Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1085 (5.2.1922)
- Date
- 1922-02-05
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1085 WIENER MÖRGENZEITtTNÖ 5. Februar 1922 Seite 1! Wien, Sonntag taKsdhen Judeü, vier die der -europäischen umfassen. Biißjm«) ist mir eitn Band veröffentlicht wordern :: »Die Lieder der jememitischen Juden«, und zwar mit Hilfe der königlichen Akademie der Wissenschaften in Wien, die jedoch infolge des Krieges nicht mehr in dr Lage ist, weitere Hilfe zu leisten. Idel-sohm hofft auch Hilfsmittel zur Fortführung der Musikschule zu beschaffen, die er im Jerusalem gegründet hat. Er stellt*'feit, daß fcidh in Palästina eine Fülle musikailiscfher. v^fgab‘üng 'findet. ' ' Operntheater. Smetanas »Verkaufte Braut“, die lange Im-Opernfheater nicht mehr gespielt wurde, ist das Muster einer Slawischen Volksoper. Es ist beinahe gleichgültig, ob die einzelnen Melodien von Smetana aus dem Schatze der Volksmusik in die Oper aufgenommen wurden, oder von Ihm frei erfunden, aus der Oper zum Volke zurückströmten: in ihrer frischen Ursprünglichkeit und leichten Einpräglichkeit werden sie Gemeingut des Volkes bleiben. Die schöne Frühlingszeit, von der der Eingangschor singt,. Jacht und leuchtet aus allen Melodien, aus den bewegt,en Chören und frohen Tänzen, aus den slawischen Bässen und aus dem Getändel der Holzbläser, .die .leicht und sorgenfrei wie das VVässerlein in Smetanas;»Moldau“ tiahinplaudern. In seiner eigenen Frühlingszeit, als noch nicht das Gespenst der Erblindung und des Wahnsinns drohend vor ihm stand, hat Smetana dieses frohe. Werk geschaffen und damit der tschechischen Oper einen musikalischen Frühling geschenkt. — Im Mittelpunkt der. Handlung steht der Heiratsvermittler „Kezal“, dem einst . Willy Hesch seinen breiten, behaglichen Humor lieh. Herr Bohnen, der nun den Kezal singt, ist um ergötzliche Einzelheiten niemals verlegen, den Mann aus dem Volke, der aus der Fülle seines Humors schöpft, glaubt man ihm jedoch nicht, eher den gewandten Schreiber, der mit Papier und Federkiel wohl vertraut ist. Ais Sänger gerät Bohnen Immer mehr auf Irrwege. Er gefällt sich ini Sprechen und Markieren, im Parlando und Rezitieren, aber er mag nicht recht singen. Wenn er gelegentlich mit seiner Stimme her^usrückt, mit der großen Tiefe und gewaltigen Höhe* prunkt, dann liegen die bedeutenden technischen Mängel seines robusten Organs offen zutage. Bohnen ist immer wieder ein Schauspieler, größten Formats, eia Kraftmensch, der mit seinem unwiderstehlichen Komödiantentemperament die Masse mitreißt,. .aber kein Opernsänger, der mit vornehmer Gesangskultur dem Kunstwerke dient. — Den Hans schmückte- Herr G a 11 o s mit seinem frischen, prächtig klingenden Tenor und seinem munteren Spiel, auch der tölpelhafte Wenzel des Herrn W e r n i g k geriet vortrefflich, eine Glanzleistung bot Herr Breuer als Schmierendirektor, in kleineren Rollen wirkten die Damen Kittel und Bauer-Pilecka, die Herren Steh ni an n und M a d i n mit Erfolg. Eine bedauerliche Groteske bot stimmlich und namentlich darstellerisch die Marie der Frau Alten; derartige Fehlbesetzungen dürften auch Im Fälle von Absagen im Operntheater nicht Vorkommen. Das Orchester unter Kapellmeister R e i c h e a b e r g e r spielte in der Ouvertüre mit aller Leichtigkeit, Im weiteren Verlaufe hätte die hübsche Aufführung durch noch flotteren Lustspielton gewonnen. Flb. Vortrag Alfred Kern Der Vortrag des interessanten Berliner Schriftstellers war unter dem Titel angekündigt: »Lessing und die heutige Kritik“. So ungefähr in der Mitte der anziehenden Ausführungen wußte man, daß Alfred Kerr über das Thema »Lessing und ich* zu sprechen wünsche und eine Strecke später entschloß man sich, die Devise des Abends auf »Ich und Lessing“ abzuändern. Tut nichts zur Sache. Der lebensvolle, anmutige Mann hält was von sich, lehnt den »Schwindel der Ziererei“ ab, erhebt sich vom Pult, wenn er einige seiner gedruckten Kritiken rezitiert, fügt hinzu, die, welche er vortrage, seien; nicht seine besten, er bringe sie nur, weil sie sich am besten vortragen ließen, weist recht nachdrücklich und recht oft auf sein „fünfbändiges Werk“ hin, das neben seiner Linken am Vortragstisch aufgeschichtet ist, freut sich der glitzernden Ringe an der Hand, freut sich der Wirkungen seiner Pointen und hat gar einen richtigen Abgang aufgespart. Er legt das Augenglas ab (feierlich, wie wenn ein Redner auf freiem Markt den Hut lüftet), löst sich. vom Manuskript los, steht da und läßt die Selbstbetrachtung in einem wirkungsvollen Schlußsatz gipfeln, der an. die Menschheit adressiert ist und ihre Erlösung betrifft Tut alles nichts zur Sache. Denn Ehrlichkeit, jugendliches Draufgäqgertum ist das Zeichen dieser blond-heiteren Künstlernatur und man nimmt ihm? so; wenig übel, wie die Manie, seine trefflichen Theaterreferäte in winzige, sorglich lummerierte Kapitel zu zerhacken. Fein, sehr fein waren seine kritischen Betrachtungen Uber Lessing, die zum Teile in der Einleitung seiner gesammelten Schriften enthalten sind und bezeichnend war es, daß er wegen dieser Einleitung wiederholt um Entschuldigung bat Er brannte selbst darauf, zu seinem eigentlichen Thema zu kommen. Dieses war aber, wie gesagt: »Alfred Kerr“. Lessing habe die Form gefunden, Jetzt sei der Rhythmus, die Musik hinzugefügt worden, die Lessings Arbeiten über das Theater fehlten. »Kritik* sei eine Kunstübung geworden. Der Dramatiker „bearbeite^ einen Konflikt, ein Schicksal. Der moderne Kritiker „bearbeite" den Autor. — Schade, daß Kerr nicht endlich das Wort „Kritik" ausmerzt Er und andere, die man anzuhören Ursache hat, sind feinnervige Könstlermenschen, die mit Temperament und nicht ohne Verantwortung ihre Eindrücke von Theaterabenden wiedergeben. Ihre Freude, ihre Entrüstung, ihren Enthusiasmus, ihren Eckel. Was Kerr in seiner bezeichnenden Art niederlegt, ist wertvoll und häufig fruchtbar. Auch seine Irrtttnier, weil er ein Charakter ist Es war eia großes Vergnügen. Nur, daß die unvermeidliche »Relativitätstheorie“, die man doch den tftnlgeii Fachleuten überlassen sollte, die sie verstehen. auch in dieser Betrachtung eines Theaterreferenten herhalten mußte. Wir hoffen, daß Kerr, der an einem Beispiele zeigte, wie ihm »Relativität in bezug auf das Kunsterkennen“ lange vor Einstein in seinem Werke zum Prinzip geworden sei, Einsteins Relativitätstheorie auch wirklich kennt. Man hörte dem Berliner Gast überaus angeregt zu und spendete ihm reichsten Beifall. 0. A. Aus den Theatern. Im Burgtheater wird morgen „Fräulein Julie“ aufgeführt. Es findet keine Kartenverkauf statt. Im Operntheater geht morgen »D ie verkauf t e Braut“ mit Herrn Bohnen als Kezal in Szene, -r* Dr. Richard Strauß dirigiert die heutige Vorstellung. „Der Rosenkavalier im Operntheater. In der V o lksoper geht heute „Die verkaufte Braut“ mit Frau Wagschal in der Titelrolle in Szene. In dieser Aufführung gastiert Herr Rudolf Händler als „Kezal“. Beginn V£8 Uhr. — Dienstag wird „Cavalleria rusticana“ und „Der Bajazzo“ gegeben. Beginn V,8. Uhr. Die nächste Aufführung von „Mad?.me Butterfly“ findet Mittwoch den 8. d. M., die nächste Aufführung von „Othello“ Donnerstag den 9. d. M. statt. Im Deutschen Volkstheater wurde Wedekinds „L u l u“ für heute, ferner für Dienstag und Samstag angesetzt. Morgen werden „Die Kreuzeischreiber“ aufgeführt. . - In den Kammerspielen des Deutschen Volkstheaters steht der Schwank „D e r Keuschheitsapostel“ von Beda und Fritz Grünbaum heute, ferner Dienstag, Donnerstag und Samstag den 11. d. M. auf dem Spielplan. Morgen wird „Untreu“ gegeben. * Im Raimund-Theater wird heute nachmittags „DesMeeresund der Liebe Well en“ gespielt. Heute abends and Mittwoch sind die letzten Aufführungen des Schauspiels „8 umpf“ mit Hans Marr als Gast. Morgen geht ^Richard III.“ in Szene. Donnerstag den 9. d. M. findet die Premiere des Possenspieles „Schluck und Jau“ von Gerhart Hauptmann, mit Hans Marr und Ludwig Stärk in den Titelrollen, statt. Im Wiener Komödienhaus gelangt Samstag den 11. d. M., 3 Uhr nachmittags, das Tscmrikowsche Schauspiel „D i e J u d e n“, inszeniert von Forest, mit Lilly Karoly (Raimund-Theater) und den Herren Forest (Deutsches Volkstheater), Hainisch (Carl-Theater), Loibner (Raimund-Theater), Moser (Renaissance-Bühne), Schrecker (Neue Wiener Bühne) und Zetenius (Deutsches Volkstheater) in denv Hauptrollen zur Aufführung. An der Neuen Wiener Bühne wird morgen zum ersten Male „T a g a r i n“ mit Leontine S a g a n und Oskar Beregi aufgeführt. Im L u s t s p i e l t h e a t e r bringt die F r e i e jüdischeVolksbühne morgen „B e r t s c h i k“ zur* Darstellung. Frei e jüdische Volksb iihne Gastspiel ttn Lustspieltheater. HHtglledervsa'steSEsgng 3 KUr „achm. i Gsnuwlm (Diebe) “““SSW 1 ■ “2 ■wuhr.bcnd^PÄer’m ©snasi USB" Das Theater Ist g e h e i s 11 ”238 4280 Hebräische Akademie. Im Aufträge der Landesorganisation der Hitachduth veranstaltet das Konzertbureau des Haruach am 19. d. M., 4 Uhr nachmittags, im Mittleren Konzerthaussaal eine Chamischaasarfeier. Mitwirkende: Oberkantor Gerson M a r g u lies, Konzertsängerin Hanni Schwarz, Klaviervirtuosin Sabine Laub e und Dr. T a r t a k o w e r.; Für diese erste durchaus hebräische Veranstaltung'in einem großen Wiener Saal gibt, sich außerordentliches Interesse kund. Karten ab Dienstag bei den Mitgliedern der Hitachduth, Hatechia, D., Czerningasse 19, „Wiener Morgenzeitung“, Löwit, Aida und im Hebräischen Klub, Taborstraße 20 a. Ein palästinensisches Volksbuch. Das berühmte Buch des palätinensischen Arbeiters Jakob P o 1 j e s k i n: „Träumer und Kämpfer“, welche? in Bildern und Skizzen das Ringen und Arbeiten der jüdischen Bauern und Schomrim in den letzten 50 Jahren schildert, erscheint demnächst im I n t e r t e r r i t o r i alen V erläge Renaissance, Wien, IX., Schulz-Straßnitzky-Gasse 13, und wird in allen Buchhandlungen erhältlich sein. Es ist das erste palästinensische Volksbuch, welches unter anderem zwei interessante unbekannte Skizzen über den Aufenthalt We’tzmanns und Herzls in Palästina bringt. Bestellungen werden schon jetzt entgegengenommen. Konzerte. OttakriugerVolksheim (XVL* Koflerpark 7). 7 Uhr abends, Saal I: Kammer-Symphonie- Konzert. 'Mitwirkend: Ein Kammerorchester unter Leitung . von Dr. L. Fischner. Programm: J. S. Bach, Konzert A-Moll für Klavier und Violine, Suite H-Moll für Flöte und Streicher. J; Haydn, Arien und Duett aus der „Schöpfung“. Sopran: Fräulein Helene Riha. Baß : Herr Hans Komrcgg. Symphonie D-Dur („Die Uhr“). Karten von K10 bis 80 beim Hauswart. . — Urania. Einen Konzertabend (Mozart, Brahms, Lafite usw.) werden Opernsängerin Felicie M ihaczek und Konzertmeister Karl P r i Fl, beide an der Staatsoper, am Dienstag den 7. d. M.» V«8 Uhr, im Kitzinen Saale der Urania geben. Am Klavier: Karl Lafite. Das Deutsche Landestheater in Prag. Wie die Brünner „Lidove Listy“ melden, wird die tschechische Regierung den Deutschen das am 16. November 1920 gewaltsam tschechisierte Deutsche Landestheater wieder zurückgeben. Dr. Alfred Nossig, der bekannte Berliner Soziolpge und jüdische Publizist, wird am 20. und 22. d. M. im Saale der Sezession über die bolschewikische Bewegung und der Beteiligung der Juden am Bolschewismus sprechen. Das Interesse für die Vorträge ist derart groß, daß nur hoch eine geringe Zahl von Karten erhältlich ist (siehe Inserat). Ein orientalischer Abend. Unter 'dieser Devise wiederholt die Palästina-Sektion jüdischer Mediziner die zweite und letzte Veranstaltung in dieser Saison am Sonntag den 12. d. M. in den Oaeonsäleni Vl, Mariahilferstraße 81. Kartenvorverkauf und Auskünfte von 11 bis 1 Uhr, IX., Liechtensteinstraße 11/13. . In der Roland-Bühne. (Jüdische Bühne), II., Praterstraße 25, findet heute, V.8 Uhr abends, eine Benefizvorsteilung zugunsten der Frau Berson und des Herrn Bell statt. Aufgeführt wird das Gordinsche Schauspiel „Die Waise“ (Die Jesojme). Dr. Heinz Thon veranstaltet ant 17. d. M. im Kleinen Konzerthaussaal ein Geigenkonzert. Mitwirkend Maria Leixaer (Gesang). Ara Klavier Prof, Karl Frühling Nur mehr wenige Karten an der Konzerthasse Symphania (Kassenlokal Oütraano, L Kämtnerring 8L Eine Festaufführung des „Tkias-Kaf“ veranstaltet Mittwoch den 8. d. M. der jüdische Hochschulauschuß ha Lustspieltheater. , Das Todesurteil sprich. (Arie amts der »JudTen« vicwS M H a 1 e v y, hebräisch von J. H e r z b e r g.) Die bekannte Bravour-Arie Eleasars aus Halevys >Jüd!lm< hajj Jsaclk Herzberg mit einem hebräischen' Text versehen* der. eine geschmackvolle Uebeirsetziinig darstellt und siel, der Mu/si'k gut am*schmi<egt. Das entsprechend gedruckt« Heft ist, vom Prof. A. W o lf revidiert, beim Jüdischem, •Naftkwralfonds, II., Taborstraße 59, erhältlich. Eime . weitere Folge von Ariern mit hebräischen Textern iisit inj Vorbereitung. . Die Arie wird sicherlich eine danlkeu-Srt werte Bereicherung des Repertonrs jüdischer V.erati* staltumgen bilden. _ Ib. Gerichtssaal. Seine Frau getötet. Vor dem Schwurgerichte hatte sich gestern def 26jährige Kellner Gustav Müller wegen Meuchelmordes zu verantworten, Müller hat am 10. August 1921 seine Frau durch einen Schuß in die linke Sch äfe getötet. Wie die Anklageschrift ausführt, heiratete der Beschuldigte im Herbst 1920 die Schneiderin Luise F r ä n z e 1. Nach einem Jahr kam es wiederholt zwischen den Gatten zu Streitigkeiten, weil Müller nicht genug Geld zur Wirtschaft hergegeben haben soll. In der Nacht zum 10. August kam Müller etwas angeheitert zwischen 1 und 2 Uhr früh nach Hause. Gegen 6 Uhr morgens hörte die Schwester, der Frau, Anna Fränzel, im Schlafzimmer der Eheleute eineu Schuß fallen. Sie sah ihre Schwester im Bette liegen, das Gesicht zur Mauer gewendet Hinter ihr kniete Gustav Müller und hielt eine Pistole in der Richtung gegen den Kopf der Frau. Dann drückte Müller die Waffe gegen seine Schulter los. Wie im gerichtsärztlichen Gutachten festgestelit wird, wurde Frau Müller durch einen Schuß in das Gehirn getötet. Müller gab an, daß er schon längere Zeit die Absicht hatte, gemeinsam mit seiner Frau zu sterben. Die Anklageschrift bezeichnet diese Angaben als gänzlich unglaubwürdig, denn in einem Briefe vom 9. August habe der Angeklagte geschrieben,, daß er die Absicht habe, seine Frau zu töten. Nach den Angaben des Vaters des Angeklagten läßt sich der Ermordeten nicht das Geringste nachsagen, während der'Vater den Sohn als Sorgenkind und Taugenichts bezeichnet Die Untersuchung seines Geisteszustandes ergab, daß er zwar moralisch minderwertig, abef vollkommen zurechnungsfähig sei. Das Urteil. Die Geschworenen bejahten mit zwölf Stimmen die Hauptfrage auf tückischen Mord. Die Zusatzfrage auf Sinnesverwirrung bei Begehung der Tat wurde mit acht Stimmen ja gegen vier Stimmen nein beantwortet. Auf Grund dieses Verdikts wurde der Angeklagte freigesprochen. ' Volkswirt. Gestempelte Krone « —.08 Centimes. Auszahlung Wien * —.17 Centimes. Besserung der tschechischen Krone. In Zürich notierte*: die österreichische Krone —.17 (—.17 am 3. Februar) die österr. gest. Krone . . —.08 (—.08 am 3. Februar) die tschechische Krone. . 9.90 ( 9.75 am 3. Februar) die Mark ...... 2.52VC ( 2.50 am 3. Februar) Agram ........ 1.65 ( 1.65 am 3. Februar) Bukarest ....... —(—.— am 3. Februar) Budapest . ..—.77V, (—.77 am 3. Februar) Warschau ....... —.16 (—.15 am 3. Februar) Finanzielle Rundschau. Die gesamte Oeffentlidhlkeit «steht Micher dtem Eindruck der neuendiitngs im. den Vordergrund gerückten Kreditaktion. Hoffnungsvoll! lauscht man auf jede a-us den Haujptetädten der Westmächte kommende Nachricht, erwartet jeden Moment e;me offizielle Aeußerunig der Regienunjg und die Stimmung wechselt je nach den bald günstig, «bald ipessiH miistisch lautenden Gerüchten. Man hat ähnliche Situationen iirn Laufe dies vergangenen Jahres 'Söhonf oft durchlebt und so wäre die Verlockung nicht gering, einen gleichen Ausgang der jetzigen Kreditalkticn vorausizusagen. Aber es ist diie alte und doch zugleich eine neue Situation, Die 'Nachrichten fließen nicht mehr so ergiebig, wie im Vorjahr, da-s Schweigen der Regierungsstellen hat seinen Grund,-in dem' Bestreben, keine überschwänglichen Hoffnungen' Aufkommen ziu lassen, denen eine umso schwerere' Enttäuschung folgen konnte. Auch das erste Ministerium Schober wair ein Ministerium der Kredit« alktion. Es arbeitete mit fixen Terminen, zu denen' der Kredit um zweifelhaft einf ließen würde, und mit bestimmten Beträgen, die um die Gläubiger bereitwilligst zur Verfügung «tollen sollten. Die fixen Termine konnten nicht eingehalten werden, immer wieder mußten sie hinaU'Sge'scibcbeo werden, nicht einmal die Forcierung dies Ländecbankundl A h g 1 o b a n k - G e-s e t z e s, die ails unerläßliche Bedingung für d»i<e Kredithilfe genannt worden! waren, hätte uns davor bewahrt, schließHoh unsere Sache auf die eigene Kraft* die auswärtigen Bo-, , Ziehungen Dr. Rotenbergs und den neuen Ivur? im Finanzministerium zu stellen. SoiIÜ man sagen, daß alle diese Aritsifcrenigungera, dieses Vertrauen auf die Selbsthilfe, vergeblich ge-> wesen wären? Gewiß, in der kumzen Zeit der Wirße* samkeit <äw neues. Kurses hat sich unser Notenum-; lauf mhezu verdreifae hf; die Knonc ist auf dteo!