Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 1048 (30.12.1921)
- Date
- 1921-12-30
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1048 Wien, Freitag * Die Aufstellung von Gasmessern. Au! die zahlreichen, an die Wiener städtischen Gaswerke gelangenden Anträgen, ob die Neuaufstellung von Gasmessern wieder ohne behördliche Genehmigung ^zulässig ist, teilt die Direktion der Gaswerke mit, daß diese nicht mehr an eine behördliche Genehmigung gebunden ist und die Gaswerke auch in der Lage sind, Bestellungen auf Gasmesser binnen wenigen Tagen auszuführen. * Steuerabzug von Dienst- und Lohnbezögeh. Die Stammblätter wurden für das. Jahr 1922 in geänderter Form aufgelegt und sind bei den Steueradministrätionen, sowie auch in Tabaktrafiken zum Preise von 2 Kronen erhältlich. * Wetterbricht. Der Wettercharakter in Oesterreich Ist sehr schwankend. Heiteres Wetter wechselt mit ausgiebigen Regengüssen, nur die Temperatur bleibt im Durchschnitt übernormal. In den Nordalpen regnete es vergangene Nacht, bei anhaltendem Tauwetter, ln den Südalpen trat bei trockenem Wetter .Morgenfrost auf. Voraussage: Veränderlich, zeitweise Niederschläge nicht ausgeschlossen, warm, lebhafte westliche Winde. * Zugsztisammenstoß bei Budapest» Gestern früh fst zwischen dem Brandstätter Bahnhof und der über die Donau führenden Verbindungsorücke ein Personenzug in einen Lastzug hineingefahren, wobei 2 Passagiere getötet und 14 verletzt worden sind. * Exkaiserin Zita darf in die Schweiz. Das Reutersche Bureau meldet, daß der Botschafterrat die Exkaiserin Zita ermächtigt habe, 14 Tage bei ihrem Sohne in der Schweiz zu bleiben, der sich bekanntlich einer Oper tion unterziehen soll. Möglicherweise werde es jedoch nicht nötig sein, daß ihr Aufenthalt in der Schweiz so lange dauere. Die Exkaiserin wird Madeira sofort verlassen. * Wer von Horthy amnestiert wird. Wie aus Budapest gemeldet wird, werden auf Grund der Amnestieverordnung vom November die wegen des Exzesses im Cafö Klub zu mehrjähriger Zuchthausstrafe Verurteilten Ladislaus Uly, Alexander Körmendy, Michael Zwicker und Ladislaus und Alexander F e k e t e begnadigt und auf freien Fuß gestellt. Bei diesen Exzessen wurde ein jüdischer Advokat ermordet. * Neuer Posttarif in der. Tschecho-Slowakei. Aus Prag wird amtlich gemeldet: Ab 1. Jänner 1922 werden folgende herabgesetzte Posttarife eingehoben: Für Briefe der ersten Gewichtsklasse, das ist bis zu 20 Gramm, aus der Tschecho-SIowakei nach Deutschland, Ungarn, Polen und Oesterreich K 2, für Postkarten K 1,20. / * Die Alterstrostwoche. Es ist erfreulich, daß s'c'i diesmal die Vertreter aller Parteien zu gemeinsamer Arbeit zusammengefunden haben, um einen Zweig der Fürsorge, der bisher mehr oder minder brachliegt, die Altersfürsorge, wesentlich zu fördern. Auch sämtliche in der „Zentralstelle für jüdische"soziale Fürsorge“ als „Verband für Alteisfilrsörge* organisierten Vereine, die Krieger- Mütterkasse (Feuchtwang-Fonds), die dem Zusammenbruch nahe steht, die 120 jüdischen Pfleglinge des Lainzer Versorgungshauses 'usw. sollen namhaft unterstützt. werden. ■ jüdisches Geld fließt ein, jüdisgjie .junge Leute sind bei der Sammelarbeit tätig, doch 'vonj^en Studenten-, Jugend-, Turn-und Sportvereinen ist blsnE.nur unser wackerer *BIau-Weiß-Watiderbund“ offiziell mit an der Arbeit Kein jüdischer Verein, dem jugendüthg-.Kräfte zur Verfügung stehen, darf es versäumen, noch;;'jetzt bei der, Zentralstelle' für Greisenhilfe,. Wien, L>- Wallntzrstraßer 9,, seine Mitarbeit Äiytmeldeh; ... /'• V;' :i "? •' / ‘ V- V- * Dostojewski im Exil, Die russische Presse' publiziert einen neu' aü’fgefu'nderieh,: noch nirgends gedruckten Brief Dostojewskis vom "12. Jänner 1867 An den Dichter Apollon Maikow. Der Brief ist von G e.n.f datiert Dostojewski arbeitete damals an seinem Roman „Der Idiot“. Er teilt mit, daß er einen Betrag von 14.500 Rubeln vorschußweise von einer russischeh Zeitschrift erhalten habe und sich nun mit einem RoiWafi, eben dem „Idiot“, abmühen müsse, der ihm ungewöhnliche Schwierigkeiten verursachte, da sich die Gestalt Myschkins kaum künstlerisch bewältigen lasse. „Iöh will einen 'schönen, reinen Menschen schildern“, heißt) es iir'dem, Briefe, „Es gibt nichts Schwierigeres als das; Nur meine verwickelte Lage veranlaßt mich, an diese Aufgabe her^nzutreten. Gegen meinen Willen mußte ich auch eine weibliche Hauptrolle (gemeint ist die Nastassja) einführen. Den ersten Teil des „Idioten“ finde ich schwach. Meiner Frau zwar gefällt er, aber sie ist ja keine;, Richteriri über mich.“ Ferner beschreibt Dostojewski materielle Lage. „Alle entbehrlichen Gegenstände sind, ini'Leihhaus.“ ' * Die jüdischen Studenten jkn der Lemberger Universität. An der Lemberger Universität sind, wie uns von dort berichtet wird, im laufenden Semester insgesamt 4637 Hörer inskribiert. Von ihnen sind 2518 Polen, 110 Ukrainer und 1984 Juden. Ati 'der juridischen Fakultät sind 2173 Hörer, davon 1231 Polen, 57 Ukrainer und 885 juden. An der medizinischest i Falkultäfc studieren 1211 Hörer, davon 609 Polen,. 31 Ukrainer und 571 luden. An der philosophischen Fakultätbefinden sich 2253 Studenten, und .zwar 678 Polen, 22 Ukrainer und 528 Juden. * Die ägyptische Finsternis. . Bekanntlich berichtet die Bibel von der ägyptischen Finsternis. Der biblische Bericht ist jetzt,. wie die Berliner -^Tägliche Rundschau“ berichtet, einer kritisch-astronomischen Untersuchung unterzogen worden. In der Vermutung:; daß in der Ueberlieferung einer am 1. Nissan dös Auszugsjahres der Juden aus Aegypten (1312 v. Cb,) daselbst stattgehabten Finsternis die Erinnerung an eine Sonnenfinsternis erhalten Ist, wurden aus allen zentralen Sonnenfinsternisse« des 13. und 14. Jahrhunderts v. Ch, die ,Frülijahrsfinsternisse herausgesucht. Die Berechnung selbst geschieh! jetzt äußerst einfach durch den von Oppolzer entworfenen „Kanon der Finsternisse“. Hieraus ergab sich, daß von diesen nur eine einzige für Aegypten von Bedeutung sein konnte. Es ist die ringförmige Sonnenfinsternis de^ Jahres 1335 v. Chr. vom 13. März. Da diese aber zugleich alle durch die Ueberlieferung erhaltenen Merkmale'(Monat und Wochentag) der in der Bibel erwähnten ’ ägyptischen Finsternis besitzt, so ist es in hohem Grade wahrschein- . lieh, daß die in der Bibel erwähnte Finsternis mit der Sonnenfinsternis vom 13. März 1333 identisch sei. Dann fällt der Auszugstag der Juden aus Aegypten auf den 27. März 1335 v. Chr. , * Die Regelung des Holzverkehrs. Das heutige Bundesgesetzblatt verlautbart eine Verordnung des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, betreffend die Regelung des Holzverkehrs. Danach hat bei Versendung von Brenn- sowie Bau- und Nutzholz (roh, beschlagen, gespalten, gesägt, nicht weiter vorgericlitet) im Gewicht von mehr als 1000 kg durch Eisenbahn- und Schiffahrts- , Unternehmungen (auch Flöße oder Automobile) der Absender den Frachtdokumenten eine Frankopostbesche'nigung bei :ugeben, deren Gültigkeitsdauer nach sechs Monaten, vom Ausstellungstage an gerechnet, erlischt. Dis Ausstellung von Transportbescheinigungen erfolgt durch die für die Aufnahme oder Einleitung des Transports zuständig s Landesholzstelle. Die Beibringung von Transportbescheinigungen ist nicht erforderlich für Regiesendungen der Eisenbahnen und Post- und Telcgraphenverwaltung zu Ban- und Betriebszwecken, mit Ausnahme von Brennholz, WIENER MORGENZEITUNG Neujahrsgeschenke | von blelbendam Werte I sind die Osst@?r@iciiisdien BAU-LOSE Jährlich 2 Haupttreffer von je K 5,000.000*— Jedes Los gewinnt. Sämtliche Gewinste vollkommen abzugs- und emkomms.istsusrfrei! Preis: K 1220*— für ein ganzes Los und K 305*— für ein Viertellos. flßST Erhältlich beim Postsparkassen-Amte sowie bei allen Banken, Bankiers, Wechselstuben u. dergl. für Sendungen aus dem Zollauslande. Die . Landesregierungen sind ermächtigt, im Verordnungswege Ausnahmen von der Beibr'ngung von Transportscheinen für Holzsendungen innerhalb ihres Verwaltungsgebietes festzusetzen. Eine Geige für die Pogromwaisen! In ihrem freudlosen Dasein sehnen sich die Pogromwaisen nach Musik und bitten ihren Lehrer immerfort, ihnen eine oder zwei Geigen zu verschaffen. Vielleicht findet sich ein Menschenfreund, der eine unbenutzt liegende Geige spendet. Es wird gebeten, diase Spende direkt dem Pogromwaisenheini, Wien, II., Castellezgasse 35, zukommen zu lassen. u Zionistischer Provinzverband. Es ergeht an alle Ortsgruppen und Vertrauensleute der Provinz die dringende Aufforderung, die ihnen zugesandten Fragebögen ehestens an das vorbereitende Komitee des Provinztages (Adresse : Paula Schwager, Linz a. d. Donau, Bischofstraße 7) zu beantworten. Insbesondere werden die Angaben über die Anzahl der Delegierten und die technischen Details (Fragebogen T) benötigt. ' * Eine Chanuka-Feier der jüdischen Volksschüler. Tm großbn Saale der Toynbee-Halle fand Dienstag den 27. d. M. die Chanuka-Feier der Schüler der jüdischen Volksschule, XX., Denisgasse 33, statt, an der außen den Schülern und Schülerinnen dieser Anstalt und deren Eltern zahlreiche Gäste teil nahmen. Das Programm dieser Feier, das besonders in seinem hebräischem Teil durch glänzende Sprachleistungen überraschte, wurde ausschließlich von den jungen Kindern bestritten. Nachdem der älteste Knabe — Schüler der zweiten Klasse — die Chanuka-Lichter angezündet und den liturgischen Gesang mit-Sicherheit vorgetragen hatte, sang der Schülerchor eine Anzahl hebräischer Lieder und führte eiir kleines-hebräisches Kinderspiel auf. > Hieran schlossen-sich treffliche .Darbietungenin deutscher Sprache. Die Feier vrurdedurch eine kurze, inhaltsvolle Ansprache des' PräSidiäimitglied'es des jüdischen Schuivereihs, Herrn Universitätsprofessor Dr. B. G e i g e r, beschlossen, der vdie besondere Bedeutung der jüdischen . Atmosphäre hervorhob, die die Kinder in der jüdischen Schule umgibt. Neben der Leiterin Frau Helene Segel- U e b e r a 1 1 machten sich die .Lehrkräfte der Anstalt, Fräulein S f e i nef und Herr Baruch B erkovis, besonders verdient. * Fürsorgekomitee für Palästina-Emigranten, II., Zirkusgasse 33. Zweite Fortsetzung des Ausweises. , IC ü n s 11 e r k a r t e n a k t i o n: A. Josef und Frau Fani Horowitz, I. H. Perlmann je K 10.009, Brüder Klein, Mödling, A. Leitner je K 5000, Dr. M. Pachtmann K 3000, Dr; E. Hilfreich K 2500, Kartenpartie K 2330, I. Wolf, i Dr. P. H. Dawidsohn je K 2000/ D. Tennenbaum K 1500, 8. Blumenfeld K 1250, M. Weise K 1200, Deutsch-Kertesz, Dr. Leo & 8. Goldhammer, M. IComornik, Beth-Hatfilah, Sai; Paszkusz, K. Schierer, A. Cäpuanäe, L. Grünwald, Baden, M. Hause, I. Singer, A.Grünwald, Wiener-Neustadt, S. Löwenherz, Dr. 1. Löwenherz, L. Brust, M. & L. Rotter, I. Picker, M. Jagendoff, Dr. IC. Palak, Dr. H. Klapper, K. Hammer, Dr. S. Vogelmann, A. Horowitz, Dr. P. Berger, Hugo J. Kohn, Dr. 8. Friedmann, I. Ochsenhorn, R. Kien, F. Kien, Dr. M. Schur, P. Fisch, Prof. Freud, D. L. Wagner, Binjoh Simha je K 1000, F. Frächter K 750, Dr. Eugen Felix und Hugo Jellinek K 600, E. Zerkowitz, M. Herzberg, J. Weißkopf, ü. Engelmann, Sam. und Rob. Erber, Klosterneuburg, B. Goldberg, M. Fiala, Amstetten, Dr. Sternberg, Brüder Kupfermann» J. Bleich, S. Rosenberger, E. Neugröschl. O. Scharfstein, N. Pernihacz, A. Jungermann, I. Fisch, Ä. Kuner, Dr. G. Wolf, M. Lilienfeld, Dr. F. Eckstein, A. Böhm, E. Weiß, G. Kästner, Ing. E. Löwy, A. Rübner, P. Jellinek, 8. Vamös, N. Gattegen, N. Tartakower, M. Zipper, H. Pauker,. Robinsohn Rubin und Kalwil, R. Jachzel, J. Tanne, T. Bernstein, Ingenieur Garfein je K 500, Leiser Letzter 450, G. Helwitig, L. Stadler, Dr. M. Stöckel, L. Albaly, Hella Spiro und Mama je K 400, Dr. Leopold Meise!, B. Fränkel, G. Bierer, J. Cliiari, A. Erteszyk, Doktor A. Sch-kler, H. Bard, J. Boskowicz, H. Weiß,. Doktor 8. Karpfen, Wiener- Neustadt, Koranyi, R. Königfest, K. Hausner, J. Weidenfeld, B. Jahr, O. Steinheld, Professor Braunstein, Brüder Czeczowiczka, G. Bamberger, „S. Imber, L. Horowitz, J. Schiffer, B. Antal, R. Erber, Klosterneuburg, 8. Hirschfeld je I< 300, Divers! K 28.362.10, zusammen Künstlerkarten aktlonK 136.442.10. Vereine, Vorträge und Versammlungen. Verein Erez Israel, II, Taborstraße 20a. Heute, 7 Uhr abends, Beginn des Vortragszyklus von M. Beljatschewski: Probleme des jüdischen Theaters. Gäste willkommen. Chanuka-Feier. Heute, Freitag, 4 Uhr nachmittags, findet im neueröffneten Leopoldstädter Tempel, II., Tempelgasse 3, eine Chanuka-Feier mit Festpredigt statt. E i u e j ü d i s c h e K ü n s 11 e r r e d o u t e. Die Künstlersektion der Vereinigung jüdischer Forscher, Schriftsteller und Künstler Haruach in Wien veranstaltet am 12. Jänner im Kursalon der Stadt Wien den ersten jüdischen Künstlerball. Dieses Repräsentationsfest der jüdischen geistigen Arbeiter kleidet das jüdische gesellschaftliche Leben Wiens in eine besondere Note und verspricht ein wirklich künstlerisches Fest zu werden, da neben einem großen Dame. Komitee, an. dessen Spitze Frau Erna P o 11 a k steht, alle im Haruach vereinigten Künstler die Vorbereitungen übernommen haben. Unter der Devise „DerTurmbauzu Babel“ soll ein in jeder Beziehung einwandfreier Abend veranstaltet werden. Um ein möglichst geschlossenes Bild zu geben, werden die 30. Dezember 152? Seite § Künstler an jedem -Dienstag und D o n.'a e r s t a g von 10 bis 12 Uhr im Atelier des Bildhauers Löw, IIIJ Bechardgasse 17, kostenlos Auskünfte In- Toiletteangelegenheiten geben, Modelle entwerfen und' Ratschläge erteilen sowie die Gruppenzusammensteliung vornehmen. Einladungen und Karten sind bei der „Wiener Morgenzeitung“, 1L, Taborstraße 1 bis 3, und in der Buchhandlung Löwit, I , Rotenturmstraße 22, erhältlich. ' — Donnerstag den 5. Jänner findet um 7. Uhr abends im Cafe Prückl, I., Woilzeife ein Gesellschaftsabend mit Tanzi veranstaltet vom Ballkomitee, statt. Hebräischer Fortbildun g.sfe u r s. Der Jüdische Schulverein (II., Taborstraße 20 a) eröffnet am I. Jänner 1922 im Lehrsaale des Theologischen "Seminars, II. , Tempelgasse 5, einen h e b r ä i s c heb Fortbildungskurs, an dem die Absolventen ■ der vorjährigen Hebräischkurse des Jüdischen Schulvereines- sowie überhaupt Hebräischlernende mit entsprechender Vorbildung, die ihre Kenntnisse in Sprache und Literatur zu vervollkommen wünschen, teilnehmen können.' In. den Unterricht, der in vier Wochenstunden von <7 bis 8 Uhr abends erteilt werden soll, teilen sich die Hebräischlehrer des Jüdischen Realgymnasiums, die Herren . Zimchony, Buchmann, Gelernter und Kästenbaum. Kursbeitrag K 300 monatlich. Einschreibungen täglich von 12 bis 2 Uhr nachmittags im Sekretariat des Jüdischen Schulvereines, II., Taborstraße 20 a. .'•Urania. Heute, Freitag, 5 Uhr (Großer Saal) Der Kampf mit dem Berge, I. In Sturm und Eis. — 7-6 Uhr (Kleiner Saal) Akad. Maier Emerich Schafran: Malerische Schöheit des Hochgebirges. — 726 Uhr (Kurssaäl) Kustosadjunkt Dr. Franz Heidi: Die sozialen Instinkte der staatenbildenden Insekten und ihre Entstehung, IV. — 7-6 Uhr (Klubsaal) Med. u. phil. Dr. Fritz Schulhof: Probleme der Psychologie, VI. — %8 Uhr (Großer Saal) zum ersten Ma'e: „Doktor Klaus“. (Wanderbühne.) — 7.8 Uhr (Kleiner Saal) Dr. Friedrich Kronseder: Das Urchristentum und seine Literatur, VI. — *[ß Uhr (Kurssaal) Schriftsteller Alois Essigmann: Aus Indiens Sagenwelt. — : 7„8 Uhr -(Klubsaal) Prof. Richard Hickenhauser: Musik- .und Harmonielehre, VI. _ Ernährung. Weiterer Rückgang der Rindfleischpreise. Die Nachricht von dem Sturz der Fleisch- und Fett* preise hatte gestern einen ungeheure n A n d.r a ti g von Käufern in der GroßmarkthaÜe zur Folge. Bei Ständen, bei denen mindere und mittlere Sorten von K 400 per Kilogramm aufwärts abgegeben wurden, bildeten sich bald lange Reihen und die Großmarkthalle bot bereits in den frühen Morgenstunden das Bild eines. Samstagmarktes, auf dem bekanntlich der größte Verkehr zu herrschen pflegt. Auf die Bauern hat die Nachricht von der Herabsetzung der Preise weniger sympathisch gewirkt und man. kann bereits ihre Zurückhaltnng mit S.e ndüngen beobachten, da sie nicht gewillt sind, den Städtern billigeres Fleisch zu liefern. Trotzdem stehen noch reichliche. Vorräte zur Verfügung; Mit Ausnahme von Kälbern ist an keiner Fleischgattung Mangel, umsoweniger; als von auswärts neuerlich größere Sendungen eingetroffen? sind, Die Bahnzufuhren beliefen sich auf 14 Waggons mit? ungefähr 90 Tonnen Rindfleisch, Fferdefleisch, Schweinen; Schafen und Kälbern, die aus Ungarn und Jugoslawien angekommen waren. Unter den Ankünften befand sich auch ein Waggon aus Stele r m a r k. Das reiche Angebot bewirkte auch gestern in der GroßmarkthaÜe ein -weiteres Sinken der Preise für Rindfleiseh, das sich bei minderen und mittleren Sorten um K 100, im Großhandel um K 20 bis K 50 per Kilogramm ermäßigte. Die Preise der übrigen Sorten blieben unverändert. Im Einklang mit dem Preissturz auf dem Fleischmarkt mußten auch die Preise für Würste in. der GroßmarkthaÜe um K 100 bis K 200 herabgesetzt werden. Doch wird vielfach darüber Klage geführt, daß in vielen Bezirksgeschäften nach wie vor die teuren Preise gefordert werden. Die Marktamtsorgane waren gestern zu einer Konferenz ins Rathaus berufen, um über die noch genauere Ueberwachung der Einhaltung der Preise zu beraten. Außerdem wurden die . -Organe . des Kriegswucheramtes angewiesen, unnachsichtlich jede Preisüberschreitung, die in Fleischhauer- oder Selcherläden beobachtet wird, zur Anzeige zu bringen. Daß dies nichts helfen wird, ist jedem klar. In der Großmarkthalle galten gestern im Detailverkauf folgende Preise per Kilogramm: Vorderes Rindfleisch K 500 bis 800, hinteres Rindfleisch K 600 bis 900, Bratenfleisch K 800 bis 1100, Kalbfleisch K 1200 bis 1500, Schweinefleisch K 1350 bis 1650, Speck K 1400 bis 1600, Filz bis K 1800. Auf den Grünwarenmärkten sind Kartoffeln und Kraut nur knapp vertreten. Sonst ist die Beschickung im allgemeinen nicht ungünstig. Die Preise blieben im großen und ganzen unverändert. Auf dem Nachmarkt standen ungefähr 4000 Stück polnische Eier zur Verfügung, die zum Preise von K 66 per Stück bald verkauft waren. Freie jüdische Volksbühne Gastspiel im Lustspieltheater -E 7 Ulir abends SSNUM-M UM ^Ä'b" k (flBT Das Theater Ist geheizt! "5Öfl ----:-1--- Böhne und Kunst. Konzerte. Mit iii-i.- -. Disziplin musizierten die jungen Damen des K o 1 b e-Quartetts in Haydn- und Beethoven- Quartetten. Auch in die mitunter herben Klänge von Regers A-Moll-Trio, op. 77 b, vermöchten sie sich mit künstlerischem Emst einzufühlen und die innige Wärme des Larghetto ebenso wie den liebenswürdigen Humor des Scherzo wiederzuspiegeln. — Hugo Gottesmann, der sich und sein Quartett stets willig in den Dienst der Moderne stellt, spielte, das .Ravel-i Quartett, dessen weltmüdes Klagen in den dämmerigen Tönen seiner Geige den schönsten Ausdruck fand. Auch , als Solist weiß er allerlei Interessantes interessant zu erzählen.. Mit. der Violinsonate „F, A. E.“ nach Joachims Wahlspruch „Frei, aber einsam" führte er in die romantische Jugendzeit des großen Quartettspielers, dem Robert Schumann, Albert Dietrich und Johannes Brahms diese Sonate, zu der jeder der Freunde einen Satz, beisteuerte, im Jahre 1853 als Weihnachtsgeschenk widmeten. In diesem selten gespielten Werke wie auch in Bachs „Chaconne“ zeigte Gottesmann neuerlich gediegene Technik und musikalische Intelligenz. — Ludwig Wittel s, das bewährte Mitglied unseres Onernorchesters. spielte