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Wiener Morgenzeitung · 1922-01-26 · Heft 1075 (26.1.1922) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1075 (26.1.1922)
Date
1922-01-26
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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mrm ym vönneretag «MSI®» -- - -- i .11 --— ■' ■ ■■ ■— ■' ■ —— - - — FASCHiNGSSTOFFEI Etamine, Seidenwarea, Dlradlstoffe, io unerreichter 463 Auswahl Infolge kleiner Regleo am bllHgstemiur bei KfiSffi L FRIED, Ul., Linke Wienzeile 40, im Hofe eine Notiz Ober eine angebliche Aenderutig in der Leitung der Wiener polnischen Gesandtschaft, im Zusammenhang mit Verschiebungen in der Besetzung einiger Wojwod- Bclialtsposten in Kleinpolen. Die polnische Gesandtschaft legt Wert darauf, festzustellen, daß alle Kombinationen, die sich auf den jetzigen Gesandten Grafen Lasocki beziehen, unbegründet sind. Eine Personenäriderung auf dem polnischen Gesandtschaftsposten in Wien ist nicht in Aussicht genommen. Die Konvention mit Danzig. Warschau, 25. Miner. (Poln. Tel.-Ag.) Der Landtag hat heute den Entwurf für die Konvention mit Danzig in dritter Lesung angenommen. Ungarn. Nationalversammlung. Budapest, 25. Jänner. (Ung. Tcl.-Kcrr.-Bur.) Ln, der freutägen Sitzung der N ati an al v ersam milung poleamsd'eirt Abgeordneter Graf A ir draissy gegen die letzten Ausführungen des Ministerpräsiden-tem tud eiikflämt, eine vorher legitimlstische Regierung, die dem Eisenbialhm'zug des Königs habe beschießen lassen, habe nicht das moralische Recht, im Amte iziu bleiben. Beziigldh der geplanten Wahlreform erklärt Redner, er halte die En t r e c h t u n g der g r o ß en M ass e.n für einien schweren Fehler. Er richtet .an 'die- Regierung die dtrin-, gende Frage, wais geschehen werde, weron die WaMreform bis sum 16. Februar■ lnävht votiert werde. > G»raf. An'dirassy gibt hierauf eiine eingehende Sdh^’demmg der Vorgänge beim letzten Königsputsch. Er vertrete d£'e Amschatiaing, daß, wenn die Rückkehr eines Halbs-. bi*rgers überhaupt möglich* gewesen wäre, dies am ehestem bei Karl IV. der Falll gewesen wäre, der währen^ des Weltkrieges sich immer um die WicdernhErstellung des Weltfriedens bemüht habe. (Rufe 'bei der Partei d"e r Kl ein e n4 Lan d wirte: Sprechen Sie nicht von der Vergangenheit, sondern davon, was jetzt zu tum - ist! Wir müssen die Tagespolitik machen! Das Volk braucht Brot!) Redner gilbt der Anschauung Ausdruck, daß, falls der König in Budapest eimgezogeu. wäre,'und die kleine Entente, versucht hätte, Umgarn bewaffnet nnzugreifen, dies 'in J u g 0 s law i e n u 11 d i nd e r T s c h e c h cF- S1 o \v älk e i zu e itieth B ü r g e rkrieg geführt hätte. (Justiamimfeter Tomcsanvi dazwischenrufcn'd: Das sind mir Hypothesen, auf die' die Regierung keinesfalUs bauen konnte!) Abgeordneter R as s a y (oppositionell). reicht einen Be schlit ßanibrag ein, wonach, falls die Nationalversammlung bis zu ihrer AufHösuing, nicht anders beischili'eß't, die Neuwahlen innerhaUfb von drei; Mötiaitetn auf Girutid der Friedtichschen W^ilordiniunig yorgenommeii, werden sollen. Die Dauer der neuen Natiothälverisammliung. soll fünf Jahre betragen, fa'lUts ihzv/iisidben die Gesetzgebung - auf da« Zweikammersystem übergäben sollte, hätte die Natioo alversam mluin g weiterhin als" Abgeordnetenhaus za fungieren. Justizminister Tom csaoyi erklärt, ,daß die Regierung die bestehenden .konstitutionellen- Anordnungen eimihalten werde. Demnächst werden Gesetzentwürfe über diie O b erlia usrefo rm und über das neue W ablmecht der Näitionalversammihnnig unter breit et wenden. Das Haus lehnt den Antrag Raissay mit 52 ■ g e g e h 2 0 S t i'm m e u aib und ndniimit § 1 des Budgetprofviis'orium-s in u«nivarändeter Fassung an. Bethlen soll Horthys Stellvertreter werden. Die Universalkorrespondenz meldet aus Budapest: Die Vertreter der die Regierung unterstützenden Parteien haben heute eine Sitzung abgehalten, um zu dem Plane der legitimistischen Partei Stellung zu nehmen, die vor Auflösung der Nationalversammlung die Wahl eines Stellvertreters des provisorischen Staatsoberhaupts verlangen will. Die Regierungsparteien kamen dahin überein, diesem Plane kein prinzipielles Hindernis in den Weg zu legen, gleichzeitig wurde beschlossen, den Ministerpräsidenten Grafen Bethlen als Stellvertreter des Reichsverwesers in Vorschlag zu bringen. Forderung nach einer jüdischen Vertretung im Magnatenhaus. Aus Budapest wind! im*s iberachtet: Dionstag befaßte sich der Justizaa:is®ohiuJß der umgamcheai1 Nationalversammlung mit dem Gesetzentwurf über die Reform des Oberhauses. In der Debatte wandte skh Graf Albert ’Alppen y i gegen die lebenslängliche Mitgliedschaft im Oberhaus und trat für. eine demdbratische Reform ein, durch welche auch den Arbeiter n eiime Vertretung gesichert wird. Wittlbelm Vazsonyi wendet sich gleichfalls gegen den überlebten Geist des miigairis-chen Magnaterdiaittses und foaickrt, wemn mit Rücksicht auf die konservative Nelung der N'aitiouralveir.^aimm- I trag d!ie einzelnen Rdigionsgesell-schafftön. durch Erzbischöfe uiid Bischöfe Vertretern ‘seren, 'daß auch der jüdischen Re li gd o ns gen o s sc.»« c h af t eine Vertretung irn Oheruicuus gesichert werde. Der gewesene Minifsterpräsidenit S;d m onyi-S e m a-d 3. n wünsclht eine Vertretung des,Handels und der Industrie im Oberbaus. Emmerich O esrf f y schließt sich den Amsfühiru-hgen Vazsoiiyis an. und fordert, daß imi künftigen ungärisoh-en Oberhaus im Gegensatz zu den bisherigen Sitzungen auch die Ar be i te rs cb afte,;dle Juden, der A e n z t e- und I n g ern i e in «ns t-a ni d eine Ventrebumg erhallte. Jitstizminister Tomosainyi 'verteidigte dem liegiorungentwurf, der scMüeßliidh ivom Justiizausschiuß unter Ablehnung afl'ler AbändenunigsauJträge,' somit Midi der Forderung auf Vertretung der jüdischen II elilgioosgeseHsChaft, angenommen wurde. Rumänien. Auflösung des Parlament«. Neuwahlen im März. Bukarest, 24. Jänner. (Orient-Radio.) Das Amtsblatt veröffentlicht d<is Dekret, betreffend die Auflösung des Parlaments und die Anberaumung der Wahlen in die konstituierende Nationalversammlung für Anfang März. Bukarest, 25. Jänner. Die Wahlkampagne hat bereits begonnen. Alle Parteien treffen fieberhafte Vorbereitungen für den Wahlkampf, der, nach den Berichten der Blätter zu schließen, ein sehr heftiger sein dürfte. Das Amtsblatt veröffentlicht ein Manifest der Regierung, in dem der Wunsch der Regierung betont wird, dem Lande eine neue Verfassung zu geben, die nationale Einigung zu festigen und alle Uebergriffe zu beseitigen. Großes Gewicht wird m dem Aufruf auf die Besserung der finanziellen Situation gelegt Es soll ein Sparsystem und eine ordentliche Administration eingeführt werden, die Steuern sollen revidiert und die Produktion erhöht werden. Die Regierung, deren Politik gerecht und demokratisch sein werde, sei entschlossen, alles zu tun, um das Prestige Rumäniens im Ausland wieder herzustellen. Ministerpräsident B r a t i a n u hat einen Aufruf an die Wählerschaft erlassen, worin er an die Mitarbeit aller Söhne Groß-Rumäniens appelliert. Der Ministerrat hat beschlossen, das Rekrutenkontingent des Jahres 1922 statt am 1. Februar erst am 1. April einzuberufen, damit sich die Rekruten an den Wahlen beteiligen können. Eine jüdische Kulturkonferenz. Czernowitz, 24. Jänner. (J. OB.) Hier fand vor einigen Tagen eine von 60 Delegierten Beßarabiens, Altrumäniens und der Bukowina beschickte jüdische Kulturkqjiferenz statt. Die Delegierten setzten sich aus Vertretern der jüdischen Kultur- und Kunstanstalten, der Presse, Bildungs- und Lehrervereine zusammen. Es wurden mehrere Referate über das jüdische Schul- ‘ und Verlagswesen in Großrumänien gehalten und eine Reihe von wichtigen Beschlüssen für die Ausgestaltung der gesamten jüdischen Kulturarbeit gefaßt Erwähnenswert ist der Beschluß zur Gründung eines zentralen Schulkomitees für ganz Rumänien, dessen Aufgabe die Vereinheitlichung und Systematisierung des jüdischen Schulwerkes im ganzen Lande sein soll. Die Militärkonvention mit Jugoslawien unterzeichnet. Bukarest, 25. Jänner. (Funkspruch.) Die Militärkonvention zwischen dem Königreiche der Serben, Slowenen und Kroaten und Rumänien wurde in Belgrad unterzeichnet. « , Jugoslawien. Graf Karolyi in Belgrad. Belgrad, 26. Jänner. (Tschecho-slow. Preßbur.) Graf Michael Karolyi, der seit zwei Tagen hier weilt, ist vom Minister des Aeußern und vom Untemchtsmmister empfangen worden. Litauen. Die Regierungskrise. Kowno, 24. Jänner. (Tel. d. „Wr. Morgenzeitung.“) Wie in hiesigen Abgeordneteiikreisen verlautet soll es zu einer Einigungzwischen den christlichen Demokraten und Sozialdemokraten kommen. Auf diese Weise würde der Weiterbestand der Koalitionsregierung sichergestellt und das bisherige Ministerium mit der Wetterführung der Regierungsgeschäfte betraut werden. Rundschau. Was für einen Papst wünschen skh die europäischen Mächte. [Ams R o m wird1 ums berichtete: Die H^lfaang der itailieaiscben Presse (hiat sich amdaßlidhi de® Ablebens des Pöipsstcs gegenüber dem Viaftdfcaai völlig' geändert. Die Blätter würdigen idÜe V-end&eniste Bened'iks XV. uim die Linde,numg der mfolge des Krieges eitngetretenem 'Notlage lumdi beben hervor, daß sein ganzes 'Bemühen anitf die Aiu&söhm-ttng Italiens mit dem Vatikan gerichtet war. Die »T r ib m in a« beschäftigt sich mite dter Frage, wie 'Siiidhi die einzelnen euiropäisdhem Mächte den künftigen 'Papst denken. .Italien wünsche sich eirn.-e.it Piapsit, der sich gleichfalls den ■ Namen »Friedeinsipaipst« verdienen möge. Die völlige Versöhnamig und! politische Genre in samkeit zwischen denn italHenischen' Staat und dem Vatikan bestehen vorläufig moich nicht und der Weg zu diesem völligen Verständnis sei mach lang. iAiudi' F >r a n 3c r e i c h hiabe da® größte Inlteress'e daran, daß die Tiara einem Kirclienioibeirhaiuipit zufailie, das die Politik G a; sip arr is fortsetzenwürde. ■Was D e nt s c h 1 and betrifft, sei illüm Benedikt XV. gleichfalls lieb' gewesen; weil er die religiöse Intoleranz Pius X. nicht bekundete und ihm die Schaffung, der weißen Internationale vor Augen 2C. Jänner *923 3i geschwebt halbe. E mgl a wd! wütrsche, maicihtdemi es. sich vom irischen' Allpdnuidk befreit hat, einen Paipst, der die e m gli s c h e P o 1 i t hh im Orient und hauptsächlich ia P a 1 ä s t i n a! ss i c h t d'ttr fch Intrigen störe. Im Staatsinteresse S|pairriens( wieder liege, daß der neue Plaipst keinerlei 'natiloK nale Ueberschwenglichkeiit fördere. Der Katholizis«. miuis im Italien, uimd iman 'könne'hinzufügen, die' katholische Kirche der ganzen Welt, möchte auf dem Throne Petrus einen Papste sehen, der 'Möglichste' wenig 'politisiert und seine ganze Sorge der Enstar-’ kumg der Religiosiiteät wi'dimet. , Die Beisetzung des Papstes. Rom, 25. Jänner. (Tel.-Komp.) Die Beisetzung des Papstes Benedikt XV. wird am Donnerstag um 3 Uhr nachmittags stattfinden. Mittwoch und Donnerstag vormittags bleibt die Leiche zur öffentlichen Besichtigung ausgestellt. Die Konferenz von Genua verschoben? Prag, 25. Jänner. (Tel.-Komp.) Den Informationen der Prager „Tribuna“ zufolge .soll die Konferenz von Genua, die bekanntlich am 8. März beginnen sollte, vorläufig um einen Monat verschoben werden, da es sich herausstellt, daß bis zu dem ursprünglich festgesetzten Termin das nötige Material für die Konferenz nicht vorbereitet werden kann. Frankreich und Angora. Angora, 25. Jänner. (Havas.) Jussuf Kem a V B e y verlas in der Nationalversammlung ein Telegramm der französischen Regierung, worin der Wechsel des Kabinetts mit dem Beifügen angezeigt wird, daß ' dadurch in der äußeren Politik Frankreichs bezüglich des Orients eine Aenderung nicht eintrete. Rückgang der niederländischen Einnahmen. Amsterdam, 25. Jänner. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung“.) Die Einkünfte der Niederlande für das Jahr 1921 betragen um l1^ Millioneil Gulden weniger als im Vorjahre. Die Orientkonferenz. Paris, 25. Jänner. (Tel. d. „Wr. Mörgenztg“.) Die Konferenz Lord Curzons, Marchese della Torr e 11 a s und Poincares über, die Orientfrage wird am 1. Februar in Paris stattfinden. Lynchjustiz in Amerika. Washington, 20. Jänner. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung“.) Nach einer von der „Gesellschaft für die Versöhnung der Rassen“ herausgegebenen Statistik sind im Jahre 1921 63 Personen der Lynchjustiz zum Opfer gefallen, gegen 65 im Jahre 1920. Die Barbarei dauert also fast unvermindert fori 4 der unglücklichen Opfer wurden lebendig v e r b r a n n t, 5 als ' Tote auf den Scheiterhaufen geworfen. Die übrigen wurden erschossen oder gehenkt, die meisten nach schweren Mißhandlungen. Betroffen wurden 57 Schwarze, darunter 2 Frauen, und 6 Weiße. In 18 Fällen handelte es sich um Mordverdacht und in 19 Fällen, lautei Schwarze betreffend, um die Beschuldigung der Notzucht Ueber die Zahl der Schuldlosen, die der tierischen Volksjustiz ohne Urteil zum Opfer gefallen sind, spricht sich die Statistik nicht aus. Menschenfresserei in Rüßland. Moskau, 25. Jänner. (Funkspruch.) Aus dem Wozker Kreise wurden in den letzten zwei Monaten über 3000 Todesfälle durch Hunger gemeldet. 709 Dörfer des Glosowsker Kreises haben alles . Getreide, alle Surrogate und den ganzen Viehstand aufgezehrt. In der Wolost von Ostrimow hungern 15.000 Menschen. Besonders verzweifelt ist die Lage der landlosen Bauern. Die Fälle von Menschenfresserei im Hungergebiet nehmen massenhaft zu. In Pugatschew (Gouveremeni Samara) wurden zwei Frauen verhaftet, die Kinderleichen und die Leiche einer Bäuerin verzehrt und zwei alte Leute geschlachtet haben. In Groß-Gustschize (Bukatschewer Kreis), nährten sich zehn Familien von gekochtem Fleische ausgegrabehei Menschenleichen. In Slawinka' (Bugatschewer Kreis) verteilte eine Bäuerin die Leiche ihrer verhungerten dreizehnjährigen Tochter unter ihre am Leben gebliebenen übrigen Kinder. Zurückziehung der fremden Truppen aus Rußland. Washington, 25. Jänner. (Havas.) Die Kommission für den fernen Osten hat die amerikanische Entschließung angenommen, worin die Zurückziehung der fremden Truppen aus Rußland befürwortet und dafür eingetreten wird, daß die privilegierte wirtschaftliche Ausbeutung der besetzten Gebiete aufgegeben werde. Uebergriffe bei der Volkszählung in Ostgalizien. Lemberg, 25. Jänner. („Tel. d. Wr. Mörgenztg;“) Vör einigen Tagen ließ der Kommissär in Moscisk>a jene Juden zu sich rufen, die bei der Volk szählung die jüdische Sprache als ihre nationale angegeben und als die Ausfüllung der Rubrik . in diesem Sinne vom amtierenden Beamten verweigert wurde, sich geweigert hatten, die Protokolle zu unterschreiben. Der Kommissär begrüßte die er- 1 schienenen Juden folgendermaßen: „Ich werde Euch K CHIFFON m BETTZEUGE Herren-ii.framen Wäsche, Regenmäntel, angl. Wollstoffe, gestrickte Jacken, Kleider, Kostüme ti.lumper slies erstklassig und 1‘tütüri Sehlfffmann Sl.,Tal»tfB8e Ml8pöQBffi?§ Es), asm Ln detail

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