Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 1044 (25.12.1921)
- Date
- 1921-12-25
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6_Wien, Sonntag öffnen, um die feine, g'dlb-e Erde über .meine Hände Tie.-.c’:i;-::i lassen, wie ich cs oft i-n der Wüste getan' hatte, wie der Liebende dtzs Haar dor Geliebten übet die Hände gleiten läßt, doch ein Verbot stand m mir uni, das mir verwehrte, am «Leser Erde zu rühren. Ein .gewöhnliches Seidemsädkchen ist es doch, gefüUt mit; Erde, wie irgendeine Erde, Sand von diesem oderr jenem Erdboden, sagte ich. mir, aber es glitten Schwingungon um mich, die vielleicht mein überreiztes Geh im liiirr gebar, die mich wie gebarmt vor dem Tisch sitzen ließen, auf dem einsam dieses einzige A'btschi'edsgesdh'eintk meiner schönsten Zeit Ing. Oft betrachtete ich es. Oft wünschte seih mir, es. sv öffnen, um mein Gesicht in dten feine” rieseörede-n Ge]bsaimd zu verwählen, wie ich es oft in der Wüste getan harte, wie der Liebegide sich im Haar der Gedichten verwählt, doch stets erirmeite ich midi im letzten . Augenblick des Verbotes aus den Tiefen meiner Seele; und., mit weher, feierlicher Scheu legte ich das Säckchen Nieder hin. wo cs gelegen war. So wird es Hegen, bis die Zeit seiner Bestimmung gekommen sein wind. Verflochten für jede Ewigkeit mH dein Geschicken Jeru-, salems, wird es Erinnerung sein und Bindung mit Jerusalem, dem Körper, aus. dessen-Gewölben die Seele schied. Wie es Sitte ist und Tradition in meinem Volke, wird dieser feine, gelbe Sand vom Oelberg, der wie,ein Lowe vor Jerusalem liegt, Polster diem Kopfe sein,, •.vemi es ihm verwehrt sein, wird, .Seite an Seite zu liegen mir den Vätern in den Grabgewölben des Oelberges vor jerusrdem. Es wird dieses Säckchen Erde den kleinsten' Diener der heiligen Stadt begleiten, wenn er ‘ aufgebrochen sein wird aus dem Hause des Dahinschwindens. um ein au gehen in die Zelte der Ewigkeit. Für die anderen ist dieses Säckchen Erde wohl eine Geringfügigkeit, nebensächliche Angelegenheit, wie Öde Gedanken, die es hervor ruft, aber die Näöhitc gehen' schwanger und gebären Wunder, wie oft auch die Sofline sinkt. Wir. die war anders sind, sind erkoren, uns diesen Wundern zu geben mit der ganzen Innigkeit.des Erleben«, auch wenn vri-r oft wähnen, unter der Last d’äs' Erlebens znsammenziiibrechen^d'emin wie wir unser Leben sl? Wunder e mp rindern, empfasigeo wir als Wunder jeden Augenblick die Dinge und Gedanken, die uns binden, -in die unbesprechbaren Erlebnisse der httitigerbsenen Seele, die sich einst schwingen wird ‘in die Grenzenlosigkeit des Einsseims. Die Nächte der Zwiesprache mit einem Häufchen. Erde aus Jerusalem mögen vielen lächerlich erscheinen. Was kann ich dagegen tun? Andern mag lächerlich erscheinen das Stammeln der Liebe in den Nächten der Linst oder die Betriebsamkeit der Tage um Dinge und' Erlebnisse, diie den AugenMicfc, dfer sie gebar, nicht überleben. Jerusalem als Geliebte mag wunderlich er-, scheinen; wer aber mag-rechten übet die unendlichen Wege der Seele zum Ziele ihrer Vollendung? Judenhetze in St. Pölten. Die deutschnationalen Eisenbahner und Postler voran. — Der katholische Bischof und der protestantische Pastor tun einträchtig mit. — Gendarmerie und Polizei helfen den Erpressern. Aus Anlaß des M a k k a.b ä e r f e s t e s hatte die Zionistische Ortsgruppe in St Pölten fiir Sonntag den 25. d. M. die Abhaltung einer Feier angesagt Dieser Umstand schien den Antisemiten die passende Gelegenheit, an den Juden ihr Mütchen zu kühlen und in ebenso frecher und gewalttätiger wie dummer Weise an den Juden eine Erpressung auszuüben. Das Signal für die Hetze gab die Deutsche Verkehrsgewerkschaft (Ortsgruppe St Pölten), die deutschnationale Gewerkschaft der Eisenbahn- und Postbediensteten. Sie ließ in den Straßen St. Pöltens nachstehenden Aufruf plakatieren: „Deutsche Verkehrsgewerkschaft Ortsgruppe St Pölten. St P ö 11 e n, 21. Dezember 1921. Allen Kameraden sofort zur Kenntnis bringen!!! Wir haben zuverlässig Mitteilung darüber bekommen, daß die Juden St Pöltens am 25. d. M. 1921 im Oe i s t- Saale einen Purim-Ball zu veranstalten beabsichtigen. Zur Aufklärunggebenwir bekannt, daß d i e J u d e n unter d e r B e z e i c h n u n g Pu r imfest (Hamansfest) einjüdisChesFreudeur. f es { zu r Erim erung an dieErmor, düng von 75.000 Ariern, veranlaßt durch d.i e. jüdischeKönigin Esther, eine Nichte M o r d e c h a i s, f e i e r n. Wenn die Abhaltung dieses jüdischen Festes an und' für sich schon eine bodenlose Frechheit uns Ariern gegenüber bedeutet und wir aus diesem Grunde gegen die Abhaltung des Festes Stellung nehmen, dann müssen v.ir uns aber auch noch deshalb gegen eine derartige Absicht der Juden verwahren, v/eil dieses Fest a n einem der größten Feiertage beider christlichen Bekenntnisse geplant -ist. Es scheint uns die Wahl des 25. Dezember keine zufällige, sondern eine absichtliche zu sein. Das Weihnachtsfest ist nicht allein christliches, sondern auch ein nationales Fest und man muß deshalb die in uns herrschende Erregung verstehen. - - Die Juden scheinen in unserem Oesterreich ihrer Sache bereits so sicher zu sein, daß sie sich ruhig unterfangen, unsere religiösen und nationalen Gefühle durch ein derartiges Fest zu verhöhnen. Im neuen palästinensischen Reiche Zion bieten die Araber den Juden die Stirne; nur bei uns bringt niemand so viel Mut und Tatkraft einerseits und Verständnis für die jüdische Gefahr anderer.se i t s a u f, um dem schon allzu argen Treiben und Uebergriffen des Judentums Einhalt zu gebieten, und so kommt es, daß Volk und Regierung sich ruhig und herrenlos am jüdischen Narrenseile herumführen lassen. ' Kameraden, es ist höchste Zeit, daß ihr Augen und Ohren aufmacht, um zu sehen und zu hören, wie fest das. Judentum bei uns bereits > verankert ist 11 Nehmt Stellung gegen obige Absicht der Jqden und wirket aufklärend jeder einzelne in seinem Bekanntenkreise!! Arier, laßt euch nichtbeschimpfe nlll" Ueber die Dummheit dieser Ausführungen ein Wort zu verlieren, erübrigt sich. Sie sind im Niveau des deutschnationalen Antisemitismus gehalten. Man muß nur über die Frechheit staunen, mit welcher sich eine Gewerkschaftsorganisation öffentlich über Recht und Gesetz hinwesrsetzt Die Sache wird aber erklärlich, WIENER MORGENZEITUNG mpiiem HisinnM Antike und künstlerische Ml elegant Jöinp HUlMi & Co. * Wien, I.,^Seilerstätte Nr. 3 (Palais Coburg) m üSgTn"ii!i T-.-i.i-., IS W..S. HSSii.r.iiÜCTii.wS.wjw n .■ n~arrTr.i wenn man das Verhaltet der öffentlichen Faktoren in St Pölten in Betracht zieht Erkühnte sich doch auch der protestantische Pastor: Deutz, den:St Pöltner Rabbiner Dr.Schächter kategorisch aufzufordern, für die Absagung des Festes Sorge zu trägen. Dr. S c h ä c h t .e r stellte den Pastor persönlich zur Rede, wie er sich zur Teilnahme an einer derartigen Hetze erniedrigen könne; Er machte /iHn auch darauf aufmerksam, . daß das Makkafjäerfest' mit dem Purimfest, welches auf einen ganz anderen Termi : falle, nichts gemein habe. Der Pastor aber gefiel sich in Drohungen, erklärte, daß er das Volk hinter sich habe, und stellte Gewalt in Aussicht Am nächsten Tage erschien aber auch im Aufträge des B i s c h o f s‘ der Dompfarrer bei Dr. S c h ä c h t e r, um die Absage der jüdischen Feier zu erpressen. Die Herren glaubten : aber damit nicht genug getan zu haben. Beim Besitzer des Etablissement Geist, wo die Feier stattfinden' sollte, erschienen der Dompfarrer, der Kommandant der P o 1 i z.e i und Gendamerie in. Begleitung des Sohnes des Landeshauptmannstellvertreters und Abgeordneten Zwetzb acher und drohten ihm mit Gewalt und Boykott, wenn er 'den Juden das Lokal überlassen würde. Die Regierungsorgane haben sich also nicht damit begnügt, die Judenhetze zu - dulden, sondern haben wacker mitgearbeitet. Pastor D e utz hat überdies in der R e 1 i gi o nsschule im Gymnasi um die 8 c hü 1 er auf gebeizt. . Unter solchen Umständen haben es die Veranstalter vorgezogen,, die Feier zu verschieben. Aber die Sache ist nicht abgetan. Dafür werden die V e r- : tr e t e r der nätionäl: organisierten1 Judenschaft Oesterreichs sorgen. Der Regierung und dem Gerichte wird Gelegenheit gegeben werden, sich mit dem schandbaren Treiben der öffentlichen Funktionäre, der Gewerkschaft und pflichtvergessener Seelsorger zu befassen. Es wird Genugtuung gefordert werden. . Ein modernes Autodaf6. . Eine sozialdemokratische Jugendorganisation in Berlin nimmt das; zweifelhafte Verdienst für sich in Anspruch, ein Kampfmittel des finstersten-Mittelalters in unseren Tagen wieder in Anwendung gebracht zii haben: die Verbrennung als ^schädlich und und verderblich“ erkannter Bücher. Gegen einen solchen Wiederbelebungsversuch der Inquisition, mag er von welcher Seite immer unternommen werden, kann man gar nicht energisch genug protestieren. Es ist gegen den menschlichen Geist im letzten Jahrzehnt in der Praxis genug gesündigt worden — wozu diesen permanenten Frevel auch noch durch symbolische Handlungen besonders weihevoll in j sinnliche Erscheinung treten lassen? Als Gottsched die . Verbannung des Hanswurst von der deutschen Bühne in : einem eigens zu diesem Zwecke gedichteten Stücke wörtlich durchführen ließ, hat Lessing solches Tun mit Recht als ' größte Hanswurstiade gebrandmarkL So bleibt die Verbrennung gedruckter Geistesprodukle auch dann eine Sünde wider den Geist, wenn idle Vernichtung solche Werke trifft, die den Geist zu beleidigen scheinen. Ich sage absichtlich schein e n. Denn ein absolut .gültiges Kriterium für geistige Werte gibt es nicht, vorausgesetzt, daß man den Standpunkt der „heiligen“ Inquisition,. : den religiös-dogmatischen, ablehnt, was doch bei einer sozialdemokratischen, Organisation selbstverständlich ist lEin gleich unverrückbarer ästhetischer Maßstab ist noch, nicht gefunden und wird voraussichtlich auch nie gefunden : werden. Wenn das erst bewiesen werden soll, kann ich , mit einem drastischen Beispiel dienen. Im Mai-Heft 1921 der : sozialdemokratischen Monatsschrift „Der Strom“ (des gewesenen Organs der Wiener " Freien Volksbühne) hat 'Stephan Hoc k, der nachmalige Dramaturg des Burgtheaters, energisch gegen die bekannten Indianerbücher i Karl M a y s Stellung genommen. Schon im nächsten Heft (Juni 1912) hat Berthold Viertel, damals Dramaturg der Wiener Volksbühne, heute Dramaturg eines : reichsdeutschen Theaters, gegen den von Hock eingenommenen „Professoren-Standpunkt“ protestiert und zur Verteidigung Mays wörtlich ausgeführt; „Daß die Buben Karl Mays Gestalten so Heben, beweist doch wohl, daß es Gestalten sind, wenn auch nicht Gestalten im künstlerischen Sinne der Erwachsenen.“ Kann man das nicht auch! auf jeden beliebigen Detektivroman beziehen? Und paßt es, wenn man statt „Buben“ einfach „Mädel“ liest, nicht ebensogut auf die berüchtigte Courts- Mahler wie auf Karl May? Selbst ira Reiche der ganz Großen sehen wir bedenklich schwankende Werturteile walten.' Es gab io deutschen Landen einmal einen gewaltigen Schiller- Enthusiasmus. Darauf folgte eine Epoche, die Schiller am liebsten aus den Listen der Dichter gestrichen hätte. An Heine entflammte sich einst die junge Liebe, heute entzündet sich an ihm ein alter Haß: der Rassenhaß. Die Beispiele könnten ins Unendliche vermehrt werden. Aber wozu? Denn selbst wenn es einen absolut gültigen Maßstab für Geistesprodukte gäbe — was vermag im Zeitalter der Buchdruckerkunst ein Autodaffi, das zu Zeiten der handschriftlichen Ueberlieferung wirklich vernichtend wirken konnte? Das AutoüafG von Berlin sollte auch keine physische, sondern nur eine seelische Wirkung haben. Ist aber die psychische Wirkung eines Vcnnchtungakampfcs auf die i Juaend wirklich erstrebenswert? Der alte ilinookrates hat _25. Dezember 1921_Nr. 1044 gesagt: „Qüae medicamenta non sanant, ferrum sanat* quae ferrum non sanat, ignis sanat.“ Ist die Seele det modernen Jugend so krank, daß man gleich das schärfste Heilmittel in Anwendung bringen muß? Man versuche es doch zuerst mit. linderer Medizin. Solange diese noch zu wirkenvermag, richtet die Anwendung der schärferen mehr Schaden als Nutzen an. Die kranke Welt kann nur durch Abkejir vom Vernichtungsgedanken, der so unsägliches Elend über unsere Zelt heraufbeschworen hat* gesund werden. Deshalb ist es auch vom pädagogischem Standpunkt zu bedauern, daß eine mit dem Blick In die Zukunft gerichtete Partei zu Mitteln einer finsteren Vergangenheit greift uqd, wenn auch nur äußerlich, eine geistige Kampfmethode rehabilitiert, der das Kainszeichen des größten Verbrechertums, das die Weltgeschichte kennt; für ewige Zeiten aufgebrannt ist. Muhme Schwarz, j Eine Chaiuikahermnening yon Jakob Krausz. -Das Chanukahfest hat io der Judengasse wedef die Weihe des biblischen Festtages, n-och die über* schäumende Fröhlich*lceit des Purimfestes gebracht* Tagsüber ging jeder seiner, gewohnten . Beschäftigung nach, erst bei Einbruch der Dunkelheit, weiuv im, den kleinem Fenstern der niedrigen Judenhäus.er. •die-. Chanulca'hl'icbtileiTi erstrahlten,: bot die Juden-' ga>S£ .ein eigenartiges Bild; dar. Es :sah aus wie ein. Bekenntnis .zum Judentum; gegenüber der Außen-, weit; wie eine weithtpleucbtenderMesusähik-die sonst am.*;die Türpfosten, der Judenwabnung genagelt ist*- Unddoch -hatte .diese .Schaustellung.: der, brennen*' den;Chanukahlich'ter. inWa>liTlieit-:vweder die Bei» deutning einer (Illumination, .etwa zu Ehren der Makkabäer, noch, -sonst irgendeiner Demonstfätion... Die i Entzündung der .Ghadukählichter war Selbst»-; zweck.i .Sie durften nicht. ajs. Beleuchtungskörper' ■ dienen,'sondern mur gesehen werden als Erbinerungsw Zeichen', an—- das -Wunder, das unseren Vorvätern, geworden . . . ' .Das' Chmiukahrfesi im alten und auch im neuen Ghetto'war von einer beklemenden Mystik umgeben. Nichts gemahnte an die Heldentaten der Makkabäer, nichts am die Känvpfe um die Eigenart, das nationale Symbol des um die Freiheit ringenden jüdischen Volkes. In der Judengasse, und selbst in ihren Eehrhäusero, waren die Makkabäer-Bücher, die. nicht, zu den heiligen Pf lichten zählen, unbekannt, die - Chanukahliturgie knüpft an den .Hohe- -priester -Ma.titja.hu und nicht an die Makkabäer an,: und .selbst in* der Ghamikahhymne »Maos zur jeschuiathi« findet -sicli kein Akkord z>ur Verherrlichung- Juda Makkabis und seiner Helden schar. Für; die finstere,. trotz ihrer erkünstelten Heiter-| keit; bedrückte Jadengasse war das Chanukahfest ein.' Fest, des mystischen Oelikrügleins, ein Fest zur. Erinnerung/—,;'»*!; harmi-ssim«, a«n. die Wunder.; - Diese, mystische Chanukahstirnnrang ließ -auch» keine rechte; Fröhlichkeit im Familienhaus aufkommen. Es war eine stark sardinierte Lustigkeit, im Hause, was vielleicht unbewußt mit dem zeitlichen Zusammenfällen des Chanukahfestes, mit der christlichen. Weihnachtsfeierzu&ammenhdng — alles, in der;Judenstuibe und außerhalb derselben war um die .Ghanukabzeit herum so -nervenspannend, so atem-beklemmend geheimnisvoll. Während draußen der Sturmwind durch die enge-n Judengassen brauste, daß "er : die Chaoukahl ich t er durch die schic entschließenden Fenster zu verlöschen drohte, und aus den' Nachbargassen abgerissene Töne des Kri-ppen- Iiedes’der; »Bethlehemer« . in dis .Ghetto trug, ließ drinnen Jung und Alt das aus Blei gegossene oderaus Holz geschnitzte' »Dreiderl« (in Mähren und in der! Slowakei »Trend er! < genannt) laufen, auf dessen vier Flächen Je einer der hebräischen Buch- staben -N. G. H. S. (Nes Gadol Hajah Scham, ein großes Wunder geschah dort) eingraviert war. Alles und! jedes, was im .Zusammenhang stan-d mit Cha* nukah,- sollte an das Wunder erinnern. In der Juden Stubeging der Märchen-geist um.; Die' Bach-urim der Jeschiwah waren wohl die einzigen, die an dem Glianukahfest ihre ehrliche Freude hatten. Die während des ganzen Jahres gar strenge D-kizipiIdtt wurde für die Channükrthaben-de ein• wenig gelockert, es wurde mit dem »Lernen« ausgesetet, .man 'gab sidh der Zerstrenuuing, dem Spiele hin. Die Neulinge, die Füchse der Jeschiwah, spielten Trenderl, ein Gesellschaftsspiel;, das bei hohen Eiimsätzen auchsehr verlustreich oder . gewinnbringend sein konnte. Jeder .Mitspieler hatte .einen -bestimmten Einsatz in die Kasse ein-. zuziählen. Die vier hebräischen Buchstaben N. G. H. S. wurden für das Spiel verdeutscht und bedeuteten . »'Nichts, ganz, halb, setz' ein«. Jeder Spieler'durfte einmal das Trenderl laufen laissen, und je nachdem, welcher der vier Buchstaben mach dein Wurfe obem-auf sichtbar wurde, durfte er aus . der JCdsse ,— nichts, das Ganze oder die Hälfte . 'eihheimscin oder mußte, wenn er das Pech harte, daß ihm das drei,zahnige »Sch in« entgegengritiiSte, einem frischen Einsatz .leistem. Es .ist nur selbstverständlich, daß der Vol'kswitz sich sehr bald dieser .vier Buchstaben-bemächtigte und sie nach seiner Art deutele. So wußte jeder Jude in.det Slowakei, . der auf das mit Unrecht übcdlbeleuimunidete Neutra schlecht, zu sprechen war, daß die Insoriptio treudelarum. wie ein Schalk sich einst ausdrückte, eine Rehabilitierung der Neutra er Diebe beurkunde und die Initialen des historisch tunanfcchtbaven Satzes darstelle, »Neutraer Gamowim hängen schon«, mit anderen Worten, in Neutra gibt es keine Gamawim mehr Die Bachurirn der Jeschiwah, der Hauptstadt devs riowAkiscben. •Komita'f». von welcher hier die