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Wiener Morgenzeitung · 1922-01-29 · Heft 1078 (29.1.1922) · p. Seite 11

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1078 (29.1.1922)
Date
1922-01-29
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 1078 Wien, Sönntag WTENER MORGENZEITUNO 29. Jänner 1922 Seite 11 Freie Jüdische Volksbühne KiiiHiiiHiiiiiiiitimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiimiiiiiiiiiiiiimimiiiitdiisiieiiiHuiiiiiiiimmiiniiii Gastspiel im Lnstspleltheater. — Honte >vd,Ueber’m Ozean UM-N M», tmDrama In 4 Akten %8 Uhr abends: dnlnl von M. Richter MT Das Theater Ijtt gehelztl “SB® 4280 „Wlennerinen* eingestellt. An den übrigen Tagen gelangt ebenfalls um 7 Uhr Wedekinds „Lulü“ mit Frau Ida Roland zur Aufführung. ln den K a m m e r s p i e 1 e n des Deutschen'Volkstheaters wurde für Mittwoch den 1. Februar, 7 Uhr, Braccos Lustspiel „Untreu“ und für Freitag den 3.-Februar, halb 7 Uhr, Wedekinds „Kammersänger“ und „Tod lind '.Teufel“ angesetzt. Für die übrigen Abendvorstellungen steht der Schwank „Der Keiischheitsapostel“ von Beda und Fritz Grünbaum auf dem Spielplan. Im Raimund-Theater geht morgen „D i e verhängnisvolle Faschingsnacht“ in Szene. An der Neuen Wiener Bühne beendet Paul W e g e n e r sein Gastspiel endgültig Sonntag, den 5. Februar mit Sudermanns „Die R a s c h h o l f s*. Montag den 6. Februar beginnen Oskar Beregi und Leontine S a g a n ihr Gastspiel mit „Tagarin“. im Lustspieltheater bringt die Freie Jüdische Volksbühne morgen den „Tkias Kaf* zur Aufführung. — Infolge Erkrankung des Herrn Baratow gelangt heute anstatt „Schma lsroel“ das Richterache Schauspiel „Zu spät“ zur Aufführung. LeopoldineKonstantinhatihr Gastspiel am Wiener Stadttheater bis 15. Februar verlängert. Infolge der starken Zugkraft wird allabendlich das Lustspiel „Die Ballerine des Königs“ mit der Künstlerin in der Hauptrolle gegeben. Das Lustspiel „L i 1 i Grün“ feiert morgen im Josefstädter Theater das Jubiläum der 300. Aufführung. Gisela Werbebezirk gastiert in der weiblichen Hauptrolle. Josef Jarno spielt auch an diesem Jubiläurasabend den Reisenden Ladislaus Bölöskei. in der R o 1 a n d - B Ü h n e (Jüdische Bühne), II., Praterstraße 25, findet heute, ‘/a8 Uhr abends, eine Benefizvorstellung zugunsten der Frau Giücksmann und des Herrn Jungwirth statt. Auigeführt wird Lateiners Lustspiel in vier Bildern „Wer ist meine Frau?“. In der Freien jüdischen Volksbühne .geht Mittwoch den 1. Februar im Rahmen einer Sond e r- Vorstellung Bimkos dreiaktiges Schauspiel -G an uwim“ (Diebe) in Szene. Beginn Vs8 Uhr. Die noch verfügbaren Karten sind nur an der Tageskasse des Lustspieltheaters erhältlich. Konzert der Chorvereinigung Franz Schubert. Das nächste Chorkonzert der Chorvereinigung Franz Schubert findet am Sonntag den 5. Februar, 6 Uhr abends, im Zeremoniensaale der Hofburg statt. Zur Aufführung gelangen : Schumann: Der Rose Pilgerfahrt; Schubert: Mirjams Siegesgesang. Mitwirkend: Nini Humann-Schulz, Sofie Kramer (Sopran), Marie Rochowansky (Alt), Karl Bagar (Tenor), Robert Stühiinger (Baß), Emil Häusler (Klavier). Musikalische Leitung: Ludwig Senger. Luise Halden gestorben. Das Mitglied des Deutschen Volkstheaters und der Kammerspiele Fräulein Luise Halden, Ist Freitag gestorben. Das Leichenbegängnis findet Montag statt. Ein jüdisches Museum in Frankfurt. In dem ehemals Rothschi1d sehen Geschäfts hause In Frankfurt am Main, Fahrgasse 148, in dem sich jetzt das Gemeindehaus der Israelitischen Gemeinde befindet, wird demnächst auf Veranlassung dieser Gemeinde ein jüdisches Museum eingerichtet, in dem Altertümer, Kültusgegenstände usw. Aufnahme finden sollen. Mit dem Magistrat geführte Verhandlungen haben zu einem Abschluß geführt Das Städtische historische Museum wird aus seinen Beständen Gegenstände als Leihgabe zur Verfügung stellen. Stephan Abel Sinding, der berühmte norwegische Bildhauer, ist, 75 Jahre alt, in Paris gestorben. Er genoß seine künstlerische Ausbildung bei Albert Wolff in Berlin, wandte sich aber später vom Klassizismus seines Lehrers ab und dem Naturalismus zu. Seine Werke tragen fast durchaus die Pariser Note. Die besten von ihnen, die der ersten Periode seines Schaffens entstammen, darunter seine berühmt gewordenen „Zwei Menschen“, sind in der Jacobsen-Giyptothek zu Kopenhagen vereinigt. Professor Braslawsky, der Dirigent des Hakoah- Orchesters, dirigiert den am 30. d. M., 7 Uhr abends, im Großen Konzerthaussaal stattfindenden Tschaikowsky- Abend, dessen Programm von erstklassigen Wiener Künstlern zur Ausführung gebracht wird. Programm: Symphonie Nr. 5 E-Moll (Symphonieorchester). Klaviertrio A-Moii (Wolfsohn-Feist-Auber). Arie aus 9Pique-Dame“ (Hermine Kittel). Ouvertüre zu „Romeo und Julia“. Restliche Karten: Konzerthaus, Kehlendorfer (Krugerstraße), Löwit, Aida, Morgenzeitung. Der Romanschriftsteller Giovanni Verga ist gestern früh in Catania gestorben. Urania. Viktor Heim und Karl L a f i t e geben am Dienstag den 31. d. M.» 'U8 Uhr, Im Großen Saale der Urania eine Schubertiade („Schwanengesang“ und Klavierstücke). _j Gerichtssaal. Finanzlandesdirektion und Rechts* anwalt. Mit einer bemerkenswerten Klage wegen Beleidigung einer Behörde hatte sich der Strafrichter des Bezirksgerichtes Ftinfhaus Landesgerichtsrat Dr. Winter zu befassen. Angeklagt waren der Kaufmann David Franz und*"sein Rechtsanwalt Dr. Alois Aschkenasy, beleidigt wurde die Finanzlandesdirektion in Wien. Der Tatbestand ist folgender: Dr. Aschkenasy hatte wegen einer Kriegsanleiheangelegenheit ein Nostrifizierungsgesuch für seinen Klienten Franz an die Finanzlandesdirektion gerichtet und diesem Gesuche ein Schriftstück beigelegt, aus welchem hervorgeht, daß Franz auf Grund der Option von der politischen Behörde die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten hat. Die Finanziandcsbehördc hat das Gesuch abgewiesen, weil sie die Gültigkeit der dem Franz verliehenen österreichischen Staatsbürgerschaft nicht anerkannte. Franz sei nämlich Rumäne und Altausländer können durch Option die Staatsbürgerschaft in Österreich nicht erlangen, dieses Recht, durch Option die österreichische Staatsbürgerschaft zu erwerben, besitzen nur Altösterreicher. Gegen den abweisenden Bescheid hat nun Dr. Aschkenasy den Rekurs an das Finanzministerium gerichtet und die Auffassung des Referenten der Finanzlandesdirektion auf das schärfste bekämpft Der Rechtsanwalt wirft dem Referenten Unkenntnis des Gesetzes vor, und gibt ihm den Rat, sich beim Ministerium des Innern belehren zu lassen. Bei der Verhandlung bot der beklagte Advokat für seine Behauptungen den Wahrheitsbeweis an. Der Richter lehnte über Antrag des staatsanwaltschaftlichen Funktionärs Dr. Kloß die Durchführung eines solchen ab, da dieser bei Schmähungen unzulässig sei. In längerer Rede führte Dr. Aschkenasy aus, daß das Verhalten der Finanzlandesdirektlon in höchstem Grade herausfordernd sei. Der Umstand, daß die Finanzlandesdirektion die seinem Klienten von der politischen Behörde verliehene österreichische Staatsbürgerschaft nicht anerkenne, müsse zur schärfsten Kritik herausfordern. Nachdem der Vertreter der Finanzlaudesdirektion, Oberfinanzrat Dr. Egon Tingelbach, einige aufklärende Informationen gegeben habe, erkannte der Richter gegen Doktor Aschkenasy auf eine Geldstrafe K 3300, der Angeklagte Herr Franz wurde freigesprochen. Begründet wurde der Schuldspruch damit, daß die inkriminierten Ausdrücke über das zulässige Maß der Kritik hinausgehen und eine Schmähung und Herabsetzung der Behörde darstellen. Als mildernd wurde die Wahrung der Interessen seines Mandanten angenommen. Gegen das Urteil hat Dr. Aschkenasy die Berufung angemeldet. Ein Massenprozeß wegen Verbrechens gegen das keimende Leben. München, 28. Jänner. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung“.) Vor der zweiten Strafkammer des Landgerichtes hat ein Massenprozeß wegen Verbrechens gegen das keimende Leben begonnen. Angeklagt sind 80 Personen, von denen die meisten verheiratet sind. In 58 Fällen handelt es sich um vollbrachte und in 23 Fällen um versuchte Fälle. Die strafbaren Eingriffe wurden durch den praktischen Arzt Dr. Mayer in München vorgenommen. Die Dezemberunruhen in Kairo. Kairo, 27. Jänner. (Reuter.) 108 Personen wurden wegen Beteiligung an den Dezemberunruhen vor das Militärgericht gestellt, 50 Personen wurden zu je 9 Monaten, 3 zu je 12 Monaten, 5 Personen zu je 13 Monaten und l Person zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt CONTINENTALE BANK Wiest, I., Mmre, ÄiareSstail© 5-7 mm. msuiHiiiii rmmmnismumnu TeP. Ra», fß-4-fe, 2C-E-21, SS-S-4®, 2S-E-78 TeScsrantm - Amsae a Omüneittelbank 135 Wechseisluhe, (1.,1’aborsir. 4@s. Tee. 49>4>28 (S h Stank und WccfcseBhsus WigspHwges-slffsße « d I. W’ppHinsorati'aSo 1. Telephon 14*3-78, 12*5*89 A BgBasiBNBaflKBaBBHBBnBannnanfiBBBB&st&antoiRBB Volkswirt. Gestempelte Krone --- —.08 Centimes. Auszahlung Wien « —.14 Centimes. in Zürich notierte: die österreichische Krone -.14 (-.14 am 27. Jänner) die österr. gesL Krone . . -.08 (-.08 am 27. Jänner) die tschechische Krone. . 9.95 ( 9.95 am 27. Jänner) die Mark. 2J55 ( 2.52 78 am 27. Jänner) Agram ........ ( 1.65 am 27. Jänner) Bukarest . .. (-.- am 27. Jänner) Budapest. -.72 V, (-.70 am 27. Jänner) Warschau....... -.16 (-.15 am 27. Jänner) Finanzielle Rundschau. Wenn die Not der Krone am höchsten, sind ihr Meldungen ilber die Kredithilfe am nächsten. Die Botschaft hat man immer genn gehört und gerade in dieser Woche war ihre Wirkung wie lindernder Balsam auf klaffende Wunden. Schon vage Andeutungen über Kreditgespräche hatten am Mittwoch genügt, um den außer Rand und Band geratenen Vakrtenmankt einigermaßen zu zügeln; die Gespräche erwiesen sich nadh zwei Tagen als eine Folge diplomatischer Interventionen, denen der moralische Erfolg bereits beschieden ist, der materielle vielleicht versagt bleiben wird. Die Erfahrungen, die man seit zwei Jahren mit den Kreditversprechungen gemacht hat, maf.i-nen zwar znr Zurückhaltung vor übertriebenem Optimismus, doch darf man sich durch die anhaltend niedrige Züricher Notiz für die österreichische Krone nicht beirren lassen, denn vorläufig ist für den Kurs unseres Zahlungsmittels noch immer unser Notenumlauf und die Höhe unseres Defizits ausschlaggebend. Zurückhaltung und Uinheilspropheteotum, das sich gerne in die Maske des Skeptizismus hüllt, sind niclrt ein und dasselbe. Diesmal steht hinter den Kreditmeldungen mehr an Positivem als jie zuvor: Der feste Wille der Tschecho-Slowakei, eine halbe Milliarde tschechischer Kronen für Oesterreich flüssig zu machen, die in Prag bereits stattfimdenden Verhandlungen und die Genehmigung des Vertrages von Lana durch den National rat, die diese Verhandlungen günstig beeinflussen müssen. Mag also der englische Zweieinhalb-Million-en- Pfumd-Krr lit, von dem wieder die Rede ist, noch auf Schwierigkeiten stoßen, mag es geradezu überraschend gekommen sein, daß England sich end* lieh entschlossen I iahen soll, dem finanziell! schwächsten Staate Mitteleuropas nicht nur mit guten Worten, sondern einmal auch durch.die Tat zu Hilfe zu kommen — es war Ja bisher immer ein Dogma, daß England ol'.ine Amerika nichts tun werde und nichts tun könne — daran, daß der tschechische Kredit zur Realisierung kommt, darf nicht gezweifdt werden. Die Hausse der tschechischen K rone während der Aufwärtsbewe* guug, deren Ziel, der Zebn-Oentimes-Kuus, iim vorhinein festgelegt war, hat allerdings die durch die staatsfiuianziel-len Maßnahmen im Laufe von nahezu zwei Monaten geschaffene Situtioh auf deroi Valutenmarkt, der einen ausgesprochen stagnierenden Charakter hatte, rasch über den Haufen gw werfen. Wie die Valutenkurse heute sind, auch? nach der Beruhigung, die am Ende der Woche Platz griff, stellen sie sich noch immer höher als vor Beginn jener Arbeit der Fimainzverwaltung. * Aber wenn man daraus schließen wollte, daß sich nun eine Entwicklung vonbereite, die an die Tage des Novemberausgaeiges anknüpft» so könnte man zwar solcher Argumentation nicht unbedingt widersprechen, es muß aber zugleich afoch auf einen Punkt 'Hingewiesen werden, an den di« neuerdings auf dem Gebiete der Außenpolitik — und! Außenpolitik i*st in Oesterreich vorläufig nichts andern.« als KroneopcCitik — aktiv geworden«* österreichische Regierung anknüpft. Als Dr. Rosen b erg Ende vorigen Jahre« die Bewilligung der Reparatiomskommission zur, Fruktifizierung der Gobelins heimbrachte, be-i zeichnete er als Aufgabe des neuen Jahres die S t a b i li s i e r u m g des Kronenkurses. Inj den furchtbaren Nöten der letzten zwei Woche« ist diese Aufgabe stark in den Hintergrund getreten, und mau batte ihrer, so schien es, gamsj vergessen. .Die jüngsten englischen Meldungen über den Pfundkredit unterscheiden sich nun vom dem ähnlichen Meldungen in der Vergangenheit dadurch, daß sie den Valuta rische« Zweck der Anleihe in den Vordergrund lücken. Wenn es richtig ist, daß die in England angebahnten Kreditgespräche auf die Unteirhändlertätigkeit Dr. Roser.ibergs zur üdlezuführani sind, so darf man Jetzt, da die Gerüchte über seine« Austritt aus dem Finanzamt verstummt sind und die innenpolitischen F inau-zm aß na h meu ihnen Abschluß gefunden 'haben, erwarten, daß er an de« zweiten Teil seines Sanierungsprcgramms, die va'lut arischen Maßnahmen, he ränget reten ist, für, die er die englischen Kreise bereits gewonnen hat* Denn die Stabilisierung des KnonenkuirseS durch eine Stabilisierung des Notenumläufe^, also durch reine interne Finauiznuaßmai'. imen, ist und bleibt eine Utopie, solange unsere Zahlungsbilanz passiv ist und der auf der einen Seite verhüllt« Mangel auf der anderen- Seite zum Vorschein! kommt. Dem Problem ist, solange der Staat gezwungen ist, die Notenpresse vor allem für seine 260.000 Angestellten in Bewegung zu setzen — ec muß ihnen allein für diesen Monat 25 Milliarde« bewilligen — ohne eine Valutaanleihe nicbü beizukommen. Ob es die englische Anleihe s-ei« wird, die schließlich in den Dienst der Val-utahilf-e gestellt werden wird, oder die ganze tschechische Anleihe oder deren Bruchteile» ist gleichgültig. Die Gesamtsumme der Kredite, die Oester* reich von den Ententemächten bisnun zur Verfügung gestellt worden -sind, beläuft sich auf 500 Millionen Goldkronen. Sie sind dem Konisluimmoiloch! zum Opfer gefallen und vermochten die stete Ver* sohlechterung unserer Lage nicht auf zuhalten. Alle Hilferufe des verflossenen Jahres haben nichts genützt, weil die Geldgeber diesem unersättlichen Moloch nicht mehr zu opfern gewillt waren — für einen festen, umris-senen Plan, der geeignet wäre, i diesen Differenzzwang überhaupt aus der Welt zu schaffen, mögen sie eher zu haben sein, zumal eirfi; solcher Plan in ihrem ureigensten Interesse liegt* Und das trifft nicht nur für die großen Ententemächte zu, sondern auch für die assoziierten Staaten, also zunächst für die Tscheoho-Slowakei, die als 1 eine der ersten bei dem Verzicht auf die Generalpfandrechte und nun als erste bei den Kreditver* handlungen auf den Plan getreten ist. Gerade die Vorgänge auf dem Effektenmarkt können hierüber lehrreichen Aufschluß bieten. Es war auffallend, daß die dieswochige Valute-nhauss« an dem Effektenmarkt eigentlich ganz spur*! los vorübergegangen ist. Daß die -tschechische« Papiere von der Aufwärtsbewegung der tschechischen Kr-one mitgeris-sen wurden, darf hierüber, ■ nicht täuschen. Das war eine Selbstverständliühheit. : Daß aber die österreichischen Effekten von der, Entwertung der Krone nicht profitieren, stand ganz ■ im Widerspruch mit der valutarisidhen 'Orientierung der Börse im Sinne der bekannten Substan-zitheorie, die die Effekten umso höher -bewertet, je mehr die Krone verfällt. Es machten -sich Bedenken dar über, geltend, ob die Industrie angesichts der gewaltige» ValutenkuT-se noch in der Lage sein werde, ihre ' Produktion auf re ch fczuerha Ite n, ob sie mit Kronen' noch werde die nötigen Valuten sich -beschaffenl können, um die Rohstoff bezöge aus dem Ausland zu bezahlen. Daß ein Dollarikurs von über 10.000 die Kr-one von den west europäisch en Börsen aus* schließt, ist klar. Ebenso klar ist, daß die oster* reichisehe Industrie dann umso mehr auf die Plätze der schwächeren Valuta!ander angewiesen blisbe und durch ihre Nachfrage zwar -den Kura der natic* naUtaatlichen Valuten erhöben würde, aber aut

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