Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1076 (27.1.1922)
- Date
- 1922-01-27
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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ibt8 feit, Freitag T> iäöTiGEKZSnWG' M.Mner ^5&ii i gleichen Termin konntcnAusländer unter gewissen Voraussetzungen gegen die Abstempelung — auch wenn sie bereits vollzogen war — schriftlich Verwahrung einlegen. Auf Grund eines Beschlusses des Subkomitees der Reparationskommission fUr die Aufteilung der Staatsschuld vom 19. Jänner 1922 hat das Bundesministerium für Finanzen mit Verordnung vom 25, Jänner 1922 die Frist für die Abstempelung und für die Einbringung der Verwahrung gegen die Abstempelung bis zum 31. Jänner 1922 erstreckt. Bei Schuldverschreibungen, die bei einem Kreditinstitut verwahrt sind, das als Ko.ntrollbezeichnungssteile fungiert hat, wird die Abstempelung, wenn bis zum 31. Jänner dagegen keine Verwahrung eingelegt wird, jedenfalls nach Ablauf dieses Termins vorgenommen werden. Alle übrigen in bankmäßiger, eigener oder sonstiger Verwahrung befindlichen Schuldverschreibungen ' müssen bis 31. Jänner 1922 einer Steuerbehörde L Instanz zur Abstempelung vorgelegt, werden. Es liegt ln diesen Fällen im eigenen Interesse der Titreseigentümer, die etwa unterlassene Abstempelung sofort bei der Steuerbehörde L Instanz durchführen zu lassen, da nur die abgestempelten Schuldverschreibungen als Schuld der Republik Oesterreich anerkannt werden. Schuldverschreibungen, die lediglich die österreichische' Kontrollmarke und den ovalen Kontrollstenipel auf derb Mantel oder auf dem Einlageblatt aufweisen, sind der Abstempelung zuzuführen, da sie nur die anläßlich der Vermögensanmeldung vorgeschriebene Kontroilbezeichnung tragen, während die im Sinne der Bestimmung des Friedensvertrages durchzuführende Abstempelung noch andere Manipulationen (Abstempelung mit dem Buchstaben „ö“, Aufnahme der Obligationen im Verzeichnisse, Abtrennung der Talons) erfordert Die Lage der slowakischen Holzindustrie. Aus Bratislava wird uns berichtet: Unter den Industriezweigen, die am meisten durch die Besserung der Valuta hergenommen wurden, ist die , s I ow a kische Holzindustrie. In dem Templiner Gau liegen mehr als 1000 Waggons Exportholz, für welche keine Käufer vorhanden sind, denn Ungarn konveniert es, den Bedarf nunmehr in Rumänien zu decken und Deutschland stellte einstweilen die Einkäufe überhaupt ein. Eine Krise im Budapester Textilgeschäft. Wie die „Ungarische Rundschau“ aus Budapest meldet hat das rapide Steigen der tschechischen Krone in den jüngsten Tagen die Budapester Textilhändler, die mit tschechischen Firmen in Verbindung stehen, in eine bedrängte Lage versetzt Die Kaufleute sind nun gezwungen, überstürzte Deckungskäute vorzunehmen, ,um nicht in Schwierigkeiten zu geraten. Es wurde eine Aktion eingeleitet, die darauf ausgeht, im Falle des weiteren Steigen» der tschechischen Krone den Einkauf von Textilwaren in der Tschecho-Slowakei einzustellen und den Weiteren Einkauf bei reich-s deutschen Firmen zu besorgen. ' Die Industriekrise in Tschechien. Aus Prag wird berichtet: Dem „Sozialdemokrat“ zufolge werden Donnerstag alle Glashüttcnbet r i e b e im Ga b lo n z- TannwalderGebiet Stillstehen, Ein neuer Adria-Hafen. Nach einer Meldung des „Popolo Romano“ soll die deutsche Regierung mit Belgrad zwecks Ausbaues eines modernen Hafens nächst. Fiume in Unterhandlungen stehen. Deutschland soll die Absicht haben, den Hafen auf Rechnung der Kriegsentschädigung mit eigenen Mitteln und Arbeitern zu errichten. Deutsch-russischer Handelsverkehr. Aus Moskau wird gemeldet: Der Zentralverband der russischen Genossenschaften hat mit der deutschen Handelsgesellschaft „Nordost“ einen Vertrag abgeschlossen, demzufolge dem Zentralverband ein W a r e n k r e d J t von 500 Mi I- 1 i o n e n Mark zur Verfügung gestellt wird, der in Rohstoffen und H a 1 b t a b r i ka t eo zum Preise der Hamburger Warenbörse zahlbar ist % ’ Neuneinhalb Millionen Automobile in den Vereinigten Staaten. Nach vorläufigen Schätzungen des amerikanischen Petroleuminstituts in New York wurden im Laufe des jahres 1921 über 9'/, Millionen Automobile in den Vereinigten Staaten amtlich registriert. Die Erzeugung von Automobilen in den Vereinigten Staaten hat sich in solchem Maße gesteigert, daß sich sehr bald ernstlich das Problem ergeben wird, ob im kommenden Jahr die Betriebsstoff¬ und Schmiermateriaiversprgung ausreichen wird für den . Fall, daß der Bau von Motorfahrzeugen in dem. Umfang wie jetzt weitergeht. im Jahre 1911 mit 700.000 registrierten Automobilen entfielen auf jedes einzelne * Automobil 315 Barrels gefördertes Rohöl. Das Petroleuminstitut schätzt nun! die Rohölförderung der Vereinigten Staaten im Jahre 1921 auf 474,000.000 Barrels, wonach auf jedes registrierte Automobil nur mehr 47 Barrels entfallen würden. Wie schon hieraus ersichtlich, hat ' die amerikanische Automobilindustrie ihre Produktion an Fahrzeugen ungleich schneller gesteigert als die Qelindustrie.ihre Förderung an Rohöl. Versteigerung von Pfandsachen In Nizza.' Das Abrechnurigsamt hat die Nachricht erhalten, daß am 23. Februar die Pfandobjekte österreichischer Staatsangehöriger im Mont-de-Piete in Nizza versteigert werden sollen. Eine Namensliste liegt im Abrechnungsamt, Wien, I., Biberstraße 16, Zimmer Nr. 251, auf. Die Eigentümer haben das Recht, an der Versteigerung teilzunehmen. Berliner Börse. Berlin» 28. Jänner. Obwohl» das -nunrhehr zustandegekommene Steuerkompromiß der drückenden Ungewißheit über die innerpolitische Lage ein Ende bereitet hat, herrschte an der Börse wegen der vorgesehenen Zwangsanleihe, die den Steuerpflichtigen .auf Grund der Entschließungen zum Reichsnotopfer auf erlegt werden soll, naturgemäß eine lebhafte Verstimmung^ die den Grund zu einer nachhaltigen Abschwächung des Kursstandes auf nahezu allen Märkten bildete. Die Spekulanten realisierten die in der. letzten Zeit gekauften Papiere, weshalb bei der vorherrschenden Unlust, die,auch später nicht wich, Kursrückgänge von durchschnittlich 50 bis 75%, für einzelne Werte auch 90%, eihtraten. Die Umsätze hielten sich wiederum in engen Grenzen, hur einzelne Spezialwerte, wie Harpen er-, Hohenlohe-, Rheinstahl- und deutsche Kali-Aktien waren widerstandsfähiger. Bank-Aktien waren bei Rückgängen bis .auf; vereinzelt 10% ebenfalls widerstandsfähiger. Heimische Rentenwerte waren gut gehalten und die 3°/(ige Reichsanleilie etwas höher. Ausländische' Anleihen waren im allgemeinen wenig verändert, bis auf ungarische Renten, welche unter Realisationen zu Ibiden hatten, wogegen aber Goldrente und Kronenrente, besonders erstere, neuerdings stiegen. Am Devisenmarkt trat nach einer kräftigen Abschwächung am/Vormittag später eine wesentliche Erholung ein, Prager Börse. Prag, 26. Jänner! Infolge der Schwankungen der tschechischen Krone in Zürich eröffnete die heutige Börse in unentschiedener Haltung, welche'namentlich auf dem Industrieaktienmarkte in Erscheinung trat. Die gestrige unregelmäßige Kursbewegung wurde .zum Teil wieder ausgeglichen. Da die Abschwächung der tschechischen Krone in Zürich nur als vorübergehend betrachtet wurde, stellte sich späterhin eine leichte Befestigung ein. Von'Staatspapieren lagen die Freiheitsanleihe und Kassenscheine für das Jahr 1923 fest, die übrigen gaben dagegen etwas im Kurse nach. Tschechische Rote-Kreuz-Lose gewannen einen halben Punkt. Türken-Lose wurden zum Kurse von 250 angeboten. Von Bankwerten hatten Bohemia-Aktien die ansehnliche Steigerung von 40 zu verzeichnen. Wiener Bank-Aktien wären gefragt. Von Industriewerten zogen Arbitragepapiere aus der Besserung der . österreichischen Krone Nutzen. Auf dem Exotenmarkte sprachen sich Arbitragepapiere ebenfalls fest aus.* Der Schluß war befestigt. Die westlichen Devisen haben leicht angezogen. Im freien Valutenhandel stiegen Berlin, Wien und Warschau, während Sofia und Budapest abbröckelten. Budap&ster Börse. Budapest, 23. Jänner. Nach unfreundlicher Eröffnung wurde die Haltung flau., Gegen Mittag zeigte sich einige Lebhaftigkeit, wobei sich einzelne Werte leicht erholen konnten, während der Großteil derselben auf dem Eröffnungsstande verharrte, ln der Kulisse zeigten sich im Verlaufe vereinzelte Kursgewinne, so namentlich in Staatsbahn- und Stidbahn-Aktien. Vom Schranken ist nichts voÄ Bedeutung zu berichten. In industriewerten machte siclj für Gummi- und Glühlampen-Aktien einige Kauflust be! merkbar. Auf dem Valutenmarkte herrschte infolge detj höheren Züricher Kronennotierung eine flaue Haltung. Dia Kurse stellten sich durchwegs unter ihren gesrigenj Stand, ausgenommen * die deutsche Mark. Dia) österreichische Krone bekundete dagegen eine festd Tendenz. Von den Valuten der Nachfolgestaaten gaben Lei und Sokols " im Kurse nach. Die westlichen Valuten wareny vernachlässigt. In Dollars ew gaben sich größere Kursverschiebungeri. Der Kurs der-] selben gab von 703 bis 680 nach, schloß jedoch erholt zuu 695. Auf dem Devisenmärkte bestand für Mailänder und Präger Auszahlung Interesse. Auch in Berliner Auszahlung fanden größere Abschlüsse statt . .. Viehmärkte ln St. .Marx» * V (Originalbericht der „Wiener Morgenzeitung*.) Rlhdermarkt. Der gestrige Auftrieb belief sfchj auf 168 Stück inländisches, 623 Stück ungarisches und! 532 Stück rumänisches, zusammen 1323 Stück Schlachtvieh,! worunter' sich 94Q Stück Mast-, und. 374 Stück1 BeinlvieW befanden. Der Gattung hach waren 949 Ochsen, 65 Stier« und 309 Kühe. Trotz ziemlichgroßer Zufuhr war die Tendenz lebhafter als am Montag. Dife Preise haben sien auf der ganzen Linie um. K 30 bis 40 per Kilogramm erhöht1 Es notierten Ochsen, je nach Qualität, K 580 bis 900 (923)) Stiere und Kühe K 560 bis 780. und Beinlvieh K 340 bist 530 per Kilogramm Lebendgewicht. — Sch w e i n.e-4 m a r k"t.*; Aufgetrieben wurden, 520 Fettschweine un-| garischer und rumänischer Herktfnit. Gegen Dienstag sind! die Preise neuerlich um K 100. per Kilogramm gestiegen! Es notierten Primaschweine K* 1750 bis 1800, mittelschwerffl K 1700 bis#1750, alte K 1650 bis 1700 und Bauernschwein® K 1630 bis 1780 per Kilogramm Lebendgewicht. — St ec h-l V i fe h m a r k t. Die Gesamtzufuhr belief , sich auf 1719 Kälber/ 1855 Weidherschweine, 92 VVeidnerschafe und 181 Ziegen! Sowohl Kälber wie auch Schweine haben gegen ,die Vom woche K 150 per Kilogramm im Preise, angezogen. BeJ Fettschweinen resultierte eine Steigerung von K 250 pen Kilogramm. Es notierten : Primakälber K 1350 bis 1559 (1600), secunda K 1250 bis 1340, leichte K 1100 bis 1240L Fleischschweine K 1600 bis 1950, Fettschweine K 2000 bis, 2050,. Schafe K 600 bis 1100 und Ziegen K 500 bis 850 per Kilogramm. Die Devisenkurse. Zürich, 26. Jänner. (Devisenkurse. Mitgeteilt von der Schweizerischen Kreditanstalt.) -} Berlin 2.60 (2.46), Holland 188.-(187.50), New Yorlc 514:- (514.-), London 21.72 (21.72), Paris 42.-, (41.90)! Mailand 22.62 (22.50), Brüssel 40.25 (40.15), Kopenhagen; 103.25 (103.75); Stockholm 128.50 (128.50), Christiania 80.50 (80.—), Madrid 77.10 (77.10), Buenos Aires 180.— (172.50); Prag 9.85 (9.95), Budapest —.72 (—.70), Agram 1.70 (1.70); Bukarest—.— (—.—), Warschau —.16(—.15), Wien Geld —.14 (—.15), Wien Ware —.— (—.—), Oesterr. gestJ Kronen Geld —.08 (—.08), Oesterr. gest Kronen Ware Amsterdam, 26. Jänner. (Devisenkurse.) London 11.54 (11.55), Berlin 1.38 (1.35%)* Paris 22.3$ (22.35), Schweiz 53.20 (53.25), Wien -.08 (-.07%); Kopenhagen 55.— (55.05), Stockholm 68.50 (68.50), Christiania1 43 - (43.10), New York- 273.25 (273.50), .Brüssel 21.4$ (21.45), Madrid 41.- (41.07%), Italien 12.- Ü1.95)/ Budapest —.37% (—.—). * Berlin, 26. Jänner. (Devisenkurse.) Wien altes —.— (—.—), Wien abgestempelt 5.4$ (548), Prag 367.60 (380.60), Budapest 27.72 (27.87). 4 Berlin, 26. Jänner. (Kurse der Devisenzentrale.)? Noten: Dollar 198.15 (199.80), Pfund 845.50 (859.-), Italienische 876.50 (869.—), Polnische 6.12 (6.12), Tschecho-slowakische 371.50 (380.—), Alte österreichisch« —.— (—.—), Oesterr., gestempelte 2.35 (2.50). Prag, 26. Jänner. (Devisenkurse. — Mitgeteilt vom' Bankamte des tschecho-slowakischen Finanzministeriums.) Berlin 26.97% (24.85),Zürich 1018- (1018.-), Belgrad .68.50 (68.50), Bukarest —.— (—.—), Wien 0.47 (0.46%), Warschau 1.37% (1.35), Agram —. (—.—), Budapest 6.95 (7.20), Jugoslawische Noten 65.50 (65.50), Oesterr! gestemp. Kronen 0.47 (0.46%), Poln. Noten 1.17% (1.15)/ Ungar. Noten 6.95 (7.20). * >I< :>I< Fußball. Die jüdische Olympiade, Eine Absage. Bei den Beratungen in Karlsbad, an denen die Vertreter des Makkabi-Weltverbandes anwesend waren, wurde beschlossen, in Wien eine jüdische Olympiade abzuhalten und den Kreis Oesterreich mit der Durchführung zu betrauen. Der Kreis Oesterreich hat die Vorarbeiten aufgenommen und sich mit dem Makkabi- ]Weltverband, der die oberste Leitung sich Vorbehalten hat, ins Einvernehmen gesetzt. Zur größten Ueberraschung erhielt der Kreis Oesterreich die Mitteilung, daß das Sport- und Turnfest nicht den Titel Olympiade führen dürfe, da nicht der Makkabi-Weltverband der Veranstalter sei. An dem Sport- und Turnfest werden nicht alle Kreise des Weltverbandes teilnehmen, so daß die Bezeichnung Olympiade nicht gerechtfertigt erscheint Die Kreisleitung von Oesterreich befaßte sich mit der neuen Sachlage und beschloß, dem Makkabi-Weltverband für seine weitere Mithilfe zu danken und!m eigenen Rahmen in der Zeit vom 15. bis 18. Juni ein großes Turn- und Sportfest abzuhalten, zu dem auch auswärtige jüdische Vereine •ingeladeu werden. : Sptelerübertritte. Wenn für die Fußballer die sportliche „saure Gurkenseft* eintritt, dann suchen sie eine andere Betätigungsmöglichkeit. Zu ihnen gesellen sich Passivmitglie 'er, die dem Drange, als Akteure aufzutreten, nicht widerstehen können. Die Tätigkeit dieser Gruppe macht sich dann in Form einer Krise Tu den einzelnen vereinen geltend. Fast in jed n Klub gibt es kleine Revolutionen, die im Augenblick viel gefahrdrohender aussehen, als sie in Wirklichkeit s io. Mit Beginn der Frühjahrsspielzeit finden sic., die unzufriedenen Spieler wieder einträchtig auf dem me.ir «der ehnder grünen Rasen zusammen und die Passivmitglledcr beziehen als begeisterte. Anhänger ihre Plätze hinter der Holzbarriere. Solche Krisen wird es in jedem Verein so lange geben, als der Fußballsport besteht. Meist sind getäuschte Hoffnungen der Anlaß zur Unzufriedenheit. Ein treffendes Beispiel kann der J. 8. C. Hechawer abgeben. Die sicherlich sehr tüchtige Mannschaft gewann die ersten Meisterschaftsspiele in überlegenem Stil, dann stellten sich aber Mißerfolge ein. Nach Abschluß des Meisterschaffshalbjahres nimmt nun Hechawer nicht den von allen sehnlichst erwarteten ersten Platz in der Tabelle ein. Die Folge davon ist, daß in der Winterpause unzufriedene Elemente sich in den Vordergrund drängen. Die Stützen der Mannschaft, Josef Kolisch, Bank, Großmann usw. meldeten ihren Austritt an, wobei sie die Absicht aussprachen, der Hakoah beizutreten. Wir wollen nun nicht glauben, daß diese tüchtigen Spieler auf ihren Entschluß beharren, da ein Austritt während der Winterpause einer Fahnenflucht gleichkommt. Wir befinden uns derzeit in der Meisterschafts-Halbzeit. Ebenso unsportlich, disziplinlos und unkameradschaftlich es" ist, seine Mannschaft während eines Spieles in der Pause im Stiche zu lassen, genau so verwerflich ist es, seinen Verein innerhalb eines Meisterscliaftsjahres seine Kraft zu entziehen. Der jüdische Sport-Verband, hat sich in seiner letzten Sitzung mit der Frage der Spielerübertritte von einem jüdischen Verein zum anderen befaßt und in den Wechselreden aller Delegierten käm die Meinung zum P isdruck, daß derartige Uebertritte im allgemeinen' nicht statthaft sind. Die jüdischen Klubs werden in Kürze ein Uebereinkommen schließen, daß sie nur dann einen Spieler eines Brudervereines aufnehmen, wenn sie von letzterem die Einwilligung dazu bekommen. Was den J. S, C. Hechawer im besonderen betrifft, so glauben wir, daß ihre bewährten, aber jetzt unzufriedenen Spieler sich eines besseren besinnen und im Frühjahr sich für den alten Verein wieder betätigen werden. Hechawer hat in der. Herren Oehlberg, Bien, Schiller und Wirtschafter äußerst tüchtige Leiter. Der Verein steht überdies gesellschaftlich auf sehr hoher Stufe, so daß zu erv. arten Ist, daß er gleich der Hakoah den Weg zur sportlichen Höhe finden wird. Der Streit um Schlosser. Wir haben bereits berichtet, daß Schlosser nach seiner müudUchen Vereinbarung mit dem V. 4. C., jlia zu trainieren, X V>Tf sich dem M. A. C. ebenfalls schriftlich verpflichtete, da er; der Ansicht war, daß der V. A. C. ihn freigeben werde,! Da . Schlosser die Verpflichtung zum V. A. C. nicht lösen/ konnte, übernahm er das Training dieses Vereins, wobeier erklärte, das ausgesetzte Pönale dem M. A. C. zur bezahlen. Nun 'scheint er aber doch den Betrag den! M; A. C. nicht gegeben zu haben, da ihn letzterer Verein/ wegen Kontraktbruches anzeigte. Der „Magyar Ujsag*T knüpft an diesen Vorfall die Bemerkung,, daß der M. A. Ca. sicherlich nicht so viel Staub aufwirbeln würde, wenn nichl der jüdische V. A. C. im Spiele wäre. % Wie noch in Erinnerung sein dürfte, haben zur ZeffeV des Sturzes der Räteregierung'Mitglieder des M. A. CJ jüdische Kinder in die Donau geworfen, weshalb auch di® Wiener Arbeiter-Sportvereine/ damals gegen das Auftreten von ungarischen Mannschaften in Wien energisch Stellung genommen haben. Der „Magyar Ujsag“ hat aber mit seiner- Behauptung sicherlich recht. ‘ Schlosser, der das Training des V." A. C. bereits über*! nommen hat, erhielt von seinem neuen Verein die Erlaubnis, den Sportklub V1L Bezirk zweimal in der Woche zu trainieren. ' / Die deutschen Meister. In Deutschland wird die Meisterschaft seit dem Jahre? 1902 ausgetragen. In den ersten Jahren nahm auch der] D. F. C. Prag an dem Wettbewerb teil. Im Jahre 1903 blieb»! der V e r e i n f ü r B e w e gungssplele (Leipzig)/ der im Endspiel D/F. C. (Prag) in Hamburg 7:2 schlug! Sieger. Im Jahre 1904 würde die Meisterschaft nicht ausH getragen, Das folgende Jahr brachte den stolzen Titel nach Berlin, da Union im Endspiel, das in Köln statt-j fand den Karlsruher F. V. 2:0 besiegte. Ira |ahr6( 1906 - erobertö der V er ein für“ Bewegung s-> spiele (Leipzig) zum zweiten Mäl die Meisterschaft! Der Pf orzhelmer F. C. wurde damals 1:2 in Nürn-j berg besiegt. Das Jahr 1907 brachte den Meistertitel, daff erste Mal nach Süddeutschland. Der Freiburger! F. C. schickte in Mannheim die Berliner Viktoria mitj 2:4 Toren geschlagen heim. Im nächsten Jahr war Viktor! (Berlin) glücklicher, da er das Endspiel gegen Stuttgarter Kickers.3:1 gewann. U* den Jahren 1909 und 1910 blieb der Meistertitel in Karls-* ruhe. Phönix -schlug Viktoria (Berlitz in Breslau4^