Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1053 (4.1.1922)
- Date
- 1922-01-04
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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•Nr. 1053 Wien, MiUwocll «. ' AVIENER MORGEHZjglTUNG 4. jänner 1923 — ■ ■■■■"■■ —— w»~ I^i-wrini «r-■ mit-ii .■ ■ > > —. - ... - Seite 5 -- Jftadh, dem vollendeten 22 Lebensjahr K 8000, für .weibliche Arbeiter bis rum .vollendeten 22. Leibemiajalir K 4000 für weibliche Arbeiter ‘ nach dem volieniäieteii 22. Ldbensjalitr K 6000. Auf dlie oibenerwähinten Löhne äst iin jeder Kategorie und für jede Lo'bnv/oche der EMornates Jänner noch eine in die vertraglichen; Bezüge ''yicht einrechenhaTe Zulage von K 1000 zu bezahlen. Das ' .vertragsmäßige Zehrgöld ,wunde anf K 200 erhöht. Alle; übrigen Bestimmungen des; Kolle'lctiwertrages vom ('27. April 1921 und 11. Noyenijber, 1921 bleiben , aufrecht Die neuen Löhne werden erstmalig am 7. d.'M. ausbezahlt. v . . . Entfallender Empfang; Mittwoch den 4. d? M. und; Donnerstag den 5. d. M. entfällt der übliche Empfang beim Bundeskanzler Schober. * Richtpreise für Alkoholessig. Die neuen Richtpreise werden mit Wirksamkeit vom 2. Jänner wie, folgt •festgesetzt: 1.für den Verkauf von Essigsprit: a) bei Abgabe in Mengen über 2500 Liter für 10bigen Essigsprit. K 20.950 für 100 Liter, für 7 Va^oigen Essigsprit K 15.710 •für 100 Liter, für 5°/0igen Essigsprit K 10.475 für 100 Liter; sb) bei Abgabe in Mengen bis zu 2500 Liter für. iO°/0igen iEssigsprit K 22.000 für 100 Liter, für 7Va°/oigen Essigsprit K lb.500 für 100 Liter, für 5°/pigen Essigsprit K 11.000 für 100 Liter; a) und b) ohne Verpackung ab Erzeugungsstätte. > 2. Für den Verkauf von Speiseessig (Tafelessig) mit einem Mindestgehalt von 3°/0 Essigsäurehydrat bei Abgabe: a) an : Wiederverkäufer ab Erzeugungsstätte K 7000 für 100 Liter, :b) an Wiedervetkäufer einschließlich Zufuhr K 8000 für 100 Liter; c) an Selbstverbraucher ab Erzeugungsstätte K 80 .für 1 Liter; d) an Selbstverbraucher durch Kleinhändler K 96 für 1 Liter; ad a) bis d) ohne Verpackung; * Konzessionszwang für das Versteigeruhgsgewerbe. Das Bundesgesetzblatt verlautbart eine Verordnung des Bundesministers für Handel und Gewerbe, mit der das Gewerbe der Versteigerung beweglicher Sachen an eine Konzession gebunden wird. . Zur Erlangung - der Konzession wird der Nachweis . genügender allgemeiner Bildung, ünd sofern . es sich um .eine Berechtigung zur ‘ Versteigerung von - Sachen . von künstlichem, historischem oder von Sammlerwert handelt, auch entsprechende .Fachkenntnisse gefordert. Der gleichzeitige Betrieb anderer Gewerbe unterliegt der Bewiligung der Verleihungsbehörde. Der gleichzeitige , Betrieb des Trödler- .oder des Pfändleihergewerbes1 ist verboten. i * Die Privatstunden für Mittelschüler. Der Pfiichtverband der österreichischen Mittelschullehrer hat be- >schIossen, das Honorar für Privatstunden zu erhöhen und zwar auf K 700 für eine Stunde. in der Wohnung des Lehrers und K 900 für eine Stünde in der Wohnung des Schülers. * Begräbnisse am heutigen Tage. Alter Friedhof: 10 Uhr Brill Diana, 10 Uhr 30 Min. Konried Sidonie, 11 Uhr Weinst e i n Fanny. — Neuer Friedhof: 10 Uhr L ö b 1 sc h Wilhelm, 11 Uhr John Walter, 11 Uhr 30 JViin. E 1 b 0 g e,n Marie. * Kevär ins Irrenhaus überstellt. Wie aus Bu dapest gemeldet wird, gab ein Individuum namens Ibrahim .Georg K 6 v e r im Herbst vorigen-Jahres auf der Galerie tier"Nationalversammlung 'Schüsse, ab. Bei seiner, Festnahme behauptete er, er habe den Präsidenten der Nationalversammlung Rakovszky ermorden wollen. Ein ärztliches Gutachten erklärt Kever , als gemeingefährlichen Irrsinnigen. Die Staatsanwaltschaft hat .verfügt, daß Kevör in einer Irrenanstalt untergebracht werde. •Diebstahl. Der Luise Groß, Praterstraße 35a,' wurde eine goldene Damenarmbanduhr, mit dünner Gliederkette, einfachem, dünnem Deckel, gelbem Zifferblatt, arabischen Ziffern und 22 kleinen Brillanten rings um das Zifferblatt, K 500.000 wert, gestohlen.. * Einstellung der Schnellzüge Ostende—Wien. Die deutschen Reichsbahnen stellen, wie bereits vor einigen Tagen angekündigt, wegen andauernder Kohlennot von Donnerstag den 5. d. M. an den Verkehr der D-Züge Ostende—Wien in der Strecke westlich von Püssau ein. Vom gleichen Tage au werden auch ' die österreichischen Anschlußzüge D 401 und D 402 (Wien-Ostbahnhof ab 7 Uhr 23 Min., Wien-Ostbahnhof an 23 Uhr. 03 Min.) , bis auf weiteres unterbleiben. Die an diese Züge anschließenden wöchentlich viermal verkehrenden Schnellzüge D 109 und D NO Wiep-Ostbahnhof—Budäpest-^Bukarest bleiben im Verkehr; äh Steile der. durchlaufenden Wagen I. und U. Klasse Ostende—Bukarest und ■Amsterdam—Budapest, führen sie durchlaufende Wagen I. und II. Klasse und Schlafwagen Wien-Ostbahnhof—Budapest—Bukarest. Für, die Dauer der Verkehrseinsteilung der D-Züge Ostender- Wien entfallen bei dem Orientexpreßzug östlich von Wien die Schlafwagen Ostende—Bukarest und Amsterdam— Bukarest Expressionistische Redoute des Akademischen Vereins jüdischer Mediziner. Heute, 1/ß Uhr abends, findet im Sophiensaal die obige Redoute unter der Devise „Iin Hause des Doktor Gaudeamus“, statt. Wenig restliche Karten im Vereinslokal, IX., Währingerstraße 15, und an der Abendkasse. Vereine, Vorträge und Versammlungen. Die p. t. Vereine u n d K 0 m i t e e s werden benachrichtigt, daß Notizen uud Mitteilungen über Veranstaltungen, bei denen Entree eingühoben wird (Bälle, Tanzunterhaltungen, Feiern, Konzerte usw.), nur gegen Vorausbezahlung der tarifmäßigen Gebühr Aufnahme finden können. Ersuchen um unentgeltliche Aufnahmen können wegen der Sehr hohen Papier- und Druckkosten in keinem Falle berücksichtigt werden. Jüdische T 0 y n b e e - H all e, XX., Denisgasse 33. Heute, präzise 7 Uhr abends, Vortrag Rabbiner Dr. David Feuclitwang: Spinoza. — Samstag,-^4Uhr nachmittags, Märchenvorlesung Emmy Klaub e r, mit anschließender Kinderjause. — Abends 7 Uhr erstes Konzert Hakoah-Quartett Eigenfeld. — G e Seilschaft für Sam m lung und IC onserv i er u n g v 0 n Kunst- und h i s t 0 r i s c h e n Denkmälern des J u dentums, Heute, Va? -Uhrnachmittags, ordentliche Generalversammlung. Anschließend Vortrag Universitätsprofessor Dr. W. Jerusalem: Spinozaund das Judentum. —Sozi a l pädagog Fs che Gesellschaft. Freitag, 13. Jänner, 7 Uhr, im Anatomischen Institut, IX., Währingerstraße 13 (Erdgeschoß), Dr. Egon Schönhof: Warum ist Rußland so reich an Mitteilungen aus d§ti| Publikum, Echte Jigerwische Ä Albert Matsner, Wien, J.,KöhItnessergasse8 Biilliitn Peilet 1 ■ Zugang Kärntrierstraße .....1110,111 - . , . falsche Zähne - - kauit -von Händlern, Juwelieren, Zahnärzten und Privaten WeBtffima Juwelier RABINOWITSCH 7W8!□, MahEerstraße Nr. 5 II., Hoflancfstraße Nr. 3 Telephon 3541 (frühere- Stephaniestraße) Haltestelle Opernring Telephon Nr. 45146 Man beachte die große Straßenuhr Samstag geschlossen im eigenen Hause Nr* 3 5820 IBBBIBOI1IIIBBBIBIIBB ES B BBIB BEI BIIBBBBIIIBI B B B ■ B ■ ' B B B B B B B B ■B B a BB Zionistische Sektion Innere Stadt imiiiifiimiiiiiifiiEüiiimiiiiitiJiiiitiiaiiiimsiiiimiiiiiiiiuiiEiiimiifmiiiiuu Moraon, 5. d. M., im Festsaale des kaufmännischen Vereines, - L, Johannesgasse 4 mit anschließendem Tanz Mitwirkend: Berta Hammer (Wiener Stadttheater). Oberkantor Cer&on MargulEes etc. — Beginn-8 Uhr abends HiftiüiiiiiiiiHiiimiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiimniBiffiiiiitiuiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiitiiii Restliche Karten sind erhältlich bei: Dir. Duschinsky, I., Hoher Markt3/II,S.Rubel,lI.,Taborstr.';Lassinglelthnerpl.2,Tel.43-4-41 '5841 IBBIBBBBBBIBBIBBBBB1BBBBBBIBBBBBI1 -B B -B B B B B B IB B B B ■ B H B BB Ihre Mitwirkung haben u. a. zugesagt: Dir. Deutsch, Frau Weintraub, Herr Kolo Jölovic, Frau Rosa Fregoli, das Heitere Quartett des Jüd. Gesangvereines, Frl. Lilii Klepner, Herr Willi Mendel, Herr Erich Wolf, Herr Dr. Rieß. 5840 Anschließend Tans (Kapelle: HerISnger) Zugunsten armer jüdischer Kinder. : Abendtoilette, ISdische MgeseilsU 9!mM u. Ompiiang veranstaltet Donnerstag, 5. Jänner 1922, 8 Uhr abends, im, Prachtsaale des Deutschmeister- Schützenhauses, VIII., Albertgasse 43, einen . Märtyrern der Freiheit? — Gesamtverband h'ebräischer Studenten T:arb.uth. Heute um V27 Uhr aßends, Cafe Klinik, IX., Spitalgasse-Lazarettgasse, feierliche E r ö f f n u n g des hebräischen Lesesaals. Der palästinesische Schriftsteller R. B injamin wird aus noch ungedruckten Schriften lesen. — Verein j üdischer Hörer inder Hochschule für Bodenkult u r. Morgen keine Zusammenkunft der Palästina-Sektion. — Jüdische T i s e.h g e s e i I Schaft L a n d s fr a ß e. Nächste Zusammenkunft morgen, 8 Uhr abends, im Cafe Gartenbau (Souterrain). Gäste willkommen. — Jüdische Tischgesellschaft Alse r s t r ,a ße , und Umgebung veranstaltet Donnerstag den 5. d. M. um '8 Uhr abends ira Prachtsaale ' des Deütschmeister- Schützenhauses,. VIII., Albertgasse1 43, einen Festabend unter Mitwirkung hervorragender . Kunstlcräfte mit anschließendem Tanz zugunsten der jüdischen. Kinderfreunde und des Vereins Zukunft. — J u g e h d v e r ei n Ahaw a t h Z j o n,. II., Kleine Zufährtstraße 160. Heute, *48 Uhr abends, Komiteesitzung. — Samstag, 7. d. M., 6 Uhr abends, ordentliche Generalversammlung. Tagesordnung 1. Rechenschaftsberichtsbericht. 2. Neuwahlen. 3. Zukunftsprogramm. 4. Keren Kajemeth (Jüdischer Nationalfonds). 5. Eventuelles. — Zionistische Bezirkssek'tionBrig i 11 e n a u. Vereinslokal nunmehr im Cafe I m mergut, XX., Gaußplatz 11. — Mittwoch und Samstag Zusammenkunft. - J u g e n d g r u p p e d e r, Bezirk ss e k t i o n Brig i"t t e n a u. Samstag den 31. Dezember wurden bei der abgehaltenen Generalversammlung gewählt: Obmann M. Klanfer, Obmannstell Vertreter H. Beck, Schriftführer F. Luft, Kassier Rosenzweig und Nationalfondsreferent Nagler. - 5 i nRepräsentationsf est der jüdisch e n1 K ü n s 11 e r. Für die am 12. d, M. im Kursalon von der Künstersektion der Vereinigung jüdischer Forscher, Schriftsteller und Künstler Haruach veranstaltete erste jüdische Künstlerredoute — unter der Devise „Der Turmbau zu Babel* - gibt sich regstes Interesse kund, Den Besuchern c’es Festes sei mitgeteilt,v daß die Künstler ah, jedem Dienstag und Donnerstag von 10 bis 12 Uhr vormittags im Atelier des /Bildhauers L ö w, 111., Bec-hardga s s e 17, vollkommen u n e n t g e 11li c h Kostüme, die mit billigsten Mitteln herstellbar sind,' entwerfen, wo auch Gruppenanmeldungeii entgegengenommen werden; Beschränkter Kartenverkauf bei den Damen des Komitees, in der „Wiener Morgenzeitung“ (II., Taborstraße 1) und bei Löwiit (I., Rotenturmstraße 22). Der Bethausverein Tefilath Jeschur u n unter der. Leitung der Vorstände Bankier Bernhard Meyer und Herrn M. Wäldmann veranstaltete in Verbindung mit der Religionsprüfung der Schüler e^pe Chanuka-Feier. Die Festrede hielt Rabbiner Dr. G r u n w a 1 d. Die Kinder erhielten Pakete mit Liebesgaben, beigeste.Ilf vom Bäckermeister Josef Geller und Restaurateur Eisler. . Urania. Heute, */a3 Uhr (Großer Saal) Schülervortrag: Ein Spaziergang durch das alte Rom. Leben und Treiben Im Hamburger Hafen. — 5 Uhr (Großer Saal) Der Kampf mit den Berge; I. In Sturm und Eis. — V26'Uhr (Kleiner Saal) Dr. Helene Anderle: Physiologie und Hygiene der Frau, V. — '/,6 Uhr (Kurssaal) Ilse A r 11: Wärmewirtschait, Kräftewirtschaft und Abfallverwertung im Haushalt, I. — Vs6 Uhr (Klubsaäl) „ Gesangspädagogin Gisela K r ü k 1: Volkstümliche Vorträge ' über Gesangstechnik, VI. — V38 Uhr (Großer Saal) Das schöne Land Salzburg. — ilß Uhr (Kleiner Saal) Leopold B 1 a h a: Kalkutta, Benares und Ällahabad. — VjS Uhr (Kurssaal) Dr. Richard Krämer: Das Auge und aas Sehen, VL — J/«8 Uhr (Klubsaal) Literarisch-musikalischer. Abend. Ernährung. Der Marktbericht. Die geringen Zufuhren auf dem Schlachtvieliniarkt in St. Marx hatten ein. neuerliches Emporschnelleh der Lebendviehpreise zur Folge, die gestern bereits im Groß- und Kleinhandel in der Großmarkthalle ihre AVirkung ausübten. Im Engrosverkehr verteuerte, sich Rindfleisch um K 90 bis 120 per Kilogramm, im Kleinverkauf wurden Rindfleisch um K 120 bis 150, Bratenfleisch um K 200 per Kilogramm im Preise hinaufgesetzt. Bis auf Schafe, die sich um K 60 ner Kilogramm ermäßigten, blieben die Preise der übrige« Gattungen gestern unverändert. Rindfleisch kostete gesternt in der Großmarkthalle im Detailverkaiif per Kilogramm K 700 bis 1100, Braten K 1000 bis 1200. Trotz der neuer» liehen Erhöhung der Preise entwickelte sich lebhafter VeN kehr. Mit der Bahn waren angekommen zwei Waggons aus! Jugoslawien mit 8 6 Tonnen Schweinefleisch und 7'4 Tonne» Schafen, ein Waggon aüs Ungarn mit 57 Tonnen Rind-! fleisch und ein Waggon aus Polen mit 15 Tonnen Pferde-! fleisch. Der Fischmarkt war überhaupt nicht 'beschickt, die Zufuhren auf dem Geflügel-und Wildpretmarkt hielten sich! in bescheidenen Grenzen. Besser war die Beschickung der Gtunwarerimärktd mit Gärtnergemüse ausgefallen.'Dagegen herrschte Mangel1 an Kraut und Kartoffeln. »Sauerkraut hat sich neuerlich ira , Preise erhöht, ebenso wurden saure Rüben teurer. Die Erhöhung beim Sauerkraut beträgt K 16, bei den Rüben K 12 per Kilogramm, so daß ersteres K 112 im Detail per Kilogramm kostet, während sich saure Rüben bereits auf K 90 per Kilogramm stellen. Auf einzelnen Märkten wgren ge-, ringe Mengen von Kalkeiern zu K, 66 und frischen Eier« zu K 120 bis 125 per Stück zu haben. Die Bestimmung des neuen Brotpreises. Die vor» bereitenden Berechnungen und Erhebungen beim Wiener Magistrat über den neuen Brotpreis sind nunmehr so weit gediehen, daß diese Unterlagen dem Ministerium für Volksernährung vorgelegt werden konnten. - Auf Grund des § 3 des Bundesgesetzes über den Abbau der Lebenemittelzuschüsse des Bundes hat nun dieses Ministerium über den neuen Brotpreis zu entscheiden. ---;--——4^ , Freie jüdische Volksbühne .iiiiiiimiuiiiiiiiiiiiiumiuiimiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiuiiimtmtiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiimiiitiiiiii: Gastspiel im Lustspieltheatcp 4280 ' Schauspiel ln 3 Akten 7.Uhr abends: fl 19 Willi vonF. Birnko 'WW»«»»»» MST Das Theater ist geheizt! ~8B6 «■■■■■■■ Bühne und Kunst. Josef Kiss., Budapest, 3. Jänner. (Tel. der „Wiener Morgen« zeitung“.) Heute 11 Uhr vormittags wurde der in greisem Alter verstorbene Dichter Josef K i ss vom Petöfi-Hause aus# wohin die Leiche heute früh überführt wurd£ zu Grabe < getragen und entsprechend seinem letzten Willen in. dem von der Budapester Judengemeiude gewidmeten Ehrengrab neben seiner ihm vor kaum zwei Wochen in den Tod vorangegangenen Gattin bestattet. Wegen der Veranstaltung des Leichenbegängnisses wurden zwischen der jüdischen Kultusgemeinde, dem Kultusministerium und der Petöfi-GesellschafL von denen jede den Toten für sich reklamierte, langwierige Unterhandlungen gepflogen. Kultusminister' Vass wollte^ daß die Leiche Kiss' im N a t i o n a' I m u s e u m aufgebahrt und in der jüdischen Abteilung des Kerepeser Friedhofes, wo sowohl auf der christlichen als auch auf der jüdischen Abteilung die berühmtesten Männer Ungarns begraben sind, zur ewigen Ruhe gebracht werde. Mit Berufung auf Kiss’ letzten Willen sprach sich hinsichtlich der Bestattung die jüdische Gemeinde, betreffs der Aufbahrung die Petöfi- Geseilschäft dagegen aus. Auf dem ganzen Wege, den der unabsehbare Leichen« zug passierte, hatten die jüdischen Geschäftsleute ihre Geschäfte gesperrt. Bald schlossen sich ihnen auch die übrigen Geschäftsleute an. Es sprachen die Oberrabbiner Julius Fischer, Simon H e v e s i, namens der jüdischen Gemeinde Dr. Alexander L e d e.r e r, für die Petöfi-Gesellschaft der Dichter Zoltan . F e r e ncz y, ferner sprachen ein Vertreter der Kisfaltrdi-Ge- Seilschaft und der Josef Kiss- Gesellschaft" und mehrere andere. . Aus den Theatern. Im Burgtheater wird morgen „M a dam € L e g r o s* gespielt. Im Operntheater geht morgen »Die tote Stadt“ unter persönlicher Leitung des Komponisten E. W. K o r n g o 1 d in Szene. In der V.olksoper’ wird heute Meyerbeers „RobertderTeufel“ unter musikalischer Leitung von Direktor , Felix Weingartner mit Herrn Rittersheim wiederholt. Als Helene wird Fräulein Elsa von Strohlendorff vom Operntheater gastieren. Die Alice singt zum ersten Male Fräulein Huber. Ferner wirken mit Frau de Debicka sowie die Herren Kaplan, FälbI, Börin, Dörich, Dr. Kroegler, Beer, Eckner, Lazer und Weber. — Morgen wird „H offmanns Erzählungen“ gespielt. — Als nächste Vorstellung zu ermäßigten Preise geht Montag den 9. d. M. Kienzls „Evangelimann* in Szene. ~ Dienstag .den 10, d. M. gelangt zum ersten Male in dieser Saison Flotows „Mart h a“, mit Frau de Debicka in der Titelrolle, zur Aufführung. Im Deutschen Volks theat er' wurde für morgen „F l a m m e“, für Freitag nachmittags V23 Uhr, Grillparzers dramatisches Gedicht „S a p p h o“ und für Sonntag, Vz3 Uhr, Sudermanns Schauspiel „Heim a t“ angesetzt. Für die beiden letzteren Vorstellungen gelten volkstümliche Preise ohne Vormerkgebühr. ‘ In den Kammerspielen des Den Ls c Ke n Volkstheaters müssen wegen einer früher eingegangenen Gastspielverpflichtung des Herrn Ber-egi die Nachtvorstellungen von „Morphium“ am 7., 8. und 9. d. M. ausfallen. Es gelangt statt dessen die erotische Komödie „Die unberührt« Frau“ von Gabrycla ■ Zapolska zur Aufführung. Um 7 Uhr geht täglich *U n treu“ in Szene. . Im Wiener Stadttheater findet heute die Erstaufführung der Lustspielnovität „D i e Bai 1 e r Ln a d e s Königs“ von Rudolf Presben und Leo 'Walter Stein statt. Leo-poldine Konstantin gastiert in der Titelrolle. Die Rolle des Königs Friedrich IL wird von Max Grünberg als Gast gespielt, der diese Rolle am Künstlertheater in Berlin 150mal. darstellte. Die von Julius Haller inszenierte Vorstellung beginnt um.7 Uhr. — Morgen und die folgenden Tage Wiederholung von ,jDie Ballerina des Köni g s“. Öperfitheater. Von den späteren Verdis gehört nur „ATda“ ständig dem Spielplan des Operntheaters an. Sein „Falstaff“, dessen wunderbare Lustspiellei’chtigkeit in der Aera Gustav Mahler Triumphe feierte, ist in Vergessenheit geraten und wäre wohl eine Neueinstudierung wert. Auch sein „Othello* erscheint nur mehr sporadisch im Spielplan. Ein Gastpiel bot die erwünschte Gelegenheit, Leo S I e z a k wieder einmal in der Titelrolle zu sehen; er war prächtig bei Stimme und schmückte den Othello mit allem Glanze seines prunkvollen Tenors, aber auch schau- 315252 2