Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1082 (2.2.1922)
- Date
- 1922-02-02
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 __ Wien, Honnef stag' Antike und moderne KUNSTMÖBEL Ausbau elag. Wohnungen HALASI 6 Co. Wien, L, Seilerstätte Nr. 3 (Palais Coburg) * Der Führer des deutschen Zentrums gegen die völkischen Antisemiten. Au! der Konferenz des deutschen Zentrums, berührte der gewesene Reichskanzler Doktor F e h r e n b a c h im Laufe seiner Rede die fudenfrage.. Er sagte hiebei: „Wenn ich das Wort „Völkisch" höre, sehe ich alle Farben vor meinen Augen vorbeiziehen. Der Zweck dieses Wortes ist ein rein politischer. Er richtet sich gegen die Sozialdemokraten und gegen die Juden. Wir aber, die wir mit den Sozialdemokraten zusammen* arbeiten, können diesen unsinnigen Antisemitismus nicht begreifen<NEbensowenig die Weisheit des Ariertums". Die Konferenz ^zollte diesen Ausführungen Dr. Fehrenbachs großen Beifall. (J. C. B.) * Die Palästina-Wanderungsbewegung in Polen. Durch das Warschauer Palästiner-Amt wurden im Monat; November v. J. 718, Dezember 548, zusammen 1266 Personen nach Palästina abgefertigt. Beruflich gliedern sich diese Palästina-Wanderer wie folgt: 149 Bauarbeiter, 109 Tischler, 70 Schlosser, 130 Feldarbeiter, 113 Schneider, 271 sonstige Handwerke^, 50 Kapitalskräftige,' zusammen 892 Personen jm Alter von 30 bis 50 Jahren, 144 Personen wurden, von ihren Familienangehörigen nach Erez-Israel berufen. i * Buchhändler-Usancen in Wien. Man schreibt uns: Vergangene Woche hatte ich für einen freund mehrere; hebräische Lehrbücher zu besorgen, darunter auch $en HI. Teil des Buches Halaschon, In der Buchhandlung Belf, I., Seitenstättengasse,* fand ich von diesem Buch hur ein Exemplar vor und kaufte es zum Preise von K 600 (broschiert). Da ich noch zwei Exemplare dieses Buches benötigte, begab ich mich in die benachbarte Buchhandlung Josef Schlesinger, woselbst für dasselbe Buch, in Pappe gebunden, K 1500 verlangt wurden. Meine Bemerkung, daß ein derart hprrender Preisunterschied unmöglich sei, wurde mit der brüsken Erwiderung quittiert,: „Dann kaufen Sie die Bücher bei Belf!“ Mit Rücksicht darauf, daß ich die Bücher für eine dritte Person kaufte, ersuchte ich nun um Ausstellung einer Rechnung, die ich meinem Fjreltde als Beleg einsenden könne. „Rechnungen stellen w i r n i c h t a u s!“ war die in brüskem Tone gehaltene ■Antwort, „und überhaupt, lassen Sie die Bücher liegen, ich verkaufe Ihnen nichts!" Es blieb mir nichts anderes übrig, als die Bücher an mich zu nehmen und den . geforderten Preis von K 3000 zu bezahlen. Zu bemerken ist, daß das Buch laut Aufdruck in. Warschau erscheint und weiters den Preisaufdruck 50 Mark (also zweifellos polnische Mark) trägt. Der nichts weniger als angenehme Vorfall spielte sich zwischen mir und dem Firmainhaber selbst ab. * Die allgemeine Mietzinsabgabe in Wien. Der Finanzausschuß des Gemeinderates beriet in seiner Sitzung vom 31. Jänner über ein Gesetz, betreffend die Einführung einer allgemeinen Mietzinsabgabe im Gebiete der Stadt Wien. .Der Wiener Landtag wird am Montag dasselbe in Beratung ziehen und zum Beschluß erheben. * Die neue Rauchfangkehrordnung, Die neue Kehrordnung setzt vom 1. Jänner an die Zahl der Kehrungen für Zylinderrauchfänge auf sechs, für 'schliefbare Ratichfänge und gemauerte Herde, wenn diese nicht die untere Ausmündung des Rauchfanges enthalten, auf drei im Jahne herab. Eine Verlängerung oder Abkürzung der Kobrfrlstsn kann das städtische Feuerwehrkommando im einzelnen Fall anordnen. * Eine Frühstücksaktion. Das Hilfskomitee Vor der Hinderen plant eine Frühstücksaktion für rund 500 verwahrloste Kinder in einem kinderreichen Bezirk Wiens auf vorläufig drei Monate einzürichten. * Zensurblüten. Im Leitartikel der. letzten Nummer der „Deutschen Zeitung Beßarabiens“ 'findet sich die folgende Stelle: „Was wir sind? Wir sind Zensuriert Bauern! Wir gehören zu der großen Familie der Deutschen in Großrumänien. Und was wir wollen? Wir wollen Zensuriert bleiben. Zensuriert Bauern! Mitglieder dbr großen Familie Zensuriert in Großrumänien." Man wird wohl nicht fehlgehen, wenn man hier überall statt .„Zensuriert" deutsche oder „Deutsche“ einsetzt. * Ein jüdisches Volkshaus in Presov. Der zionistische Verein Ahawath Zion ln Presov (Eperjes) hat ein schönes geräumiges Haus als Vereinsheim erworben. Das Gebäude enthält einen großen Veranstaltungssaal sowie Räume, die einer hebräischen Schule dienen. * Hausbesorgerstreik und Schneefall. Infolge des starken Schneefalls hat sich der Hausbesorgerstreik vielfach empfindlich fühlbar gemacht, ln den Bezirken durchzogen Streikposten und Strelkpafrouillen die Straßen und suchten die arbeitswilligen Hausbesorger, welche die Bürgersteige reinigten, abzureden. Ein großer Teil der Wegsteige wurde trotz dieser Bemühungen gereinigt. * 500 Dollar verschwunden. Auf dem Wege von dem Bankhaus A. Frankel, 1., Börsegasse 14, zum Wiener Bankverein ist gestern eine Note zu 500 Dollar, die durch ihre dunkle Farbe auffallend ist, auf bisher noch niöhi aufgeklärte Weise verschwunden. * Erdstöße. Aus London wird gemeldet: In Rio de Janeiro, Sao Paolo und Santos .wurden heftige Erd* stoße verspürt. * Auftauchen tschechischer Banknotenfälschungen in Wien. Am 24. Jänner wurde berichtet, daß dip neuen Fälschungen der tschechischen Fünf-Kronen^Noten bei einem Wiener Spediteur beanständet wurden, der sie von dem angeblichen Kaufmann joel Hinde s aus Rumänien, der im Hotel Barschak in der Leopoldstadt wohnt, gekauft haben will. Herr Joel H i n d e s, der bei einer Atzgergdorfer Firma in Stellung ist, steht der ganzen Sache vollkommen' ferne. Eine Gegenüberstellung mit dem Spediteur ergab, daß Herr Hindes nicht derjenige ist, der ihm die Noten verkauft hat. Offenbar handelt es sich um einen strafbaren Mißbrauch des Namens des Herrn Joel Hindes. Die Erhebungen nach dem Urheber des Mißbrauches, dessen Verfolgung eingeleitef lat, sind Im Zuge. * Fernbeben. Sämtliche amerikanischen seismographi* sehen Stationen melden Fernbeben in einer Entfernung von ungefähr 2500 Meilen südlich von Georgetown, was etwa dem Breitagrad Ecuadors entspräche. Nach dem Ausschlag der Instrumente dürfte es sich um eine der heftigsten Erd* erschütterungen der letzten Zeit handeln, deren Stärke das furchtbare Beben von San Francisco übertreffen würde. * Waggonstockung in Nisch. Nach einem Berichte des Stationschefs von Nisch droht in Südserbien wegen des Kohlenmangels eine Verkehrskatastrophe. Im Gebiete von Nisch stehen 3000 geladene Waggons, die wegen Mangels an Kohle nicht weiterbefördert werden können. /WlEyfER I$roTOTOgEXTtJNQ'_ /2. F&ruar M 7082'', Keren Kajemeth FJisrael, IL, Taborstraße 59. Telephon 40-3*16. —- Spendenausweis Nr. 3/6 vom 30. und 31. Jänner 1922, abzüglich von K 11.570 irrfrmlich ausgew. Spenden --- K‘551.390.40- Im Jahre 1922 insgesamt K 2,123.037,03. - Zentrale: Alfred Seidner a. N. Lisa Fleischer (Gzernowitz) 2500, Norbert Friedländer (Czernowitz) 500. 1. B e z i r k: (N. F. K. Franka Rittermann) Pollaczek, Funk & Grünhut 12.652, Div. 40; Sr. Ehrwürden Oberrabbiner Dr. Chajes-Hain: Oskar Rosner 137.500, II. Bezirk: d. David Horowitz: Preminger Dulberg 5000, 8. Bursztyn 2349,80, A. Bornstein & Co. 2000, Scharfstein & Reiß 1000, Div. 370, zus. 10.719.80, lll. Bezirk: Prof, S. Zitontirsky 5009; d. Holpern; Gewinn v. einer Kartenpartiel35Q, M.Rabin<jwicz anl. Demission ihres Mannes {500, Div, 200, Oskar Walter. 1095.50, Div. 122; Gold Buch: Josef Frey a. N. d. akad. Verb. Libanonla anl. d. 56semestrigen Bestandes (Gründungstag 9. d. M.) 100.000, a. N. Direktor Rudolf Schlesinger (Mfthrisch-Ostrau) A. H. d. akad, . Verb, Libanonla als. bester Förderer derselben 100.000. JV/V. Bezirk: 200, IX. B e z 1 r k: Lisi Waig. und RosI Weiß a. N. Simcha Celebi (Sepüin) äls Gratulation 2500, M; N, H. a. N. Doktor Josef Presser, Dr. Lebensart, Hchnson Zaslawski, Debora Hurwltz,. Mirjam Braver L 500. X. Bezirk; B<erta Schwitzer 500, Div. 600.78, Sandor Löwenstein 10*200, Georg .Spät 3700, Risa Steiner 1QQÖ, S. Goldmann, Oskar Läufer, Oskar Guttmann ä 500, Div. 9750.32. XIX. B e* z vr k: d. Irig. Gottliejb: Garten a. N. Grete Ambor anl. ihrer, Hochzeit mit Herrn Ing. Julek Licht 50,000. XX, B e* z i r k: Smlg. Tennenbaum anl. einer Feier b. Herrn Färber 2930; Akad. Landesverband: d. J. A, V. Jordania: Jordahia-Weitzmanngarten: Mag. Aron Siegel a. N. Fanny s. t. 1000, Lpntjr Klüger 1000, Smlg. A. H. Dr. Holdengräber 6500, Smlg. Aktivltas .4000 j Magister 8, Klein einen Garten a. N. Benj. Esther u. Friederike Klein 50;000 zus. 62.500,; A. Verb. J. Mediziner: Garten M, U. C. Wolf Mandl 36.000; Kupfermanngarten: Dr. Wassermann 5QQ; Kahczogergarten 6Q0; M i s r a c h i: Dr. nied. H, Markomicy anl. s. Promotion 10QO. Baden: d. G. Seide* mann: Smlg. Hochzeit Lißler-Brück 4300. St. Pölten: B. Käs 500, * Die Sammlungen für den Keren Kajemeth in (ter Tschecho-Slowakei haben imabgelaufenen Jahre den Betrag von einer Million tschechischen Kronen überschritten. * Transporte nach dem Orient und Balkan besorgen Sie am besten und sichersten durch die Maawirim-Tran* spprt A.-G., Wien, I., Bauernmarkt 24,, welche für diese Route einen glänzend organisierten Spezialverkehr unterhalt. * Bei Gerngroß Schneeschuhe und Galoschen ein* getroffen. * Nach Amerika (Nord* und Südamerika) fährt man am raschesten und bequemsten über Bremen, Auskünfte erteilt Norddeutscher Lloyd. L, Kärntuerrlng 13 (Grand Hotel), IV., Wiednergürtel 10, (Hiebe heutiges Inserat.) * Das jüdische Oottesdienstkleid. Seitdem alle Pracht und Herrlichkeit von der Tochter Zions genommen, sind auch Gold und'Geschmeide von den Gewändern Jener verschwunden, die vor dem Höchsten hintreten, ihm Opfer zu bringen. Schlichtheit und eindrucksvolle Würde bilden das Kennzeichnende im Ornat des jüdischen Gottesdienstes, Seit urdenkflehen Zeiten besteht in allen Tempeln und Bethäusern eine strenge Uniformität der Ge* wandung, . deren vorschriftsmäßige Umgestaltung strenge beobachtet werden muß, und in das Gebiet des Künstg.ewerbes fällt. Eines der ältesten, meist* beschäftigten ist das Spezialhaus für Synagogeuornate von der bekannten Schneiderfirma Rudolf G o 1 aste in, Wien, II., Taborstraße 54, das sich der größten Anerkennung er* freut. Seine Erzeugnisse gehen ins fernste Ausland und finden überall verdiente Bewunderung. Die Firma Ist in der Lage, durch ihr verbessertes Läger jedem Auftrag prompt und kulant zu entsprechen. V er eine, V orträge und Versammlungen, Jüdische T i s c Iv e e s e 11 s c h a f t Landstraße. Heute um 8 Uhr abends Zusammenkunft im Cafö Gartenbau, Souterräinlokai. Referat über die jüdische Frauenorganisation, ferner freier Diskusslonsabend. Gäste willkommen. . C Uran! a, -Heute, V-3 Uhr (Großer Saal) Das schöne Land Salzburg. — 5 Uhr (Großer Saal) Shackletons Südpolexpedition. — 7a6 Uhr (Großer Saal) Robert Schumann. — V*3 Uhr (Kleiner Saal) Volksleben in Aegypten. >45 Uhr (Kleiner Saal) Unser Burgenland. — 7,8 Uhr (Kleiner Saal) Literarisch * musikalischer Vortragsäbend Oskar St au di gl, VaG Uhr (Kurssaal) /Vorlesung Marie L a k m.a y e r-Z o d e r, — 7,8 Uhr (Kurssaal) Prof. Dr.,Friedrich Schmie d. Pflanze und Wasser, — T/y6 Uhr (Klubsaal) Autorenabend Alfred Fürst. — 7,8 Uhr (Kliibsaal) Klavier- und Liederabend. Volksbildung im Technischen M u s e ii m. Samstag den 4.,d. M., 3 Uhr nachmittags, Führung Dr. .0. BrykWellenlehre und Akustik. Sonntag den 5, d. M., IQ Uhr vormittags, im Großen Hörsaal Lichtbildervortrag „Technik und Bildnerei" von Dr. Ernst H, Buschbeck. _ Ernährung. Vorläufig keine Brotpreiserhöhung. In den letzten Tagen kursierten wieder, allerdings unverbürgte, Gerüchte, daß der Brotpreis wieder erhöht werden soll. Als Grund für die projektierte Erhöhung wurden erhöhte Regien der; Bäckermeister und abermalige Lohnforderungen der Gehilfen angegeben. Wie wir voy maßgebender Seite erfahren entbehren diese Gerüchte, wenigstens für die nächste Zeit, jeder faktischen Unterlage. Wohl sind die, Gehilfen an die Meister um neuerliche Erhöhüng des Lohnes herangetreten aber über unverbindliche Verhandlungen zwischen beiden Parteien ist man noch nicht hinausgekommen. Die Genossenschaft steht auf dem Standpunkte, daß eine’ geplante Lohnerhöhung von 100% derzeit ebenso u n m.o glich sei, wie eine etwaige Erhöhung des Brotpreises auf etwa K 500, welche die natürliche Folge der Lohnerhöhung sein müßte. Auch im Rathause ist man nicht gewillt, einer “eventuellen Brotpreiserhöhung zuzustimmen, und dies umsoweniger, als die eben erst gesetzlich festielegten und inJKräft getretenen Lebensmiftelzüschüsse illusorisch1 würden. Wir wiederholen deshalb noch einmal, daß eine Brotpreiserhöhung, am allerWenigßten aber in der Höhe von K 500, nicht zu erwarten ist. Fleisch und Fett steigen weiter im Preise. - Die exorbitanten Forderungen der Beschicker de# Lebendvieh- und Sohwelnemärkte in St. Marx haben immer weitere Steigerungen der Preise-für Fleisch und Fett zur Folge. So haben sich/gestern |n‘ der Großmarkthalle im Großhandel Primasorten' von Rindfleisch neuerlich um K 20* Bratenfielsch um K-50, Fleischschweine um K 30, Speele und Filz uln, K 1Ö0 per-Kilogramm verteuert, im Klein« verkauf ermäßigten sich ' bloß mindere Sorten von Rindt fleisch um K 50, während PHmasorten und Bratenflelsch um K 50 per Kilogramm im Preise anzogen. Kalbfleisch erhöhte sich im Detailhandel um K 100, desgleichen Speck, um K 100, während sich Filz sogar um K 200 per Kilogramm teurer stellte. Der Preis für Schweinefleisch blieb unverändert. Trotz der hohen Preise herrschte in der Groß* Markthalle überaus lebhafter Verkehr, was wohl mit dem Monatsanfang, wo. die Kaufkraft etwas besser ist, und mit dem bevorstehenden Feiertag im/Zusammenhang stehen dürfte. Die - Zufuhren von auswärts waren sehr günstig. Mit der Bahn sind gestern drei Waggons mit 10 Tonnen Schweinefleisch und 5'8 Tonnen Pferdefleisch, drei Waggons aus Jugoslawien mit 9 Tonnen Schweinefleisch und 4*8 . Tonnen Pferdefleisch eingetroffen. Im Detailhandei galten in der Großmarkthalle folgende Preise per Kilogramm? Vorderes Rindfleisch K 750 bis 1400, hinteres' K 900 bis 1500, Braten K 1400 bis 1700, Kalbfleisch K 1300 bis 1800, Schweinefleisch K 1900 bis 2100, Speck K 2220 bis 2400, Filz k 2400 bis 2600. Auf den Grünwarenmärkten m'aeht sich der Mange! an Kartoffeln weiter unangenehm fühlbar. Die Zufuhren waren im allgemeinen schwach, doch angesichts des schwachen Verkehrs, der durch das Wetter stark beeinträchtigt wurde, ausreichend. # Freie jüdische Volksbühne Gastspiel Im Luatapleltheater. BaAiMtfSiA Schausp. ln 4Akt; . ‘/»8 Uhr abends: HA Tg fB von GORDIN : MT Das Theater ist g e h e 1 s tl TBW) 4280 Bühne und Kunst. '■ . 7 ■ >*—>>—> , Popper*Lynkeus-Feier. Eine erhebende, würdige Feier für den großen Toten veranstaltete der Verein Allgemeine Nährpflicht im Festsaale des Ingenieur- und Architektenvereines. Herr Dr. Karl H a b e c k hielt eine ergreifende Gedenkrede, die darjn ausklang, daß Popper-Lynkeus nicht vergessen werden dürfe,. Die gequälte Menschheit müsse sich zusammen* schließen und das Erbe des Meisters antreten, damit an Stelle der Wehrarmeen Nährarmeen erstehen. Die wirkungsvolle Wiedergabe Popper’scher Skizzen durch Else S c h i Hing (Deutsches Volkstheater) und musikalische Darbietungen schlossen sich pn diese Ansprache. Die Kunst d«;s Dirigenten. Artur N i k i s c li* der jüngst verstorbene überragende Dirigent, hat sich schon vor Jahren jn einer amerikanischen Musikzeitschnft über das Wesen der Dirigentenkunst in bemerkenswerter Weise geäußert. Von sich selbst sagte der Meister des Taktstockes, daß er bestimmte „technische Ziele“ .überhaupt nicht verfolge. , „Wenn mich einer meiner Kollegen nach einem Konzert fragen würde, wie; ich diese oder jene besondere Wirkung hervorgebracht habe,. so wäre ich unfähig, ihm Darauf zu. antworten. Man fragt mich, wie ich mein Fühlen meinen ‘Musikern mitteile:! c fl»t u e ep einfach, ohne daß. Ich wsiß, w! e.. Wenn,ich eine Komposition dirigiere, so ist es die erregende Macht der Musik, die mich fortreißt. Ich f 0 Ige durchaus keinen b e s t i m m t e'n und’ fegten Regeln d e Interpretation. Ich setze mich nicht etwa hin unH denke mir im voraus aus,; wie ich nun jede Note eines Werkes spielen lassen würde. So wechselt^ denn meine interpretätlon in Einzelheiten fast bei jedem Konzert, in Uebereinstimmung mit den Mächten des Gefühls, die in mir besonders stark erregt werden.. Aber ich bemerke ausdrücklich nur in Einzelheiten. Eine Beethovensche Symphonie heute in einer bestimmten Weise zu erleben und morgen in einem völlig verschiedenen Stil, das wäre ebenso lächerlich, wie unlogisch. Das wäre nur der Trick eines Gauklers und hätte mit Kunst nichts zu tun." Aus den Theatern. Im Burgtheater kommt morgen „Die Fratf v o ln Meere" zur Aufführung. Im Operntheater wird morgen „Die verkaufte Brgut“ mit Herrn Bohnen als Kezal aufgeführt, In der V o 1 k s o p e r geht heute Richard Wagners «Lohe n g r i n" mit Herrn Lußmanq ln der Titelrolle Uv Szene. Die weiteren Partien sind mit den Damen Reich- Dörich Rnd Blaha sowie mit den Herren lazer, Robinson, Tauber, Wand, Männllng, Schmied und Rainer besetzt, Dirigent Herr Dr. Kaiser. -**. Morgen wird „E i n M a ske n b a 1 1" mit Herrn D. J a r oslawski von der Großen Russischen Oper in Petersburg als Rene gespielt. •— / Samstag gelangt unter musikalischer Leitung von ' Direktor Felix Weingartner Verdis „Ai d a" mit Fräulein Rantzau in der Titelrolle. zur Aufführung. — Mit Frau Wagschal in der Titelrolle geht Sonntag Smeianas „Di everkaufte Braut“ ln Szene. In dieser Aufführung gastiert Herr Rudolf Händler, der von seiner erfolgreichen Tournee aus Spanien zurückgekehrt ist, als Kezal. Im Deutschen Volks t lifeater wird morgen „Lulu“ gegeben. In den Kamm erspielen des Deutschen Volkstheaters ist die Rofle des Arztes in dem Notturno „Morphium“ von Leo Herzer auf, Herrn Schreiber Übergegangen. - Im' Wiener S t a d 11 b e a t e r wird Samaia« den 4. Februar mit Leopoldine Konstantin als Gast . Novität pTUla“ sieben Szenen von Franz Herczeg