Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1088 (8.2.1922)
- Date
- 1922-02-08
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile 4 Wien, Mittwoch Letzte Nachrichten. Ende des Eisenbahnerstreiks in Deutschland. Berlin» 7. Februar. (Privat) Um 9 Uhr abends wurde bei den Verhandlungen mit den Streikenden ein positives Resultat erzielt. Der Streik ist beendet und morgen wird die Arbeit wieder aufgenommen. Berlin, 7. Februar. Gegen 5 Uhr nachmittags traf im Rathaus die Meldung ein, daß die Streikleitung selbst den Abbruch des Streiks der städtischen Arbeiter empfohlen habe; dagegen habe die Konferenz der Obleute der einzelnen Betriebe beschlossen, im Streik zu verharren. Es soll.nochmals eine Urabstimmung vorgenommen werden, die bis morgen, VA 2 Uhr vormittags, abgeschlossen sein soll und von der es abhängen wird, ob der Streik abgebrochen oder fort-; gesetzt wird. Berlin, 7. Februar. (Wolff). Die Zahl der in den Dienst zurückkehrenden Eisenbahnbediensteten nimmt z u. Im Vorortewie im Fernpersoneuverkehr konnte die Zahl der Züge weiterhin vermehrt werden. Auch im Güterverkehr ist eine merkliche Besserung zu verzeichnen. Teilweise Einigung in dem tschechoslowakischen Bergarbeiterstreik. Prag, 7. Februar. (Tschecho-slow. Preßbur.) Bei den Verhandlungen zwischen» den Vertretern der Grubenbesitzer und der Bergarbeiterorganisationen ist ein gewisses Einvernehmen hinsichtlich der Beseitigung des Falkenauer Konflikts, der eigentlichen Ursache des Streiks, erzielt worden. Die Ostrauer Grubenbesitzer lehnen cs jedoch ab, die Grundsätze anzuerkennen, nach welchen die paritätischen Kommissionen über die, weitere Regelung der Löhne und der Zulagen der Bergarbeiter entscheiden sollen. Außerdem ergab sich gegen alles Erwarten eine prinzipielle, Differenz bezüglich der Arbeitszeit durch die Forderung der Unternehmer, daß im Bergbau die gesetzliche 48stündige Arbeitszeit bis in die letzten Konsequenzen eingehalten werden müsse. Dies würde bedeuten, daß die Bergarbeiter auf die Errungenschaft der sechsstündigen Arbeitszeit am Samstag verzichten sollen und daß der Generalstreik dadurch beendet werden soll, daß die Arbeitszeit im Bergbau verlängert wird. Die Verhandlungen werden morgen vormittags im Ministerium für öffentliche Arbeiten fortgesetzt werden. Vor einem griechisch-bulgarischen Krieg? WIENER' MORGEN ZEIT U N & MW»» .- ... ■ i .»■»■.—1„, iw»«—— Mitteilungen aus dem Publikum. matt Inm Isln Wien Wien empfehlen sich als Verlobte Februar 1922 ass Lulli kehre zurück, Mutter alles geordnet und verziehen Adler so® BBBBBBBBBI B IBBR3 ' B (Hebräisch) für Mittelschulen und Privatinteressenten mit Origlnallandkarten und Illustrationen von Dr. 8. Klein Soeben erschienen! Einziges Buch in seiner Art I 9398 neSsi.Verlas SM iMS., fin, UiM.16 £ B9BBBBBBBBBS1BB9BIBBOBBI GS IBBB sucht ein Zimmer (wenn möglich leer) mit' Küchenbenützung. Preis Nebensache. Zusohr, erbeten unter »M: L. 5989" au die Adm. des Blattes. 5989 Echte Jägerwäsche Ä ßibert Hatzne?, Wien» L, Kohlmessergasse 8 Rom, 7. Februar. (Priv.) Die „Tribuna“ meldet aus Athen, Griechenland und Bulgarien hätten gegeneinander die Mobilisierung angeordnet Die amerikanischen Kardinäle protestieren. Paris, 7. Februar. (Funkspruch.) Kardinal Connell kritisierte das Vorgehen des Konklave und verlangte für die Zukunft einen Modus, der den amerikanischen Kardinalen die Mitwirkung bei der Papstwahl gestattet. Gasparri bleibt weiter päpstlicher Staatssekretär. Rom, 7. Februar. (Stefani.) Papst Pius XI. hat €en Kardinal Gasparri als Staatssekretär bestätigt Auch die Prälaten, die unter Benedikt XV. den Hof bildeten, sind in ihren Stellungen bestätigt worden. Wiener zionistisches Lokalkomitee. Heute Va8 Uhr abends findet, die Sitzung des Lokalkomitees im Zionistischen Bureau, II., Zirkusgasse 3, statt Alle Mitglieder werden um pünktliches Erscheinen ersucht. __ Streik in den Wiener Drogengroßhandltmgen. Mangel an Arzneien. In den Drogengroßhandlungen ist ein Streik ausgebrochen, der das gesamte Hilfspersonal umfaßt Durch diesen wird die regelmäßige Abfertigung der von den Apotheken bestelltet Arzneimittel außerordentlich erschwert, da nicht nur die bisher übliche Zustellung an die Apotheken unterbleibt, sondern auch Angestellte der Apotheken, die die Arzneimittel selbst abholen lassen wollen, von den Streikposten daran gehindert werden. Infolgedessen macht sich in den Wiener Apotheken ein bedenklicher Mangel, an Arzneien fühlbar. MorphiumpastiHen statt Abführpillen. Der Pharmazeutische Reichsverband für Oesterreich teilt mit: Beim Ausschuß der konditionierendep Pharmazeuten wurde die Anzeige erstattet, daß in einer Apotheke Abführtabletten (Phenosantabletten) der Heilmittelstelle gekauft wurden und daß beim Oeffneit der Originalpackung sich herausgestellt hat, daß' sie nicht Abführtabletten, sondern Morphiumpastillen enthielt. Da es nun möglich ist, daß diese Verwechslung nicht auf diese eirte Packung beschränkt ist, sieht sich der Ausschuß der konditionierenden Pharmazeuten, um etwaiges Unheil zu verhüten, veranlaßt, dies der Oeffentlichkeit bekannt- 2Ugeben. Bis zur Klarstellung der Verwechslung wolle seitens der Bevölkerung die notwendige Vorsicht bei Verwendung der Ab f 01irtab 1 o11en der Heilmittelstelle beobachte!: werden* * Erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Ehmürden des Herrn Oberrabbinenr' S. B. Ehrenleid, Mattersdorf, daher *1^3 Bestellungen auf Kuaerol *1^3 werden bereits entgegengenommta. Kranket Hagen... Böses Plagen..... Mürrijchyerdcn, Itiagelauf! Lo& dir röten, Nimm zu Braten UUNEROL, du Iclthi verdaut I WWW * Für die Wiener Universität. In Erfüllung eines vom Direktor der Wiener Universitätsbibliothek ausgesprochenen Wunsches hat das italienische Unterrichtsministerium die Verfügung getroffen, daß die italienischen Akademien sowie die wissenschaftlichen und literarischen Institute der Wiener Universitätsbibliothek unentgeltlich alle offiziellen Veröffentlichungen zur Vervollständigung und Fortsetzung der durch den Krieg unterbrochenen Sammlungen zusenden. * Freiplatze in Bad Hall. Ab 15. d. M. sind im Kinderspital der Stadt Wien in Bad Hall einige Plätze für männliche jugendliche vön 14 bis 16 Jahren zu vergeben, ab 15. März solche für Mädchen im selben Alter. Aufnahme finden nur solche Jugendliche, die . an Knochentuberkulose oder Lymphdrüsentüberkulbse leiden. Gesuchsformulare in der Magistratsabteilung1 12 (WoHlfahrtsabteilung, VIII., Schmidgasse 11, von 8 bis 10 Uhr) erhältlich. * Die Tagesheimstätten für Kriegerswaisen vor dem Zusammenbruch. Der Verein Tagesheinistätten für Kriegerswaisen und Kinder, DI., .Rennweg 6, befindet sich in größter Not Die Amerikaner machen ihre Hilfeleistung davon abhängig, daß auch im eigenen Lande Entsprechendes geleistet werde. Rasche Hilfe tut not! * Neuaufnahme von Schülern in die jüdischen Volksschulen. Im zweiten Semester des laufenden Schuljahres wird noch eine Anzahl von Kindern in die erste, beziehungsweise erste und zweite Klasse der jüdischen Volksschulen, II., Castellezgasse 35, und XX.» Denisgasse 33, aufgenommen. — Die Einschreibungen erfolgen vom 8. bis 15. Februar zwischen 12 und 1 Uhr mittags in beiden Schulkanzleien. * Madame Curie Mitglied der medizinischen Akademie. Die Pariser medizinische Akademie hat an Stelle des verstorbenen Perrier Madame Curie zum Mitglied gewählt * Gänzliche Einstellung des Güterverkehrs nach Deutschland. Die Sperr« des Güterverkehrs nach und über Deutschland mußte nunmehr auch auf Sendungen nach den süddeutschen Eisenbahndirektionsbezirken ausgedehnt werden.-Der Güterverkehr nach Deutschland und im Durchzuge durch Deutschland ist derzeit auf allen Uebergängen ohne Ausnahme eingestellt * Abgebrannte Fabrik in Lodz. Aus Lodz wird gemeldet: In der Textilfabrik Widec ist gestern ein großer Brand ausgebrochen, wobei die Webeabteiluug eingeäschert wurde. Der Schaden ist sehr bedeutend. * Strenger Frost. Der amtliche Wetterbericht meldet: In Oesterreich und den nördlichen benachbarten Ländern hält strenger Frost au. Frühmorgens me'st bewölkt, tagsüber ist die Bewölkung verringert. In England und in Westfrankreich ist es bei südliche» Winden wärmer geworden. Voraus? a gc: Müßige Bewölkung, strenger Frost, 8. Februar 1922 Nr. 1088 ♦Preiswerte Galloschen in allen Del-Ka-Verkauf skätwern für Damen K 8500 für Herren K 10.300. * Wiedereröffnung der Volksküchen. Infolge sind» Streiks des Küchenpersonals mußte der Wiener Volksküchenverein seine Ausspeisungsstellen vor etwa einer Woche schließen. Da eine Einigung nicht zu erzielen war, wurde beschlossen, das streikende Personal zu entlassen und npue Arbeitskräfte aufzunehmen. Mit diesen wurden schon gestern die Volksküchen in der Haidgasse, Rienößlgasse, Laxenburgerstraße, Goldschlagstraße, Friesgasse und Yppenplatz bewirtschaftet und für die Ausspeisung in Betrieb-gesetzt Heute wird auch die Volksküche in der Innern Stadt für die Besucher geöffnet sein. ♦ Einbrecher mit dem Revolver. Am 6. d. M. ist ein etwa 18- bis 20jähriger Bursche durch ein Fenster in die Villa Rosen fei d, XIII.» Wolfersberggasse Nr. 11, eingestiegen. Der Strolch hatte schon Silbergeschirr im Werte, von einer Millionen Kronen erbeutet, als er überrascht wurde. Der Sohn. der. Villenbesitzerin wollte ihn an der Flucht.hindern; doch der Einbrecher erzwang sich mit vorgehaltenem Revolver den Abgang und floh unter Rücklassuhg der Beute.. - ‘ * Damenfcostüme um vier Millionen Kronen ge» stöhlen. Am 3. d. M. Wurde bei der Firma Hedwig Müll e r, VU1., Langegasse 65, ein Einbruch verübt, bei dem die Täter Kleider, Pelze und Wäsche im Werte von vier. Millionen Kroneft erbeuteten. Von den Tätern fehlt jede Spürv # Einbruch bei der polnischen Handelskammer. Bei der polnischen Handelskammer in Wien, III., Ditscheinergasse 2, wurde gestern eingebrochen. Gestohlen wurden zwei Schreibmaschinen, eine Bronzestanduhr uqd zwei dreireihige Alabasterleuchter, zusammen 1 l/s Millionen Kronen wert Vereine, Vorträge und Versammlungen. Zionistische B e z i rk s s e k t i o n Landstraße. Donnerstag den 9. d. M. um 8 Uhr abends im Souterrain des Cafd Gartenbau (Lokal der. Jüdischen Tischgesellschaft Landstraße) Volläüsschußsitzüng. —-jüdische Tischgesellschaft Lands t r a ß e. Morgen, 8 Uhr, Cafe Gartenbau, Souterrain, Vortrag. A. Schwertf i n g e r: Die letzte Krise im Judentum vor der zionistischen Bewegung/ Anschließend Diskussion. Gäste Willkommen!, ~ Z i o n i s t i sc h - a k a d e ra ischer Landesverb'an d. Heute, 8 Uhr, dringende Sitzung, Ivria-Bude. — J ü d i sehe T i s c h g e s e 1 l s c h a f t A 1 s e r s t r a ß e u .n d U m g e b u n g. Heute, 8 Uhr abends, Cafe Hackerlinghof (Souterrain), Zusammenkunft. Gäste willkommen. — Schutzbund der Bukowinaer in Oesterreich, Wien, yereinskanzlei ira Bureau der Phönix-Filiale, XX, Klosterneuburgerstraße 40, Mitgliederverkehr täglich von 10 bis 11 Uhr vormittags, 12. d. M., 9 Uhr vormittags, im Caf§ Palast, IX., Alserstraße 9 (Eingang Boheme), Generalversammlung. Nicht- Mitglieder können ihren Beitritt vor Eröffnung der Versammlung aumelden. — Bukowinaer Zentralverband in Wien. Am 5. d. M. fand in Wien die konstituierende Generalversammlung des neugegründeten Vereines Bukowinaer Zentralverband statt. Die Generalversammlung hat den Beschluß gefaßt, bei deit kompetenten Regierungsbehörden gegen die Ausweisung und Abschaffung von Bukowinaern zu intervenieren und die Bewilligung des Aufenthalts in Wien, Anerkennung der Option und Aufnahme in den Wiener Heimatsverband für Bukowinaer zu betreiben. Zum Präsidenten wurde Rechtsanwalt Dr, Jakob S t a d l e r gewählt. v : Vol k sh ei m. Samstag den 11. d. M., 7 Ufa* abends, wird Burgschauspielerin Rosa A 1 b ä c h- R e 11 y im Volksheim (XVI., Koflerpark 7) ernste und heitere Dichtungen von Goethe, Mörike, Liliencron, Eichendorff, Storm, Thoma, Hofmannsthal, Meli, Tschechow und anderen zum Vortrag bringen. Karten von IC 20 bis 120 beim Hauswart. Cb amischa-Assar-Feier. Der neuge* gründete Verein zur Erhaltung einer Talmud-Thora-Scliule in Währing (Obmann Rabbiner Dr. Feuchtwang), der bereits hebräische Unterrichtskurse eröffnet hat, veranstaltet anläßlich des herannahenden Chamischa Assar bi Schwat Sonntag den 12. d. M. im Schopenhauer-Tempel einen fugendgottesdienst anschließend an Mincha. Rabbiner Dr. Feuchtwang wird der Jugend die Bedeutung des Tages erklären und ein Damenkomitee nach alter Sitte die Kinder mit Früchten und Süßigkeiten beteilen. Die p. t. Eltern werden ersucht, ihre Kinder zum Besuche dieser Veranstaltung zu veranlassen. Urania. Heute, V,3 Uhr (Großer Saal) Schülervortrag: Ein Besuch In einem Steinkohlenbergwerk. — Eine Wanderung durch das schöne Ennstal. 5 Uhr (Großer, Saal) Das Mittelmeer. — Vs6 Uhr (Kleiner Saal) : Akademischer Maler Christian Ludwig Martin: Das Wesen und die verschiedenen Techniken der Originalradierung, IV. — V«6 Uhr (Kurssaal) Ilse A r 11: Wärmewirtschaft, Kräftewirtschaft und Abfallverwertung im Haushalt, VI. — V»6 Uhr (Klubsaal) Dr. Hans Prager: Die Philosophie des »Ais Ob“, I. — V,8 Uhr (Großer Saal) Das schöne Land Salzburg. — V,8 Uhr (Kleiner Saal) Ewald Schild: Aus der Wunderwelt des Unsichtbaren. — V*8 Uhr (Kürssaal) Die nutzbaren Mineralien Deutschösterreichs, in. — Vs8 Uhr (Klubsaal) Opernsänger Leopold S t öge r : Löwe-Abend. Ernährung. Mazzothversorgung 1922. Seitens der israelitischen Kultusgemeinde Wien wird,, zur Kenntnis gebracht, daß die Anmeldungen zum Mazzothbezuge für Bemittelte gegen gleichzeitige Vorausbezahlung vom 2200 Kronen per Kilogramm nur bis 20. d. M. entgegengenommen werden können. Einzahlungsstellen sind, in den bereits angeschlagenen Kundmachungen ersichtlich gemacht Neuerliche Erhöhung des Brot- und Mehlpreises. Im Zusammenhänge mit dem Abbau der Lebensmittelzuschüsse steht für die Konsumenten eine weitgehende neuerliche Erhöhung des Brot-, Welßgebäck- und Mehlprci'ses unmittelbar bevor. Die Erhöhung wird voraussichtlich schon von Sonntag den 12. d. M. er* folgen, da die Bäcker schon das ihnen in dieser Woche zugewiesene Brotmehl um 107 Kronen per Kilogramm teurer bezahlen müssen. Auf ein Brot berechnet, steigt der Eigenpreis hir Mehl, den der Bäcker bezahlt, um 100 Kronen, dazu kommt die Erhöhung der Löhne, der Backregle usw, die die Bäcker veranlassen wird, den Preis ve« 316 Krone« für das rayonierte und von 420 Kronen für das Extrubrot , wesentlich zu steigern.