Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1072 (23.1.1922)
- Date
- 1922-01-23
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. T0T3 W?eti. Montag ton tu er in der Hut eiinor Haushälterin. ganz gut aufgehoben. Sie tyrannisierte ihn, aber sie sorgte in der Regel auch wäeker für ihm. Wer aber jetzt nicht, eineseit Jaihirem ein'gearibeitete treue Person im, Hauise hat, für den ist es schier unmöglich, eine Hausgehilfin zu finden, insbesondere deshalb, weil die Geldmittel eines alten Junggesellen aus dem ICreisc dergeistigen Arbeiter in der Regel -sehr kinaipp bemessen sind, und wenn nicht von früher eine tüchtige Wirtschafterin dia ist — man kennt Fälle vom geradezu rührender Anhänglichkeit und Auf opf e r umgswi 11 i<gkeit —- wird es nicht gelingen, eine geeignete Kraft zu finden. Der Ausweg, in eine Pentsinn zu übersiedeln, isf fast immer ungangbar, sind doch die Kosten viel zu groß. So ist der alte Junggeselle huf sieh selbst angewiesen, wenn er nicht das Glück hat, von Verwandten aufgenommen zu werden. Da das nur sehr wenigen besohieden ist, (hausen heute viele alte Männer allein in unwirtlichen, schlecht gepflegten Räumen, besorgen murrend die notwendigsten Einkäufe, hängen von der Gunst und Laune schlecht , entlohnter ' Bedietnetrininen oder Nachbarinnen ab, von Frauen, die in der Regel -alle überarbeitet und entsprechend überreizt sind. Das , Mittagessen .wird in einer Gemeinschaftsküche).ein-, genommen, abends geht der alte. Hagestolz, wenn er den Luxus bestreiten kann, in ‘irgendein kleines Gasthaus, wo er für teures Geld schlechtes und' kärgliches Assen bekommt und von wp er noch mürrischer weggeht, ai$ er eingetreten ist. Auf 'alle Zerstreuungen dnd bescheidenen Freuden seines einsamen Daseins muß der Junggeselle des Mittelstandes jetat verzichten. Das Kaffeehaus, die gute Zigamre, das Gläschen Wein, das Gespräch mit gleichgesinnten und -gestimmten Freunden das alles ist unerschwinglich, und’sogar der Hund, die letzte Freude der Einsamem, ist ein unerschwmglicher Aufwand geworden. Der junge, unbeweibte Mann, der nicht in seiner Familie lebt, ist in der Regel nicht viel besser daran. Da gibt es hunderterlei Schwierigkeiten, unlösbare Probleme,' (Verzweifiuingssituiatiomen. Die Wäsche muß nicht nur gewaschen, sie muß auch gebügelt ünd sie muß schließlich auch ausgebessert werden. Jetzt, da ein Hemd ein Wertgegenstand geworden ist und '.ein paar Socken ein kleines Kapital repräsentieren, kann man sich nicht d'arauf einlassen, die Stücke zu tragen solange sie tadellos sind und weg.zuwetrfen, wenn sich die ersten Schäden zeigen. Da heißt es jene 'Flecke eimzusetzen» die man auf dreißig Schritte Entfernung wahr nimmt und die Strümpfe zu stopfen, so' daß es aussieht, als hätte ein Blinder das Werk mit einem Zahnstocher und Papiersipagat besorgt. Tausend Schwierigkeiten erstehen auf allen Seiten. . Die Wäscherin isst unpünktlich, sie vertauscht. die Wäsche, eine Weißnäherin., die das Flicken besorgen könnte, ist nicht aufzutreiben, ^sTa<del und Zwirn s«oheint sich der Mann selbst zu kaufen und wird bei ■der Besorgung »aus Gefälligkeit« schmählich übers Gihtr gehauen, jeder Handgriff» der ^geleistet wird, imuß 'königlich belohnt werden und den ganzen Tag iwird der Junggeselle, er sei alt oder.jung,' das Gefühl nicht los, übervontieilt und noch obendrein verspottet zu werden. Macht er einmal eine »Stichprobe«, weil ihm der Zwirn, der ein paar hundert Kranen gekostet hat oder die Seife um 250 Kranen gar zu verdächtig war, so trifft er es gewöhnlich schlecht und muß 'beschämt, noch mehr bezahlen» wodurchvseine Unsicherheit wächst. Denn wenn sich die meisten Frauen in jeder Lage zucechtzufindem wissen, fällt das den Männern im der Regel recht schwer. Die Junggesellen haben jetzt so viele Wirtschaftfragen, daß ihnen neben ihrer Arbeit keine Zeit mehr zur Zerstreuung bleibt. Wenn schon in Friedenszeiten der *S impiizissimns «-Hagestol z •seufzte: Mitunter sehnt man sich doch nach einem ' Wesen, das einem die Sargen von der Stirne küßt Und die . Wäsche in Ordnung hält, so mag dieser Wumsch jetzt übermächtig wenden. Aber für diese einsamen Menschen gibt es keine Erlösung. Man kann jetzt bekanntlich nicht einfach heiraten, wenn einen die Sehnsucht nach dem eigenen Herd überkommt. Denn dieser Herd braucht Kohle und die ist sehr teuer? Außerdem sind wir leider noch nicht iso weit, im Freiem zu nächtigem, zu kochen umd zu hausen. Und Wohnungen gibt es für Mittelstäftdlaf nicht. Der Junggeselle bleibt also, bis auf wenige glückliche Ausnahmen, in seine Einsamkeit gebannt, kämpft weiter mit Schuhbürsten, abgerissenem Knöpfen, unsinnigen Geldforderungem — nein, ein König hat in der Regel doch anders gelebt als der Junggeselle von 1922. . K. M. * Zita hat die Schweiz verlassen. Aus Bern wird gemeldet: Exkaiserin Zita hat die Schweiz vorgestern verlassen. Ihre Kinder werden ihr in einigen Tagen nach Madeira Nachfolgen. * Erzetigerrichtpreise für Kunsthonig und Zucker- Sirup. Die ZentralpreisprUfungskommission hat mit Beschluß vom 19. d. M., Z. 140, die mit Beschluß vom 19. Februar 1921 festgesetzten Erzeugerrichtpreise für Kunsthonig und Zuckersirup außer Kraft gesetzt. * Eine Konferenz der Agudas Jisroel in Lemberg. In Lemberg fand vor einigen Tagen eine Konferenz der galizischen Aguda statt, die wie immer einen antizionistischen Verlauf genommen hat. Einzelne Rabbiner beantragten die Organisierung aller Chassidim Im engeren Anschluß an die Agudas Jisroel. An der Konferenz nahm der Wiener Delegierte Wolf Pappen heim teil. * Die Kampagne gegen den Cheder in . Sowjetrußland. Die jüdischen Kommunisten setzen ihre Kampagne gegen den jüdischen Klerikalismus, insbesondere gegen den Cheder, mit äußerster Schärfe fort. Der Moskauer JE m e s* denunziert die H 0 m e 1 e r Juden, daß sie noch Immer mehr als 2000 ihrer Kinder im Cheder unterrichten lassen, während in KHnzi und in vielen anderen Städten dL Chedarim bereits behördlich verboten und gesperrt wurden. Die Gegenvorstellungen der Eitern beim Provinziaibildungsausochuß blieben erioUrlos. sie bereiten daher die > wtefsut: TAUR'GTxrrr/rruNö Freie jüdische Volksbühne Gastspiel im Lustspleltheatcr 4283 Somtartfarsfellunir - zugunsten des Vereines jUdlscheKlnderfreundc wu1;r.b«d,:iislis SÄefteS PST Pas T he a t e r I at gehe l z t! PSW Entsendung einer zweiten Deputation nach Moskau vor. Das Bildungsdepartement in B 0 b r u i s k erteilte dem reformierten zionistischen Cheder den Befehl, sich innerhalb 14 Tagen in eine Sowjetschule mit jüdischer Unterrichtssprache und ohne jeden religiösen'Einschlag im Unterricht zu. verwandeln. In Ber di ts.c h e w wurde auch die Tainuid-Thora-Schule geschlossen. (J. C. B.). , ' * Hilfskoniitec für die ukrainisch-jüdischen Pogromöpfer, I., Seltenstettengasse 2. Ä u s w e is N r. 8. Chewrbh und )..W. je K 100.000. Brüder Klein K 59.000, Siegfried Fischer. K 35.000, Josef Fleischer - (Caux bei Montreaux) K 30.000, D.-ö. Gen.-Vertr. dl Galizischen. Naphthn-A.-Qi Qalizia K 27.000, Michael Benies, 1. Feingold, lila Rohatyn und K. S. je K 20.000, Otto Beck, Brüder Böhm, Eduard Ddctör, Dir. Wilhelm Kux und Berta und Fritz! .Rubinstein. je K 10*000, Gener.äldir. Ing. Ph. Abelmann, Allg. Assekuranzbureau. Ges. m. b. H„Ig. .Groß- , mann sen., Artur Herzl, Ella Hildesheimer, 8. L I.N N., Hugd Spitzer und Teerag je K 5000,. Bank und Wechslerhaus der Depositenbank K 4130, Holzba'nk A.*G., Preßburg K 3900, I. E. Fories, San Franziskö, K 3200, .Gabriel Böhm und Dr. Artur Schnitzler je K 3000, Dr.! Siegmund Weiß1 K 2878, Rudolf Akler,:Pilsen,^.Gescliw., Baumgarteiv Dir. Philipp Broch, Esseg, Paul und Fanny Fnitler, Wolf Goldschlag, J^slo, Dr. M. Oppenheim, Moritz Pollitzer, Emil Silberstfern und Dir; Eduard Scheib, Innsbruck, je K 2000, Villa Sternen in Baden K 1400, Brüder Nowak K 1100, Julius Aberhamer, Jacques Almuiy, Mv, Angermann, Menasche Baron, Jakob Berik’ö, Dir. Rudolf Bondy, Albert Czeczowiczka, Leo Deutsch, Dr. Jakob Ehrlich, Estz.eg, Fleischer, Himberg, H. RI Gläser, Dir. Nikti Göldniann, Irma Gorniak, Gouda Fleier, Eduard Großmann,'Julius Gyarlias & Prain, Budapest, Dr. M. I.; Haas, Heinrich Hauser, Karl Heller & Kohn, Graz, 8. Hendler, Simon Herzog, Käthe, Prof. Dr. L Königstein, Leopold Köhigstein, Privoz, Adolf Lemberger,; Dr. Ernst Makai Budapest, Leon Mühlstock, Adolfine Münz L L. B. Weißeiberg, Hermann Nasch, Dr. Richard Popper, Moses Rath, Siegfried Rosenberg, 8. Schön, Fa. Teitelbaum, Farn. A. W., Ing. Emil Weiner und Edmund VVerrner je K 1000, Friedrich Grünhut K .998, Jan Jellinek jSvinar) K 769.23, Max Müller und Gabriel Hirsch (Berlin) K 740 und D. M. Andermann K 600. Summe : K 600.715'23, hiezu der frühere Ausweis von K 390.337 und 1000 polnische Mark K 991.052*23 und 1000 polnische Mark. * Besondere Merkmale der gefälschten tschechischen 5-Kronen-Npten vom (Jahre 1919. Seit ungefähr Monatsfrist tauchen-in Wien gefälschte tschechische 5-Kronen-Noteu in nicht unbeträchtlicher Menge auf. Die auf zeichnerischem Wege mit Hilfe ohotomechanischer Methoden erzeugten Falsifikate sind im allgemeinen als mißlungen. zu betrachten und es lassen sich folgende Unterscheidungsmerkmale feststellen.: Die parelleien Kreislinien, durch deren Verstärkung das rote Notenbild der Vorderseite entsteht, sind minder scharf und nicht in der gleichen Entfernung bei den Falsifikaten vorhanden. Bei der echten Note sind, wie das mittlere Schriftfeld am besten zeigt, die Kreislinien von einander immer gleich weit entfernt und sehr präzise ausgeführt. Die auf den.Falsifikaten dargestellten Köpfe zeigen einen entstellten Gesichtsausdruck. Der unter der Textschrift des Falsifikats befindliche Fond ist sehr undeutlich dargestellt und wirkt unruhig, während er aqf der echten.Note sehr präzise durchgeführt ist. Das Notenbild des Falsifikats , ist auf beiden Seiten in der Längsrichtung um 2 mm kleiner, als jenes der echten Note. . Der Rand des Falsifikats wirkt auf d£r Vorderseite lichter, als jener der echten Note. Der Untergrund der Rückseite ist beim Falsifikat in rotbrauner Farbd gedruckt. Infolgedessen sieht es aus, wie wenn die Fünfer auf der Rückseite auf rotem Papier gedruckt wären, während sie auf der echjten Note des braungelben Unterdruckes wegen wie auf gelblichem Papier gedruckt erscheinen. Die Farbe der Hauptzeichnung der Rückseite ist beim Falsifikat ein rötliches Blau, bei der echten Note ist das Blau grünlich.. . * Kagran—Großenzersdorf. Samstag um 5 Uhr früh wurde auf der Strecke Kagran-Aspern — Großen z e r s d o r f, die bisher von der Dampfstraßenbahn befahren wurde, der elektrische Betrieb aufgenommen. Die Strecke ist zwölf Kilometer lang und e i n g e 1 e i s i g mit Ausweichstellen. Die Fahrtdauer beträgt fünfzig Minuten. Die Fahrpreise - bleiben die g 1 e i c h e n wie auf def Dampftramway. Der Verkehr von Kagran bis Aspern .wird ein halbstündiger sein. Auf der, übrigen Strecke verkehren die Wagen in den Früh-, Mittags- und Abendstunden in Intervallen von einer Stunde, zu den übrigen Tageszeiten in Zeiträumen von 11/8 bis 2 Stunden. ' Briefkasten der Redaktion. Keren. Wir haben Ihre Anfrage an den J. N. F. weitergeleitet, der Ihnen in einiger Zeit Auskunft erteilen wird. — R. L. Solche Adressen haben wir leider nicht Sie finden sie *in jeder besseren Philatelistenzeitung. — Eisig Roth, Czeret. „R. K r e u z“. Nichts gezogen. — ' Josef Mahler. Nichts gezogen. Heutiger Wert läßt sich derzeit nicht feststellen. — Baruch Leszkowltz. Nichts gezogen. Wegen des gezogenen Türkenloses werden Sie sich in Warschau an geeigneter Stelle informieren müssen; es ist fraglich, ob derzeit eine Einlösung möglich ist. Auch der , heutige - Kurswert läßt sich schwär feststellen; in Wien nimmt man als Wert 50°/0 des Nominales an. Der Hausarzt. Redigiert von Dr. Sanel Beer. . Ueber Mastdarmkrebs. Es gibt eine Reihe von Rramkheiten, die lauge Zeit im menschlichen Körper wüten, ohne irgendwelche’ Beschwerden und A uz eichen zu geben, bis eines Tages durch eine zufällige ärztliche UimtensuChnmg diie wahre Naitur des Leidens erkannt wind. Diese leimtüokisohen Krankheit an sind auch die für den Menschen gefährlichsten, da die Diagnose meist» in ‘einem viel zu fortgeschrittenen Stadium gemacht wird, wo*%ehr wenig Aufsicht auf Heilung besteht. Da kommt zum Beispiel ein kräftiger, ziemlich gut aussehendeT Mann in die Sprechstunde des Arztes und klagt über Unregelmäßigkeit der Dairmcndeeirming. 'Solche Beschwerden sind wohl ziemlich häufig, nur die wenigsten Menschen suchen deshalb gleich ärztlichen Rat. Sie versuchen es im allere meinen zuerst mit allerlei 23. Jänner 1922 Seite S ....:--- .M.I- » i - ..JL<i 1 j Abführ- und Stopfmitteln. Meist liegt diesen Beschwerl? den auch kein ernutes Leiden zugrunde., j Dairauf pochend, vernachlässigt der Paitüenit auch weniger' gleichgültige Erscheinungen, wie etwa eiine' " Blutung aus dem Mastdarm oder häufigeren Stuhldrang^ Er stellt, selbst’ d!ie J>!iaigiriose eines, bestehen dein HämorJ rho-idlalleidiens, tvelches er ansonsten, für unbedeutend bäjt. . > . ... ‘ ,v .J ' '■ Der vorsichtige Arzit, der die Klagen des Patienten' an gehört .hat, 'begnügt sich aniiciht mit der Verordnung einer Arznei oder der Regelung der Darmtätigkeit. Er besteht, wenn auch der Patient für den AugenWok die. Notwendigkeit, nicht begreifen will und sieh dagegen; wehrt, auf Besichtigung der StUhlmÄssen, auf genauerer Unterisüchung des "etwa beigemengten Schleims qdeu .'Blutes und schließ lieh (hält ,er eine Austaistung dtö! untersten Darmaibschnittes mit dqm Finger für uderläßlich. .; ‘ s,;’ _ Dieser letzteren 'tnmaligeiniehmen. Prozedur leistefcj man gerne .Widerstand, .titnid dooh hat schon die Vernscuminis dieser Untersuohüng manchen Menisiehen. das Leben) 'gekostet, denn hinter einer dauernden Verstopfung, einem bestehenden,Hämorrhoidalleiden,..einem Darmikätarrh, verbirgt sich macichraal ein bösartiges Leiden,-der Mastdarmkrebs. . 7 Anfangs kann der Zustand vollkommen ohne BC-1 schwerden Verläufen oder es bestehen eben die gesohiP deuten X/nregelmäßigkeiiteri,f die man nicht ernstmimmiLi■ Später aber zeigen sich iln den Entleerungen Bkufy 1 Eiter oder Gewebsfet-zen, es folgen (bramipfartige Blähungen, Kreuzsohmerzen oder gar ein Nervensj schmerz, die Ischias, durch Druck Mer Krebsgeschwulst auf den Nerven.^ Int weiteren Verlauf kommt e® diuircdi ’ Verengerung des Darmroihres zum vollkommenen. Ver4 scMuß; und den gefahrdrohenden Ensoheuiniuingen. «ia». Dairmverl'egung. : * Bei frühzeitiger Erkennung — utnd darauf komimt? ' es bei allen bösartigen.Geschwutetformen. an — ..ilsti durch radikale operative Behandlung bei dier lieutigett fortgeschrittenen Technik eine völlige Beseitigung des-, Krebses möglich, z-umal neuohh-er noch Röntgen undi Radium die gewonnenen Resultate bessern. Selbst . fortgeschrittenen Fällen empfiehlt sich, ‘bei halbwegsl gutem Allgemeinbefinden, die Anlegung eiyos widernatürliichen Afters, wodurch die Leiden des Patienten.], bedeutend gebessert und dessen Leben1 verlängert \yird.; J Aus einer kürzlich mitgeteilten Statistik der WienoTi ICliniik des Professors Hochcuegg, wo in d«n letzten! «vierzehn Jalhren allein 779.Patienten mit Mastdarmkrebs operiert wurden — wohl das-,größte an einer Abteilung! gesammelte Material —, ersieht man die günstigem! Resultate der neueren operativem Methode, an deren. Förderung gerade die Wiener schule grtßep Anteil" hat. Obwohl die Krankheit das fünfte bi® sechste Dezennium bevorzugt, sind Fälle selbst bei zehn- bis dreizehnjährigen Kindern bekannt' geworden. . Heber die Entstehung der kr-ebsigen ' Ge«sohwulst«. existiert keine einhei'LIiche Auffa'ssM«g. Während die-, einen Autoren den Einfluß der Heredität (Vererbung)» hoehistellen," sind andere Anhänger der infektiösen Entstehung der Krebserkränikung, wofür sie das häufig» Auftreten der Kranikheilt bei zwei in enger Gemesin-l echiaft lebenden Pensomen an fuhren. Zweifellos ist die; Lebensführung des Menschen von bedeutendem Einkluß; eine gewichtige Rolle spielen neben der angeborenen Disposition (Kramlkiheitsberdifechaft) körperliche und geistige Ueberanstren«gung und schwere seelische . Insujlte eine große Rolle, Das wichtigste ist und bleibt cüe frühzeitige Erfcentming des Leides. Würden sdchdie Men'SCheu-' gewöhnen, den Arzt öfter au® kranikbei'fcvorbcugendeni Rücksichten aufzusuchen, würden «sie ihn später viel .weniger benötigen. Im Laufe der Zeit wind hoffentlich die kurative (heilende), Tätigkeit der Aerzte durch die prophylaktisch-hygienische in. dien Himtergintiinid gedrängt werden. ■ - - , t Die Grippe. Explosionsartig ist wieder einmail, daetemol aus dem' Norden.und Westen, die Grippe als Volksseuche bei ums erschienen. Immer iist. ihr Auftreten mit bestimmten Witteirungsverhältnissen verknüpft. Es häufen sich dlie ■ katonrhalischeri Erkrankungen, die main jetzt .Grippe nennt, meist bei Nachlässen d'er 'Kälte und Eintritt ' feuchten, nässen, Wetters. Glücklicherweise ist der Verlauf der Griippc im' Gegensatz zu der im Winter 1918 herrschenden Epidemie ein recht günstiger. Man sieht meist nur leichte' Fälle, die mit hohem Fieber Abgeschlaigemheilt, Kreuzschmerzen. - beginnen, starke emtzürtdlnche Erfcrankumig an den Schleimhäuten des Ra«chenis,f der Luftröhre und „ Lunge auf weisen, wobei der Appetit stark darnieder-' liegt. Nach einigen Tagen der Bettruhe und VenaJb- , reichumg der üblichen . schweißtreibenden und herz-, stärkenden Mittel tribt Besserung ein, wobei aber die Hinfälligkeit merkwü rdigerweise längfer%»Zeit anhält. Vereinzelt treten schwerere- Formern mit ‘Lumgen!-. entzün-dung und bedro'hlicher Herzschwäche auf, weshalb eben bei geringstem Unwohlsein Bettruhe aniziu- ' ordnen ist. Einen wirksamen Schutz gegen die Grippe' gibt :ea, leider nicht.. Es wind sich empfehlen» den Umgang mit ] hustenden und spuckenden Nebenmemischen zu meiden,} vor allem aber sich von großem Menschenan®amm-1 Iüngen fernzuhaltenl Was die Schullkimder. betrifftj sollte 'ein Kiind mit einem Schnupfen oder einem . Bromchilialika'tarrh mit Rücksicht auf die herrschend« Zeit zur. \rermeidJuing der Uebentragunig auf andere Mit-' schüler dem Schulbesuch fern bleiben. AerztKcher Fragekasten. Langjähriger Abonnent J. Dieser Pall Ist oftine j . einigehande Untersuchung schwer zu beurteilen. Tuber* | külinikur macht man gewöhnlich in einer Anisdalt, nicht ambulatorisch. Die Ehe wohl nur gestattet, wen»n Sie mehrere Jahne sowohl keine Erscheitniungen der überständenen Krankheit aufweißen, alis auch Wassermann! «uegativ ist. Jeder Fall muß indiviidluell begutachtet werden. — JuVige Frau, i; Man sieht häufig Gallfusteini-: leiden im der Sch warn gerschaft auf treten, doch muß eine Verschlimmerung' während einer neuerlichen Grarviditat-' nicht emitretem. Operation wird man dooh erst em,p-'. - fehlen, wenn alle triennen Kuren versagt haben2. Oft operative Bchamciluntg gefähriieh i-ät, ist nicht leicht zu beauitwortcn. Tedc Oneratrcm birgt gewisse Gefahtren in sich, —* Gripne. Es gibt Menschen, di:c auf gewisse Arzneimittel, wie Aspirin, Antiipyrin u. dgl. Ausschläge hekoimmea. Ist eia Zeichen von JJeberewipfiadli'chikM.< \ «