinvierteljährigen Bestandes bereits eine Reihe.den jüdischen Fragenkomplex behandelnder Vorträge veranstaltete, wird in der nächsten Zeit die Lage der Juden In den einzelnen Staaten zum Gegenstände spezieller Vortragsabende haben. Den Zyklus dieser Abende eröffnet Dr. Wal d m ä n n mit seinem am 20. d, M., ‘/aß Uhr abends, lin Cat6 Neptun, XX., Gaußplatz 7; stattfindenden Vortrage mit dem Thema : „D i e J u d e n ü n d 0 s t g a 1 i z i e n“. Zu einem späteren Zeitpunkt werden Herr Ludwig Bato über „Die Juden in Ungarn und Italien“ und Herr Dr. Diamant über „Die Juden in der Slowakei“ sprechen.' Demnächst wird auch Herr Dr. Gelber „Die Entwicklung des Zionismus“, Dr. Steinberg „Arbeiterfragen in Palästina“ behandeln. Schließlich ist eine Reihe von Vorträgen über die jüdische Literatur geplant Interessenten, welche auf Einladungen reflektieren, werden gebeten, ihre Adresse an Markstein, Wien, 11., Odeongasse 9, zu senden. Volksbildung Im Technischen Muse u m. Samstag, 3 Uhr nachmittags, Führung Vorstand Irigenieuer E. Stelzer „Wasserwirtschaft*. Sonntag, 10 Uhr vormittags, im großen Hörsaal Lichtbildervortrag „Technik und Architektur* von Architekten R. Oerley. ‘ Die Jugend für das Alt er. Die Bureaus der Greisenhilte der Wiener lugend befinden sich seit Beginn dieser Woche im Amalientrakt der Hofburg (Zugang vom inneren Burgplatz). Bureaustunden an Wochentagen von 9 bis b/412 und von 2 bis 6/45 Uhr. Gedenket der frierende« und hungernden Greise und Greisinnen bei Festen und Spielen, Wetten und Verlassenschaften l Urania. Heute, Freitag, 5 Uhr (Großer Saal) Indien. — ^6 Uhr (Kleiner Saal) Hochschuldozent Doktor Alfred Till: Vom Werdegang der Erde und des Lebens, VI. — ‘/,6 Uhr (Kürssaal) Prof. Dr. Johann Pilz: Das Buch und sein Werdegang, IV. —. ‘/86. Uhr (Klubsaal) Uuiv.-Lektör Dozent Marius Fab'er: Praktischer Uebungskürs in Sprech- und Vortragskunst, VI. — l/88 Uhr (Großer 8a 1) Dr. Josef Bergauer: Aus den Meisterwerken von Suppe, Strauß und Millöcker., -7- .‘/88 Uhr (Kleiner Saal) Akademischer Maler Dr. Ernst Wagner: Das Kunstwerk als Zeitausdruck.,— */a8 Uhr (Kurssaal) Hochschuldozent Dr. Alfred T i 11 :* Praktische Bodenkunde, VI. — Va8 Uhr (Klubsaal) Dr. Fritz Schulhof: Probleme der Psychopathologie, VL Keren Kajemeth rjisrael, II., Taborstraße. 59, Telephon 40-3-16. — Spendena u s w e i s Nr. 4/8 vom 14. bis 15. d. M. K 104.659.90^ im [ahre 1922 insgesamtmK 3,054.618.44. — Zentrale: Smlg. b. Sitzung d. N. F. Kommisäre 550. — L Bezirk: d. N. F. K. F. Rittermann: Siegm. Rubel 1600, Dr. L. Eckstein 758, Dr. Eckstein ein Bm. a. N. Karl Eckstein gest. am 22. Kisiew 500. — n. Bezirk: 8. Goldkorn 512, Osias Fellner 1281, FrL Rosenblum 650, Ehr; Lenz 1174, Arnold Edelstein 1030, Div. 3308.90; Rudolf Reiß 1000; d. Meilen: B. Zuckermann 614.50; Smlg. E. Neumann b. VIbg. Franzos-Prem!nger 700. — III. Bezirk: Ing. GtisL Wolf 2030. — VHL Bezirk: d. med. Verständig: Jüd. Tischges. u. Umgebung-H%in: David-Kolui-Garten: d. H. L. Haller: Dr. L. Rieß, Will,. Wagschal, H. u. Fr. Willi Krumholz & 1000, L. Hoüenberg, J. Werner, Dr. A. Grosner, L. Preiß, A. Bömzc 4 503, Div. 900; Ludw.-Haller-Garten: R. Hollenberg 1533; Karl Bondy ,8. Angehörige 1000, Zucker 1030, Div. 603.20. — IX. Bezirk: d. Kaiman Littmann: Paul Fries 1000, Karl Hochmahn 2533.20, Mermelstein 955.50, T. Horowitz 584.90, M. F. Körner 640, M. Körner 502, F. Horowitz, A. Horowit: L 500, Div. 836.70; d. Fr. Diamant: Isidor Aschkenasy anl. Geb eines Knaben 1030, Simon Gang 503; Garten Avrone Aron u, Malice Malamath: Ahl. d. Geb. eines Sohnes b. Lore u. Nathan Malamath ges. d. Picker: Lore u. Nathan Malamath 10.000., Fanny Malamath, Simbn Picker, Otto Carniol, L. Barmen, G Rokach, Carniol, Hermann Blatt; Grete Blatt ä 1000, Dr. J. Blatt 500, Chaim Rappsport 5000, Moses Moser 1000. Div. 2fltt mm X. Bezirk; & A* O» Achwah 17. Februar 1923 Seite S (Ung.-Hradisch) a. N. d. verst. A. H. Dr. Berthold. Singef ‘(Jägerndorf) 5030. - XIX. Bezirk: 200. — XX. Bezirk: 300; Ak. Landesverband: J. A. Medizinerverein Wolf-Mandl- Garten: Dr. Leo Weingarten anl. s. Promotion 1000, Div. 50; A. O. Esperanza d. Levy: Smlg. b. 50semestrigen Jubiläum 7700; Mlsrachi d. D. Landau: Beruh. Krummholz 1000. — Gmünd: d. Karl Löwy: Friedrich Schwarz 3000, Edm. Waidstein 2030, Karl Löwy 6050, E. Singer, Ä. Zeilingef 4 500. — Innbruck d. Edith Fuchs: Edith Fuchs 1900, Makkabäer-Abend 10.000, Arnold Reichmann 2000, Gottlieb Wargl 1000, Fr. E. Sagel a. N. Hugo Sagel . im Francicci Wormser-Hain 2000. _ Ernährung. Der Marktbericht. - Weiteres Sinken der Fettpreise. Die rückläufige Bewegung der Preise für Fett und Schweinefleisch hat auch gestern angedauert,- indem sich irn der Großmarkthalle Speck und Filz weiter um K 200 im Großhandel verbiIHgten, während im Detailvericauf die Ermäßigung K 100 per Kilogramm betrug. Schweinefleisch haf sich um K 20 billiger.gestellt als gestern, Kälber ermäßigten sich im Preise um K 50 per Kilogramm. Auch. Rauchfleisch ist um K 100 per Kilogramm billiger geworden.. Die. Rindtieischpreise blieben unverändert, doch ist bei. anhaltendem wärmeren Wetter auch hier mit einem Preisrückgang zu rechnen. Der Verkehr in der Großmarkthäliegestaltete sich bereits in den frühen Morgenstunden überaus , lebhaft, besondere Nachfrage herrschte nach Fett-und Schweinefleisch. Die meisten Fleischhauer deckten sich durch große Einkäufe vornehmlich mit Fett und Schweinefleisch ein. Gering war dagegen die Beteiligung der Käufer auf! dem Fischmarkt, auf dem Seelachs zu K 850 bis.900 per Kilogramm zur Verfügung stand. Die Ankünfte . von auswärts waren günstig, aus Jugoslawien waren drei Waggons, aus Ungarn zwei Waggons und vom Lagerhaus zwei Waggons eingetroffen, die hauptsächlich Schweinefleisch und Pferdefleisch enthielten. Im Kleinverkauf galten heute in der Großmarkthalle folgende Preise: Rindfleisch K 900 bis 1650, Bratenfleisch; K 1850, Kalbfleisch K TZ00 bis 1900, Schweinefleisch K 1300 bis 1900, Speck und Filz K .1800 bis 2300 per Kilogramm. Auf dem Naschmarkt waren gestern ungefähr 3000 Kilogramm inländischer Kartoffel eingelarigt, die. sich begreiflicherweise für den großen Bedarf als viel zu gering erwiesen, trotzdem die Preise wesentlich iu .die .Höhe gesetzt wurden. Im Großhandel wurde der Preis,. Von K 230 für-ein Kilogramm bezahlt, was einen Preis von K 250 auf den Märkten und einen solchen von K 260 in deh Bezirksgeschäften bedeutet. An Zwiebeln herrscht g eichfalis weiter Mangel. Von Aepfe n standen nur Reste früherer .Sendungen zur* Verfügung, die aber zum größten Teil unterwegs gefroren waren. Der Verkehr auf allen Grünwäfenmärkten hielt ■ sich in bescheidenen Grenzen. Böhne und Kunst. Burgtheater. (Zum ersten Male: „V o r s p i e 1 z u K ö n J g Lear* — „F e 1 d m a r s c h a 11“, zwei Einakter von Franz M o l n a r.) Zwei Molnar-Eiriakter, Ein nachdenklicher und ein ulkiger. Der nachdenkliche Einakter: Ein Schauspieler Hebt die junge Gattin eines sechzigjährigen, reichen Kraftkerls. Der Gatte, ein arger Barbar, weiß, daß der Schauspieler seiner Frau gefährlich wird, Er läßt sich in seinen Ehefreuden durch niemand stören Und teilt Edith sachlich mit, daß er den Nebenbuhler niederknallen werde. Morgen, auf der Jagd. Der Schauspieler tritt während dieser Eheszene ein. Er hält morgen nicht mit Der- Alte entschließt sich also zur sofortigen Exekution. Nach längerem Vortrag über die Tüchtigkeit und Verläßlichkeit seiner Gewehre, die er dem Jagdgast demonstriert -- in Gegenwart der Gattin, die weiß, was bevorsteht — geht die treffliche Büchse „Feldmarschall“ unversehens los. Hat der Schuß seinen Zweck erfüllt? Die Frage bleibt ziemlich lange offen. Der Schauspieler bleibt zunächst regungslos, kaltblütig auf dem Lehnstuhl sitzen, erklärt sich für unversehrt und gibt im elegantesten Salonton dem gräflichen Gastgeber zu verstehen, daß er sein schurkisches Vorhaben durchschaut habe. Dann ein Schwächeanfall. Der Schauspieler gibt jetzt zu, getroffen zu sein, wirdaber auch deutlicher und sagt es dem Grafen auf den Kopf zu, daß er mit der Büchse nicht gespielt, sondern aus Eifersucht, mit Mordabsichten, auf seinen Gast geschossen habe. Die Frau, für die der Schauspieler in reinster, opferfreudigster Liebe glühte, hält zu dem säuberen Edel- ’ mann von Gatten, leugnet alles, was der Schauspieler vor seinem Eintreten hinter der Türe mitangehöri hatte, und ist weniger um den Zustand des Liebhabers als um ihr ungestörtes Wohlleben besorgt. ' Gleichwohl hat man den Arzt geh. lt. Noch bevor er eintritt, erhebt sich der Schauspieler, elastisch und lächelnd. Er hat Komödie gespielt, um die beiden zu prüfen. Will Komödie gespielt haben, denn heimlich weist er dem Arzt die Wunde, die er dem erbärmlichen Paare nicht tim die Welt eingestehen möchte. Sie halten den Mann, der mit dem Arzt eiligst das Jagdschloß verläßt, für unversehrt. Er zieht als Sieger fort. — Eine merkwürdige eine ausgerissene Sache, nicht wahr? Geber di es von jener Spannung des Schundromans in Fortsetzungen: Hat der Mörder getroffen — hat er nicht getroffen? Franz Molnar,. der Dichter des „Liliorn“, der geistvolle, anmutige Autor des „Teufel“, ist. nicht; wiederzuerkennen. Das Stück ist, was man bei Molnar niemals gewohnt war, selbst wenn er Nichtigkeiten schrieb oder süßliche Lustspiele, .wie „Der Schwan“, sehr umständlich, sehr langwierig und ganz bestimm! nicht burgtheaterfähig. Die Bombenrolle des Schauspielers spielt Herr T r e ß 1 e r ganz außerordentlich. Nämlich nicht als Bombenrolle, sondern mit großartiger Schlichtheit Hingegen würde man wünschen, daß Herl : D e v r i e n t den grausigen Betyaren, der Jagdgäste, die ihm .nicht, passen, niederschießen .möchte wie 1 Hasen oder Fasanen, weniger vornehm und degaglert spielte. Mit c’er schwierigen, kaum skizzierten Rolle der Gattin findet sich Frau Mayen recht glücklich äh.