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Wiener Morgenzeitung · 1922-01-19 · Heft 1068 (19.1.1922) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1068 (19.1.1922)
Date
1922-01-19
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 1063 Wien, Donnerstag WIENER MORGENZEITUNG 19. Jänner 192? Hervorragend günstige Gelegenheitskäufe erstklassiger Herren-u. Damenstoflrefinden Sie jetzt noch bei der Resten-Verkaufsgesellsciiaft, VI., Windmühlgane 2 - ' ' "t""'..... ..■ diese Aeußerungen registriert werden, „Die Drohungen Lloyd Georges an Polens Adresse“. Paris, 18. Jänner, (Tel. der »Wiener Morgenzeitung“.) Wie ihr Korrespondent aus zuverlässiger Quelle erfährt, soll die für Ende Jänner bestimmte Orientkonferenz sich auch mit der ostgalizischen Frage beschäftigen. ein SmoÖdmigiam'ziug 31.000 bis 42.000 Kronen, ein Uebetrzieher 20.000 bis 29.000 Kronen, ein Wimrtiernock 24.000 .bis 36.000 Kronen, Btreaiches 13.000 bis 18.000 Kronen, ein Gehroclkainizug 36.000 bis 51.000 Knonen. Für das Bügeln eines Sa-kkoainiziuges 1050 Kronen., für Frack, Geüwock odeir Jaquettanzug 1200 Kronen-, für Ueberzieher 825 Kronen, für Wintemnack 825 Knonen, für eine Hose 300 Kronen, für eine Weste 225 Kronien, für Sjpontuind andere Stpezialkleider nadh Ueibereinlkiommein. Reparaturen wenden nach Standen zu 660 Kronen berechnet. Bei Wendungen, ist ein 25iprozentiger Zuschlag za machen. Alle hier angeführten Fassonpreise verstehen sich ohne Zugabe von Futter und anderen Zubehörantikeln. Der internationale Gerichtshof. Haag, 18. Jänner. (Tel.-Komp.) Der Generalsekretär des Völkerbundes hat die Mitglieder des permanenten internationalen Gericht s h 0 f e s für den 30. d. M. nach dem Haager Friedenspalast eingeladen, damit die verschiedenen Punkte des Programms des internationalen Gerichtshofes festgelegt werden können. Hughton, amerikanischer Gesandter in Berlin. Paris, 18. Jänner. (TeL-Komp.) Dem »Cablogramme“ wird aus Washington gekabelt, daß die Ernennung A. B. Hughtons zum amerikanischen Gesandten in Berlin nunmehr offiziell bekanntgegeben wurde. Stinkbomben in der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Berlin, 18. Jänner. (Wolff.) In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung setzte nach Ablehnung eines kommunistischen Antrages auf der Tribüne wüster Lärm ein. Die dort versammelten Kommunisten warfen Stinkbomben, die auf die Tische der demokratischen Fraktion niederfielen und den Sitzungssaal mit Gestank erfüllten. Erst nach Räumung der Tribüne konnte die Sitzung fortgesetzt werden. Auflösung des indischen Nationalkongresses. Washington, 18. Jänner. (Funkspruch.) Wie aus Kalkutta gemeldet wird, hat die Polizei die Versammlung des Nordkalkutta-Kongresses aufgelöst und 1342 Verhaftungen vorgenommen. Sowjetrußland anerkennt den Beschluß der Mächte. Paris, 18. Jänner. (Havas.) Dem „Temps“ zufolge habe der Sowjetvertreter in London der englischen Regierung eine Note überreicht, worin die Entschließung von Cannes angenommen werde. Tagesbericht. Die Holzversorgung bei den Bundesbahnen. -Wir erhallten1 von einer mrs bdkarm'ten Firma in '-Graz folgernde Mitteilung: »Die Wiener Firma R. besitzt amisöheinert-d ein Monopol für die Belieferung jder Bumdtesbaihin mit H-ol-z -und diktiert aiu-ch der Projvin-z den Preis. Doch wollen wir jetzt nicht über Hie Monopolstellung sprechen-, sondern über die Art der Lieferungen dieser Firma. Wir batten der jGra-zer Landelnegienung bi-Mges Brennholz für die (unbemittelte Bevölkerung ziu liefern.. Wir schlossen im Spätsommer 1921 mit einem Produzenten die Lieferung -von zwei Waggons ztum Preise von I1.75 Kronen iper Kilogramm ab. Als das Holz hier ein traf, erwies es sich als s<o schlecht und mansch, Haß sich nicht einmal das Ausladen lohnte. Die Landesregierung bat uns mit vollem Rechte das Holz zur {Verfügung gestellt und wir haben ebenso dem Lieferanten gegenüber verfahren. Der Lieferant stellte ötutn den Antrag, uns das Holz u m sonst ziu überlassen, wenn wir n:ur die Fracbtsipesem Leoben— jGraz -bezahlen. Als wir auch diesen Vorschlag ablehnten-, ließ der Lieferant die zwei Waggouis auf Rechnung der obengenannten Firma R. an die K ei-zha-u® 1 eitungder Bundesbahnen in W ien schicken, wo das Holz, das diesen Namen überhaupt {nicht verdient, aast an dl si o s ü b e r no m men {wurde,, und1 zwar zu einem weit höheren SP r e i s e, als wir es angelkauft hatten. Der Prodiu-. izen-t liefert bis -zur Stunde weiter auf Rechnung der Firma R. durchwegs sdhilechtes .u»nd morsches Holz an die Bundesbahnen.« Der Name der Absender dieses Schreibens und Her volle Name der Wiener Firma R. erliegt bei unserer Redaktion. Wir hoffen, daß die zuständigen Behörden umgehend am die Behandlung dieses krassen Falles -schreiten werden. ~ Die Schneider werden teurer. Der Verband der Knodenschnei dermei-ster jlViens hat eine Erhöhung des Preista-rifes für Herrenkleider noch Maß beschlossen-. , Die 'Arbeitskreise stellen sich von nun am.wie talgfc: Ein Sakkoanizutg 26.000 bis 38.000 Kronen, Ultimatum der Hausbesorger. Die Hausbesorger haben an die Hausbesitzer neue Forderungen gerichtet, weldie eine 200 bis 3<>oprozentige Erhöhung des von den Mietparteien zu entrichtenden Reinigungsgeldes sowc eine zehnfache Erhöhung der Bezüge für die Gchsteigreinigurjg verlangen. Die Hausbesorger haben ilnre Farderun-on bis. 20. d. M. 'befristet und erMänt, im Falle ihre Wünsche nicht befriedigt werden sollen, so treten sie von den Pflichten ihres Postens zurück und tretenrn die Rechte einer Mietpartei. Eine große Anzahl Hausbesitzer hatte!>n den letzten Tagen mit den Md-et» Parteien bezüglich der Forderungen Besprechungen und wurde auch die eventuelle Uehern ahme der Reinigungsarbeiten der Stiegen und Häuser durch die Mietfparteiem erörtert. Unter den Mietern der mittleren Häusern der verschiedenen Bezirke soll die Absicht vorhemischen, die Reinigung -selbst zu übernehmen, um das erhöhte Reinigungsgeld zu ersparen^ Die Erzeuger der Schmugglerkoffer verhaftet. Ansforschung ihrer Kunden. Der 32jährige Koffererzeuger Ludwig, Ott, V., Pilgram gaisse 13 wohnhaft, hat unter Beihilfe des 36jährigen Karl E i b e r -1 sogenannte Sdimuggler k off er -mit doppeltem Boden fabriziert. Ott hat einen seiner Klienten beschwindelt, und zwar d-en Abraham Retter, Afri-kanergasse 14 wohnhaft, der anfangs Dezember vorigen Jahres »bei Ott, der schon einen gewissen Ruf in Schmiugglerkr e isen hatte, einen Sdi-mugglerfkoffer bestellte, um ihn in den nächsten Tagen mit vier Millionen österreichischen Kronen im Auftrag eines Bekannten nach Berlin zu einem gewissen Mendel Lieber, Berlin N., Dragi-nestraße 3, »bringen zu ' lassen. Retter brachte selbst den Auftrag zu Ott und ließ ihn die vier Millionen kunstgerecht und für kein Auge sichtbar ver-pa-dken. Als aber der Koffer in Berlin an'kam, waren die vier Millionen verschwunden und statt ihrer war F o u r n i e r h o 1 -z in den H-othlwänden. Die Polizei erfuhr von der Sache und- 011 und E i b e r 1 wurden verhaftet In der Zelle unternahm Ott am 26. vorigen Monats einen Selbstmordversuch, indem er ©einen Stroh'sacfk anzündete. Er erlitt aber nur leichte Brandwunden. Bei seiner Einvernahme mußte Ott den Tatbestand zugeben. Er hat gegen zweihundert solcher Koffer hergestellt und in etwa fünfundzwanzig Fällen selbst die Verpackung von Summen von vier biis sechs Millionen Kronen besorgt. Etwa 160 Koffer wurden von den Bestellern selbst h-ergeriebtet. Ott gab an, er habe die -Namen der Besteller nicht gekannt; sie hätten die Koffer immer selbst abgeholt:. Seit dieser Feststellung war die Polizeibehörde unablässig bemüht, eine möglichst große Zahl der Besteller zu ermitteln. Kriminalbeamte arbeiteten Wochen daran., bis na-cfh und -nach Anhaltspunkte gewonnen werden konnten, wer eigentlich -zu der Klientel Otts gehört hat. Durch diese mühseligen Erhebungen gelang es, eine ganze Liste solcher .Personen aufzuistellen, die den Vailutenischimu-ggel mit Koffern Ottscher Mache nach Deutschland betrieben haben. Die Namen der Leute wurden der Fiman-abeziPksdirdction zur Amtshandlung bekanntgegeben. Bisher wurden folgende Personen festgestellt, gegen die die gefällsämtiiclie Amtshandlung im Zuge ist: Otto Schömbach, Privatbeamter, 25 Jahre alt, Mariahi 1 f-erstraße 51, Anny Schönb a c h, Private, 20 Jahre alt, Mariahilfenstiraße 51, ihr Vater Sandor Schönbach, der 59jährige Kaufmann Hugo G-leßner, Kölblgasse 17 wohnhaft, Maier S u fc e s, Privater, Hdhlweggasse 38, der 38^'ährige Reisende Klinger, Hohlweggasse Nr. 32 wohnhaft, die 26jährige Privatbeamtin Grete Gleßner, Hohlweggasse 17, dc-r 29jährige Kaufmann Salomon Korner, Hießgasae 13, der z6jährige Kaufmann Jakob Beer, Obere Donaustraße 63 wohnhaft, der 57jährige Kaufmann Leon T i s c h, Sechssohimmelga-sse 24 wohnhaft, die . 33jährige Kauf m anmsgattin Berta Beer, Obere Donau©traße Nr. 63 wohnhaft, die 2o;äbrige Private Klara Mörsel, Herminengasse iz wohnhaft, der 48jährige Kaufmann Berl Chaim Mörsel, Herminengasse 13 wohnhaft, der 29jährige Magister Karl H a r t h, Grund steingaisse 40 wohnhaft, der 31 jährige K-auf-miann Adolf O b 1 a sa, Hi-eßgasise 13 wohnhaft, der 25jährige Privatbeamte Salcmon S c h a - p i r a-, Blindengasse wohnhaft, und der 32jährige' Han-delsa-ngestellite Josef Kleingesicht, Treustraße 10 wohnhaft. Ott und Eiberl wunden heute dem Landesgericht eingeliefert. Seite Vom Hungertode bedroht Ausbau eieg. Wohnungen HALASI&Co. ,3. Wien, I., Seilerstätte Nr. 3 (Palais Coburg) KUNSTMÖBEL Antike und modern Moskau, 18. Jänner. (Funkspruch.) Die Nansen*’ Hilfe veröffentlicht folgende Mitteilungen über die Lage im Hungergebiete am 1. Jänner 1922 : 33 Millionen Menschen sind von der Hungersnot betroffen, vor denen 19 Millionen unmittelbar vom Hungertod bedroht sind. Täglich werden 800.000 Kinder! durch die Hoover-Hilfe und 375.000 Erwachsene und Kinder durch die Nansen-Hilfe verpflegt 2,185.000 Per* sonen werden von der russischen Regierung versorgt Andere Hilfsorganisationen verpflegen gegen 6 Millionen Menschen. Der Rest ist rettungslos vom Hungertods bedroht, wenn nicht rasch Hilfe gebracht wird. Ein jüdisches Technikum in Wilna. Wilna, 17. Jänner. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung“.) Auf der letzten Danziger Beratung des „Ort“, von der wir berichtet haben, wurde unter anderem auch über Vorschlag der Vertreter von Wilna die Umwandlung der jüdischen polytechnischen Kurse in ein Technikum beschlossen. Der offizielle Titel dieses Instituts lautet: „Wilnaer jüdisches Technikum der Gesellschaft Ort*. In diesem Monat wird auch im Anschluß an dieses Technikum eine spezielle e 1 ektromechsnische Abteilung gebildet Die Ausbildungsdauer umfaßt zwei bis drei Jahre. Als Hörer werden Absolventen von sechs Bürgerschul- und vier Mittelschulklassen aufgenommen. Dieses Institut verfolg* vor allem den Zweck, jüdische Elektrotechniker und Mechaniker, Geometer und Baumeister auszubilden. * Das Neueste ist... Das Neueste ist mämffööh de# Abbau. Das heißt, an sich ist er nicht unbedingt neu. Wir werden seit ungefähr -zwei Jahren abgeibaut und •sind schon im Sowterraiiln an gelangt Erst hat man dSej Th-rotne abgebaut, da-nm das Militär, dann die Beamten^- •dann die Moral, dainin die Preise, -dann den Abbau. A'b-etn was immer man äbibaiule, die Wirkung war fast immer dieselbe. Die Preise stiegen, a-m ärgsten natürlich beim Preisabbau. Jetzt ist man glücklich beim Zuschnß amge--. iahgt Main geht vorsichtig z-u Werke. Um ja niemanden ein Unrecht zu tun, ward bei jeder Brotfcommiseiton eins Kommission ein gerichtet, die -ursprün glich -dem wohlklingenden Titel Lebensmittelz-uts-Chußa.bbauenitscfneii-1 dungslko-mmissiotn führte und dann den Kosenamen*:] Abbamikommission erhielt. Ganz Wien war damit beschaff tigt, festz-ii'stel’em, ob sich -die Frau Fischer am A—G- oder am G—M-Tag zu melden habe, worauf sie zua{ Sicherheit am T—Z-Tag erschien; -oder, um jeden Mißgriff zu vermeiden, am allerletzten- Tag, der-dem letzter* folgte. Weil in Wien das Alphabet niemals mit % schließen darf. Die Kinder waren vom -der Einführung entzückt, denn sie hatten eine Woche schulfrei und! schwärmen für die Ahba-uko mmiis-siom. Von den Erwach-: seneai läßt sich dasselbe nicht behaupten. Sie wurdet* von der B-r-otkommisskm der Abbaukommission zuge-, wo r fern, in einen »Parteienzimmer« benannten Kotter ge sperrt» und mußten schließlich doch immer noch einmal nach Hause gehen, wall sie zwar die Mehlbezugissdheünte von 1916 bis 1922 fürsorglich mitgenommen, aber den Heimatschein oder das Schulzeugnis ebenso fürsorglichzuhause gelassen hatten. Auch arbeitete der Magistrat mit bewundernswerter Schnelligkeit, und wer sich fni den ersten Tagen gemeldet hatte und abgewiesen worden war, fand noch Gelegenheit, der würdigen Kommission gründlich, aber schon sehr gründlich, die Meinung zu sagen. Worauf man sich 2-aufs Magistrat« begab, um aui rekiüiriarem. Nun erwartet man im stolzen Bewußtsein erfüllter Staats'bürgerpflichit teils dias Ergebnis das Rekurses, teils die Wirkung des Abbaues. Beide bleib erf zunächst au*s. Und wenn sie eiinibrcffen werden, werden die Beteiligten wahrscheinlich erst recht nicht zufrieden sein. Kater Murr. » Abreise der Exkaiserin Zita aus der Schweiz. W-i«C aus Bern gemeldet wird, dürfte gegen den 25. d. M. die Exkaiserin Zi-ta die Schweiz verlassen und über Paris mach Madrid ab reisen. * Schiffe für den Mittelstand. So könnte man zwei neue Dampfer 'kennzeichnen, die der Norddeutsch« Lloyd im Früja'h-r 1922 -unter den Namen »Köln« und » C r e f e 1 dr . in seine Südamerrilka-Lin-ie einstellen wird. Es handelt sich bei diesen beiden. Damipfem um' Schiffe von 9500 Bnutto-Registertonnien. Die Pajsisagiereinrichtungen am Bord, dieser Schiffe stellen insofern eine teilweise Neuerung dair,, afis hier zürn ersten Male, neben der III. Klasse in großem Umfang eine »Mittelklasses, auch Ila-Kteisse genanbt, eingcrü'Ohtet ist,; die sowohl in der Ausstattung, wie auch hilnrichtlidh der Verpflegung sich von der II. Klasse 1-ecK.giüch dureft* größere Einfachheit unterscheidet. Zur Schaffung ,-dier Mittelklasse, hat hauptsächlich die Erkenntnis' Veranlassung gegeben, daß die Angehörigen des Mittelstandes nach dem unglücklichen Ausgang des Krieges vielfach nicht mehr über genügende Mittel verfügen, um ihrer alten Gewohnheit treu bleiben zu können. Es handelt sich bei der Mittelklasse auf -den Dampfern »Köln« und »Crefeldr des Norddeutschen Lloyd um. eine Einrichtung, die als durchaus zeitgemäß aniausprechen ist. und die auch geeignet erscheint, bei aller Einfachheit d-urch ihre besonderen Vorzüge den Reisen^., den die Seefahrt angenehm und genußreich zu gestalten. I I Eine verspätet eingelangte Lieferung uso flö« ermöglicht, selbe zum*Rreise von 6500 K oer Meier abzugebea _ OiAP 1

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