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Wiener Morgenzeitung · 1921-12-25 · Heft 1044 (25.12.1921) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 1044 (25.12.1921)
Date
1921-12-25
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Wir, 1044 Wfeff, Sonntag’ Dr. Pis'Vo, Redakteure der »Geriohifrs'hall'le« Dr.,! Adolf KuWca, Pr. Basch, Dr. H. Jaques. Nach dem, Polizeiibericibt zu schließen, fand eigentlich am 14.''März, scheinbar vor der öffentlichen Beratung,, die ja im Sitzungssaal der Kultusgemeänide stattfand, *) b£i Szamto eine Unterredung in Angelegenheiten der Alliance statt, •b.ei der aber große Mein-u/ngs-verschiedemheiten an den lag traten, Kom-pert und Pr. Pis>ko erhöben »nicht ««gewichtige. .Bedenken gegen die Zweckmäßigkeit eines solchem Vereins, tonid dies insbesondere aas ,politischen Gründen, da ja die Verhältnisse und die.. Stellung der' Juden-in Oesterreich gacvz von denen der französischem Judendifferieren. ' Sie sahen in der Begründung einer^ Allia/mce eine Art »israelitischer Gustav-'A-diolf- Vereine«, die aber unter der .Patronanz und' Beeinflussung . von Paris wenig Gedeihen versprechen/ Socamn erhoben sie auch Bedenken, daß ein von französisch em^ Interessen inspirierter Verein de« »Feinden, der Israeliten« nur Anlaß ,zu neuen Verdächtigungen derselben, die ja ohnehin bereits zahlreich sind, geben konnte. Schließlich beantragte Josef Werfcheimer 'die I3egrünidung. eines »Vereins für die Kultus- und üuterrichtsiinterepseiK und hiezu die behördliche Bewilligung, tiacteiusuchen. ' Aber außer (Fieser Unterredung utnd der öffentlichen Beratung, die in demselben Fahrwasser verlief,, wurden in dieser ganzen Angelegenheit keine weiteren Schnitte unternommen. ■ . ■■ IV. ' - . ' ' Jelllneks und Wertheimers Bemühungen, i« Wien linen Zweigvereim der Alliamice Israelite zu gründen, wurden zunichte. Sie fanden bei den hiesigen Juden,; außer sehr wenigen Intellektuellen, so gut wie gar Keinen Widerhall. ■ - - : - - >:.. . '; Und obwohl die Polizei dies sehr gut wußte/1 Hielt sie es noch, immer für ratsam/ ihren Ueberwabbuoiigs-4 tlienst. aufrechtzuerhialten.; , -.1 , . Aber nicht nur in Wien allein; eSestna! sCherifete sie ihr besonderes Augenmerk auch Galizien uin-d A enetian. -Am 18. Oktober 1864 meldete die Lembergec Statthalterei, daß an die,»Gazeta Narodowa« ein Exemplar der »-Bulletins de i’AEdance Tsraelite Universelle« cm gelangt sei. Die Statthalterei beabsichtige jedoch, düs; erwähnte Exemplar zu beschlagnahmen, da aiÜ einer Stelle »die politische Verbrüderung' der Israeliten! - und jolnfechen Aufständlpr« an gepriesen werde. (Berichtder Lembarger . Stattihalterei > vom 18. Oktober'1864,: Zahl 1402/pr. zit. Fasz.) Das Polizeiministerium hatte, auch sofort die von der Statt'halterei beabsichtigte, Be-, *) Die »Neuzeit« vom 20. März 1863 (Nr. 12) be-. richtet, daß am. 14., März die erste .Beratung uSgr; die Alliance unter' Wertheimers Vorsitz im Sitzungssaal der Kultusgemeinde stattgefimde« hat. i Bei., derselben wivnde zunächst die Frage-besprochen, ob ein 'herein oder eine Filiale der Pariser" Alliance' zu; begründen' sei. Sowohl gegen deai einen als auch gegen den anderen Modus wurden Bedemk ein erhoben. Endlich kam man überein, eine Kommission zu wählen, um darüber im engeren Kreise: zu beraten und ihre Vorschläge dem konstituierenden Komitee zur Beschlußfassung •rprzttlegen. In die" Kommiissio-n wurden Werfcheimer, di«. Pr.ejligeT Mannlieimer untd JeÜibek,. ' D. .Kshigswarter, Dr. L, Kompert, Dr, Mosenchal und der Ab-, geordnete Kuranda gewählt G. Wbl-f -b-eri-cbitet in seihem- »Josef Wertheimer« (Seite 151) wiefolgt: »Zunächst, wurde die prinzipielle Frage, ob sich in Wieneine- Filiale der Alliance Israelite oder ein selbständiger Verein, der ähnliche Zwecke verfolgt wie die Alliance: Israelite oder wie bei den Protestanten der Gustav Adolf, bilden soll. Die Beratung führte zunächst zu keinem Resultat.« WIENER MORGENZEITUNG Raglans Kerrenkleltferhaus Hfiia Keinberger I.» SlngersSraße © 145 Spezialität: EMPRKGN.WASSER- DICHTE RAGLANS engl. Provenienz in zwei AnsiUhrungen, stark für Winter, leicht für Sommer. ®3r Heute den -1211. v. 2—r 18. Dez. v, 9sch'lagnahme völlig gebilligt. Doch nicht die oben erwähnte Stelle der Bulletins allein ■ provozierte,»diesen Stan-dpumk-t. Noch .im Jahre 1863 fiel in die Hände des PoHzeiministerium's ein Aufruf der »TAlikmce polon-aise de touifce-s les croy-a-nces religieuses«, die in diesem Zeitpunkt £ai Paris begründet wurde. Diese Gesellschaft verfolgte den Zweck, alle Religionsgenossenisiohiaften in der Heimat (Polen) für die nationalen Aufgaben zu einigen. Sie forderte auch zur Teil-naihrne am'Au-fstaind 2uf. Der Aufruf wa>r unter anderem von zahlreichen! prominenten .Mitgliedern der Alliance -Israelite, wie Astnuic, Leven,; Albert Cohn,- mitgeferbigt. (Näheres ■darüber in unserer Arbeit »Die Juden und die polnische NatiiQmaOb-ewegun g •i86d bis 1864c.) In diesem Aufruf wie auch in den Sympathiekundgebungen des B-ulfl-otims der Alliance zugunsten deis «polnischen Aufstandes sah die öatenreiöhisöhe Reg!sm«ng einen fovylutionä-ren Akt und verschärfte seit dieser Zeit ihre -Kpqlrolle, da sie in den Führern.der Aliiance Elomsh-tssah, die <iiie polnische revolutionäre Bewegung, unterstübzen, die zwar zurzeit in den Grenzen der Monarchie nacht alktiv war, doch jeden Moment auch iti Gaiizieüi auflodeim konnte. ” - Aus ähnlichen Gründen mußte sie - auch dieselbe Befürchtung bezüglich Veneti-ems’'hegen.. Den A-nE-aß dazu gab eine unisiChuldige Notiz in Wertlhrime-rs »Jahrbuch für Israeüitcn für das Jahr 5623« (1864—2865, Seite 200), worin erwähnt-wird, daß die AMeance Israelite in ihrem J-ahresberi'cht -.über die gelungene Gründungvou neue« Zweigvereinen Hi.Berlin,Konstanitinoyel und Venedig berichtete. Hierauf wurde die Statthailte-rei am 10. Jänner 186z beauftragt, mit Rücksicht auf die »s-t-aatsgeifä-hrhchein Tendenzen der AWaimceL über den angeblichen Bestand eines Zweigvereiihes -in Venedig dis entsprechenden Erhöbumg-ön ein zu! eiten und über das Ergöbr.fs wie auch dl‘;e: getroffenen Verfügungen zu berichten: Aber auch diesmal war die Angst des Polizeiministoriums viel zu übertrieben. Der Venediger Bericht stellte, eben fest, daß •inniir im Padua »ein Israelite« . das . Journal der Alliance Israelite Universelle bestelle, der betreffende , Abonnent aib-e-r sei ein,ganz simpler Kaufmann und beschäftige sich mit Politik überh-iulp't nicht/ Nur wyi.ige Juden'aus Venedig, wie der Äntiquitätemhändler Guglicpd Marndnlim, die Kaufleute Vivamte' Ahramo, Gebrüder I^evi, Emirico Castelnuovo und die Brüder Doktor der Mafhematiik Giu-seppe Luzzasti und Doktor med- Marco Lu*zzati werden »als Iin-dMduibn bezeichnet, welche mit exaltierten Grundsätzen und der österreichisch e>n Regierung nicht sehr zugetan, jeder Neueru.ng sowohl in politischer als religiöser Hinsicht leicht zugänglich sind. (Bericht aus Venedig vom 9. März 1865. Zit. Fasz. Nr. 1263 präs.) Auch bezüglich dieser 25. Dezember 192)_ Seife 3 Personen, die ja ohnehin unter behördlicher Uefbeirwadiung standen, koinnte die Polizei nichts Positives!, fest stellen, ob sie tatsächlich Anhänger der Alliance* Israelite'waren. Schließlich, stellt der Polizeibericht festj sei-die Anzahl der Ju-dep in den lombardi.sch-veneti'scheiri! Provinzen sehr gering und sie führen durchwegs - ein mehr zurückgezogenes Leben., das nur. mit ihrönj Handelsgeschäften auisgefüllt ist. ‘ ■ . Die Alliance-Idee durchdirang -kem'Sswegs die Judeitf - der ,venetisch-em Provinzen, aJbeir auch ebensowenig die der runderen, selibsit judenr eichen ö? t.e rrc ichi-sch«eiit. Länder.; Das Polizeiminli^eTium sah auch bald die Gru-n«cU losigikeit seiner Augst vor dem staatsgefährlicihen;Ten- .tlenzeni der vom ihm so gefürchtetem’ Alliance ein. Dis inzwischen' im Jahre. 1866 eimt-retenden Kriegsw-irrenl lenkten auch seine Au-fmerksamlkeit auf hindere Ereig^ misse-ab.-* Die jüdische Intelligenz, bemüssigt, ihren Patrioti!>* mtis möglichst ■deutlich an -dien Tag ' zu legen, dachte wenig an -die Fcirtsefeumg ihrer Arbeiten der Gr ün dring! einer Alliance Israelite. # - V. Nur W erfheimer und sein , engster . Kreis trugen sich noch immer mit dem Gedanke«, im' Oesterreich einen Verein nach dem Muster der Parisern• AUiainise Israelite zu gründen. Im Jahre 1872 gründete Wertheimer a-nläßlirili deck damals starken. Jitdianiverfolgungen in Ruanäritähein| ■»Komitee zur Hilfsakition z-uguimstein der mißhandeltem Juden in Rumänien«.-Dieses Komitee bildete ebem.-deri;. GrurJdistock der im Jahre 1873 von ihm, Komipert ..und! Kui'äjn.'dia . gebildetem »Israelitischen Allianz zu Wi'pn«-* welche, als eine selbständige, mit der Pariser Aliliam« nichtis Gemeinsames besitzende Körperschaft - ” jwöfldia« wurde. ’• 1 1f«n ihrer »patriotischen« Engherzigkeit wolltm Cbdri die ^Begrümd'er keimen Vorwurf auf sich läideh,ä aisl würden - sie die »jüdische Imtennariianale«, die Al-Hämce^ die«■ nach' den Ansichten der damaligen Gegner - des! Judentums nuich Erlangung einer 'jüdischen Weäilflierrscihift.strebe, unterstützen utnid fördern. Im der Tat aber! . schufem sie aus kCeiindich-er. Anigsit vor der Be schuldiguing: | der »Imiternatiomial-ität der Judcr.Öi-eit« nur eime.' sehn^ winzige Miniatur der von Crem-ieux und seinen .Milt- - ärbeitern gedachten Alliance Israelite Universelle, die 1 ja vor allem die Idee der Solidarität ' der'gesamtens«; Weltjuidieniheit vertrat. Unruhen in Alexandrien und Kairo* London, 24. Dezember. (Wolff.) Wie die „Mornin g Post“ aus Alexandrien meldet, haben auch dprt Kundgebungen für ZagluI Pascha stattgefunden, Patrouillen durchziehen die Straßen. Der Handel ruht Aus Kairo wird gemeldet: Anhänger ZagluI Paschas, die Befehl erhalten hatten, in ihre Dörfer, zurückzukehren, wurden verhaftet, da sie sich wöigerten* dem Befehl Folge zu leisten. Es.kam zu Demony strationen, in deren Verlauf zwei Ruhestörer g e 4 d t. e t. wurden. Polizei und ägyptische Truppea, ziehe durch die Stadt und. zerstreuen die Demonstranten. Der kleine Kreuzer „Ceres“ und ein Hilfsscliiff haben Befehl erhalten, nach Aegypten in See zu gehen.; .Kairo, 23. Dezember. (Havas.) ZagluI Pascha ist unter militärischer Eskorte nach Suez gebracht worden. Regenmäntel Herrenum! Damenwäsche, TexflluncS Stückwaren, altes erstkfiassig lind billigst In» Warenhaus I Schiffmann H.,Tabi>rsM 48-IWMM En gros 1074 En detail Aus Briefen Isidor Kaufmanns. Von Dr. Bernhard Wachstein. Die Meistersdhiaift des jüngst verstorbenen Künstlers im der Erfassung und ma-Ien-S'dbetn SiclitbarmactaTg der Tiefen des jüdischen Volkslebens' fet allgemein bekauint. Man vergleiche inuir einrädl das 'bekaranite Bild Moritz Oppenheims »Das‘ Verhören« mnd dais Karufmntn-nsd:.e »Die Prüfiumg«! (Wiener Kvmisthi-sbcirisdhes Mnseuan), das". den gleichem Vcrwu-rf. auim Gegemstatide that.,-. Der Raibbi, der das »Verhören« 'bei Oppeniheim y-yrnimitnt, ist ein grumdgütiger Marnin mit duirohgeistigtem Zügen, die hübsche Raibbinartoditer' mit dem Teller voll Obst (Schabbesobst) ist auch' nicht zu verachten., der Prüfling mit dem mächtigen Taümudfolianten verdient gewiß die Bejcbmmig. . von der Hand des schönen Mäddbems. .-Auch - das Interieur, dais den Frieden, uuid die Salb bat.ruhe widerspiegelt, wirflet angenehm. .Aber nach Kenntnisnahme dieses Vorganges halben' wir ■ weiter: kein. Bedürfnis, diese heilige Rulbe - durch uhiseire Anwesenheit zju störeni. A-ndiens bei der Kau-fnuandlis-cia-eiii Szenen Wir sind plötzlich vor eine Sähaiuibübnc versetzt, wo wir den Vorgängen mit gesfteimnitem Atem . Duschen. Dieses Mienensurid in den Gesichtem der drei Figuren ist; .m-diit das Produkt einer 'mein ent amen Aufwallung, niolit einer .individuellem. Gemüts-Veranlagung der zuifällig «io gearteten .Person-Mi. Die Bedingungen für ihre Er- .'icheiiniung reichem Jahuhnnnderte, vielleicht gar Jahrtausende zurück; wie im Dram'a erfahren wir erst all! mäh lieh die zuirückreioh-enden . Vorgänge, v die die Porsonon» welche so sdlir . unser Imtcires-se. in Anspruch ■ nehmen, betreffen. In diesem lebendigem Ausdruck der Gesichter tritt utnts die Erscheiim'ng einer Idee, einer großen UeberZeugU'ng, einerb'iolischeri Krackt entgegen,, die allem denen, die diese Figuren repräsentieren», Richtu-nig, Ziel und Halt gibt. Ob sie alle, wenige oder mar die wenigsten - diese Idee nochmals selbst erleben, ob der i'-ißerc Niederschlag dieser großen, inriric-nden, Ubcnserhalternden Idee bei einigem, bei vielen mn-r mehr eine Phrase ist, im Leben des Ganzem hat sie woch ihren Kurs. Die alte, überlieferte Gelehrsamkeit, die Geistigkeit belebt alle diese Menischen. Ein Kapitel der Philosophie der jüdischem Geschichte ist ums vor Augem geführt, und wdhirlich nicht das uin-imteressanteste. Die Saibbatruhe im Bilde Isidor Katufmanihs ist eiine andere als in dem Moritz Oppenheims. Es ist das Silentium für das Leben,, dais sich hier absipielt. Die Unruhe des Alltags .ist gebannt. Die Mems-chen (haben i-bre exoterisdhem Seelen im den Winkel geschoben uind sidh mit -esote-riadben angeklieidet. Der Prüfer, der ari den -Knaben die verwickelten Fragen stellt, aibar ein glückliches Gesicht zeigt, daß ihm sein Opponent mi-cht aufsitzt, ist, w'enm man so sagen darf, ein Laie. Die Berufsgelehrsamkeit Dt nicht seine Sache. Er ist wie viele andere einer der Lamdinim de-s Städtchens, ain den sich der auf seinem Schüler st-ol-ze Melam-ed wendet Es steht ■nichts im Wege, daß wir ihm morgen mit Leder, Pfeffer, Wechseln fhiandeilm-, sehen. Auch der Mcilamed muß -ruicih.t immer dem Metier amgehört halben. Er kämm ein Invalide, eines praktischem Berufes sein, aibeir dos Melaimdju-d sitzt ihm jetzt sehr gutt. Ebenso wird das entzüciketndie. »gute Jü-iiigeie«, da« wclhl den- Ta-lmaidfoliautem nicht in der Hamd hält, aber.dafüir im Kopfe, nicht immer mit diesen Studien allein seirn, Auis-lahgob'''.findeh. Im gar -nicht langer Zeit worden wir ihn. Immanuel Katnibs »Kritik der reinen Vennunft« »lenn-emd« antreff cd. .In ihm hat der Künstlcri das typische Jüdemilrimid" auf die Leinwand gezaubert. Wie ist der in Amd geborene. Küpstier, wodie ÜmfoTmumg des altem jüdischen - Leben,3 hindert Jtahire ziurüdkmeicht, zu seinem Geger.isti nd gekommem? Diese Frage legte ich mir' oft vor. Einige briefliche Mittdlungern Kau:r'nian-ns an einen Wiener Freund geben ums.imtcressaiute Aufschlüsse. Der Raum verbietet es mir leider, diese fünfzehn Briefe aus den Jahren 1893 bis 1907, die mir mein Freumd . . am den sie gerichtet waren, zur Verfügung stellte, f.teudruc.keii. Schon wenige Au«>- 1 zöge werden dem Leser einige Kenntnis über die Genesis von Kaufmamms Schaffen auf . jüdiisdhem, Gebiete vermitteln. Kaufmann, der für dais Male-- ri-sdhe . einen feinen Sion halbe» kam in .. seiner! nächstem' Umgebumg ■ -mit jüdischen Gegemista-nden! in Berühruoi'g. In Hclleschau i-n Mahirenhat; en eineaus alter Zeit stammemde Schiuirstube gemalt. Die Talmudfcirschenden sind nicht: mehr, . die Bücher mulem umbenütizt in den Regaleit. Da. erfaßt den Künstler ein tiefes Mitleid, mit dem . Gewesenen und nicht mehr Seiendem und es ergTreift ihn, die Erlebnistse vcm Jaihrhumderben' mit,auf die Leinwand z>u 'bringen. Keine R-cmnamtik, keime Restauration, aber ein Versuch, uimseir 'Seim . von gestern nicibck verschwinden m laissem, die Zeit zu überwinden und das gaaze Geschehen einheitlich zu empfinden. Dieses alte Leben, dessen. Spurnem ainur. noch an leblosen Gegenistämidem im Mähren und in Ungarn amzutreffen, sind,, wie mag dais ausgesehern halben? Galizien Dt für ihm das I-t-ailieU der Kuinis't, wo die Auswirkungen der aike«. Zeit in ihrem Glauben -und in ihrer. Geilehrsomkeit somatiseh: noch zugreifen sind. Die Unbequemlichkeiten, die der Besuch der ahtlegemstem galizicchem Nester mit sidh 'bringt, überwindet der. Künstler im.-seinem bewumdctmiswerten,!Fle-iß und im d$n. dem sc.haffeindem Menschen eigentümlichen Abbgitisluist.. Alle Mühen, Entbehrungen mirmnt er auf.sich., um seinen Gegenstamd bis zur Neige aiuiscu&ehcipfen', um das zur Darstellung zu bringen, was er -deLdemi altem 'Ghettos-duld-erern vergeblich gesucht .halt- , Bist ritz am Hotstei-n, so. Jul! 189S ' .• J. . Hochverehrter Freumd! . , v . - ... Meinen Vorsatz, zwei Woclien Feiertag .«ti: haÄten, hatte ich gleich in den ersten Tagen faßen gelassen; unwiderstehlich trieb es mich nach Ho'Jilesqhait, und - so begnmn ich dort meine Arbeiten. In der Tat, es ist hochin.teressrunt. Dieses alte Studierzimmer, welche beredte Sprache spricht es! Zwei Jahrhunderte _ bosbeiht die Einrichtung in der jetzigen Gestalt. Die Bänke, Tische, die Bücher in den Regalen, der heilige Altar mit seiner Lampe, die Wei-bersdml im Himterg-ruw? des R'vunie.?, alles, alles ist so, wie es war, nur abgenützt und gebraucht. Sitze ich eine stille Stunde dort 76

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