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Wiener Morgenzeitung · 1922-01-25 · Heft 1074 (25.1.1922) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1074 (25.1.1922)
Date
1922-01-25
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 1074 .Wien, Mitiwoci» WIENER «föRGEN2EITÜN(5 Mr»rt <^»nn{~Ti«ra» i 25. Jänner 1927 Seite 3 Schorfe Kritik am dem Weißbuch, protestierte gegen die Einschränkung des Walhdrec'htes umid fegte schließlich seinen legitim Istischen Standpunkt dar. Er erklärte, diaö er und seine Parteagenosisem mit allein gesetzlichem Mitteln bestrebt sein werden» das D ethf9öi§iefrungisgesetz a$zuschaffen, Rumänien. Allgemeine Xonkerenr der ukrainischen Hilfskomitees. Bukarest, sz. Jänner. (J. C. B.) Wer fand eine feuaftrepz. im Ukrainischen WlfsvepsiM tztM,. m der auich Vertreter dar MMMsMW. Hflfs°>rmi§a* lAWssu ia Polen yip.d Litauen ein Mfgferter der jüdische«! WelthUf P ziefltf a|§ M Pa,W teügenpmWen haben. Rolbdiner Iext-z er-, öffnete dzy UiWferWM mit sineF ßchildsr'uniff MAiuHnh'SfteR beiden der jüdisdbieu HeittilCsoii in ■Beßaraibden utnid betonte die Notwendigkeit der Erhebung eines formellem Protests der gesamten Judenibek bei der rumänischen Regierung. Herr Jukelmamti berichtete Wer die bisherige Tätigkeit de§ nüyrßimscben HilfskPtnitefcs pnd We>r dje Spenden dsr Jt^Hnhyst-. Englands Md seinem Kglomie;n, die insgesamt 40.000 Pfund Sterling^ ansry^OEH, Von. dfi^s.er Suninie wUF^n 39.090 Tfir'nd bar Md 16.000 Pk-tzwd W Wnp einer Aktion verteilt. Oer Referent wies M Ms. Freigäbe dyr AnVWMderung aus Rußland und aiutf tiiie NiifsiheijAitzissKtzit der russischen Juden infolge der Hiihgeukiataistrcphe hin ‘ sowie auf die Sclhiwjerigkeiten der Einwanderung nach Amerika und auf die kttaipiper werdende Hilfe serene dar Juden in den § tagten mit hoher Valuta, die in der letzten 7Ytit' selbst eiW finanzielle Krise durch machen. Die HdfsapÖt müsise sich ly der nGch-stM Z6lt auf Me LxpeZittvn vtm Hilfsmitteln nstzb RuBWd md m Me Ukraine konzentrieren. Die jüdische-n Bauern *n dm Ukraine müssen mit landwirtschaftliche« Geräten und Sämereien versehen werden, andererseits soll de« jüdischen Emigranten aus dem Osten Eutop-atz geholfen werden, wofür die Errichtung von FüräQfFge-Inistibufionen, fnsbesondeire einer E m i g r a n t en ba nk, notwendig sei, yrowaiüdlungdesUnterstaatssekretariats für Minoritäten. Bukarest, 24. Jänner. Das Uuterstaiats'sekretariaf für Minderheiten wird seine« Charakters entkleidet und in ein gewöhnliches Untersta'atssQkretariat des Inneniministeriiuims umgewandelt. - Palästina. Die neue Kolonie Giw’ath Jehezkel. London, 24. Jänner, (Tel. der s Wiener Morgen- 2eitungvx.) Der bekannte jüdische Industrielle und Finanzier E-zekiel Sassooa au« Bagdad spendete dem Jüdischen Nationalfonds den Betrag vom 40.000 Pfund mit der Bestimmung, die, gewidmete Summe zur, Gründung einer neuen jüdischen Kolonie zw verw enden. Den Widmungsbestininiunigon entsprechend wird bereits in nächster Zeit mit der Errichtung, der neuen Kolonie im Tale Jesreel begonnen werden. Die neue Kolcinde wird östlichvom Neurim in der Nähe der QueJ'a Am-Flavon geschaffen werden und zum Andenken :*m den Begründer den Namen »Giw'ath Jehezkel« erkalten. Kleine Nachrichten. Vor einigen Tagen wurde in Haifa feierlich in An- «resenheit des Gouverneurs der Grundstein zum Bau der Fabrik Seheoeo gelegt. (J, C. B.) Anfangs Jänner begannen in Jerusalem die Prüfungen für Rechtskandidaten. 10 luden und 12 Araber haben sich der Prüfung unterzogen. (J.‘ C. B.) Vor einem halben Jahre ist seitens der jüdischen Arbeiterorganisation der erste Versuch gemacht worden, jüdische Arbeiter in das ägyptische Arbeiterkorps einzureihen, das für die Militärverwaltung Arbeiten in Lu d d verrichtet Die Arbeiter müssen sich auf ein halbes Jahr verpflichten und sich militärischer Disziplin unterwerfen. Nach großen Schwierigkeiten ist der erste Versuch geglückt und die Militärverwaltung hat nunmehr bewilligt, daß 130 Mann für ein weiteres halbes Jahr eingereiht werden. Die Abteilung für Handel und Industrie der palästinensischen ' Regierung hat ein wöchentliches Bulletin in englicher, hebräischer und arabischer Sprache herauszugeben begonnen. Das Jahresabonnement beträgt, ein halbes Pfund Sterling. (J. C. B.) Rundschau. Eine Konferenz Dr. Weitzmanns mit dem syrischen Oberkommissär. London, 24. Jänner. (Tel. der »Wiener' Morgenfceitung«.) Dr. W e i t z m Min ist nach, kurzem' Aufenthalt in Paris nach London zurück ge kehrt In Paris hatte Dr. Weitzm-amm eine wichtige Unterredung mit dem syrischen Obeirkömmissär General Baris “fanden daselbst mehrere große Ve/nsa-mml'utnigon statt, in denen er das Wort ergriff. In einem dieser Massenmeeting« waren außer vielen anderen aus den Kreisen der franzÖsisöh-jüdj sehen Lnteilige nz Professor Dr. pL a d a m a r t von der Sorbginne, Dr. Armand B e pnZur d, ein Brud>er dies verstorbenen Politiker« und Pu/bljziistjen Bepnard Lazyre. pr. peipq Zadoq-Kohn u. v. a. anwesend. Auch jn den Versammlungen und Be- SprechiMigen ^ionistisehef Arbeiter, Finainziers Md Kaufl'eüie ihitzlh Dr. 'Weitxmann Referate' erstattet. Das Ergebnis dieser Besprechungen ist die Bildung einer K e r e n - H a j e s « 0 d - K o m m i s si on, die ihre Arbeit-bereis begonnen hat, Demission des Wojwoden von Lemberg, Lemberg, 23. Jänner.. (Tel. der ^Wiener Morgenzeltung“.) Der Wojwode von Lemberg, Grabow? ski, mußte infolge der gegen ihn von der Volkspartei gerichteten Angriffe demissionieren. Wie verlautet, verlangt die Volkspartei die Berufung ihres Parteimitgliedes, des Wiener polnischen Gesandten L as 0 c k i, auf diesen Posten. An Stelle des Grafen Lasocki soll dann der jetzige Wojwode von Krakau, Galecki, zum polnischen Gesandten in Wien bestellt worden. Galecki war nach dem. Umsturz der, erste bevollmächtigte Vertreter der polnischen Republik in Wi e n. Deutschland kauft seine Schiffe zurück. Paris, 24. Jänner. (Funksprucji.) „Petit Parteien“ meldet, daß zwischen der deutschen und der englischen Regierung ein Vertrag wegen des Rückkaufes von 70 ehemals deutschen Schiffen zustande gekommen sei. Tagesbericht. Die Erfolge des Keren Hajessod in Amerika,. Philadelphia, 21. Jänner. (J, G. B ) NMu-m § 0 ko 1 o w, Professor K -ar b u er g, . Dir. 'Goldstern und Dr. Rothe« her g 'Sjp'raeben hier in einer jüdischen Massen Versammlung,' die sich zu einer großartigen Demonstration für das jüdische Palästina gestaltete, Naoh 5'Lh'W der Versammlung überreichte -der Vorsitzende Heryn S ok o 1 o w einen Scheck aiyf ioo.qoo Dollar für den Keren Ha- Jessod. New York, 21. Jänner. (J. C. B.) Die Mitglieder der ziönisti&ohen Delegation besuchten die Stadt Atlantic, wo sie in einer Mas’senv-ersanTml'uing, dte-r auich der City-Major beiwohnte, über den Wiedecnanifbau Erez Israels sprachen,. Da« Ergebnis der Versaimm'liung wair ein' Eingang von 25.000 Dollar für den Keren Hajes.sod. Der Bürgermeister überreichte Herrn Soikolow das Delkret der Ehretnbürgerschaft der Stadt Atlantic. ‘ * , t.,.. . Auch iin -den übrigen Städten Amerikas sitnd die Delegierten der zionistischen Organisation durch große Versammlungen enthusiastisch begrüßt worden, in deren Verlauf dem Keren Hajes-sod bedeu-r te-nde Summen zugeführt werden. An dien * Versammlungen, in deneh die Mitglieder der Delegation Soko 1 ow, Dr. G ol d st e i n und J abotin s>k v die Referate hielten, nahmen auoh die offiziellen Vertreter der betreff enden Stadtgemeimden teil. In Mineappli© war das erste Ergebnis über 100.000 Dollar. In Albaby -brachte die Sammlung fü-r den Keren Ha-jessod Z0.000 Dollar und Beträge bis zu-10.900 Dollar brachten andere kleinere Städte wie Staimfond, Patenson, Wilmington und andere auf.. # ' * ■. 1 ■ New York, 2Z. Jänner.' (J, C, B.) In der vor einigen Tagen stattg-efun,denen Sitzung der nationalen Exekutive des Keren Hajiessod in den Vereinigten Staaten machte der Sekretär die erfreuliche Mitteilung, daß die Eingänge für den' Keren- Hajessod in der letzten Zeit sich beträchtlich vergrößert und «ehr regelmäßig einzulaufen 'begonnen haben. E-s werden seit einiger Zeit wöchentlich 10.000 Pfund Sterling nach Palästina geschieht. Ein Plaidoy er der Frau Oskar Strauß für die jüdischen Einwanderer in Amerika. Aus New York wird mi-s berichtet: Die EinwarndCruaigskomniission des Washingtoner Re- .präsententenhäuisesi, welcher die Beratung über die Wirkungen de« bestehenden Einwanderungsgesetzcs -obliegt und welche die Aufgabe hat, vzu .den eingebrach t$n A bänd erungsamträgen Stellung' -zu nehmen, se^zt ihre Einvernahmen in dieser Angelegenheit fort. Vor. kurzem erschien1 die Gattin. des bekannten Staatsmannes. Oskar S t r a n ß vor der .Kommission und hielt ein längeres Plaido-yer für die jüdischen Einwanderer, da« in .der Bitte gipfelte, die besonders schwerwiegenden Umstände, welche diese Einwandercr zum Verlassen Europas zwingen, zu berücksichtigen. Diese jüischen Einwanderer kommen mit den besten Vorsätzen und in der löblichen Absicht, nach den furchtbaacn Erlebnissen in. der Holle d'es europäischen Ostens in Amerika die Solches geläuterte« Menschenmaterial dürfe nicht’ nach der Schabloiue eines Gesetzes behandelt, werden* Die Ausführungen M-rs. S> t r a u ß5, übten, auf die, K-ommissi-onsmitglieder einen tiefen Eindruck, Unmittelbar nach Mrs. Strauß ■ erschieneine Ab^ yrpchnung der- A s sy,r! e r, die in einem üfhonnedchi&e» Mem-or-anduim Ausnahmsbegünßtigungen für., d«? assyrischen Einwanderer verlangen, da sie als wegen ihrer Religion Verfolgte picht 'den;allgemeinen Bestimmungen des Einwanderuiiigs» gesetzes unterliegen können. Die Eihverinahm-SK werden fortgesetzt. Antisemitisches aus der deutschen Republik. Im Zahufr.ztli ehen In stfci tut dtzf! Stadt Berlin erschien vor einigen Taigen ein »u den rprahtLeichen Uebungem, das heißt.zur Behainidilung voai Patienten, zpigelassener Sbiidept, auf d^r Brust ein großes Hakenkreuz, das antisemitische Abzeichen. 'Der dienisiftiueiidQ Assistent Dr, Gah.nel ersuohte den Stutdiapt-eni das Ahzei'ßb'eip während dies Dienstes nicht zu tragen, dia dies eine Pirovrikatzioni und Verktzumg der jüdischen Patienten bedeute. Der Student wurde grob, es entstand ein Wort- . Wechsel. Am nächsten Tage sandte der Student dem Dr. Gabriel seine Vertreter mit -dier Forderung?«m Duell, Dr, Gabriel lehnte dj'tz Forderung ab* HLer-aiif .vefijamimielten siicti Mc Hörer d'yr Zla'hnh'eil- Icunide ‘Uind übenbiraoluten dem Vorstand des Instituts, Profe©sor Dr. Schröder, eine Ein gäbe der Studenten, in welcher die sofortige Entfernung Dr. Gabriels gefordert wurde, da er nicht mehri dem Vorbild eines aikaiderrj.i'S'Cih'ön Lehners entspreche ■ und eine Arbeit mit ihm unmöglich sek Professor, Dr. Schröder ließ den Dr. Gabriel m ÄmfM» machte ihm Vorwürfe, wei'l er die D u e l l f Order u n g nicht angenommen hat und emipfMI -hhW, freiwi-llig auf seLne Stelle zu verzichten, da e? son-st gekündigt werden müsse 1 So etwas geschieht in d-eir deutschen Republik, aq einem In- . Stitut,. das der S-tadt Berlin-, welche von einer, sozi^ v lhtfechfn und < deniokrati-siclh'en Maijotität .regi-ertti wird, untersteht. Wie muß es erst a« anderen. lor. sti'tuten ztigehen. 4- ' , Seiten« -der D emtsdun ati-onialen Volfksipartei wind jetzt, eiije Hetze gegen die j ü d i s -e h e n A e c z t e in S%ene gesetzt, Seitens der Panbeistdlen wird iw gehn-t aus enden Exemplaren eine Flugschrift versendet, die folgende Sätze enthält, weliche sieh 5iuf die B-erlin-er Krankenhäuser beziehen: »Warum werdien - -die eingeildeferten Persernöä durch die verbrecherischen Kuren< der M 0 r d-' buben, genannt »Aerzte«, svstematisoh mit Morphium, ' Strychnin, Digital-is und anderen Giften dem -Tode au-sgeli-efert? Weid -diese jüdischen Mordbube« ein Interesse -d'aranl -haben, daß recht viele sterbe«, damit sie die arme« Leichen., die sich nicht mehr wehren können, wie ei« . Stüch Vieh zerschneiden und zerstückeln können. Die . sezierten MenischienJeicihenitcil-e werden dann von diesen »Aerzten«: an Pfer-deSchlächtereien verkauft. Ja, es -sind schon Fälle voirgekommm, -diaß M e n-sc he nf 1 e i sch aus de-n K r^akeVhäusern auf dem Z e t r a 1 f r ie-dho f gehandelt w u r de. Bisher wuirdie alles vertuscht! Berifec«r!. Wollt Ihr Euch diese himmelschreiendem, hodenilnseÄ Gemeinheiten der meist jüdischem Mord- bube«, gemannt »Aerztec, länger gefallen lassen? - Glaubt nicht, daß d&e Judeniregierung hier eingveifetq] wird.c - Man muß 'sduon. zugeben, diaß die bestialischd Phantasie der Anhänger Luden-d-orffs, Helfferich-a und St-innes’ alles Dagewesene übentrifft. Es. muß aber auch äl«s -dharaht-eristisch erwähnt werden, daß bisher seitens der Behörden nioht-s gegen die Vor« breitung dieses Flugblattes unternommen wunde* ■ * - : In einer Versammlung d'es »Deutsch'völ'ksscih-eili Schutz-und Trufizbuinids« in München erstattete da? Dozent der Wieshaden-er Universität, D-r. Pa ulk, ein Referat »Der Jude und da«.-deutsche W e i b«. An der Hand der ekelhaften Detailiscihild-erungen auis dem Geschlechts!eben glaubte der Herr Universitätslehr-er Nachweisen zu können, daß jede Berührung mit der jüdischen Rasse <körperlichc und geistige Seuchen beirvonruft. Eine Frau, welche beim Anhören des Herrn Dozenten die Fassung verlor, wagte-es, in einem Zwischenruf gegen die gelehrten SclhänidlLchkeiten zu' protestieren. Si-e wu-rdc als »Jüdin-« heze.ichn'et und von den ritterlichen-, deutsdhiiiationalen Helden entsetzlich verprügelt -und verletzt. Polizei mußte zu ihrem Schutze ei-ntgreifen. Das American Joint Distribution Com« mitte? und die jüdisch-kulturelle Arbeit. Das Joint Distribution Committee hat seine europäische Exekutive'angewiesen, den Joint Distribution Committee-Vertretern in Polen und Litauen initzuteilen, daß das »American Jewish Relief Qom-' mitfee« seine Unterstützung für kultuirelle Arbeit für weitere sechs.Monate erstreckt hat; die kulturelle Tätigkeit solle ohne Unterbrechung weitergefülrrt. werden. Dieser Beschluß ist von umso größerer Wichtigkeit, als -seit der Abmachung, daß ein „jedes der drei iah Joint Distribution Committee vertreten¬ G o u r a u d. Während seines Aufenthaltes in wertvolls-tein Mitglieder der bürgerlichen Gesellschaft in den Vereinigten Staaten zu werden. Ein den Komitees das Recht habe, ein Drittel der gesammelten Gelder nach eigenem Gutdünken. Damenwäsche Englische Stoffe für Herrenu. Damenkielder, Jacken u. Jumper aus Wolle u. Seide, Regenmäntel u. Textilwaren, alles erstklassig und billigst Im Warenhaus 1 Schiffmann II., TaborstraOe 98-Telephgn47179 En gros 107-1 En detail

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