Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1052 (3.1.1922)
- Date
- 1922-01-03
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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‘Nr. 1053 Wien, Dienstag 'll»111 .- ' ..M rmiw ■■»w - - r .; r - f Vereine, Vorträge und Versammlungen. Hebräischer Klub. Heute und jeden Dienstag von 7 bis 8 Uhr abends Kurs über Literatur des Mittelalters. Leiter Dr.- Kaminka. Von 8 bis 9 Uhr abends Kurs für neue hebräische Literatur (Meudele). Leiter Salomon "Auerbach. Dortselbst Einschreibungen. Vortragfflr Schwerhörige. Am6. Jänner 1922 findet um 7*8 Uhr abends in der Urania .(Kurssaal) ein Vortrag für Schwerhörige statt. Thema; An* regungen zur Kunstbetrachtung. (Mit Bildern.) Vortragender: Prof. Laurenz Legi. Vielhörer in Tätigkeit. Ottakringer Vol k s heim (XVI., Kotier-, park 7). 8 bis 9 Uhr Kursbeginn Dr. Otto König: Runenlehre. — Freitag den 6. Jänner, 7 Uhr abends, spricht Dr. Paul Stefan über Gustav Mahler. Mitwirkend: Dr. Paul A. P i s k (Klavier) und Frau Konstänze K i r o w a (Gesang, II. Symphonie, U^licht). Karten von K 10 bis 50 beim Hauswart. Urania. Heute, Dienstag, 5 Uhr (Großer Saal) Urania-Film: Indien. — 7a6 Uhr (Kleiner Saal). Prof. Dr. W. J. Tomaseth: Formen des menschlichen Körpers in Kunst und Natur, V. — 1/a6 Uhr (Kurssaal) Dr.; Albert Wenisch: Geschichte der Kurzschrift vom klassischen- Altertum bis zur Gegenwart, II. — 7a8 Uhr (Klubsaal) Dr. Josef Z u t h: Iiis.trumeri'talkurs . für Gitarren- und Lautenspiel, II. — 7*8 Uhr (Großer Saal) Ing. Fritz Wilifo r t: Land und Leute, Sitten und Gebräuche in Turkestan. — 7-8 Uhr (Kleiner Saal) Direktor KarhJ ä g e r: Heitere Vorlesung. — */.£ Uhr (Kurssaal) Univ.-Prof. Dr. Rudolf Herr u ritt:- Der Rechtsgedänke' im neueren Drama, I. — %8 Uhr (Klubsaal) Dr. Josef Z u t h: Instrumentalkurs für Gitarren- und Lautenspiel, IV. - 7 Uhr (Mikroskopiersaal) Univ.-Assistent Dr. Alfred Lihb e r g e r: Anatomie der Pflanze, VIII. , Ernährung. Der Marktbericht. ‘ Die Märkte boten gestern teils wegen des schlechten Wetters, teils wegen des Montags überhaupt ein vollständig ruhig Bild. Der Absatz war fast belanglos. In der Großmarkthalle überwog infolgedessen das Angebot weit die Nachfrage und die Preise blieben unverändert gegenüber dem letzten Markttage. Mit der Bahn sind 6 Waggons mit Fleisch eingelangt, und zwar 3 Waggons aus Oberösterreich mit 19 3 Tonnen Kälbern, Rindfleisch, Schaf- und Schweinefleisch, 2 Waggons aus Jugoslawien mit 20'8 Tonnen Schweinefleisch und 1 Waggon mit 5 Tonnen Schweinefleisch aus Ungarn. Auf den Grünwarenmärkten fehlten Zufuhren von Gärtnergemüse überhaupt. Kartoffeln- und Krautzufuhren. an~denen Mangel herrscht, waren - sehr gering und trotz der geringen Nachfrage ungenügend.; , W:T. W. Rucksäcke mitbringen 1 Farben genau enthalten! Mittwoch den 4. d. M,, 9 bis 11 Uhr, orange, gelb. —- Donnerstag den 5. d. M., . 9 bis 11 Uhr, blau, grün. — Samstag den 7. d. M., 9 bis 11- Uhr, grau, weiß. — Montag den 9. d. M., 9 bis 11 Uhr, rosa, rot. U.r e j’e. |ild 1 s che Volksbühne Gastspiel im Lustspieltheater 4280 Muta.^Mds: ms Jisru®! ää l.ftBBBBSia mr Das Theater ist geheizt! TW HEHSBailBI , ‘v -- - --!-----------.. : Bühne und Kunst. . . WIENER MÖRGENZEITtrm? geringschätzige o-cter scharfkantige Wort, das man sonst bei Aslan für angebracht fand, in Dankbarkeit für diese Leistung vergessen madbeti möchte. Gewiß, man stellt sich dien Römer Coriolainus, von dem es an einer Stelle des Dramas heißt: >Die Herbheit seines Angesichts macht reife Trauben sauere, beci der Lektüre ganz anders vor. Asla-n ist elher ein hochkultivierter, bildhaft schöner Griecheals ein kriegsgewalttiger Römer, alber wie er diese Gestallt seltner Eigenart ampaßt und zu ergreifend -durchführt, ist bewundernswert. Die Mutter gibt „Fra/u B 1 e i h t r e u. Es genügt die Feststellung. Und den Monenius erfüllt Hugo Thimig mit seinem 'herzhaften, mäninlidh-gütigein Wesen, daß mau nie noch die Freude über die Wiederkehr des Altmeisters so stark empfand wie diesmal. Ausgezeichnet das echt Shaikespearesdhe Bruivto-Terzett der Herren T'hiniig j um, Zeska und- Mayerhofer und wunderbar innig die Virgilia der Frau Pünlkösdy. — Soll man Schwächen, Fehlt)esetzuogen buchen? Die VolkstrLunen Aufidis Cominius Und mancher andere wären besser zu besetzen gewesen. Aber das große Format des Abends läßt solche Anmerkungen für Meintieh erscheinen. Buchen wir lieber den ungewöhnlich großen Burgtheatererfolg. O. A. BIHIBIlBaBlliaMBII ■■■■»■■■■■■ iibbii ■ ■ ft ■ ■ Künstler Sektion der Verßlulsoiis iüd. Forscher, Schriftsteller o. Künstler J h iimiiiiiummiiiiiiiü HAß&JACH in Wien miiiiiiiiiiiiitmiiiiiii ■ n ■ n ... b n Donnerstag, 12. Jänner 1922 ■ ■ im KursaEon der Stadt Wien Z ■ Jift - * S unter der Devise 616 3 I Der Turmbau zu Babe! ■ 3 Unentgeltliche Kostümenhvflrfe, Ratschläge und Gruppen- 3 3 Zusammenstellung durch Künstler jeden Dienstag und Donners- » jjj tag 10 bis 12 Uhr im Atelier Löw, III., Be^hardgasse 17 B ® imiini 2 H Beschränkter Kartenverkauf ln der „Wiener Morgehzeitung*, ® B 11., Taborstr. 1—3, und Buchhandlung Löwit, 1., Rotenturmstr. 22 ■ B 2 Q) B ■ IBBBBBBBBBBBBBI Bl ■BBBBHBBBflHBBBBipBBBBB Schauspielerjubiläum Max Devrients. Zu Ehren des Hofschauspielers Max D e v r i e n t, der seine vierzigjährige Zugehörigkeit zum Burgtheater feiert, fand gestern in Anwesenheit des Bundespräsidenten Dr. H a i n i s c h, des Nationalratspräsidenten Dr. Weisk i r c h n e r und des Universitätsrektors Hofrat Doktor Riehl auf der in einen Festsaal verwandelten Bühne des Burgtheaters eine Feier statt. Nach einer musikalischen Einleitung, bei der auch der Wiener Männergesangverein mitwirkte, hielten Direktor W i I d g a n s, Dr. Weiskirchner und Höfrat Dr. R i e h 1 Ansprachen an den Jubilar. Auch Vertreter der Presse und der Schauspieler aller Wiener Theater fanden sich als Gratulanten ein. Der Gefeierte erwiderte gerührt mit einer Dankrede, die in den Worten gipfelte: „Mit Treue in meiner Kunst will ich vergelten, was Sie an Liebe und Ehre mir entgegenbrachten.“ In der gestrigen Abendvorstellung wurde der Jubilar auch vom Publikum stürmisch gefeiert „Carolianus“ im Burgtheater.; Begeisterung, Ergriffenheit, Freude über großzügige künstlerische Dar,Stellung eines großen Werkels: auch'dar Referent darf sich von solchen Gefühlleui ü'berjthaniroaa lassen. Das Kalenderjahr hat im Baiirgtiheatea* fünfer einem glücklichen Stern begonnen. Shakespeares pCoriolain«, neu gewendet, ist die schönste - Leist-ung dieser Bühne im den letzten Jahren. Mehr als ^Aufnahme iin '-den, SpielplaiK: Wiedererweckung! Die' Linie •für eilnis wirkungsvolle, bis zn.hr Erschütterung isfeigende (Wiedergabe ist gefunden. v -; Was packt uns so gewafflfctg :am -.dieser Tiragödie? (Daß Shakespeare römisches Patriziertum haapsohiairf -getroffen hat? Bei dem britischen Giganten ' beinahe selbstverständlich. --- Daß dhis Stuok. eminent politisch pst, daß zeitgemäße Anspielungendas - Publikum auf- horchen machen? Es wiegt nicht schwer. — Die wankelmütige, blöde Masse hat der Unste^Miche auch amidaiiswo liergemiommen. (Nur zeigt er anderswo deutlicher. Jdajß «er sie liebt, die er scMä-gt.): Dias Aha! des Herfin/Jedier- Shanm,- wenn -von d®n Kotfriipireisen dieir römischenMachikriegszeif, wenn von .dem -einander jageinidten-2>Wterpirdlitragen« die Rede.ist, die -hur dein Wucher fördert^ hätte die heiße Mühe der Nemem-studi'erum'g'michit gelohnt.''— JDaiä Schicksal deö 'edelraissigen, st-ahlharteh, 'löwenfetolzem, mit allen' Filbenn niaich eibeiTb ü'rtigöli Gegn ern brüllendem Ga jus Mar eins , (packt -uns und der Ehrgeiz Seiner großen' Rö-mermutfer macht -uns bangen, vyenm jsie den Krieger in 'die Poflii-t-iik drängt. Wir zittern um jOm, wenn er d!a§ erste .Mal am Kapitol erscheint, wenn er voJil Ekel dem >Tiar mit dem vielen Köpfen« gegemjübertritt, und. wissen, daß sich sein. Held-eraschiclksni erfüllen muß. An der Maichf.'dieser Mutter zerschellt-der iHeMensohm und' jönie Szene von nnvergleichlichCr Gefwal-t rr sie hat niicht ihresgleichen iin der WeflüliteratäUT—, da d'er Söhn der.. Mutter Hiagt; ^Deinen Sohn — o glaulb’s mir, daß diu den hezwuiugeni, schlägt zu großem (Leid ihm aus«, ist der Höhepmhlkt dieses tragischen (Heldengedichtes. Heines Regie führt dfi'e Tragödie zu vollster pxVi-rÜoun.g, obwohl er auf drei effektvolle Szenen verjziChteite auf den Kämpf des Cajus Marcius in Corioli, b«uf die Jubelszene in'Rom nach Reifung der Stadt v-or 'jdem Strafgericht dos Coriolan-üs und' auf; die Schluß- .worte, die Grabrede des Aufidiuis für dem toten Heiden, ider hach Shakespeares Vorschrift hochgehoben. ' und runter Trauerm-usik .fo-rtgebraigen werden' soll. (Heime ließvii eil eicht diese Szene fallen, weil er sie im ^Häm-let« pmgewendet hat.) Die am Burgtheater jetzt schoin braiditibn-cile Kombimatiotn vom Sihallceispearc-Bühne und Bdld- HcuEisise ist diesmal bc&onderseindlrudks-voll geglückt, im (strengen Schwarz-Weiß die Eekistiidcfe gemalt, schwarzweiß^ die wechselnde Rückwand, Landschaften. Zeltlager, Gemächer -darstellend-. Raowl Aslan spielt den Gcurio- (Luhss .und JxszNyingt uus diesmal derart, daß .nrati jedes Das Salzburger Mozarteum In Not. Aus Salzburg wird gemeldet: Das Kuratorium . des Konservatoriums Mozarteum hat am 1. d. M. infolge der vollkommen unhaltbar gewordenen , finanziellen Lage des Konservatiums sämtliche Lehrkräfte und sonstigen an der Schule ärigestellten Personen mit Wirkung vom 1. Juli 1922 g e k ü n d i g t und beschlossen, erneut nachdrück'ichst die Verstaatlichung des Konservatoriums zu verlangen. Am 1. d. M. konnte nur die Hälfte der Gehalte ausgezahlt werden, womit die Kassen gänzlich erschöpft waren. Aus den Theatern. Im Burgtheater wird morgen „Judith“, mit Herrn Heinrich G e o r g e als Holofernes, aufgeführt. Im Operntheater gelangt morgen, Mittwoch, (aifßer dem Jahresabonnement zu besonderen Preisen) „Mignon“,- mit den Damen Lehmann, Schöne, den Herren Maikl, Jerger, Rittmann, Stehmann, Arnold, zur Aufführung. Dirigent Herr Alwin. Anfang 7 Uhr. — Im Redoutensaal der Hofburg wird die „Hochzeit des Figaro“ mit den Damen Mihacsek, Kittel, Anway, Rajdl, Jovanovic, den Herren Duhan, Mayr, Gallos, Madin, Norbert, Breuer gegeben. Dirigent Herr Schalk. — Fräulein Lehmann, die durch die „Schatzgräber“-Proben in der letzen Zeit sehr in Anspruch genommen war, tritt in dieser Woche im Operntheater am Mittwoch als Mignon und am Freitag als Margiana im „Barbier von Bagdad“ auf.- In. der V o 1 k s o p e r gelangt heute Bizets „C a r m e n“, mit Frau Gelter in der Titelrolle zur Aufführung. In dieser Vorstellung gastiert Herr Kammersänger Aagard Oestvig vom Operntheater als Don Josö. Die übrigen Partien sind mit den Damen Gero, Hoffmann, Weiner, und mit den Herren Hagen, Fälbl, Eckner, Markowsky und Tauber besetzt. Dirigent Herr de Stermich. — Morgen wird „Robert der Teufel“ gespielt t Das erste Doppelgastspiel von Herrn Kammersänger Aagard Oestvig und Fräulein Marie Rajdl findet Mittwoch den 11. Jänner in Puccinis „Madame Butterfly“ statt. Herr Kammersänger Aagard Oestvig wird'den Linkerton, Fiäulein Marie Rajdl die Cho-cho-san singen. Im Deutschen V o 1 k s t h e a t e r gelangt Ibsens dramatisches Gedicht „Brau d“, dessen Aufführungen wegen Erkrankung des Fräulein Danegger unterbrochen werden mußten, morgen, Mittwoch, ferner Freitag den 6. d. M. und Sonntag den 8. d. M., immer um 6 Uhr, zur Wiederholung. In den Kammerspielen steht Braccos Lustspiel „Untre u“ für morgen, Mittwoch, ferner für Donnerstag, Freitag, Sonntag und Montag auf dem Spielplan, Samstag den 7. d. M. wird Wedekinds „Kammersänger“ und „Tod und Teufe I“ wiederholt. Im Raimund-Theater beginnt das zweite Quartal der Theatergemelnde Donnerstag den 12. d, Al mit der neunten Abteilung, Zur Aufführung ge* 3 Jänner 1922 Seite 5j langt „Richard HL“. Freitag den 6. d. M. kommt aldö Nachmittagsvorstellung die Nestroy-Posse „Die verhängnisvolle Faschingsnacht“ zur Darstellung. Im Josef städter Theater wird Donnerstag den 5. d. M. „neu in Szen'e gesetzt“ die Komödie „Die Steiner-Mädin“ von Eugen Heltai zuni ersten Male gegebene ln der Rolle der Lotte gastiert Valerie Martens., Die. anderen Hauptrollen werden dargestellt von den Damen Joseffy, Pucher, Hirt h, Hammer, Waldner, Magda Schloß und den Herren Strobl, Rhoden, Stadlmay, Strehlen. Im Wiener Stadttheater gelangt morgen das Lustspiel „Die Ballerina des Königs“, mit Leopoldine Konstantin als Gast, zur Erstaufführung. In Hauptrollen sind beschäftigt die Damen’ Fröhlich, Vennyer, Karmen, Sanda und die Herren Volker, lenken, Matias, Hofbauer, Krafft, Fuchs, Staud, Borndtv Weißmüller, Haller, Glöckner, Sina, Berstl und Hausmann, Gerichtssaal. Die Besserung der österreichischen Krone — eine unverbindliche Redensart. Der Inhaber der Pension „Liechtenstein“ in Davos Dr. Hermann Schäfer brachte durch Dr. Raben« lechner beim Zivillandesgericht eine Klage auf Zahlung des Restbetrages von 930 Schweizer Franken für Logis, Verpflegung und Kurtaxe von Ende Jänner bis 10. März 1919 gegen den Wiener Kaufmann Friedrich Landau ein. Dieser erklärte, er müßte bei dem derzeitigen Stande des Schweizer Franken dem Kläger Millionen österreichischer Kronen bezahlen, was eine unrechtmäßige Bereicherung des Klägers bedeuten würde. Das habe der Kläger auch eingesehen, indem er erklärt habe, er verlangt die Bezahlung erst, wenn, die österreichische Krone steigen werde, die Krone werdeschon besser werden. Die Forderung sei daher derzeit noch nicht fällig. Dr. Rabenlechner bestritt namens des Klägers die demselben in den Mund gelegte Aeußerung. Aber selbst wenn Dr. Schäfer die Aeußerung über die Besserung der österreichischen Krone wirklich gemacht hätte, so wäre das eine unverbindliche Redensart Der Geklagte erwiderte, die Krone werde sich wirklich bessern, das sei keine leere Redensart, und der Kläger habe diese Aeußerung sicherlich ernst gemeint. Das Zivillandesgericht verurteilte den Geklagten zur Zahlung von 930 Franken im Sinne des Klagebegehrens und hob in der Begründung hervor, die Aeußerung, die österreichische Krone werde sich schon bessern, selbst wenn der Kläger sie gemacht haben sollte, laute zu allgemein und unbestimmt, um ihr rechtsverbindliche Wirkung zusprechen zu können. Sie enthielt nicht mehr als eine unverbindliche Redensart. Die von dem Geklagten eingebrachte Berufung wurde vom Oberlandesgericht (Vorsitzender Hofrat Dr. Mrazek) mit der gleichen Begründung abgewiesen. Ein aufgehobenes Urteil. Der Kaufmann Siegmund A 1 t b a c li war kürzlich vor dem Landesgericht- Wien I wegen Vergehens des Kettenhandels mit Zucker und Fruchtsäften zu vier Wochen Sti-engen Arrests, K 100.000 Geldstrafe, Gewerbeverlust und Publikation des Urteils in allen Zeitungen verurteilt worden. Er war zu dieser Verhandlung ohne seinen Anwalt Dr. Lampl erschienen und dieser legte^gegen das Urteil Berufung ein, über die ein Appellsenal unter dem Vorsitz des Hofrates Doktor Jakob za entscheiden hatte. Das Berufungsgericht gab dem’ Einspruch Folge, hob das erstrichterliche Urteil wegen Kettenhandels zur Gänze auf und verurteilte den Angeklagten nur wegen Fahrlässigkeit nach dem Lebensmittelgesetz und wegen Ueberschreitung zu einer Geldstrafe von K 20.000. Sport. Die Hakoah in der Schweiz. Hakoah gegen Blue Star 3:2 (3:0). Zürich, 2. Jänner. (Telegramm der »Wienef Morgenzeitung«.) Die Hakoahmerikonnten daä zweite Spiel in Zürich siegreich' gestalten. Trotz des heftigen Windes wurden von beiden Parteien recht güte Leistungen geboten. Die Wiener traten mit folgender Mannschaft an: Halpem; Pollalk, Trümmer; Kohn, Grünfeld, Molnair; '(Nienfeld, Häuslesc, Gans!, Grim-wald, Katz. •. Vor der Pause waren die Haikoahner glatt über-, legen, sie erzielten dtur-ch Katz, Häusler und Neu1-* feld drei Tore. In der Folge verstanden es die Wiener nicht, einen Elfmeterstoß anszunützen, da der gegnerische Torwä-chter den Strafstoß abwehrte1. , Nach Seitenwechsel hatten 'die Schweizer dea Wind zum Bundesgenossen. Schon in der 3. Minute gelang es dem Mittelstürmer, einen Treffer aufzuholen. Das .zweite Tor der Einheimischen entsprang einem Elfmeterstoß. Schiedsrichter gut. 3000 Ztfr schauer. Am Sonntag vormittags kamen die Züricher, H a k o a h n e r mit der Nachricht, daß fast alle Karten für da-s Wettspiel gegen Aarau bereits verkauft. -sinä. Selbst alte Juden, die bisher für Sport gar kein Interesse bekundet hatten, ließen sich Eintrittskarten besorgen. " Bereits am Bahnhof begrüßten die Hakoaihnerj einen guten Bekannten aus Wien. Dr. Weldler, der frühere Redakteur der Wiener »Jüdischen Zeitung«; ist bei der Züricher jüdischen Pießzentrale tätig. Er ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, seine Wiener Bekannten zu begrüßen. Die Hinfahrt. (Von einem Reiseteilinehmer.) Am vergangenen Donnerstag abends verließ die H a k o a Ji vom Wcsthahsihof aius WiM. Lauge 4690801447873586