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Wiener Morgenzeitung · 1922-02-12 · Heft 1092 (12.2.1922) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1092 (12.2.1922)
Date
1922-02-12
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 1093 WIeil, Sonntag WIENER MORGENZEITÜNÖ 12. Februar 1922 Infolge ihres festlichen Gharatkitens das »Tadi/wum* mdhft gesagit werden darf. Der 15. Schefoat sTechekit uns also sehr spät als Pasiüfcag,* tunid der 'Brauch, an diesem Tage Baumfrüohte zu gerrweßen, ist noch jüngere® Dabums, da wir ihn einst iin einem Kicrnimtenfteir zum Schu 1 öban-A-nucib j, im Matyeüi*- ’Albraham zum Oradh-chajim I. lZr, 16, finden und merkwürdigerweise als Brau/eh1 der «d eu t suclh e® Juden. Der 15. Sdhebat scheint also erst in der Galu'th, und zwatr in einem sehr späten Zeitpunkt ‘ricffo zu seiinieir jetzigen Bedeutung entwickelt zu halben; zur Bedeutung eines N e u jl a h r f e -s t e a der Bäume, aüs ob die Bäuime, ebemsa wiie wir, ihr Ne/uijelhmstfest hätten, das sie gerade m einer Zeit feiern, da sie ihres Schmuckes bemüht dastehan iumd Äm-en von allen Seiten. Tod und Verderben dncihit. Diese Auffassung ßtützt sieh auf einen Aus- - Sprach uursersr Weisen in der. emstten Mischuiah des Traktates »RoS'di-Ha's'.dbaniaftx«, daß mä-raiieh nach 'dem »BctE-HiBel« der. 15. Schefbat' Ne^Iaiht* für die Bäume ißt. Dieser Anspruch ist jledoch -so zu verstehen, daß wir, solange wir im eigenen Laude .waren,und die Pflicht hatten, alljährlidn den geheut -— Maasiser -- von den Baiumfrüchtein« ahauftilhiren, 'den 15. Sohebat1 als Jahrosänfang in beziug auf den Zehent der Baum fr lichte amsalhien,. So, daß die Früchte derjenige® Bäume, die vor dem 15. Sähe- « ibait1 Blüten trieben, noch zum alten Jahre zu wählen waren, und mit . dem Obst des alten Jahres den LewiteU', beziehungsweise den Armen albgeliefert werden mußten-, «während Früchte derjiemgen iBäume, die nach dem 15. Schclb-at* Blüten trieben, •zum neuen Jahre gehörten. Es ist adiao keine Bede davon, daß die Bäume, als wenn sie denlkende [Wesen wären, ein Neujahrsfest begingen oder daß .wir für sie dieses Fest federnwürden-, sondern es handelt sich lediglich darum, daß dieser Tag, um die Zeit, dai dtie Regenperiode in Paläsititta -schon worüber ist und da« Wiederautbltihen der Bäume begi'tnt, a&s Jabreisamfang Ln bezug auf den Zehenit der Bauimfirüohte festgesetzt wurde. Ebenso figuriert dar erste Nissan als Neujiafliirsiteg'in bezug auf die Berechnung der Regiertungsjahfe der 'Könige / —' Rösch - Hais-cha«a«b - Limlachim *— und der erste Eiuil als Nöajuhratag in bezug auf den Zehent, der vom Zuwachs des V i e h Standes ahgeführt werden . mußte *— Rösch - Hasch an ah1iLtcib’hemah —« albcir seit wir keine eigenen Könige halbe®, beziehnnngsweiise keinen Zehent vom Viehaauw-adhö abziuiliefeirn habe®, fällt es keinem Meii- »dbe® ein, diesen Tsgen noch kgendweiche Bedeutt-uing bsizumessen oder me gar als. FsstMgs amizusehen. Man wende nicht ein, daß diese T'äge Site Neumoindtaige — Rösch - Chodesdh ohne dies fest Höhen Cteraikter haben, sy daß man m ihre Be-, ’döutühg' 'ajs" Neujahrsfeste. gär nicht' melbr dächte, weil man die Festlichkeit denselben bloß auf den SNeumond z3urückfüjirte<., demm wenn diese zwei Tage wirklich seinerzeit öilis Festtage gegolten, hätten, so1 wäre diestöi* festliche Clmmlkiter durch gewisse Gebräuche ' gekennzeichnet, worden. Wein® dem rntun &o ist, Sy fragen wir verwundert, wanurn - d«er 1. Nissan und der 1. Ehd mit der Vemtifcibüiflg dyr. Jude® aus ihrem Lande ihre Bedeutung g>a!H'z ein büßten, wähnend der 15. Schebat i®iim©r wehr am Bödöüttang ge Warna, biis er M einem Ne«- ijitfthrsfest der Bäume wurde. Warum fand diese Entwicklungerst in der Diaspora statt übd, ®«aeh dem Zeugnis des' Magen Abipaihiäm, Im Namen dies Tlttö® Lsachär, eiomic m Deutschland, im eimenl ■Lande, in difem die Bätune tun diese Zeit nichts Weniger als festlich gestimmt sind? Wir ikornne® un® diese Ensdhifelnwiiig dlahin är-!kl|iren, daß dabei nicht so sehr ein religiöses als ein n at i o-fi-a 1 e s' Miömeiit mkwlfiktö. ■ Die Räumte, die gerade in Ker ■ schwerem Wiimtömzeit ihr Neujahrsfest begeha®,, sollen dadurch unser niationfliiles EmpfiSn<don' umd Fühlen stärk ön und« in uiniS Höffniüihg&ä aüf dihe WledstgebUirifc üiöisefög Volte ' ln seinem elgöflön Lande weckest. Denn wir gleichem dien- Bäumen des Feldes nicht uulr iniadh einem bekatunten Vers iti der. Bibel, soimdertn. auch M WirkH*öhl|s,eit. Auch umseire Vollcsgeschichte weist ühigeheift Frühling Ä fn dem die Knospen uifitsöfog geistigen Sohiäffens ptud tiittiseter politischen ■ Mmtht sich su entfalten begänihcn, den frmdlttihrinigetideu Sommer, die Mt unserer vollen Entfaltung und Selbständig* ledt, döa rrnihen Herbst umd emdlidil dfen langen Winter der Verfoäimftuiflg. ' . Die Feier des 15. Sdhleba)1'.* ak Neuijlahlrfifeist 5der Baume «oll (umiS daran erÄniniem, daßdie Bäuimo ihr Wiedaraufblühen ei-nizig tunid alleiii den-tief im die Erde *; gtsttrehenen Wuirzein verdaukerf.h' Der fi>5. Scheb'ä/t in der Galuth soll ums klhren-, daß auch unser nationale^ Sei® gesichert ist, solange wir int 'Jutdemibüim verwurzelt bl eit) eh umd im liamgan Wintier des Jüdischen Diai&pcmatddes dem Frühling <kir Erlösung ewtgegmharrcnr. «Ml. Die Taktlosigkeit. Die schöne Frau war verstimmt. Eis war aber Tuch zu ärgerlich gewesen, ein auserlesen boshafter Zufall 1 Der gantze gemütliche Abend war ihr verleidet worden. Ob sie sich entschließen würde,r an ihrem nächsten' Jour zu empfangen? Alber es war ja ganz gleichgültig, db «ie es tat oder nicht, von den heutigen Gäste® kam ohnehin keiner wieder. Die Eders, der Professor ZelitBy" und seine Schwestern, die Frau Doktor Zi/llinger und' die Frau Herzog, die man in Ermangelung eines Titels immer die Frau »vom« Herzog nannte, cibwohl ihr M«apn eine Selchwarenfabrik betsaß und m noch gar «iciht so lange her war, seitdem Frau Mizzi ohne jegliches aristo- Lratisobes V-onurteil in dor Kasse eines Ladens gethront batte -— die alle würde® miöbt wieder kommen. Zwar waren die Frauen ungebildete Gänse utnd standen gesellschaftlich alle unter ihr, aber mit einer »geborenen Kolm* verkehrte® «ie doxh nicht. Und Frau Jutta warf den breiten, glatte® Armreifen, den sie noch vor einer Stunde stolz ihren Gästen als »mein Chriatkindl« gezeigt ibatite, zornig auf dem TodlettetLsicib. , ■: Auf allem Unlhteil wall* Mir M^nln sclMck. Da Ihb'tfce -sie jahredang an der Schaffung ei®es geeigneten Umgangskreiseis gearbeitet, der später einmal jja au;dh den .Kindern -züguifce (kommen könnte, war von der. kompromittierenden Lepipoildstadt -. Ly das gut christliche Dörnbach übersiedelt, hatte in kluger Voraussicht den Verkehr mit der Verwandtschaft auf das a-Mernotwendigste beschränkt und mit allen Bekannten die Beziehungen abgebrochen-, nur um zu den »edbt kathodisclhen« Kreise® Zutritt au 'bekommen-, und, jetzt war alles umsonst gewesen. Ob ihr Mann mit Absicht den Onkel au ihrem Empfaingsabeud mitgenommen hatte, als ihm zufällig begegnet war 1 Sie konnte das nicht recht glauben- Freilich hatte er ihrem Wunsch, sich taufen zu lassen, ein gamiz bestimmtes und jode weitere Debatte aiusschließendes Nein entgegengesetzt, hatte auch im Amfang ihrer Ehe den Versuch gemacht, sie für Angelegenheiten des Judentums,- für jüdische Kunst, jüdisches Wisse® zu interessiere®. Als er aber die Zwecklosigkeit dieser Versuche eimgesehen hatte, da hatte er sie gewahrem lastsvn. Er hatte geschwiegen, als sie anfing, aus Judith erst Judäa, danu Jutta zu machen, ak sie anfing, ein aufdringliches Wienerisch zu sprechen, das' ihirar BildutigSiS'tufe gar nicht entsprach, Madonnenbilder und Bilder von Heilige®, die für sie ei® »Erlebnis« bildete®, in allen Zimmern aufzuhänfe® ' und zu Weihnachten Riescn-Giristhaume kuini8itgei*echt.füir die Bescherung aufzubauen. Mitunter traf sie ei® trauriger Bficik bei ihrem gesehäftlkhen Tu®, abe-r der Man® öchwieg. Die Führung des Hauises, die Erziehung der beide® Kleinen, die Wahl des Ver^kelhirs, das all es lag i® ihren Hände®, wie es — uu® ja, wie es in jüdischen Familien Üblich ist.. Frau Jutta batte auch alles aufs beste eingerichtet. Da gab es keine Lüctai i® ihrem Syigtem* Sie fragte die Leute ntach ihren. »Taiuifimmcii« (beileibe ■; nicht: Vorname®), sagte »Maria!* oder »Jeäsüa 1« , wenn «sie Erschrecke®1 markieren wollte, schwärmte in der Kunst für Schubert oder Baöh — Beethoven wäre schon »verdächtig« gewesen -- für Dürer und Holbein, für Goctihe unddsu& jeweilige Modebucli, vorausgesetzt, daß es nicht von einem Juden' geschrieben war. Obwohl sie eine gute Erziehung genösse® tette und an die umgangstöme Gebildeter gewähnt war, schraubte sie ihre Ansprüche ein gutes Stück hinunter, um von de® andere® nicht ä)bzu$itechefti, apnaoh den Hau8ffauen-Sl«any und ließ kieke mundartliche Sprachfehler - einfließe®, damit die wienerische Note nur ja deutlich dtufchkliftgä. Oft genug drößute die Langeweile sie zu übermsnnsti, wenn, sie immer wieder vom »GrÜndHehm-achen*, von Kochrezepte®., von ödestem Klatsch hörte, aber sie bezwang sich -- nur nicht anders «sei®, nur nicht aüffal-le®, nur nicht der jüdische Außenseiter werden. Natürlich war sie vorsichtig genug, niemals ausdrücklich ihr Christentum zu befcöifläh. A'bÄ sie schwieg, wen® andere über die Juden schalte®, rie schwieg.und bückte serstreut zur Seite, wen® sie etwa horte, wie eine ak» Fra® beschimpft wurde «-*- sie war mit ihre« Gedä®ke® gerade sindekswis. gewesen. Und eime Dame mischt sieh au®h nicht k Streitigkeiten Fremder. N'iäffiäimi wäre ijV auf dein- Gedtokian gekommen. au Jü'tta öke Jüdii® tu Virilen. Die äußere Erscheinung «völlehdete die Täus-cihung.* Di? hübsche Frau warf öin-e® prürondc® Blick in den Spiegel. Die blaiuen Augen, dbs blonde Haar *- ein Elbteil iih^er Mutter, die aus Pole® gestammt hatte — 4k stolize Kopfhialkung, aülleis zeugte, von Gsirm ap'snt-um'. D-iy Fra® Eder, m disrs® Famflie es eNsnechte®, unsweifslhiaftie® Kainom-ikiuis gab, sah fängst nicht so arisch und »reinrassig« auis wie die Skliuge Tochter von Mendel Koh®, der zwar i® Wiiilkliichlkeit fei® Beamter gewesen war, albör lange nadi seinem Todte da® liishirhaftere und könfeaaioniril eindeutige Bäckorgewerbe erwählte. Uebrigen-s erzählte Frau Jutta vonsichtsweiise nicht alteuviel von . ihren Elter« maa konnte ihr auch da nichts mach weisen — aber sie verstand es docili, kleine Randibemerkunge® ern.zuscbicben«, aus denen nur dtie angenehmsten Schlüsse auf Sur väterliches Hans gezogen wer dien konnten* So hatte sie es «zuwege gebracht, «diaß niemand, niemand ahnte, niemand ekhträum;en ließ --. Siie verkieihrte auf dem vertraubestan Fuße mit all Seite 5 den unzweifelhaften ChirLstinnein und jede nahm riß für eine Wiener, Bäck erstecht er. Bis heute abernd-s^ Emst war ja alles gut gegangen. Der OnkeL w«ir auch eimie dlLitrchaus Respekt eiimflößende, delko-i raitive Persönfichikek. Zwiar Meß er . Ghaiimi, albe« dais 'braitiiohte ja niiemaind' zu wissen, demm -sie s-agty! einfach »0«nkel« u®>d gegen -sei,n.eai DoktontiiiteB war schließlich nichts ctnizuiwcßiden. Audi) war erj ein Mann von« guten 'Manieren, «dessen Klugheit «uin'di feiner Humor sichin jeder Geselkcih'aift dluircb* setzte. Frau Jutta war gamiz istedz gewesen übeg •den Erfolg, «den seine hübsche®, feiaiipomtientehj Anekdioten erzielt «hatteniiind sie -hatte aafg-'eatmet,: einima«! wieder eih Gespräch «zm führe®, dfeis riehnicht! fliuir auf Airtagsd-in'ge bezog.1 D«at sie übemdiies sa'hi, daß der alte, fröhliche Hera* alle® gefiel, hiaitite riet sich gane dem Vergnügen hingegelbon. . Plötzlich aber fiel dar Scibiag. Der Onkel' hktts irgendeine . Jugend Erinnerung, düs Zhin mft ihrörn Vater .varhrhidi, erzählt: »iD'a sagte diar SNkchfbärii?. ,Ich bitte Sie, Herr Kohm, turn S«ie mir diem Gen. falle®.’« Frau Jutta hätte Lndie Ende sinkenmögen! ■ vor Schrecke«. Welche Taktlosigkeit, die® N^mert zu erwähn-e®, .nocli dazu, wo es «-o überflüssig war! Und »1-s die Frau Herzog, diese boshafte Person, gleich' hastig fragte: »Haben- Sie Kohin gdheißenj von Plauts aiuis?«, d!a nahm ihr der Onkel «die A®tu wort ab und sagte freundlich:. »Gewiß, unsere Meine* Judith h-sit Koh® geheißen -uinid ihr Vater war sehn. stolz dairauf. Denn« diais ist bei un® Jiuiden', wie Siel vielleitcht audiwissen, ein tNiame für Priester, ein«; Art jüdischer Adelatitel.« Damit war ihr aelbsh jede Ausflucht atogesolmitten-, jeder Weg venram^ . melt. Sie hätte ja gern ein neues Imgen&y&tem er^ dacht, aibeir »Judith - Kohn«, »wir Juden«« «— aiusn •sicihitriois, hoffnungslOL. Wie «spöttisch sie a«llje direi®^' geibl'idkt 'hatten! Wie lächerlich die Bilder am «disri Wänden, das Wienertum. die Rote-Krouiz-Brasidhe,: die sie hoch «immer trug, der gaimze tkjaitholiioähe Auf^ ipaitiz! Wie läcshieiriiich'! In W«tut-wind Beschämung! ließ Frau Jutta iluren. fcdönd-en Kopf «auf diiie Glia®^ platte sinken und weihte hiitter-Moh. « Ihre” Gäste waniderten- inizwiisdteni h!eBmtwärf^ urnid genoeisen noch ihr htachhütaein« die fkteänie Zsene^ »Ich hab’ geglaubt,« sagte dlic eine Daune, »sie sipmingli ihm ins Gericht. Ang’schaut SM -«' iüm wie eine; Furie. Der «alte He.nr hat michwirklich dierbanmt^ »Na jja,« meinte der Doktor, »vieHeicht bat sie bßa( jetizt gemeint, wir wissen wirklich nicht, daß sätet eine Jüdin -ist.« »Aber geh,>« rephziarte «die Gtaitffan«; »für so «dumm wird' sie uns «doch nicht hallten.« Und die gamize Gesellsdirrft lachte -horzlidi * K. Mi,' Verein fflr jüdische Geschichte and Literatur. Vor mehreren Monaten wurde In Wien über Initiative eines engeren Komitees ein »Verein zur Pflege der jüdischen Geschichtswissenschaft tind Literatur* begründet! Bei der am 13. April vorigen Jahres stattgefundenen ersten? Generalversammlung wurde Oberrabbiner Dr* C b a j e s; zum Präsidenten und die Herren Oberbibiiothekar Doktoij B. W a c h 61 e i n und Professor Dr. S. K r a u ß zu Vize-’ Präsidenten gewählt in den Ausschuß wurden die Herren Dr. P. Diamant, Sander Wolf, Rabbiner Doktoij Rosenmann, Rabbiner Dr. Funk, Grünhuty Heller, Löwenthal, May, Weinberg und Dr. Gelber entsendet. Der Verein hat sogleich irf Sinne seiner Ziele, die der Verbreitung der Kenntnisse deri Jüdischen Geschichte und Literatur gewidmet sind, einej rege Tätigkeit zu entfalten begonnen und im Laufe diesen Winters bereits mehrere Vorträge aus dem Gebiete de^ jüdischen Geschichte veranstaltet. Dienstag den 14. d. M. findet im Rahmen dieser Vorträge eine sehr informative Vorlesung des bekannte« Forschers der Geschichte der Juden in Wien Dr. B. W ä b h 81 e 1 n über die Anfänge der Wiener israelitischen ktiitü8g6fflöinfle an der Hand der Ehrengalerie iit* ÄttzllNMLaltz dar jüdischen KultuSgemelöde statt Außerdem haben für die nächste Zeit die H e r r e ä Doktor» ignää Software Professor Dr. Leon( Kellner, Dr. Paul welseagr ün* Dosen! Dr. Isidor Fischer, Professor Dokto» Emmerich Kohn und Dr. N. M. G e 1 b e r Vorträge aus ihren Forschungsgebieten in Aussicht gestellt. Der erwähnte Verein, der nicht durch Vorlesungen? allein die Kenntnisse der jüdischen Geschichte verbreite« will, gedenkt auch in der nächsten Zeit an die Gründung von Lesehallen, Bibliotheken und die Herausgabe eines wissenschaftlichen, historisch-literarischen Organs heranzutreten. . „ Vom Keren Kajemeth l’Jisrael. Palästina-Film. Wir erhalten vom Haag dl» Mitteilung, daß demnächst mit der Versendung des Palästina-Films von Berlin aus begonnen werde. Da wir dem Hauptbureau über die Zeit und Zahl der in Oesterreich notwendigen Auflührungen Aufschluß geben müssen, laden wir alle Keren-Kajemeth-Kommissäre und Vertrauensmänner zu einer Besprechung ein, die Mittwoch den 15. d. M. um 6 Uhr abends in unserem Bureau, II., Taborstraße 59, stattfinden wird. Die Herren Kommissäre und Vertrauensmänner werden ersucht, sich über die Aufführungsmöglichkeiten in ihren Bezirken zu Informieren und mit womöglich konkreten Vorschlägen zur Besprechung zu kommen.

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