Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1921-12-30 · Heft 1048 (30.12.1921) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1048 (30.12.1921)
Date
1921-12-30
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2979773-2980127--09799-2996086
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 1048 Wien, Freitag Tagesbericht. Uebertritt mit Hindernissen. Schlechte Zeiten sind jetzt auch für die Täuflinge gekommen. Man läßt sie nicht einmal mehr ruhig auis dem Judentum ilnis Christentum bimiVbersegeilin, Auch der airme Ignaz Stephan Balog fuhr vergeheans von Budapest nach Wien, um im St.-Steipth'aitis-Dcm den unbequemen »syrischem GhaisMer und sämtliche turbulenten Rasseneigenitümliahkei-ten« von 'sich aibzustreifein, umscmist schloß er sich in ein Extrazimmer bei Sacher zur Taufeude ein, umsonst alle Heimlichkeit, die Geischiiinhite ist herausgekömmela. 'Dais kam nämlich so, diaß Famülie Balng auf ihrer Exbrafelhnt vom Diesseits nach dem Jenseits des Judentums das Pech hatte, mit einem alten Freund zuisämmenizutreffen. Der Freund ist -ein alter 'Vortmunter derer vom Brntog . und so erfühler'denn, daß .ß.alogs nach. Wien reisen, um sich vom. Judentum rsinisuivaiZdhen 5 und dem destouktiven Glauben .den Rücken zm kehren. Der alte Freun>d versuchte erst gar „nicht, B'alog .von seinem Vorhaben aibzulbringen, faßte vielmelhir die Sache eveniso humomvoh auf, wie, Balog über den großen. A'kt so lejchthiin sprach. In Wien hatte nun'dieser alte Freund der Familie Ba'log nichts .billigeres tcu tun., als in: eine gelesene Tageszeitung dais folgende kleine-Inserat elinsehialtcn zu lassen-: Sehr reicher judtilsciher ‘ Gutsbesitzer sucht' einen ... frommemBaehur, der seinen Sohn für die Bair-Mitzwaih tvomvereitet. Vorzuistelilein bei Bailog, Ho-tehBacher. Am darauf folgernden Tage versammelten sich Veirtyaindte mud Freunde Balogs nach glücklicher . Vollen dmng des Aktes zu einem Festmahle bei Sacher. Die Taufpaten, der Taufpfairrer und noch einige vornehme christliche Hearen" waren,' wie dies bei so außergewöhnlichen Gelegenheiten zu seiin pflegt, erschienen/ Plötzlich nähert sich d'er KeHiner -Herrn' Igmwz, niumnehrigein Stephan Balog und meldeteihm, daß er draußen gewüuscht werde. Ein Bocher suchte den gnädigen.'. Herrn. Er empfahl seine Dienste, Br sei ein ausgezeichneter Talmudist, .erfolgreicher Pädagog,.der gnädige Herr werde zufrieden sein. »Sie kommen soh.on au" spät«, antwortete Balog und schmunzelte' .vielleicht auiqh dabei. Aber nach kaum zehn Minuten kam der Zweite, dann der Dritte lund so fort die ganze Reihe. Sechzehn Talmud ist an meldeten sich bei 'Herrn Balog und waren bereit, den kleinen Balog in diie Grundlehren der jüdischen- Religion einznführen. Nun wurde Ignaz Steipihan wütend. Er sah, daß hier irgendjemand mit ilhm einen bösen Scherz treibt Er befahl, niiemiiHnden mehr vorztvl'ässen. Selbst Gratulanten verläßlicher Konfession nicht, diie «dch beeilt hatten, ihm den WiOlko mm engruß zu entbieten und ihn mit ihren Glückwünschen zu überhäufen. In jedem witterte er nunmehr einem Bocher. Das Mahl wurde abgekürzt, Ignaz Stephan Ba'log packte seine.Sachen, fuhr nach Budapest zurück, wo er am Bahnhof selbst dem zudringlichen diensteifrigen Träger auis wich, weil er auch in-ihm .eiinen verkleidetem Booher vermutete. Diese Geschichte ist dem Budiapestor »Mußt es Jqvöcentnommen, und wenn sie vielleicht quiekt im allen Dingen wahr ist, jedenfalls ist sie gut erfunden. Ein neues Haus des jüdischen Kindes. . So oft wir in eins Kindsrland blicken — eiuzmdrinngem vermögen wir ja nicht mehr — gewahren , wir meue,' erquickende Wunder. Doch die Grenzen dieser Landes voll Frohsinns und inniger Lust an entwickelndem. Spiel und .entwickelndem Schaffen sind in den letzten Jahren erschreckend enge geworden. Nicht nur, daß der Zwang zum.Erwerb allzufrüh der Kindlichkeit entreißt, viele unserer Kleinen gelangen nie zu voller Kindlichkeit; Not, Kralkheit und Vereinsamunig immiittein emerbsbeflissener > Erwachsenen verhindern dies. ■ ’ ’ . Umsomiehr ist es zu begrüßen, wenn irgendwo eine neue Stätte für heitere, clem Kinde an gemessene Erziehung ersteht. ' Es ist eigentlich, kein neues Haus mehr, das Sonnta-g und Montag durch je ein großes, Kimder-Gbam-wka-Fe-st eingeweiht würde, do-ah entspricht es mit seinen luftigem., hellem Hallen, seiner vorzüglich äusgestatteten Großküche, seinen Spielpläten, seinem Dusch-, Warmen- und Sonnenbad den modernsten - Arusiprüchen., Schon vor mehr als zehn Jahren wurde dieses mustergültige Haus vom AuiSspeisungaverein für arme jüdische Kinder vom XVL, und XVII. Bezirk erbaut, die schwerste Zeit hindurch vermochten opferwillige ' Männer' und Frauen die tägliche Ausspeisung von weit mehr als hundert Kindern dieser Elendsb&ziirike laufreohtzuerhalten, doch die beiden jüdischen Kinderhorte, deren Schützlinge durch einige Jialhre die Räume dieses Hauses füllten, mußten aus Mangel an Geldmitteln auf gelassen werden. Nunmehr hat d'er Verein Jüdische Kinderfreunde sämtliche unbenutzten Zimmer und Anlagen übernommen, um eine große Muister-Kiinderheim-stätte zu errichten. Das sonntägige Fest, da«s die Kinder der. Heimstätte des II. und XVII. Bezirkeis versammelte, wurde durch eine Rede des Herrn Regierung^ rat Taussig ein geleitet, im welcher er Kinder und Ehrengäste, begrüßte um«d dem Vorstand des Auss p eiis'umgs'v-eire in es für diie Ueberlaissumg des Hauses dankte. Am zweiten -Tage, an dem sich die Kleinen des VI., IX. und X. Bezirkes einfanden, Sprach Rabbiner Dt. Bach in heiterer, -dem Kinide leicht verständlicher Form. Doch der Held dieser beiden Tage war das Kind. Die Kleinsten aus den beiden Kindergärten tanzten als Menoraih oder als Vöglcin zierlich zu ihren hebräischen Liedern. ICinderszeinen, Reigern, Deklamaibiomen,- turnerische Aufmärsche, lebende Bilder folgten einander an beiden Tagen in wecbselreicher Reihe. Nicht selten wan künstlerisches Eimfühilen in die hebräischen und deutschen Dichtungen zu beachten. Man sah es den Augen der wenigen anwesenden Erwachsenen am, wie die eigene Jugend in ihnen wieder Aufstieg, wie sic hviigcrissen wurden vom all den einfachen und doch so einzigartigen schönen Vorführungen der Kinder. Der Präsident der Kultus gemein de, Professor Dr. Pick, der Vorstand des Ainsspeisumg.svereimes, der, mit seinem Obmann Direktor Kubany am der Spitze, fast vollständig erschienen war, mochten »um ers-ten Male einem Kinderfest des Vereins Jüdische Kinderfreunde b-eigewohnt. haben. S-ic waren nicht minder entzückt ate die Vertreter der Zionistischen. WIENER MORGENZEITUNG Bezirkssektion des XVI. und XVII. Bezirkes. Das jüdische Kind, die Kimderfürsorge ist ein Gebiet, auf dem sich alle Juden mit gleicher Liebe finden. Einer der Besucher gab seiner Hingerissenh^it durah eine sofortige Spende, von 10.000 Kronen Ausdruck. Den rund 700 Kleinen wurde aber auch .vom Ausspelsevereih ein leilbfücber Genuß in Form einer vorzüglichen Jause geboten. Frau Meclak und Herr Donath, die .schon seit mehr ails einem Jahrzehnt in .persönlicher Arbeit um das körperliche Wohl der ärmsten Kinder bemüht sind, waren wieder wacker am Werke. . ' Es gab .auch .noch 22 Gäste, die auf Wunsch der He irnstätt enkimder geladen worden waren: Pogromwaisen. Diese ersuchten, auch etwas Vorfragen zu dürfen, und i'n schönem, doch uingesiohultean Gesang ertönte eiin hebräisches und ein jüdisches Lied ukrainischer Juden, beide umsagbar wehmütig und klagend. Selbst die kleinsten zuhörendem Kinder schienen ergriffen zu sein. Obwohl morn den Pogrom weisen amsah, daß sie sich im guter . Pflege befanden, ensicjhiencn sie durch ihren freudlosen Ghor, durch i’hire,; Geschichte als die Vertreter der Tausende von Kleinen, die nach Kinderfreunden, nicht gerade nach dem ©0 -betitelten Verein schireiein. Helft die Grenzen des jüdischen Kinideriaiwfcs weiten, helft denen bauen, die immer mehr echt jüdische Kimdemheimsthttem errichten wollen! _ ■ S. A, Ein Fest der neuen jüdischen Jugend. (Chanuka-Feier des Jüdischen Realgymnasiums.) Eiüne inteinn-e Sohülerfeier im' diohftgefülltein Festsaal des PJ oteis Continental, die nicht mir schön und, froih war, sondern alis erhebendes Zeugnis jüdisolior * Erneu enuiug begrüßt, wedem muß. Die Lehirfortschrlbte dieser jüdischen. Anstatt, die bis zum--dritten Jahrgang gediehen ist,/ sind von berufenen staatlichen Fa»ciiileuten längst aneiikanint. N-iun hatte miatn die große Freude, den Geist des Lehrikörports und . der Schüler an diesem eindrucksvolle« Abemd‘kennen zu lemian. Herr Professor Braslawsky; der 'hochverdiente jüdische Musiker, saß am Klavier und leitete die hebräischen und deutschen Qhore, die hebräischen -Sololieder der Knaben und Mädchen, die mit rührend innigen Kinde-rsttimmep . Volkslieder und ' ipalä-stinanais che Weisen aber auch ganz ventreffliehe. Perlen, deufephar Tondichtinng vom Schnlbert und Weber z-uni Vo-rbnag brachten.. Einige -Knaben .und Mädchen . sprachen hebräische ui.n-d deutsche Gedichte '.mit erfrischendeir Unlbefaingenheit, wie das freie und doch taktvolle Benehmen dieser ganzen Sohair ■ bezeichnernd' für dais vorbildliche -Winkern ihrer Emicher^ist. -.Solotänze und ein anmutiger Reigen, den Frau Professor Dr. M. H.ofman'm eamsibudiert hatte, .ferner eine Reihe lebender Bilder und die übenrascheind geliungcnc Wiedergabe der ersten Szene , aus Otto .Ludwigs »•Die Makkabäer«, ergänzten di*e Darbietungen der Schüler und Schüle-rinin’ieh. Den Höhepunkt des Festes bildete die Festrede des .' Direktors. Dr. " Viktor K e 1 l'iie r, die auf juiigünh 'alt einen tiefen Eindruck machte. Während der Pausen 'boten die Knaben und Mädchen selhstgezekhm-ete Ansichtskarten zum Verkauf an und brachteneinen ainisebmliahem Beitrag für die jüdischen Greise• Wiens auf. Das Feist wird allen Teilnehmern in schöner Eriiiine;ruing bleiben und sie an spornen, für dieses jüdische Kullturwedc mit doppelten Kräften zu werben. Die Juden und die Tuberkulose. Der bekannte Londoner medizinische Forscher, Professor Cummins, dessen Spezialgebiet die Tuberkulose ist, hielt jüngst in London .einen interessanten Vortrag, in welchem er ausführte, die Stadtbewohner seien entgegen den bisherigen Annahmen viel mehr gegen die Ansteckung mit Tuberkulose immun als die Landbewohner. Er erklärt die Erscheinung damit, daß bei isoliert lebenden Menschen die Krankheitskeime viel sprunghafter von einem zum anderen Individuum übergehen; eine ganze Familie kann von einem' kranken Mitglied angesteckt werden, während andere Familien gänzlich immun bleiben. Wo hingegen die Individuen im ständigen Kontakt sind, in bevölkerten Zentren, übergehen die Krankheitskeime beständig von Mensch zu Mensch, so daß der einzelne Krankheitskeim viel kleiner und ungefährliche ist. ,Diese Theorie könnte die relative Immunität erklären, deren sich die Juden gegenüber der Tuberkulose erfreuen, obzwar sie in schlechten hygie Ischen Verhältnissen leben. Die statistischen Feststellungen der amerikanischen Roten-Kreuz-Kommissio in Polen ergeben das Bild, daß die Krankeitsziffer der Tuberkulose bei Juden der Hälfte der Fälle bei Nichtjnden entspricht Im Jahre 1917 gab es in Warschau vier Tote vom Hundert, davon ein Viertel infolge von Tuberkulose. Das Verhältnis : der Todesfälle zwischen Juden und Nichtjnden betrug 100 zu 180 der Gesamtbevölkerung, wobei der Umstand berücksichtigt werden muß, daß die Lebensverhältnisse der Juden in Polen sehr ungünstig sind. Diese Resultate würden die Theorie des Professor Cummins bestätigen, indem die Juden als Stadtbewohner par exzellerice gegen Tuberkulose viel immuner sind als Nichtjuden. Andere behaupten wieder, dieser Grund sei in der Seltenheit des Alkoholismus unter den Juden zu suchen. ■Jedenfalls ■ scheint die größere Immunität der Juden gegen epidemische oder . ansteckende Krankheiten eine alte Erscheinung zu sein, denn schon im Mittelalter findet sich diese Beobachtung bestätigt. . Die Einhaltung der Reinlichkeitsvorschriften, Enthaltsamkeit und Nüchternheit mögen diese Tatsache zur Genüge erklären. Im Mittelalter freilich halte die „Wissenschaft“ eine andere Erklärung zur Hand, der Teufel- und Hexenaberglaube blühte und so mancher Jude mußte eines qualvollen Todes .sterben, weil er das Verbrechen begangen hatte, in Zeiten allgemeiner Epidemien — gesund zu bleiben. 30. Dezember 1921 Seite 3 - --- - ' ■ ■ —.. .---- - " ‘ .4M Mitteilungen aus dem Publikum. Mendel Hübner und Frau zeigen, die Geburt eines kräftigen Buben an 5f Vom Keren Kajemeth TJisrael (II., Taborstraße 59). Alle Kommissäre, Vertrauensleute des Keretf Kajemeth wie auch die Mitglieder der österreichischen Landeskommission werden hiemit verständigt, daß Sonntag, 1. Jänner 1922, 1(iU Uhr, im Bureau des Keren Kajemeth l’Jisrael eine wichtige Sitzung stattfindet, bei der die Herren-Nathan Groß, Dr.Zweig und Dr. Granow s k y vom Hauptbureau Haag über Keren-Kajemeth-Fragen referieren werden. Es ergeht das höfliche Ersuchen, zu derselben zuversichtlich und pünktlich zu erscheinen. Die Plünderungen äm 1. Dezember. Wie wir erfahren, fand : gestern abends ein Ministerrat über die Frage der En t s c hä di gung der von den Ereignissen am I. Dezember Betroffenen statt Änderungen im Postverkehr. Bekanntlich sind gemäß den Beschlüssen des Welt-» postlcongresses von Madrid bereits im Laufe dieses Jahres die Weltpostgebühren in den Ländern des Weltpostvereines erhöht worden. Am-T'. Jänner 1922 treten nunmehr auch die übrigen Bestimmungen des Weltpostvertrages vpm 20. November 1920 tn Kraft. Die wichtigsten Aenderungen gegenüber dem bisherigen Zustande sind: Das Höchstgewicht der Briefe einschließlich def Wertbriefe beträgt. 2 kg. Das Höchstgewicht für Warenproben beträgt nunmehr im ganzen Weltpostverkehr 500 g. Blindendrucksachen sind bis zum Gewicht von 3 kg zugelassen.; 4. Für einzelne versendete Druckbände nach de«! A slaiid beträgt das Höchstgewicht 3 kg. 5. Fensterbriefe, auch eingeschrieben, sind ini ganzen Weltpostverköhr zugelassen. Zu Wertbriefen dürfen jedoch Fensterbriefumschläge nicht verwendet werden. 6. Die postlagernd gesteiften Sendungen müssen den Namen des Empfängers enthaften; der Gebrauch sogenannter C h i f f e r n ist nicht mehr zugelassen. 7. Im Weltpostverkehr können auch Pakete bis 10 kg und dringende Postpakete bis 5 kg versendet werden. Am I. Jänner 1922 werden auch im Verkehr zwischen Oesterreich und Ungarn, der Tscliecho-Slowakei und Rumänien auf Grund der Vereinbarungen auf der Konferenz voit Portorose verschiedene Aenderungen im Postverkehr eintret’en. Vor allem wird im Verkehr zwischen Oesterreich und Ungarn die gegenseitige Anwendung der inländischen Postgebühren aufhören. Es werden die österreichischen Inlandsgebühren im bisherigen Umfange nur mehr im Verkehr mit P ein t s e h 1 a n d gelten und im Verkehr Oesterreichs mit dem ganzen übrigen Auslande die Weltpostgebühren angewendet werden. Zwischen den Postverwaltungen Oe st err ei c h S, U n g a ms, der Tschecho-Slow a k e I u n d R u m ä n i e n s, ist jedoch mit Wirksamkeit vom l. Jänner 1922 folgendes vereinbart worden: Die Gebühren für gewöhnliche Briefe und Postkarteft werden gegenüber den Weltpostgebühren e r m .ä-ß i g t. Es wird von Oesterreich nach jedem der drei „anderen Länder die Gebühr für einen gewöhnlichen Brie f bis 20 g K 20, für je weitere 20 g l< 12.50 und die Gebühr für eine Postkarte K 12 betragen. Für die Blindendruck-Sachen nach dieseft drei Ländern werden die inländischen österreichischen Gebühren eingehoben. Für 'die Zeitungen nach Ungarn und def Tschecho-Slowakei gelten die inländischen Österreichischen Versand- und Beilagengebühren; die Zeitungen nach Rumänien können wie bisher bis auf weiteres nur als gewöhnliche Drucksachen versendet werden. Die Gebühren für Pakete bleiben einstweilen un-, verändert. Im Verkehr mit den übrigen Teilnehmern der Konferenz von Portorose (Italien und Königreich , S. H. 8.) werden die dort vereinbarten Gebührenermäßigungen und sonstigen Verkehrserleichterungen nach der. Genehmigung des abgeschlossenen Uebereinkommens. durch die betreffenden Postverwaltuugen in Wirksamkeit gesetzt werden. Bedeutende Erhöhung der Preise in den Gasthäusern. In der gestern abgehaltenen Sitzung der Gast* wiitegenossenschaft teilte Vorsteher Ho lz'nun n mit; daß mit 1. Jänner 3922 eine * b e t r ä c h t? liehe Erhöhung sowohl der ’ B i e ru n d W e i n p r e i s e als auch des Speiset a r i f s unvermeidlich geworden ist. Der Bierausschankpreis wird vom 1. Jänner in folgender Weise festgesetzt: Liter Abzugbier K 100, ein Seitei K 60, Va- Liter lichtes Lagerbier K 130, ein Seitei K 30 l/a Liter dunkles Lagerbier K 140, ein Seitei K 90, für Konzertlokale, Lokale, welche der Luxussteuer unterliegen und für Saisongeschäfte kommt ein Zuschlag bis 30% hinzu. Ein Ausschankpreis von K 180 für ein Viertel Altwein und von K 220 bis 250 für ein Viertel Heurigen erscheint den Wirten ebenfalls gerechtfertigt Ebenso wollen sie eine bedeutende Erhöhung des Soeisentariies vornehmen,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.