Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1069 (20.1.1922)
- Date
- 1922-01-20
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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fitfrwr rui—k vJSeite 4 Wien, TYeitag •venn Palästina-Wanderer durch Ausrüstung und Werkzeug unterstützt werden, wenn in Deutschland Aüsbildungsstätten geschaffen werden, die sie landwirtschaftlich und handwerklich auf ihr neues Leben vorbereiten. Unser Weckruf geht an alle Juden Deutschlands. Wie durch die weltumspannende Keren- Hajessod-Aktion eine Organisation aller Juden für den Aufbau Palästinas geschaffen worden ist, so soll hier der Keren Hajessod (Jüdisches Palästina-Werk) E. V. die Kräfte aller Juden Deutschlands zu gemeinsamer Palästina-Arbeit vereinen. Der Keren Hajessod dient ausschließlich dem praktischen Siedlungswerk in Palästina. Die Durchführung des Werkes erfordert von jedem einzelnen Leistungen, die der Größe der Aufgabe entsprechen. ' Der Aufruf ist von hervorragenden Persönlichkeiten der jüdischen wissenschaftlichen, geistigen und finanziellen Welt unterzeichnet; unter anderem von Dr. Apfel, Vorsitzenden der neutralen jüdischen Jugendvereine Deutschlands den Professoren Einstein, Kalischer, Goldschmied! (bekannter Kunsthistoriker der Berliner Universität), Generalkonsul Eugen Landau, Direktor der Deutschen Bank, Oskar Wassermann, dem Vorsitzenden der Berliner j ü d i sch e n G e mein de, Geheimrat Stern sowie dem zweiten Vorsitzenden Badt. Auch aus dem übrigen Deutschland haben prominente jüdische Persönlichkeiten den Aufruf unterzeichnet. „Oeder Antisemitismus und blödes Ariertum." - Die im Deute-chcn Reiche immer krasser zutage tretenden Konsequenzen des Rassen antisem itis-mus, wie die von ms an einigen eklatanten Fällen bereits : airfgezeigten Symptome, für die immer weitere Kreise ziehende Ablehnung des »jüdischem Geiste entstammenden« Qhristentirnxs, , Rückkehr zum iWotankuLt und1 dergleichen höchst ergötzliche Kuftarerschemungen mehr, beginnen nun auch die östenreicischen Klerikalen nachdenklich au stimmen,. Das christlichsoziale Hauptorgan erinnert sich der Tatsache, »daß in -der Kulturkampfzeit die Katholiken am gehässigsten gerade von den Rechtsparteien (National 1 iberalen und-Konservativen) behandelt wurden. Wenn Altreichskanzler Fehrenibach auf dem Berliner Zentrumspanteitag vor dem »öden Antisemitismus un di blöden A r i e r t u ifi« gewisser völkischer Organisationen [warnte, so hatte er einerseits die Erfahrungen der deutschen Katholiken in der Aera des »protestantischen Kaisertums« der Hoheazollem, teils die völlige Entartung einer unter völkisch-arisch-anti- .-semitischer Flagge segelnden Bewegung ins.. .Wider-christliche im. Auge.« ‘ Es wäre sicherlich -nur im Interesse der europäischen Kultur, die in einem Meer von Haß -zu ertrinken droht, gelegen, wenn wenigstens -die Repräsentanten des Glaubens der Nächstenliebe von jener politischen Argumentation abrüclkienwollten, von der, wie wir - bereits, registriert haben-, ein anderes christlichsoziales Blatt in einer Polemik gegen den lAntisemitenbund feststellt, daß es ihr gegenüber schwer sei, ernste Politik Mi machen.' Vorläufig ist von einem solchen Abrücken freilich nicht viel zu merken. Denn in derselben Nummer der Reichspost«, in der sichdie zitierte Stimme der Vernunft ganz schüchtern erhebt, wittert ein Vers.ifex eine 'besondere Bedeutung des Umstandes, daß Grillparzers 50. Todestag gerade »auf den Schaibbes« falle und d.aß man -bei diesem Anlaß »just »Esther« 'aufführe, ein Stück, das — man denke nur! — unmittelbar v-or Purim spielt... Diese Art sittlichreligiöser Literaturbetrachtung entwaffnet wohl nicht weniger als die politische Weisheit des Antisemitenbundes! Priesterl^che Worte. Ein süddeutscher Pfarrer, Parteigänger der Deutsch-. nationalen, hat, wie , das „Heidelberger Tagblatt“ erzählt, einen Mann zur Anzeige gebracht, der in einem Bahnabteil mit seinem Gepäck den „Durchgang etwas versperrte“. Als der Mann dem Pfarrer sagte, er hätte ihm ohnedies das* Gepäck aus dem Weg geräumt, schrie ihn dieser grob an. Im Gemeinderat erzählte er darüber: „Er habe in der Bahn einem Judenlümmel die Faust gezeigt und gesagt: „Sehen Sie hier die Faust eines alten Feldsölaaten, wenn Sie den Mund nicht halten, schlage ich Ihnen in die Fresse, daß der Kopf zum Fenster hinausfliegt“ Gegen die Heidelberger „Volkszeitung“, welche diese echt christlichen Worte wiedergab, erhob der Pfarrer die Klage vor dem Schöffengericht In der Verhandlung gab der Kläger zu, die Worte gebraucht zu haben, aber nur im Gemeinderat, nicht aber gegenüber dem „Judenlümmel“. Worauf das Gericht eine Geldstrafe von 500 Mark diktierte, aber nicht dem deutschnationalen „Seelsorger“, sondern dem Chefredakteur der „Volkszeitung“. Vorausbestimmung des Geschlechts? London, 19. Jänner. (Funkspruch.) Professor Julian H u x I e y teilte in einem Vortrage mit, daß die Versuche zur Beeinflussung des Geschlechtes des menschlichen Keimlings so weit fortgeschritten seien, daß man bereits von der Möglichkeit der Vorausbestimmung. des Geschlechts reden könne» ' WIENER MORGENZEITUNG _ Grippeepidemie in England* London, 19. Jänner. (Tel.-Komp.) In der ersten Jännerwoche sind in England 1400 Personen an Grippe gestorben, davon in London 700. Die Aerzte stehen der Epidemie mehr oder weniger machtlos gegenüber. - _■_ Die Vorauszahlungen für Gas und Elektrizität. Für iH!ew-te Ist der S t a dt 9 e n -a t zu einer Sitzung embe-ru-fen worden, i-n dter über -die Form der Vorauszahlungen, für den Bezug von Ga*s und' elektrischen Strom neue Beschlüsse gefaßt werden sollen. Ara Di-enstaig hat bekanntlich der Stadtisena-t den Gas- und Elektrizitätswerken -zur Beschaffung des notwendigen Betriebskapitals die EErhebung einer Vorauszahlung bewilligt. 'Nunmehr halt die Tschechoslowakische Regierung der Gemeinde Wien mitgeteilt, daß sie einen Betrag von 6,747.000 tscheche-slowakischer Kronen der- Gemeinde rückvergüten wird, da der tscheobo-silowaßcische Staat außer der Ausfuhrprämie für Gaiskchle auch -noch eine Einfuhrprämie für obersdhles-ische Kohle von 60 tschecho-slöwakisdier Kronen für die Tonne eingehoben hat. . Vizebürgermeister -E m 111 e r 1 in g wird nun -morgen im Stadtsenat den Antrag stdlem, daß dieser Betrag den Konsumenten für Gaus, entsprechend der Höhe ihres Verbrauches für 1921, auf die zu leistende Vorauszahlung gu tgescih-ri eben werden soll, wodurch jeder Konsument eine geringere Vorauszahlung iziu leisten: Haben wird. Nachdem diese 6,747.000 tsohecho-slowakischen Kronen in weitaus kürzerer Zeit, als dies -durchdie Vorauszahlungen möglich wäre, der Gemeinde al's Betriebskapital zur Verfügung stehen werden, tritt eine E r- 1 e ich ter u n g in der. Ge ldbe-sch af f u.n g ein, wodurch, es auch möglich ist, den Konsumenten des -städtischen Elektrizitätswerkes en tgegenzulkomm-en. Vizebürgermeister Emm erl i ng wird deshalb - der morgigen Sitzung des Stadtsenats einen Antrag unterbreiten, nach dem jenen Wohnparteiem,* -deren Konsum täglich nur zwei- Hekt-owattstunden beträgt, die bereits am Dienstag vom Stadtsenat beschlossene Vorauszahlung nicht v o r g e s ch r i e :b e n w ir d. Der gleiche Vorgang wird auch für die H a u s b e 1 e u c h tu n g ein gewendet. Der Schulbetrieb im alten Aegypten. Daß Tonscherben im Altertum als Stimmzettel bei Volksabstimmungen verwendet wurden, ist allgemein bekannt. Erst in; neuerer Zeit haben die altägyptischen Funde gelehrt, daß die Verwendung von Tonscherben zu Aufzeichnungen im Altertum etwas Alltägliches war. In Aegypten wenigstens scheint die Benützung von Tonscherben neben dem Papyrus aus. Sparsamkeitsrücksichten weit verbreitet gewesen zu sein. Aus altägyptischen Funden geht hervor, daß Tonscherben nicht nur im häuslichen privaten Leben zu allerlei Aufzeichnungen verwendet wurden, bei denen es auf die Form und die Elfeganz nicht anlcam, daß vielmehr auch dieBehörden sich ihrer bedienten, um Papierunkosten zu sparen, zürn Beispiel zur Ausstellung von Steuerquittungen, wie sie massenhaft auf gefunden wurden. Für private Aufzeichnungen, Konzepte oder kleine Billets, Kontobücher des Hausherrn oder Arbeiter¬ und Lohnlisten des Gutsinspektors waren Ton Scherben ebenso gut genug, wie heute noch zuweilen die Rückseite eines Kalenderblattes oder Briefumschlages. Das galt im alten Aegypten auch für den Schulbetrieb, in dem Tonscherben vom Schüler wie vom Lehrer gewisssenmaßen an Stelle unserer Wandtafel benutzt wurden. In der Papyrussammlung des Berliner Museums befindet sich eine sehr interessantes Ostrakon (Tonscherbe), die aus einer altägyptischen Schule stammt und das Dr. E. Kühn im Juni-Juliheft der „Berliner M u s e e na beschreibt. Dieses Ostrakon ist eine fünfeckige, schwachgewölbte Scheibe aus hellrotem, gebranntem Ton, augenscheinlich den Scherben eines großen Kruges. Seine drei Bruchstücke sind leicht zusammenzusetzen und tragen 23 Zeilen griechischer Schrift aus der frühptolemäischen Zeit von schreibgewandter Hand. Der Scherben wurde bei einer deutschen Grabung in Philadelphia in Fajum gefunden und zeigt große Aehnlichkeit mit einem bereits früher von Wilamowitz veröffentlichten Ostrakon, auf dem eine Anzahl von Sentenzen in jambischen Trimetern aufgezeichnet ist, wohl die kalligraphische Uebung eines Schülers. Das legt nahe, auch in unserem Ostrakon ein Stück aus der Schule zu sehen, was auch der Inhalt nahe legt. In deutscher Uebersetzung lautet der auf diesem Ostrakon aufgezeichnete Text: „Zuvörderst, daß der Mensch in überragender Stellung, je höher er steht, um so umgänglicher sein soll und um so besorgter für seine Verwandten und Freunde, auch wenn es ganz unansehnliche und geringe Leute sind, voll Verständnis dafür, daß das schön und erstrebenswert ist, wenn um seinetwillen Eltern und Geschwister und die übrigen Verwandten und vertrauten Freunde zu Ansehen gelangen. Denn verborgen bleiben kann es doch auch so nicht, welcher Leute Kind er ist, noch wie er gelebt hat, noch mit was für Leuten er umgeht, da viele sind, die es aufspüren. Und gleichzeitig pflegen ja die guten und die schlechten Seiten mit den glücklichen Tagen wachsend hervorzutreten, so daß sie allen offenbar werden. Wenn er ’ sie (die oben Genannten) aber gebührend in Ehren hält, dann wird er sich natürlicherweise einen tugendhaften Ruf erwerben. Ueberdies erscheint mir engherzig auch stets das andere, was manche tun, wenn sie ihre natürlichen Eltern wie Unwürdige verheimlichen und abschütteln, sobald eie Im Glücke leben. Denn man sollte selbst ein Führer zum Adel sein, und das Ist gewissermaßen schöner als einen schon vorhandenen nur;20. Jänner 1922 _ , Nr. 1059, von änderen zu überkommen; wo aber nicht, soll man doch' die. schuldige Zuneigung auf Grund seiner natürlichen Abstammung nicht vorenthalten.“ Dr. Kühn knüpft an die Beschreibung des Ostrakon» folgende interessante Angaben über denSchulbetrieb im ptölemäisch-römischeii Aegypten, wo. es einen staatlichen Schulzwang nicht gab und der Unterricht Hauslehrern oder Privatschulen überlassen blieb.' Der Gang der Schulbildung scheint den von Theoretikern, wie Quintllian, aufgestellten Grundsätzen entsprochen zu haben. Die einzelnen Stufen des Unterrichts lassen sich an Hand der auf uns gekommenen Papyri, Holztafeln und Ostraka gut verfolgen. Vom ersten Elementarunterricht, dessen Ziel Lesen und Schreiben ist, führen Proben im Buchstaben-, Silben-, Wort- und Satzschreiben allmählich aufwärts; an orthographische Uebungen reihen sich grammatische und.stilistische und leiten allmählich zu einem höheren Unterricht über. In der Theorie war ■ " dieser dem Rhetor, jener vorbereitende dem Grammatiker Vorbehalten. In der Praxis war freilich die Grenze zwischen beiden Stufen fließend. Mochte auch in großen Städten die Scheidung bestehen und der Junge regelrecht erst zum Grammatiker, dann zum Rhetor in die Schule geschickt werden, auf dem platten Land hat wohl derselbe Lehrer die ganze Ausbildung geleitet. Die höhere Ausbildung bestand neben der Klassikerlektüre in stilistischer Schulung. Ihr dienten schriftliche Ausarbeitungen, Aufsätze, in denen sowohl Nacherzählungen geliefert, wie freie Themata behandelt wurden. Die Stoffe wurden gern aus Homer gewählt, der im Mittelpunkt der Lektüre stand. Erörterungen über die Tugenden fehlten natürlich nicht, da der Schulunterricht zugleich auf die Gewöhnung zu guter Sitte zielte. Daß die Aufzeichnung auf unserem Ostrakon ein Schriftstück aus einer Schule ist, ist höchstwahrcheinlich. Ob wir hier die Aufzeichnung eines Schülers, eine von einem Lehrer stammende Vorlage, oder ein Diktat vor uns haben, bleibt freilich dahingestellt. Asketische Kimstmode. Es ist eine der .erstaunlichsten Ersaheimuaigeiai unserer Zeit, daß die Kimsifcströimingen den allgemeinen Lebensbedingtingen zumeist 'duirdhaus nicht entsprechen. Je-üppiger, ' schwelgerischer, leben s« trendiger sich das‘Dasein der bevorzugten Ober- •schichte gestaltet, die‘gegenwärtig das erste Wort in Kunstfr-agen -spricht, .irm'&o starrer, herber, laskett-i* scher-wird.'.der Kiinstgesöhmack. Der Wiener Snob1, der leider nur ziu oft ein jüdischer Snob ist, ist durah! einen bes-andieren Mangel an Stilgefühl gekentnr zeichnet. Gleichzeitig ist die Richtung äfber für die allgemeine Heuchelei cha-ralkteristisdhi '..-Die ' ‘Aufführung d-er »Matthäus-Passion«, eines Werkes,, das strengste Kunstautfiaissung zur Grundlage halt, das. streng 'bis zur Starrheit, . herb bis.zur -Härte ist, diese Aufführungen sind -viermal'hm’tafeanaindör' :H'is aufs letzte. Plätzchenausverkauft. .Auisveijkauft; üü unserer lebeinstolilen, farbenfrohen,' Stadt, dieridd wilder, zügelloser, unersättlicher im Genuß gewesen! als heute. Aber —- Bach ist die große Mode. Man] tragt ihn öffentlich und im Privatzirkel. Die Begeisterung für den Meister (bringt es' -natürlich mit sich, daß wir uns auch mit den Texten seiner Kantaten,. Lieder U'sw. a'bfindem müssen. Da versichert eine Dame, deren enge Beziehungen jptr christlichen Welt umso -herzlicher sind, je ijlüngefeis! Datums sie. sind, in unablässiger Folge, daß sie K-ebjaci - stürbe, wenn sie »ihr Jesu« nicht liebte, ein Heut! kann sich nicht genugbuim an Versicherungen, daß, er ein- und ausschließlich seinem. Jesu gehöre mit Herz,. Haut, Haar und .Modefrack und der Chor, teilt mit, er lege sich höchst vergnügt ins Grab. Der, frömmelnde Ton, der mit unserer Welt durchaus! nicht überein stimmt, erscheint Untier dem Gebot der Mode ganz harmoniseth- und ‘ einheitlich.' Auf dem Gebiet der Literatur 1 äßt sich genau dasselbe nachweisen. Der Tolstoi-Begeisterung, den Büßer- und Asketenbüchern ist die indische und altchilneisisehe Mode gefolgt. Auf einen Schwärmer,' den die stÄle Weisheit, die weltentrückte Klarheit der. großen! Dichter und Denker wirklich fesselt, kommen zwei* hundert Sklaven, die sich unter heißen 'Gähmbräneaf durah, die Werke, die man kennen »muß«, hindurch* lesen. Die Damen vertiefen sich in die Lyrik R-abhw dranath Tagores, dann kleiden sie sich an und gehen! in eine Bar oder in ein CatfekonzerL .In der bildenden! Kunst ließe sich ungefähr dieselbe Erscheinung nachweisan. Der- Stolze Spruchder Sezession: »De? •Zeit ihre Kunst« ist längst schon von den Ereignissen überholt, wenigstens für unsere Stadt. Wien hat auf seine Kunst verzichtet. Dafür hat es seine Kunstmode strenge 'bewahrt. K. M. * Ein amerikanischer Bischof als Keren-Hajessod- Propagandist. Wie aus Sao Antonia in Texas gemeldet wird; hat sich der dortige Bischof Johnson, der eine bekannte Autorität auf dem Gebiete der kirchlichen Geschichte ist, freiwillig zur Mitarbeit für den Keren Hajessod,gemeldet und ist sogleich energisch an die Arbeit gegangen] (I. C. B.) * Großer Einbruchsdiebstahl in den Wöllersdorfer Werken. Aus Wiener-Neustadt wird uns berichtet: In den Wöllersdorfer Werken wurde in der Zeit zwischen 13. und 16. d. M. ein großer Einbruchsdiebstahl verübt. Das Objekt 144 wurde mittels Nachschlüssel geöffnet — es dient zur Galvanisierung von Metallgeschirr — und daraus zehn Platten Feinsilberanode zu je 2 kg, eine Platte Nickelgußanode und eine Platte Nickelwalzanode, 15 kg schwer, im Gesamtwerte von zirka drei Millionen Kronen entwendet. Die von der hiesigen Staatspolizei angeordnete Perlustrierung der im Objekt beschäftigtes Arbeiter verlief ergebnislos. Ein Beamter des Wien« Erkennungsamtes Hat die am Tatorte zurückgebliebene* Flauer ab drücke der Täter aheßnommca* L