Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1088 (8.2.1922)
- Date
- 1922-02-08
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1G8S Wien, Mittwoch WIENER MORGENZEITÜNO 8. Februar 1922 Seite 5 Auch der weiße Wecken und das weiße Kleingebäck Werden voraussichtlich gleichzeitig mit dem Preise stark, dem Vernehmen nach um 30 Prozent, hinaufgehen. Mit dem vollständigen Abbau der staatlichen Lebensmittelzuschüsse wird die Brot- und Mehlkarte aufgelassen werden. Ob dies schon anfangs des kommenden Monats oder Mitte April geschehen wird, ist noch niefit entschieden. Möglicherweise wird ein Uebergangsstadium festgesetzt werden. _ . Der Marktbericht. Leichter Rückgang der Fleischpreise im Großhandel. Oie Gärtner verlangen K 1000 für ein Kilogramm Zwiebeln. , Infolge der günstigen Fleischzufuhren von auswärts «nd in Uebereinstimmung mit der leicht sinkenden Tendenz auf dem Lebendviehmarkt in St. Marx ist gestern in der Großmarkthalle ein schwacher Preisrückgang der Fleischpreise zu verzeichnen gewesen. Vorläufig wurdest die Preise bloß im Großhandel herabgesetzt, aber es ist mit Rücksicht auf die großen hier eingelangten Vorräte — gestern sind 15 Waggons mit verschiedenen Fleischgattungen aus Ungarn, Jugoslawien und Polen hier angekommen—zu erwarten, , daß auch im Detailhandel leichte Ermäßigungen Eintreten werden. Rindfleisch wurde, soweit ^mindere und mittlere Sorten in Betracht kamen, bis um K 70 per Kilogramm billiger, Primd$orten blieben ira Preise unverändert. Im Großhandel ermäßigten sich ferner Schweinefleisch um K 60, Kälber um K 50, Fettschweine S'm K 100, Speck und Filz um IC100, Fleischschweine um ' 20 per Kilogramm. Der Absatz gestaltet sich etwas lebhafter als an den Vortagen. Auf den Grünwarenmärkten macht sich der Mangel an Kartoffeln weiter ungemein fühlbar, da die Ankünfte infolge des Frostwetters gering sind. Aus der Tschechoslowakei sind heute auf dem Naschmarkt ungefähr 20.000 kg Kartoffeln eingelangt, doch hatte ein Teil infolge des Frostes stark gelitten. Im Engroshandel wurde der Preis für diese Kartoffeln mit K 135, auf dem Markte mit K 148, in den Bezirksgeschäften mit K 154 per Kilogramm festgesetzt. Auf dem Naschmarkt forderten heute die Gärtner für Gärtnerzwiebeln einen Engrospreis von K. 1000 für ein Kilogramm, wogegen die Marktamtsorgane energisch einschritten. Erst unter der Drohung der Beschlagnahme der Zwiebeln und des zwangsweisen Verkaufes kam man tiberein, den Preis der Vortage mit K 800 per Kilogramm weiter in Geltung zu lassen. An Eiern herrscht weiter Mangel. Von Obstgattungen waren dem Naschmarkt heute bloß 16.000 kg Aepfel aus Steiermark zugeführt. Bühne und Kunst. «A - Neue Wiener Böhne. lieber den abendfüllenden, russisch aufgemachfen Sketch „Tagarin“, von einem sicheren Herrn iWan Grigorijewitsch-Renow gedichtet, ist nur zu sagen, daß das Theater in der Wasagasse mit dieser Aufführung wieder geworden ist, was es jeinstens war: Varietöbühne. Da das siebenteilige Opus der Herren K o 11 o w und' K l a aren (die sich als der Herr Iwan Grigorijewitsch-Renow entpuppten) von Oskar ~ B e r e g i vortrefflich inszeniert ist, Herr Beregi überdies einen nervenkranken, eifersuchtstollen Maler hervorragend spielt und seine schwarzäugige, rassige. Partnerin Leontine 8 a gan nur dürftig, aber sehr gut angezogen ist, wird die Neue Wiener Bühne den Rauchtheatern wohl erfolgreich Konkurrenz machen. — Unnütz sich darüber aufzuhalten, daß das Publikum alles frißt. Auch die frechste Mischung von Kinoromantik und „Seelenanalyse“, Blödsinn und „Literatur“. A. Zur Frage der Wiederaufnahme der „Reigen"-Aufführungen. Dr. Schnitzler hat an Direktor Bernau das folgende Schreiben gerichtet: „Verehrtester Herr Direktor! Zu meiner Verwunderung /ese ich in der Zeitung eine Notiz des Inhalts, daß ich nach anfänglicher Weigerung meine Einwilligung zur Wiederaufführung des „Reigen“ erteilt hätte. Diese Auffassung beruht auf einem schwer erklärlichen Mißverständnis, das kaum in der Direktioiiskanzlei seinen Ursprung genommen haben dürfte, wö man ja über meinen Standpunkt hinreichend informiert war und Ist Erlauben Sie mir aber in jedem Falle diesen meinen Standpunkt noch einmal mit aller Klarheit zum Ausdruck zu bringen: Ich werde die Wiederaufnahme der „Reigena-Vorstellurigen an den Kammerspielen — oder an Irgendeiner anderen Wiener Bühne — nur dann gesta 11 e «, wenn die hier in Betracht kommenden Behörden, die selbstverständlich nach reiflicher Ueberlegung das Verbot erlassen und es nun selbstverständlich nach ebenso reiflicher Ueberlegung aufgehoben haben, sich geneigt erklären, die Darsteller und das Publikum sowohl vor Ausbrüchen mehr oder minder echter sittlicher Entrüstung als auch vor angezettelten Pöbeleien zu schützen und wenn diese Behörden überzeugt sind, solche Schutzmaßnahmen, wie es in anderen zivilisierten Städten gelungen ist, mit Sicherheit praktisch durchführen zu können. Ehe nach dieser Richtung hin die mir ira Interesse der Darsteller und des Publikums notwendig erscheinenden Garantien nicht vorliegen, erhebe ich in aller Form Protest gegen jeden Versuch einer Wiederaufnahme meiner Szenenreihe „Reigen“ in den Spielplan der Kammerspiele. Aas den Theatern. Im Burgtheatergelangt morgen „Das Glas wasser“ zur Aufführung. Anfang 7 Uhr. Freie jüdische Volksbühne Gastspiel ln> Lnstspleltheater. SondorvopatollunQ TJfl* 8 «b SB ® ' Drama in 5 Akten BSk D 69 ät Km <gS B vonPerezHirsclibcia (Oe? Handsabtsg) SIS- Das Theater Ist gehetzt! *388 4280 stattfindende Aufführung der „B o h h m e“ Fräulein Grete Soedermann, Mitglied der königlichen Oper in Stockholm, für die Partie der Mimi gewonnen. Deutsches Volkstheater. Morgen„Lulu* mit Ida R o 1 a n d. Anfang 7 Uhr. Im Raimund-Theater geht morgen die Erstaufführung von „Schluck und Jau“ mit Hans M a r r als Gast in S^eue. Anfang 7 Uhr. Hu Theater in der Josefstadt wird Freitag den 10. d. M. zum ersten Male „Halbwelt“, Komödie in drei Akten von Romain Coolus, gegeben. Im Komödienhaus gelangen am Samstag den 11. d. M., 3 Uhr nachmittags, unter Mitwirkung erster Künstler sämtlicher Wiener Theater Tschirikows „D i e luden“ zur Aufführung. Die Inszenierung besorgt Karl Forest Im Lustspieltheater (Freie.jüdische Volksbühne) gelangt morgen „Gott, Mensch und Teufel“ zur Aufführung. Anfang Uhr. In der Roland-Bühne (Jüdische. Bühne), II., Praterstraße 25, gelangt heute Late'riers Lebensbild in vier Bildern „Die erste Liebe“ zur Aufführung. Donnerstag und Freitag wird „D i e M o d e“, Volksstück in vier Bildern von Dr. Schimmer, gegeben. Verein Freie Jüdische Volksbühne. Sonntag den 12. d. M., 3 Uhr nachmittags, im Lustspieltheater M i tgüedervorstellung: „Ganuwim“ (Diebe), Drama in drei Akten von F.Bimko. Regiebeitrag für Mitglieder K 63. Karten sind,im Vereinssekretariat, II., Untere 'Augartenstraße 11, zwischen 7 und 9 Uhr abends erhältlich. Sondervorstellung der Freien jüdischen Volksbühne. Dienstag den 22. d. M. findet in der Freien jüdischen Volksbühne zugunsten der zionistischen Bezirkssekt!on Leopoldstadt eine Sondervorstellung statt. Kartenvorverkauf: „Wiener Morgenzeitung“, Buchhandlung Lövvit, L, Rotenturmstraße, Firma Silberstein <L März, II, Augartenstraße 4, Sekretariat, II., Taborstraße 20a (4 bis 7 Uhr.) Morgenländische Kunst. Zwei Vorträge mit Lichtbildern wird ein bedeutender. reichsdeutscher Gelehrter, Dr. William Cohn, Assistent an den staatlichen Museen und Do ent der Lessing-Hochschule in Berlin, im Kleinen Saal der Urania halten, und zwär morgen den 9. d. M., */a8 Uhr, über „Die Kunst Indiens* und am Samstag den 11. d. M., zur gleichen Stunde, über „O s t a s i a t i sehe Malere i“. „Das goldene Kalb", eine biblische Bühnendichtung von Reinhold Zickel, gelangte im Stadttheater Bochum mit ungewöhnlich starkem Erfolge zur Uraufführung. Es behandelt das Schicksal der Juden in der Wüste am ßeige Sinai. Die Dichtung, in der die biblischen Gestalten um eine Anzahl frei erfundener Figuren bereichert sind, ist eine Anklage gegen Goldgier und Genußsucht. Nach dem Zweikampf zwischen Hur, dem fanatischen Führer der Sklaven und Bettler, und Aäron> dem Innerlich halt-, losen Vertreter der Anbeter des goldenen Kalbes, läßt Moses den goldenen Götzen in der Nacht versinken und ruft auf aller und besonders Josuas Geheiß sein Gebet zum Himmel empör mit dem erschütternden Schlußbekenntnis: „Ich! — ich habe gesündigt!“ Die Selbstanklage und Selbstreinigung erwirkt dem Volke,: dessen Schuld er auf sich nimmt, die Versöhnung. Sulamith, das sündige Weib, flieht nach Hurs und Aarons Tode entsetzt vor Moses Auge. Mirjam, die Schwester Moses und Aarons, die sich zu den Bettlern als ihren Brüdern wendet, wird mit Sebulon, der sich zum Verzicht auf Sulamith durchgerungen hat, vom Pöbel gesteinigt. Aber auch die Ueberlebenden sollen nach Moses Wort das Land der Verheißung noch nicht schauen, von dem losua, der werdende Gottesmann, die Kunde gebracht hat Das Werk, das sich durch Kraft und Schönheit der Sprache auszeichnet, machte tiefen Eindruck. Gerichtssaat. Drei Monate Gefängnis für eine Geste, Aus Budapest wird uns berichtet: Als der Hofzug des Reichs Verwesers am 3. Oktober 1920 die Station SorolcsAr passierte, soll der Fabriksarbeiter Josef H o r v & t, der sich auf dem Perron aufhielt, eine beleidigende — Geste gemacht haben. Er habe, so lautete die Anklage, sich mit der Hand unter dem Kinn gestrichen und erhob dann die Hand mit geballter Faust in vertikaler Richtung zum Zeichen des Henkens. Diese Geste wurde angeblich vom Hofzug aus vom reformierten Bischof Alexander R a f f a y und vom Staatsbahndirektor Horanszky wahrgenommen. HorvAt wurde verhaftet und trotz Leugnens dieser Tage vom hiesigen königlichen Strafgerichtshof wegen Beleidigung des Reichsverwesers zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Volkswirt. Gestempelte Krone —.08 Centimes. Auszahlung Wien -- —.17 Centimes. In Zürich notierte: die österreichische Krone —.17 (—.17 am 6. Februar) die österr. gest Krone . . —.08 (—.08 am 6. Februar) die tschechische Krone. . 9.62V» ( 9.85 am 6. Februar) die Mark ....... 2.52 V- ( 2.51 am 6. Februar) Agram ........ 1.65 ( 1.70 am 6. Februar) Bukarest ....... .am 6. Februar) Budapest ....... —.77V, (—.77V» am 6. Februar) Warschau....... —.16 (—.15 am 6. Februar) Im Operntheater wird morgen „Tosca mit Fräulein Mafalda S a 1 v a t i n i vom Deutschen Opernhaus in Charlottenburg als Gast aufgeführt. Ariiang Einfuhrerleichterungen anläßlich der Frühjahrsmesse 1922. Volksoper. Heute geht „Madame Bu11erf 1 ya Th der Premierenbesetzung in Szene. Beginn V.8 Uhr. Donnerstag gastiert in der Aufführung des „O t he. 11 o“ Herr Ernst rischer vom Operntheater als Jaga Für Freitag sein 10. d. M. wurde für die Aufführung van „La Tttv i a t a“ der Bariton Herr David JarosTawsk? als Germont rqpfikhtet, ferner wurde für die Samstag den 11. d. Al. Die österreichische Regierung wird weitgehende Erleichterungen bei Erteilung von Ein- und Ausfuhrbewilligungen für die auf der Wiener Messe bestellten Waren gewähren. Lediglich bei einer ganz geringen Anzahl von Ware« (insbesondere staatlieh bewirtschaftete und gewisse 1 Luxuswaren) wird die Bewilligung für jedes Auftrag nur bis zu einer entsprechenden Wertgrenze, beziehungsweise nach f a 11 w e i s e m Ermessen der Zentralstelle für Ein-, Aus- und Durchfuhr erteilt werden. Solche E i n- und Ausfuhranträge, die mit. einer vom Messedienst bestätigten Kdm Missionskopie (Auftragsbestätigung) belegt sein müssen, sind während der Messe bei den. Exposituren des Messedienstes! m Messepalast in der Rotunde, nach der Messe, jedoch innerhalb, zweier Monate nach Messeschluß» beim Handelsmuseum, Wien, IX., Berggasse . 16, einzureichen. Die Bewilligungen sind sodann in der Regel innerhalb 48 Stunden bei derselben Stelle, wo die Einreichung erfolgte, zu beheben. Bezüglich der Einfuhr nach auswä'r t ige® Staaten ist der Messedienst bemüht, auch hier Begünstigungen zu schaffen und die Entsendung von bevollmächtigten Einfuhrkommissiotten der Auslandsstaaten, speziell Deutschlands, der Tschecho-Slowakei und Ungarns, zu erwirken. Hierüber werden die obgenannten Exposituren des Messedienstes Auskunft erteilen. Messeschiedsgericht: Zur Schlichtung aller aus den Messegeschäften sich ergebenden Meinungsverschiedenheiten ist die Bildung eines Messeschiedsgerichtes vorgesehen. Aller Voraussicht nach wird dieses Schiedsgericht, dessen Inanspruchnahme unbedingt empfohlen wird, schon bei der kommenden Messe zur Verfügung stehen. Voraussetzung für die Zuständigkeit ist ein vom Messedienst bestätigter Schlußbrief (Auftragsbestätigung) und die Aufnahme einervon beiden Teile« gefertigten Schiedsgerichtsklausel in den Schlußbrief, beziehungsweise ein genereller oder spezieller schriftlicher Schiedsvertrag. Die Exposituren des amtlichen Messedienstes im Messepalast und Rotunde werden während der Messe hierüber Auskunft erteilen. Auch werden dort wie bei den Bureaus' der Messeleitung die Statuten des Messeschiedsgerichtes, Schlußbriefformulare . und Vordrucke für Schiedsverträge aufliegen. Der amtliche Messedienst. ,de* Handelsmuseums, Wien, IX., Berggasse 16, unterhält während der Messe in allen Messegebäuden (Messepälast, Rotunde, Hofburg und Stiftskaserne) je eine Vi d! er u n g s s t e 11 e zur Bestätigung der Messeabschlüsse, überdies im Messepaiast und in der Rotunde , je jeine Expositur mit Permanenzdienst von V,9 Uhr vormittags bis 6-Uhr abends. ’_ Notenumlauf am 7. Jänner : 182*27 Milliarden. Oesterreichische Geschäftsführung der Oester« reichisch-ungarischen Bank. Metallschaf z: < Goldmünzen der Kronenwährung, dann Gold in Barren, in ausländischen und HandelsmUnzcn, das Kilo fein zu. K 3-278 gerechnet . 22.187.80 * Goldwechsel auf auswärtige Plätze und ausländ. Noten (Piund, Fr. u. Mk.).. 3,235.748.10 Silberkuraot- und Ttjilmünzcn.. 4.747.80 3,262.683.70 - 6,759^39^0 Kassenscheine der Kriegsdarlehenskasse 241,716.000.— — - 112.500,— Eskontierte Wechsel, Warrants, Effekten 29.230,8C9.088.68 — 142,851.593.50 Darlehen gegen Handpiand . .... 584,^68.400.— — lll;945.500.— Eflekten ... 1,380.665.32 + 453.415.85 Österreichische Staatsschatzscheine .153.708,255.000.— 4* 1.935,160.000.— Oesterreiehisch-ungarische Bank „Liquidationsmasse“, Uebertrag v. j. 1N0 . 7.722,523.120.13 4. ■ 2TT,r- Andcre Aktiva .......... 20.590,896 422 48 -f 3,434,620.637.66 212.053,511.380.31 Passiva. Bänknotenumtauf , , , , . , . . 182.269,161.656.— -J- 8.154.414.823.— Sicht-Kassenscheine ...... 5.799,646.000.- 1.151,633.000.— Giroguthaben und sonstige sofort fäll. Verbindlichkeiten . .. 14.353,016.010.77 - 5.150,144.731.10 Guthaben der Oesterreichlsch - ungarischen Bank „Liquidattonsmasse“ . 979,258.364.11 — 26,309.327.96 Sonstige Passiva.: . 8.652,429:349.43 -f 3.282.237.428.51 212.053,511.380.31 , . Kurswert des Metallschatzes gerechnet zu den für ZollzahlUngen in Gold festgesetzten Kursen österr. K 3.874,532.174,10. Der Wochenstand der Bank vom 7. Jänner a. c.» welcher wegen der Jahresabschlußarbeiten eine.* Verspätung erfuhr, weist einige wichtige Neuerungen auf; es wurde der Metallschatz nicht wie bisher zur Münzparität, sondern zum D o 11 a r g o 1 d w e r t in Goldkronen berechnet. Als Fußnotiz erscheint der Metallschat* zum Kurswerte in österreichischen Kronen angegeben. Weiters zeigt der Stand eine Inanspruchnahme durch staatliche Scha zscheineir.reichungen mit 1935 Millionen, eine Abnahme der Giroguthaben und Sichtkassenscheine um 6301 Millionen, damit im Zusammenhänge eine Zunahme des Banknotenumlaufes um 8154 Millionen.. Die Anlagen in; Kommerzgeschäfte blieben ziemlich stationär. Die französische Handelsbilanz des Jahres 1921. Die nun auch für den Monat Dezember veröffentlichte« Ziffern über den französischen Außenhandel ermöglichen eine genaue Uebersicht über die Handelsbilanz für daa Jahr 1921 und ihren Vergleich mit den Ziffern des Jahres 1920. Die Einfuhr für das Jahr 1921 wird mit 23,548,000.009 Francs gegen 49.904,000.000 Francs im Jahre 1920 angegeben, weist somit einen Rückgang von 26.356,000.000 Francs auf, der auf den verminderten Bedarf der Industrie an Rohmaterialien infolge der Krise zurück* zutühren ist. Der Export hingegen weist einen Rückgang von nur 5.431,000.000 Francs, 21.553,000.000 Franca gegen 25.894,000.000 Francs auf. Die dadurch gegebene Verbesserung der Handelsbilanz um 21.015,000.000 Francs dürfte aber nur eine scheinbare sein und teils auf den allgemeinen Rückgang der Preise der Industrieprodukte,, der im Verlaufe des Jahres 1921 In allen westlichen Ländern Platz gegriffen, hat, teils darauf zurückzüführen sein, daß in der ersten Hälfte des Jahres 1921 Auftragsbestände aus dem Jahre 1920 ausgeliefert wurden, was auch aus eine« Vergleiche der Ziffern der ainzelnsh Monate hervorgeht. Die Tatsache des enormen. Preisrückganges wird aueh durch eine» Vergleich der in den Jahren "1921 und 1920 zur Aktivs. K Veränderungen seit dem Stände vom 31. Dezember 1921 K