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Wiener Morgenzeitung · 1922-01-20 · Heft 1069 (20.1.1922) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1069 (20.1.1922)
Date
1922-01-20
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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jfcWMfelgMrifffÜWl 20. Jänner 1922 Seite 5 Nr. 1069 Wien, Freitag; -..«mwrnmimmimm ..An .- ---- ■' ■- ' .mmmUmnf m’ * Erkrankung des Papstes. Wie aus Rom gemeldet wird, ist der Papst an einem Bronchialkatarrh erkrankt * 100 Millionen für die Schneesäuberung. Der am Sonntag eingetretene Schneefall verursacht der Gemeinde Millionen - Ausgaben. Von Montag bis einschließlich Donnerstag wurden an fremde* Schneearbeiter zusammen K 6,455.810 an Löhnen ausgezahlt. Die Bespannung der Schneepflüge verursachte für die vier Tage eine Ausgabe von K 15,339.000, während für die Schneeabfuhr an fremde Unternehmer ein Betrag von K 8,158.000 in dieser Zeit bezahlt werden mußte. Zu diesen rund 31 Millionen Kronen kommen noch täglich 5 Millionen Kronen an Ausgaben für die eigenen Straßenarbeiter und für das eigene Fuhrwerk der Gemeinde. Da die Schneeabfuhr noch einige Tage beanspruchen wird, werden sich diese an sich schon gewaltigen Summen noch erheblich erhöhen. Unabhängig von diesen Ausgaben, die den Gemeindehaushalt belasten, erwachsen der Straßenbahn für die Freimachung der Fahrbahn usw. Ausgaben von K 72,304.974. Wetterbericht. In Oesterreich herrscht vorwiegend trübes Wetter. Die Temperatur steht meist ein wenig über Null. In Deutschland ist es kühler geworden. Süd- und Mitteldeutschland haben leichten Frost. Voraussage: Abnehmende Bewölkung, über Nacht leichter Frost, tagsüber Temperatur vermutlich ein wenig über Null. * Einbruch bei Friedrich Habsburg. ln> der Nacht zum 18. d. M. wurde das Magazin des Friedrich Habsburg (vormals Erzherzog Friedrich), UL, Rechte Bahngasse 30-32, erbrochen. Gestohlen wurden 22 Damasttischtücher, mit dem Wappen und der Krone gemärkt, 66 Leintücher, teils mit W. A., teils mit Krone und F. D. gemärkt, gestohlen. Der Schaden beträgt zwei Millionen Kronen. Von den Tätern fehlt bisher jede Spur. * Wohltätigkeitsschwindel. Der Landesverband Wien des Zentralverbandes der Landesorganisationen der, Kriegsinvaliden und Kriegshinterbliebenen Oesterreichs warnt vor folgendem Schwindel: In der letzten Zeit mehren sich die Fälle, daß Betrüger für die Kriegsinvaliden, -witwen und -waisen unter falschen Vorwänden Spenden sammeln. Det Landesverband führt aus, daß am 26. Dezember und 14. länner Matineen angeblich zugunsten der Invaliden, Witwen und Waisen veranstaltet wurden, mit denen der Landesverband ganz und gar nichts zu tun hat. * Namensgleicliheit. Man ersucht uns um Aufnahme folgender Zuschrift: Herr Abraham Retter, cand. cult. ing., IX., d’Orsaygasse 6/6 wohnhaft, ist mit dem im Artikel „die Erzeuger der : Schmugglerkoffer verhaftet“ genannten Abraham Retter nicht identisch. * Nach drei Jahren. Der 26jährige angebliche. Kaufmann Isidor (auch Laib, Saul-und Leo) Markus aus Paczani in Rumänien, im Hotel Orient wohnhaft, wurde auf Grund einer Anzeige der Handelsfrau Selma U1 m a n n, Kirchengasse 7, am 17. d. M. verhaftet. Die Frau beschuldigt ihn, am 17. Februar 1919 Schmuckfedern und andere Artikel im Werte von 50.666 Lei übernommen zu haben, um sie in Rumänien zu verkaufen. Er hat seither nichts von sich hören lassen. Nun will er glauben machen, daß ihm auf der Reise nach Rumänien im Jahre 1919 die Ware in der Station Szolnok von ungarischem Militär konfisziert worden sei. Markus, der für diese Behauptungen gar keinen Beweis erbringen konnte, wurde gestern dem Landesgericht ein- . geliefert. : * Entführung einer Fünfjährigen durch einen Vier- 'zehhjährgien. Wohl-einer der seltsamsten Fälle von Ent-, führung hat sich, am 17. d. M. hier ereignet. Der im Hause, X., Herndlgasse 3, wohnhafte Schüler der zweiten Bürgerschulklasse- Johann Nowak, Sohn, eines Sattlergehiifeu, hat die fünf Jahre alte Mizzi Saf nauer, Tochter eines Wagenschreibers der Bahn, 'entführt. Sie ist ein hübsches, aufgewecktes Kind, der Junge ist ein kleiner Taugenichts. Schon im Sommer 1921 hat er einen kleinen Knaben entführt, das heißt, er wollte weg vom Elternhause und nahm sich einen Weggenossen mit. Damals wurden die Kinder verwahrlost aufgegriäen. Ein andermal ist er den Eltern mit K 2000 durchgegangen, man hat zu der Zeit länger von ihm nichts gehört, bis er endlich in Graz erwischt wurde. Diesmal hatte er es auf die Tochter des Nachbars abgesehen. Die polizeilichen Erhebungen sind eingeleitet. * Eine Möbelfabrik abgebrannt. Aus Esseg wird gemeldet: In der hiesigen Möbelfabrik „D a n i c a“ kam ein Brand zum Ausbruch, der so rasch um sich griff, daß an eine Rettung der Fabriksanlage nicht zu denken war. Der Schaden beträgt über eine Million jugoslawische Kronen. « Fachkurs für Bauschlosser. Das statistische Gewerbeförderungsamt veranstaltet in der Zeit vom 20. Februar bis 19. Juni 1922 den nächsten Abendkurs über Eisenkonstruktionen für Bauschlosser (Meister und Gehilfen). . Anmeldungen im Gewerbeförderungsamt, IX., Severin- . gasse 9 (Zimmer 49), wo auch Auskunft über die Durchrührungsbedingungen erteilt wird. Gewerbeschein oder Lehrbrief und Heimatschein vorweisen. * Eisenbahnkatastrophe in Jugoslawien. Aus Belgrad wird gemeldet: Auf der Strecke bei Batajriica hat sich gestern eine große Eisenbahnkatastrophe ereignet. Ein Lastzug wurde fast vollkommen zertrümmert. * Ende des Grazer Kellnerstreiks. Aus Graz wird gemeldet: Nachdem zwischen den Kaffeehausbesitzern und der Gehilfenschaft eine Einigung zustandegekommen ist, ist der Kellnerstreik für beendet erklärt worden. Die Betriebe sind gestern früh wieder* geöffnet worden. * Tanzabend der Concordia. Der heute im Großen Konzerthaussaal stattfindende künstlerische Tanzabend der Concordia, an welchen die Tanzvirtuosinnen Albertina Rasch, Maria L e y und Elsa von Strohlendorf 15 verschiedenartige Tänze in eigenartigen Kostümen ausführen werden, beginnt präzise 7 Uhr. Otto Schulhof hat auch die Begleitung von Maria Ley übernommen. Es wird das erste und einzige Mal sein, daß die genannten Künstlerinnen im Rahmen einer Veranstaltung zusammen erscheinen werden. Noch vorhandene Karten der vorderen Cercle und Parkettreihen sowie die vorgemerkten und bis heute vormittags nicht abgeholten Sitze werden bei der Konzerthauskasse (I., Lothringerstraße) und bei Guttmann (I., Kärntnerring 3), eventuel' auch an der Abendkasse verkauft. * In - der gestrigen Ziehung der österreichischen Klassenlotterie entfinl der Hauptreff er von K 500.000 auf Nr. 64.755 und K 20.000 auf Nr. 126.497. Beide Lose wurden in der Geschäftstelle Helene Stutz, I.,Wipplingerstraße 16, verkauft, ebenso wurde das Haupttrefferlos der I. Klasse mit K 50.000 Nr. 64.778 in dieser Stelle verkauft. Vereine, Vorträge und Versammlungen. Hebräische Studentenverbindunj T a r b u t h. Heute, 7 Uhr, im Cafd Klinik, IX., Spital Sasse 21A (Ecke Lazarettgasse), spricht das Mitglied de .chdut Häawodah aus Jerusalem Bogdanowski über »Achduth Haawodah im Lande“. Gäste willkommen. - Wiener ’ttdischerGesangve-rein. Sämstaj WIENER MORGENZEITUi\& Mitteilungen aus dem Publikum* Telephon 61 "0-15, 61*1*35 Phönix — Residenzfüiale Greben 29 a Versicherungen in allen Branchen Ich beehre mich, anzuzeigen, daß ich für kurze Zeit nach dem Ausland verreise. Während meines Aufenthaltes dort wollen Geschäftsfreunde die obigen Telephonnummern anrufeu und werden die Herren De. KSeng, E9r. Heia* mann und Berger bereitwilligst schwebende Sachen erledigen sowie Auskünfte in allen Versicherungsbranchen erteiIen* 9388 Bofcsenfoaum wieder Echte Jägerwäsche MSsbL Matzner, Wien, I., Kohlmessergasse 8 J ihm doppelt anzukreiden. Er hat sich alle? Mühe gegeben, durch große Aufmachung nachzu-i helfen. Revolution im Kasernenzimmer, Betriebsrats-' Sitzung mit Teilnehmern im Orchesterraum usw. Einei nette Anzahl roter Bahnen, teils geschwungene, teils dekorativ an die Wand genagelte. Schreiende Riesenplakate. Ein Versammlungszimmer der Lohnsklaven und als Gegensatz das hochelegante Bureau eines Generaldirektors. Man hat das schon zu oft gesehen, als daß die Ausstattung vom Text ablenken könnte. Hans Marr, der Knorrige, Kraftvolle, spielte den Helden und weil er kein Komödiant ■ ist, sondern ein Darsteller, konnte er sich nicht entfalten.; Sehr bemüht, nach Möglichkeit charakteristisch die Herren Ludwig Andersen, Robert M a r 1 i t z, Ludwig Stärk, Rudolf Z e i s e 1 und die feine Lily K a r o 1 y. Schließlich stellen wir noch bekümmert fest, daß das Stück einen starken Publikumserfolg erzielte. O. Puden 21. d. M., 7 Uhr abends, im Festsaal des Cafd Landtmanti,!., Ring des 12. November, Geselligkeitsabend mit reichhaltigem Programm und anschließendem Tanz. — Sozialpädagogische Gesellschaft. Samstag den 21. d. M., 7 Uhr, L, Dorotheergasse 12, I. Stock, Weiheabend: Rede, Musik, Rezitation, Gesang. — ugendvereinNeß-Zionah. Heute, 1/a7 Uhr, eimabend, II., Prater, Kleine Zufahrtsstraße 160, Cafe zur Sennerin. Volksbild.u ngim Technischen. Samstag den 21. d. M.» 3 Uhr nachmittags, Führung Dr. O. Bryk „Akustik und Wellenlehre“. — Sonntag den 22. d. M., 10 Uhr vormittags, im großen Hörsaal LichtbLdervortrag „Technik und Malerei“ von Vorstand Ing. E. Stelzer. Urania. Heute, 5 Uhr (Großer Saal): Indien. — 7a6 Uhr (Kleiner Saal) Hochschuldozent Dr. Alfred Till: Vom Werdegang der Erde und des Lebens, II. — 7*6 Uhr (Kurssaal) Kustosadjunkt Dr. Franz M a i d 1: Die sozialen Instinkte der staatenbildenden Insekten und ihre Ent-, stehung, VI. — 7*6 Uhr (Klubsaal): Univ.-Lekror Dozent Marius F a b e r: Praktischer Uebungskurs in Srech- und Vortragskunst, II. ~ 7*8 Uhr (Großer Saal) Klavier- und Liederabend Prof. Alfred G r ü n f e 1 d, Kammersängerin Gertrud Forstel. Begleitung: Prof. Karl L a f i t e. —• 7.8 Uhr (Kleiner Saal): Volkskundliche Studien, L Hofrat Univ.-Prof. Dr. M. H a b e r 1 a n d t: Volk und Volkskunst im Salzkammergut. — '/.8 Uhr (Kurssaal) Hochschuldozent Dr. Alfred T i l I: Praktische Bodenkunde, IL — Vg8 Uhr (Klubsaal) Dr. Fritz Schulhof: Probleme der Psychopathologie, II. _ Ernährung. Der Marktbericht. Obwohl infolge des Schneewetters die Zufuhren von Fleisch vom flachen Lande fast gänzlich ausgebliebem waren, konnte mit den Vorräten das Auslangen gefunden werden, .umsomehr als mit der Bahn neuerlich acht Waggons Fleisch, und zwar aus Ungarn, Jugoslawien, und Oberösterreich,- eingetroffen waren. An Rindfleisch ständen in der Großmärkthälle allein über 136.000 kg zur Verfügung. Der Verkehr war zwar gestern etwas lebhafter, hielt sich jedoch infolge der hohen Preise in engen Grenzen. Der Absatz an Bratenfleisch war so gering, daß die Preise für Primasorten um K 50 per Kilogramm herabgesetzt werden mußten. Ebenso mußten die Preise für Schafe um K 150 per Kilogramm ermäßigt werden. Dagegen verteuerte sich Rindfleisch im Großhandel um K 10, Fleischschweine wurden um K 20, Fettschweine um K 60, Speck und Filz um K 60 per Kilogramm teuerer. Die Detailpreise blieben durchwegs unverändert. Auf dem Geflügelmarkt war die Beschickung belanglos. Auf dem Fischmarkt standen bloß gewässerte Stockfische zur Verfügung, das Kilogramm stellte sich auf K 120. Die Grünwarenmärkte wiesen schwache Beschickung auf. An Kartoffeln herrscht nach wie vor Mangel. Aus dem Schwechater Lager wurde ein größeres Quantum dem Naschmarkt zugeführt, das guten Absatz fand. Die Preise blieben im allgemeinen unverändert auf der Höhe der Vortage. Freie jüdische Volksbühne iiiiitimmmiHiiuiiimiiiiiiiiiiimmiiiiiiiiummuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimimiimiiiiiiiiiiiim Gastspiel im Lustspieltheater 4280 ■/.SUMemfe, N@i@ü§f@Sl%e SÄ'S BOr Das Theater ist geheizt! T®8 Bühne und Kunst. Raimundf Theater. (Zum ersten Male: „S u m p f“, Schauspiel in vier Akten von Leopold Schwarzschil d.) Wir mußten schon manches „Drama aus der Umsfurzzeit“ über uns ergehen lassen. Ein einziges war echt: „Freiheit“ von Herbert Kranz. Andere, besser: die anderen, waren widerliche oder gerissene Spekulationsware. Dieses aber ist weder echt noch fingerfertige Konjunkturarbeit Es ist einfach kläglich. Wenn s o der politische Sumpf aussähe, so offensichtlich dalie^end, selbst für den Blinden enkennbar (durch den Gestank), hätten die Anständigen und Berufenen leichte Arbeit. Freilich müßten sie von vornherein unfähige Plapperer von der Art des Soldaten Wilkert kaltstellen. Der Sumpf, den der Autor meinte, sieht leider anders aus. Er ist unter üppiger, saftgrüner Flora verborgen, von tückischen Sumpfpflanzen umhegt und Herr Schwarzschild weiß so wenig von ihm, wie ein Quintaner, der ein fünfaktiges Römerdrama verbricht, von den Römern weiß. Possierlich, wie der Autor in der Einbegleitung zum Theaterzettel versichert, daß er „Licht und Schatten innerhalb der Grenzen dramatischer Möglichkeit paritätisch verteilt“ hat. Stimmt. Hie der proletarische Edeling, hie der kapitalistische. Hie der proletarische Haderlump, hie der kapitalistische. Alle vier können uns gestohlen werden. Puppen, die ein unfähiger Drahtzieher nicht in Bewegung setzen kann. Herr Direktor Beer ist ein Mann von künstlerischem Geschmack und von Verantwortung. Er mußte die Untauglichkeit des Stückes erkannt haben. I Die Aufführung in seinem ernsten Theater ist Aus den Theatern. Im Burgtheater findet morgen die Grillparzer* Gedenkfeier der Gemeinde Wien statt Es gelangt das „Esther“-Fragment zur Darstellung. Im Operntheater wird morgen: gDi.e B o* hörne“ gespielt. . i In der Volksoper findet heute unter mus#* kaliseh er Leitung von Direktor Felix Weingartner, inszeniert von Direktor Gruder-Guntram, die Erstaufführung des „O t hell o“, mit Herrn Rittersheim in der Titelrolle statt. Die weitere Besetzung ist folgende: Jago — Herr Brand* Desdemona — Frau de Debicka, Emilia — Fräulein Salinger, Ludovico — Herr Lazer, Montano — Herr Eckner, Cassio — Herr Dr. Kroegler, Rodrigo — Herr Bonn, Herold — Herr Weber. Beginn 7 Uhr. ImDeutschen Volkstlieate r wird morgen nachmittags, 7-3 Uhr, Grillparzers 50. Todestag mit einer Aufführung der #A h nf rau“ gefeiert.— Abends gelangt „L u 1 u“ zur Erstaufführung. Dem Stück geht, der Prolog des Tierbändigers, gesprochen von Wilhelm K 1 i t s c h, voran. Die Vorstellung beginnt um 6 Uhr. Wegen der. Vorbereitungen für die morgige Erstaufführung von Frank Wedekinds .,L u 1 u" entfällt die heutige Abendvorstellung von Hermann Bahrs „W ienerinnen“. In den Kammerspielen des Deutschen Volks* theaters wird morgen „Untreu“ gespielt Dienstag den 24. d. M. gelangt um V«7 Uhr das Schaukelspiel zwischen Moral und Unmoral „D^e r K e u s c h h e i t s a p o s t e l« von Beda und Fritz Grünbaum zur Uraufführung. In Hauptrollen sind beschäftigt die Damen Wessely, Keller und Föry, die Herren Iwald, Lackner, Kutschera, Ziegler, Knabe, Schreiber, Strahl, Wengraf, Kirschner, Amon, Ranzenhofer, Aitringen, Ferstl, Leicht und Burian. Spielleiter Dr. Heinz Schulbaur. AnderNeuenWienerBühne gelangt heute, Freitag, 7 Uhr abends, für Wien zum ersten Male die Komödie „Die Raschhof-fs“ von Hermann Sudermann mit Paul Weg.ener als Gast zur Aufführung. — Die Rolle der Wally ist mit Fr. Magda Karden besetzt. — Morgen wird „O t h e 11 o" mit Paul W e g e n e r in der Titelrolle wiederholt. Ira Josef städter Theater wird heute zum ersten Male das Lebensbild „F a n n y“, mit H ans» Niese in der TiteroIIe, gegeben. Die von Karl Stand inszenierte Vorstellung beginnt um 7 Uhr;. Samstag* 21. und Sonntag, 22. d. M. gastiert das Strammer-Ensemble in der I ü d i s c he n Bühne (Roland-Bühne, IL, Praterstraße 25). Samstag gelangt „Die Mode“, Schauspiel in drei Akten von Dr. Schimma, zur Aufführung. Sonntag abends wird „C h a n a 1 e, die Näherin“, Volksstück in vier Akten von Feinmänn gegeben. An beiden Abenden Solovorträge des Herrn Strammer. Im Raimund-Theater gelangt infolge Erkrankung einiger Mitglieder Samstag nachmittags als Schülervorstellung statt „Emilia G a I o 11 i“ Nestroys Posse „Die verhängnisvolle Faschingsnacht“ zur Darstellung, mit Ludwig Stärk und Adrienne Gaßner in den Hauptrollen. — Samstag und Sonntag abends geht das Schauspiel „S u m p f“, mit Hans Marr als Gast; in Szene. Ein Brenner-Archiv. Aus Jaffa wird uns geschrieben? Katznelson, Posnansky, Rabinowitz, Radler-Feldmann und Streit haben ein Vormundschaftskomitee für den Nachlaß des verstorbenen Schriftstellers |. Ch. B r e n n e r gebildet und unternehmen die nötigen Schritte zur Ordnung der Schriften der Verstorbenen und deren ehesten Ausgabe» Sie beschlossen, einBrenner- Archi v zu gründen. Tschaikowsky-Abend. An diesem am 30. d. M. im Großen Konzerthaussaal von der Vereinigung jüdischer Forscher, Schriftsteller und Künstler Haruach in Wien veranstalteten Konzert wirken mit: Hermine Kittl (Staatsoper), Prof. G. F e i s t (Violine), Prof. J. W o 1 fsohn (Klavier), Stephan Auber (Cello) und das Symphonieorchester unter Leitung Prof.B rasl awsky s. Restiche Karten: Konzerthaus, Kehlendorfer, „Morgenzeitung“, Löwit und Kartenbureau Aida. Gerichtssaal. Schweizer Franken oder österreichische Kronen. Eine für kaufmännische Kreise bemerkenswerte Entscheidung hat das Oberlandesgericht als Berufungsinstanz: gefällt. Die Firma Josef Zwieback und Bruder auf der Mariahilferstraße brachte durch Dr. S a m e k gegen den österreichischen Staatsschatz eine Klage auf Ersatz von 7644 Schweizer Franken ein, weil eine aus der Schweiz (St. Gallen) bezogene Ware in diesem Versandwerte in total ausgeraubtem Zustand in der Bestimmungsstation Wien einlangte. Die klagende Partei vertritt den Standpunkt, daß die Zahlung nach dem Kurse des Z a h 1 u n g s t a g e s zu berechnen sei, wenn sie in hieriändischer Währung enolgt.. Der Staatsschatz könne sich daher von der Zahlung der Franken durch Bezahlung des Betrages ln österreichischer Währung nach dem Kurse des Zahlungstages befreien. Die Finanzprokuratur dagegen vertrat den Rechtsstaridpunkt, daß die Bahn zur Zahlung in österreichischw Währung nach der» Kurse des Versandtag** verpflichtet sei. Das Handelsgericht schloß sieh d'eser Anschauung an und wies das Mehrbegehrenab.

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