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Wiener Morgenzeitung · 1922-01-14 · Heft 1063 (14.1.1922) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1063 (14.1.1922)
Date
1922-01-14
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Neigung, auch -noch freiwillig Kutlttrsinstkuttionen zu erhalten, in den breiten Massen immer geringer. Ja, selbst diese freiwilligen Spenden nimmt jetzt die Kultusge.heinde, wie ihr letzter Notruf ans In- und Ausland beweist,’ für sich in Anspruch, ohne daß die weitesten Kreise auch our ahnen könnten, daß von den zur Erhaltung der jüdischen Institutionen Wiens einlaufenden Bei- •trägen nicht weniger als zehn große Gotteshäuser und deren Angestellte — von den kleineren 'gar nicht zu sprechen — leer ausgehen. Die sogenannten Vereiosrabbiner aber, 'die buchstäblich niemand angeboren, weil ja doch die. >Vereine« eine bloße Fiktion sind und deren pädagogische und seelsoirgedsche Tätigkeit weder von ihren »Vereinen« noch von .der Kul/tuegemeinde irgendwie beachtet und gewertet wird, sind von ■-diesen Mißständenam meisten betroffen. Sie mußten, aus bitterster Notwehr ein Mittel suchen-, um der Kultutsgemein-de.den Wert dieser >Vereinsralbbduer« fühlbar zu machen und darum haben sie bedhilossen, ihre Tätigkeit an den Mittelschulen ai/ legal e m Wege emsustellen. '' VerKaktete Einbrecher. ■ Am 30. Dezember wurde die Wohnung des - Bankiers Han-s Met h, III,, Hießgaäse 11, erbrochen. Gestohlen. -wu-rden Juwelen, Wertsachen rund ausländische Valuten .in. d-er Höhe von acht (Millionen Kronen. Bei der Familie Meth war die Hilfsarbeiterin Susanne Prohaska, II., Wassergasse 2 wohnhaft, als Bedienerin, bedienatet gewesen. Sie hatte Kenntnis davon, daß Frau Meth jvenreist und deshalb die Aufsicht in der Wohnung inicht so streng sei. Für die 2eit der Behinderung jcler Prohaska hatte diese, der Frau Meth. dais ihr bekannte K imdermädohien ■Anma F e 11 n e r •. als Au-s- Milfsdienerin empfohlen. Die Erhebungen ergaben, 5daß die Fellner die Geliebte des Fleischhauer-* geholfen Ignaz Kühmay er, einies 'berüchtigten. Einbrechers, ist, Kühmayer, die Pnohaslba iund-;die •Fellner• wtarden verhaftet : Es wurde, festgestellt, daß Kühmayer sich einen Abdruck der Wofanungs- .scfhlüssel ■ der Familie M-eth verschafft hast , D,^n «Einbruch. wollte anfänglich Kühimayer-mit seinem ^freund, dem Goldanbeitergehilfen Monihz S c h i f f-' iii ü 1 k r, - Gaibelsbergerga/ssc 6 wohnhaft,. übernehmen, allein. da Kübimayer in unmittelbarer Nähe, wohnt und im Bezirksteil sehr bekannt ist, stand c’r davon ab und zog den Gbauffeur Jasef.Großen aain ins Vertrauen, der in der Marchfeldgasse 23 -wohn-t. Schiffmüi-liQr und Groß mann .wurden nun. auch verhaftet, uind es stellte sich heraus, daß „die ^Rollenverteilung, wirklich so, wer,, daß diese-Berten &ie Tat ausgefü-hrit haben. Unter dem Verdacht, 'den Nachschlüssel hergestellt zu haben, steht der' Hande 1-sangestellte Moritz E n d 1 e r, Große Stadtgutgasse 21 wohnhaft. / Auch er waarde festgeäiouimen. Die Beute wurde ztim größten Teil zustandegebracht. Zwei kostbare Schmuckstüökp fehlen-. Dann werden ausländische Valuten uhd Goldstücke, vermißt. Die Vailud-en. sollen im Cafe »P-ratersterin«, idie G-öMstüdke im Cafe Biumi auf ider Oberen Donamstoa-ße verkauft worden sein. Ein. Pelzmantel im Werte von 1^/2 Millionen ist glei-M- ■faif's verschwunden. Ihn hat um 80.000 Kronen ein Mann, den man kennt, gekauft. Er soll ihn tim 300.000 Kronen an einen gewissen Hans Richter weiterveräußer.t haben. Dieser Richter, der aus Wien stammt und in gemeinsamem Haushalt mit einer Frau! lebt, soll sich in Deutschland au-fha-lteil. Die deutschen Behörden wurden^ in Kenntnis . gesetzt. Die genannten Personen wurden gestern dem Lanidesgerlcht eingeliefent. . 4 Eine Paßkonferenz in Graz. In den nächsten Tagen tritt in Graz eine Konferenz tfon Delegierten aller Sukzessionsstaaten zusammen, die sich mit der Frage der-Vereinfachung des Paßwesens befassen soll. Ursprünglich war für diese Konferenz der 11. d. M. in,Aussicht genommen, doch dürfte die Konferenz eine Verschiebung um' einige Tage erfahren. Freigabe des Zuckerhandels. Wir haben gestern die Einstellung der Zuckerkarten angekündigt. In Bestätigung unserer Nachricht wird nun von amtlicher Stelle mitgeteilt, daß der Dezemberzucker der letzte sein wird, Mitteilungen aus_dem Publikum. . Letzte Nachrichten. Rosa Zuckerkandl . Moritz Wähler . 1 Mediziner Podhajce Wien Verlobte . Im Jänner 1922 - 5880 Anläßlich der Verlobung des Fräuleins Hanny Geller mit Herrn Isaak Geller gratuliert herzlichst - Familie Kurz 5S85. .'featagüatstJ Wien, V. Speisen am Rost»« Spieß W3 Zu jeder Tageszeit im 152 MM,Bukarest* Wien, I., Salvatorgasse Nr. 10 (nächst Wipplingerstraße und Hotel Metropol) verbunden mit erstklassiger Wiener Küche Echte Jägerwäsche Ä Albert Malzner, Wien, I., Kohlmessergasse 8 Telephon 15-5-35 Telephon 15-5-35 Knisbsdwr l Windsdiauer, Wal" 6 V ' pra-tKD jkbw sj”su? ', p’jrbtMjJvn 1:1« -‘j'jnii sw 'Export nach allen Staaten!! % Adebar, kam schon zurück Aus dem fernen Afrika, Kündet Freude an und Glück: KUNEROL ist wieder da! der auf die ^uekerkarte ausgefolgt wird. Dann setzt der f r e i e Handel ein. Jedoch hält sich der Staat und -seine Organe bereit, im Falle eines Versagens des freien Handels sofort die nötigen Vorkehrungen für die klaglose Zuckerversorgung zu treffen.. . * Das Neueste ist. .. Das Neueste Ist-das Ga&depot. Die einen sagen, ..e® seiT de-r Gott-seibeiumis, die anderen nennen cs eine selbabvenständliiohe jkaufmäntn-iisicihe Usatnce. Wer recht'‘hat, kämm m'ain schwer entscheiden. Es hängt davon aib,. ob - mam am Ersten oder aim Fünfzehnten den Gdhaiit beko-tn-mit. Der Gaiskassiev geöiet umher wie ein brülleniclier liöwe und .-süehet; 'wem er jv*ersoh1inge. Aber vorläufig fimdet 'er maLniaddCn-. BesomdenZ schlame Vertreter der GemeMdeiinferesseh Erscheinen um sieben Uihir mo-rgsms. Aber ka/um habein. sieiihir Kom-ihen... gemeldet, yersÜÄ.' d<p& ga-nize Hau-s Tn tiefen. Dc-rntrösChen-ScM-af. Auch mitiht - eine - Hausf raiu ist zu erwedlcen und der Prim« m>uß unverrichteter Dinge albizieheia Erwischt er' zu irgeneiiner Tageszeit-eine der zahliiungs-pfilichtigen Persönliahikeiten durch einem um- ,glüdkseligen/Zufäl 1, sei ist 'er den ‘ärgsten Vordäohifciguinu gen amisgesetet. Jeder ehrsame Hausvater erlkonint im dem Gaskassier mit u«nfeihl!bairer Sicherheit jenen Schwilradler, welcher — im* betrügerischer Absicht —. Die schönstem Phobograip-hiien helfen. michltis, nicht einmal, wenm man sie Lidh-tbilder nennt, -denn die AehmilSichlkeit Avird frech * gellieuginet. Empört macht steh denpflichtbewußte Staatsbürger auf, um den . nächsten Sicherbeitswachmatnn aufzuisiuchen, der den Giaiuner verhaften scüll.’Zuim Glück ist, der:nächste' Sic'herheitswachman-n immer selbr weilt. Er kämm zwar nicht mähr rechtzeitig einitreffen um den . Verdächtigen im Gewaihr- -sam zu nehmen, aber -der wackere Hausvater entgeht doch der Notwendigkeit, Gaisdiepot zu zahlen. Bis er wirklich einkassiert sein wird, steht die Krone so weit redhits vom Dezimalprnmikt, daß man sie nicht mehr findet.- - Vorläufig sind wir noch nicht so weit. Zwei nind eine halbe Großbank so-llen sich bereit erklärt halben -^seinerzeit — unter gewissen Kautelen — Zäh-lumigsibedimgiimgen nach eigener Waihil —Die andern warten.-Sie stehen auf dem Standpunkt, daß die Forderung -der Gemeinde vollauf berechtigt isf. aiber zahilem sollen zuerst die andern. Ein edler Wettstreit an Bescheidenheit ist in Wien emitbrammt, und jeder sagt artig zum Nachbarin: nach I-hmen, mein Herr. Kater Murr. Eine Begegnung zwischen Lloyd George und Poincarä. Paris, 3. Jänner. (Wolff.) Lloyd George, der nach« mittags Cannes verlassen hat, wird morgen in Paris eine Unterredung mit dem neuen Ministerpräsidenten Pöincarü haben. Nach dem „Intransigeant* hat Lloyd George auch den Präsidenten der Republik Millerand um eine Unterredung gebeten. * Trauerandacht für Adolf Stand. Anläßlich der Wiederkehr des Todestages von Adolf Stand veranstaltet das Zionistische Landeskomitee gemeinsam mit der sephardisch-türkischen Gemeinde am Sonntag den- 15. d. Ai um 5 Uhr abends im Tempel der sephardischen Gemeinde, II., Zirkusgasse, eine Trauerandacht Die Trauerrede in hebräischer Sprache hält der Rabbiner der türkischen Gemeinde Nissim 0 v a d i a, in deutscher Sprache Dr. Chaim Tartakower. Kantorale Funktion Oberkantor Gutmann mit Begleitung des Chores der türkischen Gemeinde unter Leitung des Dirigenten L ö w i t. * Kultusgemeindewahlen in Neusatz. Bei den Wahlen in die Kultusgemeinde von Novisad (Neusatz), Jugoslawien, welche unter einem heftigen Wahlkampf stattian den, wurden neun Zionisten gewählt. * Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich. Sprechstunden des Refenten Dr. N. M. G e 1 b e r jed&i Montag zwischen %6 und Va7 Uhr im Bureau des Landeskomitees, II., Zirkusgasse 33, sonst telephonisch täglich zwischen 11 und 12 Uhr vormittags 41-6-30. * Tüchtiger Buchhalter für drei Stunden täglich wird gesucht.- Vorzustellen beim Zionistischen Landeskomitee, 11., Zirkusgasse 33, in der Zeit von 11 bis 12 Uhr vormittags. ■ * Beendigung des Krankenkassenärztestreiks. Nach wiederholten schwierigen, vom Bundesminister Dr. P a u e r geführten Verhandlungen gelang es gestern, eine Einigung zwischen dem Verbände der Krankenkassen Wiens und Niederösterreichs und dem Vereine der Kassenärzte zustande zn bringen. In prinzipiellen und finanziellen Fragen haben beide Teile weitgehendes Entgegenkommen bewiesen; die wirtschaftlichen Verhältnisse der Aerzte und der Krankenkassen haben tunlichste Berücksichtigung gefunden. Die Aerzte haben einer Steigerung der Bezüge nach Maßgabe ihrer Leistung zugestimmt. Der Dienst wird von den Aerzten am Montag den 16. d. M. ordnungsgemäß ausgenommen werden, so daß alle Krankenkassenmitglieder von diesem Tage an sich wieder an ihre bisherigen Rayons- und Spitalsärzte wenden können. * Oesterreichisclies Kursbuch, ln den nächsten Tagen erscheint die die neuen Fahrpreise enthaltende Jänner-Ausgabe 1922 des Oesterreichischen Kursbuches (Eisenbahn-, Kraftwagen- und Schiffahrtsverbindungen in der Republik Oesterreich, Reisewege nach den benachbarten Gebieten). Offizielle Ausgabe, herausgegeben von der Postsektiou ira Bundesministerium für Verkehrswesen, Preis K 400. Zu beziehen durch jede Buchhandlung und Tabaktrafik sowie durch den Verlag der Staatsdruckerei, Wien, L Seilerstätte 24. ' * „Hundert Millionen für das Caf6 HeinrichshoL* Zu unserer Notiz unter obigem Titel vom 12. d. M., die “der „Börse“ entnommen war, schreibt uns Rechtsanwalt Dr. Mgrcell S 0 k a I: Meine Mandanten haben das Cafe Heinrichshof weder verkauft, noch beabsichtigen sie das Kaffeehaus zu verkaufen, am allerwenigsten jedoch um den Betrag von 100 Millionen Kronen. Im übrigen beruht die Erwähnung der Wiener Pelzmodenwerkstätte im Zusammenhänge mit meiner Mandantin auf einem Körnchen . Wahrheit, da tatsächlich. Unterhandlungen wegen des gemeinsamen Betriebes beider Unternehmungen in einem Lokale schweben, die aber noch lange nicht zum Abschluß gelangt sind. * Einbruch bei einem Juwelier. Beim Juwelier H 0 c li f e l d e r, Wailensteinstraße 40, wurde gestern eingebrochen. Gestohlen wurden zwei goldene Herrendoppelketten, vier goldene Durchzugsketten und zwei goldene Armbanduhren im Gesamtwert von K 250.000. * Pelze um 6 Millionen Kronen gestohlen. Gestern nachts wurde das Pelzwarengeschäft S. R osenberger, 1., Bauernmarkt 11, erbrochen. Die Täter haben Pelze im Wert von zusammen 6 Millionen Kronen gestohlen. T Falsche Pfund-Noten in Wien. Am 12. & M. er-; schien in einer Weöhiselshulbe . der Vonkehrsbamk auf -dem 'Kär.nitrnerri-n'g ein Mainin und legte izwei Noten zu fünf Pfund zur Einwechslung vor. Als triam efkamnte, daß die Noten - falsch sind, bestand der Matm, ein' Privatbeamter Edmiumd B. selbst -daraufdaß man die ■ Polizei versta-nid&ge. Er hatte die Noten , vom einem Miagi&fcr der Pharmazie am 11. d. M. im 'Cafe .Silier' er-. liäUejn!,,'tiitid aiu-di der Magister hatte in gutem Glaubehi gehandelt, und die Art, wie er zu den Noten gekommen! istfdilgendermaßen mitgeteiilit: Da er slawische -Sprödheit splriieihtj war er am Ti. d. M. von zwei Markören dels Kaffeehauses angegangen worden, einem Gast, der sieii für den Tabaikfabrilkicunten Jordan A n g e 1 o w aus Sofia ausgab, als Dolmetsch zu dienen. Dieser Ariigelow. felitie1 ihm dämm miitgetoiilt, er besitze m>u,r Pfuind-Noten und’sei nicht in der Lage, seine Zeche zu bezahlen. Der Magister möge ihm die Noten wechseln. Dieser wandte sich mun an den Priv-atbeamten, der dann auch die. Noten zu je fünf Pfund Sterling um K 270.000 kaufte, und,, wie ob en berichtet, , sic, in der Bank rin wechseln' wollte. Durch die Erheb innigen wurde festgestellt, daß -die Nöten von zwei Männern stammen, die seit dem 27. Dezember in'der PensionSAnmia« in der iBerggasse 17 gewoihn-t halben und gestern mit dem Schnellzug nach Büda/pest - sbgerrists’ihdi '•• Der eine ist' der ZigorrenfaiWikairit Jordan T W ä 11 o.w, am 11. Maf .891 z.u Sofia, geboren, untcirsetztp mit* schwavzei Haaren^ schwarzem, gestütztem Sch-murbart und. fiimstertm Aussehen, der zweite ist der Kaufmann. Christoph P a p u z i o, ah» 18. August 1895 zu Milkonais in Griechenland geboren, nach.‘Saloniki zuständig, mittelgroß, mit schwarzem, gewelltem Haar umid schwarzem, gestutztem Schniur- •bart; Ihm fehlt das rechte Bein und er trägt deshalb eine schwere Me-scsiiigkrüdke. Beide siu\d riegamt gekleidet. Die Beiden sollen auch andere Pfumid-Note-ri Um wäre zu .«jj t 4154

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