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Wiener Morgenzeitung · 1922-02-15 · Heft 1095 (15.2.1922) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1095 (15.2.1922)
Date
1922-02-15
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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ffr. 1095 Wien, Mittwoch Schichte des Zionismus. (Fortsetzung). Gäste willkommen. — Jüdische T o y n b e e - H a 11 e, XX.» Denisgasse 88. Heute, 7 Uhr abends, Vortrag Dr. B. Tycho ,iUeber Lyrik und Judentum*. — C.h a m i s c h a - A s s ä r- F e i e f. Der Verein zur Erhaltung einer Talmud-Thora- Schule im XVÜI. Bezirk veranstaltete in der Synagoge Schopenhauerstraße eine Schülerfefer{ welche von schillern und Eltern massenhaft besucht war. Herr Rabbiner Doktor Feuchtwang hielt eine warm empfundene Ansprache, in welcher er die Bedeutung des Festes würdigte. Nach der Feier wurden die Rinder von einem Damenkomitee auf Kosten des Vereins mit Früchten beschenkt In die Kurse des Vereins werden noch Schüler aufgenommen. Anmeldungen und Mitgliederaufnahme an Herrn Leopold Snbak, XVllt, Schulgasse 12. DasSotnmerhalbj ahr an den Volksb o c.h schule n d e & V ,6.1 k s h e i m s.. Die soeben erschienen Unterrichtsprogramme der Volkshochschulen des Vereins Volksheim enthalten die, Ankündigung von fast 2Q0 neuen Kursen. Die Mitgliedschaft, die jedermann durch Erlag von. K 240 Jahresbeitrag und K 20 Einschreibgebühr erwerben kann, berechtigt ztim unentgeltlichen Besuche •Iler Kurse der beiden volksheime In Ottakring (Kollerpark) und Leopoldstadt (Zirkusgasse). Lehrlinge genießen eine 504/o»ge Ermäßigung. Auch kann über begründete Ansuchen minderbemittelter Personen die Zahlung dgs halben oder ganzen Mitgliedsbeitrages erlassen werden, Ausführliche Vorlesungsverzeichnisse und Auskünfte in den Kanzleien täglich von 6 bis 9 Uhr abends, , ’ Urania. Heute, Mittwoch, */s3 Uhr (Großer Saal) Schülervortrag: Ein Besuch in einem Steinkohlenbergwerk. Der Wald und sein Nutzen. — 5 Uhr (Großer Saal)'Das Mittelmeer, — Vs6 Uhr (Kleiner Saal) Akademische? Maler Christian Ludwig M a r t in: Das Wesen und die verschiedenen Techniken der Originalradierung, V. — 7*6 Uhr (Kurssaal) Pofessor Dr. Gusav Maier: Der mittelalterliche Roman, I. — S',6 Uhr (Klubsaal) Dr. Hans Prager: Die Philosophie des „Als Ob“, Ü. — Uhr (Größer Saal) ßhann Strauß. — */a8 Uhr (Kleiner Saal) Akademischer aler Dr. Ernst Wagner: Das Kunstwerk als Selbstbekenntnis. — %B Uhr (Kurssaal) Otto Sauer: Die nutzbaren Mineralien Deutschösterreichs, IV. — */*8 Uhr {Klub- Baal) Opernsängerin Rosa H a m b u r g e r: Liederabend. Am Klavier Dr. Adolf G ü n z bürg. Keren Kajemeth TJisraet, fr., Taborstraße 59, Telephon 40-3^16. — Spende na u s w e i s Nr. 4/7 vom 10. bis 13. d. <M. K 74.804.56. Ira Jahre .1922 Insgesamt K 2,949.947.54. — Zentrale : Mina Taglicht-Garten: Eli Tagficbt z. Geb.-Tag. von Sara u. Malvine Taglicht. 1000, Dlv. 30. — 1. Bezirk: Dr. .Walter Schüler 4000. — ll. Bezirk: d. N. F, K. Schräge: Hersch Strutn 1000, J. Rosner 501.46, Div. 800; Heinrich Teitelbaum 10.140, Sigm. Spiegel 1307.60, Dr. R. Kohn 746, Div. 2487. — 1IL Bezirk: d, J. Gewitsch: Bethv. Beth- Hakoeseth 6250, an!, d. Todes d. H. Albert Ornstein von Familienmitgliedern gespendet 12.000, Divi 100; Dr. Albert Schärt 4000. — VL Bezirk : 200. - VM. Bezirk: d. med. Verständig: David Kohn-Garteu im jöd- Tischgesellschäftsheim Alserstr. : med. Verständig, H. u. Fr. L. Haller, N. A. töwy, Karl Schwarz, Moritz Weinstock, Dr. Lothar Bauer, Dir. Dr. A. Karplus, Doz, Dr. 8. Kornfeld L 1000, M. Friedmann 500. — IX. Bezirk: Z. M. A. Hasraonäa-Garten: Smlg. Adolf Inge! SOÖtV 8. Frledhiann, O. Kestenbauer, H. Spiegel ä 1000; & E- Marguiies a. N. Otto Wagenberg 1000, 5. Bergmann 650, Div. 92.50, Gold. Bucheintr., a. N. E. Gisela u. Karl Leidmann: .Gustav anl. Geburtstag am 8. Februar 9000; Hitacliduth: Emil Weißenstein a. N. Olly Bondy (Prag) 1000, Anny Mühlfeld 1000; M. A. Tennenblatt 1000. Ernährung. Der Marktbericht. Schweinefleisch billiger, Rindfleisch teurer. Infolge der günstigen Zufuhren von Schweinen und Schweinefleisch haben sich gestern im Engrosverkehr in der Großmarkthaile Schweine weiter um K 40 bis 50, Schweinefleisch um K 100, Speele und Filz, soweit! mindere Sorten in Betracht kämen, um K 100 per Kilogramm ermäßigt Im Kleinverkauf betrug der Preisrückgang bei minderem Schweinefleisch K 50, bei Speck und Filz K 1,00 bis K 200. Da sich die zur Verfügung stehenden Mengen von Rindfleisch als zu knapp erwiesen, verteuerte .sich Rindfleisch im Großhandel um K 50, im Kleinverkauf um K 100 per Kilogramm. Ebenso wurde Rauchfleisch um K 100 per Kilogramm teurer. Trotz der Preiserhöhung entwickelte sich auch im Detailverkauf lebhafter Verkehr. Mit der Bahn sind 12 Waggons mit 5Q Tonnen Schweinefleisch und 11*1 t Rindfleisch angekommen. Der. Markt , hatte Schweine und Schweinefleisch über Bedarf, während sich angesichts des flotten Absatzes die Rindfleischmenge als zu gering erwies. Auf dem Geflügelmarkt standen 172 Hühner zur Verfügung, die K 1100 bis 1600 per Kilogramm kosteten. Der Fischmarkt verfügte über lebende Karpfen zu K 1550 und tote Karpfen zu K 1450 per Kilogramm. Gewässerte Stockfische stellten sich sich auf K 150 per Kilogramm. Im Kleinverkauf kosteten in der Großmarkthalle ein Kilogramm Rindfleisch K 800 bis 1600, Bratenfleisch K 1800, Schweinefleisch K 1550 bis 2000, Kalbfleisch K 1500 bis 1900, Speck und* Filz K 2000 bis 2400. Auf den Grünwarenmärkten wären infolge des Frostwetters die Zufuhren von feidmäßig gebauten Gemüsesorten vollständig ausgeblieben. Kartoffeln fehlten gleichfalls, ' Es standen bloß geringe Mengen von Gärtnerware und dänisches Kraut zur Verfügung. Die Zufuhren von Zwiebeln halten sich in sehr bescheidenen Gren en, da die Einsender mit dem von den Marktamtsorganen streng kontrollierten Preis von K 800 per Kilogramm im Großhandel nicht zufrieden sind, im allgemeinen war der Verkehr infolge der geringen Nachfrage flau. Bühne und Kunst Aus den Theatern. Im Burgtheater geht morgen zum ersten W „Theater“ ln Szene. Anfang 7 Uhr. Im Operntheater wird morgen „Elektra? j geführt, Anfang 7 Uhr. In der Volksoper geht heute „Carmen? Fräulein Vika Engel vom Nationaitlieater in Agram Gast in der Titelrolle in Szene. Ferner wirken mit Damen Pfiffer, Hoffmann und Weiner sowie die Hei Schürmann, Brand, Beer, Eckner, Markowsky und Tau Dirigent Herr Dr. Kaiser. Beginn 7 Uhr. — Heute avormittags findet die Generalprobe von Monteme be dreier Könige“ statt. Zutritt ausschließlich tglieder. WIENER HORGENZEITUNCJ Mitteilungen aus dem Publikum« Echte Jägerwäsche u Albert Matener, Wien,!., Kohlmessergasse 8 BBBinaBBRaaaBffiBBBB IRBIII ■•■■•■'••■■■■(BEI 1 Chamischah-Assär-Feier 1 b Die hebräische Schule der Zionistischen Bezirks- £ Sektion XII—XV veranstaltet heute den 15. d. M. eine * ■ Roschhasdianah-i’llanotli-Feier \ £ Beginn 7 Uhr abends. Mitwirkend Frau Schnabel« 2 a Hoelllch, HakOGh^uartett, Dr. N. Hi Gelber £ J und Schüler-Chor. coob ■ BBBBBB BBBBIBBBBBBB J9BBBBB Bl-BBBH BBJBB UHBB . Einladung zu der morgen Donnerstag, 16.. Februar LJ. im Gemeindehaus, II.Karmelitergasse 9, stattfindenden Tagesordnung: Jttdlsche Frauenarbeit Referentin: Frau Erna Pafak m< tSie ftae MgTi nKtr, S^Santla der R«nde tKc gute Erfelutmg Vea Mundo in ttwrS, NthndduDcdl Zum Badcea and dndtiw ' Selten EuA )mMr vtAZpokoon jftnlMt Netod KGNEEOl 1 Erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Chrwtiröen des Herrn Obermbblner» S. B. Bhrenfeld, ,M&ttefsder!r daher IWJ Bestellungen auf Kunerol HD55 ^1^3 werden bereits entgegengenomnjeij.. « . 660 Im Deuts, c,h e n V o. I k s t h e at e r geht als nächste Neuheit Mittwoch den 22. 4. M. Louis Verneuüs dreiaktiges Lustspiel „Karussell“ mit ida Roland, Hans Lackner und Hans Ziegler in Szene. Spielleiter Hans Brahm. Im Raima « d * Th es t er wird morgen „Eine verhängnisvolle Faschfegsnacbt“. gegeben. Anfang 7 Uhr. — Heute, 3 Uhr nachmittags, gelangt als. Kindervorstellung das Märchen „Dornröschen“ Bei sehr kleinen Preisen zur Aufführung... „f o h an» 81 r a u ß°!» d e f. U r a n i a. Der Wiederholuag8vortrag „ [ohänn .Strauß“ mit Lichbildern, musikalischen Einlagen und Tanzszehen voh Fritz La »ge wird nach längererv. Pause heute, V98 Uhr, und dann Sonntag den' 19. d. M.,. %3 Uhr nachmittags, im Großen Saale der Urania wieder vorgeführt. ' .-. ■■ ■. ■■ Wiener KömSdienhäus, Direktor Gustav M fl 11 e r hat für die sonntägige Nachmittagsvorstellung aus dem , Archiv das alte Völksstück „'s Nullerl“ von Morre hervorgeholt und für eine herzhaft schmissige Darstellung gesorgt Die in der obersteirische» Gegenwart spielende Posse gab ‘ den Schauspielern allerhand Möglichkeiten, die ihnen moderne psychologische Stücke versagen. Den Null-Anerl, einen alten ^Einleger“, der das Volksgemjät .und den Volkshumor verkörpert gab Direktor M ü 11 e r mit Girardischen Akzenten. Es wurde von einem wohlgenährten und sichtlich dem Mittelstand nicht an-' gehörigen Publikum unmäßig gelacht so daß Herr Müller in Versen feststellte, die Zeit des Volksstückes sei noch nicht vorüber. Sein Null-Arier! ist übrigens eine prächtige Leistung. Die übrigen Darsteller täten ihr Bestes und das. ist nicht viel. Die obersteirische» Dorfschönen sprachen ungarisch-deutsch, weil sie zuweilen! sich in der Täuschung befanden, es werde die „Csardasfürstin“ gegeben. Herr O I d i n gen, der einen Lebemann, darstellen soll; mimt einen Kommis auf Urlaub, während der intrigante Hausbesitzer des Herrn Lustig dem österreichischen Volkskalender entnommen sein könnte. - Gut waren Herr K 1 a u s n e r als eigensinniger Bauer,; ferner die Herren Klein, Weidinger und Schipper. ». Freie j ü d t s c h e V o 1 Hs bühne; Gastspiel lm Lastapleltheater SontfervorsCellUBB V(8 Uhr abends: VCItl Glück vergessen. Drama t« einem Akt; Von Plnskl. — Szenen aus Meschflaeh’s Zelten von Goldfaden. - ’ Zürn I. Mate: Schwestern» Schauspiel ln einem Akt von Perez.; , Freitag den 17. Februar: Premiere Der Singer fln sein Trauer Ein Spiel von Osslp Dymow. 4280 MT Das Theater lat geheizt! Wl Hebräische Akademie. Sonntag den 19. d. M. im Mittleren Konzerthaussaal : Mitwirkend Dr. T a r t akowe r, Channa Schwarz, Same La u t e r, Oberkontor M a r g u 1 i e s. Zum -ersten Male wird in einem Großen neuen Konzerthaussaal ein durchaus hebräisches Programm abgewickelt werden, darunter Arien von Halevi, Ratenstein und Bizet Wenige festliche Karten: „Morgenzeitung“, Löwit, Aida und Hatechja. Konzert Else Schmidt-MUIy Koz&k. Der wohlgepflegte weiche Sopran von Else Schmidt, ist in der MitteUäge mezosopranartig timbriert, die Vortragsweise ungekünstelt sympathisch, bedeutendere Gefüalsakzente fehlen. Fräufeln Miliy K o z a k Ist noch recht jung, und von ihrer vorgeschrittenen Klaviertechnick «och ein wenig abhängig, ihr Gefühlsleben wagt sfely nur «ehüchtern hervor und d:e Umrisse einer »eitfmmtä« ftty*iognomie werde» erst allmählich deutlkiier» Die plan lausche Be* 15. Februar^ 192? Seite S gabung Ist vorhanden, die musikalische Persönlichkeit noch! im Werden. In Webers C-Dur-Sonate und in kleinere» Piecen von Chopin und Liszt offenbarte sie frischen Rhythmus und gesundes Temperament und erntete herzlichen Beifall. Ein Vortrag Perez H’rschbeins in London. Rere» Hirschbein, der erfolgreiche ostjüdische Dichter, dessen Prama „Der Tklasi Kar am Repertoire der Wienär Freien jüdischen Volksbühne steht, hat verflossenen Spnntag in London einen Vortrag über das Thema „Leben unÄ" Literatur“ gehalten. der großem Interesse begegnete. Der D'chter Unternimmt eine Vortragsreise, die ihn in die meisten großen Städte Europas führt. Auch in Berlin wird Hirschbelh weilen. Björnson und Strindberg. Erik LIe veröffentlicht fm „Berliner Tageblatt“ eine Reihe unbekannter Strindberg- Briefe, unter .denen ein Brief wegen der Aeußerüng Strindbergs über sein Verhältnis zu Björnson besonders Interessant ist Strindberg schreibt am 19. Februar 1886: . . Es sieht aus. als wolle das Schicksal und die Frauenfrage nicht* daß Björnson und ich Freunde . sind, feh persönlich habe über unseren Bruch getrauert und tue es noch, aber amicus Björnson, amiciis Ibsen, sed magis amica verltas. Ich sehe in Björnson einen Vertreter einer falschen Richtung, die die ganze Arbeit mit dem Untergang bedroht. Und ich mußte ihn in diesem Punkt bekämpfen. Vielleicht war es am besten, was da geschah — um der Sache willen. Für die meine — ist es unerträglich, und ich wünschte, ich wäre hinausgetragen unter die Gefallenen« " Es wird immer öder um einen, und das Leben ist verstimmt Ein alter Idealist wie ich kann das Gefühlsleben nicht brach liegen lassen und ist. daher unmöglich in einem Kampf mit dem Realismus. — Ich träume zuweilen von einer Koalition zwischen Freunden des Programms der dringendsten Reformen: Aufschub aller sozialen Fragen, bis die Monarchie, die Staatskirche und das Abiturientenexamen gestürzt sind ..." Hans Francks „Herzog Heinrichs Heimkehr“, ein vor zehn Jahren geschaffenes Stück, würde in K ö l n und Dortmund gleichzeitig mit sehr starkem .Erfolg aufgeführt Herzog Heinrich kehrt nach langer Pilgerfahrt unerkannt in die Heimat zurück. Nur seine erblindete Gattin weiß,, wer er ist, und stirbt an der Wiederbegegnung und die Tochter ahnt in dem Pilger ihren Vater. Der Holm aber, hart geworden in den Kämpfen um seine Anerkennung, läßt den Vater als Betrüger samt der Tochter in den Kerker werfen. Bald aber wird der Sohn überzeugt, daß der Häftling sein Vater ist. Es, kommt zu einem.Kampf zwischen Gefühl und Macht, der junge will Herrscher b eiben. Vor der versammelten Ritterschar wül 6r mit dem Väter kämpfen. Da erklärt der Vater, er sei nicht der rechte Herzog Heinrich. Nun ist das Herz des Sohnes überwältigt und er sinkt in die Knie. Der Vater abär hebt ihp auf, überläßt ihm die Krone und wandert ins heilige Land der Einsamkeit. — Der Dichter gibt in dem Werke eine Gegenüberstellung von jung und alt,,, ein Aneinanderprallen der Generationen. . Die Verse $ind blank und woh klingend. An beiden Bühnen wurde die Dichtung mit sehr warmem Beifall aufgenommen, Der Spielplan der Wilna er. Die berühmte jüdische Wilnaer Truppe hat in ihren Spielplan einige bemerkenswerte Neuheiten aufgenommen. Unter anderem Beer Hoffmanns „ J a a k o b s Trau fn“, ferner Hebbels „j u d i t hV wispianskis »Di e R i c h t e r“ und Heyermanns „H o f 1 n u n g a u f Segen“. Von . den Neuaufführungen jüdischer Werke sind hervorzuheben: J.CL. Perez „DI e N a c ht a ü f dem a 1 te n MarRi“, eine phantastische Dichtung von großer Schönheit/ die übrigens Hugo Zuckermann mustergültig in deutscher Sprache nachgeschaffen hat, Perez Hirschbeins, „im Schatte» . d e r Geschlechter“, Schoiem Äie.chems „T o w j e, d e r M i 1 c h i g e r“ und Schalem Aschs „Tote Stad 1“. 6er!cttt88aal. - Line Lekwinciterbanäe. Vor einem Schöffensenat unter Vorsitz des HoffateA Dr. Frauenfeld hatten sich der 30jährige angebliche Journalist Robert Müller, der 23jährige Handelsangestellte Rudolf M i 1 z, der .26jährige Koch Robert H o 1 z e r, der f' 22jährige angebliche Kaufmann Jakob R o s e n h e r g und der 22jährige Privatbeamte Wilhelm D y m wegen Betruges, Falschmeldung, Müller überdies wegen Reversion Zu verantworten. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Dr. For« manek. Der wegen Betruges wiederholt vorbestrafte' Robert Müller kam im Juni vorigen Jahres, - trotzdem ■ er vcm Wien abgeschafft ist, hieher zurück und trat als Doktor Michael Rudy v. Wolff auf. Im Schubarrest hatte Müller den Müs und den Robert Holzer kennen gelernt. Holzer hait einen Bruder, der Kaufmann in Baden ist, und Müller sachte diesen nun auf und erzählte ihm, auf dem Semmering wohne ein reicher serbischer Schweinehändler, der seine drei Töchter zu verheiraten wünsche und jeder 500.000 Dinar als Mitgift gebe. Robert Holzer könnte nun eine der Töchter des Schweinehändleirs der seine drei Töchter zu verheiraten wünsche und jedfer 500.000 Dinar als Mitgift gebe. Robert Holzer könnte nun eine der Töchter des Schweinehändlers heiraten, doch müsse er elegant auf treten und benötige dazu Ge Id, sowie Kleider und Schmu c ks s c h e n. Der Bruder, Eduard Holzer, übergab nun dem Robert K 6000 Bargeld, Kleider, Wäsche, eine golden® Uhr und andere Schmucksachen, sowie einen Kreditbrief über K 15.000. Erst nach Wochen erfuhr Eduard Holzer, daß sich auf dem Semmering gar 'kein Schweinehändler aufhalte und daß sein Bruder mit dem Gelde und den Effekten sofort nach W i e n g efahren sei und ln Gesellschaft des Müller und anderer Freunde alles durchgebracht habe. Müller hatte inzwischen den Angeklagten Milz als seinen Sekretär aufgenommen und beide sollen nun große politische Betrügereien geplant habe»» Sie bestellten Drucksorten als Abgesandte einer- Gesandt»« . Schaft und schwindelten auch einen Paß; auf fremde» Hamen heraus. Inzwischen hatte Müller den Versuch ge« macht, durch Rosenberg, der in Wien als Georg Surow von Surowsky auftrat, den Eduard Holzer noch einen größeren Betrag herausrulocken, was aber mißlang. Auch der Angeklagte Dym hielt sich in Wien unter falschem Namen aut und soll seine frühere Geliebte veranlaßt haben, falsche tschechische Briefmarken Herstellen zu lasse«. Bei Möller und Dym wurde» dann eine große Menge von Drucksorten vargefundon, die eine umfangreiche F ä 1 s c!t e r t ä t i s k e i t vef« 1736321

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