Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1093 (13.2.1922)
- Date
- 1922-02-13
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Wien, Montag WTENER MORGENZEITTWa 13. Februar 192^ Nr. 1093 Die Krönung des Papstes. Rom, 12. Februar. (Stefani.) Heute vormittags fand in der Peterskirche die feierliche Krönung Pius XI. statt, der die Familie Ratli, das diplomatische Korps beim Heiligen Stuhl, das Patriziat, Vertreter des Malteser-Ordens und etwa 50.000 Gläubige beiwohnten. Tagesbericht. Hermann Bahr über den Chassidismus. Io seinem »Tagebuch* macht Hermann Bahr unter dem 30. Jänner die folgenden Bemerkungen über den Inhalt der Meiselsschen Schrift »Deutsche Klassiker im Ghetto“: Nietzsche fuhr in die Ghettojugend wie ein Blitz, es »entstand ein sogenannter nietzscheanischerNeuchassidismus, der die brausenden Ströme der Lehre Nietzsches in das tiefe Meer der chassldischen Mystik hinüberzuleiten suchte*. Meiseis ist von diesem „neuchassidäisch-nietzscheanischen Gottsucher*, der »in Dämmerungen schwimmt*, wenig erbaut. Es wäre zu wünschen, daß sich einmal jemand die Mühe nimmt, festzustellen, wie viel von der neuesten Mode deutscher Snobs, der mystischen, aus dem Ghetto stammt Gerade der Chassidismus übrigens scheint mir, wenigstens wie Martin Buber (von dessen »Ekstatischen Konfessionen*, dem stark wirkenden, so viele verwirrenden Buch auch eben jetzt eine »veränderte Neuausgabe“ im Inselverlag erschienen ist) mich ihn in seiner nachdenklichen, anekdotisch reichen, so belehrenden als unterhaltenden Schrift »Der große Maggid und seine Nachfolge“ (Putten und Loening, Frankfurt am Main, 1922) sehen läßt, an seinen Wurzeln keineswegs mystisch, sondern richtiges XVIII. Jahrhundert in dem er entstand, mit einem starken Nachklang Barock. Ganz barock ist es, wenn ein Zaddik, ein altes Wort umkehrend, sagt: »Die Straßen der Erde sollen einem leuchten wie die Bahnen des Himmels*; und wenn Buber den Chassidim nachrühmt, daß sie »das unendliche Ethos des Augenblicks* verkünden, in dieser Verkündigung kam ihnen da unser heiliger Ignatius von Loyola mit seinen Schülern noch um gut zwei Jahrhunderte zuvor. Das Geheimnis der fortwährenden Wiedergeburt <fes Judentums liegt in seiner Kraft, sich allen Kulturen, denen es begegnet zu assimilieren, sich mit ihnen anzusaugen, dann aber diesen ganzen angesammelten Saft doch immer wieder der eigenen, treu bewahrten alten Tradition zuführen zu können. Ein wunderbares Beispiel dafür ist jener eben jetzt von Emil Bernhard Übersetzte Jehuda, Halevy (»Ein Diwan“, Erich Reiß, Berlin, 1921), im XL Jahrhundert zu Toledo geboren, ein vollendeter arabisch - andalusischer Dichter in klassischem Hebräisch. An Begabung, sich in jederlei Kultur einzudenken, einzufühlen, einzuleben, nimmt es der Deutsche mit den Juden auf, an Treue zur eigenen angestammten Ueberlieferung nicht * Gegen die Aufnahme von Ausländern in öffentlichen Krankenanstalten. Die »Medizinische Klinik* in Wien berichtet: Sanatorien und Zahlstöcke — beide sind seit langer Zeit überfüllt, die ersteren zumeist von hochvalutierten Fremden, die letzteren — gleichfalls von Ausländern, welchen die Entwertung der österreichischen Krone gestattet, in Wien sehr billig zu leben. Auch der relative Luxus der I. Klasse unserer Spitalszahlstöcke wird von ihnen mit Vorliebe angestrebt, da er sie fast nichts kostet. Ein Wiener Mittelständler, der spitalsbedürftig ist und ein eigenes Zimmer, wenn auch mit großen Opfern, im Zahlstock ersehnt — an ein Sanatorium darf er nicht denken — wird überall abgewiesen, denn die Zahlstöcke sind ja, wie gesagt, von valutakräftigen, aber sparsamen Ausländern besetzt. Da uns gesagt wird, daß dffe Spitalskosten auch durch die seit 1. d. M. erhöhten Taxen nicht gedeckt werden, muß man sich und den Behörden wohl die Frage vor egen, ob es in der Ordnung ist, daß der österreichische Fiskus das Defizit für die Spitalspflege von Ausländern bezahlt, während die Staatsangehörigen in den Zahlstöcken keine oder nur ausnahmsweise Aufnahme finden. Es wäre dringend zu verlangen, daß Ausländern die Aufnahme ln die Zahlstöcke verweigert oder nur ausnahmsweise Aufnahme in die Zahlstöcke unserer öffentlichen und aus öffentlichen Mitteln erhaltenen Krankenhäuser gestattet und die relativ geringe Zahl von Betten L und IL Klasse spita shedürftigen Oesterreichern reserviert werde. Den uns auskaufenden Fremden stehen die Sanatorien zur Verfügung. * Zeitweilige Schließung der Kaffeehäuser. Durch die horrenden Preise der Gebrauchsartikel aller Art haben sich in zahlreichen Bezirken viele Besitzer von Mittelstandskaffeehäusern genötigt gesehen, die Kaffeehäuser auf einige Stunden zu schließen. In vielen Straßen sieht man in Fenstern Plakate angebracht, welche die Zeit des Offenhaltens der Kaffeehäuser bekanntgeben. Wie uns aus Kaffeesiederkreisen mitgeteilt wird, wurde in der letzten Zeit die Beobachtung gemacht, daß in den ersten Vormittagsstunden über K 1000 Brennmaterial verbfaucht worden war lind die Kaffeesieder während dieser Zeit nicht einmal K 400 Losung eingenommen hatten. Die Besucher dieser Mittelstandskaffeehäuser werden von Tag zu Tag immer weniger. * Gewalttätige Hausbesorger. Gestern abends fand sine Versammlung streikender Hausbesorger in der Gentzgasse 62 statt. N'ch der Versammlung zogen etwa 300 streikende Hausbesorger vor ein Haus im XVIII. Bezirk, um dem Hausadministrator Hofrat Dh Ernst Knaipp, dem sie Mißhandlung seiner Hausbesorgerin vorwarfen, zur Verantwortung zu ziehen. Etwa 13 Personen drangen in die Wohnung des Hofrates Dr. Knaipp, der aber nicht daheim war. Sie trafen seinen Vater, den Oberrevidenten der Bundesbahnen Rudolf Knaipp, an und mißhandeltenihn. Indessen erschien Sicherheitswache im Hause und auf ihre Aufforderung verließen die Demonstranten Wohnung und Haus ruhig. Die Strafamtshandlung ist eingeleitet. * Ein englisches Hetzblatt eingegangen. Aus London wird uns berichtet: Das berüchtigte antisemitische Hetzblatt »P 1 a i n e n g 1 i s h“, dessen Herausgeber und Chefredakteur Lord Alfred Douglas sich in der Oskar Wilde - Affäre unrühmlich bekanntmachte, hat sein Erscheinen eingestellt, da es sich herausstellte, daß man in England mit antisemitischen Quertreibereien allein ein Blatt nicht erhalten kann. Den letzten Stoß versetzte dem »Flain english“ der Verleumdungsprozeß, den vor wenigen Wochen Sir Alfred Mond und sein Schwager, der Bildhauer G o e t z e, gegen Lord Douglas anzustrengen gezwungen waren. Lord Douglas Mitteilungen aus dem Publikum. Echte Jägerwäsche Albert Matzner, Wien,!., Kohlmessergasse 8 schrieb nämlich in seinem Blatte, daß die Uebertragung der Ausführungen der Fresken im Auswärtigen Amte an Bildhauer Goetzeim Jahre 1917 durch unerlaubte Einflußnahme seines Schwagers Sir Alfred Mond erfolgt sei. Im Zusammenhänge damit erfrechte sich Lord Douglas, Sir Alfred Mond und seinen Schwager als „unerwünschte Fremdlinge“ zu bezeichnen. Die Verhandlung endete mit der Verurteilung Lord Douglas’ zu einer sehr hohen Geldstrafe. * Die Juden In Libyen. Die Juden in Libyen (Nordafrika) nehmen, wie aus Rom berichtet wird, ain dortigen öffentlichen kommunalen Leben regen Anteil. Das Beth- Din steht nicht nur bei den Juden, sondern auch bei der übrigen Bevölkerung in hohem Ansehen und seine Urteilssprüche werden allseits respektiert. Die italienische Regierung hat jetzt dem Beth-Din für Libyen die gesetzliche Anerkennung verliehen. Die Bedeutung der Juden für das öffentliche politische und wirtschaftliche Leben geht auch aus der Tatsache hervor, daß nach der neuen Wahlordnung für den libyschen Landtag den Juden eine ihrer Verhältniszahl entsprechende Vertretung in dieser gesetzgebenden Körperschaft zugesichert wurde. * Jüdischer Frauenbund der lnlandaktloti für Kinder und Greise. Spendenausweis vom 18. länner bis 10. Februar 1922: Anonym (Monatsbeitrag) K 500, Frau Josefa Eisef, IX (Monatsbeiträge Dezember, Jänner, Februar), K 1000, Frau Esther Schattner, XVIII (Jahresbeitrag), K 300, Frau Hella Landau, VII (Jahresbeitrag), K 500, Herr Moriz Intrater, II, K 500, Frau Gisela Seidmann, VI (Monatsbeitrag Jänner), K 200, Frau Rosa Unger, IX (drei Monatsbe'träge), K 300, Frau Katharina Schwarz, IX, K 200, Frau Sarah Retter, IX (Monatsbeiträge), K 200, Frau Klara Kahane, IX, K 200, Diverse K U00, früherer Ausweis K 236.489, zusammen K 241.500. Lebensmittelspenden : Frau Josefa Eiref, IX (Monatsbeitrag), 1 kg Zucker und Tee. Garderobespenden: durch Frau Dr.Mann aus Delft (Holland) eine größere Anzahl warmer Kinderwäsche. Frau Plozki, 1X> Wintermantel, Kleid und Jacke. Briefkasten der Redaktion. K., Lemberg, Strzeleckagasse 5. Die angefragte Nähmaschinenaktion erstreckt sich nur auf Wien, Sie haben also keinen Anspruch. — „Verzweiflung“. Wenn von dem Vermißten seit 1917 keine Nachricht vorliegt, so wird für Recherchen wohl nicht viel Aussicht sein, zumal da Sie sich bereits an verschiedene Auskunftsstellen gewendet haben. Informieren Sie sich noch beim Schwedischen Roten Kreuz und bei der hiesigen russischen Vertretung. Freie jüdische VolksbQhne Gastspiel Im Lustsplelthealer —Heute Veranstaltung der Kunststeile der Bildungszentrale mit Unterstützung der Gemeinde Wien. V»8 Uhr abends: ßBT Das Schauspiel in 3 Akt. von David Plnski Theater Ist geheizt! Freitag den 17. Februar: Premiere Der Singer ffyn sein Trauer Schauspiel von Oseip Dymow. 4280 Bühne und Kunst. Operntheater. Die »Aida«-VorstelIuing stand im Zeichen von Frau Barbara Kemp. Ihre Aida bietet die seltene Verbindung einer faszinierenden Schauspielerin umd einer kultivierten Sängerin, die ein kostbares Material völlig in ihrer Gewalt hat. Alles ist kunstvoll aufgebamt, wohldurchdacbt und gegliedert; niemals verliert sie die Hemrschaft über i)hre Sinne, mit angespannten Muskeln wertet sie gfleiah einem Raubtier auf die Gelegenheit, mit elementarer Gewalt los«z.uforechen uod eine versengende Leidenschaft ausz-uhauchen. Dabei ist alles — nicht nur die reiche Plastik der Bewegung, sondern .selbst die Tönung der Stimme — völlig aus .dem Geiste der Musik geboren, in ihr wirken Wort, Ton und Bewegung harmonisch zusammen, au« ihr wird jede« Moment der Mimik angeregt und verdeutlicht. — Wieder überraschte die technische Durchbildung dieser nicht sonderlich üppigen Stimme, die leuchtende Hohe, das wundervolle Piano der Koptftöne,. der lückenlose Registerwechscl, der sich mit spielender Leichtigkeit vollzieht. Gegenüber dieser interessanten Persönlichkeit gerieten die übrigen Mitwirken-den einigermaßen ins Hintertreffen. Frau Paalen als Amneris erfreute durch Ihre schöne Stimme, die in der gewaltigen Steigerung des vierten Aktes im dramatischen Ausdruck versagt, der Radames des Herrn Fische r-Niemamn bietet wertvolles Material, das, ‘noch wenig geformt, sich durch schlechte Voka/lisation, gepreßte Töne und übermäßiges Forcieren in der hohen Lage um seine beste Wirkung'bringt. Ein Aethiopierkömig von imposanter Wucht ist der Amoraaisno des Herrn Schipper, ein würdiger Hohepriester der Ramiphis des Herrn Z e c. Im Orchester wollte keine rechte Stimmung aufkommen und bedauerliche Entgleisungen ereigneten sich. flb. Lotte Lehmann. Fräulein Lotte L e h m a n n hat der Direktion der Staatsoper gestern ihr Entlassungsgesuch Überreicht. Dieser Entschluß wird mit rein privaten Gründen erklärt. Fräulein Lehmann ist entschlossen, Wien dauernd zu verlassen. _. Der Hausarzt. Redigiert von Dr. Sanel Beer. Ueber Wurmleiden. Auch in der Medizin gibt es Modekrankheiten. Gewisse Gebiete der ärztlichen Disziplin sind besser studiert und erforscht, während andere zweifellos von den Aerzten stank vernachlässigt sind. Man brauche nur die seit zwei Jahren ins Unübersehbare aoige*, schwollen« Literatur über die Blinddarmentzündung zq berücksichtigen, um zu verstehen, wie dieses früher soi vernachlässigte, kaum gekannte, mit anderen Krankheiten verwechselte Leiden heute die Aufmerksamkeit; der Aerzte wachhält und ein Uebersehendieses Leidens fasd unwahrscheinlich ist. Van den Aerzten wenig berücksichtigte Krankheiten sind stets auch die Domäne der Kurpfuscher und Wunderdoktoren. Die W ur m k r a n kh e i t en sind ein solch vernachlässigtes Gebiet, auf dem die Kräuteh weiber und Wunderdoktoren allmächtig herrschen. Die Beschwerden', über die der Patient miSi Würmern klagt, sind eben wenig charakteristisch und so vager Natur, daß sie bei den verschiedensten Er« Kränkungen der Bauch Organe Vorkommen können* Während manche bei sichergestelltem Abgang voti Wu-rmgliedeam fast keinerlei Enschemtuugen aufweisen, bestehen bei anderen alle möglichen Unannehmlichkeiten von selten des Darmes. Unregelmäßige Leihschmerzea und unregelmäßige Entleerungen, Uebelkeitt, ja bisweilen Erbrechen, dabei Heißhunger oder Appetitlosigkeit, Abgeschlagenbeit und deprimierte Stimmung, Kopfschmerz und Speichelfluß, adle diese Zustände erwecken beim Arzte wohl' meist den Verdiacht auf irgendein ernstes Darmleiden. oder bei bestehender Blässe auf Blutarmut, aber an ,Eingeweidewürmer denkt der Arzt nur selten. Das Volk schenkt den IVurmkrankheiten tatsächlich mehr Aufmerksamkeit, gebraucht auch Verschiedene im Handverkauf leicht erhältliche Wurmmiittel, die nicht ungefährlich sind' und schön oft' infolge Ueber* dosierung zu schweren V ergiftungsensoheinunge^ geführt haben. Und doch ist die Erkennung des Wurmfleideros sehr leicht, wenn man bei den geschilderten Beschwerden nur an die Möglichkeit des Vonhandenisedns von Würmern denkt und die Untersuchung der Stuhlmassem veranlaßt. Man findet nämlich leicht die aibgegantgenen Glieder oder die Eier der Würmer. Da die Untersuchung mit ganz geringer Kötmenge augestellt wird, muß siq bei negativem' Ausgange wiederholt werden. Von hypochondrischen, ängstlichen Patienten weis» den Schleim und Sipei»ereste für aibgegangene Wurmglieder gehalten, weshalb es gut ist, daß der Amt diese selbst besichtigt. Die verschiedenen Band- und Rundwürmer schmarotzen im menschlichen Darm und ernähren sich' von. dem der Därmsohleimhaut entzogenen Blute, •weshalb manche Wurmleiden zu schwerer Blutarmut: führen. Blut im Stuhlgang wird meist für ein im Darm bestehendes Gesphwü-r gedeutet, es können aber auch WuWer dfre Ursache dafür abgeben. Systematisch an Blutarmen und Nervösen durchgeführte Untersuchungen des Dr. Szenb ergaben, .daß ein großer Teil der Beschwerden auf Würmer zurückzukühren sei. Bei 50 Prozent der Untersuchten, bei denen gar nicht an ein Wurmlekkm gedacht wurde, fanden sich Eier o-der Glieder. ‘ Diese Eingeweidewürmer sind also kein so barm« loses Leiden, wie es gemeiniglich dangest eilt wird. Es .ist bekannt, daß Würmer sogar Darm Verschluß erzeugen können und daß sie sich in engen Kanälen einnisten. Der Spulwurm kriecht bisweilen sogbr zum Munde oder zur Nase heraus. Bei Kindern finden sich sogar Gehirn« ihajutentzündungen auf Grundlage von Würmern- Die bekannten drei Arten der großen Bandwürmef gelangen durch Genuß finnigen, durch Kochen nicht! genügend sterilisierten Schweine- oder Rindfleisches in den mensclichen Magen, wo sich die FinnenlkaipseS durch den Magen^rft auflöst und der V-'ur/r, viele Meter, lang wird. Die mit dem Stuhle abgegangenen liier gelangen in den Zwischenwirt, den das Schwein, d'ajs Rind oder ein Fisch (Hecht oder Lachs) abgeben, in weichet sich diie Finne entwickelt.: * In seltenen Fällen kann der Mentsch selbst d'etl Zwischenwirt abgeben und die Finnen erzeugen, durch Entwicklung in verschiedenen lebenswichtigen Organen (Augen, Gehirn) sehr unangenehme Störungen. Die Häufigkeit der Wmrmleiidendppu i®t in den letzten Jahren viel größer geworden. Diese Zunahme ist wähl durch die Verfälschung der Nahrungsmittel, die mangelnde Fleisohkontrolle, durch die individuelle Un«* relnilichkeit während und nach dem Kriege zu erklären. Die Wurmkuren sind ziemlich amgreifend, zumal die Abtreibungsmittel nicht harmlos sind. Ohne Feststellung von ab gegangenen Gliedern oder Wur meiern soll eine Bejiand'lutng nacht eingeleitet werden, keineswegs ohne ärztliche Beobachtung. Besondere Vorsicht ist bei Kindern und Schwangeren nötig. ' Die Untersuchung des Stuhles auf Eier sollte bei Blutarmen, Nervösen, Magen- und Darmkraniken, die über Ekel, leeres Aufstoßen, Kopfschmerzen, Unbehagen klagen, jedenfalls viel häufiger vollzogen werden, Aerztlicher Fragekasten. M. Bermann, Krakau. Ein so kompliziertes Leideich das werden Sie wohl' einiseben, läßt sich aus der Entfernung, ohmie Untersuchung, nicht beurteilen. ,Inl Krakau gibt es doch auch gute Aerzte, die Ihren Zu* stand verstellen werden. Wenden Sie sich nur vertrauensvoll am einen Nervenarzt. — B. W., Wien, Mitesser und rote Nase sind meist Ursache bestehender Blutarmut oder einer chronischen D'armaffektion. Diese, sind ärztlich zu behandeln. -7- Paul. Mast dar m eiiur is s e sind eine Folge der habituellem Verstopfung. Sorgen Sie für gründliche Darmentleerungen und Sa|bertibehandilung der Einrisse. —- Herzgeräusch, Wohl in den seltensten Fällen hört man ein Henzgeräuisch schon in der Entfernung. Diese sogenannten musikalischen Herz« geräu-sche kommen bei angeb0men Herzfehlern vor. Ein! solcher Defekt läßt sich nicht bessern, doch kann man bei ruhigem Verhallten, leichtem Beruf und großer Schonung r.echt alt werden. — Neugierig. Sänke» ist eine Geschwulst, bei deren frühzeitiger Entfernung selbst mit Opferung einer Extremität und dergleichen Heilung möglich ist. — Scharlach. Mittelohreiterungen sind als Folge des Scharlachs häufig, es trifft den Arzt kein Verschulden. — A—2, Wenn Ihnen schon zwei Aerzte sagtn, daß Sie gesunhd seien, so liegt doc kein Grund vor, daran zu zweifeln, zumal Sie keine Beschwer, den haben. Die gedrückte Stimmung dürfteder Ausdruck der durch die Krankheit her vor gerufenen seelische Verstimmung sein, also neurasbhonisch.er Natur»