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Wiener Morgenzeitung · 1922-01-27 · Heft 1076 (27.1.1922) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1076 (27.1.1922)
Date
1922-01-27
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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WIENER' MüMEmETftmvÖ' Seite 6 Wfai, frmg (27. Jänner 1923 'Nr. 1076 phon 613’<>) hat der Zentralstelle der jüdischsozialen Fürsorge K 500.000 zugewiesen. Arbeitsgemeinschaften und S "fern esterkurse derUrania. Soeben hat die Wiener Urania das Programm des zweiten Semesters ihrer Arbeitsgemeinschaften und Semesterkurse fertiggestellt, das 157 Einzelkurse umfaßt. Die Kurse und Arbeitsgemeinschaften dauern vom 13. Februar bis zum 10. Juni. Teilnehmergebühr für einen Lehrkurs mit einer Wochenstunde K 800, mit zwei Wochen stunden K 1600, mit 1‘/3 Wochenstunden K 1200. Einschreibungen.^ Uraniagebäude von Mittwoch den 1. Februar an täglich von 8bis 1 Uhr und von 2 bis 4 Uhr. Volksbildung im Technischen Museum. Samstag den 28. d. M., 3 Uhr nachmittags, Führung N. Boroevic: Wasserkraftmaschinen. — Sonntag den 29. d. M., 10 Uhr vormittags, im großen Hörsaal Lichtbildervortrag: Technischer Monatsbericht über neue Erkenntnisse und Erfindungen von Kustos Ingenieur F. Sedlacek. Urania. Heute, Freitag, 5 Uhr (Großer Saal) Das Wunder des Schneeschuhs. — V*6Uhr (Kleiner Saal) Hochschuidozent Dr. Alfred Till: Vom Werdegang der Erde und des Lebens, III. — 7a6 Uhr (Kurssaal) Prof. Dr. Johann Pilz: Das Buch und sein Werdegang, I. — T/i6<Uhr (Kiubsaa!) Univ.-Lektor Dozent Marius Fader: Praktischer üebungskurs in Sprach- und Vortragskunst, UL — V-8 Uhr (Großer Saal) Shackletons Südpolexpedition. — Va8 Uhr (Kleiner Saal) Volkskundliche Studien, II.; Univ.-Dozent Dr. Artur Haberländt: Volkskundliche Wanderungen. — '/,8 Uhr (Kurssaal) Hochschuldo?ent Dr. Alfred Till: Praktische Bodenkunde, 1IIA— V,8 Uhr (Klubsaal) Dr. Fritz 5 c h u 1 h o f: Probleme der Psychopathologie, III. Ernährung. Der Marktbericht. Preissteigerungen auf allen Gebieten. Der gestrige Tag brachte wieder unangenehme Preissteigerungen auf den Märkten für die meisten Fleischsattungen und für Fett. Erklärt wird diese neuerliche Preiserhöhung mit dem knappen Fleisch- und Fettangebot vom flachen Lande und mit dem Bestreben der Unternehmungen, in denen Faschingsunterhaltungen abgehalten werden, möglichst viel Vorräte für den gesteigerten Bedarf, der gewöhnlich am Ende der Woche größer ist, aufzukaufen. Zur geringeren Beschickung der Märkte trägt allerdings auch das anhaltende Frostwetter bei und. die Tatsache, daß bei den Faschingsunterhaltungen aufdemLande der Verbrauch ein verhältnismäßig noch größerer Ist als in der Stadt. Die gestrigen Preissteigerungen in der Großpiarkthailc sind eine weitere Auswirkung der gesteigerten Preise auf den Lebendvichmärkten In St. Marx, wo namentlich für Schweine infolge der geringen Zufuhren geradezu phantastische Preise von ländlichen Produzenten gefordert werden. Im Engrosverkehr in der Großmarkthalle verteuerten sich gestern Schweinefleisch und Rindsinnereien um je K 100, Kälber, Speck und Fiiz um je K 200, ganze Schweine um K 100 bis 180 und Kalbfleisch um K 50 per Kilogramm. Eine kleine Ermäßigung trat bloß bei englischem Bratenfleisch ein, das um K 50 per Kilogramm billiger wurde. Im Kleinverkauf verteuerten sich in der Großmarkthalle, entsprechend der Preiserhöhung im großen, Kalbfleisch um K 100, Schweinefleisch dm K 100, Speck und Fiiz um je K 200 per Kilogramm, Trotz der erhöhten Preise entwickelte sich lebhafter Verkehr, da, wie erwähnt, der Bedarf zu den Faschingsunterhaitungen seitens der Restaurants im Engroshandel ein ziemlich bedeutender ist. Mit der Bahn waren drei Waggons aus Ungarn, 14‘lTonnen Rindfleisch, zwei Waggons aus Polen mit 22*2 Tonnen Pferdefleisch angekommen, ferner wurden zwei Waggons aus dem Lagerhaus mit 9*6 Tonnen Schweinefleisch der Großmarkthalle.zugeführt. In der Großmarkthalle galten gestern folgende Preise im Kleinverkauf per Kilogramm: Rindfleisch K 850 bis 1500, Bratenfleisch X 1400 bis 1600, Kalbfleisch K 1300 bis 1600, Schweinefleisch 1800 bis 2000, Speck und Filz K 1900 bis 2400. Auf den Grünwarenmärkten war der Verkehr flau. Die zugeführten Mengen reichten infolgedessen für den Bedarf. Aus Schwechat waren dem Naschmarkt heute wieder 32.000 Kilogramm dänische Kartoffeln zugeführt worden. Der Mangel an Kartoffeln machte sich weiter unangenehm fühlbar. Gärtnerzwicbe! erhöhte sich neuerlich Im Preise, so daß ein Kilogramm auf dem Naschmarkt bereits K 600 (i) kostet. Auf dem Naschmarkt gab es auch Zitronen, das Stück K 44 bis 46, An Eiern herrscht Knappheit. _ Ein Kilogramm Mazzoth — 2200 Kronen. Die Versorgung Im Jahre 1922, Um angesichts der tristen Verhältnisse auch den Mindest-und .Minderbemittelten den Bezug von Mazzoth in diesem Jahre zu ermöglichen, hat der Kultusvorstand beschlossen, die Preise für Mazzoth seinerzeit in drei Abstufungen festzusetzen, so daß etwaige Ueberachüsse aus dem Erlös der an die Bemittelten abgegebenen Mazzoth der Versorgung der minderbemittelten Gemeindemiiglieder zugute kommen. Im Hinblick auf die durch den Stand unserer Valuta ganz bedeutende Höhe der für die Herstellung von Mazzoth erforderlichen und vorauszu- Jegenden Beträge ist es notwendig, daß zunächst die Anmeldungen zum Mazzothbezug und die Vorausbezahlung seitens der bemittelten Parteien unverzüglich erfolge. Der Mazzoth preis für die Gruppe beträgt 2200 Kronen perKilogramm. Da Mazzoth ausschließlich nur gegen den von der Kultusgemeinde ausgegebenen Bezugsschein erhältlich sein werden, ergeht deshalb an alle jenen Parteien, welche auf den Mazzothbezug zum vollen Preise reflektieren, die Aufforderung, binnen längstens 14 Tagen, das ist inder Zeit vom 1. Februar bis io. Februar 1922, die Anmeldung ihres Bedarfes bei einer in der bereits affichiertcn Kundmachung näher zu bezeichnenden Steile vorzunehmen und dortselbst den entfallenden Betrag vorauszubezahlen. Es wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß auf verspätete Anmeldungen nicht Rücksicht genommen werden kann. Buhne und Kunst. . Aus den Theatern. Im Burgtheater wird morgen -Fräulein Juli e“ wie der holt. Im Operntheater geht morgen „T o s k a“ mit Fräulein Mafalda Salvatini vom Charlottenburger Opernhaus in der Titelrolle und Herrn Michael Bohnen als Scarpia in Szene, — Infolge Indisposition des Herrn Oestvig wird heute statt „Die Frau ohne .Schatten" „Salome“, mit Frau Kemp von der Berliner Staatsoper als Gast in der Titelrolle, den Damen Pahlen, Kittel, Konrad und den Herren Schmedes, Jerger, Wcrnik, Gallos, Thiemann, Breuer, Striks, Madin, Älanovarda, Arameso, Muzarclli, Reisch gespielt. Dirigent Dr. Richard Strauß. Beginn 7 Uhr. Das Repertoire wird dahin ab,geändert, daß Montag „Die Frau ohne Schatten“ und Dienstag „Der Freischütz“ ceeeben wird. Vereinigung, jüd. Forscher, Schriftsteller und Künstler „Haruach* in Wien GROSSER KONZERTHAUSSAAL Montag, BO. Jänner 1922. 7 Uhr TschaikowskypiUlilKillllltllllUä äliliUlHHMIlllJr. AUSFÜHRENDE: Hermlna KITTEL (Staatsoper), Pro!. J. WOLFSOHN (Klavier), ProL G. FEIST (Violine), Stephan AUBER (Cello). Das Symphonieorchester, Dirigent: ProS. S. BKASLAWSKY 418 Karten: Morgenzettung, Konzerthaus, I.Ö wlt, Kehlendorter, Aida In der V o 1 k s o p e r gelangt Heute „R i g o 1 e 11 o“ mit Herrn Tauber in der Tittelrolfe zur Aufführung. Die weiteren Partien sind mit den Deuten Pfiffer, Attler, Kux, Linke und den Herren Rittersheim, Markowsky, Lazer und Dörich besetzt. Dirigent Herr de Stermich. Beginn *48 Uhr. Morgen geht „Madame Butter fl y“ in Szene. Im Deutschen V o 1 k s t h e a t e r wird Wedekinds „Lul u* bis Dienstag den 31. d. M. täglich wiederholt. Für Mittwoch, 1. Februar, 7 Uhr, ist Schnitzlers Einakter-Zyklus „Lebendige Stunden“ angesetzt. ln den Kamm er s p I e 1 e n des Deutschen Volkstheaters spielt nun die Rolle der Marie iii „Der K eusch-, h e i t s a p o s t e 1* Fräulein Hochwald. Mittwoch, den |. Februar, 7 Uhr, wird Braccos Lustspiel „Untreu“ wiederholt. An allen übrigen Tagen steht „Der Keuschheitsapostel“ auf dem Spielplan. An der Ne tien Wiener Bühne gelangt heute Freitag, den 27. d. M., 7 Uhr, abends Strindbergs Trauerspiel „V a t e r“ mit Paul Wegener in der Titelrolle erstmalig zur Aufführung! Das Stück wird Dienstag den 31. d. M, wiederholt. Morgen sowie Montag, Mittwoch, Donnerstag '„Die Raschhoffs“, Sonntag „Totentanz“. Im Raimund-Theater geht Samstag nachmittags „Der Gei z i g e“, abends „Der Sumpf“ mit Han s Marr als Gast in Szene. Im J o s e f s t ä d t e r T h eater wird heute neu in Szene gesetzt das Lustspiel „L i 1 i Grü n“ mit Gisela Werbezirk in der Hauptrolle gegeben. In wichtigen Rollen sind beschäftigt die Damen Sorma, Schleinitz, Ludwig, Ostheim, Ney, Schindler und die Herren Josef Jarno, Strobl, Bach, Strehlen, Glöckner, Flemmich, Egerer als Gast, Beginn 7 Uhr. Im Lustspieltheater bringt die Freie jüdische Volksbühne heute wegen Erkrankung des Herrn B a r a t o w anstatt „Ueberm Ozean* das Richtersche Schauspiel „Zu spät I* zur Aufführung. Freie Jüdische Volksbühne timii!iiHiigitiiimim!imu!iiiiiiimtiiiiiiiiiiiiHiiiii!miiiEiiimiimiiiiiiiaiimui!imiiiiiii!i Gastspiel lra LusfspIeltHcater */*8 Uhr abends: Zu spät Drapia In 4 Akten von M. Richter Das Theater ist geheizt! 4280 Richard Strauß ist von seiner Amerika-Tournee nach Wien zurückgekehrt und wurde bei seinem Erscheinen bei der Probe In der Staatsoper mit feierlichem Tusch begrüßt. Er gab der Freude Ausdruck, wieder in Wien zu sein und erklärte, die Arbeit im Operntheater stünde weit höher als die amerikanische Reisetätigkeit. — Warum dann Richard Strauß m o n a„t e 1 a n g auf Gastspielreisen war und seine Wiener Direktionspflichten .so gründlich vernachlässigte, ist jedenfalls merkwürdig. Kamtnersplele. An dieser Bühne wurde das Sensationsstück „Morphium“ zum fünfzigsten Male aufgeführt Ein höchst minderwertiges Stück, aber eine sehenswerte Aufführung. Eigentlich eine einzige bravouröse Soloszene Beregis, der sich in der Rolle des Morphinisten selbst überbietet. Nur daß man im Interesse des geschätzten Künstlers wünschen würde, er müßte die aufreibende Rolle, die er mit soviel Hingabe spielt, nicht allzuhäuig ‘wiederholen. Auch Frau W a g n e r und Herr Komm a vortrefflich. Der starke Beifall blieb dem Stück auch bei dieser Jubiläumsaufführung treu. Verstaatlichung des Mozarteums? Jn der gestrigen Sitzung des Nationalrates wurde folgender Antrag der Abgeordneten Witternigg, Ulrich und Genossen eingebracht; „Die Bundesregierung wird. aufgefordert, mit aller Beschleunigung die V e r s t a a 11 i c h u n g des Konservatoriums „Mozarteum“ in Salzburg durchzuführcn.“ ln formeller Hinsicht wird beantragt, diesen Antrag dem Unterrichtsausschusse zuzuweisen. sich aufs Bitten, klärten ihn auf und beschworen ihn, diö Ware so lange bei Friedmann zu lassen, bis im Bezirk Rühe herrschen würde. Allein Kloimüiler war unerbittlich: »In fünf Minuten muß das Fett weg §ein". Rosner lief nun zur Polizei, die denn auch das Uebej. abwandte. Rosner sowie seine Frau und Tochter erhoben gegen Kloimüiler die Ehrenbeleidigung sk lag e, well er sie einer schimpflichen Handlung, nämlich des Versteckens, der Vor- und des Hinaufriummerierens der Ware, in Gegenwart mehrerer Personen beschuldigt hatte, worüber vorgestern vor dem Bezirksgericht Favoriten (Landesgetfehtsrat Dr. S c h a n d o r f e r) die Verhandlung stattgefunden hat. Dr. Löwensohn bemerkte, daß die Sache eigentlich mit Rücksicht auf die höchst bedenkliche Situation vor das Laadesgericht gehöre* Der Richter verurteilte den Beklagten zu K 3000 Geld' strafe. Volkswirt. Gestempelte Krone ---* Auszahlung Wien --- In Zürich notierte: die österreichische Krone —il4 (—.15 die österr. gest. Krone . . —.08 (—.08 die tschechische Krone. . 9.85 ( 9.95 die Mark . ..2.60 ( 2.4ß Agram .. . 1.70 ( 1.70 Bukarest ...... —(—.— Budapest. . —.72 (—.70 Warschau ....... —.16 (—.15 .08 Centimes« .14 Centimes. am 25. Jänner) am 25. Jännech am 25. Jänner) am 25. Jänner) am 25. Jänner) am 25. Jänner) am 25. Jänner) am 25. Jänner) Die Schulden der Welt Neujahr 1922 hatte, nach einer New Yorker Statistik, die'Welt 95.412 Millionen Pfund Sterling Schulden in Gold umgerechnet. In dieser Ziffer sind verschiedene kleinere Posten von asiatischen und mittelapierikamsclien* Staaten nicht inbegriffen. Vor dem Ausbruch des Weltkrieges 'war dia^Menschheit bloß 10.700 Millionen Pfund schuldig.,Rund neun Zehntel hat daher der Weltkrieg verschlungen.v Nur 5% berechnet — zu wenig, denn die meisten Kriegsanleihen sind höher verzinslich — sind etwa 4770 Millionen Pfund an Zinsen zu bezahlen, beiläufig die Hälfte von ihrer früheren Gesamtschuld nunmehr als Jahrestribut i Es wird wenig Ziffern geben, welche den ganzen Umfang der Weltkriegskatastrope so scharf beleuchten. Die deutschen Reparationsverpflichtungen sind in dieser Aufstellung nicht eingestellt, übrigens betragen sie pur eis Fünfzehnte! der Gesamtschulden. Auch ohne sie ist Deutschland von 279 Millionen ^Pfund auf 17.750 Millionen Pfund in seinen Schulden gestiegen. Das - ist das Zweiundsechzigfache in acht Jahren. Dieses Verhältnis entspricht nicht ganz der jetzigen Entwertung der Mark; die Schulden sind noch rascher gestiegen, als die Mark: gefallen ist. Die Vereinigten Staaten waren 1914 nur 256 Millionen Pfund schuldig; heute sind es fast sechs Milliarden. Ihr Geldwert aber ist trotzdem auf dem Goldp -u n k t geblieben, und - das allein beweist schon, daß zwischen Schuldensumme und Geldwert keine Relation besteht. \. Noch auffallender sind die Schuldensteigerungen bei kleineren und schwächeren Staaten sowie beiden britischen Dominions und den 8 u kzess io nsstaat e n, Australien war 1914 bloß mit 20 Millionen belastet; heute sind es 489. Reichlich hoch gegriffen scheint die Summe der T s c h e c h o- 8 1 o w a k e i mit 2283 Millionen; hier wurde offenbar ein ansehnlicher Teil der Verpflichtungen der alten Monarchie mitberechnet, Hingegen haben einigö mittel- und süd-, amerikanische Staaten, wie zum Beispiel Peru, ihre Schuldenlast verringern können, und Japan steht mit 427 Millionen, gegen 310 im Jahre 1914, stark und gesichert, wenn man daneben beispielsweise Italien hält, daü in der .amerikanischen Statistik mit 4662 Millionen Pfund angenommen ist. England figuriert in ihr mit 8478 Millionen. Fra n k r e i c h mit sogar 12.750 Millionen unmittelbar nach Deutschland. Es ist ohne weiteres ✓klar, daß die allgemeine ungeheuere Papierlast für die geschwächte Nachkriegsmenschheit untragbar ist. Am auffälligsten bei ihr aber ist die ungleichmäßige Verteilung, die etwa das dünn bevölkerte Australien höher belastet, als das fünfzehnmal volkreichere und wirtschaftlich ungleich entwickeltere Japan, Gerichtssaal. Der „absolute“ Hausmeister. Am 16. Oktober vorigen Jahres, als dieT e u e r u n g skrawall e in Favoriten bedenkliche Formen Annahmen und die ganze Bevölkerung des Bezirkes in Angst und Schrecken versetzt wurde, fuhr vor dem Hause, X., Favoritenstraße 97, woselbst der Kaufmann Salomon Rosner wohnt, ein Kutscher mit einem Wagen vor, auf dem sich mehrere Fässer Fett befanden, die für Rosnür bestimmt waren. Rosner war mit seiner Frau auf dem Viktor- A d l e r-Pl a t z, woselbst sie einen Marktstand besitzen. Der Kutscher erklärte der allein in der Wohnung zurückgebliebenen Tochter Rogners, er körfne nicht nach dem Marktstande mit dem Fest fahren, well die Situation höchst kritisch sei, man würde ihn erschlage^ und das Fett wegnehmen, er müsse das Fett hier lassen, Fräulein Rosner bat den im selben Hause wohnenden Produktenhändler F r i e d m a n n, er möge Inzwischen das Fett in seinem Magazin aufbewahren. Dies geschah auch. Als der Hausbesorger des genannten Hauses, der Postunterbeamte Johann Kloimüiler, von der Sache erfuhr, erklärte er dem Fräulein Rosner, er dulde das Verstecken des Fettes und das spätere Hinaufnummerieren nicht, das Fett müsse binnen 5 Minuten weg, sonst werde er die Leute rufen. Die Aufforderung wiederholte er mehrere Maie, so daß das Mädchen voller Angst auf den Markt lief und ihre Eltern holte. Diese verlegten Die Notenknappheit zu Ende. Gestern wurde mit der Ausgabe der 5000-Kronen* Noten begonnen, die stark begehrt waren, und heute werden voraussichtlich die 50.000-Kronen-Noten herauskommen, so daß schon dadurch mit einer wesentlichen Erleichterung des G e Ud v e r k e h r s zu rechnen ist Während im ganzen sieben Milliarden Kassenscheine von der Oesterreichlsch - ungarischen Bank ausgegeben wurden, zirkulieren jetzt nur noch 700 Millipneri, Es ist daher kaum zu erwarten, daß es wieder zu einer solchen Notenknappheit wie am Ende des alten und zu Anfang des neuen Jahres kommen wird. Besonders fühlbar machte Sich der Mangel an Tausender-Noten und häufig begegnete man Schwierigkeiten, eine 10.000-Kronen-Note gewechselt .zu erhalten. - ^. Erstreckung der Frist für die Abstempelung der nicht sichergestellten Vorkriegsschuldverschreibungen, sowie für die Einbringung yon Verwahrungen gegen die Abstempelung. Nach den erlassenen Vorschritten waren alle auf «dem Gebiete der Republik Oesterreich befindlichen, nicht Bichergestellten Vorkriegsschuld-. Verschreibungen des ehemaligen österreichischen Staates (wozu insbesondere die verschiedenen Gattungen von österreichischen Renten gehören) bis längstens 31. Dezember 1921 der im Friedensvertrage vorgesehenen Abstempelung zuzuführen, Von der Abstempelung ausgenommen waren Jene Obligationen, die bereits früher nebst de* Kontrollmarke und dem ovalen Kontrollstempel noch mit dem Buchstabenvermerke »Ö* versehen worden waren. Bis zuw

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