Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1091 (11.2.1922)
- Date
- 1922-02-11
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Wien, samsfag WIENER MÖRCTNZEmrNÖ n. Februar 5922 Beite'6' ( * Einbruch. In der Nacht zum 25. Jänner 1921 wurde glas Geschäft des Kaufmannes Moses Schiff, KX., Spaungasse 17, erbrochen. Die Täter waren vom {Keller aus in den Warenraum gelangt und hatten Waren Im Werte von zirka einer Million Kronen erbeutet Das Sicherheitsbureau hat nun wegen Beteiligung an diesem Einbruch Iden bereits wiederholt vorbestraften Leopold N i e ß 1 e r, KlX., Zahnradbahnstraße 5, den 25jährigen Hilfsarbeiter Georg Swierak, XIX., Pantzergasse.26, die 37jährige {Witwe Käroline Langweil, XX., Karajangasse 11» und!die 33jährige Witwe Auguste S t i x geborene1 Sobotka, III., ffrubelgasse * ausgeforscht und dem Landesgericht ein- ’geliefert * Brand eines Salzburger Gut«. Aus Salzlbunrg Jttrird gemeldet: Gestern «sind die W irtscaf bsgdbäude des 'dem Lande gehörenden Taxtem-Gutas in Siezenheiim ieinem aus b&shther unibeikaainter Uirsache ausgabro c!heiten {Brande zmm Otpifer gefalMen. Die Schadensstimme belauifit si'ch nach den bis zur Stunde vorliegemdeen FeststeHuugen an Fahrnissen rund 'Ban'liehikeiten aui 42 MiWionen Kronen. * Das Grauen in Rußland. Auls . M o s Öc a' <ül. wird jberiiahitet: Im Wolgagebiet hungern, gegenwärtig an die I25 Millionen, in der Kinkisenrejpn'böiiik 1,300.000 Menschen, jlm Gonvememenit Simbirsfk beträgt .die ZäM der Hungernden 800.000 Erwachsene und Z04.000 Kinder. . Im jStawroip-o'led* Kreise llcarain von der 120.000 Menschen betragenden Bevölkerung ibiis zn*r Ernte fast niemand {mehr ohne Hilfe 'leben. Kinder behagen vor Hunger ihre Hände. Mütter morden ihre Kindier, um ihren, [Himgertod nicht mitansehen zu müssen. In den Wölojsten von Romaisohow, A-ndronow und Usman ist amit- -3ich festgestellt worden, daß die hungernde Bevölkerung {Menschenieichen venzehrt. Im Pugatsohewer Kreise {kann sich nur ein Fünftel der Bevölkerung kümmerlich p.ähren; der Rest ist dem Untergang ipreisgegöben., * Der Räuber auf der Hotelstiege. Als am 8. & M., {abends, die,Private Marie Kohn au® Hermannstadt mit ihrem iajärigen Sohn Ernst im Hotel Mebroipioü vom Erdgeschoß in den ersten Stock ging, sahen sie einige jl'rqpipen höher einen schwarz gekleideten jungen Mann jmit einer Aktentasche stehen. Als sie vorbeigekommen waren, griff der Bursche nach einer Handtasche, die der (Knialbe trug, .und die K 3000 bar und T oilettegegensfände (um K 3000 enthielt. Die Frau schrie und der Knabe hielt die Tasche fest, so daß der Räuber von seinem Vorhaben a'bließ. Er verschwand im Halbstock durch eine tTüre, die nur diureh Höben eines Schnatpipens zu öffnen pst. Au® dem Umisitand, daß er die Türe zu öffnen vermocht hatte, schloß man, dlaß er .miit den Verhältnissen {sehr vertraut war, und da man kurze Zeit vorher den Stach. kurzer Dienstzeit im September vorigen Jahres {wegen verschiedener Unregelmäßigkeiten entlassenen fiöjährigen Poirtierjungen Wilhelm P. auf den Gängen {gesehen hatte, schieß man auf seine Täterschaft. Der [junge wurde in der Wohnung seiner Mutter in Döbling ausgef orscht Von Frau Kohn und ihrem Sohne auf da$ {Ibestirnmteste erkannt, gab . er nach längerem Leugnen {seine Täterschaft zu. Gegen den .Burschen, der keine {Stellung . hat und jetzt eine Theaterschule (besucht, Jwumde das Strafverfahren eingeleitet. * Mazzothversorgung des Machsike Hadath, n., ■Schiffamtsgässe 20. Anmeldungen auf Mazzoth werden bis 20. d, M, von 5 bis 8 Uhr abends in unserer Kanzlei [angenommen. Preis 2200. Kronen per Kilogramm. Quantuni Unbeschränkt. Bei Anmeldungen ißt der volle Betrag einzu* szahleuA Für Abgabe zu ermäßigtem Preise erfolgt spätere Kundmachung. * Freie Stellst. Bei einem in ^zionistischem Sinne {arbeitenden kaufmännischen Unternehmen gelangt die Stelle des kaufmännischen L e i t e r s i?ur Besetzung. Reflektanten wollen unter „Z u k u n ft sf..e i che S t e 11 u 11 g“ an die „Wiener Morgenzeitung“ Schreiben. 4 * Ein orientalischer Abend. Diese Veranstaltung der Palästina-Sektion jüdischer Mediziner findet morgen den jl2.’d. M. in den Odeon-Sälen, VI., Mariahilferstraße 81, statt. Restliche Karten IX., Liechtensteirfstraße 11/13, und W der Abendkasse. ■ Keren Knjemeth l’Jisrael, fl., Taborstraße 59, Telephon 40-3-16. — S p e 11 d e litt u s w e i s Nr. 4/6 vom 9. d. M. K 98.064.70. . Im Jahre 1922 insgesamt K 2,875.142.98. — Zentrale: Smlg. M. K, 500. — II. Bezirk; Prater Bethv. Tefilath Jeschurun 4580, Schulim Häscffel 1700, J. Blau 774.40, D. Leisner 500/ D!v. 7130.30; durch Erez-Israel: Rothschild-Spital 2346, [HJ. Bezirk: durch Halpern:Dr. Halpern 700, B.elf 554, Zilnmermann 500, Piv. 200; durch Dr, Frieda Bau |M. Markus anl, Hochzeit H. Pinkas-Sabine Bloch 2000, •Pinkas Bloch a. N. Dr. Schallinger und Max Markus '4000. Div. 3900; Dr. H. Benedikt und - Up* ischitz anl. d. Todes d. Vaters v. Dr. Ornstein je 500. jiX. Bezirk: Smlg.L. Taubes: Jesaja Melamed 1000; Div. 50; |SmJg. Dr. JuJ. Scharf a. N. Dr. Menasse Katz von seinen Freunden ü. Bekannten 35.000. — Linz: (Ausw. 3) Smlg. Fritz Pisinger 30.330, Spitz 500, Div. 800. Vereine, Vorfrage und Versammlungen. Jüdin c h e V 0 1 k s b i b 1 i 0 t h e k Z i 0 n. , Va5 Uhr, Ausschußsitzung. V e r e i nzi 9 ni sti* s. c h er Hochschüjer Theodor B e e z J. Heute, präzise 8 Uhr, Fortsetzung der Generalversammlung, IX., Liechtensteinstraße 11, I, Stock. ~ B e b r ä i s c her K l u b (II., Taborstraße 1, Mezzanin).' Heute, %8 Uhr abends, Vortrag des hebräischen Schriftstellers 8. Homelsky fdber „Universalismus in unserer neuen Literatur“. Hebräisch* sprechende willkommen. Neueste hebräische Zeitschriften aufliegend, r-r- Verein d er j ü ft! s q hen Klein* gewerbetreibenden, Heute, %6 Uhr abends, spricht Jogef Perlberger, II.,, Mälzgasse 1, über / „Erez Israel vom misrachistischen Gesichtspunkte“. — £ e s e- und Re de halle jüdischer Hochschüjer ln Wien, Heute abends V9$ Uhr Vortrag Hirschhorn: Zur Stammesgeschichte der Juden. — J ugendv e r e!f n N e ß Zionah. Heute, 4 Uhr, Mitgliederversammlung ini Lokal des Vereines Ahawath Zion, II., Kleine Zufahrtstra^e 160. — lugenflverein Ahawath Zion, II., Kleine Zufanrtsirasse 160. 3 Uhr Zusammen*, acunft der Mädqhengruppe. l/a6 Uhr Kulturkollegium. "Vs7 PUhr Heimabend. Eingeführte Gäste willkommen. — Erez psrael, II., Taborstraße 20a. Heute, 5 Uhr, Heimabend. ^7 Hebräischer Studenten verband fT a.x.b u t h. Morgen, 7 Uhr, Caf<§ Klinik, IX., Lazarett- Igasse, gemütliche Chamis-Achasar-Feier. Gäste willkommen,! Verband Jüdischeringenieure und Techniker für den Aufbau Palästinas. ln der letzten Generalversammlung der Zentralvereinigung . österreichischer Architekten wurde von unserem Verbandsr - Mitglied Architekt Artur GrUnberger ein neuer Entwurf ‘ über die Wettbewerbsgrundlagen für öffentliche Wettbewerbe vorgelegt und einstimmig zum Beschluß erhoben. Dieser Entwurf, welcher auch für, den Oesterreichischen . Ingenieur- und Architektenverein sowie für den Bund Deutscher Architekten Geltung erhalten soll, wird für alle in Oesterreich abzuhaltenden Öffentlichen Wettbewerbe verbindlich sein. L e 0 p o 1 d s t ä d t e r Volks heim (II., Zirkusgasse 48). Universitäts-Assistent Dr. Keopold Kolbl: Kosmischer und tellurischer Vulkanismus (mit Lichtbildern), Karten zu 20 Kronen. Nie derösterreichlscher Konzlp len F e n v e r e i n. In der diesjährigen unter Vorsitz des Präsidenten Dr. Hans Schäfer stattgefundenen ordentlichen Generalversammlung entwickelte Dr. Mattäusch das Programm der neuen Vereinsleitung und es kam einmütig , der feste Wille der gesamten Konzipientenschaft zum Ausdruck, durch geschlossenes Vorgehen eine Besserung der materiellen Lage dieses Standes herbeizuführen. Zum Präsidenten wurde, einstimmig Dr. Ludwig Mattausch, zu Vizepräsidenten Dr. Georg Theimer und Ds. Eduard Schlesinger gewählt Vortrag für Schwerhörige. Montag, 13. d. M., wird in der Urania (Vs8 Uhr abends, Kurssaal) Dozent Adolt Freunthaller einen Vortrag über Dichtungen Rabindranath Tagores halten. Urania. Heute, Vs3 Uhr (Großer Saal) Schülervortrag: Die Götter weit der alten Germanen. Eine Reise durch die Wüste. — 5 Uhr (Großer Saal) Indien. — V96 Uhr (Kleiner Saal) Die Wiener Siedlungs- und Kleinwirtschaftsbewegüng. Inspektor Franz Silier : Der Baugrund. — 5 Uhr (Kurssaal) Regierungsrat Ingenieur Josef Löwy: Der elektrische Strom in Nichtleitern, II. — Vs® Uhr (Klubsaal) Universitätslektor Dozent Marius Fader: Rednerschule, IV. — V88 Uhr (Großer Saal) Richard Wagner. . — Vs8 Uhr (Kleiner Saal) Dozent Dr. William Cohn (Berlin); Ostasiatische Malerei — V98 Uhr (Kurssaal) Dr. Friedrich Frühwalds Kosmetische Operationen an der Nase und den Wangen. — Va8Uhr (Klubsaal) Professor Dr. Oswald Rossi: Psychoanalyse; V. _ Ernährung. I Die neuen Mehlpreise. Brotmehl 283, Verschleißmehl 550 Kronen. In der gestigen Pressekonferenz sprach der Vertreter des Ernährungsamtes - über die neuerliche Erhöhung der Brot* und Mehlpreise. Diese habe ihre Ursache hauptsächlich darin, daß für die neue Versorgungsperiode ab 12. Februar ein größeres Kontingent Ueberseeg e t r e i d e zur Verwendung gelangen muß. Die Mengen <ies aus den östlichen Ländern stammenden Getreides sind wesentlich geringer, weil die Vereisung der Donau die Zufuhren aus Rumänien und Jugoslawien sehr erschwerte, Das Ueberseegetreide" ist jedoch im Preise teurer. Für den Einkauf des ab 12. Februar zur Ausgabe gelangenden Getreides mußte für 100- Hollandgulden ein Kurs von K 35L929, für ein Pfund Sterling ein solcher von K 39.547 bezahlt werden. Für die letzte Einkaufsperiode wurde noch für 100 Hollandgulden ein Kurs von K 202,022, für das Pfund ein solcher von K 29.710 bezahlt Die neuen Mehlpreise betragen ab Getreideanstalt für Brotme hl per Kilogramm K 283, wobei der K 150 betragende Staatszuschuß bereits abgezogen erscheint, fürVerschleißmelil K550. Hiezu kommen noch die von der Landesregierung zu bestimmenden Zuschläge, beziehungsweise die Backkosten. Bestimmungen über eine Erhöhung der von den Arbeitgebern an die Arbeitnehmer zu zahlenden Entschädigungen sind erst möglich nach dem Ablauf der ersten Abbauperiode, da^ ist ah 25. Februar. ■■ Die Erhöhung des Mehlpreises ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß der Einkauf bereits vor mehreren Wochen erfolgte, zu einer Zeit, da die Kurse höher als heute standen. Da in den letzten Tagen ein starkes Abbröckeln der ausländischen Valuten zu verzeichnen ist, so besteht die Hoffnung, daß/ unbeschadet der durch Öen Ablauf der Abbauperiode ab 29. Februar eintretenden Mehlpreiserhöhung, eine relative Verb i 11 i g u n g der Preise zu erwarten ist.; Der Marktb ericht. Mangel an Kartoffeln infolge des Frostwetters;; J Der anhaltende Frost verursacht eine Stockung in ■ den Zufuhren auf den Grtinwarenmärkteh, die sich gestern bereits sehr unangenehm fühlbar machte. Auf dem Naschmarkt lind auch auf den übrigen Märkten waren die. Kürtpffelzufuhren gänzlich ausgeblleben, ebenso fehlte Feld- , .gemüse. Die ankommende Ware leidet unter dein Frost derart, daß die Händler das Risiko des Transports nicht wagen können. Doch ist mit dem Nachlassen der Kälte mit einer besseren Versorgung der Märkte mit Kartoffeln zu rechnen, da nicht, nur größere Vorräte aus dem Iqlande, sondern auch solche aus Polen, der Tschechoslowakei und Italien sichergestellt sind und auch aus Holland' und Dänemark Kartoffeln bei Eintritt wärmeren : Wetters erwartet werden. Die geringen Aepfelzufuhren aus Qberösterreicli reichen für den Bedarf umsomeliF aus, als die Nachfrage infolge des hohen Preises --- auf den Märkten kostet ein Kilogramm durchschnittlich bereits K 400 — sehr gering ist. Eier sind auf den Märkten fast überhaupt nicht zu sehen. Die Fleischzufuhren sind anhaltend günstig. Gestern sind mit der Bahn 14 Waggons mit verschiedenen Fleischgattungen aus Jugoslawien und aus Ungarn angeüommep. Im Engrosverkehr haben sich Schafe um K 59 und Ziegen um K 180 per Kilogramm verteuert, dagegen haben sich Fettschweine um K 30, Rindfleisch (Braten) um K 50 und Speck und Filz um K 80 per Kilogramm verbilligt. Die Detailpreise blieben zwar noch unverändert, doch ist mit einem leichten Preisrückgang auch im Detailhandel zu rechnen. Neue Kondensmilchpreise. Amtlich wird verlautbart: Auf Grund des Ergebnisses der letzten Ueberprüfung des Kondensmilchpreises sieht sich die Regierung infolge des neuerlichen Steigens der ausländischen Zahlungsmittel nach Anhörung von Vertretern der Verbraucher genötigt, für die in Wien amtlich zur Abgabe gelangende Kondensmilch vom 12. d. M. angefangen folgende Preise festzusetzen: 1. Für Mindestbemittelte und die mit der Zusatzkarte für Arbeitslose beteilten Arbeitslosen K 250 per Dose, % für .die übrigen Bezugsberechtigten K 500 per Doseo ftorvm. Kommunales. Wiener Gemeinderafc (Sitzung am 10. Februar.) ü Der Gemeind erat «beschloß gestern' räumiuinig der asuifgelassenen- Gemeimdefriedlböfe, dis? Erihqhiang der Verwaltongskostea sowie ZuMIm gung einer Pausobatomm e 'bei der Abw-idc-liuing deifj Sdh'lcußa'ba-edimmnig d'er Abfindiuin gsgesel'l sdh'a/ften fü-r die Gemeindeabgaben, vom Wein, Bier mnid gebrannten geistigen Flüs-sigtoeiteni, diie Liqiwitdiierun: des n'ieideTOSiteiTreidhli'S'chen Jnigenidihilfsiwerlpes «um- ErridhUvag eines Wiener Jiugendbi lfswerflees, pemeö w-uirden gegen -die Stimmen der Cbristlikibsoiziailent, die Kainakäumergeböhtren. erhöbt. , ,! Zum 'Sdhlnsse der Sitzpng gelangte. irafol)ge£ eiin es Driirngl ichlkei tsa-nbragös des Gemeind anate# Kiuinscbak: eine Angelegenheit au«r Beratung,; wekhfe nngdh'etUTe Erregung thervorgenufen fo'ait -1 Gemeinderat K -u nschak fühinte aiuis:- haben jetzt eine neue Uebenrasdbumg, daß die be-i' wüliigteni Stromipreise nicht vom 1. Jänner ip Knafi gesetzt werden, sondern daß auiah <Ke rn djen letztens Wochen des Jahres 1921 <vertbrfljuidhten Str:om‘4 mengen nach dem neuen- Tarif berechnet wemdepd Dia«s -heißt, daß man den Elftkroneritaof kunzetnhßtnq aiußer'Kiraift gesetzt hat. Es ist k-omiisch, daA R echntton-g’en mi t dem Datiui-tn «vorn 8J 15., 1 6. Jän n er a«u's g este'M"ti wniridlen, Miniii am 17. Jänner hat der Stadt-rast einst( di e . Erihöhitin' g b e,sc;hl(o: s© en luind ach 20. Jänimer halt der Gemeiudlerat, erst ©eine Zutetimmung gegeben. Da© heißt, man »stellte sdhtorn--Rechn nungen aius aiusf einen Tarif, von' dem man nicht wissen konnte, ob.der Gemeimderat seine Zaistiinw Mn.bg geben werde. Es ist unmögliich-, daß ein Tarif, der am 20. Jänner beschlossen wunde, unteK irgendweloheir gewalttätigen Auslegung des Q meind-eratsibesc-hltjsses den Konis«umonlten::noch r wirkend bis znra Jahre 1921 angerecKh'et-wird'. D durah wündie aiutah den Ge's-ohäftsieiutein. jede Kail! iatiori unmöglich. -Y Viizebürgermeister Emme r n' w g; wefch-e!^ antwortet«, erklärte, daß,er damit eki'veratanden}| sei. * wenn dem Ausschuß1 die Angelegenheit -zu$ Klärung 'zngevviesen' wird., wais anchgestahliehty Hieraus wird die Sitziumg gesichlossen^ --:- Freie )ü dis che Volksbühne; Gastspiel im Lustspieltheater VsSUlu abends; BERTSCHIK Ko"?äis "!-1von Leon Kobriu Das Theat.er ist geheizt! 4284 Bühne und Kunst. Raimund-Theater. (Zum ersten Male „Schluck a nd jau“, ein Posse:?* spiel in sechs Bildern von Ger hart Hauptmann.)? Mag sein, daß dieses Posseaspiel, nur an den! Bühnenschöpfungen der letzten Jahre gemessen,,so gut abschneidet, Mag sein. Aber diese in Wien 'niemals: gespielte, weil zurückliegende Arbeit Hauptmanns, hat gestern' ganz vortrefflich abgeschnitten und wird, wenn wir uns nicht täuschen, recht oft in Szene gehen. Wisi man weiß, hat hier Hauptmann das berühmte Vorspiel! zu Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“,) jenen „ausbündigen Zeitvertreib“ des Lords mit det$! Trunkenbold Schlau, den er in ein königliches" Beil legen und von seinen Dienern narren läßt, zu einefl abendfüllenden Schnurre ausgesponnen. Sie ist mehf( als bunt und lustig. Sie ist rührend, diese Geschichte vom’ Schnapsbruder Jau, den noble Müßiggänger für einen Tag zürn Fürsten machen, und von seinem Kumpan Schluck, der 'dem kecken Zeitvertreib des Schloßherrn dienen muß, zum Schaden seines hochgeschätzten, von ihm stets geförderten, robusteren Bruders aus dem Rinnstein. Hauptmanns Seele erfüllt das leicht hin* geworfene Spiel. Deshalb wird man Freund der beiden schmierigen Aftermieter der grünen Bettfrau und hiebt der aufgeräumten Schloßbewohner, hört aus dem Ljllg die Donnerstimme, daß eher hin Kamel durch ein Nadelöhr ^eht, als daß.ein Reicher in den Himmel kommt . . '. Und Gerhart Hauptmann hat vor allem den Schluck geschaffen, diesen heilig-frohen Bettler/ der vpll Güte ist und ganz ohne Harm, der den Leute» alles zu Gefallen tun möchte und allen ein Dienen ihrer Freude sein. Freilich; manchmal wir«*' das Possenspiel zum Rüpelspiel. Dann ist e§r . schwäch. Man beschwört nicht ungestraft den Geist Shakespeares herauf, auch wenn man Gerhart Haupte mann ist Die Derbheiten des vierten und fünften Bildes sind streckenweise blaß, öde, ermüdend. Dejs Spielleiter Hans Marr (es tut nie gut, wenn def Darsteller einer Bombenrolle gleichzeitig Spielleiter ist) hätte hier stark bremsen müssen. Dafür hat Han® M är r den Branntweiner jau ganz prachtvoll auf dis Beine .gestellt Meisterlich insbesondere das Mienen^ spiel des naiven, groben Gesellen, wenn er Verdacht? schöpf lauernd um sich blickt und dünn gleichsam' beschließt; keinesfalls hinter den Schwindel zu kommet^ weil ihm in den Purpurhosen und am vollbesetzte^' Tisch so wohl zumute ist Und sehr ergreifen«^ wenn ihn bei all " den Herrlichkeiten dis Angst befällt, es sei nicht richtig in seinem Kopf, und wenn der vierschrötige Lackel ganz zart, ganz innig nach Muttern ruft Eine vollsaftige Figur, ein ganze» Kerl! Dem Schluck, der wervollsten Gestalt des Stückes, gab Ludwig Stärk sehr feine Konturen und stattete den frohgemuten Bettler mit manchem rührenden Zug von Menschenliebe, von gütiger Sorge um fremde Not und von Treue aus. Nur schien uns der tüchtige Charakterdarsteller den Schimmer von Heiligkeit schuldig zu bleiben, der diesen Hungerleider