Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1072 (23.1.1922)
- Date
- 1922-01-23
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Wien, Montag ' n niü TT ZETTU!'TG 23. Jänner 192? Nr. 1072 des polnischen Staates ni.oht behindern. Aus diesem Grunde betrachtet Frankreich die Wilnaer Wahlen als eine glückliche Lösung des Wilnaer Problems und sie/ht darin.die Verwirklichung ‘der Möglichkeit einer friedlichen Austragung des polnischlitauischen'Streites. Warschau, 22. , Jänner. (Tel. der »Wiener Morgen Leitung«.) Der Mi-niisterrat nahm den Bericht des Hau,pt.kommissärs für die Wilnaer Wahlen zur Kenntnis. Wilna, 22. Jänner. (Tel. der »Wiener Morgen- Leitung«.) In einer Pressekonferenz wurde vom Regierungschef die Erklärung abgegeben, daß infolge technischer Schwierigkeiten die Einberufung des Sejms bis zutai 1. Februar verschoben jvurde. Die ostgalizische Frage. Warschau, 2c. Jän-ner. f Telegramm der »Wiener -Morgenzeitung.c 1 Das Organ der P. P. S. »-Robotnik« bespricht in einem Leitartikel die ostgalizische Frage, die es als d'as polnische Irlandproiblem bezeichnst. In dem Artikel wird fes>tgestellt, düß Ostga-Iizien eine durchwegs ukrainische Majorität besitzt, die national und sozial aufgeklärt ist. Aus diesem Grande bann anan nicht annehmen, diaß sich 'die Bevölkerung damit zufriedengeben wird, n-ur Bürger pol'nisch-0'Stgalizisaher fvVojwodi^ohaften z-u sein. Die polnischen Politiker verquicken das Wilnaer Problem mit dem ostgal irischen und wollen von keiner Autonomie für Wilna hören, aius Angst, gezwungen zu werden, auch Ostgaiizien eine Autonomie gewähren zu müssen. Sie vergessen jedofth, daß Wilna eine »ausgesprochen polnische«, Ostgaiizien dagegen eine ausgesprochen ukrainische Majo-riität hat. Lemberg, rQ. Jänner. (Telegramm der »Wiener -Morgenzeitu-ng-c.) Der Lemberger Korrespondent des tvation-aldemokratischcn Organs »RzeczpospoKt-a« meldet seinem Blatte, daß ihm eine maßgebend^ jüdische PersönKchikeit, die »zwar keinen aktiven Anteil am politischen Leben hat, jedoch über aue-gedehnte Beziehungen in der jüdischen Gesellschaft verfüge«, -erklärt habe, daß innerhalb der jüdischen Bevölkerung zufolge der gebesserten wirtschaftlichen Lage und der Stabilisierung der polnischen Mark die Tendenz vorherrschend werde, die Neutralität aufzugeben. Ein großer Teil der jüdischen Bevölkerung dränge auf die Zionisten, eine polonctphtle Richtung einzuschlagen, da der Haß der Juden gegen den ukrainischen Bauern viel größer sei a-ls der der Polen. Das (polnisch-jüdische Tagblatt »Chwilac erklärt hiezu; daß die »Rze-czipospollta« und ihre Korrespondenten ihre Informationen über die Stellungnahme der jüdischen Bevölkerung lieber bei aktiven jüdischen Politikern einziöhen sollen, die zwar - »über keine Beziehungen« verfügen, jedoch auf die jüdischen Massen tatsächlich einen Einfluß au-süben. Die Tendenzen dieses angeblichen Interviews seien klar. Es sei aber fes-tgestcllt, daß die jüdische Bevölkerung an der pro-klamietem Neutralität mach wie vor fenthalte und von ihren Forderungen nach national-kultureller Autonomie nicht abgehen werde. Razzien auf Flüchtlinge in Lemberg. Lemberg, 21. Jänner. (Tel. der „Wiener Morgen-, Leitung“.) Wie das „Lemberger Tagblatt“ meldet, wer- Musik. Volksoper. — Konzerte. Die Volksoper hat seit Saison beginn eine Refcordziffer von Erst atutf f üh run gen u.nd Neue in s tudi enu-ngen erreicht. »Zauberflöte«, »Genesius«, »Madame Butterfly«, »Robert der Teufel«, »Boheme«, »Tristan -umd Isolde«, »Othello« sind in rascher Folge zur Aufführung gelangt, teilweise schwierige Opernwerke, deren Bewältigung in so -kurzer Zeit für einen gewissenhaften Operniciter bei größter Routine und äußerstem Arbeitseifer kaum möglich ist, nur auf Kosten des Stiles und der Kteinahbeit erfolgen kann. Auch dem »Othello« sucht Direkt-pr ■W eingartner durch radikale K-wr auf die Beine Lu helfen: Unbekümmert um alte Feinheiten dieser rvon dramatischer Größe erfüllten Spätopec Verdis. musiziert er drauflos, überträgt das blinde Wüten! Othellos auf alle Sänger, die ein Ueberrnaß von, Naturalismus zur Schau tragen, mit erregter Stimme und wilder Gebärde losstürmen. and erschöpft zu- Lammenbrechen, bevor der Höhepunkt der Oper erreicht ist. Mit -solchen Methoden kann bewegtes dramatisches Leben nicht zur Entfaltung gelangen und So scheiterte der »Othello« gleich der jüngsten »Tristan«-Aufführu>ng teilweise an der Unzulänglichkeit der Sänger, die, an der Volkscipeir öffenbar «ich selbst überlassen, den ‘Weg zu höherem dramatischen Stile nicht finden. — »Othellos« Melodik mag von Wagner nur wenig beeinflußt sein, «ein dramatischer Stil umsomehr: U-n-ter - Attösohakung a-llas episodischen Ranken werk es agieren nhr wenige Personen, jede einzelne aufs schärfste charakterisiert, und in steiler Kurve strebt das Drama seinem Höhepunkt zu. Aüf diese innere Bewegtheit sind die Sänger nicht eingestellt: Sie singen epernhmft und spielen nach der Schablone, aber sie schlaffen keine Ohnraßetcre. Herr- R i t f e r s h e i m als Othello fühlt sich im Vo’lbesitze seines schönen Tenors, ein stets erregter Mohr, der sich in blinde iWut verkrampft und vorzeitig sein reiches Stimmmat-erial und die dürftige Skala seiner Gefühle erschöpft. Herr Br and als Jago ist stimmlich vortrefflich, aber ein Intrigant ältester Schule, d-er,seine schwarze Seele nicht hinter einem liebenswürdigen- Lächeln verbirgt, sondern offen zur Schau trägt und mit jedem Augenzwinkern, mit jedem Achs-elzuicken unterstreicht. Sympathisch in seiner Einfachheit wirkte der Ca-ssio des Herrn Dr. K r o e g1 e r. Frau de D e b i c k a als Desdemona singt m*t s-t-rr-,' lern!cm Glanze, aber mit so u<?* Utahbaror Kulte, daß ihr trauriges Geschick den Mitteilungen aus dem Publikum. Ecfote ’ JIgsrwäsd»© Albert Watzner, Wien, I., Kohlmessergasse 3 wieder lagernd den seit einigen Tagen von der Polizei auf die hier weilenden Flüchtlinge aus der Ukraine Razzien auf den Straßen veranstaltet,;bei welcher Gelegenheit sie ohne Grund verhaftet werden. Wie verlautet, beabsichtigt die Polizei, eine große Anzahl von Flüchtlingen nachher Sowjetukraine abzuschieben. , . £in neues Kabel zwischen New York und Emden. New York, 21. Jä ner. (Tel.-Komp.) Die amerikanische Telephonkabelgesellschaft hat mit einer deutschen Gesellschaft einen Vertrag behufs Legung eines neuen Kabels zwischen New Y 0 r k u n d Emden über die Azoren abgeschlossen. Die amerikanische Gesellschaft wird das Kabel von New York bis zu den Azoren, die deutsche Gesellschaft den Teil zwischen den Azoren und Emdeq legen. Die Kosten sind auf 125 Millionen Francs veranschlagt. Das Käbel wird Verbesserungen aufweisen, die eine erheblich schnellere Depeschenübermittlung ermöglichen. > Tagesbericht. Gestempelte Krone -- Auszahlung Wien --- In Zürich notierte: die österreichische Krone —.13 die österr. gest Krone . . —.08 die tschechische Krone. . 9.10 die Mark ....... 2.57 Agram ....... . 1.75 Bukarest ....... —.— Budapest . -.—.75 Warschau ....... —.15 —.08 Centimes. —.15 Centimes. (-.15 (-.08 ( 9— ( 2.60 ( 1.70 (-.- (-75 (-.15 am 21. Jänner) am 2L länner) am 21. Jänner) am 21. länner) am 21. länner) am 21. Jänner) am 21. Jänner) am 21. Jänner) Frage des Wiederaufbaues Rußlands rief plötzlich Lloyd George, welcher einige Daten nötig hatte, aus: „Lemin muß noch diesen Abend kommen!“ Die Teilnehmer an der Konferenz Jedoch verstanden „Lenin“ und blieben überrascht sitzen, in der Vermutung, daß es sich. wohl um ,einen, plötzlichen Coup des englischen Premiers handle. Erst der belgische Außenminister J a s p a r brach das Schweigen mit der Bemerkung, daß Lenin, auch wenn er einen Aeroplan benützen toürde, mindestens zwei Tage brauchen riiüßte. So klärte sich das Mißverständnis zur allgemeinen Heiterkeit, auf. __ Oesterreichische Ktinstlerhilfe für die Hungernden in< Rußland. Eine Reihe hervorragender Künstler , veröffentlicht folgendeg Aufruf an die Künstler und Inte lektuellen Oesterreichs, in welchem unter anderem gesagt wird: Immer entsetzlicher lauten die Nachrichten aus den Hungergebieten Rußlands. Dreißig Millionen Menschen sind laut den erschütternden Berichten Nansens dem Hungertod -preisgegeben. Rußland erwartet von Europa nur Brot Der Ruf ergeht an alle, auch an die Künstler. Wie in den anderen Hauptstädten Europas, hat sich auch in W Le n ein Komitee Künstlerhilfe für die Hungernden in Rußland gebildet. Es fordert alle geistigen Arbeiter, Künstler und Gelehrten Oesterreichs auf, den Hungernden in Rußland zu helfen. Stiftet für die vom Komitee geplante Verkäufsausstellung Bilder, Handzeichünge'n, Graphik, Plastiken, kunstgewerbliche Arbeiten, Bücher mit Autogrammen der Verfasser, handschriftliche Manuskripte. Stiftet Tantiemen von Aufführungen eurer Bühnen-und Opernwerke. Jeder, der aufgefordert wird, wirke mit bei Veranstaltungen in Theatern, Konzerten, Vorlesungen,' deren Erträgnis den Hungernden in . Rußland (durch Frithjof Nansen und die Gesellschaft der Freunde) zugeführt werden soll. Wir ei> warten,“ daß sich alle Künstler an dem Werke zur Rettung der russischen Menschheit beteiligen werden. .. Spenden und Anfragen: Hofburg, Michaelertor, Fest« stiege. Telephon 6220/Sprechstunden von 3 bis 5 Uhr, Ein hiiteres Mißverständnis au! der Konferenz von Cannes. Eine hübsche Geschichte erzählt „Cri de Paris“ von der- Konferenz von Cannes, wo ein Mißverständnis leicht zu ernstetj diplomatischen Komplikationen geführt häLe. An der Konferenz nah*m als Lloyd Georges rechte Hand Laming WorthingtonEvans, englischer Staatssekretär und derzeitiger Kriegsminister, gleichzeitig Finanzexperte, teil. Da der Name dieses englischen Staatsmannes von beträchtlicher Länge ist, pflegt ihn Lloyd George mit seinem ersten Namen zu nennen, welcher nach der englischen Aussprache „Lemin“ lautet. Während einer leidenschaftlichen Diskussion im Obersten Rat über die Hörer kalt läßt. — Die Inszenierung -des Direktors G r u d e r - G u n t r a m verrät natmentlieh Ln -der Masts-enehtfahuu-g des ersten Aktes viel Geschick. Weniger erfreulich waren die mkwirkenden Chöre-, die im/Seest-urm übel klangen, als ab sie von der Seekranikheiit befallen wären. Äiuöh in den Fanfaren des dritten Aktes wie im Vorspiel zum vierten Akt gab es Miß'klänge,- kn übrigen dirigierte Weingartner mit jener kün-stlersahen Begeisterung, die Ihn stets in den Aufführungen aiuszeiohnet. — Die gleiche Arbeitsfreude müßte auch in recht zahlreichen Proben herrschen, Solisten,' Chor und (Drehester müßten einen Läuiterungsp-roz-eß -durchmachen und die Direktion mit einem fest urnfisse'nen Programm dort,?.in ziurückfinden, von wo die Währ Inger Bühne ihren A,usgang nahm — zur Vo-'IksapCr. Dann würde auch das- Publikum, das* sich langsam und stetig von der Volksoper zurüokzi-dht, .wieder Interesse und-, Vertrauen gewinnen. ' ' ' , * Unter den Vorkämpfern der jungen Jugoslawischen Nation älnrnsik -hat -sich Anton Do-bron ic sein Plätzchen erobert. Seine' M-tdik schöpft aus dem Gemütc, schweift nicht in die Weite, sondern beschränkt sich auf den engen-Kreis der Familie ®mit ihren 'kleinen, Freuden und Leiden. »En famil-le« nennt er» sein Klaviertrio, in dem er unter Verwendung nationaler Tanz weisen in unkomplizierter Technik von sich und den Seinen erzählt.1 Persönlicher wird seine Musik. in den Kla-yier- ■stüdken Op.. 22 »Unsere Lei ja«. Da .plaudert der Komponist von selbem Töchter Chen, vertont ihr erstes Lächeln, den ersten Schmerz, das heimliche Nahen, des Sandmannes und die frohe Stimmung am sonnigen Morgen.. Die nationalen Melodien sind nur kurz, ja mitunter asthmatisch gebaut, die Modu-' lation tastet im Anschluß an nenfran>zös-ische und Jungwi-ener Bildungen unsicher vorwärts, ohn-e sich noch gefunden zu haben. Dabro ic’ Kinderstu-dien' haben nicht des* flotte Tempo, in -dem Marc Lieb ermann mit ‘Wenigen Blei-Stift* oder Pinsel strichen immer wieder Bildnisse seines Töchterchens hinwirft, nicht die frohe Innigkeit des Wagner-Idylls a(us Jumg-Si-egfrieds ersten -Tagen, auch nicht die vebsiühwendcri&ch-e Heite.rkei.1,; mit der -die Oboe d’ambre des Kindes .in Strauß’ »Sinfonie domestica« al 1 e D i ss on an ze,n dar M e i nun gs v e rsdri e de n'h eit überdauert; eine übergroße besorgte Verzärtelung atmet aus d/erenkleinen, traumverlorenen Bildern, die bpi aller Modernität in Sc human ns Kinde-rscenen wurceln. Die Pianistin Helene L a m o 1 - E i b e n- * Junggesellensorgen, Es mag vielleicht zum Teile auf sprachliche Einwirkung zurück?üführen sein, daß wir mit dem Worjte »Junggeselle« immer noch heitere Vorstei- Inr.'gen verknüpfen. Der Junggeselle, vornehme* Garcon genannt,, ist für uns ein flotter, eleganter H&rr, der sich/seiner Freiheit frCut und seine Sorgen sin-d durchaus' galanter Natur. Pie alte Redensart besagt j.a sehr drastisch: Der Junggeselle lebt wie ein König' und stirbt wie ein Hund, der Ehemann lebt wie ein Hund und stirbt, wie ein König« Nun, mit den. königlichen Freuden des. juniiggeselletn ist es .heute' schlecht bestellt, namentlich wenn es ein. alter Hagestolz ist u-nd' er hat wahrhaftig anderes zu sorgen als -die Tradition von..e'hed-em -berichteti Mau macht sich ja.nicht immer klar, wie.-schwer ein Haus-' halt ohne Frau, heute, zu führen,ist. Einstmals war, s -Ich alter Beamter,-Lehrer, Ingenieur od-er Klemschütz ist in atlen technischen Künsten wohl-erfahren, ihr männliches .Sipi-ei Ist leichter geworden^ der Ausdruck, ihrer Empfindung -reicher und -manniigfaltiger. So durfte' sier-skh an sämtliche 24 Etüden Chopins wagen, die sie, ohne selbst zu errnattbn oder i-m Hörer ein Gefühlder Ermüdung siuszulösen, Mm V ort>rag - brachte. -Miänichcs dieser, M in Latour* porträt-s wußte -sk in scharfer Pix-filierung zu erfassen, jedes, einzelne in' vollendeter B-ravour wieder* , zuge-ben. — Emil Frey komzentierte im Zenemoniensaal der Wiener Hofburg, der weit abseits liegt * von der allabendlichen Wanderung des M'usikfefeireuten duroh die. Konzert-säle. konnten wir von ' seinem Programm nur Beethovens , Les AdCenx-Sdnatte,- -.enhascheh, ‘ deren Interpretation .seinen R-u-f'a.l^bedeutender Pianist rechtfertigte. Die. Klage, d-e^ Abschiedes, der ^Schmerz der Abwesenheit und der Jubel der Wiedenikehr, allen lyrischen Reichtum dieser P,,ro-Hramm-sonate weiß er in der^ stürmischen Passage wie:im zairtesten Klange mit bildin-eriischer- Kraft zu formen-,' - Theodor S z a h t o ist als Liiszjt-Spi-elef -längst anerkannt, auch' als Beethoven-Interpret erfreut! er dunchdieplastische Klarheit seines unma-nierierten Spieles, das frei* von jeder Sentimentalität das Kunstwerk gewissermaßen »an sich« reih objekti-v wi-edeirzugeben 'bemüht ist; -dabei wirkt-er freilich1 in seinem Streben.; nach Ei-nfächheit mitunter kalt und nüchtern .und' seine eminente Technik und -der Intellekt scheiden1 .'stärker 'al-s der ursprüngliche Impuls.' Auch in seinen yeig$n;en Variationen überwiegt trotz der tif-effliohem Gharalkteristlk, die einzelnen Variationen in,newolhmt, die Freude an der Bravour, äiri der ko-n-zertanten', Pracht. Alles in allem, ein bedeuiten-dcr Pianist, der mit -starker Kraft alle Schwierigkeiten bezwingt und , große ' Momente auf weist.. r— Das Ivlavi erspiel von Fräulein Anna- Lieh 0» die in ihrem Konzert redliches' Bemühen un-d eine, wohl gepflegte Technik' offenbarte, ist durchaus.,’., nickt, faszinierend., Mit einigen Piecen von Bortki.ewicz, die’-sichln ihrer süßlichen Eleganz besser für den' Salon als. für. den Ken,z,e,rtvö-rtrag eignen, erwarb sie sich den lebhaften Dank ihrer Hörer. —- Die Geigerin' M-agda S z e pi e r e, deren musikalische Tugenden wir erst im Vorjahre gerühmt haben, hat auich heuer mit ihrem starken .Temperament und dem kultivierten Spiel der, Hubay-Sjchülerin den'Beifall ihrer ungarischen LmdiS'leute gefunden; Rudolf Polk -spielte Tschaiho-wsky-s Violinkonzert -mit großer musikalischer Sic’ erbrit, guter Phrasierung und ange- 'nehmen, noch unfreiem Vortrag. Dr. Erwin Eelbefi.