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Wiener Morgenzeitung · 1922-01-15 · Heft 1064 (15.1.1922) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1064 (15.1.1922)
Date
1922-01-15
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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RI f Seite 8 Wien, Sonntag y-- ttäges Mittel, das Mir An-wcndüng kommen wird: Es 5st dies die volle und rücfcsictotslose Durchführung Ser gesamten’ Tätigkeit des Amtes im Lichte der iDeffentlichSkeit Von nitsn an' sollen, alle Anfdrdetengen, Zuwei-su-ngen, Freigaben von Wolhiniräiwriep gegen Ablöse 'veröffentlicht wenden. Aj Schließlich erörterte Stadferart W eher die is|jfbereu neben dem Wotoungsamte der Verwaltungsgrnrppe noch Ankommenden Wirkanngsgebiete, v^re die Kleingartenstelle tiai-d das Anbeiterfürsargeamt. Dass größte Gewicht müsse auf ein verständnisvolles Zusammenwirken des Stadtrates mit den Angestellten i-ra Sinne demokratischer Arbeitsweise gelegt werden. Nur so könne die Arbeit, au der er asl-s amtsführender Stadträt -berufen wurde, -zum ^Vohle der Bevölkerung geleistet werden. Magistrabsrat Dr. Mayr erklärte hn Namen £er Angestellten, daß diese ihr möglichstes tun wer-? 'den, um ihre Pflicht zu erfüllen, . Die Verteuerung der Lebenshaltung. Der aus Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammengesetzten Kommission, die die Höhe des Zuschusses nach dem Abbaugesetze feststellt, hat nachstehendes Gutachten abgegeben: Die Kosten der Lebenshaltung haben sich;'$h der Zeit vom 15. Dezember 1921 bis 15. Jänner 1922 iiVrrj, 25% verteuert Wenn nur der Zeitraum vom 2. M z5. Jänner 1922 in Betracht gezogen wird, beträgt die Verteuerung 24°/». Dieses Gutachten dient im Sinne des Gesetzes als Richtlinie für die Verhandlungen über die Ent; lohnung jener Arbeitnehmer, deren Entlohnung nicht durch einen Kollektivvertrag bestimmt wird, der die Leistung einer gleitenden Teuerungszulage auf Grund einer vereinbarten Indexberechnung vorsieht- Die Erhöhung der Gas- und Strompreise. - Der Gemeinderaisausschuß für die städtischen ^Unternehmungen wird, wie mitgeteilt, Montag die Festsetzung des Gas- und Strompreises fiir die seit Anfang des Jahres lautende Verrechnungs- Periode festsetzen. Die Vorschläge der Direktion bey rechnen einen G a s p r e / s von K 12 0 per Kubikmeter (bisher K 60) und für Licht ström von K 20 per Hektowatsttunde (bisher K 11). Gleichzeitig wird der Auschuß die ’Aenderung der derzeitigen Verrechnungsperiode, die mit sechs Wochen für größeren Stromkonsum und mit vier Wochen für kleineren Stromkonsum festgesetzt werden soll, beraten. Nach den oben genannten Preisen werden auch die von den Gas- und Stromabnehmern zu leistenden Vorauszahlungen, die mit 5% verzinst werden sollen und in die der im Vorfahr erlegte Vorauszahlungsbetrag eingerechnet werden soll, festgesetzt werden. , ' Die Millionenbfichse im Schweizergarten. Der Sdhl^wageinikxstntdiuikrteur Josef T-scHafre, EDI., Kühmgia-si&e 4 wohnhaft, wurde vorgestern fwegea einer Millkmen'vejnintreunmg verhaftet. Der iSadiverhalt ist folgender: Tsdh-amre versah auf der Strecke Triest—Wien den Dienst. Am 6. d. M. hat Lim der Kaufmamm. M-aroo Fisch b e in in Triost izwei Briefe ü-bergeben, von denen der eine eine geechäftliche' Mittei-lung, der andere 9000 Lire («ni^ als zweieinhalb Millionen Kronen) enthielt. Fi8Wfoeiintrug iihm auf, die Briefe nach der Ankunft In_ fWien .persönlich dem Schwager Fiisdhbeins, dem ETriester Kauf-mamm Nu>ßbäum, d«r in Wien in iGeschäftsangelegeniheiten weilte» zu üiberge'ben^ Als Nuß bäum das avisierte Geld nicht erhielt, -begab er te-ich zu T scharr e. Der Kondukteur behaupt et e, er ha»be die Briefe in Wien mit der Post weitenbefördert, da er zur persöuli-chen Zustellung keine Zeit gehabt habe. Tatsächlich langte wohl der Brief mit jder geschäftlichen ‘ Mitteilung bei Nußbaum ein, (während der Milliotn-erubrief nicht arokam. Beim Polizeikommi-ssariat Landstraße vennahim Kommissär Dr. Musil T-schanre uin-d seine Frau, die indessen, auch verhaftet worden war, ein, Tschiarxe und seine Frau -legten nach langem Leugnen ein Geständnis ab. Der Kondukteur gaib zu, sich den Brief «ungeeignet zu haben. Er entnahm dem einen Briefe die 9000 Lire und verwahrte sie in 'einer Bledhjschachtel und versteckte diese'im Keller seines fWohnhauises. Am 11. d. M. hat er, dia er das Vefstiec'k für nicht genug -sicher hielt, im Schwei r-W. ganten (ehemaliger Maria-Josep.ha-.Park) die WM B-ionenibüchse bei dein großen Rondeau «unter eine]« tBaume vergraben.. Tatsächlich wunde die Bl-edik hüafrse mit den 9000 Lire gefunden und dais GeM .wurde dem Eigentümer übergeben. T-scharre wurde dem Lan-desgeridit eingeliefert, seine Frau aiuf freiem Fuß belassen und der Staatsanwaltschaft an,-, gezeigt. _■ * Professor Isidor Pollak gestorben. Am Wd. M. fst in Prag Dr. Isidor Pollak, Professor der hebräischen Sprache und Literatur an der deutschen Universität,’ an den Folgen einer Operation gestorben, ln ihm verliert die jüdische Gemeinschaft einen . treuen und vornehmen Mitarbeiter an dem stolzen Bau ihrer Kultur. Professor Pollak beherrschte wie selten 'einer das gesamte Gebiet der jüdischen Wissenschaft. Am politischen Leben hat sich der Gelehrte nie beteiligt; seine ftille und bescheidene Art warb ihm in allen Schriften des Prager Judentums aufrichtige Freunde und besonders die Jüdischnationalen haben Ursache« um ihn zu trauern, der ihnen stets mit seinem großen Wissen selbstlos zur Seite stand. * Vorlesungsfceginn an der Universität. Der Beginn der Vprlesujg^n Am, UniyersitMsrHAvptgebäiide nach <kn ^Wiener mörgenzeituno Weihnachtsferien wurde für Montag den 16. d. M. fest- 1 gesetzt. , * Tagesheimstätte der Sozialen Ijjllfsgemelnschaft Anitta Müller. Die Soziale Hilfsgemeinschaft Anitta Müller beabsichtigt in der allernächsten Zeit in ihren Lokalitäten IX., Berggasse 7, für. vorschulpflichtige Kinder eine Tagesheimstätte zu eröffnen. Gesuche und Auskünfte sfnd an die Adresse Berggasse 7, 1. Stock, zu richten. * Erleichterung bei Ausstellung deutscher Paßvisa. Ueber Einschreiten der Wiener Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie hat die deutsche Paßstelle verfügt, daß nur bei dem ersten Antrag auf Erteilung eines Sichtvermerkes die Abgabe eines Lichtbildes zu verlangen, bei späteren Anträgen aber davon abzusehen sei, vorausgesetzt, daß die Identität des Antragstellers einwandfrei feststeht. * Voreinzahlung der besonderen Erwerbsteuer für die Jahre 1921 und 1922. In dem nächsten Verordnungsblatte für den Dienstbereich des Bundesmihisteriums' für' Finanzen gelangt ein Erlaß zur Veröffentlichung, mit dem jenen Unternehmungen, deren Geschäftsjahr vor oder mit dem 30. Juni 1921 ablief, die daher gemäß § 110 P.-St.-G. und § 2, Absatz 2, des Ili Steuervoreinzahlungsgesetzes bis längstens 31. Dezember 1921 das Bekenntnis zu überreichen und« die ergänzende Voreinzahlung der Steuer nach dem Bekenntnis zu leisten hatten, ausnahmsweise eine Nachfrist bis 31. d. M. gewährt wird. Ferner erläutert der Erlaß die Berechnung der Voreinzahlüng an besonderer Erwerbsteuer für das Jahr 1922 unter Bedachtnahme auf die Bestimmungen des Gesetzes vom. 10. November 1921, B.-G.-Bl. Nr. 646, wonach vom 1. d. M. anr-*;ngen zu dieser Steuer nicht mehr Zuschläge der Lä: er Bezirke und Gemeinden, hingegen ein erhöhter Bundeszusc.ilag eingehoben werden sollen. * Begräbnisse am heutigen Tage. Alter Friedhof: 9 Uhr 30 Min. Horner Johanna, 10 Uhr Frisch Ida, 10 Uhr 15 Min. Zollschan Josef, 10 Uhr 30 Min. Mendel- ' sohn Dora, 12 Uhr Birnbaum Elsa. — Neuer Friedhof: 9 Uhr Blaustein Jakob, 9 Uhr 30 Min. Mostni Anna, 10 Uhr Koch Amalie, 10 Uhr 30 Min. Körnei Melanie, 11 Uhr Lettner Irma, 11 Uhr 30 Min, Eisenschreiber , Cäcilie. * Niederösterreichischer Gewerbeverein. In der gestrigen Vollversammlung wurde beschlossen, die von der Gemeinde Wien geforderten Vorausbezahlungen für Gas und elektrisches Licht zu verweigern, ebenso die Zahlung der Fürsorgeabgabe . voll den Lebensmittelzuschüssen. . * Die jüdische Studentenschaft in den Vereinigten Staaten. In der »Jewish Tribüne“ behandelt H. Hurwitz die Lage der jüdischen Studenten in Amerika, wobei er mitteilt,daß gegenwärtig 15.000 Juden an amerikanischen Hochschulen studieren. * Die Chaluzim in der Tschecho-Slowakei. Die zweite Tagung des Chäluzverbandes für die Tschechoslowakei hat am 1. Jänner in Teplitz-Schönau stattgefunden. Es wurde einstimmig beschlossen, daß jeder Chaluz von nun ab die hebräische Sprache wenigstens verstehen muß. * Das jüdische Hilfswerk in Osteuropa. Die Exekutive der jüdischen Welthilfskonferenz assignierte der „Ort“-Gesellschaft für die von ihr in Wolhynien errichteten Werkstätten . zur Ausbildung der jüdischen Kriegs- und Pogromwaisen im Handwerk den vorläufigen Betrag von 20.000 Francs. (J. C. B.) Mitteilungen aus dem Publikum. Wäschesalon D. Rosenfeld (KORITSCHAN) WIEN, L, KOHLMARKT 5 KOMPLETTE BRAUTAUSSTATTUNGEN VOR¬ NEHMSTEN GENRES Prämiiert: PARIS, LONDON 1901 * TEL. 9307 ■ ._122 Zur; Vermählung meines Bruders Max Erdmann mit Fräulein Bronla Hönisch gratuliere herzlichst und wünsche eine glückliche Zukunft. Berthold Erdmann Wien, II 5889 Dr. Josef Siegmann und Frau Rachel , -zeigen hiemit hocherfreut die Geburt % eines kräftigen Knaben an . .. Jezierzany (Polen), Jänner 1922 5884 — .. I .... . Ich beehre mich, meinen Freunden und Bekannten, mitzuteilen, dass ich von der Firma »Vereinigte Advo, Speditions-, Handels- und Industriegesellschaft m. b. H.“ ausgetreten bin und nunmehr die Leitung der Speditionsabteilung der »Maawirlm* Transportgesellschaft nt.b.H., Wien, I., Bauernmarkt Nr. 24, übernommen habe. Hochachtungsvoll P. WuhL 8874 Möbelfabrik J. Spira Feine °'° M. III.. »MMM 1—I Wohnungseinrichtungen. (Ecke Kar! Schweighofergasse) OBEI anne Bll., SsiietfenfBldgasse R nmn iiiiii TOlephOO 39-1-03 — GRÖSSTE AUSWAHL IN LUXUS- UND STIL¬ MÖBELN MÄSSIGE PREISE 440! ,15. Jänner 1928 Nr. 1064 $!mnicfidaud / / VLMARiAHlLFERSrRASSE l05i | Größtes bestsortlcrtes Lager Wiens In Teppichen, Decken, Vorhängen, Ueherwtlrfen, Laufteppichen, Stores, Döppeldecken etc. Billigste Preise* M~ Aviso für aus dem Speisen am Rost^am Spieß; ' Zu jeder Tageszeit im NV2 u& MfeM .Bukarest* .Wien, >., Salvatorgasse Nr. 10 (nächst Wipplingerstraße und Hotel Metropol) verbunden mit erstklassiger Wiener Küche l Peilte. LMM UM falsche Zähne kauft von Händlern, Juwelieren, Zahnärzten und Privaten r WeMHrma Juwelier ftABSNQWGTSCN -My Gm Mahlerstraße Nr. 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Auf eine diesbezügliche Anfrage: des Abgeordneten G r ü n b a u m bei der britischen Legation in \Varschau stellt diese fest, daß die Hamburg - Amerika-Linie keine britische Gesellschaft ist und daß>\dle kanadische Regierung zwischen jüdischen und nichtjüdfschen ElnWandererb keinen UnteF&nred mache, Im übrigen könne sich die britische Regierung* nicht in die kanadische Hauspolitik einmengen. (J. G. B.) * Ein antijüdischer Beschluß der Gemeinde Mähr.- Ostrau. Die städtische Verwaltungskommission von Mähr.- Ostrau hat das Gesuch der jüdischen Kultusgemeinde um Subventionierung der jüdischen Volksschule abgelehnt. Der zionistische Klub des Kultusrates hat e.ine Protesteingabe beantragt, die jedoch von der Verwaltungskommission zurückgewiesen wurde. Es wird nunmehr der Rekurs an den Landesauschuß ergriffen werden. * Freie Schulleiterstellen. Im Wiener Schulbezirk kommen-'55 Schulleiter-, beziehungsweise Schulleiterinnenstellen zur Besetzung. Gesuche sind an den Stadtsenat zu richten. Die Gesuche der. im Wiener Schulbezirk bereits angestejlten Lehrpersonen sind bis 31. d. M. bei der zuständigen Bezirkssektion des Bezirksschulrates Wien im Wege der Schulleitung einzureichen. ** Für Kleingärtner. Dienstag vormittags im städtischen Reservegarten, XII., Eibesbrunngasse, Restverkauf von hochstämmigen Apfelbäumen und Ribisstauden. * Brotpreiserhöhung in Deutschland. Aus Berlin wird gemeldet: Ihfolge des ständigen Druckes der Entente wegen Abbaues der Reichszuschüsse für bestimmte Lebensmittel und infolge der außerordentlichen Verschlechterung der Valuta wird der Brotpreis vom 16. d. M, ab. um 75°/0 erhöht . . ' Steuerabzug von Dienstbezügen. Es wird darauf aufmerksam gemacht, -daß die zur Abfuhr bestimmten Durchschriften der Stammblätter' des Jahres 1921 heuer als Beilagen der neuen vereinfachten lahresliste (Beilage . 3 der Durchführungsverordnung vom 24. Dezember 1921) bis Ende Jänner 1922 an die überwachende Steuerbehörde einzüsenden sind. Eine vorherige abgesonderte Abfuhr dieser Stammblätter hat daher nicht stattzufinden. •169 Kronen ein Liter Milch ab Stall. Mit Verordnung des Landeshauptmannes für Niederösterreich wird angeordnet: Beim Verkaufe von Vollmilch ab Stall kann bis auf weiteres ein Grundpreis von K 100 p e r L i t e r gefordert und gegeben werden. Diese Verordnung tritt sofort iii Kraft. Die Bezirksmilchstallpreisej gelten von dem durch die politischen Bezirksbehörden festgesetzten Zeitpunkt angefangen. * Furchtbarer Sturm in New York. Aus Washington wird gemeldet: Ein furchtbarer Sturm, der zeitweise eine stündliche Geschwindigkeit von 100 Meilen entwickelte, wütete gestern in N e w Y ö r k. Fünf Personen wurden durch Unfälle und berabfellende Ziegel getötet, über 50 verletzt. :'■» V* Gestohlener Ring. Dem Adolf Seyraann, IL, Stuwerstraße 1, wurde gestern ein goldener schmaler Ring mit Solitär im .Werte von K 60.00 gestohlen. * Ein falscher Kriminalbeamter. Die Geschäftsfrau Jolaq /Weisz aus Budapest, die nach Wien gekommen ist, um hier Einkäufe zu besorgen, wurde gestern das Opfer eines Betrügers. Dieser nahte sich ihf als Kriminalbeamter, redete ihr ein, daß sie durch das Einschmuggeln von, Bruchgold nach Oesterreich, mit dem sie hier Einkäufe verrichten wollte, straffällig geworden sei, und erpreßte ihr schließlich zwei Armbänder, zwei Eheringe« einen Siegelring und eine Herrenkette, zusammen 113 Gramm Gold im werte von K 250.000, als Lohn dafür, daß er von einer Amtshandlung abstehe. Mit dieser Beute entfernte sich der Gauner. Kr wird geschildert als etwa 30 bis 35 Jahre alt, groß, stark, mit dunkelblondem, englisch aostüfeferti Schnurrbart, blaue« Augen und vollem QeeiAt, seine HBeiduftg war sehr heMpnommen, bestand aus «raum Ulster, defekter Hose und gfünera PlüschhuL, mm

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