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Wiener Morgenzeitung · 1922-01-13 · Heft 1062 (13.1.1922) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1062 (13.1.1922)
Date
1922-01-13
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 1062 Wien, Freitag WIENER töORG£NZETttffi<3 f3. Jänner 1922 Seite~3~ ff50 Prozent erhöht und für Köhlern die erhöhten Frachtsätze .des Spezialtarifs III gerechnet werden, vorausgesetzt, daß mindestens', das Ladegewicht eines Waggons in Bereohnrnng fcoimimt. Die Zuschläge für die Benützuintg dier D-Züge erfahren gleichfalls eine Erhöhung um Zvo PrSizent. Die Tarife für die Lnxussüge werden das Doppelte der D-Züge betragen. Auch .die Preise aller S 11 eckenkarten werden UM ZOO PröizCnil gehoben. Die bisherigen FraichtämsPähmSitarife werden um 150 Prozent erhöht, mit Ausnahme von Obst und Kofhile. Der Auisnahmstatrif tür Obst wird überha-upi anfgehidbön, die bestehenden Sondertarife für Bier, Fett, Zucker, Fleisch, Getreide, Mähliprodukte, Hülsenfrüchte sowie die Frachtermäßigung für Knoblauch und Zwiebel sollen entfall!eh. Der Eriarag der neuen Farifm aß nahmen wird auf 8^4,3 Milliarden berechnet, hievon sollen 69 Milliarden aius dem Güterverkehr, 15,3 aus dem Personenu^d GepäclksverikChir atufgebracht werden. Der neue Gütertarif wind das i4Sofache des Tarifs von 1914 darstellen. I-m Hauptaussefruß entwickelte sich, eine. lebhafte Debatte, so daß die Beschlußfassung auf heute verschöben Werden mußte. Der Vertrag von Lana. Mit Berufung auf die Tiroler Landesregierung fordern die »Innsbrucker Nachrichten« . die Wahlberechtigten Tirols zu einem Plebiszit über den Vertrag von Lana auf. Der an den Tiroler Landtag gerichtete Antrag hat folgenden Wortlaut: »Der Landtag wolle beschließen: Gegoti den zwischen der tschecho-slowakdsohen Republik und der österrcichi&cheu Republik geschlossenen Vertrag erhebt der Tirclet Lsndtag schärfsten Protest und beschließt, die Landesregierung aiufzufordom, geeignete Schritte bei der Bundesregierung in Wien iu unternehmen, damit dieser Vertrag vön der Bundesregierung nicht dem österreicfiiiscihen 'N-aituontälrat zur Ratifizierung vorgelegt wende.« Damit dieser Gesetze»antrag dem Landtag zur geschäftsordfiungsmäßigen Behandlung vorgelegt werden kann, ist nach der Laüdesiötfdnung die Zustimmung von ro.000 Wählern notwendig. Die »Innsbrucker Nachrichten« hoffen, diese Zahl auf- Bubrifl'gen. Abgeordneter Dr. Diiighöfef gegen eiiiö Rädaupoiitik .der Gfößäöütsch&ii. Linz, 12. Jkmet. In einer großdeutschen. Vertraucnsmänfi'efversämmluhg referierte Präsident D*r. Dinghöf er über den Vortrag von Läua. Er erklärte, daß die Beurteilung dieses Vertrages in de£ C)ef£eti'tliöbkeit, Selbst in verschiedenen Kreisen der Grdß deutschen Voiksipärtel/ sehr bersch ife d e h sei. Nach döfl Aüisführ'uingeh des Präsidettit&n ß<r. Dinghöfsr Wörde, wie die »'lagbSpost« meldet, die Entscheidung überdie Haltung der Gfößdeiitsthet/ Vdlkapäiftei zürn Lanäät V Vftfäg in der RcicJisparieilifeng iUi Wi&fi älii!=?. d. M. fäiKCn. Präsident Dr. Dinig-höfef gezeichnete für seirae Person das Abkommen in der heutigen FoMi für üktaninehmbäir; ©s müsse def Weg dbr sachlkhön Beüirteilüftg eingesdhilägon Wetdefl, der äücfh zü dem SHvün'Sighteiii Ziele fülhirein könne, öHne Sine RegierUingS-krise hervotrzünufeii. Df. Diftghöifer Verwirft den Weg der Opposition uhi jeden Breis, dönlft die heutige. Zeit verlange vor allein Arbeit und nicht bloß Kritik. Der neue tschechoslowakische Gesandte in Wien* Der ftiefue tsöh«öho*slöwak4sehe .GoSämdfte in Wien D.f, K'ämil Kröftä wird he-Uittz.dem Präsidenten der österreichischeifl Repmblik Dokit/ar Hai niscib seine BöglaubigiMgfr&chreibein., üborrei'öhen. Der «ioue Gesandte wart mt seiner Berufung «taich Wien Gesandter der tsahechö-BlöWSkisöheft Republik beim Vatikan*, Di*. Kamil Kitföfta,' wurde im Jahre i8?6 in Pilsen gebfiifön, ato&cilivi©riie das Gymnasium in seiner Utzimatstadt uM die historischen Studien auf den Üniversitäton Lu Prag (als Schüler des Professors Dr. Göll m& Df. Rezeks) und in Wien, wo e>r unter Mühlbacher, Zsißberg, Redlich, D'Otpsdh und WkMuoff. studierte. In Wien war Dr. ICnofta Ordontliehes Mitglied des Insitltuts für die östenreichisehe Geschiehb&faröchuiftg,. Aus der Feder Dr. Kamil Knoftas stammen mehrere histtorische Sehriftein und Publikationen sowie eiine gamze Reihe von AbbandHvngon, welche in 'zahlreichen tschechischen wiasen'schäftlichen Revuen und historischen Zeitschriften veröffentlicht Wurden. — Der Viinter des Gesandten Kräfte, Df. Josef Krofta (1^45 bis 1892), lebte in Pilsen, wurde 1876 in den böhmischen Landtag und später ätuicih in den ösitorreidhdschen Reklbsirait gewählt, w>0 er mehr als ein Dezennium tätig war, Der neue jugoslawische Gesandte» Die offizielle Ueberreichung des Akkreditivs durch den neuen Gesandten des Staates S. H. 8. Popovic findet zu Beginn der nächsten Woche statt. Bald darauf dürften die Verhandlungen zwischen der österreichischen und der jugoslawischen Regierung beginnen, die eine wirtschaftliche und politische Verständigung bezwecken. Tschecho-Slowakei. Der Grenzvertrag mit Oesterreich angenommen» Prag, 12. Jänner. Das Abgeordnetenhaus hat heute den tschecho-slowakisch-österreichischen Grenzvertrag vom 10. März 1921 in zweiter Lesung angenommen» Das Defizit im Nachtragsbudget der Tschecho-Slowakei. Prag, 12» Jänner. (Intel.) Im Nachtragsbüdget für das Jahr 1022 war ursprünglich ein Defizit von 2915 Millionen österreichischen Kronen vorgesehen. Da sich jedoch der Ertrag der Steuern um 1900 Millionen erhöhen dürfte, wird das Defizit des Nachtragsbudgets nur eine Milliarde österreichische Kronen betragen. Der tschechisch-polnische Vertrag in Frage gestellt. Prag, 12. Jänner. Wie die Blätter melden, sei die Frage von Javorina durch die Agitation der Polen zu einer Prestigefrage Polens geworden. Die Nachricht über einen Tausch' von javorina gegen Polnisch- Teschen sei unrichti g. Es sei wahrscheinlich, daß $ k i r m u n t infolge dieser polnischen Agitation und desgleichen auch der tschechisch-polnische Vertrag fallen werde. Ministerpräsident Dr. Benesch habe auf eine/Anfrage der koalierten Parteien bezüglich der Frage Javörinas geantwortet, daß über den polnisChtschechö-slowakischen Vertrag hinaus keine weitergehenden Verpflichtungen vörliegeiu Abgeordnete Jung und Baeran wegen Hochverrats verfolgt. Prag, 12. (Jänner. Das BrÜnner Öberländesgerichr hat die Auslieferung der Abgeordneten Jung und Baeran Wegen Hochveräts, dessen sie Sich in einer Versammlung in Wien am 6. Mal 1921 schuldig gemacht hätten, verlangt. Rechtshilfevertrag mit Deutschland. Prag, 11. jänher. (Tel. de? „Wiener Mofgeü- Z6itüng“») Gestern begännen hier unter dem Vorsitze des Sektlöhschefs Dr. Spiro die Verhandlungen mit dem Deutschen Reiche über die Regelung der Rechtshilfe in Zivil- und Strafsachen. Die Regierung des Deutschen Reiches vertreten bei diesen Verhandlungen Gesandtschaftsrat von B a l i n g ä n d und Geheimrat Volkmar* $ Eine diplomatische Schmtiggelaffäre. Prag, 11. Jänner. (Eigenbericht der „Wiener Mörgenzeitung“.) Die Behörden sind Vor zwei Tage i einer Bande von Schmugglern äuf die Spur gekommen, die in einer rätselhaften Verbindung mit der tschecho-slöwäkischen diplomatischen Mission in ' Moskau stehen. Die Kuriere dieser Mission H r uska und Pecha, die zwischen Moskau Und Präg mit versiegelten diplomatischen Paketen fahren, haben in diesen Paketen . näfch Böhmen gestohlene Bilder Und Teppiche aus Rußland im Werte von Millionen gebracht, welche Gegenstände dann nach Frankreich befördert und dort verkauft wurden. Es ist aber ausgeschlossen, daß die Schuldigen die genannten Kuriere sein könnten, weil sie, die Pakete bereits versiegelt übernahmen Und Weil das Recht, die Pakete Zu siegeln, nur entweder der Chef selbst oder einer seiner Sekretäre hat. Der Führer der Diebsgesellschaft, ein gewisser Johann 0 r s z a g, bezahlte für die Düfchscftmuggeiuftg einer Sendung tschech. K 30.000, . Jugoslawien» Eine politische Verlobung» Belgrad, 12. Jänner. Zur Verlobung des Königs A1 e x a fi d e t mit der Prinzessin Marie von Rumänien, schreibt die „Tribunä“, daß diese große politische Bedeutung habe. Die Allianz zwischen Serbien und Rumänien habe nicht nur Bedeutung für den politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbau Mitteleuropas, sondern auch für die Neuordnung de? Verhältnisse auf dem Balkan, dis geregelt werden müßten, ohne daß eine andere europäische Macht sich einmischt. r.T.S\ fc* JOB Polen. Lutöslawski gegen Pilsudski. Warschau, 10. Jänner. (Tel. der „Wiener Morgettzeitung“.) Der Hetzantisemit P. Lutöslawski tritt in der „Gazeta Warszawska“ in einem scharfen Artikel gegen „Das Belvedere* (Sitz des Staatschefs) auf, das der polnischen Gesellschaft einreden wolle, daß Frankreich gegen eine Inkorporierung von Wilna an Polen sei. Solche „Intrigen“ könnten in Genf wirken, wo der Jude A s k e n a s e Hand in Hand mit dem Judenfreund B a 1 f ou t eine, antifranzösische Politik betreibe. Das reue Wehrgesetz* Warschau, 12. Jänner. (Tel.-Komp.) ln der gestrigen Landtagssitzung wurde ein neues Wehrgesetz angenommen, welches die Dienstpflicht im aktiven Heere mit zwei Jahren normiert und den Friedens* stand der Armee mit 250.000 Mann feststem Sequestrierung der Güter der Habs* bürgen Warschau, 12. Jänner. (Tel.-Komp.) Der Minister*« rat hat in seiner letzten Sitzung einen Gesetzentwurf, betreffend die Uebernahme aller auf polnischem Gebiet befindlichen Güter der Habsburger in Staatsbesitz, angenommen. . Ungarn. Die Lösung der Judenfrage* Budapest, 12. Jänner. In der heutigen Sitzung der Nationalversammlung nahm Abgeordneter Hegedüs Stellung der Juden frage und forderte deren rascheste, energischeste und radikalste Lösung. Komödie, Budapest, 12. Jänner. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Zwischen dem Justizmi ister Tömcsanyi und dem Abgeordneten Rakovszky wurde heute vormittags ein Säbelduell ausgetragen. Die Gegner stießen zwei, mal zusammen. Tömcsanyi erhielt einen 15 Zentimeter langen Flachhieb auf den Oberarm, worauf Blut hervordrang. Auf Anordnung der Aerzte wurde der Waffen* gang eingestellt. Die Gegner schieden unversöhnt Ein legitimistisches Menü. Budapest, 10. Jänner. Die Karlisten veranstalteten gestern zu Ehren der gegen Kaution auf freien Fuß gestellten bisher verhafteten Politiker ein Abendessen, bei welchem Rakovszky in einem Trinkspruch „Seine Majestät den König“ hochleben ließ und erklärte, Karl habe von einer Seelengröße Zeugnis gegeben, die ihn über alle Zeitgenossen erhebe. Markgraf.. P a 11 avic! n 1 förderte den Grafen Apponyt auf, sich an die Spitze des karlistischen Lagers zu stellen, worauf A p p 0 n y i erwiderte, wenn seine Gesundheit ihm dies erlauben sollte, werde er die Agitation leiten. Gral Andrässy sagte, es sei seine, heilige Heberzeugung, daß die Integrität von der Legitimität abhänge. Interessant war das Menü, das bei diesem Abendessen zusammengestellt worden war. Die Karte lautet: Entree pour caution — Filet de boeuf ä la Monitor — Sauce Madeire — Kaiserschmarrn -- Giardinetto de Funchal — Vin Royal — Vin hongröis de Tihany. Bethlen will mit den Legitimisten nicht verhandeln« Die frUrtiversal-Korrespondenz“ meldet aus Buda* pest** „Magyar Hirlap“ veröffentlicht eine Information aus Regierungskreisen, wonach die Legitimisten sich unter gewissen Bedingungen bereit erklärt hätten, den Kampf gegen die Regierung einzustellen. Die Regierung sei jedöCh nicht geneigt, diesen Konzessionen ZU machen, weil sie dadurch eine Stärkung der intransigenten Elemente unter den Legitimisten befürchtet* Palästina. Kein Erfolg der antizionistischen ‘ Araberdeputation* London, 1Ö. Jänner. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung“.) Im Londoner „Observer“ vorn 8. d. M* erklärt der bekannte Örientfachmann Sir Valentine G h i r 01 in einem längeren Artikel, „Britische Politik im Osten“, daß die Deputation, welche die Araber in Palästina vor einigen Monaten nach London sandten, mit leeren Händen zurückgekehrt sei* Rundschau. Die Wahlen in Wilna. Eine kritische Denkschrift» Wilna, lö, Jänner» (Tel* der „Wiener Morgen* zeitung“.) Wie „Unser Tög“ meldet, haben die seit einigen Tagen in Wilna weilenden Mitglieder der Kontrollkommission des Völkerbundes, der japanische Oberst Ta*Ta Und L a s i t s c h (Jugoslawien), Ifoit Hilfe des Advokaten Wrobl.ewski eine Denkschrift 'ausgearbeitet, weiche die Wahlen zum Wiinaer Sejm kritisiert Der „Titnes“-Korre$pontleflt. Wilna, 11, Jänner» (Tel» der „Wiener Morgen» zeitung“.) Der hier weilende Korrespondent der Londoner „Times“ hat vor einigen Tagen die jüdischen Gemeindevorsteher besucht und sie um die Steilung , der Juden zu den Wiinaer Sejmwahlen befragt Er bekundet ein besonderes Interesse für den Standpunkt der Juden in der Wiinaer Frage und will auch die Rückkehr der führenden jüdischen Persönlichkeiten, die noch in Warschau weilen, abwarten, um sich über ihre Verhandlungen mit der polnischen Regierung zu informieren. . / „Dwa Gfoszy* hetzt* Warschau, 10. Jänner. (Tel. der „Wiener* Morgenzeitung“.) ln einem Artikel, über, die Wiinaer Regenmäntel Memsnunä ätamonw&seito» Toset!t* ums sttss «FSSEf.PKS-S'.lg uncS billigst Im Warenhaus Oiiler Schiffmann En gros m En detail

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