Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1075 (26.1.1922)
- Date
- 1922-01-26
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Wien, Donnerstag WIENER EtORGENZEmmd schon zeigen; glaubt Ihr denn, daß Dir hier du Palästina schaffen werdet?“ Hierauf drohte er den Anwesenden Ynit secbsWochen Arrest, falls sie nicht ihre Angaben ändern und statt „jüdisch“ „polnisch“ schreiben werden. Dabei erlaubte er sich verschiedene antisemitische Ausfälle und Drohungen. Die zusammengeschmolzene K. P. D. Berlin, 25. Jänner. Nachdem aus der kommunistischen Reichstagsfraktion weitere sechs Mitglieder ausgeschieden sind, ist die Kommunistische Arbeitsgemeinschaft, die unter Führung des Abgeordneten Dr. Paul L e v y steht, auf fünfzehn Mitglieder, und somit zu Fraktionsstärke, angewachsen. Die übrigen elf Mitglieder der K. P. D. haben dagegen die den Fraktionen zustehenden Rechte verloren. Ein katholischer Kongreß. Kowno, 23. Jänner. (J. C. B.) Hier fand ein katholischer Kongreß statt, der unter anderen angenommenen Resolutionen auch den Beschluß faßte, die Regierung auf ihre Pflicht aufmerksam zu machen, daß die Universität eine katholische sei und daß sie daher ausschließlich im katholischen Geiste geleitet werden müsse. Im Zusammenhang mit diesen Beschlüssen ist bemerkenswert, daß an dieser Universität 45% jüdische Hörer inskribiert sind, doch befindet sich dort kein Jude als Professor. Mitteilungen aus dem Publikum. NZUG nach AUW1W oder ausmltgebrachten Stoffen aflmw Stsdtarbelt. Vorstadtpreise Nur beim Schneidermeister £11 Josef Tau&erÄSS Telephon 139/VL — Straßenbahnlinien 6, 15, 57 UT Bin Versuch Überzeugt Sie! 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Die zionistischen Bezirkssektionen werden darauf aufmerksam gemacht, daß die Frist für die Anmeldung von, 'Teilnehmern an dem vom Zionistischen Landeskomitee eingerichteten S e m i n a r am 1. Februar 1922 abläuft. Nach diesem Termin werden Anmeldungen nicht berücksichtigt werden. Das Seminar wird umfassen: 1. Jüdische Geschichte des XIX. Jahrhunderts (Doktor Stein, Dr. Gelber). 2. Geschichte des Zionismus (Dr. Gelber). 3. Theorie des Zionismus (Adolf B ö h m). 4. Institutionen der zionistischen Bewegung (Adolf Böhm). 5. Palästina-Geographie (Dr. Leo G o 1 dh a m m e r). 6. Allgemeine politische Probleme (Dr. Paul W e i s e n g r ü n). 7. Hebräische Literatur (Zwi Diesendruck). 8. Jüdische Literatur (Groß). 9. Geschichte der Juden (Dr. Stein). Geschichte der Juden. in den östlichen Ländern (Dr. Gelber). Die neuen Banknoten zu 5000 und 50.000 Kronen. Das Bundesgesetzblatt vom 26. Jänner veiröffertt^ lic< einen Erlaß des Buimdiesm inisteniiums für Finanzen vom 25. Jänner 1922, nach. welchem die Oefötesrreidhisoh- ' ungarische Bank am 26. Jänner 1922 mit der Hiiruaiu’sg&be - von Banknoten zu K 5000 tun'd am 28. Jänner 1922 mit - der Hinausgabe von Banlknoten zu K 50.000, beide Kältei garien mit dem Datum vorn 2. Jänner 192L, beginnen wird. Die Note zu K 5000 hat ein Format von 193 Millimeter Breite und 106 Millimeter Höhe und ist auf weißem Papier gedruckt. Die Vorder-(Text-) Seite der Note zeigt in bordeauxroter Farbe einen ormaimentierteu Rahmen mit zwei Ausschnitten, von welcher der ovnib linke in grüner Fainbe den Notentext trägt:, > Fünftausend Die OesterreichiisdhHimtgari'sche Bank, österreichische Geschäftsführung, zahlt gegen diese Banknote bei ihrer Hanip.tanstalt in Wien sofort auf Verlangen ,v Fünftausend Kranen * ‘ c in gesetzlichem Metallgelde. Wien, 2. Jänner 1922. r * Oesterreichisch-ungarische Bank. Spitzmüller, Gouiverneuir 'K Mddiinger, Generairat Rapp, Generalsekretär. «, - Der rechte kreisförmige Ausschnitt trägt in einem ’ dvalen, ornamental verzierten Rahmen in grüner Farbe. das Brustbild einer weiblichen Jdea'lfigur, welche im-- ihrer linken Hand, an d*ie Sdhiuüter angedirückt, ein Füll- 7 horn miit Früchten hälft. In den beiden oberen Ecken des ornamentierten. 1 bordeauxroten Rahmen ilst, weiß auf dunklem Grunde, die Ziffar >5000«, und in den 'beiden unteren Ecken in grüner Farbe links die Serien- und rechts dlie Nummern“ bezeiiahn-ung angebracht. v-y j Die Rückseite der Note ist in grünlich-braun-“ viototter irisierender Farbe gedruckt und wird größten*. teils von einem ornamentierten Blnmengenanlke auiSgefüllt. Die rechts uind links Oben angebrachten ruinldlön Rosetten tragen in der Mitte, weiß wuf dumkfliem Qrunde, die Ziffer >5000«. ' ' In der Mitte der .Rückseite stehlt teo stuf dunktem Violetten Schilde in weißer Schrift dlie Strafbestimmung:.' wDre Nachahmung der Banknoten wird gesetzlich bestraft.« Die Note zu K 50.000 hat ein Format von 193 Millimeter Breite und 106 Millimeter Hol e und ist auf §tä£cun Pajoier eedruokt hat seine AsSvekaturskanziei in Krakau, Kas-meBickagasse 1®, eröffnet Telephon 238. 9390 Die Vordier-(Text-)Seite der Note zeigt im grüner Farbe einen ornamentierten Rahmen mit zwei Ausschnitten, von welche der ovale liinfcs in braun,er Farbe den Notentext trägt: >50.000 Die OesterreiChisch-umgarische Bamk, österreichische Geschäftsführung, » zahlt gegen diese Banknote «bei ihrer Haulpitanstalt in Wien sofort .auf Verlangen 50.000 Kronen.. $n gesetzlichem Metallgelde. Wien, .2. Jänner 1922. O esterreichisohwungaiisdhe. Bank. Spifzmüllier, Gouivernenar R .Daher, Generalrait Raiptp, Generalsekretär.« Dar rechte, 'kreisförmige AiuissChnitt trägt in einem ovalen, onniamenal verzierten Rahmen in, brauner Farbe das Brustbild einer weiblichen Idealfigur, welche in ihrer rechten Hand, an die rechte Schulter an/gedrückt, ein Füllhorn mit Früchten trägt. In den beiden oberen, Ecken des ornamentierten grünen Rahmens ist, weiß auf dunklem Grunde, die . Ziffer. >50.000«, und in dien beiden unteren..Ecken . in.< ■ braumer Farbe links'’ ' die Serien-' ' rarid:' reohH die,' NurnOTernbezeichiniung angebracht - t Die Rückseite der Note ist in roter und giraiuier Farbe gedruckt und. wird größtenteils von einem ornamentierten Blumengeranlke aiusgefült.'." Die rechts und links-eben angebrachten ruindian Rosetten tragen in der Mitte, weiß auf diuinlkHem Grunde, die Ziffer >50.000«. In der Mitte der Rü-ckseilte stehlt unten auf dunklem, •roten Schilde in weißer Schrift die Strafbestimmung: ’>Die Nachahmung der Banknoten wird gesetzflioh ' bestraft.« *' . . -;v;' , Gemäß einer. Verordnung -dies Finanz minist erilums sind die von .der. 0es‘terrettichii9ch-unigairLsChon Bank im Betriebe der österreichischen Geschäftsführung ' auis- :gegebenen Noten zu K 5000 umd za K 50.000, die — abweichend von den;übrigen ,in dier Retpulb'ük Oesterreich im gesetzliche Umlauf befindlichen Noten der .Oesfcerreichisch-umgafischen Bank 7— nicht dien amtlichen Stempel auf druck » Deutsch Österreich < tragen, in allen 'rechtlichen Beziehungen, iinislbeiaondere bei Anwendung der geltenden Wähnungsbestknniuingen umid Devisenverkäh-rsvors-öhrif ten den deuitsChösterreiohisch gestempelten Banfkniöiten gleidhzuhialten. Dempnstratioiisversammlung der Bundesangestellten. Energische Erklärungen des Bundeskanzlers. — Panikstimmung in der Inneren Stadt. Ito der Voillksballe des Rathauses fand gestern, abends eine Masseintversamnulung der Buodesamgestdlton statt, die für die Erhöhung ihrer Bezüge demonstrierten. Nach der Versammlung kam es vor dem Parlament und vor dem Buindeskäimzleriamt in ■■ der Hemeinigasse zu lärmen den Kumidigebnungen, wobei Polizei eintschreitea mußte. Im der Inneren Stadt entstand eine Panik und die Geschäfte umd Kaffeehäuser wurden rasch geschlossen, da man Gewaflttätigkeitem befürchtete. Eine Abordnung der Sitaaitsbedieosteten sprach beim Kanzler Schober vor tund stellte an ihn das Verlangen'mach einer Erhöhung der vom. der Regierung in Aussicht genommenen dritten Auszalhiluinig im' Monat Jänner. Der Bumideskam®leir erklärte, er höre, daß auf der Straße eine Ansammlung sei und er könne wie und m i m m e r umfer dem ■ D i k t a t einer demonstrierenden Menge, seine Etnfscihließinnigen fassen. Mam könne auch vom dier Reg!erring nicht verlangen, daß sie immer bimnem wenigen Stiuihdeii die am sie gestellten Wünsche' befriedige, Wünsche, die siot weitgehende finanzielle Belastungen für dem Staats/schate bedeuten. Der Sprecher der Abordnung erwiderte, daß ihm die Stellungnahme des Bundeskanzlers bekannt sei umd er erjsuche, der Bumdesikamizler möge morgen eine Abordnung der itn Betracht kommenden Beamt enorganisafiiorien empfangen. Bundeskanzler Schober sagte dem Empfang einer solchen Deputation zu. maohte aber die Herren darauf auif- _m. Jänner f$2*_ M aseriesam, daß eine Emstscheidiung schon moffgea ata$ dem Gnumde schwierig sei, weil der morgige Tag mit schwerwiegenden Verhandlungen ausgefüllt seLq werde und bei der gegenwärtigempanlamemtarischen Lage mit der Demisskm der, jetzigen, Rfcgiänuaigj gerechnet werden müsse. Die Abordnung nahm diese Mitteilungen! dteät Bundeskanzlers zw Kenntnis und umrtenrichtetie hievon die vor dem Gebäude des Bumdeskanizleratmities< versammelte Menge, die sich hierauf m aller Ririhisl zerstreute. Die Fürsorgeaktion von den Lebens* mittelzuschiissen. Lieber Intervemtiom einiger Mitglieder der hq Abbiauigesötz vorgesdhien'-en. paritätischem Kjomi^ rnJssion', hat eine Austsipräche iznvisdien dem Finaozn r-efer-emtem der Gemeinde Wien' und! d«em Präsidium d*es W iemer Indu s tr ielfl eniv er ba u de«j staltgefumden'. In dieser legte der Fiinamzrefereotj StadJtrat B r e i 111 e r dar, d'aß die Gemeinde Wien, durch das Gesetz über den Abbau der Lelbemsmittei-. •Zuschüsse eine emipfimidlidhie Belastung erfiaihrc, in* dem-, sie miclhlt nur ihrem Angestelltem' die Zuschüsse leisten muß, sondern diie Verteuienumg der riaitiomderteni Artikel für die Pfteglimge im den Versotrgumgs^ häusern, 'Kramkenamstallten, Irrenanstalten u®w. ana eigenem zu tragen bat. Aus diesem Gründe ist dte Gemeimdc Wien, wenm sie die Fürscrgeabgalbe uiiohJtj imi P-roizemtau'Simiaß erhöhen ^solk aiuf die Fürsorgen abgab e vom den Ldbensmittelizni'sidhüsisieai angewiesen^ In Anbetracht der vom Wiener. Industriellenverband! gegebenem Aufklämumg, erklärt sich die GemcimdC Wien' jedoch bereit, auf die Fünscrgeaibgaibe van den Kimd'erzu'schüsisen .zu) verzichten, da es sich hier um eine Art Sozialversiitchc-rurngseimriohitumg. hamdelLj Mit Rücksicht auf dieses Entgegenkommen der Ge* meimidie Wien hat der Ausschuß des Wiener Itidu* strielllenverbamides beschlossen, den Veribamdsmitt* gliedern zu emptehien, die Fürsorgeabgaibe vom dieh Gruin!dzu,stöhüssem (:für den Arbeiter und Angestell* ten selbst) und van den Zuschüssen für dti'e Ehe* frau (W iärtscbaftsf ührcriim) zu leistem. Amerikanische Einwanderungsbeschränkungen. Ein Säugling wird zurückgewiesea. New Yorker Zeitungen melden folgenden Inter* essanten Fall, der sich vor einigen Tagen abspielte. Eine Frau aus Polen, die in den letzten elf Jahren in Chicago wohnte, kam mit ihren vier Kindern, von denen das Jüngste drei Monate alt ist, nach New York. Der Mutter und den drei älteren Kindern wurde das Länden erlaubt,.dem Säugling^hingegen wurde es von EmigfaÖonsbeamten verboten, mit der Weisung, daß das-Kind wegen Ueberschreiten des für diesen Monat auf Polen entfallenden Kontingents zurückgeschickt werden müsse. Vorderhand ist keine Hoffnung, daß das Kind in New York. bleiben kann, es sei denn, daß der P r ä s i d e n t der Vereinigten Staaten eingieife. Reform der tschechischen Paßvorschriften. Gemäß den auf der letzten Grazer Konferenz gefaßten Beschlüssen bereitet die tschecho-slowakische Regierung neue Päßvorschriften vor. Ueber diese verlautet im wesentlichen folgendes : Die Paßvisa werden fortan für die Gültigkeitsdauer des Passes erteilt werden. Wer also einen einjährigen Paß ausgefolgt bekommt, wird innerhalb dieses Zeitraumes beliebig oft und ohne fallweise Erneuerung des Visum* in die Tschecho-Slowakei reisen können. Für die Ausstellung der neuen D a.u.e r v i s a wird ein gestaffelter Tarif vorgeschrieben. Angestellte, Arbeiter und Minderbemittelte werden 3000 Kronen, Bemittelte, Gewerbetreibende und Kaufleute 11.000 Kronen zu erlegen haben« während bisher das Visum für die einmalige Fahrt 1100 Kronen kostete. Die Paßkontrolle in den Grenzstationen soll von allen unnötigen Härten befreit werden. Die Wiener tschecho-slowakische Paßzentra 1 ist auch nach Uebersiedlung der Gesandtschaft auf den Lobkowitzplatz im Cumberland-Pälais in Penzing geblieben; auch die Paßfilialen in den einzelnen Bezirken sind unverändert geblieben. Die Antisemiten und Jesus Christus. Die Person* des Stifters' des Christentums (hlal .denD e/ittschnationail en immer viefl Kapfzedbredheul venuirsaicht. Wie sollen sich demm ' wirklich aitncfl Leiu-te,"' welche jeden von einer jüdischen, Mtulttes! Geborenen . als sdhittiiutziges, ehrloses1 Imdiividiuiuimv, ails yeirdorlbenes BLuit betiraichten, mit dem Jtndlelrt Jeisüp äibfilniden'? In' neuerer Zeit ihlalbemi sich zwar! unter den Helden vom Hiakemilcreii'z «ntscihücssems Mander’gefuimden, ' die einfach eriklärem, dlaß diristliche Religion eine jüdische Mache-sei umd «naiisi ■sich vom j| ü id) i :si tö h e n D e f ä i t i! ® t e « P a z a f i s t e n Je s Ws befreien müsse. Aber düfe’. Mchrziäkfl delr d eivt'&c hmaULomiale n Antisemitoeial schreckt, dioidhi ivoif dieser immerhin ehrlichen Tahtik! zitirück, Sie will keimen Bruch mit der Kirche. Siel ziehe» öä vor, einen ihrer Patenitiprofesisioffiein mit dVefzi Aufgabe. betrauen, auf »streng wiisiseoschaftlichd Weise« -die jüdische Abkiunft Jesiuis'. wegzunschwini* dein. So bringt die Wiener >Deutsche Tages* zeitung«, da« antisemitische Hetzoirgam der Sfdnmefi- ' Leute, folgende Ausführungen eines deuibsdhien Wissetnachaftiarf der sich Professor & i e g na ü n4 1^481814